Gibt es einen geheimen NLP-Handschlag? Miri wird diese Frage tatsächlich immer wieder gestellt — und statt einer Anleitung stellt sie erst mal die Gegenfrage: Wozu willst du das eigentlich erkennen? Florian und Miriam vergleichen NLP mit einem echten Diamanten und einem guten Wein und landen bei etwas Unbequemem: Erkennen kannst du es nur, wenn du selbst weißt, wonach du suchst.
Gibt es den geheimen NLP-Handschlag?
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Woran erkennt man NLP?
Florian: Heute sind wir direkt im Thema drin.
Miriam: Guten Morgen, guten Mittag, guten Abend.
Florian: Und, woran erkennt man NLP? Das ist schwierig. Das ist ja ein Glaubenssatz.
Miriam: Geheimwissenschaft.
Florian: Gibt es einen geheimen NLP-Handschlag, den mir nur noch nie jemand erzählt hat?
Miriam: Menschen haben diese Frage an mich herangetragen.
Florian: Ja? Ja. Was antwortest du denen denn dann, wenn diese Frage kommt?
Miriam: Gar nicht.
Florian: Das kannst du in der nächsten Podcast-Folge nächste Woche hören. Bleib dran, denn bald heißt es wieder...
Miriam: Wie erkennt man NLP? Als ich das Thema Florian vorgestellt habe, hat er sofort gesagt, das wird ein sehr lustiger Podcast und ich weiß nicht, ob wir den Grimme-Preis damit bekommen, weil das ist dann nicht seriös. Wer also einen seriösen NLP-Podcast hören möchte, der schalte bitte jetzt aus.
Florian: Möchtest du gleich schon inhaltlich werden?
Miriam: Wie jetzt inhaltlich?
Florian: Also die Seriosität aus dem Weg räumen, damit wir am Schluss dann lustig enden können oder so.
Miriam: Ja, was soll ich denn darauf antworten?
Florian: Auf wie erkennt man NLP?
Miriam: Wie erkennst du denn NLP?
Florian: Also eine Vermutung, dass jemand schon mal was mit NLP zu tun hatte, ergibt sich bei mir, wenn jemand zum Beispiel über die Sinneskanäle sehr viel drüber loopt oder drüber läuft. Also wenn jemand Worte verwendet, die in alle Sinneskanäle reinpassen, also dass da was zum Sehen ist und dann hört sich das auch noch gut an. Und wenn jemand so spricht, dann hat er oft auch Gefühle irgendwann und sagt dann eben, es fühlt sich auch noch gut an. Und dann denke ich mir so, hm. Vielleicht. Visuell, auditiv, kinästhetisch, vielleicht macht jemand das absichtlich. Und manchmal ist es tatsächlich so, ich habe dann auch schon nachgefragt oder wir haben uns dann unterhalten, ich habe es heimlich herausbekommen.
Miriam: Ja, und das ist risky, weil im Neuro-Selling wird das auch benutzt. Die haben das vielleicht aus dem NLP sich geholt oder ich weiß es nicht, auf jeden Fall gibt es das da auch.
Florian: Nur das wäre ein Anzeichen für, jemand hat schon mal sowas wie eine NLP-Ausbildung gemacht. Und dann ist eben die Herausforderung mit dieser Frage ist, woran würde ich es erkennen, wenn es gut gemacht ist, merke ich es gar nicht, weil es einfach ein schönes Gespräch ist.
Miriam: So. Das sind wir wieder an der Stelle. Woran erkennt man denn jetzt NLP?
Florian: So, jetzt andersrum. Wenn ich jetzt einfach ein gutes Gespräch mit jemandem habe, ist es dann automatisch auch NLP?
Miriam: Ja. Ich find's nicht lustig. Ich setz mich da ernsthaft mit auseinander. Wie bitte was?
Florian: Das ist dann so beliebig.
Miriam: So beliebig, ne?
Florian: Ja. Also es ist jetzt NLP oder nicht oder was gehört eigentlich dazu?
Wie beim Wein und beim Diamanten: erst wissen, dann erkennen
Miriam: Wer würde sich überhaupt diese Frage stellen? Oder wozu? Also ist es wichtig, das zu können? Wenn ich jetzt losgehe und möchte mir ein Schmuckstück kaufen.
Florian: Mhm.
Miriam: Einen schönen Ring oder eine tolle Kette. Und da soll auch ein echter Diamant drin sein.
Florian: Ja.
Miriam: Dann darf ich ja auch einen echten Diamanten erkennen. Oder ich darf zumindest wissen, dass es bei Diamanten irgendwelche Unterschiede gibt und wie die heißen und wie die aussehen, um wirklich selbst imstande zu sein, da ein genaues Urteil fällen zu können. Oder ich gehe einfach zum Juwelier und sage, und das wäre jetzt so entsprechend deinem... Das war halt ein schönes Gespräch.
Florian: Alter, das ist ja ein schöner Ring. Und der sagt, ja, der ist...
Miriam: Das ist ein echter Diamant auch.
Florian: Genau, und deswegen ist der auch teuer.
Miriam: Weil wissen die Menschen, die Diamanten tragen, wissen die tatsächlich, ob sie Small Inclusions haben oder welchen Color Grade oder Einschlüsse. Ob der Diamant lupenrein ist oder ob er Einschlüsse hat.
Florian: Lupenrein heißt, wenn ich mit der Lupe durchschaue, sehe ich keine...
Miriam: Ja, so Wachstumsmerkmale, also ein Diamant würde nicht wachsen, nur ein Diamant ist irgendwie entstanden und manchmal gibt es da kleine Einschlüsse, weil Luftbläschen in dem Druck mit drin waren oder kleinste Tierchen oder so und dann sind da eben sogenannte Einschlüsse zu erkennen.
Florian: Das heißt, er hat dann so graue Spuren oder so. Pünktchen oder so. Ist trotzdem noch ein Diamant.
Miriam: Ist ein Diamant. Und bei Small Inclusions, also SI, ist das auch noch ein richtig guter Diamant. Oder die Farbe. Es gibt rein weiß und dann gibt es noch so ein Mittelweiß. Also es gibt verschiedene Weißabstufungen bis hin zu bräunlich, die alle unterschiedlich viel wert auch sind. Also ein Diamant hat je mehr Reinheit, je mehr Weißheit, je mehr Gewicht, desto teurer ist es.
Florian: Ich frage nur wegen, weil es ja bald Weihnachten ist, was ich mir dann wünschen soll.
Miriam: Das ist eine sehr gute Idee, dass du über Diamanten nachdenkst. Und wie du Diamanten am besten verschenkst. Ja. Und wie sehr Traumfrauen sich über Diamanten freuen.
Florian: Was? Ja, das alles ist in Erwägung. Ich bekomme einen großen Diamant, einen großen Brilli geschenkt.
Miriam: Wo willst du dir denn hin? Du willst ja auf die Stirn pappen.
Florian: Nee, auf, ähm... Ja, da haben wir schon.
Miriam: Da kommt nämlich jetzt nichts Vernünftiges. Ich kann dir genau sagen, ich hätte gern einen recht großen Diamant für in den Bauchnabel und zwei kleinere für alle Ohren. Haben wir jetzt noch irgendein Thema?
Florian: Für den Bauchnabel. Ja. Ja, na gut.
Miriam: Und auch bei anderen Dingen in einem Wein, also wenn ich in einem Feinschmecker-Restaurant bin und soll mir einen Wein aussuchen zum Beispiel, bin ich jedes Mal aufgeschmissen, dann trinke ich am Ende eine Cola.
Florian: Argumentierst du gerade dafür, dass NLP einfach eine Meta-Sprache ist, um bestimmte Dinge über Kommunikation oder Sprache rauszubekommen? Also das wäre ja beim Wein das zum Beispiel. Ich wusste früher nicht, dass irgendwas, was ich trinke, wie Schiefer schmecken kann.
Miriam: Oder Bären.
Florian: Oder, gut, Bären, also wenn ich einen Bärensaft trinke, dann würde ich sagen, ja gut, schmeckt halt nach Bären, ne?
Miriam: Ja.
Florian: Also, das finde ich jetzt nicht so weit. Nur, ob jetzt was nach, also ob jetzt ein Wein nach Moos schmeckt oder Schiefer oder wie der Morgentau auf einer Erdbeere fällt oder so. Das finde ich schon weiter hergeholt. Würde ich sozusagen eher über die Beschäftigung der Zeit mit dem Wein, würde ich dann sagen, jetzt habe ich so eine Sammlung an Sachen, eine Sammlung an Begriffen oder Formulierungen angesammelt, da verstehe ich jetzt mehr drüber, wie der Wein schmeckt oder kann mehr raus, habe ein intensiveres Geschmackserlebnis.
Miriam: Oder je mehr ich auch über Anbaugebiete weiß oder über Jahrgänge, dann fällt mir vielleicht die Auswahl in so einer riesigen Weinkarte in einem tollen Restaurant leichter. Genau. Da, Florian kennt sich sogar ein bisschen aus. So, dann hätte ich es da einfacher, mir vielleicht selbst auch schon so eine Richtung an Wein auszuwählen oder mir zu überlegen. Das ist ja toll, wenn Menschen mir gegenüber sitzen und der Sommelier fragt, wie sieht es denn mit dem Wein aus? Und dann sagt jemand, also heute Abend auf jeden Fall zu diesem Essen einen französischen Wein. Und ich denke, warum keinen Italiener?
Florian: Ja.
Miriam: Also ich weiß es einfach nicht. Und ich glaube, je mehr Menschen...
Florian: Vielleicht haben die dann keinen Italiener da gerade. Könnte ja sein. Und je mehr Menschen über NLP nachdenken oder über Kommunikation und Sprache, es gibt eben dann einige Denkwerkzeuge. Also das ist sicherlich eine Facette von NLP.
Miriam: Ich spreche auch von Wissen.
Florian: Ja, und sich sozusagen bestimmte Sprachwendungen, die jemand macht oder bestimmte Sachen, die in der Sprache vorkommen, natürlich oder eben bewusst von jemandem angewendet, dass ich dafür einen Begriff habe und sage, ah, das ist sowas. So eben wie ein Terroir.
Miriam: Was? Ein Terroir?
Florian: Ein Terroir.
Miriam: Ein Terroir.
Florian: Ja. Da wo ein Wein herkommt.
Miriam: Ein Anbaugebiet.
Florian: Ja. Sag ich ja.
Miriam: Ja, danke sehr. Und da sind wir dann immer in diesen Fachbereichen. Und nochmal möchte ich gerne zurückkommen an die Stelle, wozu würden Menschen sich diese Frage stellen? Also wenn ich jetzt bei Google eingeben würde... Wie erkenne ich einen guten Wein? Dann bekomme ich wahrscheinlich ein paar YouTube-Videos angezeigt von irgendwelchen Weinseminarleitern, die bestimmte Grundbegriffe erklären. Vielleicht gibt es welche für Anfänger und für Fortgeschrittene. Es gibt Bücher sicherlich darüber. Und ich kann mich informieren, kann jeden Abend fünf Flaschen Wein aufmachen. Ist nur nicht so gesund auf Dauer. Und ich könnte mich immer schlauer machen zum Thema Wein. Oder Diamanten. Um dann irgendwann auch mitreden zu können. Wenn ich da jetzt die Frage stelle, wozu, dann hätte ja jemand Lust auf einen guten Wein oder das erkennen zu können. Bei NLP bin ich mir dann nicht so sicher. Woran erkennt man NLP? Will ich NLP erkennen? Also es ist witzig, wenn ich einen Menschen erkenne an seinem NLP oder sein NLP erkenne. Andersrum. Und wofür?
Die Begegnung im Zug: als sich zwei erkannten
Miriam: Es ist mir schon aufgefallen, ich bin neulich Zug gefahren, länger, mit ein bisschen Verspätung auch und allem und saß einem Menschen gegenüber, der erst sehr heftig am Arbeiten war und irgendwann war er fertig, ich war auch fertig mit meinem Arbeiten und dann brach die Langeweile aus bei uns beiden, das haben wir so festgestellt und der kam mir ein bisschen ins Gespräch, wohin wir reisen, woher wir kommen beruflich. Und ich dachte bei seinen ersten vier Sätzen schon, ich glaube, da gibt es Vorbildungen. Und dann habe ich ein paar Dinge getan, die wir im NLP als Techniken haben, sehr offensiv. Und dann grinste er und fragte mich, wo hast du es denn gelernt? Wir waren nicht an der gleichen Akademie, um unseren Practitioner zu machen. Und tatsächlich haben wir uns erkannt, ja.
Florian: Also es gibt sowas wie einen geheimen Handschlag. Es ist nur kein Handschlag, sondern es ist ein... Kommunikation. Es ist ein Miteinander reden.
Miriam: Ja.
Florian: Und ein Beispiel dafür wäre eben über die Sinneskanäle drüber zu gehen. Also in allen möglichen Sinneskanälen Botschaften zu senden oder die zu verwenden. Ja. Was wären denn noch Beispiele dafür?
Miriam: Pacing zum Beispiel. Wir hatten eine Folge über Pacing und Leading und ich würde die sehr empfehlen, also wenn du sowieso Lust hast, dich intensiver mit NLP zu befassen. Unser Podcast hat mittlerweile an die 30 Folgen, die sich ausschließlich mit NLP-Begriffen befassen, die stehen auch so im Titel und da könntest du so ein paar Dinge mal nachhören bei uns, um dann vielleicht bei dir selbst und anderen drauf zu achten.
Florian: Für einen Teil davon ist das sogar auf unserer Seite jetzt klassifiziert. Ja, das stimmt. Also, dass es mit dem neuen Redesign unserer Website einhergeht.
Miriam: Oh, eine wunderschöne Website.
Florian: Dass es unter den Podcast-Episoden tatsächlich so Überkapitel gibt und bei den NLP-Sachen ist es einfach Podcast zum Thema NLP und da sind die dann aufgeführt.
Miriam: Was mir auch schon begegnet ist, dass Menschen so ein paar Tipps haben wollten, wie sie bei anderen erkennen, dass die NLP machen, damit sie nicht manipuliert werden. Das ist ja auch ein altes NLP-Thema. Was NLP gerne unterstellt wird, dass das ein hoch manipulatives Werkzeug ist. Deswegen haben wir übrigens 30 Millionen Hörer in Deutschland. Das merkst du gar nicht, nur während du diesen Podcast hörst, entwickelst du so eine Art Sucht, den immer wieder zu hören. Jeden Dienstag schon drauf zu warten, dass der rauskommt.
Florian: Außer du hast den Impuls, den nicht zu hören, dann ist es vielleicht die Manipulation. Vielleicht ist es ja dann schwer, so einen zu hören.
Miriam: Jetzt wird es ganz verwirrend, oder? Ja, genau. Quatsch, oder? Nein.
Sinneskanäle, Zeitlinien, Anker: die Muster hinter NLP
Florian: Also woran ich es erkenne, tatsächlich eine Kategorie habe ich ja schon gesagt. Das andere wäre, wenn jemand ein Format konversationell einfach so benutzt. Oder ein Beispiel dafür wäre, Zeitlinien zu verwenden. Also sehr klar zu trennen, was ist in der Vergangenheit, was ist in der Zukunft, das vielleicht im Raum auch zu verteilen und zu sagen, wenn wir zurückschauen auf das, was in den letzten Jahren passiert ist, dann... Da denke ich mir schon so, da denkt auf jeden Fall jemand in einer Art und Weise drüber nach, die sehr nah an dem ist, wie ich da im Moment auch drüber nachdenke. Und das ist dann eben, das könnte dann ein Zeichen dafür sein. Ansonsten, wir sind ja auch bei der Frage, was ist NLP denn überhaupt? Das ist eine von diesen ersten Folgen, die wir gemacht haben beim Thema NLP. Und woran wir NLP auch erkennen, sind die Grundannahmen oder eine bestimmte Einstellung gegenüber der Welt. Und dann geht es eben zum Beispiel darum, eine Intention zu haben in einem Gespräch oder in einer Kommunikation und zu wissen, was möchte ich denn in dem Moment haben? Geht es um Spaß haben oder geht es darum, irgendwas zu erreichen? Geht es darum, dass ich was kaufen möchte oder was verkaufen möchte? Und dann entsprechend dieser Intention eben auch zu handeln. Und da sehr flexibel zu sein und dann kommen diese ganzen Grundannahmen ins Spiel. Die Landkarte ist nicht das Gebiet.
Miriam: Der Flexiblere führt, ja.
Florian: Und manchmal ist es dann eben auch einfach die Beschäftigung damit, dass jemand sehr viel von diesen Fähigkeiten oder von dieser Art ans Leben ranzugehen hat. Zeigt, also dass ich das Gefühl habe, so wow, jetzt ist jetzt jemand sehr flexibel gewesen in dem Moment. Also es war im Sinne auf ein Ziel hin, jetzt plötzlich ein ganz anderer Ansatz an ein Gespräch dran. Weil oftmals ist, also zumindest wenn ich in Meetings sitze in Unternehmen und wenn da die eine oder andere Führungskraft oder der eine oder andere Mitarbeiter, da ist das schon eher so, dass ich das Gefühl habe, wenn die was wollen oder es ein bestimmtes Ziel gibt in diesem Meeting, Miriam.
Miriam: Ich darf auch mal wieder was sagen. Ja, na klar.
Florian: Normalerweise grätschst du ja rein.
Miriam: Na, darf ich nicht mehr. Nein, wir haben Hörer, die haben sich beschwert.
Florian: Dass wir zu viel reingrätschen. Ich auch. Nee, ich dir. Wir hatten vorher schon Hörer, die sich beschwert haben, dass ich dir zu viel reingrätsche.
Miriam: Worauf einigen wir uns denn jetzt? Wo ich auch daran erkenne, ist eine bestimmte Art und Weise, Geschichten zu erzählen. Überhaupt Dinge eher über Geschichten erzählen, klarzumachen, also metaphorisch zu arbeiten. Und dann gibt es im NLP eben so eine Art und Weise, Geschichten zu erzählen, die sich Nested Loops nennt. Und wo Geschichten so ineinander geschachtelt und gebaut werden. Und die, das ist für mich das Schönste der Gefühle, diese Art von Storytelling, die liebe ich über alles und die habe ich echt einen Detektor für. Wenn das einer macht, dann hat er zumindest in dem Bereich schon mal eine Ausbildung gehabt.
Florian: Oder kann gut Geschichten erzählen.
Miriam: Ja, und das ist schon sehr intendiert, dieses Ineinander erzählen. Also wenn jemand wirklich mehrere Geschichten ineinander lebt. Und beim NLP, wenn wir über Kommunikation reden, dann gibt es einfach ganz viele Schnittflächen zu ganz normaler Kommunikation, zu Menschen, die sehr eloquent sind, sehr begabt, die wundervolle Geschichten erzählen, sehr spannend oder die eben auch sehr flexibel sind in ihrer Haltung. Die brauchen nicht unbedingt eine NLP-Ausbildung deswegen gemacht zu haben.
Florian: Zwei Freundinnen, die abends im Café sitzen und sich irgendwas erzählen.
Miriam: Wir hätten beide eine Ahnung gehabt, dass der andere das auch kann und die Frage hat es gemacht.
Florian: Und das kommt eben daher, dass wir eine Idee davon haben, was sind die Themen, mit denen sich jemand in einer NLP-Ausbildung beschäftigt. Also eben Pacing und bevor du den Podcast zum Thema hörst, es geht einfach darum, in die Sprache von jemand anders oder in die Gestiken, in die Art, wie jemand anders ist, einzutauchen und eben flexibel zu sein und zu sagen, ich mache das mal so, wie die andere Person das macht. So ganz vereinfacht. Ich fahre mit meinem Bus an seine Bushaltestelle oder an ihre Bushaltestelle ran. Und es gibt ja, da finde ich es am auffälligsten, es gibt ja Menschen, die einen anderen Sprechrhythmus haben oder eine andere Geschwindigkeit haben.
Miriam: Und dann nehme ich diese Sprechgeschwindigkeit auf.
Florian: Ja.
Miriam: Ja.
Florian: Zum Beispiel. Oder eben dann ganz anders.
Miriam: Ganz anders, ganz schnell. Das ist beim Zuhören und das ist wieder das Nächste, wenn mich jemand fragen würde, wie erkennt man NLP? Zuhören, zuhören, beobachten, wach sein. Es gehört auch dazu, wieder alle Sinneskanäle aufzumachen, denn das ist das, was vielen Gesprächen fehlt, dieses wirklich hingebungsvolle Lauschen, dieses wirklich hingebungsvolle jemand anderen wahrnehmen in all seinen Bewegungsabläufen, seiner Mimik. Wie sich Stimmen verändern, wie sich eine Körperhaltung, eine Atemgeschwindigkeit verändert. Und ohne das zu tun, ist auch, egal welches Training jemand irgendwann mal gemacht hat, ist es nicht wirklich wahrnehmbar.
Florian: Und ein Teil davon ist auch, wir haben ja einen guten Freund, der Schauspieler ist, ein Teil davon ist auch einfach in der Schauspielausbildung drin. Absolut. Nur mit anderen Begriffen oder leicht anderen Konzepten. Nur wenn wir, als wir das mal übereinandergelegt haben, wie kommt jemand schnell in Emotionen rein auf der Bühne, wie schaffen Schauspieler das, von einem Moment auf den anderen plötzlich in einer ganz anderen Emotion drin zu sein? Das passt schon auch zu dem, was wir dann Anker nennen im NLP. Also es ist nur eine andere Art und Weise, das Gleiche zu erklären.
Miriam: So und kann deswegen jemand NLP? Habe ich den sozusagen enttarnt? So mitten in der... Schillerschen Kabale und Liebe-Aufführung aufspringen und reinrufen in die Menge. Ich weiß genau, was du getan hast da oben auf der Bühne, das war ein Anker.
Florian: Ich schaue im Moment viel Basketball, ich habe es ja schon ein paar Mal erzählt. Manche Spieler, bevor die aufs Feld gehen, machen die immer das Gleiche, haben so ein kleines Ritual. Ist das NLP? Hat NLP einfach einen Begriff dafür gefunden, dass wir sagen können, ah, das ist das? Ist es einfach ein aufs Spielfeld Ritual? Völlig egal, wie wir es nennen. Das meinte ich mit, wir haben dann bestimmte Worte, eine bestimmte Art und Weise, über manche Sachen nachzudenken. Und das wäre eben ein Ressourcenanker, den jemand macht, bevor er aufs Spielfeld drauf geht. Weil dann läuft das Spiel irgendwie ein bisschen besser. Oder es erinnert nochmal an all die Situationen, hoher Fokus, jetzt geht es um was, was auch immer die Person sich da reingelegt hat.
Die eigentliche Frage: Wozu willst du es erkennen?
Miriam: So, bleibt eine unbeantwortbare Frage. Wir hätten ganz viele Anhaltspunkte. Vielleicht dürften einige zusammenkommen, um die Vermutung zu haben, dass jemand da wirklich gerade NLP macht. Viel mehr Menschen als gedacht können vielleicht auch NLP. Viel weniger als wir denken. Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht.
Florian: Also in Gesprächen habe ich schon manchmal das Gefühl, dass ich wahrnehme, dass ich mich zum Beispiel, ohne bewusst darüber nachzudenken und das ist vielleicht dann auch einfach diese lange Beschäftigung damit, ohne bewusst darüber nachzudenken, in bestimmten Situationen plötzlich sitzen wir gleich da oder atmen gleich, manchmal achte ich da bewusst drauf, manchmal passiert das einfach, weil wir uns gut verstehen. Ist das dann, ist das einfach, ist das halt manchmal einfach so? Und machen andere Menschen das dann bewusst oder wenn jemand sich bewegt, wenn ich mich bewege, ist das bewusst oder ist das einfach unbewusst? Ist das einfach ein guter Kontakt, den zwei Menschen haben? Möglicherweise ist das ja sozusagen gut genug und dann auch...
Miriam: Wenn du dir die Frage schon mal gestellt hast zu Hause und vielleicht ist das der Grund, warum du diese Podcast-Folge hörst, das kann ja sein, dass du dir überlegt hast, wie würde ich das denn erkennen, wenn das einer macht? Wie würde ich einen guten Wein erkennen? Ich darf irgendwie ein bisschen was darüber wissen. Wie würde ich die Qualität eines Diamanten unterscheiden können wollen? Ich darf mich vorher mit der Materie beschäftigen. Entweder gehe ich zu einem, der sich mit Diamanten auskennt und lasse mir ein bisschen was erklären oder ich lese ein Buch drüber oder ich schaue mir ein YouTube-Video an. In irgendeiner Weise dürfen Menschen sich mit einer Materie befassen, bevor sie losziehen und da Analysen betreiben. Das ist schon mal Punkt 1. Da bin ich immer noch der festen Überzeugung. Das heißt, wenn du NLP erkennen wollen würdest, ohne jemals irgendetwas über NLP gelesen, gehört, gesehen, geübt zu haben, dann halte ich das für relativ schwierig, weil NLP einfach mitten in der Sprache ist. NLP ist Sprache, das ist Kommunikation, das lebt dadurch, dass Menschen agieren, interagieren, reagieren.
Florian: Mit sich selbst und mit anderen.
Miriam: Und deswegen ist es nur detektierbar, wenn du weißt, was NLP ist und die Grundsätzlichkeit vielleicht auch selbst schon mal ausprobiert hast. Das heißt nicht, dass du jetzt gleich sofort schon eine NLP Practitioner Ausbildung dafür bräuchtest. Und klar, wer so eine Ausbildung gemacht hat, hat definitiv mehr Indizien für sich, um das vielleicht irgendwo festzustellen. Also da bleibe ich dabei. Und sicherlich ist es am Anfang, wenn du es wirklich wissen wollen würdest, nützlich so einen Podcast wie unseren dann gezielt zu hören oder dir ein Buch durchzulesen. Wir hatten die letzte Folge gehandelt von welches NLP Buch können wir empfehlen?
Florian: Und da ist NLP tatsächlich auch ein bisschen anders als manch andere Technik. Wenn ich jetzt nur als Beispiel an Familienaufstellungen denke oder so. Das ist eher was, was nicht so konversationell nebenbei passiert. Und dann ist natürlich NLP wirklich was, was einfach in jedem Gespräch möglicherweise passiert. Also beim Bäcker, beim ... im Bus, bei Abends im Café zwischen verliebten Pärchen, mit der Familie, im Beruf, überall. Also da ist NLP eben wirklich ein Schweizer Taschenmesser, das in sehr vielen Situationen auch einfach Anhaltspunkte liefert, was man tun könnte und auch Techniken und Werkzeuge zur Verfügung stellt an der Stelle. Was kann ich wirklich konkret in so einer Situation machen? Und deswegen ist es vielleicht an der einen oder anderen Stelle auch herausfordernder, das zu erkennen, ohne sich tiefer damit zu beschäftigen.
Miriam: Habt doch gesagt, es ist schwierig.
Florian: Naja, ja, vielleicht.
Miriam: Ja, Florian will sich nicht damit zufrieden geben.
Florian: Die Intention ist echt noch die Herausforderung. Wieso hat jemand diese Frage an dich herangetragen? Was war das, was hinter der Frage steht? Geht es darum zu erkennen, wenn mich jemand manipuliert, woran erkenne ich das? Vielleicht sollten wir dazu einfach mal einen Podcast machen.
Miriam: Das ist eine gute Idee, wobei wir haben schon zwei Manipulations-Podcasts. Und da gehen wir ja auch auf das Thema ein, wie das überhaupt ist mit diesem Begriff der Manipulation. Wie sehr manipulieren Menschen sich schon in dem Augenblick, wo sie sich alleine nur begegnen?
Florian: Oder wenn ein toller Speaker auf der Bühne ist, macht der bestimmte Dinge absichtlich? Wahrscheinlich schon.
Miriam: Möchte ein Comedian, der auf die Bühne geht, dass das Publikum lacht?
Florian: Ja. Wahrscheinlich. Ist sinnvoll. Vor allem, wenn wir den im Fernsehen sehen können, dann hat der wahrscheinlich schon ein paar Jahre Erfahrung mit Lachen. Lacher durch, genau.
Miriam: Und wie er sein Publikum, das vielleicht total müde vom Job kommt, dahin manipuliert, dass die nach spätestens 10 Minuten übereinander liegen und nicht mehr können und keine Luft mehr bekommen vor Lachen. Cooler Job.
Florian: Vielleicht auch eine gute Idee.
Miriam: Super. Super Idee. Und das ist, da schwenken wir jetzt ganz schön oder da holen wir aus in eine andere Richtung. Wenn jemand einfach nur fragen wollen würde, wie erkennt man NLP aus reinem, purem Interesse, super. Wenn jemand das fragen würde, weil er Angst hat, NLP nicht zu bemerken und dadurch eine Manipulation nicht zu bemerken. Dann ist es ein anderer Beweggrund und in beiden Fällen läuft es aufs Gleiche raus. Um NLP zu erkennen, genau.
Florian: Möglicherweise geht es ja auch darum herauszufinden, ist dieses Werkzeug was für mich, also könnte ich da was herausziehen für mich, wenn ich das lernen würde? Wer macht sowas denn? Wer ist denn tatsächlich da sehr gut drin? Und auch da würde die Beschäftigung damit sich erstmal lohnen.
Miriam: Das stimmt. Ich finde es gut. Für mich soll es das gewesen sein heute.
Florian: Also wir sind fertig.
Miriam: Ja.
Florian: Das ist gut. Dann hören wir uns nächste Woche wieder, am nächsten Dienstag, wenn es wieder heißt.
Miriam: Zwei Gehirne und viel Manipulation. Bis nächste Woche. Tschüss. Tschüss. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.