NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 242

Büro-Revolution: Kollegenverhalten ändern leicht gemacht

Wenn sich andere Menschen um Dich herum nur ein bisschen verändern würden, wäre das Leben doch direkt viel leichter.

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In dieser Folge

Darum geht es

Wenn sich andere Menschen um Dich herum nur ein bisschen verändern würden, wäre das Leben doch direkt viel leichter. Einer dieser Kollegen sollte seine Schxxx-Unpünktlichkeit endlich mal in den Griff bekommen. Oder auch mal die Teeküche putzen, so wie alle anderen im Team. Klassischer Fall von Idioten-Alarm. Oder: Wenn sich andere Menschen um Dich herum nur ein bisschen verändern würden, wäre das Leben doch direkt viel leichter. Na dann los! Lass uns die Welt verändern und zu einem besseren Ort machen. Ja, Du kannst andere Menschen nachhaltig (also nicht nur für zwei Tage) darin beeinflussen, wie sie sich verhalten. Pünktlichkeit. Sauberkeit. Ist alles möglich. Bloß: Nicht durch beraten, bitten, diskutierten, drohen, streiten. Auch schon gemerkt? Okay. Inspiriert von einer Zuschauerreaktion auf eines unserer YouTube Videos räumen wir nochmal etwas detaillierter auf mit dem Mythos „Veränderung ist ganz leicht - vor allem wenn andere sie für Dich übernehmen“. Denn unbewusst erwarten wir Menschen im Grunde viel lieber, dass der Kollege sich anders verhält, kommuniziert, arbeitet. Warum? Weil es anstrengend ist, einstudiertes Verhalten zu wandeln. Und zwar fürs Gehirn. Was nun also tun? Im NLP gibt es dafür ein Modell. Und aus einem guten Modell purzeln auch Handlungs-Ideen. Sogenannte Tipps. Die bekommst Du in dieser Folge. Und Du verstehst ein bisschen besser, warum manche Menschen sich verhalten, wie die berühmte Axt im Walde. Konkret geht es um den systemischen Blick auf Bürokonflikte: die geklaute Lieblingstasse, der Kollege, der ständig zu spät kommt, die Fünf-Minuten-Pause, die zwanzig dauert. Miriam und Florian zeigen, wie Du eine Voraussetzung im System veränderst, statt gegen Menschen anzureden — und warum echte Verhaltensänderung fast immer von innen kommt, ausgelöst durch eingeladenes Feedback oder einen ehrlichen Leidensdruck. Dazu ein kleiner Atem-Trick zur Deeskalation (zweimal durch die Nase einatmen, lang ausatmen), das Konzept des "leistbaren Verlusts" und der Gedanke, wann Aufhören eine legitime Option ist. Für alle, die genervt von Kollegen sind und wissen wollen, wie man Verhalten am Arbeitsplatz mit NLP wirklich beeinflusst. #BüroDynamik #Kollegenverhalten #Teamarbeit #Kommunikation #Arbeitsplatz #Veränderung #Selbstoptimierung #Konfliktlösung #NLP #Arbeitskultur #Mitarbeitermotivation #Führungskräfte #Büroleben #Zusammenarbeit #Motivation #Teambuilding #Unternehmenskultur #Führung #EmotionaleIntelligenz #Kollegialität #Persönlichkeitsentwicklung #SoftSkills #Mitarbeiterführung #Organisationsentwicklung

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Kapitel dieser Folge
  1. Warum es diese Folge überhaupt gibt
  2. Der Floribotter und die Illusion, andere zu ändern
  3. Der systemische Blick: Es braucht immer mehr als einen
  4. Gute Absicht: Warum niemand einfach nur Idiot ist
  5. Wann Menschen sich wirklich verändern
  6. Drei Tipps: atmen, das System verändern, aufhören dürfen

Der Kollege nimmt schon wieder deine Lieblingstasse. Jemand ruft eine "Fünf-Minuten-Pause" aus, die zuverlässig zwanzig dauert. Und irgendwann sitzt man abends zusammen und nennt es einfach idiotisch. Miriam und Florian nehmen dieses Gefühl ernst — und drehen es dann um: Was, wenn du die anderen gar nicht ändern musst, um die Situation zu ändern? Angestoßen von einer Zuschauerreaktion auf YouTube (Danke, Cornelia) geht es um Systeme, Tassen mit abgebrochenem Henkel und die Frage, wann Menschen sich wirklich verändern.

Warum es diese Folge überhaupt gibt

Miriam: Ich glaube uns ja selber nicht, dass wir jetzt wieder einen Podcast aufnehmen. Bist du wirklich da? Warte kurz, bist du da?

Florian: Es sieht keiner, dass du mich am Arm berührst, Miriam, weil wir im Podcast sind. Das ist ganz anders als dieses Video, was wir jetzt jede Woche aufnehmen.

Miriam: Ja und auf YouTube dann auch sichtbar machen.

Florian: Ja, so. Allerdings sind wir hier im Podcast.

Miriam: Das stimmt und zwar aus einem ganz, ganz anstrengenden Grund. Weil es würde diese Folge nicht geben, wenn uns nicht einer von euch oder eine von euch.

Florian: Eine Cornelia.

Miriam: Okay, eine von euch auf YouTube etwas gefeedbackt hätte auf eins unserer Videos, von dem wir glauben, dass ein Podcast würdig wäre.

Florian: Ja, besser noch, dass es das Podcast-Format viel besser abbildet, als das, was wir im Moment auf YouTube machen.

Miriam: Wir haben angefangen, uns Sorgen zu machen.

Florian: Die Videos sind zu kurz.

Miriam: Die Videos sind zu kurz.

Florian: Die Videos sind zu kurz und wir haben doch so viel zu sagen, vor allem Miriam.

Miriam: Und bevor ich platze?

Florian: Ich weiß gar nicht, brauchen wir jetzt noch eine Intro hier? Was, wenn das die erste Folge ist, die jemand hört?

Miriam: Dann empfehle ich wirklich einmal ein bisschen zurückzuscrollen und sich eine unserer anderen Folgen anzusehen.

Florian: Nur nicht die vorletzte auch nicht und die letzte auch nicht, weil die sind, wir haben so lange eine Pause gemacht.

Miriam: Wobei dieses Mysterium, dieses Mysterium, dass wenn wir Menschen über Veränderung nachdenken, Veränderung haben wollen, weil irgendwas in unserem Leben nicht gut läuft oder vielleicht auch mehreres, weil wir uns gerade in einer sogenannten Talsohle befinden, weil Partnerschaft, Beruf… Steigst jetzt voll ins Thema schon ein oder?

Miriam: Ich steig direkt ein. Wozu erklären? Dafür gibt es andere Folgen.

Florian: Ja.

Miriam: Dass dir vielleicht auch schon mal aufgefallen ist, dass dann sehr, sehr viele, nicht alle, sehr viele Menschen, vermutlich du auch nicht, ich nehme es gleich mal raus wegen Disclaimer und Shitstorm und so, nur dass sehr viele Menschen dann sofort anfangen, auf andere zu zeigen, auf ihre Kollegen, ihren Chef, ihren Mitarbeiter, ihre Partnerin, ihren Partner, ihre Kinder.

Florian: Da dürfen wir jetzt, glaube ich, ein bisschen Kontext reinholen, oder? Bitte. Wir haben zwei Episoden im Video gemacht, in dem es um die Deppen geht, mit denen wir arbeiten. Also die Idioten, die Vollpfosten, die toxische Arbeitsumgebung, in der wir möglicherweise, möglicherweise du, arbeiten. Und das lädt natürlich dazu ein, darüber nachzudenken, dass die anderen das Problem sind.

Miriam: Oder dass man die doch in einen Bus parken sollte.

Florian: Ja, das war natürlich unsere Einladung, dass wir mal ein Anti-Idioten-Seminar machen und eben über dieses Anti-Idioten-Seminar, dass du da gar nicht selber hinkommst, sondern dass du andere Menschen anmelden kannst. Und dann haben wir so ein bisschen rumgewitzelt in den YouTube-Kommentaren, dass das ja eine prima Idee wäre und dass wir Gruppenrabatte anbieten, auch zu Firmen vor Ort kommen können, wenn es jemand feststellt und so. Nur da steckt ja immer die Annahme drin, dass das der beste Weg nach vorne wäre.

Miriam: Dass alle anderen besser werden.

Florian: Oder der Einfachste oder so. Ja, finde ich schon.

Der Floribotter und die Illusion, andere zu ändern

Miriam: Also jetzt wirklich, wenn ich über unser Leben auch als Pärchen nachdenke, dich und mich, da fände ich es schon super, wenn du dich einfach so metamorphisieren würdest.

Florian: Was heißt denn hier metamorphisieren? Dass du keinen Stress mehr im Leben hast. Richtig. Ich bin ja dein Wachstums... Coach. Coach. Nein. Ehemann.

Miriam: Wenn du so wärst, wie ich mir das vorstelle, also so eine Art Florirobotter, Floribotter, der alles so macht, dass es mir gut geht, dann hätte ich doch ein super Leben. Es gibt nie wieder Gnatsch zwischen uns. Ich würde einfach sagen, was wir machen und du wärst dafür... Ich würde sagen, wie wir es machen und du wärst auch dafür.

Florian: Wie wäre es, wenn ich ab und zu auch sage, um dir das Gefühl zu geben, dass wir nicht...

Miriam: Ich kann dir genau Auskunft geben, wie ich das gerne hätte.

Florian: Du hast Liebe und Romantik studiert. Wirklich. Romanik hast du vielleicht studiert.

Miriam: Und Romanik auch. Und ich kann dir genau Auskunft geben, wie ich das gerne hätte. Und dann machst du das und dann bin ich die glücklichste Frau der Welt. Und Happy Wife, Happy Life, das hätte doppelt Auswirkungen, weil du machst das, was ich will, da geht es mir gut und dir geht es auch gut. Deal?

Florian: Nein? Nein. Warum? Warum? Also jetzt mal ehrlich, wenn ich den Spieß jetzt mal umdrehe und sagen würde, du machst alles so, wie ich das gerne hätte.

Miriam: Nee, nee, das ist nicht das Spiel.

Florian: Ja doch, wenn du alles so machen würdest, weißt du, wie ich mir das vorstellen würde? Manchmal würdest du mir auch widersprechen. Einfach so, dass ich das Gefühl hätte, dass du nicht alles nur so machst, wie ich das sage. Das hast du überhaupt nicht, ne? Nee, hab ich mal im Herbst. Das ist so anstrengend. Ich hätte das. Manchmal würde ich einfach auch gute Ideen von dir haben wollen. Natürlich die Ideen, auf die ich auch komme. Achso. Nur die sollen von dir dann kommen. Oh, sounds fucking complicated, wenn ich das jetzt so ausspreche. Trance. Wie schön wach sein da draußen. Ich glaube, dass das der ein oder die andere gut nachvollziehen kann, dass das eben die Frage ist, wie wäre das? Und wir haben wirklich diese Folge gemacht über den Umgang mit Idioten und es war hauptsächlich aufs Büro bezogen. Wir haben dem einen schöneren Titel gegeben, weil YouTube... Nur, das war die Idee dahinter, was? Wenn im Büro alle nicht so machen, wie du das gerne hättest. Und manchmal Sachen machen, wo du denkst, boah, jetzt hier.

Miriam: Ich finde, das hast du jetzt auch total verwaschen gemacht. Da ging es ja wirklich drum, und in dem Video gehen wir ja damit auch kritisch um, dass wenn Menschen sich von Idioten umgeben fühlen, dass sie dann ein Stück weit auch über sich selbst reflektieren dürfen.

Florian: Wenn das in allen Situationen so ist. Das haben wir schon auch erwähnt, ja.

Miriam: Wir erleben es häufig, auch in unserer Coaching-Praxis, auch in unseren Seminaren, dass Menschen uns anrufen und sagen, ich möchte meinen Mann oder meinen Sohn oder mein Kind oder meine Tochter, meine Frau zum Coaching schicken. Weil wenn der oder die sich endlich verändern würde, dann ginge es dem ganzen System besser.

Florian: Ja, das sind ja Erwartungen, die wir an andere Menschen haben.

Miriam: oder Vermeidung, was uns selbst angeht. Was meinst du damit? Ich nehme ja die Verantwortung aus meinem Verhalten, die Welt verändern zu können, in der ich lebe oder das System, in dem ich lebe, verändern zu können. Wenn ich ständig mit dem Finger auf andere zeige und sage, wenn der das anders machen würde und die das, dann ging es mir gut.

Florian: Dann wäre das System allerdings auch ein anderes. Wenn die anderen Menschen sich verändern würden, das wäre auch eine Lösung für das Problem, oder? Das klingt viel einfacher für mich.

Miriam: Ja, genau. Klingt auch viel einfacher, brauche ich mich keinen Meter von der Stelle zu bewegen. So und jetzt habt ihr ja vielleicht auch schon die bittere Erfahrung gemacht, dass wir selbst mit gutem Zureden, mit immer wieder diskutieren, bis hin zu Streiten mit anderen Menschen, vielleicht auch Strafen, also sie mit Nicht-Liebe, Nicht-Beachtung, mit...

Florian: Wobei das schon flexibel ist, wenn jemand so viele verschiedene Facetten an den Tag gelegt hat.

Miriam: Ja, und nur um dann festzustellen, die Zahnpastatube ist immer noch offen oder die Büroküche ist immer noch nicht sauber gemacht.

Florian: Ja, das stimmt.

Miriam: Dann habe ich viel investiert in das Verändern anderer Menschen und habe mich auch keinen Meter von der Stelle bewegt. Und viele kommen dann und sagen, ja, der oder die ist halt beratungsresistent, also es gibt ja tolle Worte, um das irgendwie auch dann unterzubringen in der Sprache und da kann man halt nichts machen. und den Schritt würde ich nicht gehen. Ich würde nur gerne erstmal so ein paar Meter wieder zurücklatschen.

Florian: Ja, ja, ja, dann mach mal ein paar Meter zurück.

Miriam: Und wenn Menschen feststellen, wenn du vielleicht auch festgestellt hast in letzter Zeit, irgendwo in deinem Leben knirscht und knackt es im Umgang mit anderen Menschen, sieht nicht so aus, als würde das irgendwie eine Form annehmen, mit der alle glücklich sind, insbesondere du, dann gibt es ja sozusagen, oder das, was jetzt bei dem Podcast rauskommen würde, wäre ein Tipp, wie das dann trotzdem funktionieren kann. Selbst wenn nach jahrelangem Bemühen sich da bis heute keine Veränderung eingestellt hätte.

Florian: Also die Flexibilität an den Tag zu legen, zu bitten und zu betteln, zu schreien und zu brüllen, stoisch zu sein und all diese Sachen, das ist ja schon mal ein Start. Also so viel kommunikative Flexibilität an den Tag zu legen.

Miriam: Erinnert mich allerdings auch an das Stadion, als unsere Kinder so fünf waren. Also das geht jetzt nicht in ein Niveau.

Florian: Wir kommen nicht auf den Olymp der Kommunikation, nur es ist schon mal besser, als wenn jemand nur brüllt. Achso, ja. Gut. Okay, die Hürde ist Miriam zu niedrig gewesen.

Miriam: Ja, allerdings, das ist eine rein deeskalative.

Der systemische Blick: Es braucht immer mehr als einen

Florian: Das, was wir im NLP tun, ist, dass wir systemisch auf das Ganze draufschauen. Wir gehen nicht davon aus, dass es eine Person gibt, die sich verändern kann, um diese ganze Situation zu verändern, der Kollege, der immer die Lieblingstasse nimmt. Dass die Veränderung nur bei ihm liegen könnte, sondern wir gehen davon aus, damit dieser Streit oder die blöde Situation oder was auch immer es ist, lange Zeit stabil bleiben kann, braucht es mehrere Mitspieler. Es braucht jemanden, der so eine Tasse hinstellt, es braucht jemanden, der sich darüber aufregt, es braucht den Kollegen, der das immer wieder macht, um so ein stabiles System herzustellen. Also wenn wir in irgendeiner Form einen Kommunikations- und ich sage mal ganz breit, einen Kommunikationskontext haben, mit dem du gerade unzufrieden bist und der auch schon länger besteht, dann bist du Teil des Problems.

Miriam: Das ist jetzt hart. Finde ich hart. Und ich würde jetzt auch erwarten, dass einige unserer HörerInnen zumindest die Hand heben und sagen, Moment mal, ich bin ein sehr friedliebender Mensch, mein Ansinnen ist für alle gut, nämlich eine saubere gemeinsame Teeküche zu haben. Was soll das jetzt? Was soll der Vorwurf? Ich bin doch nicht Teil des Problems. Ich bin diejenige, die sich immer wieder einsetzt, dass ein Problem gelöst wird. Nur halt nicht von mir, sondern von anderen.

Florian: Das ist energetisch auch anstrengend, könnte ich mir vorstellen.

Miriam: Zum einen ist es eben dieses Systemische. Wer beteiligt sich daran, dass das stattfinden kann? Ich fand es sehr schön, dass du gesagt hast, wir brauchen ja zum Beispiel auch eine Tasse.

Florian: Also wenn die Tasse nicht da wäre, die Lieblingstasse, könnte kein anderer die benutzen. In der Covid-Zeit kann so ein Konflikt, also gerade dieser Tassenkonflikt, den ich tatsächlich schon in der einen oder anderen Firma erlebt habe. Der kann gar nicht passiert sein, weil die Leute sich in der Büroküche nicht getroffen haben. Stimmt. Das heißt, es konnte niemand jemand anderem sein Mittagessen klauen. Das ist total wahr. Das ging gar nicht.

Miriam: Also es dürfen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein, damit ein Konflikt überhaupt da sein kann.

Florian: Auch das Unternehmen darf das Angebot machen, eine geteilte Küche anzubieten, in der nicht jeder oder jede ihr eigenes Fach hat, sondern in der eben die Tassen aus der Spülmaschine in irgendeiner Form in einen Gemeinschaftsschrank reinkommen. Auch das Unternehmen ist mit beteiligt.

Miriam: mitbeteiligt an diesem Konflikt. Nur das, was du gerade gemacht hast, Florian, kannst du, liebe HörerInnen, auf fast jedes System anwenden. Also es gibt es immer. Wir können das, egal um welchen Konflikt es geht. Also ein Kollege, der immer das Fenster auflässt oder ein Kollege, der sich im Team-Meeting immer daneben benimmt oder zu spät kommt. Es darf bestimmte Voraussetzungen geben, dass das möglich ist.

Florian: Bei dem zu spät kommenden Kollegen zum Beispiel, dass die Tür nicht abgeschlossen ist, wenn das Meeting losgeht. oder dass das Gebäude einfach die Leute nach 9 Uhr nicht mehr reinlässt.

Miriam: Dass überhaupt ein Meeting zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfindet. Also so banal das klingen mag, so ist es eben. Wir geben in unserem System ständig Angebote für Menschen, dass sie darin scheitern können oder dass sie sich irgendwie benehmen können, wie es nicht passt für andere.

Florian: auch, dass sie Erfolg haben können. Richtig. Also das System kennt ja oder dieses Zusammengewürfelte aus den ganzen Menschen, die involviert sind, den ganzen Ressourcen, die wir brauchen, Tische, Tassen, Räume, Zeiten, all sowas und den Regeln, die wir hier in unserer Kultur haben, hier in Deutschland, die bieten ja nur Angebote, dass da drin was passiert. Und die Menschen sind eben die, die das irgendwie ausfüllen. Nur wenn wir eins von den Elementen entfernen und irgendwie was anders machen, dann entstehen vielleicht andere Konflikte oder es geht in eine ganz andere Richtung. Wir brauchen das irgendwie alles und dann klingt es, manchmal klingt es ja schon so, wir müssen da systemisch drauf schauen. und dann so, ja, okay, wir müssen halt alle einzelnen Elemente mal anschauen oder wir dürfen uns halt überlegen, wie spielen die denn, wie interagieren die denn sinnvoll miteinander. Covid war, finde ich, wirklich ein schönes Beispiel, als die ganzen Büros leer waren und alle Leute saßen zu Hause oder zumindest die, die im Homeoffice auch arbeiten konnten und plötzlich konnte es keinen Streit mehr in Büroküchen geben. Und deswegen, es ist tatsächlich so, wir brauchen irgendwie all diese Elemente. Und dann nennen wir das eben ein System, wo alle Teile miteinander zusammenspielen, so wie auf dem Brettspiel. Ein Brettspiel funktioniert ja auch nur, wenn wir uns an bestimmte Regeln halten, wenn es dieses Brett gibt und Figuren und was es sonst noch so alles braucht. Rucksäcke oder in Monopoly irgendwelche Geldscheine.

Miriam: Lustig, mein Gehirn fängt da sofort an, mit diesen Elementen zu jonglieren. Also ich überlege mir direkt jetzt schon, was ich zum Beispiel austauschen könnte, mal scherzeshalber oder experimentierhalber in so einem System, um zu schauen, was dann passiert. Also wenn ich jetzt meine Lieblingstasse zum Beispiel aus dem Schrank entfernen würde und würde die eine Zeit lang in meiner Schublade oder in meinem Container aufbewahren, dann wäre die zumindest nicht mehr zur Verfügung, damit andere sie benutzen.

Florian: Also darüber denkt halt keiner nach. Die Flexibilität, den Henkel abzubrechen und dann allerdings dafür zu sorgen, dass sie nicht weggeworfen wird von der nächsten Person, die die Spülmaschine benutzt. In der Waschmaschine ist der Henkel vielleicht abgebrochen. Die die Spülmaschine benutzt, dass sie nicht weggeworfen wird, sondern in den Schrank kommt. Welcher Kollege möchte denn eine mit abgebrochenem Henkel-Tasse benutzen? Da verändern wir die Regeln ein bisschen.

Miriam: Das stimmt. Das kann ich auch bei einem Meeting machen. Also wenn ein Kollege über Jahre immer und immer wieder zu spät kommt, kann ich heimlich vor ihm verbergen, dass wir das Meeting ab jetzt eben immer eine Viertelstunde später beginnen, bis er es merkt.

Florian: Wieso bin ich eigentlich jetzt immer der Erste? Du bist ja immer der Letzte.

Miriam: Irgendwas, das ist eine universelle Zeitschleife, in die wir da gerade sind. Neue physikalische Gesetze. Ne, mein Gehirn fängt sofort an, solche Dinge sich zu überlegen und das sind andere Sachen als mit einem Menschen immer und immer wieder diskutieren darüber, ob er oder sie sich jetzt verändert, damit es anderen oder einem anderen besser geht in dem System.

Florian: Wir sind in einer anderen Klasse von Thema, oder? Also bei dem einen, also Schreien, Betteln, auch, was heißt Bribery auf Deutsch, wenn wir Angebote machen. Ich bringe Schokolade mit, wenn du rechtzeitig kommst. Bestechung. Auch Bestechung. Während alles ist alles so, wir wollen das Verhalten von der anderen Person direkt beeinflussen. Also wir haben ein direktes Ziel für die Verhaltensbeeinflussung der anderen Person. Und bei vielen anderen Sachen, und das ist eben das, worauf wir Einfluss haben, geht es darum, unser eigenes Verhalten zu ändern. Ich brauche ja nicht den Henkel von meiner Tasse abbrechen. Ich könnte ja auch einfach eine Tasse kaufen, die so usselfurchtbar aussieht, dass die keiner benutzen will. Also wenn da draufsteht, gut, ich bin jetzt als Mann in der Firma drin und verheiratet, wenn ich jetzt eine, meine kleine Prinzessin ist die beste auf der Welt-Tasse hätte, wo Glitzerstaub ist und rosa und Einhörner, die Regenbogen kotzen, dann würde die vielleicht von meinen Kollegen niemand wirklich benutzen wollen. Vielleicht auch ja. Vielleicht bräuchte ich dann eher eine schwarze Tasse, auf der draufsteht, ich bin der Systemadministrator. Die will keiner. Die will keiner. Was auch immer funktioniert. Nur dann ist die Frage eben, fängt es bei mir an? Weißt du, was ich glaube, was da auch mit reinspielt, Miri? Dass sich das unfair anfühlt. Was? Die anderen machen doch das Problem. Wieso muss ich mich denn jetzt verändern? Und ich nehme mal das Muss absichtlich mit rein.

Gute Absicht: Warum niemand einfach nur Idiot ist

Miriam: Ja, das ist eben genau das Thema. Weil wir Menschen, und da gehöre ich auch dazu, also ich schließe mich da total ein, ich finde schon, dass ich oft recht habe. Meistens. Immer. Und ich meine es auch immer mit allen gut. Immer. Vor allem mit mir. Und ich finde vieles, was andere Menschen machen, äußerst seltsam. Bis hin zu systemschädigend. Und ich verstehe auch nicht, wieso die das so wacker durchhalten.

Florian: Die Zukunft, die ich, also wenn ich über meine Themen nachdenke, die Zukunft, die ich so erwarte in Zukunft.

Miriam: Ja.

Florian: Die Erwartungs-Zukunft, die ich erwarte. Guck mal, da ist richtig Spaß bei Florian.

Miriam: Guck mal, der hat da seinen Spaß dran an dem Thema.

Florian: Die, denke ich ja, ist wirklich die Beste. Oder eine, die sinnvoll ist, sinnhaft. Und wenn jemand anders was macht, was nicht auf die einzahlt, sondern die kaputt macht, wenn die so zerbröckelt vor meinem inneren Auge, weil ich mir denke, jetzt hat die gerade jemand kaputt gespielt, dann ist das halt Mist.

Miriam: Das war jetzt sehr Meta, Meta-Meta.

Florian: Zum Beispiel, ich habe in den letzten paar Monaten viele Großgruppen-Termine wieder vor Ort gehabt, also wo 40, 50, 60 Leute vor Ort sind. Und was mir manchmal passiert ist, ist, dass ein Kollege vor die Mittagspause einen Agenda-Punkt geschoben hat, so in den Raum rein. Wir waren gerade in einem Teil drin und dann stellt sich jemand geplant vor die Gruppe und macht ein Thema aus, was eine Stunde geht. Wir haben allerdings nur zehn Minuten Zeit gehabt und es waren auch zehn Minuten abgesprochen. Jetzt macht der Kollege irgendwas, sagt, worüber wir wirklich dringend noch reden müssen. Ich weiß, dass wir was anderes auf der Agenda hatten, nur ich ziehe jetzt mal einen Agenda-Punkt von heute Nachmittag nach vorne und ich denke mir, wie sollen wir den denn jetzt sinnvoll angehen? in 10 Minuten. Mit solchen Sachen habe ich zu tun. Da darf ich kurz und vielleicht machen wir, wir machen hier im Podcast ja immer noch so ein paar Tricks, was du tun kannst, um dir dabei zu helfen. Nur das ist so eine Situation, wo ich dann wirklich anfange zu rudern, wenn da 60 Leute im Raum stehen und ich mir denke, boah, oder jemand... Auch aus der Agenda. Jemand sagt, wir machen eine ganz kurze Pause, seid in fünf Minuten wieder hier. Und ich denke mir, 60 Leute, fünf Minuten, die sind noch nicht mal aus dem Raum raus, bis die Pause eigentlich zu Ende ist. Das heißt, wir haben jetzt plötzlich 20 Minuten Block und ich darf jetzt rudern in der Moderation, um dieses Ding irgendwie wieder einzufangen.

Miriam: Und das sind ja dann so Verhaltensmomente, wo du es anders gemacht hättest.

Florian: Ja, wo auch der einzig sinnvolle Weg nach vorne anders gewesen wäre.

Miriam: Wo du bei anderen Menschen eine Spur Idiotismus feststellst.

Florian: Ja, es geht ja um Idioten. Also in diesem Video geht es um Idioten.

Miriam: In dem Video geht es um Idioten. Und ich glaube, dass viele Menschen recht schnell bei der Hand sind, andere Menschen wegen eines solchen Verhaltens auch zum Idioten zu erklären. Vor allen Dingen dann im Nachgang oder wenn es dann eben wirklich, wenn einfach 25 Minuten weggerauscht sind, weil 60 Minuten, 60 Menschen einmal aus dem Raum raus geschafft wurden, um 5 Minuten Pause zu machen. Klar. Und dann sind die halt nach 20 Minuten dröppeln die so langsam wieder zurück wegen der Schlange vorm Damenklo. So und dann hast du die Situation und ich kann mir schon vorstellen, dass viele Menschen abends dann nach der Veranstaltung zusammensitzen und sagen, das war idiotisch.

Florian: Ja, wir haben ja so ein paar Grundannahmen im NLP, bei denen es sinnvoll ist, die in die Welt reinzusetzen. Und ich versuche zumindest in den lichteren Momenten, die ich habe, die auch irgendwie an die Tagesordnung zu heben. Und eine davon wäre, dass alle Menschen da draußen irgendwie versuchen, was Sinnvolles zu tun. Nur halt in ihrer eigenen Vorstellung.

Miriam: Ja und das unterscheidet sich manchmal gewaltig und auch dieses Wort benutze ich jetzt ganz bewusst, weil wir zumindest davon ausgehen und wir klammern in diesem Podcast jetzt schon seit vielen Jahren pathologische Fälle aus, also wir gehen davon aus, dass jeder einigermaßen bei Sinnen sich befindende Mensch zumindest etwas tut, was ihm selbst oder ihr selbst gut tut. Also mindestens das. Viele, viele, vor allen Dingen von unseren HörerInnen, auch für andere noch mit. Das heißt, wir planen, dass so ein Tag erfolgreich verläuft, mit 60 Menschen in einem Raum, dass wir effektiv arbeiten, dass am Ende Lösungen gefunden worden sind, mit denen alle gut leben können und so weiter. und alle Menschen, die in diesem Raum sind, werden auf unterschiedliche Weise irgendwie an diesem Ziel arbeiten. Das kann sogar sein dadurch, dass sie eben Kritik üben ständig, also dass sie alles bemeckern oder dass sie eben auch für Pausen sorgen an Stellen, wo eigentlich keine geplant war. Vielleicht, weil sie nicht nur bei sich selbst, sondern auch bei anderen irgendwie sehen, da wäre jetzt Not oder es zumindest vermuten. Darin interpretiert NLP und das ist auch nur ein Modell, das uns allerdings sehr gut tut im Aushalten von Verhalten, dass da eine gute Absicht drin ist. Dass das Verhalten, was an den Tag gelegt wird, das Einreichen von der 5-Minuten-Pause, die garantiert 20 Minuten dauert, wenn wir uns die Masse an Menschen anschauen, dass das mit guter Absicht geschieht. Wahlweise für den Menschen, der es ausgerufen hat oder sogar noch ein paar mehr. Nur um da mal so ein bisschen abzuholen. Das bedeutet nicht, dass wir alles gut finden müssen, was ein anderer macht. Nur, wir räumen den anderen Menschen ein, dass sie... Für sich und vielleicht auch noch ein paar andere im Raum mit positiven Hintergedanken gehandelt haben.

Florian: Dass die eine Perspektive einnehmen, die ich bisher nicht eingenommen habe. Dass die vielleicht einen Ablauf hören oder dass die eine Geschichte für sich hören, die ich nicht gehört habe bisher.

Miriam: dass sie andere Informationen empfangen haben, gefiltert haben, bekommen haben, whatsoever. So und allein diese Unterschiedlichkeit schon oder dieses Attestieren von was auch immer der Mensch gemacht hat, der die Lieblingstasse genommen hat, obwohl er ja ganz genau weiß, dass es nicht seine Tasse ist, denn er hat sie nicht mitgebracht ins Büro. Die steht halt da im Schrank.

Florian: Vielleicht habe ich auch schon 17 Mal mit ihm geredet.

Miriam: Vielleicht auch schon 17 Mal mit diesem Menschen drüber gesprochen, dass das

Florian: und was auch immer dein Thema da draußen wäre. Also in jedem Büro gibt es irgendwie sowas, in jedem Verein gibt es sowas, in jeder Familie gibt es sowas. Das ist die Zahnpastatube, es ist die Nicht-Genug-Freiwillige.

Miriam: Es gibt auch tausend Gründe, um so etwas dann immer und immer wieder zu tun beim anderen Menschen. Weil eben, brauchen wir auch gar nicht drüber zu sprechen. Die werden es dir immer irgendwie begründen können. Menschen, die was tun, wenn du die fragst, musste das jetzt sein mit dieser 5-Minuten-Pause, die 20 Minuten gedauert hat, werden sie sagen, hast du mal in die Gesichter geguckt. Da war ja keine Konzentration. Es gibt immer einen guten Grund. Die Leute werden dir immer einen guten Grund nennen können. Die Frage ist, ist es überhaupt möglich, andere Menschen längerfristig und gesund zu verändern, weil ich, also weil ein anderer Mensch das möchte.

Wann Menschen sich wirklich verändern

Florian: Geht es überhaupt?

Miriam: Du hast mir gerade die Philosophie umgestellt. Jetzt wird es ernst hier. Denk doch mal selber nach, wann in deinem Leben waren die Momente, wo du Verhalten, das du jahrelang irgendwie gemacht hast, wirklich verändert hast und zwar auf Dauer. Wann waren diese Momente und welche Motivation war da drin? Was hat funktioniert? War das, weil andere auf dich eingeredet haben, weil ständig jemand mit dir in Streit gegangen ist? Oder gab es einen anderen Impuls, der dazu geführt hat, dass du tatsächlich angefangen hast, Sport zu machen und das für immer in deinem Leben zu haben? Dass du... Irgendwie rücksichtsvoller warst an bestimmten Stellen in deinem Leben, dass du Menschen mit anderen Augen gesehen hast.

Florian: Manchmal waren das schon kleine Feedback-Momente von anderen Menschen.

Miriam: Dass du dich nachhaltig verändert hast in dem Verhalten? Spannend.

Florian: Allerdings waren das Momente, in denen das Feedback sehr eingeladen war.

Miriam: Ah, also du hast gesagt, ich will das jetzt mal wissen.

Florian: Oder wir haben Feedbackrunden gemacht, worauf ich mich eingelassen habe, wo wir gesagt haben, ich würde gerne mal Feedback haben. Also es ist nicht unmöglich, glaube ich, nur es ist nicht ein, da redet irgendjemand wegen irgendeinem Quatsch auf mich ein.

Miriam: Also ich habe auch den Eindruck, dass der Grundimpuls für all die Veränderungen, die ich in meinem Leben schon erschaffen habe, in mir selbst und um mich rum, dass der in mir stattgefunden hat und es war wahlweise ein sehr geiles Gefühl, also sowas wie, oder ein sehr miserables.

Florian: Ich habe jetzt an eine konkrete Situation gedacht. Ich habe mal eine Ausbildung als Fachinformatiker Systemintegration gemacht und ich habe mal eine Kundenwebseite da offline genommen, weil ich einen blöden Fehler gemacht habe in der Programmiersprache und habe die Seite hinterher nicht kontrolliert. und der Kunde hat es erst am nächsten Morgen gemerkt. Und es war eine produktive Webseite, die online war. Wir haben da nicht wahnsinnig viel drüber verkauft, nur die war halt offline. Und in einer der Gesprächsrunden, die wir dann später hatten, gab es eben mal so eine offizielle Feedbackrunde und da hat ein Kollege mir sehr eindrücklich gesagt, der Olaf, da war ich sehr zufrieden auch mit Rückblicken. Also es ist tatsächlich so einer der Momente, der mir einfällt. Der meinte zu mir, dass ich sowas nicht mehr stattfinden lassen darf. Also dass das nicht geht. Wenn ich Arbeit gemacht habe für einen Kunden, wird die hinterher kontrolliert. und ich dachte gerade an diesen Moment und weißt du was da, als du jetzt gesagt hast, der Impuls ist in dir, dachte ich mir, ja der Impuls war auch schon in mir da. Also ich war auch nicht zufrieden mit meinem eigenen Verhalten. Also es war nicht so, dass ich dachte so, um Gottes Willen, wo kommt der, also oder dass ich mir dachte so, hä, was ist das denn jetzt, worüber redet der denn, sondern dass ich mir dachte, ah scheiße, jetzt muss der das ansprechen. Ja, das stimmt.

Miriam: Und das würde mit einer weiteren Grundannahme, die wir im neurolinguistischen Programmieren unter dieses Modell schieben, so als Basis, als Fundament, würde das gut zusammenpassen. Nämlich, dass Veränderung das Gehirn und den Organismus so viel Kraft kostet. Also auch wenn es nur darum geht, eine Tasse nicht mehr zu benutzen, wenn das mal eingeübt ist, wenn das mal automatisiert ist, dass es egal ist, welche Tasse ich greife im Schrank zum Beispiel oder dass ich eben Pause einreiche, wenn ich Pause einreichen will. Das sind alles Verhaltensweisen. Und wenn das so eingeübt ist, dass es automatisiert ist, so wie im Auto Gas und Bremse nicht verwechseln, Dann braucht das Gehirn ziemlich viel Aufwand, um das zu ändern. Und zwar energetischen. Also tatsächlich einfach Sprit fressen. Einfach das, was der Körper eben so an Energie verbraucht, um zu leben. Und unser Gehirn wird sich immer schwer tun, damit diese ganze Energie aufzubringen, wenn es nicht wirklich Motivation spürt. Und da sind wir auch schon an der richtigen Stelle. Spüren. Wenn da nicht ein echter emotionaler Impuls drauf sitzt.

Florian: Und zwar, und dann gibt es... Erstmal zwei grobe Kategorien von Impulsen, die, dass es sich richtig scheiße anfühlt oder die, dass es sich so richtig gut anfühlt.

Miriam: Genau. Also entweder ich störe mich selbstständig an dem, was ich tue und tue mir weh und merke, dass es mir mehr und mehr weh tut. Oder es gibt eben wirklich Und wir sagen dazu, entweder der Scheißhaufen ist groß genug geworden oder das Ziel ist so groß, so geil, so toll, dass dieser Energieaufwand sich lohnt. Also wenn der Schmerz in einer Situation so krass ist, dass ein Mensch nicht mehr weiter weiß und da sind wir immer wieder basserstaunt, wie viel Menschen aushalten können. Nur wenn irgendwann dieser berühmte Tropfen kommt, der das Fass zum Überlaufen bringt, dann sind Menschen plötzlich imstande, metaphorisch, den Mount Everest zu erklimmen. und genauso kann das eben auch passieren, wenn die Motivation aus einem Ziel herauskommt, das sich so großartig anfühlt, dass es gibt, jede Extrameile ist fein, Hauptsache wir erreichen das irgendwie. Und gerade im sozialen Kontext können Menschen ziemlich lange, selbst mit einer Isolation, mit einer sozialen Isolation, also ich habe überhaupt keinen Freund auf der Arbeit, können Menschen echt ganz schön lange das aushalten.

Florian: Ja, das stimmt.

Miriam: Und also sind wir immer wieder erstaunt, wie lange das dauern kann und wie viel Schmerz ein Mensch ansammeln kann, bis dieses Gefühl stark genug ist, um selbst dafür zu sorgen, dass eine Veränderung Sinn macht. Und dann sind solche Feedback-Geschichten auch prima. Oder wenn ein Mensch dann eben auch aus eigener Motivation heraus zu einem anderen geht und sagt, du gib mir doch mal einen Rat, was kann ich denn besser tun, um mich mit der Kollegin Ilse auch mal zu verstehen. Und dann käme sowas wie, nimm doch einfach nicht die Einhorntasse, sondern nimm halt die mit den Blumen oder die mit, ist doch egal. Und dann kommt sowas auch an. Also dann landet das. So, dann wären wir jetzt also an einer ziemlich hoffnungslosen Stelle von, von außen ist eine Veränderung eher nicht zu initiieren, von innen heraus schon. Und Stopp. Auch da möchte ich jetzt nochmal sagen, das stimmt nicht ganz, denn es gibt noch zwei Dinge, die aus meiner Sicht wichtig sind. Eins davon haben wir sogar schon so ein bisschen angeteasert, das ist dieser systemische Aspekt. Wenn ich einem Menschen die Möglichkeit nicht mehr gebe, sein Verhalten an den Tag zu legen, dann wird er es auch nicht tun.

Florian: Im Beispiel, wenn ich die Tasse nicht, also wenn ich meine Tasse aus der Küche entferne, nimmt er die nicht wieder.

Miriam: Also wir haben nicht in allen Fällen, nur in manchen, da darfst du selber drüber nachdenken, was in deinem Bereich, wo du gern Veränderung hättest, was du da im System verändern kannst, damit ein Mensch eben das nicht mehr machen kann. Aber Florian hat gesagt, beim zu spät kommen ist die Tür dann verschlossen. Das war im Kindergarten früher so.

Florian: Damit haben die die Eltern erzogen, oder?

Miriam: Damit haben die die Eltern erzogen, weil die haben gesagt, wir wollen, also wir haben es mit den Eltern abgeklärt, dass hier um halb acht der letzte Slot ist, wo die Kinder gebracht werden können. Denn dann machen wir unseren Morgenkreis. Und der ist wichtig für die Gruppe. Und wenn da ständig dann noch Kinder reinplatzen und natürlich ihre Eltern auch noch mit, die noch irgendwas sagen wollen oder wenigstens noch...

Florian: Morgen. Oder sich entschuldigen wollen.

Miriam: Dann stört es immer wieder diesen Ablauf. Also hat der Kindergarten gesagt, wer sein Kind nicht bis halb acht hergebracht hat, der wird eine verschlossene Tür antreffen und kann sich an dem Tag dann selbst um sein Kind kümmern. Und das haben die durchgezogen. Wow. Und da ging das auch auf einmal. Da brauchte sich dann übrigens auch keiner mehr dafür zu entschuldigen, dass er oder sie zu spät kam.

Drei Tipps: atmen, das System verändern, aufhören dürfen

Florian: Wenn ich jetzt, also nur gesetzt den Fall, ich würde das jetzt einsehen. Irgendwie und sagen, naja gut, fair oder nicht fair, sei mal dahin. Ich ändere mich jetzt halt einfach. Einfach um die Situation auch anzupassen. Was ist denn dann der erste Tipp, Miri? Wer ändert sich jetzt wo genau? Ich als Tassenmitbringer oder ich als Meeting-Einlader. Ich möchte jetzt was ändern an diesem Ding, weil offensichtlich stört es mich ja. Bisher habe ich meine Kollegen als Idioten bezeichnet oder habe vielleicht zu Hause geflucht. Und jetzt möchte ich was verändern.

Miriam: Das erste ist, verändere deinen Entspannungsgrad, was das Verhalten anderer Menschen angeht.

Florian: Bitte?

Miriam: Bitte. Ich weiß und das haben wir auch in unserer YouTube-Videofolge drin. Weil wir tatsächlich mit einem entspannten Gehirn viel einfacher Lösungen finden, als in so einem gerade Wutentbrannten. Und das ist auch nicht der richtige Moment, sich über sowas Gedanken zu machen übrigens. Wenn gerade so, wenn ich sage, ich öffne jetzt mal mein Ventil und erzähle mal meiner Frau zu Hause, was mich an dem und dem und dem Kollegen so alles nervt. So, dann erstmal eine Nacht drüber schlafen, einmal durchgeatmet und in einem Moment, wo der Puls im Normalbereich ist, mal überlegen, okay, welche Bereiche, und das ist, das meine ich mit Schritt 1 und das ist auch Tipp 1, atmen.

Florian: Ja, wenn du noch einen zusätzlichen Tipp haben möchtest, jetzt ganz frisch aus den Studien, die auch in Amerika gerade gemacht werden, durch die Nase einatmen und dann einen zweiten Atemzug durch die Nase draufsetzen, also zweimal einatmen.

Miriam: Weil das dann sehr bewusstes Atmen ist.

Florian: Und dann lange ausatmen. Führt tatsächlich dazu, dass sich der Körper entspannt. Das ist so ein ganz Mini-Trick. Also einatmen durch die Nase, nochmal ein zweites Mal draufatmen und dann lange ausatmen ist die neue Notfallgeschichte. Also wenn du es drauf hast mit dem Atmen in solchen Situationen, dann nimm den mal mit drauf. Weil es tatsächlich Studien nach dazu führt, dass der Körper in einen Entspannungszustand geht. Das hat was damit zu tun, dass das Zwerchfell bei dem zweiten Einatmen von unten auch gegen den Rippenbogen drückt und dann ein leichter Druck aufs Herz kommt und dadurch der Körper ein Signal bekommt, das Gehirn ein Signal bekommt. Es ist Entspannung angesagt. Und nicht entspannen wäre ja überhaupt nicht atmen und deswegen, das ist einer der Gründe, weshalb das funktioniert, das ist wirklich eine ganz großartige Geschichte, einfach atmen und dann in die Entspannung gehen. In dem Moment vielleicht dann auch gar nicht drüber nachdenken, was du tun könntest, sondern erstmal raus aus der Situation und dann... Was denn? Haben wir noch einen Tipp?

Miriam: Der zweite Tipp ist, an dem System irgendwas verändern, was du verändern kannst. Also gibt es etwas, was du tun kannst, um eine der Voraussetzungen, damit ein anderer Mensch sich so verhalten kann,

Florian: Weißt du was, es gibt da einen wunderschönen Begriff, finde ich, gerade wenn du im Moment noch, also wenn du als Zuhörerin oder Zuhörer das Gefühl hättest, dass das unfair ist in dem Moment. Und manchmal fühlt sich das halt so an. Das ist drüber nachzudenken, was dein leistbarer Verlust wäre, um diese Situation zu verbessern. Und der leistbare, an dem Tassenbeispiel ist das so schön, weil der leistbare Verlust wäre vielleicht einfach eine zweite Tasse kaufen. Sind 6,99 € oder 14,99 € oder sowas. Das ist vielleicht ein leistbarer Verlust, um zu probieren, was das tut. Weil möglicherweise klappt es nicht. Vielleicht klappt es. Wir geben ja eine Veränderung in das System rein. Irgendwie wird dieses System auf jeden Fall darauf reagieren und sich verändern.

Miriam: Ja, es gibt auf jeden Fall Feedback, ja.

Florian: Ob es schon die gewünschte Veränderung ist, da darfst du vielleicht nochmal am Ball bleiben. Also vielleicht braucht es drei Tassen.

Miriam: Oder eben eine Schublade, wo die Tasse reinkommt.

Florian: Oder eine Schublade, wo die Tasse reinkommt.

Miriam: Genau. Ja, und der dritte Tipp, den den wir ja vorhin auch schon zumindest so ein bisschen gemanagt haben. Und da gehört sicherlich auch schon so ein bisschen mehr Beobachtungsgabe dazu. Wo steht ein anderer Mensch gerade?

Florian: Mach eine NLP Practitioner-Ausbildung ist der Tipp, oder? Fantastisch. Na Quatsch. Ich habe auch wirklich.

Miriam: Und das haben wir im Video auch. Also wir sagen das so ein bisschen scherzhaft, wer will sich denn mit Idioten umgeben? So ein bisschen Einfluss auf unser Leben haben wir auch. Und wenn ich innerlich schon bereit bin, einen anderen Menschen mit solchen Schimpfwörtern zu bezeichnen, dann darf ich mir auch echt überlegen, möchte ich überhaupt in dieser Abteilung bleiben, mit in diesem Team weiterarbeiten? Und das sind legitime Gedanken. Ich habe fest geplant, dass wir mal eine Podcast-Folge machen, die so ähnlich heißt wie vertrösten, vermitteln, facilitieren oder entlassen. Also ich habe wirklich vor, das zu machen, weil sich viele Menschen mit diesem Trennungsmoment, weil der so endgültig scheint im Vergleich zu allem anderen, wahnsinnig schwer tun. Und ich finde auch, dass es in bestimmten Lebenssituationen jetzt nicht eine Übernachtentscheidung sein braucht.

Florian: Da gab es letztes Jahr dieses wunderbare Buch von Annie Duke zu Quit. Ja, genau.

Miriam: Aufhören. Und das mal ernster für sich, wirklich in Ruhe. Nicht auch wieder in einem aufgeregten Moment, sondern in Ruhe mit einer guten Tasse Tee und einem Kerzchen.

Florian: Wenn es keinen leistbaren Verlust gibt.

Miriam: Ja.

Florian: Das ist eine ganz kurze Antwort, ne?

Miriam: Ja, genau. und ich, normalerweise hören wir nicht so meditativ auf.

Florian: Ich hätte dem nicht den Dramen meditativ gegeben, sondern dramatisch, melancholisch.

Miriam: Melancholisch, genau. Ich will das auch da gar nicht reinziehen. Viele Menschen merken ja, nachdem sie etwas losgelassen haben oder sich auch von etwas getrennt haben, wie befreiend das sein kann und wie gut es ist und achten dann auch viel mehr drauf, mit welchen Menschen sie sich dann für die Zukunft umgeben. Wen Sie um sich herum haben wollen und steuern das auch viel mehr bewusst, lassen sich nicht mehr so irgendwo reinsetzen, wo sie sich dann Monate oder Jahre schlecht fühlen, weil andere Menschen sich irgendwie verhalten. Und das meine ich ganz liebevoll und auch nicht mal als die letzte aller Lösungen, sondern vielleicht sogar für manche Menschen mal ein bisschen frühzeitiger darüber nachzudenken.

Florian: Spür mal in dich rein. Als wäre das das Motto darüber. Spür mal in dich rein. Passt das? Wie gut fühlt sich das hier an?

Miriam: Und wir dürfen uns die Frage zurechtstellen. Also Florian und ich überlegen uns sehr wohl. Wir haben ganz, ganz wenig Freizeit tatsächlich. Das Leben haben wir uns selber so gebaut. Und wenn wir dann mal im Jahr vielleicht zwei oder drei Mal, wirklich, im Moment ist das die Quote, mit Freunden ausgehen, dann überlegen wir uns sehr genau, mit wem wir diese kostbare Zeit verbringen. Und zwischendurch habe ich dann zu Florian gesagt, weißt du eigentlich, dass wir immer so tun, als wären diese zwei, drei Mal mit Menschen ausgehen so kostbar, weil sie so selten sind. Wir sollten mit jeder Sekunde unseres Lebens umgehen. so umgehen und uns überlegen, mit wem will ich denn diesen Tag, diesen Abend, diesen Nachmittag verbringen, weil es ist mein Leben. Und es gibt nichts Kostbareres. Und wer weiß, wie viele Tage und Wochen und Monate ich habe. Also nur um das jetzt auch nochmal so ein bisschen größer zu scopen. Es ist Lebenszeit, auch in der Büroküche, auch bei einem Meeting. Und Dann habe ich an manchen Stellen in meinem Leben, wo ich denke, okay, da kann ich die Zusammensetzung jetzt nicht bestimmen, da arbeite ich dann daran, dass ich einen sehr hohen Entspannungsgrad habe. und vieles dadurch noch einfacher mit Humor betrachten und fühlen und wahrnehmen kann. Und das ist nur meine persönliche Lösung. Das soll keine Allzwecklösung für jedermann sein jetzt hier. Der Podcast soll ja auch ein Stück weit inspirieren und so ein bisschen zum Nachdenken anstiften und eben auch so dieses, packe ich jetzt alle Idioten in meinem Büro in einen Bus und fahre die zum Anti-Idioten-Seminar. Witzig wäre das auf jeden Fall. Vor allen Dingen, wenn die auch entsprechend noch T-Shirts haben, Fähnchen, genau.

Florian: Ich habe euch einen Teambuilding-Workshop geplant. Ich sehe euch morgen wieder.

Miriam: Wir freuen uns auf jeden Fall über alle Kunden und wir sind uns auch sicher, dass wir da

Florian: Falls du da so einen Workshop vorhast.

Miriam: Wahrscheinlich sehr spannende Menschen kennenlernen.

Florian: Wir freuen uns darüber. Und ansonsten machen wir tatsächlich das wie bisher. Wir bringen dich in die Wirksamkeit rein, für dich.

Miriam: Und in deine Stärke, ja. Das macht mehr Sinn, um diese Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Und deswegen freuen wir uns, dass wir vielleicht dann auch irgendwann mal wieder eine nächste Podcast-Folge machen. Ich will nicht sagen, dass es jetzt hier wieder zu Ende ist. Ich will allerdings auch nicht sagen, dass es weitergeht.

Florian: Boah, wir waren mal so konsequent mit jedem Dienstag.

Miriam: Ganz konsequent jeden Dienstag, ja.

Florian: Ich habe sogar schon überlegt, das ist jetzt Montagabend, als wir die Folge aufnehmen, ob ich sie direkt für morgen früh schedule. Oder überraschst du unsere StammhörerInnen? Ich weiß gar nicht, ob wir noch StammhörerInnen haben.

Miriam: Oh, die kriegen einen Schreck. Ja, so drei, vier werden schon noch da sein. Die kriegen echt einen Schreck.

Florian: Wir haben viele Downloads noch.

Miriam: Ich weiß, ich weiß, ich weiß. Deswegen sage ich, drei, vier wäre eine Quote, wo ich unterschreiben würde. Da bekommen wir bestimmt auch Post, die schreiben uns bestimmt eine Mail. Geht's euch gut?

Florian: Ansonsten findest du uns jetzt jede Woche auf YouTube am Donnerstagabend. Und mal sehen. Das Erstaunliche ist, wir sind jetzt bei Minute 40. Offensichtlich hatten wir was zu erzählen.

Miriam: Hat Spaß gemacht. Ich hoffe, dir auch da draußen.

Florian: Wir freuen uns über deine Nachricht, wenn du diesen Podcast wieder häufiger hören möchtest, weil uns das die Entscheidung einfacher macht.

Miriam: Zumindest einem von uns beiden sehr deutlich.

Florian: und dem anderen, dem sagt es dann, ob seine Entscheidung eine gute war oder nicht. Also ob deine Meinung zu seiner Entscheidung passt. We will see. Ja, aber wir dürfen mal wieder was über diese Metaprogramme auch machen.

Miriam: Ah ja, Lieblingsthema. Macht's gut, ihr Lieben.

Florian: Bis irgendwann. Tschö.

Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss bis nächste Woche. Bis zum nächsten Podcast.

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