NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 61

Wozu denn überhaupt "Zaubersprache"?

Was genau verändert das Konzept von "Zaubersprache" beim Anwender und beim Zuhörer?

Jetzt anhören

Direkt hier starten oder später im Transkript weiterlesen.

In dieser Folge

Darum geht es

Das Wort klingt schon eher wie aus einem Märchen von Michael Ende oder der Ansage einer Grundschullehrerin an ihre etwas zu aggressive Klasse - wobei: Gerade in der Grundschule bauen wir unseren Wortschatz das erste Mal aus und um. Es ist also eine wichtige Phase für unsere Sprachentwicklung. Und Florian und Miriam fragen sich gelegentlich, wie viel mehr verzaubert diese vier Jahre sein dürften... Was genau verändert das Konzept von "Zaubersprache" beim Anwender und beim Zuhörer? Woran merkst Du, dass mit all den Kommunikations-Methoden, die sich in dem blumigen Wort vereinen, plötzlich Probleme einfacher lösen und Menschen fröhlicher sind? Der Podcast, der den Begriff endlich mal erklärt!

Du möchtest uns persönlich kennen lernen? Oder international zertifizierter NLP Practitioner oder Master werden? Für Deine Anmeldung oder Dein Info-Gespräch zur Ausbildung im NLP besuche gerne unsere Seite: http://www.kontext-denken.de oder schreib uns eine E-Mail: miriam@pergaudiaadastra.de Und wenn Du uns öffentlich Deine Meinung sagen möchtest: http://fb.me/Miriam.Deforth.kontext.denken http://fb.me/Florian.Gross.kontext.denken Unseren Video-Podcast (mit bewegten HD-Bildern in Farbe) findest Du hier auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=RxU_DlbWrqg&list=PLfj4P7lArPJDwiEArD6euHknuqZzbA3EX

Ausgangspunkt ist eine Frage aus einem Firmenworkshop: Merken meine Mitarbeiter, wenn ich Zaubersprache anwende - und wozu soll ich meine Kommunikation ändern, wenn niemand es bewusst bemerkt? Miriam und Florian sprechen darüber, warum Menschen sich mit NLP und gewaltfreier Kommunikation beschäftigen, und über konkrete Sprachzaubertipps wie "Mach Muss zu darf" oder "Nimm den Druck raus" (nach Marshall Rosenberg). Es geht ums Echo der Kommunikation, um den Unterschied zwischen bewusster und unbewusster Wahrnehmung von Sprache und um die Frage, ob Manipulation im Spiel ist. Und darum, wie du dir vom "Sonnenscheinchen" in der Familie abschauen kannst, was gute, entspannte, witzige Gespräche ausmacht.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

Spring direkt zu einem Kapitel oder lies die Folge von Anfang an.

Kapitel dieser Folge
  1. Woran merkst du, dass jemand Zaubersprache spricht?
  2. Wozu verändern, wenn es keiner bewusst merkt?
  3. Von Petrosilius Zwackelmann zu konkreten Sprachzaubertipps
  4. So wie du in den Wald hineinrufst: das Echo der Kommunikation
  5. Der Zaubertrick, den eigentlich jeder kann
  6. Tante Lisa, das Sonnenscheinchen — und wie man es lernt
  7. Konkret ausprobieren: Tipps und Tricks für die nächste Woche

"Zaubersprache" — das klingt nach Michael Ende, nach Petrosilius Zwackelmann, nach Seidentüchern, die in einer hohlen Hand verschwinden. Dabei geht es um eine ganz konkrete Frage, die Miriam auf einem Firmenworkshop gestellt wurde: Merken meine Mitarbeiter eigentlich, wenn ich Zaubersprache mit ihnen spreche? Warum sollte ich meine Sprache überhaupt verändern, wenn niemand es bewusst bemerkt? Und was hat Tante Lisa, das Sonnenscheinchen aus jeder Familie, damit zu tun?

Woran merkst du, dass jemand Zaubersprache spricht?

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Hast du was gemerkt?

Florian: Was soll ich denn gemerkt haben?

Miriam: Ich meine, noch mal von vorne. Hast du was gemerkt?

Florian: Soll ich das rausschneiden? Nein, alles gut, wir sind live. Weil sonst hätten wir nochmal eine kurze Pause gebraucht.

Miriam: Das ist toll.

Florian: Habe ich was gemerkt?

Miriam: Das macht mich darauf aufmerksam, dass ich noch langsamer sprechen darf.

Florian: Habe ich was gemerkt?

Miriam: Merkst du, wenn ich Zaubersprache mit dir spreche?

Florian: Ja.

Miriam: Woran merkst du es?

Florian: Dass in meinem Kopf eine kleine Signallampe angeht.

Miriam: Oh. Gut oder schlecht, so vom Gefühl her?

Florian: Mal so zuhören, genau.

Miriam: Ah, okay. Das ist eine Frage, die mir gestellt wurde neulich, als wir einen Firmenworkshop gegeben haben.

Florian: Da hatte mich jemand gefragt, woran du merkst, wenn jemand anders mit dir Zaubersprache spricht.

Miriam: Nein, andersrum. Ob andere Menschen mich ansprechen, wenn ich mit ihnen Zaubersprache spreche, weil es ihnen...

Florian: Also so meine Erfahrungen. Nein. Was ist eigentlich diese Zaubersprache?

Miriam: Ja, wir haben da einen Begriff erfunden. Also Zaubersprache gibt es nicht. Außer bei uns.

Florian: Willkommen im Verwirrungspodcast mit Miriam und Florian.

Miriam: Ach, jetzt mach das doch nicht so. Hey, wir geben Seminare, Menschen kommen zu uns, machen ihren NLP Practitioner, wir werden von Firmen gebucht. Wir vereinen ja viele, viele Ausbildungen, die wir beide genossen haben im Bereich Sprache, Kommunikation. In unserem Schaffen, in unserem Tun. Und wenn mich dann früher jemand gefragt hat, ja, was macht ihr denn genau? Dann hätte ich wahlweise eine Stunde referiert über das, was wir tun. Oder habe ich zu Florian irgendwann gesagt, wir brauchen ein Wort.

Florian: Okay, und das Wort ist Zaubersprache.

Miriam: Genau.

Florian: Sprachzauberei.

Miriam: Und mittlerweile hat sich dieses Wort rumgesprochen. Menschen kennen das. Auf Facebook schreiben Leute, Miri, wir wollen mal zu diesem Zaubersprach-Seminar kommen oder ist das jetzt auch gerade wieder Zaubersprache oder wann bist du mal wieder live auf Facebook mit Zaubersprache? Also Zaubersprache etabliert sich als Begriff für uns beide. Zaubersprache TM. Können wir uns schützen lassen demnächst.

Florian: Sollten wir vielleicht jetzt, gerade wenn du es so sagst. Jetzt. Bevor der Podcast rauskommt jetzt.

Miriam: Okay, dann hast du ja was zu tun. Na, alles gut. Auf einem Firmenworkshop kam also voller Begeisterung einer der Teilnehmer zu mir und sagte, das macht riesen Spaß und ich habe große Freude und ich habe jetzt schon Bock, das überall anzuwenden. Und merken das denn meine Mitarbeiter im Team nicht, wenn ich Zaubersprache benutze? Fragen die mich dann nicht?

Florian: Ja, einfache Antwort meint. Was hast du geantwortet?

Miriam: Nein.

Florian: Ja, siehst du?

Miriam: Und sie merken es doch, weil Nein ist nämlich gelogen. Das fiel mir dann später auf.

Florian: Also anders. Sie fragen nicht nach, ob die Sprache, die wir verwenden, besonders darauf ausgelegt ist, dass es eine besonders angenehme Kommunikation ist oder besonders sanft oder... Witzig. Besonders witzig, genau. Diese Frage kommt nicht, sondern an der Art und Weise, wie sie reagieren, wie sie mit Vorschlägen umgehen, wie wir gemeinsam kreative Lösungen finden. Daran merken sie es.

Miriam: Ich bekomme auch ganz fantastisches Feedback in Form von Miri mit dir zu reden, macht mir immer so gute Laune oder...

Florian: Daran merken Menschen das auch, genau.

Miriam: Neulich, als wir miteinander sprachen, ging es mir danach besser. Sowas. Ja. Das ist, glaube ich, das Feedback, was wir garantieren dann nicht für, weil, hey, das habe ich diesem Teilnehmer auch gesagt. Ich habe gesagt, wenn mir jemand gegenübersteht, dessen Hamster gerade gestorben ist, das ist ja unser Lieblingsbeispiel, dann werde ich ihn vermutlich aus seiner Trauerphase mit einem einfachen Gespräch auch nicht rausholen. Weil wenn jemand entschieden hat, dass er jetzt erstmal traurig sein möchte und das ist auch okay, dann ist das so. Und das ist auch nicht mein Anliegen. Mir geht es ja erstmal darum, dass ich mich besser fühle. Also vorrangig mache ich das für mich, habe ich festgestellt. Ich bin entspannter, ich wähle noch bessere Worte als früher, ich kann Dinge klarer ausdrücken.

Wozu verändern, wenn es keiner bewusst merkt?

Florian: Was ist denn, ich finde die Frage, also die Frage ist legitim. Und die Antwort ist sehr kurz, es ist eine geschlossene Frage, darauf gibt es nur die Antworten Ja und Nein. Die Antwort ist Nein. Also es merkt niemand bewusst, dass da was anders ist im Normalfall, außer es beschäftigt sich jemand mit Sprache.

Miriam: Wenn das keiner merkt, sagt er, warum soll ich stattdessen dann alles verändern?

Florian: Ja, weil die Menschen sich anders verhalten. Weil die Gespräche witziger werden, weil es sich für dich besser anfühlt, hast du ja eben schon gesagt.

Miriam: Das stimmt. Und wenn jetzt ein Teilnehmer im Seminar sagt, wo ist der Nutzen für mich, dann darf ich ja sozusagen als Unternehmer, als begeisterter Sprecher, darf ich ja wissen, wozu das alles gut ist und meine Erfahrungen gemacht haben.

Florian: Ist das nicht so, dass die Menschen normalerweise auch sich mit Sprachveränderungen beschäftigen, mit NLP, mit gewaltfreier Kommunikation, was es auch sei, weil das, was sie tun, ihnen nicht gut genug ist? Also weil sie was an der Stelle... Entweder haben sie den Traum, dass es da noch eine schönere Art und Weise gibt, miteinander zu kommunizieren. Vielleicht sind sie an bestimmten Stellen auch einfach frustriert und sagen, das funktioniert so nicht, wie ich das hatte. Oder ich komme an der Stelle nicht weiter. Ich sage meinen Mitarbeitern zwar irgendwie, dass dies und jenes Verhalten nicht geht, nur dann machen sie es trotzdem weiter. Das ist doch der Grund, warum die Leute sich mit Sprache überhaupt beschäftigen, oder? Deswegen finde ich die Frage spannend oder die Begründung spannend, dass jemand da nichts ändern würde, wenn das Gegenüber es nicht bewusst merkt, weil offensichtlich kommt er oder sie auch nicht weiter mit dem bisherigen Verhalten. Also irgendwas fehlt noch oder irgendwas funktioniert noch nicht.

Miriam: Ja, stimmt. Und ich fand die Frage toll und sehr spannend für mich, weil ich seit längerer Zeit, also grundsätzlich hinterfrage ich das, was wir tun, nicht mehr, weil ich so viele gute Erfahrungen gemacht habe mittlerweile, dass es für mich völlig selbstverständlich ist, dass die Zaubersprache sozusagen zu meinem normalen Leben gehört. Ich kommuniziere nicht nur in der Firma so, oder wenn wir mit Kunden sprechen, sondern immer mit dir, mit unseren Kindern, mit meinen Eltern, meiner Schwester, mit jedem, vor allem mit mir.

Von Petrosilius Zwackelmann zu konkreten Sprachzaubertipps

Florian: Können wir in die Shownotes irgendeinen von diesen Sprachzaubertipps reinnehmen, bitte? Falls du als Hörer jetzt das erste Mal Kontakt mit Sprachzauberei hast, klingt das vielleicht alles ein wenig theoretisch. Nach Märchen.

Miriam: Schloss.

Florian: Irgendwie mehr Substanz da dran bringen jetzt.

Miriam: Petrosilius Zwackelmann. Harry Potter?

Florian: Petrosilius Zwackelmann ist Räuberhaut zum Klotz. Zauberer? Ja.

Miriam: Ich habe berühmte Zauberer, David Copperfield.

Florian: Okay. Ja, schon eher. Siegfried und Roy. Pen and Teller.

Miriam: Oh ja, Pen and Teller, wenn du sie noch nicht kennst.

Florian: Und der eine redet nicht.

Miriam: Der eine redet gar nicht. Kommunikation kann auch auf ganz anderer Ebene stattfinden. Die Männer draußen jetzt alle, ja klar.

Florian: Also ein Sprachzaubertipp. Haben wir einen für...

Miriam: Unsere Podcasts, auch die vergangenen Folgen, sind gespickt davon. Wir haben das Muss schon behandelt. Mach Muss zu darf. Also mach deine Sprache weicher. Da gibt es einen ganzen Podcast drüber.

Florian: Cool. Dann verlinken wir doch den. Ich wollte ja nur ein Beispiel mal haben.

Miriam: Meine Lieblingssprachzaubertipps. Nimm den Druck raus.

Florian: Wenn jemand das erste Mal mit diesem Podcast mit uns in Kontakt käme.

Miriam: Ja, dann hört er zwei sehr sympathische Menschen, die ein neues Wort einführen und sagen.

Florian: Also kein Muss mehr, sondern darf. Du darfst jetzt. Und da gibt es ganz viel Hintergrund zu. Wir verlinken den Podcast in den Show Notes.

Miriam: Haben auch nicht wir erfunden, sondern der Herr Rosenberg und wir erklären es auf unsere Weise.

Florian: Genau. So. Jetzt mal Butter bei die Fische.

So wie du in den Wald hineinrufst: das Echo der Kommunikation

Miriam: Merken andere Menschen, dass du Sprach zauberst?

Florian: Ja. Merken sie es bewusst? Nein.

Miriam: Und das liegt nicht daran, dass wir irgendwas Unterbewusstes tun wollen, sondern Sprache da draußen wird nicht bewusst, wird in den meisten Teilen nicht bewusst angewendet und nicht bewusst wahrgenommen. Jetzt sind wir wieder bei dem Thema. Gibt es auch einen Podcast, du kannst ja nur mal gleich mitverlinken. Die große Manipulation.

Florian: Ja, das ist doch manipulativ.

Miriam: Guck mal, da dampft mir richtig der Kessel.

Florian: Wenn die das merken und doch nicht merken. Also wenn andere Menschen sich verändern, weil wir unsere Sprache spannender gestalten oder sanfter gestalten, und die merken das gar nicht. Die merken das nicht. Also die bemerken das nicht bewusst.

Miriam: Es gibt doch diesen alten Spruch, es gibt doch diesen uralten Volksweisheitsspruch, den meine Oma schon gewusst hat, so wie du in den Wald hineinrufst, so schallt es zurück. Ja. Also wenn ich davon ausgehe, ist ganz klar, was passiert. Sobald ich meine Sprache sympathischer, witziger, entspannter, netter, die Stimme angenehmer drehe, schallt es genauso auch zurück. Das heißt, es gibt Echo auf beiden Seiten. Mein Empfänger, mit dem ich spreche, einer, mehrere, wie auch immer, empfängt was Entspanntes, Witziges, Fröhliches, Lockeres, Klares und spiegelt was Klares, Lockeres, Entspanntes, Witziges zurück. Okay. Easy peasy. Soweit die Theorie. Da würde jetzt jeder da draußen sagen, Logi. Andersrum funktioniert das auch. Wenn du dich deinem Gegenüber hinstellst und frotzt den erstmal an und kneifst die Augen zusammen, dann ist das eben auch das, was zurückkommt. Also. Also deswegen. Wenn wir allein von dieser Theorie ausgehen, ist klar, was dabei passiert.

Florian: Ja.

Miriam: Auf der anderen Seite können wahrscheinlich alle Hörer dieses Podcast nachvollziehen, wenn ich sage, während wir uns mit anderen Menschen unterhalten, mit ihnen sprechen und diskutieren, passiert auch noch sowas wie Emotion. Und die meisten merken gar nicht, das passiert ja sogar in Offensiv-Situationen, dass der eine sagt, warum brüllst du mich so an und der andere sagt, hab ich gar nicht. Ich hab doch gar nicht gebrüllt. Und dann fragst du, wer hat jetzt recht? Ja, also wer hat keine Ohren? Also einer von beiden hat ja irgendwie ein Problem.

Florian: Ja, das stimmt. Also vielleicht auch nicht, ne?

Miriam: Und das hat was mit Wachheit zu tun. Also entweder der, der gebrüllt hat, hat nicht gemerkt, dass er gebrüllt hat, oder der, der nicht angebrüllt wurde, interpretiert auch in ein Flüstern schon Brüllen rein. Einer von beiden spinnt ja scheinbar.

Florian: Oder sie haben eine unterschiedliche Definition von Brüllen.

Miriam: Oder das.

Florian: Auf jeden Fall kommunikatives Desaster.

Miriam: Guck mal, der Florian hat ein Tränchen im Auge geliebt. Das ist kein gutes Thema für heute. Ist alles gut. Ich find's super. Über den Weg der Kommunikation werden die Dinge deines Lebens geregelt. Das heißt, es ist, wenn wir es wieder auf die Metapher zaubern runternehmen, es ist ja nur eine Metapher.

Florian: Dadurch, dass du entspannter kommunizierst, kommt es entspannter auch bei dir wieder an. Genau, das ist das, was zurückechot. Dadurch, dass du sanfter mit den Menschen umgehst, gehen die sanfter mit dir um. Dadurch, dass du mehr Komplimente machst, was ja auch, was jetzt wirklich keine, also keine riesen Raketenwissenschaftszauberei ist, nur in unserem Alltag gar nicht so häufig vorkommt.

Der Zaubertrick, den eigentlich jeder kann

Miriam: Es gibt doch diesen Zaubertrick mit diesen Plastikdaumen. Der ist ja nun mittlerweile fast allen Menschen, die sich mit Zauberei irgendwie auch nur als Laie beschäftigen, bekannt.

Florian: Den kann ich ja in einem Laden kaufen. Den Teil des Podcasts sollten wir ausschneiden.

Miriam: Warum?

Florian: Weil viele Leute überhaupt nicht realisieren, wann das passiert. Das erzählst du jetzt hier auch nicht.

Miriam: Nein, ich erkläre den Trick nicht. Nur, da zaubert sozusagen ein Zauberer in seiner hohlen Hand ein paar Tücher weg. Die sind auf einmal verschwunden, so ein paar Seidentücher. Und er zeigt seine Hände und es ist kein Tuch mehr zu sehen, obwohl er die offensichtlich gerade alle noch in der Faust hatte und da auch reingestopft hat. Und dann, auf einmal, wenn er seine Faust wieder verkrümmelt, dann zieht er da die ganzen Tücher wieder raus. Und du fragst dich als Zuschauer zurecht, wie hat er das denn jetzt bitte gemacht?

Florian: Ja.

Miriam: Ja. So, und das ist ja schön, sozusagen den zu wissen oder den zu können oder sowas vorführen zu können. Und ich persönlich... Max sozusagen, wenn, oder das ist für mich der Beweis, weil der Trick ist tatsächlich sehr einfach. Ich sage nicht, wie er geht, nur es ist wirklich einfach. Und das kann auch jeder machen. Also diesen Trick kann im Grunde jeder machen, wenn er will.

Florian: Also es ist Übung, ne?

Miriam: Also ich... Finde ich nicht. Es gibt Tricks, die du kannst, die sind richtig Übung, finde ich. So Kartentricks oder sowas, da darfst du vorher Fingerfertigkeit üben, das ist fast wie Klavier üben.

Florian: Das ist auch mit dem Trick, da ist auch ganz viel hier andere Richtung gucken. Dann lass eins unserer Kinder doch mal diesen Trick vorführen, dann wirst du sehen, an welchen Stellen die spannenden Punkte liegen.

Miriam: Gut, das mag sein. Und da bin ich jetzt natürlich gerade mit einem begeisterten Amateurzauberer hier an einem Tisch. Nur, auf was ich raus will ist, wenn was Zauberhaftes sich plötzlich verändert. Ja. Und dass das realisierende Gehirn, unser Wachbewusstsein, das, was sozusagen ständig bewertet und guckt und sieht und fühlt und hört und das alles auch irgendwie in eine Information packt, an die wir uns erinnern, wo wir sagen können, das war in dem Gespräch so, wenn das auf einmal stutzt und denkt, hä, eben war es doch noch ganz doof und jetzt ist es auf einmal total nett, dann ist das so ein bisschen gefühlt wie so eine kleine Zauberei. Ja.

Florian: Und Menschen, die den Trick dahinter kennen, sehen, was passiert ist oder hören, was passiert ist?

Tante Lisa, das Sonnenscheinchen — und wie man es lernt

Miriam: Es gibt im Grunde keinen Trick. Menschen tun das ständig. Menschen, die so als Sonnenscheinchen bekannt sind. Die gibt es in jeder Familie. Es gibt in jeder Familie so ein Sonnenscheinchen. So der Cousin Frederik oder die Tante Lisa. Da sagen immer alle, wenn die irgendwo auf einer Feier dabei ist, dann ist es auf jeden Fall lustig. Und mit Lisa zu sprechen ist immer super, weil die hat immer so süße Ideen und die kann einen irgendwie so süß trösten und die hat dann immer gleich eine Lösung parat und die versteht einen so gut. Also solche Menschen gibt es in jeder Familie, glaube ich, oder in jedem Freundes- und Bekanntenkreis. Das heißt, die machen das ja irgendwie. Und anders als Onkel Erich.

Florian: Und NLP-Vorannahme. Wenn es irgendjemand gibt, der irgendwie sowas kann, dann können wir rauskriegen, wie er es macht oder wie sie es macht und dann das Gleiche machen.

Miriam: So und was ich spannend finde an der Stelle ist, dass sich all diese Familienmitglieder, die Tante Lisa als Sonnenschein bezeichnen, nie, offensichtlich nie fragen, wie sie es macht. Weil sonst könnten sie es auch machen.

Florian: Sondern nur bewundern, dass sie das so gut kann.

Miriam: Genau.

Florian: Und dabei kannst du das selbst.

Miriam: Das kann nämlich jeder. Vermutlich hat es was mit Tante Lisa zu tun. Wie sie ist. Wie sie selbst lebt.

Florian: Das heißt, du achtest in Zukunft ein bisschen besser darauf, wenn jemand sehr gut mit dir redet, wenn es dir gut tut, wenn jemand mit dir redet. Was ist denn der Unterschied im Vergleich zu anderen Menschen? Okay. Das ist einer dieser Tricks schon? Und Tipps?

Miriam: Tricks? Das klingt immer so nach ausgetrickst oder so, ne? Ist es ja gar nicht. Ich kenne auch ganz viele Menschen, bei denen ich mich sprachlich einkuscheln kann.

Florian: Du hast ja mit der Zauberei angefangen und das Zaubertrick auch genannt und dann sogar noch versucht, die Zauberhaftigkeit daraus zu nehmen. Selbst wenn ich weiß, wie es geht, finde ich es immer ganz wunderschön, zuzuschauen, wie jemand mit großen Fähigkeiten und viel Übung Seidentücher wegzaubert.

Miriam: Ich bin voll bei dir. Ich liebe Virtuosität.

Florian: Und genauso geht es mir eben auch mit der Sprache. Wenn ich merke in Trainings, wenn ich mir andere Trainer anschaue, wenn ich in irgendeinem Training mit drin bin und merke, an welchen Stellen ganz sanft, schon von vorne herein Annahmen geschaffen werden oder Grundlagen geschaffen werden dafür, dass es uns insgesamt besser geht. Und dass es einfacher wird und dass die Teilnehmer leichter lernen und dass es dir besser geht. Ich finde es immer ganz toll, sowas zu entdecken auch, wo andere Trainer das machen oder wo solche Kleinigkeiten sind.

Miriam: Ich mag es, das bewusst wahrzunehmen und ich mag es auch, das einfach nur zu fühlen. Weil es passiert mir sehr häufig, dass ich auf einen Menschen treffe und der sagt die ersten drei Worte und es geht gar nicht um den Inhalt, sondern es geht um die Aura, seine Ausstrahlung, das Lächeln, das irgendwie auch weiter da ist, obwohl dieser Mensch gar nicht ständig die Mundwinkel nach oben zieht, die Augen, die leuchten. So dieses Gefühl von, bei dem würde ich wahnsinnig gerne einfach einen Schoß.

Florian: So und unsere These ist jetzt, das ist lernbar und lehrbar.

Miriam: Babys kommen ja alle so zur Welt, das sind ja alles so von den Brocken. Also das ist ja so, die leuchten ja alles so.

Florian: Das heißt zwischendurch hat jemand das einfach zur Seite gelegt oder schon länger nicht mehr diese Fähigkeiten benutzt und es geht jetzt wieder drum zu lernen zu leuchten.

Miriam: Ja, bitte, fangen wieder an zu leuchten. Und das klingt so ein bisschen ESO-mäßig und so, hey komm, wir machen den Stuhlkreis und fangen alle wieder an zu leuchten. Und ja, hey, wenn es geht, dann nimm den Stuhlkreis. Ist auch egal. Nur, wenn ich jetzt wieder zurückkomme zu diesem Teilnehmer, der mir diese spannende Frage gestellt hat, dann geht es eben nicht nur darum, du bist also viel im Außen und nimmst wahr, was mit deinem Gegenüber passiert. Und dann merkst du den Unterschied von Zaubersprache zu Nicht-Zaubersprache.

Florian: Okay. Also ich brauche gar kein direktes Feedback. Dann nimmst du wahr, was bei deinem Gegenüber passiert und dann ist direkt, also dann darfst du einfach Sachen ausprobieren und merkst, was gut funktioniert.

Miriam: Und bei Tante Lisa, wenn ich jetzt einfach nur mal noch ein Stück weiterdenken würde und würde sagen, Tante Lisa ist eh schon so ein Sonnenschein, die würde das dann auch noch bewusst auf dem Schirm haben und würde auch noch Zaubersprache anwenden.

Florian: Dann geht es hier von der Bundesliga in die Champions League.

Miriam: Dann verzaubert Tante Lisa plötzlich vielleicht demnächst eine ganze Nation im Radio, ich weiß es nicht. Also ganz super. Ja, so deswegen, es war mir ein Anliegen, es war mir wichtig und es ist mir wichtig, das Thema mal aufzugreifen und mal generell über dieses Wort und unsere...

Konkret ausprobieren: Tipps und Tricks für die nächste Woche

Florian: Was haben wir denn jetzt in der Tipps und Tricks Sektion drin?

Miriam: Ich fände es gut zu sagen, achte mal drauf, was dein Gegenüber tut, wenn du kommunizierst mit ihm. Wie entspannt ist dein Gegenüber? Woran würdest du feststellen, dass er sich etwas entspannter schon verhält? Welche Worte könntest du benutzen, damit er sich etwas oder sie sich etwas mehr entspannt? Wie könntest du deine Stimme verändern?

Florian: Und für mich habe ich mir bei dir abgeschaut, sei mutig. Weil die meisten Menschen nicht bewusst wahrnehmen, was da mit Sprache mit ihnen passiert. Das heißt, du darfst da ausprobieren.

Miriam: Und wenn du sagst, was soll ich denn jetzt ausprobieren, wir verlinken dir unter diesem Podcast einige der Folgen, die wir bereits aufgenommen haben, so dass du dir da eine raussuchen kannst oder wenn du gleich ins Professionelle gehst, mehrere und dann hast du konkret was, was du vielleicht in der nächsten Woche mal ganz explizit anwendest und übst. Das sind alles einfache Sachen, die eine große Wirkung haben können. Wir freuen uns natürlich riesig auf dein Feedback und wir performen in dem festen Glauben, dass je mehr Menschen in ihrer Kommunikation fröhlicher, entspannter, klarer und fokussierter sind, desto netter und witziger wird es auch hier auf der Erde und mit uns allen zusammen. Das sind die Stellen, wo wir zusammenkommen. Da, wo wir ums Feuer sitzen und reden. So wie vor tausenden von Jahren schon. Und ob das dann in der Firma stattfindet, am Familienabendbrottisch oder in der Schule von Lehrer zu Schüler, das tut sich nichts.

Florian: Voll gut.

Miriam: Vielen Dank fürs Zuhören.

Florian: Wir hören uns hoffentlich wieder nächste Woche.

Miriam: Es war mir ein inneres Salami-Brötchen.

Florian: Danke für deine Zeit und bis nächste Woche. Bis dann. Tschüss.

Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

Weiterdenken

Wenn es etwas Neues gibt, geben wir dir Bescheid.

Im Newsletter landen neue Episoden, Seminartermine und Gedanken, die sich auch ohne Kopfhörer weiterdrehen.

Zum Newsletter