NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 117

Nur unter Druck entstehen Diamanten

Under Pressure - arbeiten wie ein Diamant?

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In dieser Folge

Darum geht es

Under Pressure - arbeiten wie ein Diamant? Überall können Menschen Druck spüren, wenn sie es wollen: auf der Arbeit, bei der Kindererziehung, sogar in der Partnerschaft. In der Schule wird „Druck gemacht“ und am Ende sogar beim Arztbesuch. Ja, wie bitte sollen die Unterdrückten da draußen da bitte nicht irgendwann in die Knie gehen? Und geht manches auch einfach nicht ohne Druck? Was wäre die Alternative? Miri versucht in diesem Podcast mal, Florian unter Druck zu setzen. Und warum das nicht gelingt und was Florian macht, um Druck gar nicht erst an sich heran zu lassen, das erfährt der geneigte Hörer in dieser Podcastfolge. Viel Spaß! 😊

Es geht um den Satz „Nur unter Druck entstehen Diamanten“ – und um die Frage, ob Menschen unter Druck wirklich besser arbeiten oder lernen. Florian spricht über das „Druckoptimum“, das viele Führungskräfte vermuten, und darüber, was passiert, wenn das Angstsystem im Kopf anspringt und das kreative Denken abschaltet. Miriam erzählt von ihrer klassischen Klavierausbildung am Konservatorium und dem Wendepunkt, als Freude an die Stelle von Zwang trat. Außerdem: das Prinzip „Community building first, decision second“, hin-zu und weg-von im NLP, Motivation von Kindern und Teams, und wie ein gemeinsames Ziel Druck ersetzen kann.

Lesefassung

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Kapitel dieser Folge
  1. „So nicht“ – der Podcast unter Zeitdruck
  2. „Nur unter Druck entstehen Diamanten“
  3. Hin-zu und weg-von: zwei Wege zum ersten Schritt
  4. Das Druckoptimum: Wo Leistung kippt
  5. Community building first: Gemeinsame Ziele statt Druck
  6. Wissensarbeit, Angstsystem und der Wert von Ritualen

„Nur unter Druck entstehen Diamanten“ – kennst du diesen Spruch aus dem Büro? Miriam versucht in dieser Folge, Florian tatsächlich unter Druck zu setzen, direkt zu Beginn, früh morgens, auf dem Sprung. Es funktioniert nicht. Und aus diesem missglückten Versuch entwickelt sich ein Gespräch darüber, was Druck wirklich mit Menschen macht – beim Klavierüben, im Sportverein, in der Schule und in Teams, mit denen die beiden arbeiten.

„So nicht“ – der Podcast unter Zeitdruck

Miriam: Willkommen bei kontext*denken.

Miriam: Zwei Gehirne, ein Podcast.

Miriam: Mit den Themen, die das Leben so schreibt.

Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.

Miriam: So, jetzt mal zackig. Los geht's. Wir haben heute keine Zeit. Wir sind beide schon wieder auf dem Sprung. Die Jetsetter unterwegs. Ganz viele Jobs. Es ist früh morgens. Der Podcast darf jetzt in den Kasten. Setz dich mal grad hin. Atme mal ein. Mach mal. Wir haben keine Zeit.

Florian: So nicht.

Miriam: What?

Florian: So nicht. So habe ich keine, nein. So möchte ich das nicht. Als könnten wir einen besseren Podcast produzieren, wenn wir es unter Druck machen.

Miriam: Ja, das Leben ist kein Ponyhof. Manchmal braucht man das.

Florian: Außer du bist Ponyhof-Besitzer. Was sagst du mit denen? Du hast jetzt eine Randzielgruppe in unserem Podcast abgehängt. Die ganzen Ponyhof-Besitzer. Die sagen, mein Leben ist ein Ponyhof. Was mit denen?

Miriam: Florian, wir wollen einen sinnvollen Podcast aufnehmen.

Florian: Das stimmt. Und das machen wir entspannt.

Miriam: Ja, das geht nicht, wenn wir kaum Zeit haben. Wenn wir irgendwie gerade eben heimgekommen sind, die Koffer schon wieder umpacken und der nächste Flieger schon wieder geht.

Florian: Ja, dann wäre es vielleicht besser, das Ganze zu lassen.

Miriam: Nee, das geht auch nicht. Und wir können ja auch mal den 5-Minuten-Podcast aufnehmen. Den Schinken zusammenfetzen.

Florian: Die hört sowieso meine Stimme, also falls sich der eine oder die andere Hörerin wundert. Ich bin der gleiche Florian wie sonst auch immer. Lachen geht auch noch, nur reden nicht.

Miriam: Florian hat sich letztes Wochenende beim Musical überlegt, mal einen auf Johnny Cash zu machen und seine Stimme ins Whisky-Glas zu tunken. Viel Brüllerei auf der Bühne, hä? Viele Wiederholungen, hä? Viel gesungen, hä?

Florian: Ja, singen ist es nicht so.

Miriam: Ja, geht den Endspurt, jetzt gilt's. Jetzt kommt's drauf an.

Florian: auf www.tegas.de. Theodor, Gustav, Anton, Siegfried, Siegfried. Gibt es noch Karten für den 6. bis 9., äh, 12.?

Miriam: Ja, das stimmt. Da sind Shows, wo es noch Karten gibt. Ja. Ja.

„Nur unter Druck entstehen Diamanten“

Florian: So, und eine der Annahmen, die wir da auch gesehen haben, ist, wenn die Leute nicht spuren, dann gibt es Druck.

Miriam: Oh, das ist auch in der Schule oft noch so. Oder in der Firma.

Florian: Ja, in der Firma kenne ich das auch. Kennst du diesen tollen Spruch? Nur unter Druck entstehen Diamanten.

Miriam: Ja, herrlich.

Florian: Weißt du, was ich dann immer antworte? Außer du hast Tomaten. Dann gibt es Tomatensaft.

Miriam: Das stimmt.

Florian: Und ich weiß nicht, was wir manchmal haben in den Unternehmen.

Miriam: Ja, und dieses altpreußische, ich mache den Leuten Druck über irgendetwas. Ich meine, das kann bei so einer Theaterinszenierung einfach der Termin der Premiere sein, der funktioniert. Das kann in der Firma ein Umsatz sein oder ein Drohnen mit Stellenstreichungen oder was auch immer. Also es ist immer ein Drohnen hinter Druck, oder? Ist es ein Drohnen?

Florian: Ich glaube auch, ja. Also es ist selten, dass jemand kommt und sagt, wow, ins Land, da wo Milch und Honig fließen, da wo wir alle gemeinsam kooperativ zusammenarbeiten und uns den ganzen Tag über gut geht in der Firma, wenn wir tolle Kundenprojekte erfüllen und gleichzeitig noch was für eine bessere Welt tun. Dafür lasst uns schneller arbeiten. Wenn jemand solche Bilder in die Köpfe der Kollegen oder Mitarbeiter zaubern kann, dann braucht der, glaube ich, nicht noch sagen, und wir müssen da jetzt hin.

Miriam: Fühlt sich komisch an. Und ich habe in meinem Leben genau das Gegenteil erfahren.

Florian: Was denn?

Miriam: Ja, dass es immer nur mit Druck ging. Also, dass ich alle meine Skills, alle meine Fähigkeiten, die ich erworben habe, sei es im Singen, im Tanzen, im Klavierspielen, immer nur durch Druck... Mir angeeignet habe. Nicht immer, nicht immer, oft. Es gab auch Begeisterung. Also das, was du eben geschildert hast. Das gab es auch, dass ich mich aus mich selbst heraus motiviert habe.

Florian: Jetzt hast du aus dir selbst heraus gesagt. Eine Führungskraft hat dir das wahrscheinlich noch nie so aufgemalt, dass du dann dachtest, oh wow, das habe ich vorher nicht gesehen, jetzt verstehe ich es. Ich will dahin.

Miriam: Ja, stimmt.

Florian: Ich glaube, die sind sehr rar gesät, was ich so sehe in der deutschen Führungskreiselandschaft.

Miriam: Ja lustig, bei mir waren es Dinge, die ich dann unbedingt können wollte, wo ich sehr viel Energie, zum Beispiel habe ich sehr unter Druck Klavierspielen gelernt, weil ich Elevin am Dr. Hochs Konservatorium war in Frankfurt, das ist eine historische Klavierschule, die an die Universität angeschlossen ist und wo Stipendiaten hingehen dürfen. Da geht es richtig zur Sache, also das ist nicht irgendwie... Milch und Honig in einem Land, sondern das ist vier Stunden am Tag mit Steinen auf der Hände. Also das ist nicht spaßig. Und da habe ich eben unter diesem Hochdruckverfahren Klavierspielen gelernt und dann lernte ich einen Big Band Leader kennen, der ganz anders an Musik herangegangen ist, als ich das gewohnt war aus dieser klassischen Laufbahn heraus. Und der hat eine Freude, eine innere kindliche Freude an Musik gehabt, mit der mich angesteckt hat.

Florian: Darüber kam noch mal mehr Freude zurück, wirklich?

Miriam: Darüber kam eine Menge Freude zurück und ich habe mich wegen, und ich habe mich, weil ich das so können wollte wie er und weil das so Spaß gemacht hat und weil ich mich immer schon so auf die nächste Probe gefreut habe mit dieser Band, habe ich mich wirklich freiwillig nächtelang hingesetzt und schwierigste Sachen geübt und hatte meinen Spaß dabei. Okay. Und das war eines der wenigen Highlights in dem Bereich, weil alles andere kenne ich sonst tatsächlich unter Druck. Also erstmal mit hängenden Backen hin, wenn ich dann dabei bin, geht's.

Florian: Weil dir die Tätigkeit selber Spaß macht, oder?

Miriam: Ja, genau. Weil es dann irgendwie läuft und wenn ich schon mal dabei bin, ziehe ich es auch durch. Und der Schritt dahin immer schwer, immer schmerzhaft. Das Training oft schmerzhaft zwischendrin, dann für mich selbst so dieses... Wenn ich das durchgezogen habe, dann bin ich irgendwie härter geworden. Und ich weiß nicht, ob es gesund war. Das kann ich dir nicht sagen. Es hat auf jeden Fall zumindest teilweise Erfolg gehabt. Ich kann heute ganz gut Klavier spielen und ich kann auch ganz gut singen.

Hin-zu und weg-von: zwei Wege zum ersten Schritt

Florian: So aus unserer Trainersicht als Trainer für neurolinguistisches Programmieren oder kurz NLP. Kann es ja vielleicht sogar Sinn ergeben. Es gibt ja diese Unterteilung von Motivationsprogrammen von Menschen, die wir gerne vornehmen oder die wir übernehmen im NLP, dass wir sagen, es gibt Menschen, die sind hin zu motiviert, das sind die, die das Land in dem Milch und Honig fließen. oder die eben diese große Vision haben und die sagen, aus der heraus motivieren die sich, kommen die in den ersten Schritt rein. Und dann gibt es andere, die eher eben sich vorstellen, zumindest die sich bisher vielleicht vorgestellt haben, was alles ganz Furchtbares passiert, wenn sie etwas nicht tun und aus diesen furchtbaren Vorstellungen heraus dann den ersten Schritt machen.

Miriam: Ja, es wird uns so beigebracht, entschuldige mal. Also jetzt abgesehen von diesen NLP-Prototypen, die wir da vorliegen haben können, wenn ich beobachte, wie Kinder erzogen werden, wenn ich beobachte, wie auf Kinder Druck ausgeübt wird, wenn sie etwas nicht so tun, wie es die Gesellschaft, die Eltern oder die Schule von ihnen verlangt, dann ist es ein gesellschaftliches Erziehungssystem, das immer noch sehr stark auf Druck basiert. Also sie müssen ihre Hausaufgaben machen, weil sonst fliegen sie durch oder bleiben sitzen oder irgendwann ganz von der Schule. Sie müssen zu bestimmten Zeiten konzentriert da sitzen und Dinge tun. Jetzt könnte man sagen, ja, dann rufen wir doch hier über den kontext*denken-Podcast mal Anarchie aus und sagen, hier, es gibt ja liberale Schulen, wo die Kinder selbst, also sie gibt es, es gibt ein paar wenige in Deutschland, wo die Kinder sich wirklich selbst entscheiden können, was sie jetzt als nächstes tun oder auch nicht tun. Wie erfolgreich das ist, da gibt es noch keine Langzeitstudien, weil so lange gibt es diese Schulen noch nicht. Und irgendwie funktioniert auch da das System. Also tatsächlich findet dort Unterricht statt. Mit Kindern. Wo wir jetzt vielleicht alle denken würden, die gehen doch niemals freiwillig in Mathe, wenn die die Wahl haben. Aber scheinbar doch. Und keine Ahnung, ich habe mich damit noch nicht intensiv geschätzt.

Florian: Vielleicht benutzen viele Menschen, die jahrelang in Mathe gegangen sind, einfach nie wieder Mathe. Ich merke das ja auch. Tatsächlich benutze ich sehr gerne ein paar Apps auf dem Telefon. Wo regelmäßig so Fragen gestellt werden zu mathematischen Kontexten, so irgendwelche Würfelschnitte oder Kreisschnitte und dann geht es darum, wie sieht die Fläche aus, die unten runter liegt oder oben drüber und mir macht es tatsächlich Spaß, mich dann damit noch zu beschäftigen oder lineare Algebra da noch so ein bisschen dran rum zu vordeln. Ich bin da nicht mehr besonders gut, weil ich nicht so viel mache damit, nur mir macht es tatsächlich Spaß, drüber nachzudenken, wie sich jetzt die Fläche von irgendwas verändert oder das Volumen von irgendwas verändert und wenn ihr Miris gesehen habt,

Florian: Erickson, Miriam Deforth, Florian Groß, kontext*denken

Miriam: Wir heilen Kindheitstraumata. So, wenn ich die Wahl gehabt hätte, hätte ich alle naturwissenschaftlichen Fächer abgegeben.

Florian: Echt? Ja. Ich finde es immer noch spannend. Ich hole mir auch das neue Buch von Stephen Hawking. Das macht mir tatsächlich Freude, darüber zu lesen und danach zu forschen.

Miriam: Das heißt vermutlich brauchen sie in der Schule auf dich wenig Druck auszuüben im Bereich der naturwissenschaftlichen Fächer.

Florian: Also die Geschichte meiner Mutter geht anders. Meine Mutter meinte immer, dass das große Thema war, dass ich früher, wenn sie versucht hat Druck auszuüben, dann halt mit einer 2 nach Hause gekommen bin und gesagt habe, lass mich in Ruhe. Also einfach, weil ich mit einer 2, weil ich einfach Standard auf einer 2 gelandet bin, dann immer sagen könnte, ich will nicht üben, ich möchte da nichts machen, ich mache was anderes. Und dann hat sie, ja, du könntest doch bei einer 1 sein. Nee, nicht wirklich.

Miriam: Okay, also da hast du dich schon immer entzogen?

Florian: Sport. Ich habe gerade über Sport nachgedacht, am ehesten, weil ich da nicht so Lernfortschritte gespürt habe. Also da war tatsächlich, zu den Zeiten, wo ich so ein bisschen neben Schule Sport gemacht habe, fand ich den besser, weil wir da konsequenter trainiert haben und ich das Gefühl hatte, da lerne ich mehr. Und Lernen und Wissen, das sind immer noch große Werte bei mir.

Das Druckoptimum: Wo Leistung kippt

Miriam: Das stimmt. Ja, wie ist das jetzt mit dem Druck?

Florian: Ja, die Annahme, die dahinter steckt, ist ja, dass über Druck tatsächlich mehr Leistung gemacht wird oder mehr Lernen stattfindet oder mehr Wissen stattfindet. Oder bei den Mitarbeitern, dass die unter Druck schneller arbeiten. Das ist eine spannende Annahme. Weil da natürlich auch gerade für Führungskräfte die Frage dahinter steckt, woher weiß ich denn, wann ich genug Druck ausgeübt habe oder würde der Mitarbeiter, wenn ich noch ein bisschen mehr Druck gebe, nicht noch schneller arbeiten? Also ab wann habe ich denn dieses Druckoptimum erreicht, dass ich wirklich hinter dem... Kollegen Meier dahinter stehe und sage, ich habe so viel Druck, der arbeitet jetzt so schnell, wie es halt maximal geht. Und leider, leider, leider haben, glaube ich, viele Führungskräfte in Deutschland den Eindruck, dass das irgendwann aufhört, also dass mit ansteigendem Druck der Mitarbeiter schneller wird. Und wenn der Druck steigt und steigt und steigt, dann erreicht er irgendwann sein Optimum. Und wenn der Druck dann noch ein bisschen steigt, dann bleibt er einfach im Optimum drin. Und deswegen geben sie lieber ein Stückchen zu viel Druck, weil dann sind sie auf alle Fälle auf der sicheren Seite.

Miriam: Platzen die dann irgendwann?

Florian: Ich glaube, dass das irgendwann dann nicht mehr funktioniert. Dass ein sehr schmaler Grad ist von ich motiviere jemanden irgendetwas zu tun über Druck von außen und das ist eher so wie bei mir dann damals.

Florian: Erickson, Miriam Deforth, Florian Groß, kontext*denken

Florian: und führt dann eher dazu, dass auf Dauer vielleicht auch ein Frust entsteht und ich sage, ja, also passiert sowieso nichts mit den 60 Sachen. Geht wieder ein Stückchen runter. Und das ist eine spannende Frage, gerade wenn du zu Hause als Führungskraft vielleicht zuhörst. Und wie denkst du, funktioniert das? Ist das tatsächlich so? Wir üben Druck auf jemanden aus, ich übe Druck auf jemanden aus, dadurch wird der ein Stück weit schneller. Bleibt die Qualität gleich oder nicht? Vielleicht auch noch eine spannende Frage. Wie ist das mit dem Spaß und der langfristigen Leistungsfähigkeit? Was passiert in den Dimensionen? Und dann, was passiert, wenn zu viel Druck kommt? Bleibt das einfach... Stabil oder geht das wieder runter? Über solche Sachen mache ich mir in Teams Gedanken.

Miriam: Das macht ja auch Sinn, wenn ich überlege, wie wir gelegentlich da stehen mit den beiden jüngeren Bewohnern dieses Hauses, die beide ja auch zur Schule gehen und dort Verpflichtungen haben oder auch Verpflichtungen außerhalb der Schule eingegangen sind, wie Sport oder Musikinstrument. Wie motiviere ich die? Welche Wege habe ich bis jetzt gefunden, die dabei zu unterstützen, dass sie zum Beispiel sich regelmäßig hinsetzen und an ihrem Instrument üben? oder dass sie ihre Hausaufgaben zuverlässig machen. Und ja, mit Druck komme ich ein Stück weit. Also indem ich mit irgendwas drohe. Wenn sie nicht das jetzt erst machen, dann passiert danach das nicht.

Florian: In einem Verein, in dem ich bin, gibt es jetzt für alles Mögliche. Zum Training zu spät kommen kostet 5 Euro. Ja. Trainingsklamotten nicht komplett dabei haben, kostet 5 Euro. Die Herausforderung ist, das ist jetzt so inflationär, dass ich mir denke, zahle ich halt 500 Euro ein, habe ich 100 gut.

Miriam: Also das könnte ich ja auch machen.

Florian: Ich frage mich dann auch immer, wenn jetzt der Trainer das Training versemmelt oder wenn wir jetzt nicht optimal, trotz all dieser Maßnahmen, nicht optimal spielen, zahlt der dann auch 500 Euro ein?

Miriam: Ja.

Florian: Wenn wir uns jetzt an alles halten, was der sagt, wo der sagt, das ist gut und dann passiert trotzdem noch irgendein Mist. Was macht denn der dann?

Community building first: Gemeinsame Ziele statt Druck

Miriam: Was wäre denn die Alternative?

Florian: Für mich? Das ist nicht so einfach.

Miriam: Oh. Ja, dann hören wir jetzt auf mit dem Podcast. Sorry da draußen, diesmal kein Tipp.

Florian: Ja.

Miriam: Mach weiter Druck. Ist nicht so einfach.

Florian: Das ist der Wechsel in das, für mich ist es der Wechsel in das Weltmodell rein, dass die Menschen da draußen die Dinge im Rahmen ihrer Möglichkeiten schon wahnsinnig gut machen.

Miriam: Oh wow.

Florian: Sei ja, ist nicht so einfach. Also es ist sehr einfach und nicht so einfach.

Miriam: Ja, weil das Kind irgendwie wochenlang nicht Klavier üben zu sehen, dafür jeden Monat teures Klavierschulgeld zu bezahlen, finde ich nicht so einfach. Dann zu sagen, der macht das schon gut im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Florian: Bei Kindern gibt es da vielleicht, gerade wenn die in einer Phase sind, gerade wenn die noch sehr jung sind, unter 10 oder unter 12, unter 14, Wo die vielleicht die langfristigen Konsequenzen von ihren Handlungen noch nicht so abschätzen können und wo wir denen noch beibringen, was bedeutet das, wenn ein Kind einfach wahnsinnig gut mit vier oder fünf schon Klavier spielen kann und übt dann nicht regelmäßig und bleibt da nicht dran, dann wird das mit der Berufskarriere als Musiker vermutlich nichts, habe ich von Miriam gelernt. Nur in den meisten Kontexten, über die wir reden, geht es ja um die Arbeit mit Erwachsenen oder mit Menschen, die zumindest schon abschätzen können, was ihre Handlungen mittel- und langfristig zu tun haben. Die meisten Menschen geben sich, glaube ich, wenn wir ihnen Raum geben, so ist meine Erfahrung mit Menschen. Wenn ich denen sage, was mir wichtig ist und wenn wir gemeinsam darüber abstimmen, was könnten unsere gemeinsamen Ziele sein, dann geben die sich genauso wie ich Mühe, die zu erfüllen oder geben ihr Bestes in dem Moment. Und manchmal fällt mir an der einen oder anderen Stelle vielleicht auf, wow, da könnten wir noch dies oder jenes machen und dann...

Miriam: Was mir aufgefallen ist in unserer Arbeit gemeinsam im Businessbereich ist, dass wenn sich Unternehmen oder Führungskräfte oder Übungsleiter, Lehrer die Zeit nehmen, gemeinsam mit der Gruppe ganz offen und in einem sehr kreativen Umfeld über die Ziele nachzudenken oder das Ziel, was hinter bestimmten Handlungen steht. Dann gibt es ganz wunderschöne Ansätze. Und manche von den Menschen, mit denen wir gearbeitet haben, haben es dann besser formuliert als ich, wo wir hinwollen oder was dafür wichtig ist. Und es ist ganz einfach, weil es im Prinzip nur ein, wir sammeln das jetzt mal zusammen. Wofür sind wir denn eigentlich hier? Also wofür versammeln wir uns hier einmal in der Woche in der Sporthalle oder auf der Probenbühne im Musical?

Florian: Und das kurz in Erinnerung zu rufen, vor jedem einzelnen Training.

Miriam: Und ich glaube, da diskutieren wir ja auch öfter mal mit den Menschen, die uns einkaufen. Ja, da brauchen wir ja zwei Stunden für. Und wir sagen, ja, das wird schon knapp. Ja, zwei Stunden an dem Tag, wir haben doch nur zwei Tage, da sind zwei Stunden schon weg, nur dafür, dass wir noch, die wissen doch alle, warum sie, das steht doch in der Einladung. Und wir sagen ja, und das zu fühlen, also da wirklich das selbst zu fühlen und sich selbst eine Vorstellung zu machen, ist ein anderer Schritt. Und die kommen von irgendwoher, die kommen aus ihrem Alltag, die kommen aus Stress zu Hause, die kommen vielleicht vom Stau auf der Autobahn.

Florian: und vielleicht verstehen sie auch manche von den Facetten, die hinter einem bestimmten Ziel stehen nicht. Oder wir kommen als Gruppe zusammen und mir gegenüber steht jemand, die ganz andere Ziele hat innerhalb desselben Kontext als ich und wenn ich davon weiß, können wir vielleicht was Sinnvolleres daraus machen, als wenn ich nur denke, so wie ich das Ziel verstanden habe, das ist das, was wir alle gemeinsam tun wollen.

Miriam: Dieses gemeinsam sich einnorden, ohne dass einer vorne steht und einpeitscht. Da gibt es wunderschöne Formate. Und ja, wenn du solche Übungen mit Gruppen, mit Teams, mit Mitarbeitern machen möchtest, dann nimm dir die Zeit. Wir haben die Erfahrung gemacht. Gibt es auch Kurzformate?

Florian: Es gibt auch Kurzformate und die Frage ist halt immer, wie fit ist die Gruppe schon? Wenn wir das mal gemacht haben in einem größeren Kontext, dann ist es natürlich auch einfach, das in Erinnerung zu rufen. Wenn wir schon x-mal Formate geübt haben an der Stelle, um dass die Menschen sich kurz vorher, bevor du in einen Termin reingehst, dass du dich kurz, einfach kurz Luft holst und dir nochmal beim Einatmen überlegst, was ist denn das, was du jetzt gerne erreichen möchtest und beim Ausatmen einfach all die Dinge, die jetzt nicht mehr wichtig sind, aus dir rausatmest. und dann in den Termin reingehst, dann ist das ja mit ein bisschen Übung geht das relativ easy. Beim ersten Mal, wenn Miriam und ich die Übung machen mit Gruppen, dass wir sagen, wie sieht das denn aus in einem Jahr? Also jetzt mal, was passiert denn dann hier in der Firma? Welche Interaktionen finden statt? Erzählt uns doch mal, was passiert, wenn du hier morgens in die Firma reinkommst? Was ist denn das, was du siehst und hörst? Und wie fühlst du dich? Und wer steht wo? Und was ist gerade passiert? Und wie reagiert ihr darauf? Ganz anders als heute vielleicht noch. Dann ist es schwierig in der Vorstellung manchmal noch gewesen. Nur mit der Übung, wenn wir das zwei, dreimal gemacht haben, dann geht es auch relativ zügig. Und klar gibt es auch kleinere Übungen dafür, mit dann halt weniger Zugkraft an der einen oder anderen Stelle vielleicht.

Miriam: Und sie tun immer was, diese Übungen.

Florian: Ich habe auch das Gefühl, weil eben bis zu dem Zeitpunkt vielleicht gar nicht klar war, dass wir ein gemeinsames Ziel haben. Also das gemeinsam, zum Beispiel jetzt in dem Verein, wenn nicht alle gleichzeitig zum Training da sind, dann wird da drauf gedroschen.

Miriam: Kann sein, wird schon wieder jemand, mal die gleichen, die fehlen.

Florian: Und wer darf sich das anhören? Die, die schon da sind. Also erstmal falscher Empfängerkreis, weil die, die schon da sind, die sind ja schon da.

Miriam: Und das ist bei Teammeetings vermutlich genauso. Also ich habe es zumindest erlebt.

Florian: Da wird sich aufgeregt über die. Und ich denke mir immer, schade, ich würde lieber die Zeit fröhlich verbringen.

Miriam: Mit denen, die pünktlich da sind und ihre Sachen dabei haben und vorbereitet sind.

Florian: Exakt. Und ich denke mir halt immer... Ich arbeite halt in vielen Kontexten mit Erwachsenen zusammen. Die werden einen guten Grund haben. Der ist vielleicht für mich nicht nachvollziehbar. Nur vielleicht war zu Hause noch das kranke Kind und ich habe dem noch einen Tee gemacht oder wir haben die Hausaufgaben jetzt noch fertig gemacht, weil ansonsten würde ich die ganze Stunde über darüber nachdenken, was denn jetzt damit ist. Dann ist das halt so. Dann lasst uns das Beste daraus machen, was jetzt im Kontext möglich ist. und gemeinsam darüber reden, dass es schön ist, wenn wir gemeinsam anfangen. Also das immer wieder klar zu machen, dass wir uns das wirklich wünschen. Vielleicht nicht für die einzelne Person, die vielleicht eine bestimmte Übung auch schon kann, sondern für uns als Gruppe, weil uns das einfach als Gruppe gut tut. Und ja, das ist anders dann.

Miriam: Ich mag es auch, was wir zum Beispiel, das ist eine Übung, die wir jetzt im Podcast vielleicht ja schenken können, dieses in kleineren Gruppen besprechen, was wir erwarten von dem Tag oder von den beiden Tagen, die wir jetzt zur Verfügung haben und wie wir uns unser Verhalten wünschen. Und da kann jeder mal seinen Beitrag dazu geben. Und oft kommen da wirklich super Sachen bei raus, so einfache Fragen. Ja, und die können die aufschreiben oder sich gemeinsam überlegen.

Florian: Vielleicht brauche ich es sogar nicht mal vergemeinschaften. Also vielleicht brauche ich es sogar gar nicht in die große Gruppe reinmachen, weil es einfach dieses Intentionen oder dieses intentionale Starten in etwas hinein.

Miriam: Klingt nach Stuhlkreis, ist es überhaupt nicht. Es bringt tatsächlich etwas für diese Gruppe und dieses außerhalb jedes Drucks, den einer macht, weil einer weiß, wo es lang geht. Das ist ja dieses Königsprinzip. Hier ist ein König, der sagt, wo es lang geht. Also wir sind ja fast in einer Diktatur. und wenn die anderen nicht spuren.

Florian: Am König wäre es eine Monarchie.

Miriam: Monarchie, Diktatur. Wenn einer sozusagen sich ausdenkt oder weiß, wo es lang geht und die anderen mitzieht, egal ob es ihnen Freude macht oder nicht oder ob sie verstanden haben, um was es geht oder nicht. Deswegen jetzt nochmal hier die Ansprache ans Volk von mir. Es gibt ja sogar Erkenntnisse, dass das mit dem Druck nicht so richtig gut funktioniert, zumindest nicht bei kreativen Arbeiten.

Wissensarbeit, Angstsystem und der Wert von Ritualen

Florian: Ja, und wir haben halt meistens Wissensarbeit. Also in vielen Bereichen, zumindest mit denen wir zu tun haben, klar gibt es noch viel Produktion, auch hier in Deutschland, nur Menschen werden ja hauptsächlich dafür bezahlt, dass sie irgendwie mitdenken. So, und wann können sie am besten denken? Sicherlich nicht, wenn das Angstsystem gerade aktiv ist im Körper. Und wenn das Stammhirn oszilliert, also hin und her schwingt zwischen Flucht und Kampf, weil dann ist das Großhirn mit den ganzen kreativen Teilen oder mit den planerischen Teilen, auch mit den vorbereitenden Teilen, ist dann einfach aus. Da wird nicht so viel Energie drauf verschwendet. Deswegen ergibt es für mich immer weniger Sinn, mit Druck zu arbeiten. Oder mit Drohen oder mit Strafen oder was auch immer, weil was passiert in den Menschen?

Miriam: Es verlangt von mir bis heute immer noch viel, oder ich verlange von mir viel im Moment noch, mich in vielen Situationen des Lebens, die ich selbst als Kind nur durch Überdruck erfahren habe, den Druck rauszunehmen. Zum Beispiel bei unseren Kindern oder auch im Bereich, wenn ich mit Gruppen arbeite, zu einem bestimmten Zeitpunkt auf die Uhr zu gucken und so zu denken, wenn wir jetzt nicht Gas geben, bringen wir das Programm nicht durch. und dann dieses alte Miri-Muster zurückzuholen und zu sagen, atmen, es ist besser jetzt zehn Minuten darauf zu verbringen, dass alle wieder wissen, wofür wir es tun und dass sich alle einigermaßen gut fühlen da drin. Als jetzt da Druck drauf zu geben, um dann hängende Gesichter zu haben und Menschen, die vielleicht sogar vor lauter Angst vor einer anstehenden Premiere oder einem Jahresabschluss in der Firma oder einer Kündigung im Job oder eben dem Rausknallen aus der Schule dann sowieso nicht mehr imstande sind, noch was wirklich Sinnvolles zu tun.

Florian: Ich weiß gar nicht, wo der Spruch herkommt. Ich habe ihn bei den Kommunikationslotsen in Köln gelernt. Community building first, decision second. Also erst die Gemeinschaft aufbauen und dann Entscheidungen treffen. Und ich habe immer wieder das Feedback, auch wenn wir zusammenarbeiten in so Tages- oder Zweitageskontexten, dass sich der Anfang ungewohnt und lang anfühlt von wegen, warum jetzt so lange auf diesem Ziel. und dass dann schon Auftraggeber auf uns zukamen und gemeint haben, schaffen wir das überhaupt noch? Dritter Tag oder zweite Session oder was machen wir jetzt? Wie gehen wir? Und dann selbst erstaunt waren, der zweite Teil funktioniert dann tatsächlich viel schneller. Großartig. Also wir beschließen was gemeinsam, ist dann plötzlich gar nicht mehr das Thema. Das, wo im Kopf vielleicht entstanden wäre, um Gottes Willen, wie sollen wir diese 20 Leute jetzt auf einen gemeinsamen Weg bringen, den haben wir, also das ist dann gar nicht mehr, weil wir viel früher eine Abzweigung genommen haben und an einer ganz anderen Stelle abgebogen sind.

Miriam: und ich habe eine Probe gehabt mit dem Gesangscoach, der dieses Jahr das Musical betreut und wir waren eine Gruppe von, also das ist eine Piratinnen-Crew, in der ich spiele, das heißt eine Gruppe und wir kamen relativ abgehetzt aus einer Tanzprobe in die Gesangsprobe und er sitzt ganz entspannt an seinem Klavier, lächelt uns an, als wir reinkommen und sagt, das wird ein glanzvolles Stück und ich sage dir, Es hat geholfen. Ich habe gemerkt, wie mein Körper sich entspannt.

Florian: Vielleicht sollten wir mal einen Podcast über Rituale machen.

Miriam: Ja, das ist eine gute Idee. Das schreiben wir uns auf. Das ist ganz wichtig.

Florian: Weil das ist ja fast schon ein ritueller Beginn von etwas.

Miriam: Ja.

Florian: Um Kontexte voneinander abzugrenzen.

Miriam: Ja. Ja. Voll schön.

Florian: Ja, also geht jetzt ohne Druck auch.

Miriam: Naja, es ist zumindest wichtig, das wahrzunehmen. Wann habe ich das Gefühl, dass in mir Druck entsteht oder von außen Druck entsteht? Und wann übe ich Druck aus oder habe früher Druck ausgeübt oder wann hast du das früher gemacht?

Florian: Und auch sanft mit. Wenn dir das passiert oder wenn du das bei jemand anders siehst, auch die Person handelt in der besten Option. Auch die Person macht das so, weil die sich was Großartiges gemeinsames wünscht.

Miriam: Will ja was Tolles erreichen unter Umständen. und es wahrzunehmen und dann selbst zu entscheiden, so wie Florian das gemacht hat, bei seiner Schulgeschichte, sich dem zu entziehen und trotzdem eine 2 nach Hause zu bringen. Ich meine, das ist ja cool, also ohne den Druck, das einfach abzuliefern.

Florian: Frag mal meine Mama.

Miriam: Ob wir das mit dem Podcast in Zukunft alles so high-tidey und Honigkuchen machen, weiß ich nicht.

Florian: Weiß ich auch nicht. Nächstes Mal wird noch cooler. Wir haben neue Technik.

Miriam: Oh weia. Ja, das ist in Ordnung.

Florian: Das ist wirklich, ja. Wir haben neue Kopfhörer. Nächstes Mal in strahlendem neuen Klang.

Miriam: In HD. Ah, nee, das ist ja Bild. Dann bis nächste Woche oder bis zum 22.11. zum Infoabend in Erkrad.

Florian: Alle Infos dazu gibt es auf www.kontext*denken.de Wir haben einen Blog, wir haben im Januar einen Practitioner und einen Coach-Basic-Seminar. Beides Einsteiger-Seminare in NLP oder das Coach-Basic eben eher in Richtung, wie kannst du andere Menschen coachen, was sind da tolle Modelle. Im Seminar machen wir natürlich nicht das, was wir sagen, sondern was ganz anderes. So ein Kokolores. So ein Kokolores.

Miriam: Wir freuen uns auf dich. Nimm Kontakt auf. Bis dann. Tschüss. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

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