Zwei Musical-Shows an einem Tag, dazwischen gearbeitet, und danach immer noch Lust auf Podcast. Manche Menschen ziehen scheinbar endlos Energie aus ihrem Tag, während andere nach der Arbeit für nichts mehr Kraft haben. Miriam und Florian fragen: Woran liegt das eigentlich? Und wenn du zu denen gehörst, denen abends nur ein „Das war jetzt nichts“ übrig bleibt — was kannst du konkret tun?
Wie fit sind wir eigentlich?
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.
Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Miriam: Wow, heute ist voll die Energie in der Luft. Ich merke das. Ich kriege so Schwingungen mit. Weißt du, wenn einfach alles läuft. Wenn nach 18 Stunden Musical-Tourneetag immer noch Podcast-Energie übrig ist.
Florian: Nach 18 Stunden.
Miriam: Ja?
Florian: Wir sind erst vor 15 Stunden, naja gut, du vor 16 Stunden aufgestanden.
Miriam: Nach 16?
Florian: Und du hast vorhin schon auf meinem Bauch vor dem Film geschlafen.
Miriam: Fünf Minuten.
Florian: Also ich erinnere mich an eine halbe Stunde aus dem Film.
Miriam: Sag mal das Thema vom Podcast. Das Thema vom Podcast ist, komm zu unserem Practitioner.
Florian: Was? Wir machen keine Reihen.
Miriam: Das war jetzt eine versteckte Werbung.
Florian: So versteckt war die gar nicht. Was ist denn das Thema heute?
Miriam: Das Thema ist, wie halte ich Energie an einem anstrengenden Tag? Viele Menschen kommen zu mir und sagen, wow, was du alles machst, das ist voll viel und da würde ich ja zwischendurch schon irgendwie die ganze Energie verlieren und das ist ja Stoff für drei Tage oder manche haben auch ganz konkret die Frage, wie kann ich denn mit meiner Energie so haushalten, dass es den ganzen Tag reicht, an dem ich fünf Meetings und dann abends noch Familienkonferenz und nachts noch ein Rendezvous habe.
Florian: Und was ist darauf deine Antwort?
Miriam: Medikamente.
Florian: Bitte was?
Miriam: Nein. Meine Antwort ist, dass ich, also erstmal gehe ich davon aus, dass Energie sowieso nichts ist, was messbar ist. Ich bin ja nicht so ein Wu-Wu-Mensch.
Florian: Wie kamen wir denn überhaupt auf dieses Thema?
Miriam: Ja, wir kamen auf das Thema, weil wir beide erschüttert sind, wie fit wir sind, obwohl wir zwei Musical-Shows am Tag spielen im Moment.
Florian: Wir sind gerade in dieser Theatergruppe Assenheim Zeit und spielen ein wunderschönes Musical und hatten heute Morgen tatsächlich um 10 Uhr die erste Vorstellung für die Kinder und dann heute Nachmittag für Erwachsene.
Miriam: Und jetzt machen wir einen Podcast.
Florian: Und zwischendurch haben wir beide noch gearbeitet.
Miriam: Ja, allerdings. Ein Podcast ist auch Arbeit. Ein Musical ist auch Arbeit. Ja, siehste. Da sind wir jetzt wieder bei dieser alten Begrifflichkeit. Ich glaube, wir hatten schon mehrfach in dieser Podcast-Reihe, das Wort Arbeit ist für viele Menschen verknüpft mit Mühe. Also Arbeit sozusagen ist etwas, was schwer ist und wo Geld dafür dann bezahlt wird und dafür darf sich eben auch mal schmerzlich anfühlen oder sehr anstrengend und dann sind Menschen abends fix und fertig, wenn sie von der Arbeit kommen und dann geht auch nichts mehr anderes, noch nicht mal joggen, da ist dann einfach Energie finito. Und ich merke immer, dass bei den Sachen, die mir Spaß machen, da entwickle ich eine Energie, ich könnte tagelang weitermachen. Ich weiß zum Beispiel, wenn Florian und ich auf Fortbildungen selbst fahren, also um uns fortzubilden, wir lieben das beide sehr und es ist für unseren Beruf als Trainer auch sehr wichtig, dann sind das immer so spannende Sachen, wenn der Seminartag um 18 Uhr zu Ende ist und es geht am nächsten Tag um 9 weiter, habe ich oft so dieses, wir können gerne die ganze Nacht durchmachen. Ich finde das gerade so spannend, mach doch einfach weiter. Und so ist es beim Musical auch. Wenn wir die zweite Show gespielt haben und ich habe was gegessen und getrunken, könnte ich noch eine dritte spielen.
Florian: Und ich habe schon gesehen, da hat Miriam mitten im Maskenraum, wo wirklich Highlife und Trubel ist, hat sie sich irgendwo einen Tisch ausgesucht, hat sich drunter gelegt und hat eine halbe Stunde geschlafen.
Miriam: Ja, stimmt. Auch das mache ich. Also ich höre zum einen auf meinen Körper. Wie funktioniert der gerade oder wie ist der in dieser neuen Situation unterwegs? Und auf der anderen Seite tanke ich so viel durch diesen Spaß, den mir die Sachen machen. Und ja, ich habe mir mein Leben so eingerichtet, dass ich fast ausschließlich Dinge tue, die mir Spaß machen.
Florian: Okay.
Miriam: Große Augen von Florian.
Florian: Ja, weil ich mich gerade gefragt habe, inwieweit das übertragbar ist. Tja. Also, wenn jetzt jemand zu Hause zuhört, wie? Wie meinst du das? Wie kann jemand das nachmachen?
76 Prozent — und die anderen 24
Miriam: Also ich kenne tatsächlich, und es gibt wohl auch Statistiken dazu, traurigerweise sehr viele Menschen, die bei dem, was sie die meisten Stunden des Tages tun, nicht so viel Spaß haben. Also es gibt in Deutschland 76 Prozent, war die neueste Zahl, die ich gehört habe von einem Kollegen, der sich damit beschäftigt, 76 Prozent aller Arbeitnehmer, die in einem Angestelltenverhältnis sind, und bei Selbstständigen gibt es keine Erhebung, soweit ich weiß. Bei Menschen, die in einem Angestelltenverhältnis sind, 76 Prozent, macht die Arbeit keinen Spaß. Sie tun sie, weil sie damit ihr Geld verdienen. Und der Spaß ist quasi nicht dabei. Immerhin wären das 24 Prozent, die Spaß haben bei dem, was sie tun. Das ist ja auch eine ganz hohe Zahl. So und jetzt wäre ja die Frage, wie machen diese 24% der Menschen das, dass sie etwas tun dürfen, Tag für Tag, 8, 9 oder 10 Stunden oder länger, was ihnen Freude bereitet, wo sie viel Energie erfahren.
Florian: Und jetzt die Antwort.
Miriam: Bitte. Ja ich jetzt.
Florian: Ja du, natürlich.
Miriam: Ja, die klassische Antwort, die ich immer höre, ist, die haben halt irgendwann mal Glück gehabt. Das war gestern wieder. Ich sprach mit einer Mutter von einem jungen Darsteller, die die Aufführung besucht hat. Und in der Pause sagte sie zu mir, ja, der würde so gerne Schauspieler werden und das geht gar nicht. Also ich will ja nicht, dass der am Hungertuch nagt. Ich habe dem gesagt, das macht er nicht. Also das lässt sie nicht zu.
Florian: Oh, er darf nicht?
Miriam: Er darf nicht, genau. Sie kann sich das auch überhaupt nicht vorstellen. Das ist viel zu schwierig. Und dann habe ich ihr meine fröhliche Geschichte erzählt. Mit diesen vielen Irrungen und Wirrungen, wie ich zum Fernsehen kam, ursprünglich beim Theater war. Ich habe sie schon oft erzählt. Und dann sagte sie, na da hast du ja richtig Glück gehabt. Und das fühlt sich nicht so an. Ich hatte nicht Glück. Ich habe immer etwas dafür getan, dass das passiert ist, was passiert ist. Ich war sehr hoffnungsvoll, ich war sehr optimistisch, ich war sehr fleißig. Immer. Ich war sehr zuverlässig, ich habe meine Ziele verfolgt. Ich habe immer wieder in diesen glückseligen Vorstellungen gebadet, die ich in meinem Kopf hatte, wenn ich eine neue Idee hatte, für das würde mir jetzt als nächstes Spaß machen.
Florian: Ja, das ist spannend, auch in unseren Seminaren oder im Practitioner, wenn wir unsere Geschichte erzählen. Miriam hat sehr früh gewusst, was sie gerne tun würde. Und bei mir ist es überhaupt nicht so gewesen. Also ich habe sehr viel gewechselt zwischen verschiedenen Jobs und verschiedenen Schwerpunkten. Immer mehr. Immer mehr. Also ich habe angefangen im Support mit IT und Computern und habe da sehr gut verdient. Und mir hat sehr viel Spaß gemacht, Menschen zu helfen. Und in dem Rechenzentrum, in dem ich gearbeitet habe damals, da war eben gerade in späten Abend- oder Nachtschichten war nicht so häufig der Kontakt zu irgendwelchen Kunden da. Und wenn, dann war es sehr, sehr kritisch. Und dann habe ich einen neuen Job reingewechselt, wo ich stellvertretende Leiter vom Support wurde und habe dann tatsächlich sehr viel Zeit am Telefon mit Kunden verbracht. Um Sachen für die zu machen und habe dann festgestellt, mich würden die Produkte mehr interessieren und weil mich eins so fasziniert hat, bin ich dann ins Produktmanagement reingewechselt dafür. Und dann habe ich entdeckt, dass mir Trainings Spaß machen und habe über diese Geschichte angefangen. Die ersten Trainings, die ich gehalten habe, waren tatsächlich auf Englisch und in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Miriam: Toll, oder?
Florian: Inzwischen ist ja ein guter Teil von unserer Zeit einfach mit Trainings voll.
Miriam: Und was ich raushöre, Florian, ist, dass du auch, wenn du step by step den Weg des Spaßes gegangen bist, also immer das, was dir gerade als nächstes wieder Freude bereitet hat oder was du spannend fandest, dann gab es so eine Art Punkt, an dem du plötzlich gedacht hast, boah, das ist ja auch cool. Das wäre ja auch schön, wenn ich da mehr machen würde. Und dann hast du den entsprechenden Weg gefunden.
Florian: Das ist jetzt tatsächlich halt die beste Erklärung, die ich rückwirkend so habe. Also es gab immer irgendwas, was mich an dem aktuellen Job, den ich gemacht habe, mehr Spaß gemacht hat als andere Dinge.
Miriam: Du hast nicht da gesessen und über das gemeckert, was dir keinen Spaß gemacht hat.
Florian: Vielleicht auch mal mit Kollegen, weiß ich nicht. Rückblickend war es nicht so wichtig, sondern rückblickend ist es das spannend, wo ich plötzlich mal was ganz Tolles machen konnte oder was ganz Tolles gemacht habe, weil ich meinen Job gut gemacht habe an der Stelle.
Miriam: So, da sind ja Parallelen drin.
Florian: Also ich habe einen guten Job im Support gemacht. Ich habe offensichtlich gerade mit dem einen Produkt, was wir damals verkauft haben, da kannte ich mich extrem gut aus. Und das war eben das, was ich tagtäglich gemacht habe. Und dann bin ich ins Produktmanagement für dieses Produkt reingewechselt und war dann zuständig für, wie sieht die Strategie aus und was bauen wir als nächstes.
Ganz individuell: Was macht dir wirklich Spaß?
Miriam: Ich weiß nicht, was der Hörerin oder dem Hörer, die uns jetzt gerade lauschen, besonders viel Freude macht. Und ich weiß auch nicht, ob es bei dem Job, den du da draußen gerade machst, so was gibt wie, da sind Teile, die sind mega cool und Teile, die sind nicht so cool. Ich habe heute mit einer Frau gesprochen, die in diesem Musicalprojekt beim Schminken hilft und das fantastisch macht und die hauptberuflich auf einer Intensivstation Krankenschwester ist und die jetzt entschieden hat, nach vielen Jahren, ich glaube über 20 Jahren im Krankenhaus, dass sie an der Berufsschule gerne andere Krankenschwestern unterrichten würde. Und sie hat jetzt das große Know-How und die Familie war erstmal dagegen, weil die alle gesagt haben, ja, dann bist du ja erstmal in ganz anderen Zeitabläufen, dann bist du ja auch tagsüber weg und nicht mehr abends oder nachts. Und am Ende war es dann wichtiger, dass sie viel Freude generiert jetzt wieder an dem, was sie macht und aus dem, was sie schon gelernt hat, jetzt etwas Neues erschafft. Das klingt so ähnlich wie das, was du gemacht hast.
Florian: Ich habe, als ich letztens eine Friseurin kennengelernt habe, war es auch sowas. Da gab es erstmal eine große Trainertätigkeit in einem großen Konzern und dann jetzt so eine Art Rückschritt erstmal. Also sie ist in ein großes Trainingskonzept reingekommen, wo sie als Trainerin gearbeitet hat mit ausgearbeiteten Konzepten und eben anderen Friseuren was beigebracht hat. Und jetzt kam eine kleinere Firma an und sie hat tatsächlich gewechselt und baut jetzt dieses Trainingsbusiness mit auf, weil sie sagte, das macht ihr mehr Spaß, als diese Trainings aus der Dose zu geben. Und das ist sehr spannend, weil es hätte ja auch sein können, dass es gerade dieses viel vor Leuten stehen ist. Dann wäre die große Firma vielleicht besser gewesen, als jetzt eine kleine. Also das ist ja sehr individuell. Was macht dir am meisten Spaß in deinem Job? Was ist das, womit du gerne mehr Zeit verbringen würdest?
Miriam: Und was ich immer beobachte, wenn Menschen Spaß haben an dem, was sie machen, ist so eine Unaufhörlichkeit. Also dieses, jetzt bin ich mal dabei, jetzt frickele ich hier weiter, jetzt mache ich da weiter. Die versinken in den Tätigkeiten, die entwickeln Energien, die entwickeln neue Ideen, um Dinge schneller, besser, einfacher zu lösen. Die werden kreativ und die sind mit Feuereifer dabei. Und diese Menschen dann zu fragen, sag mal, wie machst du das denn? Bist du nicht irgendwann kaputt? Dann sagen die einem knallhart, nö.
Florian: Oder sie sind halt angenehm glücklich kaputt oder nicht kaputt, sondern einfach am Ende des Tages ist halt viel passiert bei vielen Leuten. So ist es ja bei uns beiden auch, wir haben heute zwei Musicals gespielt, hatten mit den Kindern noch eine wahnsinnig tolle Zeit und dann jetzt noch Podcast und dann ist wahrscheinlich auch Zeit für entspannt den Abend ausklingen lassen, weil es morgen früh wieder weiter geht.
Miriam: Und es ist eine absolute Glückseligkeit, die, wenn ich dann im Bett liege und es ist dunkel und ich lasse den Tag nochmal so an mir vorüberziehen, dann ist es nicht dieses, ich bin jetzt, weißt du, was manche Menschen sagen, ich fühle mich jetzt so leer oder so. Es geht ja um die Energie.
Butter bei die Fische: Wenn der Job keinen Spaß macht
Florian: Nur was, wenn jetzt jemand sowas hätte? Also, jetzt mal hier, Butter bei die Fische. Was, wenn jemand jetzt jeden Tag in die Arbeit geht und sagt, am Nachmittag irgendwie oder am Abend, das war jetzt nichts. Da ist überhaupt nichts.
Miriam: Ist es dann die richtige Begrifflichkeit, das auf so eine Art Energiefeld zu schieben, das offensichtlich für diesen Menschen nicht zur Verfügung steht? Das ist wirklich die Frage, die ich in diesem Podcast gerne mal stellen würde.
Florian: Und ich frage mich, ob es nicht sogar sehr theoretisch ist. Weil wir haben, also mir fallen jetzt, wenn ich so drüber nachdenke, immer mehr Beispiele ein. Wir waren gestern Abend wunderschön essen in einer kleinen Burg und wir haben Gänseessen zelebriert. Und wir haben hinterher, weil die Bedienung so freundlich war, kurz mit ihr gesprochen. Und sie meinte auch, ja, sie freut sich, dass sie so einen guten Service liefern kann, weil das in diesem Restaurant, und das ist ein relativ kleines Restaurant, also keine große Fünf-Sterne-Küche oder so. Fantastisches Essen, nur jetzt nicht mitten in Frankfurt am Opernplatz oder so, sondern tatsächlich eher ländlich. Wunderbares Essen und die Bedienung hat eben gesagt, ihr macht es halt so einen Spaß, dann auch guten Service zu liefern an diesem historischen Ort. Und das ist ja auch was, was daran kommen könnte. Wir haben auch schon mit Bedienungen gesprochen in Pizzerien, wo sehr viele Kinder waren, wo sie gesagt haben, wow, das ist super Trubel hier, das freut sie auch. Also es ist tatsächlich sehr, sehr individuell. Nur was wenn nicht.
Miriam: Also für den Anfang, wenn jetzt einer sagt, ich mache jetzt gerade einen Job, den ich wirklich mache, nur um Geld zu verdienen, habe oft dieses Gefühl von Energie staubsaugern, Energie räubern, es gibt so ganz viele Begriffe für, das zieht mir dann Energie, sagen manche. Wenn das so der Fall wäre, dann wäre mein erster Tipp in diesem Podcast. Finde die Dinge, die an dem Job schön sind. Und wenn es der Blumentopf auf dem Schreibtisch ist.
Florian: Ah, jetzt nicht gleich wechseln oder was?
Miriam: Nee, brauchen wir gar nicht. In meiner Welt nicht. Punkt, jemand verdient damit das Geld, das er erstmal vorrangig glaubt, zum Leben brauchen zu wollen. Und es gibt im Moment jetzt noch keinen neuen Job. Klar, kann sich jeder Mensch zu jeder Zeit, während er in einer Festanstellung ist, irgendwo bewerben. Das geht ja. Heimlich. Und vielleicht sagen, so meine Idee ist, ich arbeite jetzt mal lieber was anderes und während ich hier noch sicher sitze, kann ich ja schon mal schauen, ob sich für mich andere Möglichkeiten ergeben. Vielleicht gibt das schon wieder mehr Spaß. Wenn das nicht in Frage käme, weil derjenige sagt, ich habe die Ausbildung nicht oder ich bin froh, dass ich diesen Job habe, alles gut, dann ist das ja schon mal was Gutes. Wenn du froh bist, dass du diesen Job bekommen hast, ist es ja schon mal was Gutes und du hast einen Job.
Florian: Weißt du, wen ich auch schon kennengelernt habe? Kollegen, die den Job tagsüber mit sehr viel Freude gemacht haben, um Punkt 5 Uhr gegangen sind. Also sie kommen morgens um 8.30 Uhr, gehen abends um Punkt 5 Uhr und machen dann nachmittags abends ihr Hobby noch. Also sie machen einen sehr guten Job und gehen dann einfach ins Hobby abends rein. Weil das ist, was sie gerne hätten.
Miriam: Das sind ja nicht die, die sagen, ich habe für nichts mehr Energie, oder?
Florian: Nee, das stimmt.
Miriam: Und ich gehe ja an die Menschen, die vor mir stehen und ich kenne einige. Wir kennen wunderbare andere Beispiele und ich kenne einige, die ganz ehrlich und mit Fug und Recht in ihrer Situation auch sagen, behaupten, ich verstehe nicht, wie du das hinbekommst, ich hätte die Energie nicht. Oder ganz viele Dinge in meinem Leben, habe ich das Gefühl, ziehen mir irgendwie Energie ab. Und das ist der Tipp. Weil offensichtlich, und das beobachte ich bei denen, die viel Spaß haben an dem, was sie machen, ist der Trick, kleinste Dinge auch wertzuschätzen, die schon mal in Ordnung sind oder gut.
Florian: Also der Blumentopf.
Miriam: Ich nehme jetzt nur profane Beispiele. Ich bin mal ganz profan. Weil es kann ja sein, dass da jemand besonders schön Orchideen züchtet auf der Fensterbank in seinem Büro. Oder die Computer, die in der Firma zur Verfügung gestellt werden, sind besonders schön. Oder da ist diese eine Kollegin, die wirklich nett ist und mit der es immer Spaß macht, einen Kaffee trinken zu gehen.
Florian: Das waren jetzt natürlich alles Beispiele, die nichts mit dem Inhalt der Arbeit zu tun haben, gell?
Miriam: Das stimmt. Weil offensichtlich ist es ja die Arbeit, die nicht so einen Riesenspaß macht. Wenn es die Arbeit ist, umso besser.
Florian: Wenn es die Arbeit ist, umso besser.
Miriam: Verstehst du, wenn jemand sagt, dann würde ich mit kleinen Sachen anfangen. Vielleicht fällt das am Anfang leichter. Wenn dir sowieso sofort Sachen einfallen, wo du sagst, ja das und das und das an dem Job, den ich gerade mache, ist echt cool.
Florian: Ja, dann ist es einfach.
Miriam: Dann ist es einfach. Weil sich zu, ja doch, sich zu fokussieren auf die Blödsinnigkeiten, die gerade, verstehst du, bei so einer Musicalproduktion, ganz ehrlich, Florian und ich könnten jetzt hier sitzen und jammern. Und zwar eine Stunde lang, wenn wir wollten. Wir spielen an Orten, die sind keine schönen, wir haben richtig tolle Theater dabei und wir spielen an Orten, das sind keine schönen Theater.
Florian: Und manchmal hat es auch gezogen. Also es ist tatsächlich, wenn ich jetzt drüber nachdenken wollen würde, was würde ich alles gerne geändert haben heute und wo ist mir was aufgefallen, was mich gestört hat? Ah ja, im Foyer hat es gezogen, zwischendurch hat es in Masken, in der Ankleide da auch so ein bisschen gerochen, nach der ersten Vorstellung und dann vor der zweiten, da war auch schon ordentlich Luft da drin. Mit den Pausenzeiten und mit... Sag ich doch.
Ein Training: den Blick auf das Schöne lenken
Miriam: So, wir könnten uns auf die Dinge konzentrieren, die da schräg laufen und wir können uns total auf die Dinge konzentrieren, die einfach nur mega cool sind da dran. Und das machen wir beide fast schon automatisch, denn, und jetzt kommt die gute Nachricht, das ist ein Training. Es ist ein Training. Die meisten Menschen sind darauf trainiert, die schlechten Dinge des Lebens zu finden. Das erleben wir häufig. Und es ist in unserer Gesellschaft als sehr normal angesehen, fühle ich oft, wenn Menschen sagen, das ist gerade doof, das ist gerade doof, das ist noch döfer, da läuft es gar nicht, ich habe das Gefühl, das zieht mir meine ganze Energie weg, die Kollegen sowieso, da sind so zwei, die machen den ganzen Tag Knatsch oder mobben oder sind einfach, keine Ahnung, biefig. Und alle würden es abnicken. Alle würden sagen, das ist doch normal. Das ist normal. Klar, weil 76% aller Leute leben so. So, jetzt kommen wir an die Stelle. Wenn du einen Unterschied machen möchtest, dann schau dir bitte Menschen an, die offensichtlich Zufriedenheit ausstrahlen oder sogar Glück. Und du denkst, boah, wie machen die das? Und dann frag sie doch. Wie machen die das? Uns beide hast du jetzt in Form dieses Podcasts gefragt. Wir haben dir gesagt, wie wir es machen. Und wir geben dir sozusagen eine klitzekleine Möglichkeit, dein Empfinden für die Energie, die dir zur Verfügung steht, zu erweitern. Indem du dich auf erstmal vielleicht die Kleinigkeiten konzentrierst, die schon schön sind. Das macht was. Und es verändert auch sofort das Gefühl für die Energie im Körper. Ich merke das immer gleich. Ich kam oft mit hängenden Ohren aus dem Fernsehsender, weil da sowas, meistens waren es nicht andere, sondern ich, ich war mit meiner Leistung nicht so zufrieden, ich hätte das besser machen können, da gab es so die ein oder andere Stelle, wo ich gedacht habe, hätte ich eine andere Formulierung gehabt und dann war Florian da. Und Florian ist NLP-Trainer und kann echt super schöne Sprachzaubereien. Und es war oft eine Sache von fünf Minuten, bis ich es geschafft hatte, dank Florian, der irgendwas Tolles erzählt hat, mich auf was zu fokussieren, was schön war. Und dann war es wieder gut. Dann ging es auf einmal besser. Auch innerlich, ich habe den Unterschied gemerkt.
Florian: Das war auch was, was wir tatsächlich zu Hause geübt haben. Wo, wenn du deiner Partnerin oder deinem Partner etwas Gutes tun möchtest, dann eben auch kurz zu fragen, wie war es in der Arbeit und was war denn das Schönste, was du heute erlebt hast? Das kann ja die Absprache sein, dass ihr sagt, das ist auf alle Fälle was, was wir uns jeden Tag erzählen möchten. Und wo wir drüber reden möchten, weil das ist vielleicht gut, wenn wir darauf mehr Aufmerksamkeit legen.
Miriam: Und ich würde an der Stelle Zynismus weglassen. Eine Freundin von mir hat das gemacht und hat gesagt, ja, wie soll ich das tun? Und dann habe ich gesagt, gut, dann gehen wir den Tag heute durch. Was war denn heute das Schönste bei dir auf der Arbeit? Und sie, also allerhöchstens der Kaffee und der schmeckt wirklich scheiße. Verstehst du, so der ist es nicht. Also da gibt es bestimmt irgendeine Kleinigkeit und dann haben wir das geübt. Und dann sagte sie, es hat den ganzen Tag geregnet, nur mittags kam auf einmal die Sonne raus und wir konnten, weil das ein Hochhaus ist in Köln, aus dem Fenster heraus einen Regenbogen sehen. Das war das Schönste heute auf der Arbeit.
Florian: Das ist wirklich nicht groß. Und es ist auch nicht klein.
Miriam: Und sie hat den Regenbogen bemerkt an dem Tag, an dem vielleicht viel Stress war. Ja. Und das ist auch das, was ich gefühlt habe, als ich mit dieser Mutter im Theater gesprochen habe, die Angst hat, dass ihr Sohn dann Profi-Schauspieler werden möchte. Dass der sein Studium abbricht und auf die Schauspielschule geht oder so. Dass wir eben übereingekommen sind, dass es so wichtig ist, dass wir gerade, wenn wir Kinder haben, was wollen wir Eltern denn für die? Dass die glücklich sind? Dass die immer viel Energie zur Verfügung haben, um die Dinge im Leben zu machen, die sie machen wollen? Das ist doch ein toller Wunsch. Und was wir uns für unsere Kinder wünschen, das dürfen wir uns doch auch für uns selbst wünschen. Und wir sind doch das Vorbild für unsere Kinder. Was erleben deine Kinder bei dir? Kommst du von der Arbeit und erzählst erstmal zwei, drei schöne Sachen? Oder stöhnst du erstmal? Was erfahren Kinder von dir übers Leben? Und wie gut es dir geht? Oder wo du Hoffnung schöpfst? Oder wo du schöne Dinge entdeckst auf dem Weg? Vielleicht ist es der Weg zur Arbeit.
Florian: Dann wäre es quasi, wenn du es nicht für dich selber machst, dann tue es für deine Kinder. Lass es dir gut gehen.
Miriam: Auf dem Weg zur Arbeit. In Köln gibt es die Jongleure an den Ampeln.
Florian: Die mag ich tatsächlich auch sehr gerne.
Miriam: Die bekommen von uns immer viel Geld, wenn die uns erwischen.
Florian: Es gibt an zwei Ampeln, gibt es regelmäßig, ich weiß gar nicht, ob das durchziehende Leute sind, so Jongleure, die, ich glaube, auch kein Deutsch sprechen, also zumindest mal mit einem, der so zwei, drei Worte mit mir gewechselt hat, der kam, glaube ich, nicht aus Deutschland.
Miriam: Die jonglieren während der roten Ampelphase.
Florian: Genau, die Ampel wird rot und das ist so eine reine Autoampel, also kein großer Fußgängerüberweg. Und dann stellen die sich in die Mitte und jonglieren. Und offensichtlich haben sie es gut getimt, wie lange es rot ist. Und kurz bevor es wieder grün wird, gehen sie an zwei, drei, vier, fünf Autos durch, die da vorne sind. Und dann bekommen sie eben was oder auch nicht. Und ja, dann warten sie auf die nächsten. Und das ist tolles Entertainment, finde ich. Und der erwischt natürlich auch noch eins meiner Wohlfühlfelder. Das ist sowieso das. Das ist halt das, was Miriam und ich jetzt immer weiter ausgebaut haben. Und an dieser Stelle Werbeunterbrechung.
Werbeunterbrechung und Ausklang
Florian: Werbeunterbrechung. Im Januar findet das erste Mal unser Coach Basic statt. Und wir machen eine Coach-Ausbildung für NLPler, also Leute mit Vorbildung und für Menschen, die noch keine NLP-Vorbildung haben, um anderen Leuten zu helfen. Miriam hat dazu einen tollen Blogpost geschrieben und den Newsletter, wenn du uns eine E-Mail schreibst, schicken wir dir den nochmal weiter. Und wir hatten ja den Podcast letzte Woche dazu. Und dann findet auch wieder der NLP Practitioner statt, der Lizenzierte aus Amerika. International anerkannt und eben im Februar bei uns und dann im März fliegen wir zum Trainer nach Orlando.
Miriam: Ja, mit den zukünftigen NLP Trainern. Ja, ein grandioses 2019.
Florian: Werbeunterbrechung.
Miriam: Ach, ich könnte 24 Stunden durchmachen, wenn ich mir das alles überlege.
Florian: Ja, wir arbeiten seit vier Jahren oder fünf Jahren jetzt fast da dran, dass wir mehr Zeit mit solchen Sachen verbringen. Und wenn wir unsere Erfahrungen vor, bevor wir uns kennengelernt haben, mitzählen, dann ja schon viel länger noch.
Miriam: Also überleg dir, wie du noch mehr Spaß generieren könntest oder noch mehr schöne Dinge über den Tag entdecken und dich darauf konzentrieren kannst. Das ist der erste Schritt in dieses Gefühl von, da ist endlos viel Energie für dich. Es gibt keine Grenze. Es gibt einen Tag- und Nachtrhythmus und einen Schlafbedarf. Und der ist ganz normal. Den haben auch Menschen wie Florian und ich. Irgendwann schlafen wir.
Florian: Ich mehr als Miriam.
Miriam: Hey, wenn es darum geht, in den Wachstunden das Leben voll auszukosten und zu genießen, dann bitte kümmere dich darum, dass das stattfindet. Weil das Leben ist zu kurz, um das nicht zu erleben. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, dann schau gerne auf unserer Seite vorbei. Ich habe ganz viele Blogposts schon dazu geschrieben mit noch mehr Hinweisen, was du tun kannst. Und stell auch gerne Fragen zu diesem Podcast direkt unter dem Podcast auf unserer Seite. Ich beantworte die sehr, sehr gerne. Wir sind gerne im Dialog mit euch. Und jetzt gehen der Florian und ich in die Haia.
Florian: Weil morgen früh stehen wieder 300 Kinder schreiend vor uns. So cool. Und ich bin ja das Krokodil im Stück, also der Bösewicht. Das heißt, ich werde wieder ausgebuht wahrscheinlich.
Miriam: Die haben nicht gebuht, die haben nur zu dem Guten gehalten.
Florian: Naja, als ich sie gefragt habe, in welche Richtung denn der Gute gerannt ist, haben sie in alle möglichen Richtungen gezeigt.
Miriam: Ja, ist doch klar, dass die das nicht verraten. Logisch, hätte ich auch nicht gemacht. Es gibt noch Karten unter addtickets.de, die Sternenjäger. Kannst du vom 6. bis 9.12. noch Tickets bekommen, das sind Shows, in denen es noch Tickets gibt.
Florian: Oder einfach tegas.de, also Theodor, Gustav, Anton, Siegfried, tegas.de, weil da sind die Vorstellungen nämlich auch direkt verlinkt.
Miriam: So ihr Lieben, danke fürs Zuhören, auch in dieser Woche wieder und am nächsten Dienstag gibt es wieder einen kontext*denken-Podcast mit den beiden Gehirnen.
Florian: Der Miri und mir. Bis dann. Tschüss.
Miriam: Ciao. Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss bis nächste Woche. Bis zum nächsten Podcast.