Kann man mit den Werkzeugen des NLP tatsächlich länger leben? Florian bringt einen Physik-Artikel mit — über Uhren, die auf dem Berg schneller ticken, und über einen Stein, der genau wie ein Kuss ein "Ereignis" ist. Miriam fragt dabei immer wieder das, was du dir vielleicht auch denkst: Was hat das jetzt mit mir zu tun? Am Ende landen die beiden bei zwei konkreten Übungen und der Idee, dass ein Leben von 102 Jahren sich anfühlen kann wie 306.
Was ist Zeit eigentlich?
Miriam: Ich kann heute Nacht nicht schlafen, wenn das so weitergeht. Ich sag ja, das wird heute ein Leckerchen. Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Florian: Letzte Woche. So ist das mit der Zeit, ne? Diese Woche, letzte Woche, wir tun immer so, als wüssten wir genau, was das ist. Und letzte Woche habe ich einen spannenden Artikel in einem Technologie-Magazin gelesen, darüber, was Zeit eigentlich ist. Und dann, wir haben in neurolinguistischen Programmieren ja auch ganz spezielle Gedanken darüber, wie wir mit Zeit umgehen und ein paar praktische Werkzeuge an der Hand. Und heute geht es darum, wie kannst du länger leben, indem du die Zeit in dir anders strukturierst.
Miriam: Am 24.11., das ist jetzt der Werbeblock, oder?
Florian: Um Gottes Willen, wir gewöhnen uns noch dran, dass wir das alles live machen.
Miriam: Am 24.11.2023 ist bei uns Black Friday. Ja, nur ein bisschen Werbung darf ich wohl machen. Wir haben mit der Werbung auch begonnen.
Florian: Apropos, das ist ja in die Zukunft. Also das ist tatsächlich ein Termin in der Zukunft. Passt also zum Thema.
Miriam: und auf unserer Webseite findest du jetzt in der Gegenwart schon alle Seminartermine für die Zukunft, das Jahr 2024, damit du deine Urlaube planen und am 24.11. deine Buchung bestenfalls schon um Mitternacht machen kannst, denn wir haben sage und schreibe wirklich alle Ausbildungen dann mit einem sehr großzügigen Rabatt versehen für genau 24 Stunden und bei den NLP-Ausbildungen jeweils nur eine ganz limitierte Anzahl von jeweils sechs Plätzen pro Seminar.
Florian: Weil der Deal ist, wir profitieren sehr davon, dass wir wissen, unsere Ausbildungen finden statt. Also die Mindestteilnehmerzahl ist erreicht und das sind die Plätze, die wir am 24.11. vergeben werden.
Miriam: Genau. Und für die anderen Seminare haben wir mehr. Da kannst du also etwas mehr Zeit lassen, nur wer den Practitioner plant, den Master oder den Coach, der ja in 2024 bei uns wieder stattfindet. Please, it's a high-speed exercise. Und damit kommen wir auch schon wieder zum Thema Zeit. Wir kommen kaum dran vorbei. Auch wenn wir sagen, beschleunige dich oder beeile dich, sind wir ja in so einer Art physikalischen, biologischen, empfindungstechnischen...
Florian: Wir tun immer so, als würden wir uns verstehen. Der Ursprung dieses Artikels und das wäre das, was ich jetzt gerne auch mal in den Chat fragen würde hier. Wir nehmen das Ganze, diesen Podcast ja auch live auf Facebook noch mit auf. Wir haben also Chat-Interaktionen an verschiedenen Stellen und mich würde mal interessieren, wie hat sich denn die Zeit, deine Zeitwahrnehmung in den letzten zwei, drei Jahren verändert? Wurde das schneller? Hast du das Gefühl, dass die Zeit verfliegt oder wurde es für dich auch vielleicht langsamer und hast das Gefühl, du hast viel mehr Zeit in den einzelnen Tagen und du nimmst viel mehr von dem wahr? Wie ist das denn im Moment bei dir?
Miriam: Oh, da bin ich jetzt gespannt, was da kommt. Wir haben das für uns auch mal gecheckt und das können wir ja gleich auflösen, wie sich Zeit in den letzten zwei, drei Jahren für uns vielleicht auch gar nicht verändert hat. Das werden wir dann sehen.
Florian: Wir haben jetzt noch so ein bisschen Delay, deswegen während ihr in den Chat schreiben dürft. Viele Leute schreiben ja diesem Covid-Thema auch zu, dass das Schuld ist an, es dauert alles ein bisschen, nee, es geht schneller.
Miriam: Es geht schneller oder es geht langsamer oder es fängt sich an, Kaugummi oder... Da kommen wir auch gleich nochmal drauf zu sprechen, denn vielleicht nehmen wir erstmal den Schwung, bevor wir dann so ein bisschen im Chat rumlesen, was ihr da so empfunden habt oder wie deine individuelle Idee ist dazu, was Zeit für eine Bedeutung hat im täglichen Leben. Und das ist eine sehr große...
Florian: Wir können auf der einen Seite eben das Gefühl haben, ja, manchmal in so romantischen Stunden, da kann die Zeit verfliegen. Da sind vier Stunden plötzlich wahnsinnig schnell.
Miriam: Weggeatmet.
Florian: Und ich erinnere mich zum Beispiel, wenn wir einkaufen gegangen sind schon für dich und ich dann im... In irgendeinem Zara oder in irgendeinem Einkaufsladen gewartet habe, während Miri ihre Kleidung ausgesucht hat.
Miriam: In rasendem Tempo.
Florian: Und wo ich das Gefühl hatte, um Gottes Willen. Und da können wir natürlich was tun. Da wird es auch heute so ein Stück weit drum gehen. Das andere... Ich habe viele Online-Termine oder auch im Arbeitskontext habe ich das Gefühl, manchmal vergeht die Zeit wie ein Kaugummi. Du hast es eben schon gesagt. Das ist Agenda Punkt 1 von 27 wurde jetzt in den ersten, es fühlt sich an wie 30 Minuten, abgehandelt. Und das können wir dann tun, um uns zu helfen.
Miriam: Ja, oder ist es überhaupt sinnvoll, da was dagegen zu tun? Ist es vielleicht einfach so? Wir können ja mal ein bisschen im Chat abgleichen, wie so der Trend ist. Sie haben ein bisschen was zu sehen, alles geht schneller, das ist wohl ein Alltagsproblem oder je älter ich werde, desto mehr rennt gefühlt die Zeit, rennt die Zeit in meiner Welt. Gefühlt schneller, steht da geschrieben. Die Zeit rennt wie bekloppt. Zeit fühlt sich gerade sehr schnell an, gefühlt schneller. Es gibt auch ein paar Teilnehmer hier in der Gruppe, die sagen, bei mir fühlt sich die Zeit durch Arbeit. Zwei Kinder, also die Gründe auch sehen oder wahrnehmen. Seit Corona lebe ich bewusster, seit dem Prack noch bewusster. Seit ich an den Wochenenden wieder mehr unternehme, habe ich gefühlt wieder mehr Wochenende, auch wenn es sich für mich trotz Achtsamkeit manchmal so anfühlt, als verginge die Zeit schneller. Also da sind ambivalente Aussagen drin, da ist ein großer Trend auf, es fliegt schneller, es rennt schneller. Also viele, viele, die jetzt geschrieben haben, haben das Gefühl, die Zeit hat sich beschleunigt. Und wir wissen, rational wissen wir, sie tut es nicht. Die Uhr tickt immer gleich schnell.
Florian: Das stimmt nicht.
Miriam: Oh, Achtung, Achtung.
Florian: Das stimmt nicht. Da sind wir allerdings schon bei der Physik. Ich weiß nicht, ob wir da jetzt schon einsteigen möchten.
Miriam: Nein, nein, nein, dann nicht.
Florian: Doch, die tun das jetzt.
Miriam: Du hast ja auch was über die Erfahrung von vielen Menschen geschrieben und die steht auch hier im Chat, nämlich, dass im Alter die Zeit plötzlich schneller zu vergehen scheint. Und ich bin wirklich mit, also du kannst gerne auf Physik der Zeit gehen.
Florian: Ich habe eine Uhr, die tickt irgendwie und die tickt wahrscheinlich... Ja, die tickt allerdings schneller, wenn du auf einen Berg kletterst.
Miriam: What? Ja. Das darfst du mir jetzt doch nochmal ein bisschen genauer aufzeigen.
Florian: Ja, es gibt ein wahnsinnig tolles Buch, On the Order of Time von Carlos Rovelli. Es gibt bestimmt auch eine deutsche Version davon. Das ist ein italienischer theoretischer Physiker und Zeit ist eben nicht unabhängig von Gravitation. Das ist das, was Einstein schon gesagt hat. Das heißt, umso näher wir an einem Gravitationsherd sind, sowas wie die Erde, umso schneller, doch umso, nein, umso langsamer tickt die Zeit. Und die Idee ist, Gravitation hat auch Auswirkungen auf Zeit.
Miriam: Das heißt, wenn ich meinen Biwak auf der Zugspitze aufschlagen würde, würde ich theoretisch weniger Zeit zu leben haben.
Florian: Würdest du... Ja. Würde deine Zeit schneller vergehen. Das ist eine der Erklärungen dafür. Dann wird es allerdings sehr philosophisch. Also es passt überhaupt nicht mehr zu unserer Lebenserfahrung. Und das, was Rovelli da erzählt, er vergleicht das damit, wie wenn wir auf der Erde stehen, fühlt es sich ja wirklich für uns auch so an. Also zumindest für mich auch so, als wäre die Erde einfach flach. Allerdings können wir auch die Perspektive einnehmen, dass wir sagen, wir wohnen auf einer runden Erde. Das ist zumindest das, woran ich glaube. Wenn wir nach oben in den Himmel schauen, dann sieht es so aus, als würde die Sonne an unserem Himmel vorbeiziehen. Passiert allerdings nicht, sondern wir drehen uns um die Sonne und drehen uns auf unserer eigenen Achse nochmal und dadurch entsteht dieses Bild, dass die Sonne an unserem Himmel vorbeizieht. Also es ist ein Stück weit die Frage der Perspektive, die wir einnehmen. Und bei der Zeit, und das sind natürlich unglaublich kleine Momente, die das sind. Also wenn wir eine Uhr auf den Tisch stellen und eine Uhr auf den Boden stellen, dass die unterschiedlich Zeit wahrnehmen, das ist für normale Instrumente nicht messbar. Nur es ist tatsächlich so, weil die Uhr, die auf dem Tisch steht, ein Stückchen weiter weg ist von der Gravitationsquelle Erde.
Miriam: Ich kann heute Nacht nicht schlafen, wenn das so weitergeht. Ich sage ja, das wird heute ein Leckerchen.
Florian: Jetzt noch besser. Es gibt kein Jetzt. Es gibt kein universelles Jetzt.
Miriam: Ich glaube, ich habe eben gerade keine Lust mehr auf dieses Live. Du nimmst mir alles, was ich habe.
Florian: Wir tun ja immer so, als hätten wir ein gemeinsames Jetzt. Und wir Menschen tun damit auch noch so, dass wir unterschiedliche Zeitzonen haben und sagen dann sowas. Ja, hier, diese Woche am Mittwochabend habe ich ein Training London Time. Und London Time ist eine Stunde anders, nur das ist doch zur gleichen Zeit, oder nicht? Ja. Nur, wenn wir zum Beispiel jetzt die Sonne anschauen, dann sind es ja Lichtstrahlen, die bei uns ankommen, die acht Minuten schon weg sind.
Miriam: Florian, komm zum Punkt. Was hat das jetzt mit mir zu tun?
Florian: Das Zeit ist nicht so ein einfaches Phänomen, wie wir manchmal umgangssprachlich damit tun.
Der Stein als Ereignis
Miriam: Gut, ich habe verstanden, Zeit ist kompliziert. Nur, was hat das jetzt mit mir zu tun? Ich merke heute, dass Zeit kompliziert ist. Ich weiß nicht, wie oft ich heute gepostet habe, wann dieses Live stattfindet. Ich hatte zum einen einen Disput mit der Zeit und zum anderen hatte ich einen Disput mit mir selber. Und jetzt machst du auch noch sowas.
Florian: Für alle, die den Anfang unseres Lives nicht mitbekommen haben, sondern das Ganze jetzt als Podcast hören. Kurz bevor dieses Live losging, ist mir aufgefallen, dass mein Auto so nicht mehr nach Bonn fährt mit mir. Dann hat sich plötzlich die Planung, die wir in die Zukunft reingelegt haben, total verändert.
Miriam: Miri, lass uns ins Bergwerk ziehen, da gibt es uns 10 Sekunden. 10 Sekunden können manchmal die Welt verändern. Ja, das stimmt. Ja, ihr seid alle wahnsinnig humorvoll, das ist gut für dieses Thema, weil es wird noch doller. Also nicht, dass ihr denkt, das ist schon der Weisheit letzter Schluss, wir haben gerade erst angefangen.
Florian: Das nächste, was wahnsinnig... Was einfach den Rahmen auch sprengen darf von dem, wie denkst du über Zeit überhaupt nach und wie nimmst du Zeit wahr. Wir würden ja sagen, so ein Kuss, das ist ein Ereignis. In diesem Fall ein besonderes Ereignis. Ein großartiges Ereignis.
Miriam: Ein wunderbares Ereignis. Nochmal.
Florian: Hab ich verdient, danke. Das entspannt gleich, ja? Entspann dich durch Küssen. Mit einem bestimmten Blick auf die Zeit ist auch ein Stein ein Ereignis. Es dauert nur sehr viel länger. Auch die Erde ist ein Ereignis. Es ist halt ein Ereignis, das irgendwie Milliarden von Jahren dauert.
Miriam: Das fand ich vorhin schön. Den Teil hat Florian mir schon kredenzt, bevor wir hier jetzt diesen Podcast aufnehmen. Und da hast du mir gesagt, wir Menschen würden ja einen Unterschied machen zwischen einem Kuss und einem Stein, der irgendwo...
Florian: Ein Ereignis und ein Objekt, genau.
Miriam: Wir würden behaupten, das eine ist ein Ereignis und das andere ist ein Objekt. In der Physik ist beides ein Objekt oder ein Ereignis. Also die Physik oder beides ein Ereignis. Was jetzt an einem Stein das Ereignis ist, habe ich noch nicht verstanden. Nur meistens kommt, wenn Florian doziert bei mir die Erkenntnis auch ein Jahr später und dann ist es Wahnsinn, dann ist es mindblowing. Dann sitze ich auf einmal, stehe ich morgens auf und mein erster Gedanke ist, jetzt weiß ich, warum ein Stein ein Ereignis ist.
Florian: Ein Stein ist halt auch eine bestimmte Zeit lang da. Und danach sind die Atome ja auch noch da. Und davor sind sie auch schon da, nur anders.
Miriam: Und das ist das gleiche wie bei einem Kuss.
Florian: Und dann ist Steinereignis für 4 Milliarden Jahre. Und dann ist der Stein auch nicht mehr.
Miriam: Okay. Was hat das mit mir zu tun?
Florian: Es ist nicht schön, wenn wir neugierig die Dinge um uns herum entdecken. Wie sich die Perspektive auf alles ändern kann. Plötzlich so durch Neugier und Begeisterung.
Miriam: Ihr erlebt hier gerade einen glücklichen Florian. Und ein paar von euch bekommen jetzt die Ahnung.
Florian: Was die Miriam mal so durchmacht jeden Tag.
Miriam: Ich würde es nicht als durchmachen bezeichnen. Und warum ich manchmal so ein bisschen scherzhaft sage, bei mir bekommt ihr das Entertainment und bei Florian bekommt ihr das Wissen und die Schlauizität. Weil was in diesem Kopf passiert, ist verrückt. Und ich nehme das als Geschenk an. Weiter geht's. So, wir haben jetzt festgestellt, Zeit ist etwas wahnsinnig Komplexes unter Umständen, dass wir Menschen nur sehr eindimensional betrachten in vielen Bereichen, was allerdings auch hilft, um unser Leben zu gestalten.
Die Timeline: Wo liegt deine Zukunft im Raum?
Florian: Genau. Und im Modell von NLP, also dem neurolinguistischen Programmieren, hat sich Richard Bandler und John Grinder und Ted James und Wildwood Small, die haben sich in den 80ern Gedanken darüber gemacht... Das mit der Zeit, wie machen wir uns das eigentlich innen drin? Habt ihr darüber schon mal nachgedacht? Also wie funktioniert das in dir, dass du weißt, dass wenn du an deinen nächsten Geburtstag denkst, dass das irgendwas anderes ist als der Geburtstag, den du vielleicht gerade hattest oder der dieses Jahr stattfindet, versus wenn du an einen Geburtstag in einem der vergangenen Jahre denkst. Also irgendwie können wir das im Kopf ja auseinanderhalten. Wie machen wir das denn, ist die Frage ans Publikum.
Miriam: Willst du das jetzt wirklich vom Publikum beantwortet haben?
Florian: Ich weiß nicht, vielleicht hat ja jemand von euch schon mal drüber nachgedacht. Weil das ist so die Zeitlinien, Timelines im Englischen, die wir im NLP benutzen, um darüber nachzudenken, als Modell für wie könnte das funktionieren. Als ich das damals das erste Mal gemacht habe, ging es mir auch so, dass ich mir so dachte, was ist das denn für eine seltsame Frage?
Miriam: Ich weiß es einfach.
Florian: Du weißt es einfach.
Miriam: Ja, das wäre damals meine Antwort gewesen, wenn mich jemand gefragt hätte, wie machst du es dir klar, dass letztes Jahr an dem Geburtstag irgendwas passiert ist, was du fürs nächste Jahr nicht mehr haben möchtest oder was du fürs nächste Jahr planen willst. Wie machst du das in dir? Welche Strukturen hat das? Und meine klassische Antwort wäre damals gewesen, weiß ich einfach. Nur weil ich nie wirklich nachgeforscht habe, wie das mein Gehirn tut, dass ich das kann, dass ich mich erinnern kann an einen spezifischen Punkt in der letzten Zeit plus daraus einen Plan machen kann für meine Zukunft. Und unser Gehirn kriegt das irgendwie gebacken. Und ich finde, möchtest du das mit der Zeitlinie erklären?
Florian: Also wir gehen davon aus, dass die Erinnerungen oder die Bilder, die du in dir drin machst, also wenn du dir vorstellst, und ich weiß, es gibt Menschen, bei denen die Bilder vielleicht nicht so klar sind wie bei anderen, nur wenn du dir vorstellst, wie dein Geburtstag in 2024 aussieht, also wenn du dir einfach vorstellst, wo du da bist und mal überlegst, was hättest du da gerne, welche Menschen sind um dich herum oder vielleicht wenn keine Menschen um dich herum sind, wie verbringst du diesen Tag, was ist das, was du da tust, dann sind da in der Vorstellung drin, ist mit eingeschlossen die Zeit. Und eine der NLP-Annahmen ist, dass das viel was mit Ort zu tun hat. Also dass wir uns, dass ich das, vielleicht für diesen Podcast hier die kleine Variante, dass sich Ereignisse, die weiter in der Vergangenheit oder weiter in der Zukunft liegen, dass die sich tatsächlich, so wie ich es eben gesagt habe, auch weiter vom aktuellen Mittelpunkt des Seins weg sind. Also dass das vom körperphysischen Stückchen weiter weg ist. Das ist das, was häufig Menschen erleben.
Miriam: Könntest du es bestimmen, wenn ich dich jetzt fragen würde, wenn du an deinen Geburtstag nächstes Jahr denkst und ich würde dich fragen, in Metern, wie weit ungefähr wäre diese Vorstellung von dir weg? Könntest du das beantworten? Ich könnte es. Wenn ich mir diese Frage stelle, wie weit ist die Vorstellung meines Geburtstages von mir weg, kann ich dir tatsächlich eine Mengenangabe machen. Das ist total spannend. Mein Gehirn macht das dann einfach. Wenn ich die Aufforderung in mein System spiele, tu das jetzt, wie weit ist dieser Geburtstag entfernt, kann ich dir jetzt sagen, ich sehe den ziemlich weit weg. Also der ist so... Also ziemlich weit, für den einen mag es weit sein oder nicht. Ich vermute, das sind so 50 Meter von hier. Also für mich relativ weit, wenn ich andere Geschehnisse, die in der Zukunft liegen, dagegen halte.
Florian: Katja hat geschrieben, 120 Kilometer. Cool.
Miriam: Ja, genau. Also unser Gehirn macht so Spagatschen mit. Nicht in jedem Fall. Und je nachdem, wie sehr du es mal für dich ausprobieren möchtest, nur das geht. Genauso bestimmt dein Gehirn seltsamerweise, und bitte, das ist überhaupt nicht neurologisch jetzt erklärbar oder so, nur dein Gehirn bestimmt von sich aus intuitiv Richtungen im Raum, in denen du deine Zukunft einsortierst und deine Vergangenheit. Und deswegen ist jetzt die Frage an euch, oder das Experiment, das ihr jetzt mal zu Hause einfach für euch macht, nicht im Chat, alles gut, nur für dich mal. Heb mal, oder mach mal mit einer deiner beiden Hände, zeig mal in die Zukunft. Deute mal in die Zukunft mit einer deiner beiden Hände. Und ich kann das sofort machen. Florian eben auch. Florian hat nach da und ich nach da gedrückt. Und ihr seht, es ist nicht mal gleich. Also es ist super spannend. Und deswegen, das für dich mal klar zu haben, ist cool, weil das erklärt dir etwas über, wie gehst du mit Zeit um. Und es ist spannend und wir warten jetzt mal ab.
Florian: Silke hat geschrieben, das ist schwierig. Wir machen das in unseren Ausbildungen zum NLP immer noch einen Ticken... Mit ein Ticken mehr Anlauf, ein bisschen mehr auch drumherum, wodurch das auch eine Stufe einfacher wird. Das, was viele Leute nachvollziehen können und deswegen wollten wir es hier in den Podcast auch mal reinziehen, ist, dass es irgendwie, dass sich zum Beispiel morgen sehr viel nahe anfühlt für viele Menschen als Weihnachten, obwohl Weihnachten ist vielleicht ein besonderes Ereignis, dass sich morgen sehr viel nahe anfühlt als der 2. Oktober 2024. Ja. Also dass das irgendwie... Und dann kommen dann Purzeln und Miris neues Buch kam jetzt raus, das Sprachzauberbuch. Wir achten also auf Sprache, dass sich der 2. Oktober 2024 sehr viel weiter weg anfühlt. Dass der noch in der Ferne ist, dass ich noch gar nicht genau sehen kann, was da passieren wird.
Miriam: Mhm.
Florian: Solche Worte wählen dann viele Leute und dann gehen wir im NLP eben mit der Lupe auf diese Sprache drauf und sagen, ah, da scheint irgendwie so eine räumliche Komponente drin zu sein. Also das ist wirklich von unserem Kern, da wo das hier heute und jetzt ist, irgendwie weiter entfernt ist. Und das ist das, was Ted James, Wyatt Woodsmore, Richard Bandler, John Grinder im NLP in den 80er Jahren erforscht haben und eben versucht haben auch rauszubekommen, wie können wir das beeinflussen? Und es ist nicht nur beim Versuch geblieben, sondern wir können bestimmte Dinge tun, die unsere Zeitwahrnehmung beeinflusst. Wir waren bisher auf dieser großen, ja fast schon auf deiner persönlichen Lebenslinie unterwegs, können wir fast sagen, mit diesem Wo ist die Vergangenheit und wo ist die Zukunft für dich und wo fühlt sich das vielleicht richtig an? Es gibt noch einen anderen Aspekt, nämlich dieses, dass manchmal die Zeit verfliegt, in romantischen Stunden, und manchmal die Zeit sehr langsam vergeht.
Miriam: im Wartezimmer beim Arzt zum Beispiel. Ich erinnere mich auch tatsächlich an Ballettstunden. Also ich hatte eine Zeit lang eine fantastische Ballettlehrerin und ich hatte eine Zeit lang einen Ballettlehrer, der die Stunden, ich sage es jetzt mal liebevoll, nicht so kreativ gestaltet hat. Die Stunden erschienen mir damals sehr eintönig, sehr gleich und ich habe da als Kind ein bisschen vor mich hin gelitten. Und ich weiß, dass ich in einer Ballettstunde hundertmal zu Uhr geguckt habe, die an der Wand stehen. Manchmal wurde das auch bemerkt und dann gab es einen auf dem Deckel dafür. Also es war nicht erlaubt, zur Uhr zu gucken. Ich habe es trotzdem gemacht und ich hatte das Gefühl, in diesen Ballettstunden bin ich irgendwie tief in so einer Bergmine. Also da schien dieser Sekundenzeiger wirklich langsamer zu laufen als... zu anderen Begebenheiten in meiner Arbeit. Das wollte einfach nicht rumgehen. Und dieses Gefühl für wie schnell oder wie langsam vergeht Zeit gerade, kann uns ja sehr täuschen, uns Menschen. Das ist eben, in romantischen Stunden schauen Menschen ja dann gerne auch mal zwischendurch auf die Uhr und denken, ach du Scheiße.
Florian: Nur noch zwei Stunden schlafen bis zum Aufstehen am nächsten Tag.
Miriam: Falls du dich an solche Nächte erinnern möchtest. Und das ist auch normal. Also Zeit ist nicht nur etwas, was wir über Uhren messen, sondern wir haben auch so eine Art qualitatives Zeitempfinden, das sehr stark mit dafür verantwortlich ist, wie genau wir bestimmen können, wo wir gerade in der Zeit sind oder wie uns die Zeit auch entgleiten kann. Also wie es auf einmal nicht mehr über das Gefühl... Einzufangen ist. Menschen sind dann unpünktlicher, als sie sich das vorgestellt haben. Und auch das ist spannend, dass uns unser Gehirn da so austricksen kann. Und scheinbar hat es eben auch was damit zu tun, wie wir Zeit in uns repräsentieren, wie wir damit arbeiten, wie dein Gehirn aufgestellt ist und ist völlig unterschiedlich zu meinem und zu Florians. Und das eben auch abzugleichen, auch in einer Beziehung, in einer Partnerschaft mit Kollegen, mit Mitarbeitern. Total spannend, da mal einzusteigen. die Gestaltung eines Workshops. Wie viel Themen bekommen wir in 45 Minuten?
Florian: Ich habe letzte Woche einen riesigen Workshop gegeben. Wir hatten 50, 60 Leute vor Ort und nochmal 30 über Videokonferenz dazu geschaltet und für mich ist dieser Morgen echt verflogen. Ich war danach, das ging von 9 bis 14 Uhr ungefähr, und ich war danach platt. Ich konnte danach einfach ins Bett gehen, weil da so viel in dieser Zeit passiert ist. Nur es war wirklich auch, also ich war vollständig dabei. Und dann, wenn ich so drüber nachdenke, das letzte Mal im Wartezimmer bei irgendeinem Arzt. Ganz anders. NLP ist jetzt irgendwie was, worüber wir nicht nur reden, sondern was wir tun. Und was können wir denn jetzt damit tun?
Länger leben durch Erlebnisdichte
Miriam: Mit dem ganzen Wissen über uns selbst und wie wir mit Zeit hantieren?
Florian: Ja.
Miriam: Ja, das ist ja die spannende Frage, die wir heute stellen. Es geht ja noch ein Stück weiter, nämlich was hat das jetzt mit deiner Lebenszeit zu tun und mit der Verlängerung deiner Lebenszeit?
Florian: Und die Annahme ist, dass wenn du mehr Momente zwischendurch wahrnimmst, also wenn die einzelnen Momente sich länger anfühlen oder du sowas wie romantische Stunden einfach auch länger wahrnehmen kannst, dass dann dein ganzes Leben irgendwie länger wird. Und viele Leute, die NLP angefangen haben, machen diese Erfahrung auch, dass sich mit der Zeitwahrnehmung irgendwie was ändert. Dadurch, du nimmst plötzlich mehr wahr, was am Tag alles Besonderes passiert, machst mehr Unterschiede und dadurch... Es ist auch so, dass die Tage sich so viel länger anfühlen, also dass so viel Platz in den Tagen ist für ganz unterschiedliche, ganz viele verschiedene Sachen. Manche von denen hat man sich vielleicht nicht ausgesucht, so wie ich heute bei der Autowerkstatt war, nur es ist irgendwie was Besonderes an diesem Tag passiert und der Tag war irgendwie ganz schön lang.
Miriam: Dadurch auch.
Florian: Dadurch, ja.
Miriam: Ich habe noch andere Gedanken dazu gedacht, als wir mit diesem Thema angefangen haben zu spielen oder als Florian auch mich geonboardet hat in seine neuesten philosophischen und physikalischen Gedanken zum Thema Zeit. Und dass ich, seit ich meine NLP-Ausbildung gemacht habe, meine Sinne geschärft habe, mehr Steine am Wegesrand sehe, mehr Interaktion zwischen Menschen wahrnehme, mehr Grammatik sehe in dem, was Menschen mir sagen, erzählen, schreiben, mehr Subtext mitbekomme, mehr Information am Tag in mein Gehirn kommt, sehr häufig abends, wenn wir essen oder dann noch gemütlich auf dem Sofa sitzen, zu Florian sage, Ich habe heute das Gefühl, ich habe drei Tage erlebt und nicht einen. Die Erlebnisdichte hat für drei Tage gereicht. Wenn ich also jetzt ein Jahr nehme und gehe davon aus, dass ich im Durchschnitt pro Tag jetzt im Vergleich zu früher drei Tage pro Tag erlebe, von der Erlebnisdichte her, dann hätte ich ja schon nicht in einem Jahr wie andere Leute 365 Tage erlebt, sondern mal 3000 irgendwas. Also sagen wir mal roundabout 1000 Tage erlebt. Egal. Tausend Tage erlebt im Vergleich zu früher eben 365. Und das verlängert Leben schon. Und das hat nichts damit zu tun, ob es da draußen ein Maß gibt oder ob jetzt einige von euch wahrscheinlich um die Ecke kommen und sagen, ja gut, was du dir in deinem Kopf vorstellst oder was du in deinem Gefühlskastell dir zusammenbastelst, hat nicht damit zu tun, dass wir alle 365 Tage im Jahr 24 Stunden haben. Da kannst auch du nichts dagegen machen. Das ist Physik. Und ganz so einfach ist es eben offensichtlich nicht. Denn wenn wir davon ausgehen, dass unser erfülltes Leben, also ein Leben, bei dem wir vielleicht ganz am Ende, also wenn wir jetzt in diesem Zeitgefühl mal ganz an den Horizont rutschen und wir hätten die Chance, uns entspannend auf einen Schaukelstuhl am See zu setzen und zu reflektieren über unser Leben und könnten eben sowas sagen wie, ich habe nicht 102 Jahre Leben gelebt, sondern ich habe in Wahrheit... Was sind das dann mal 1000?
Florian: 300, also da hast du ja Jahre.
Miriam: Also in Wahrheit habe ich 306 Jahre gelebt und ich habe gar nicht meinen 102. Geburtstag gefeiert, sondern meinen 306. So viele Erlebnisse hatte ich in diesem Leben. Vielleicht kann das sogar die Zufriedenheit oder die Einfachheit des Abschieds, dann die Fülle aus der wir gehen, ganz arg steigern.
Zwei Übungen: Routine zerlegen und Unterschiede sammeln
Florian: So und da gibt es jetzt zwei Übungen. Die eine ist für so Routinearbeiten, also wenn du es wirklich hast, Bildschirmarbeitszeit ist zum Beispiel einer der Gründe auch, weshalb, das ist einer der Gründe, der angenommen wird, weshalb Menschen im Moment das so als schnell wahrnehmen, dass wir so viel Zeit vor einem Bildschirm verbringen und die so gleichförmig ist, also die schwer voneinander zu unterscheiden ist. Für solche Routine-Momente, also diese Sachen, wenn du tatsächlich in der Arbeit viel hast, was du am Computer machst oder wenn du viele gleichförmige Dinge tust in der Arbeit oder in deinem Alltag und sagst, ich würde gerne mehr Zeit hier jetzt für mich psychologisch einfach in mir drin wahrnehmen. Dann ist eine Aufgabe, such dir mal so eine Aktivität, die du regelmäßig durchführst. Irgendwie Kaffee kochen, Zähne putzen wären die Beispiele, die ja allerdings auch relativ schnell vorbei sind. Bei mir wäre es zum Beispiel auch sowas wie Meetings.
Miriam: Ah, okay.
Florian: Also weil ich jetzt ziemlich viele Videokonferenzen habe über den Tag hinweg. Und theoretisch könnten die sehr gleich sein. Und dann... Habt ihr sowas? Also jetzt in den Chat gefragt? Zähneputzen? Kaffee kochen?
Miriam: oder was du so halt irgendwie, was du regelmäßig tust und was sich sehr eintönig anfühlt bisher. Also es darf jetzt, weil es gibt ja auch Dinge, die du vielleicht regelmäßig tust, wo du dich immer wieder begeisterst für. Nur wir gehen ja davon aus, dass es eben, und das haben wir glaube ich jetzt nicht ausreichend besprochen, deswegen war mir der Schritt jetzt glaube ich zu groß dahin, dass eben dieses Zeitgefühl sich auch vom Dopamingehalt im Blut mit abbildet.
Florian: Rechnungen buchen. Siehst du sowas?
Miriam: Ja, super, genau.
Florian: Ich glaube, weshalb ich eben vom Kaffeekochen und dem Zähneputzen auf was Größeres gekommen bin, weil manchmal gibt es ja auch längere Sachen. Also Rechnungen buchen wird wahrscheinlich länger dauern als Zähneputzen.
Miriam: Wer weiß das schon.
Florian: Vielleicht auch nicht. Putzen wäre auch sowas. Die Fahrt zur Arbeit. Und der nächste Schritt ist, wenn du sowas hast, dass du sagst, das gibt irgendwie was, was du regelmäßig in dieser Art durchführst, dann diese Aufgabe mal zerlegen in Einzelteile, also schon mal wahrnehmen und das ist der erste Schritt dazu. Wir haben das jetzt als so große Einheit bezeichnet, also sowas wie Putzen oder die Fahrt zur Arbeit, das Pendeln und vielleicht stecken da ja 20 oder 45 Minuten dahinter. Auch das Zähneputzen, wenn es 2 Minuten 30 dauert, wir geben dem so einen großen Begriff und dann kapseln wir die Zeit da drunter und sagen, naja, das ist halt das Zähneputzen. Und jetzt wollen wir mal reinzoomen und mal rausfinden, wenn du es in kleine Einzelschritte zerlegen würdest, was passiert denn da genau? Beim Pendeln könnte es zum Beispiel sein, dass da bestimmte Abschnitte sind auf der, bevor du überhaupt losfährst, gibt es bestimmte Abschnitte und dann auf der Fahrt bestimmte Abschnitte, die du entlangfährst.
Miriam: Ich finde Zähneputzen jetzt einfacher.
Florian: Ach, dann nehmen wir jetzt Zähneputzen. Beim Zähneputzen gibt es wahrscheinlich sowas wie am Anfang die Zahnbürste mit, also irgendwie darf die Zahnpasta auf die Zahnbürste drauf. Zumindest mache ich das so. Wie lustig wäre das?
Miriam: Du darfst eine Zahnbürste haben.
Florian: Du darfst eine Zahnbürste auch haben, ja. Wie lustig wäre das, wenn sich jemand die Zahnpasta direkt in den Mund spritzt?
Miriam: Vielleicht gibt es das auch, ich habe keine Ahnung. Also wenn ich meinen Zähneputzen...
Florian: Zerlege.
Miriam: Zerlege ist es auf jeden Fall ein, ich nehme die Zahnpastatube in die Hand, schraube die auf, nehme meine Zahnbürste, mache die Zahncreme da drauf, kontrolliere das nochmal visuell. Das ist die richtige Menge an Zahncreme. Ja?
Florian: Ja.
Miriam: und die richtige Zahncreme. Es gibt unterschiedliche Zahncremes bei uns im Haus. Und die richtige Zahncreme in der richtigen Menge, dann mache ich die Zahncreme direkt wieder zu und stelle sie zurück, bevor ich anfange, meine Zähne zu putzen.
Florian: Putzt du Quadranten?
Miriam: Ich putze nicht Quadranten, ich putze ziemlich chaotisch, ja.
Florian: Also das als Beispiel für die Zerlegung. So, und jetzt, der nächste Schritt in der Überlegung wäre, wenn du dir diese Zerlegung gemacht hast, dann mal zu überlegen, welche von den Teilen möchtest du denn, so wie so romantische Stunden, wie im Flug vergehen? Und welche davon möchtest du vielleicht bewusster wahrnehmen? Also wo möchtest du bewusst etwas genauer hinspüren und das mal für dich wirklich rausfinden? Beim Zähneputzen könnte das zum Beispiel sein, dass du dir mal einen Zahn aussuchst an dem Morgen und sagst, bei dem spüre ich mal wirklich genau hin, wie fühlt sich das denn an? Weil oftmals sind wir ja mit den Gedanken ganz woanders oder tun irgendwie noch parallel was, machen irgendwie noch was anderes und dich mal bewusst dafür zu entscheiden, dass du die Zeit anders wahrnehmen kannst. Also dass du mal wahrnehmen kannst, wie fühlt sich das denn an, die Zahnbürste an diesen Zahn anzusetzen und zu spüren, wie der bei Schaltzahnbürsten ja so ein bisschen vibriert oder bei manuellen Zahnbürsten eben geschrubbt wird. Ja, schrubben ist wahrscheinlich das richtige Wort. Wo kommt deine Zahnbürste in Kontakt? Mit dem Zahnfleisch? Wie fühlt sich das an? Wie viel Druck übst du gerade in welchem Moment aus? Das würde ja sogar so weit gehen, wenn wir jetzt ganz bewusst wahrnehmen würden in dem Moment, würdest du ja, und auf dem Video ist es vielleicht zu sehen, dass ich meine Hand schon so halte, um auch rauszufinden, was passiert da. Welche Muskeln spannst du denn im Arm oder in der Hand an? Wie locker oder fest hältst du deine Zahnbürste? Wie ist das denn mit der Schulter? Aus der kommt ja auch die Kraft. Und dann der Kiefer hält ja den Mund zu dem Zeitpunkt auch offen. Also da sind viele Wahrnehmungen dabei, die wir wahrnehmen könnten und oft nicht wahrnehmen. Und mal ganz bewusst zu sagen, ich möchte diese Routinetätigkeit mal zerlegen und sagen, das ist was, was ich schnell wahrnehmen möchte und das ist was, was ich langsam wahrnehmen möchte. und dann diese Achtsamkeit auch zu üben an den Stellen, wo du es langsamer wahrnehmen möchtest.
Miriam: Das sind jetzt schon Goldnuggets, ihr Lieben. Also das ist etwas, was ich jetzt vielleicht für den einen oder anderen, der diesen Podcast hört oder auch sieht, erstmal so... Was soll das? Zähneputzen oder Rechnung schreiben oder was auch immer.
Florian: Ja, deswegen war ich vorhin bei den Meetings.
Miriam: Ja, nur es ist egal am Ende des Tages. Am Ende des Tages ist es egal, weil das eben auch schon wieder ein Zeichen dafür wäre, wie du über deine Zeit nachdenkst im Moment. Also, dass so vieles einfach egal ist. Und Menschen, die diese Dichte erleben, die diese Fülle erleben, bei denen ist es offensichtlich anders. Die machen solche Übungen. Also die nehmen sich die Zeit, das wieder zu üben, dass wir mehr Informationen in den Situationen mitbekommen. Damit schulen wir nicht nur, dass wir plötzlich diesen einen Zahn und alle Muskeln spüren beim Zähneputzen, sondern wir bringen unser Gehirn wieder dazu, mehr von dem da draußen, mehr von der Welt, die uns umgibt, mehr von den Ereignissen, die wir jeden Tag um uns herum versammeln, bewusster wahrzunehmen und die Zeit, die wir haben in diesem Leben, mit der achtsamer umzugehen. Nebenbei, Side-Effekt ist... Dass du wahrscheinlich auch mehr mitbekommst von dem, was da draußen um dich herum passiert. Und nicht in so Situationen reinratterst, wo du dir danach dann überlegst, wie konnte das denn jetzt passieren oder was war denn, was denn da ist schiefgelaufen. Sondern dass du das wahrscheinlich sehr genau wie in Zeitlupe abspulen lassen kannst, um deine Schlüsse zu ziehen aus, ah ok, da kann ich was verändern, damit es in Zukunft besser wird.
Florian: Da ist auch noch ein anderer Aspekt drin, nämlich der, dass du es überhaupt in die Hand nehmen kannst. Dieses, wie schnell nimmst du irgendwas wahr oder wie langsam nimmst du irgendwas wahr? Wie begeistert bist du denn für irgendeinen dieser Momente? Und da kommen wir dann zu dem, was Miri gerade gesagt hat. Das wäre Übung 2 oder Übung 1a oder sowas. Das ist die Alternative dazu. Eine der... Theorien, warum die Zeit für viele Menschen im Alter schneller vergeht als in der Jugend noch, ist, dass der Dopaminspiegel bei vielen Leuten über die Zeit hinweg sinkt. Also im Alter der Dopaminspiegel niedriger ist als in der Jugend noch. Dopamin hat jetzt ganz vereinfacht gesagt auch was damit zu tun, wie begeistert bist du denn? Oder wie viel Neues nimmst du wahr? Wie überrascht bist du über das, was da passiert? Oder wie abgebrüht, abgeklärt, wie normal erscheinen dir schon Dinge?
Miriam: Manche würden das positiv framen und sowas behaupten wie erfahren. Ich habe schon so viel erlebt, mich haut nichts mehr von den Socken. Ja, schade. Weil genau das ist der Skill, den wir haben wollen würden. Und zwar bis ins hohe Alter. Das hält uns nicht nur wahnsinnig frisch und jung, sondern das ist dieser Entdeckergeist, dieser Pioniergeist. Und wir finden, das ist keine biologische Ursache. Wir können einen sehr hohen Dopaminspiegel haben, bis wir 100, 100, 5, 110 Jahre alt sind. Der Körper kann es. Es gibt halt Trigger und Impulse, die wir sozusagen einfach nicht mehr einsammeln, weil wir sie als so selbstverständliche nehmen, dass wir die an uns vorbeirauschen lassen. Und das ist die Stelle für Begeisterung. Und da... Jetzt kommst du wieder. Begeister mich sonst zu schnell, zu sehr? Ja, super!
Dopamin, Begeisterung und das Journal der Unterschiede
Florian: Florian macht jetzt eine sinnvolle Übung draus. Also bei Miri ist das wirklich, aus jeder Pore tropft die Begeisterung. Das ist Dopamin. Das ist dieses Dreifach.
Miriam: Eine Dopamin-Fabrik, ihr Lieben.
Florian: In jedem Moment wahrzunehmen, was da brillantes, tolles um dich rum ist. Dieser Schritt ist wahrscheinlich für den Anfang zu groß für viele. Wirklich zu sagen, wow, ich begeistere mich jetzt plötzlich für mein Pendeln oder fürs Zähneputzen. Was können wir trotzdem tun, um mehr Unterschiede dazu wahrzunehmen? Wir können unserem Gehirn beibringen, dass es uns, also ganz konkret, dass es dir wichtig ist. Neues im Leben wahrzunehmen, also auf die Unterschiede, auf die Besonderheiten eines jeden Tages zu trainieren. Und das ist genauso wie das Dankbarkeitstraining eine ganz einfache Übung, dass du dir abends, wenn du Richtung Bett unterwegs bist, einfach mal überlegst, was war denn das Neue, das Besondere, das Unterschiedliche am heutigen Tag im Vergleich zu den anderen Tagen. Also mal wahrzunehmen, was war heute anders. Weil klar, wenn der innere Dialog von dir ist, wenn du dir abends sagst, ja heute war so ein Tag wie gestern und vorgestern auch. Kein Wunder, dass die Zeit verfliegt, weil es ist ja alles nur noch ein interner Zeitmatsch. Deswegen, und da ist die Aufgabe drin.
Miriam: Das ist so eine schöne Aufgabe.
Florian: Nimm wahr, was sind die Unterschiede heute? Was ist besonders?
Miriam: Es geht um das andere. Es geht um das Besondere. Es geht nicht darum, den Tag zu überdenken im Sinne von, heute Morgen habe ich die Zähne geputzt, wie immer. Sondern wenn ich jetzt einen Bürotag nehme, an dem Florian kein Problem mit dem Pkw hat, weil das sticht ja eh so raus. Das sticht heute heraus.
Florian: Podcast ist besonders, Auto ist besonders. Also jetzt, wir sind NLP Master Trainer und trotzdem sind wir auch irgendwie Menschen. Und ich saß vorhin in dem Auto und bin damit einkaufen gefahren und es hat wirklich gequietscht ohne Ende. Anscheinend klemmt ein Bremssattel. Und ich habe kurz innerlich gedacht, oh nee, wenn ich jetzt zur Automeisterei fahre. Bestimmt haben die keine Zeit, auch das dauert bestimmt bis Mittwoch, bis die sich das überhaupt anschauen. Vielleicht schicken die mich einfach wieder weg, weil 16.30, wer weiß, ob da überhaupt noch jemand arbeitet. Und die waren wirklich zauberhaft, ganz wunderbar. Das war so, der Meister hat mich auf dem Hof fahren hören, und kam schon mir entgegen und meinte, na? Stimmt was nicht. Die kümmern sich jetzt fantastisch drum. Und das ist das, was ich heute als Besonderes wahrnehme. Ich habe festgestellt, ich hatte da einen Glaubenssatz zu, wie busy sind die, wie beschäftigt sind die und wie viel Zeit nehmen die sich und die haben sich tatsächlich viel Zeit genommen. Voll schön.
Miriam: Wenn ich jetzt einen relativ normalen Bürotag nehme, gibt es trotzdem an jedem Tag Sachen, die an anderen Tagen nicht passieren. Zum Beispiel dass unser Werkstudent Robert Suppe mitbringt, die seine Mutter gekocht hat am Abend vorher. Und seine Mutter kann richtig gut kochen. Das macht er nicht jeden Tag. Das macht er ganz selten, also bis jetzt erst zweimal. Das heißt, das war heute besonders. Das war anders, als wir es normalerweise erleben im Büro. oder dass ein Videoclip für den Miri-YouTube-Kanal fertig wurde. Und heute waren alle da. Also heute waren wir fast mit der kompletten Mitarbeiterschaft da. Und alle haben sich zusammen mit mir das Video angeguckt, also den Anfang vom Video. Und ich habe eine Meinung bekommen von ganz vielen Menschen dazu, was mir irrsinnig geholfen hat. Habe ich sonst nicht. Das ist auch so eine Besonderheit, die du dann aufführen kannst in diesem kleinen Journal. Und du solltest mindestens drei Dinge finden jeden Abend. Die anders, besonders andersartig waren als an allen anderen Tagen. Und das ist eine fantastische Übung, um die Lebenszeit in dir auszudehnen auf Strecke. Das braucht vielleicht am Anfang ein bisschen. Wir trainieren deinen Zeitmuskel sozusagen nochmal neu auf. und sorgen dafür, dass du in kleinen Dosen wieder mehr Dopamin ausschüttest in deinen Alltag hinein. Das ist irrsinnvoll.
Florian: Ihr bekommt hier wirklich was ganz, ganz, ganz Wertvolles. Seit vielen Jahren beschäftigt mich, wie bekommen wir diese Begeisterung, die Miri für Dinge hat, rein in andere Menschen.
Miriam: Vivi ist da! Hallo Vivi! Das war's schon, danke.
Florian: Ich freu mich. Sehr gut, also so als Unterbrechung im Podcast.
Miriam: Katja!
Florian: Also wenn du unseren Podcast nicht nur zuhören, sondern auch live zuschauen möchtest, wir streamen die in unserer Facebook-Gruppe live, um eben auch die Interaktivität in dem Ganzen drin zu haben. Wenn du den Link brauchst, steht er bestimmt in den Shownotes drin. Weiter geht's.
Miriam: Wenn diese Besonderheiten, wenn diese Dopamininfusion stattfindet.
Florian: Hast du schon. Grundsätzlich sind wir da. Wenn wir jetzt mit, wir haben ja NLP, Leben verlängern mit NLP, wir haben noch ein paar andere Tricks in der Trickkiste, also gerade diese Kartierung der Zeitlinie, die wir vorhin hatten, mal so rauszufinden, wie ist das denn bei mir, was tut das mit mir, wenn ich mir den morgigen Tag sehr nah vorstelle oder wenn ich mir den 120 Kilometer entfernt vorstelle. Das sind so Übungen, die wir im Practitioner dann machen. Wir machen auch Übungen, um das ein Stückchen leichter zu machen, dass wenn du mal so brauchst, wenn du irgendwo sitzt und dir denkst, jetzt wäre es doch geil, wenn die Zeit verfliegen würde, dass du das einfacher tun kannst. Es gibt tatsächlich da hypnotische Übungen, die wir immer wieder auch einfließen lassen, um das in deinen Zugriff zu bekommen, um dein Gehirn besser zu benutzen. Da sind wir bei dem uralten Spruch von NLP, vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer.
Steine wie Schmuck sehen — begeistert mehr Unterschiede wahrnehmen
Miriam: Was ja auch über diese Mehrzeit im Leben generieren, also die Lebenszeit dehnen. hat offensichtlich, wenn wir übers Dopamin kommen, was mit der Begeisterung zu tun, die du alltäglich erzeugst. Und ich wähle bewusst den Begriff erzeugst, denn die kommt nicht von außen, sondern genau wie du deine Zeit irgendwie in dir repräsentierst, so bist du auch zuständig dafür, Momente wahrzunehmen, Die für Begeisterung in dir sorgen. Und diese Momente überhaupt erstmal zu erkennen und dann mehr und mehr und mehr davon in deinem Leben zu bauen. Plötzlich eben den Stein, der die gleiche Bedeutung in der Physik hat wie der Kuss, den auch als genauso ein großes Wunder oder genauso ein schönes Geschenk wahrnehmen zu können. Ich erinnere mich da an unsere beiden Söhne, mit denen, wenn wir früher spazieren waren, wir wussten einfach nur, wir gehen halt jetzt eine Stunde raus. Wie weit wir kommen? Keine Ahnung, weil es konnte passieren, dass wir diese Stunde einfach drei Meter von unserem Gartentürchen entfernt verbracht haben, weil da eine Ansammlung wunderschöner, besonderer, weltraumartiger Steine auf dem Boden lag, die die Kinder genau so gefeiert haben. Und als Erwachsener damit wieder anfangen zu können, ist ein Schritt, da gebe ich dir recht. Weil wir haben halt schon viele von diesen Steinen gesehen. Und dann nochmal mit unseren Kindern zusammen. Und sie scheinen gar nicht mehr so besonders zu sein. Als ich mich allerdings mit Florian, als wir im Urlaub waren an der Rhön, mal an so einen Bachlauf gesetzt habe und diese vielen Kieselsteine am Ufer betrachtet habe, weil wir einfach einen Moment da Ruhe und Pause gehabt haben. Da ist mir plötzlich wieder aufgefallen, dass die wirklich alle ganz unterschiedlich sind und mir auch unterschiedlich gut gefallen. Und dass ich manche davon für eine Halskette ausgewählt hätte und andere gar nicht. Und die, die ich für eine Halskette ausgewählt hätte, waren wirklich richtig Schmuck. Und ich befürchte jetzt einfach mal, dass das einer der Skills ist, die Menschen dazu bringen, in ihrem Leben mehr Jahre zu erleben, als unser Kalender uns das zuschreiben würde. Und darum geht es.
Florian: Ja, als hätten wir, als könnte die Überschrift für diesen Podcast sein, nimm begeistert mehr Unterschiede wahr, um länger zu leben.
Miriam: Das war es dann auch für heute.
Florian: Das war es auch für heute, genau.
Miriam: Gibt es noch irgendwelche Fragen, die du dir im Kopf notiert hast oder die dir wichtig erscheinen würden?
Florian: Im Chat gab es ganz viel, was noch da ist.
Miriam: Dann laden wir dich ganz herzlich auf unsere Webseite ein. www.kontext*denken.de Da ist alles vorbereitet für dich, um persönlich zu uns zu kommen, uns in unserer Akademie zu besuchen in der nächsten Zeit, nämlich in 2024, was ja so drei, vier Meter in der Zukunft liegt ungefähr.
Florian: Vielen Dank für alle, die live dabei waren und vielen Dank für euch. Und das ist ja auch eines der Paradoxen oder eine der Paradoxien der Zeit, dass wir das live gesprochen haben und du es live hörst. Nur zu anderen Zeiten.
Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.