NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 114

Wenn nichts nach Plan läuft

Wenn Pläne scheitern… was dann?

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In dieser Folge

Darum geht es

Super ausgedacht. Toll recherchiert. Fleißig dran geblieben. Und dann? Alles geht schief. Nix klappt. Ist das das klassische Motto von Pessimisten? Oder geht Leben nun mal so? Oder können Menschen etwas tun, wenn Scheitern scheinbar am Meter passiert ist? Miri hat solche Erlebnisse auch schon gehabt. Meistens war dann das unvernünftige Verhalten anderer der Grund für's Nichtgelingen. Oder das Schicksal. Oder der Leibhaftige. Wer weiß das schon? Dieser Podcast widmet sich zwei Anfragen von Hörern, die in ihren E-Mails schrieben: Was soll ich tun, wenn alle Pläne scheitern und nichts klappt? Und wie ziehe ich den Karren wieder aus dem Dreck? Viel Spaß beim Anhören.

Konkret wird es an Miriams eigenem Beispiel: einem zu 90 Prozent fertigen Buch, das seit zweieinhalb Jahren liegt, weil ein Verlag zuerst zusagte und dann absprang. Es geht um die Frage, ob wirklich "nichts" nach Plan läuft oder nur der eine Plan, den man sich am meisten gewünscht hat — und darum, sich für Rat lieber Menschen zu suchen, die schon mal einen Karren aus dem Dreck gezogen haben, statt andere Verzweifelte. Miriam und Florian sprechen über Frust als Reibungsenergie, das Zurückbesinnen auf die ursprüngliche Intention hinter einem Ziel und darüber, wo im eigenen Leben Pläne schon funktioniert haben. Wer nach Themen wie gescheiterte Pläne, Rückschläge verarbeiten, Selbstzweifel, Ziele weiterverfolgen oder Krönchen richten und weitermachen sucht, ist hier richtig.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Läuft wirklich "nichts" nach Plan?
  2. Ein Ausflug ins New-York-Denglisch
  3. Das Buch, das seit zweieinhalb Jahren liegt
  4. Wenn Scheitern zu etwas Besserem wird
  5. Zurück zur Intention — und Krönchen richten

Du hast dir was ausgedacht, recherchiert, drangeblieben — und dann kippt einfach alles. Nix läuft. Zwei Hörer haben Miriam und Florian genau davon geschrieben: Was tun, wenn alle Pläne scheitern? In dieser Folge wird aus dem großen Frust-Thema erstaunlich schnell etwas sehr Konkretes — nämlich Miriams eigenes, halb fertiges Buch, das seit zweieinhalb Jahren liegt.

Läuft wirklich "nichts" nach Plan?

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. So, wenn nix nach Plan läuft, ne? Also wenn alles geplant ist und es läuft nix nach Plan, dann ist es schon ein großes Thema für diesen Podcast.

Florian: Der ist mir zu groß.

Miriam: Das habe ich mir gedacht. Uns haben sich zwei Leute gewünscht.

Florian: Da weiß ich auch gar nicht, wie man damit umgehen soll.

Miriam: Ich auch nicht. Und wir kennen das auch.

Florian: Weil dann hat man ja Pläne gemacht.

Miriam: Also nicht, dass alles nichts nach, also nicht, also alles nicht, also das nicht.

Florian: Also auch die Bahn, doch die Bahn, nicht mal die Bahn fuhr nach Plan letzte Woche.

Miriam: Also hattest du das mal, dass nichts nach Plan gelaufen ist? Gar nichts? Den ganzen Tag nicht? Hattest du das schon mal? Nichts, nichts.

Florian: Dann ist die Frage, was ist denn nach Plan laufen?

Miriam: Es ist ein Volksmund, oder?

Florian: Weil ich habe die, also dann überlege ich, da wäre ja dann die Bahn nicht richtig gefahren an vielen Tagen bei mir.

Miriam: Du wärst schon nicht geplant aufgestanden.

Florian: Und ich wäre schon nicht geplant aufgestanden und meine Schuhe hätten schon nicht geplant an der Stelle gestanden, wo ich sie zurückgelassen habe und das stimmt dann nicht. Also meine Zahnbürste steht generell da, wo ich sie gelassen habe.

Miriam: Die Frage ist ja, hattest du geplant, sie zu finden irgendwo anders?

Florian: Morgens meistens, ja. Achso, irgendwo anders geplant.

Miriam: Ja gut, das ist ja die Frage, was planst du? Dass ich nicht nachts bewege. Dass Pläne nicht klappen können, dafür darf ich erstmal welche geben. Dass ich plane?

Florian: Heute Nacht bewegt sich meine Zahnbürste in die Nachbarwohnung. Was?

Miriam: Nein. Verstehst du? Wenn jemand uns oder mir schreibt, es läuft derzeit nichts nach Plan. Könnt ihr da mal einen Podcast drüber machen? Weil ich weiß gar nicht, was ich machen soll. Ich mache tolle Pläne, ich denke mir Sachen aus, ich manifestiere Ziele, kleine wie große, lege los, bin fleißig, arbeite an meinen Konzepten, bin rührig und es läuft nichts nach Plan. Nicht mal eine Beziehung.

Miriam: Das setzt ja zum einen voraus, dass es Pläne gibt.

Florian: Ja.

Miriam: Und dass die eben nicht, damit die überhaupt mal nicht laufen können.

Florian: Mhm.

Miriam: Und dann so dieses, also sind es wirklich alle, alle, alle, alle Pläne, die nicht laufen. Weil nix bedeutet nun mal nix. Ja, nicht mal die Bahn. Da gruselt es mich, wenn nichts nach Plan läuft, den ganzen Tag, über Wochen. Nichts. Entweder würde ich irgendwann doch vor Lachen zusammenbrechen, weil sogar sie über Nacht irgendwie geschafft haben, den Supermarkt hier umzuziehen. Und ich stehe da vor der Tür und denke, jetzt hatte ich geplant, hier einzukaufen. Planst du deinen Supermarkt-Einkauf? Ja klar plane ich den.

Florian: Sonst bekomme ich den nicht. Du kannst ein kleines Projekt aufsetzen in deiner Projektmanagement-Software, oder was? Kleines Abhängigkeitsdiagramm. Erst gehe ich da hin und dann dorthin.

Ein Ausflug ins New-York-Denglisch

Miriam: Ja, es sun es asap.

Florian: Es sun es asap, was?

Miriam: Das ist doch dieses New-York-Deutsch, oder? Dieses, was so trendy ist und was jetzt allen schon fast wieder auf den Keks geht. So dieses, nee, ich gehe heute nicht ins Team-Meeting, ich mache heute Remote. Ja, da gab es neulich auf LinkedIn so ein Posting mit diesen ganzen verenglischten Worten, die nur die Hälfte im Team-Meeting verstehen und die mega cool klingen.

Florian: Wir machen heute Retro und dann Review. Hallo, Vorsicht, das sind Sätze, die ich sage.

Miriam: Du kannst mich mal fürs Mittagessen anslacken.

Florian: Ja, ich weiß, was damit gemeint ist.

Miriam: Ich nicht. Es klingt wie Lecken und da hätte ich keine Lust zu. Bin ich das Hühnchen? Ja, da sind schon dann so ein paar, also wenn wir so in Business-Besprechungen sind, ich war heute gerade wieder in einer und vor allen Dingen die etwas jüngeren Teilnehmer, das klingt so, als wäre ich voll alt, also in dem Bereich bin ich es, in diesem IT und Computer und New-York-Deutsch offensichtlich.

Florian: New-York-Deutsch und Quatsch?

Miriam: So wird es genannt. New Yorker Business-Denglisch oder so. Habe ich gelesen auf LinkedIn. Lass mich doch mal.

Florian: Ja, pack mir mal die Ohrl in Trello.

Miriam: Ja, genau. So keine Ahnung, was die meinen und alle nicken. Und da waren Leute dabei, die über mein Alter hinausgehen und haben auch genickt.

Florian: Klaro.

Miriam: Wie klaro? Ja. Ein Fall für Sprachzauberer.

Florian: So, jetzt wirklich, was hat denn das mit unserem Thema zu tun?

Miriam: Ja, da läuft auch nichts nach Plan. Wenn keiner was versteht, können ja Pläne nicht angehalten werden. Dann klappt so eine Mittagessens-Verabredung auch nicht. Stell dir vor, darf ich dich heute mal anslecken? Ih, hör auf!

Florian: Was heißt denn das?

Miriam: Du weißt wirklich nicht, was das ist. Nein! Ist das ansteckend? Klingt auch wie ansteckend, ne? Das ist ein Chat-Tool.

Florian: Ein Chat-Tool? Ja. Ein Chat-Werkzeug auf Deutsch vielleicht noch. Wie nennt man Chat auf Deutsch? Keine Ahnung.

Miriam: Chat ist, glaube ich, ein fester Begriff, oder? Ja, genau.

Florian: So wie Slacken. Nein! Nur den einen kennst du als festen Begriff und den anderen nicht.

Miriam: Immerhin. So, jetzt mal hier zurück zum Ernst.

Florian: Der ist ja heute zu Gast in diesem Podcast. So, nichts läuft nach Plan. Nicht mal der Podcast läuft nach Plan. Wir sind schon fünf Minuten drin und noch keinen...

Das Buch, das seit zweieinhalb Jahren liegt

Miriam: Es wäre ja nicht so, dass ich das nicht schon erlebt hätte, dass tolle Pläne nicht funktioniert hätten oder nicht so funktioniert haben, wie ich es mir vorgestellt habe. Dass andere nicht so gespurt haben oder dass äußere Umstände, schlimmste äußere Umstände dazu geführt haben, dass ich nicht weitermachen konnte an dem, was zum Beispiel, ich bin jetzt so, ich packe jetzt aus, ich mache jetzt hier voll das, ich schreibe ja jetzt seit vier Jahren an einem Buch.

Florian: Nee, nicht seit vier, seit zweieinhalb.

Miriam: Ja gut, seit zweieinhalb. So, und ich habe ungefähr drei Monate, habe ich sehr konzentriert, fokussiert Kapitel geschrieben und das Buch ist zu 90 Prozent fertig. Und seit zwei Jahren liegt es rum. Und ich schreibe diese letzten zwei Kapitel nicht. Warum denn nicht?

Florian: Das habe ich mich auch schon gefragt.

Miriam: Und dann kam mir der Gedanke, ja, als ich den ersten Verlag angerufen hatte, haben die gesagt, oh, super Buch, super Teleshopping-Moderatorin, super Idee, super Thema, machen wir. Und dann schrieben die mir irgendwie vier Tage später, es wurde doch in der Redaktionssitzung abgelehnt und da habe ich aufgehört zu schreiben.

Florian: Echt jetzt?

Miriam: Ja. Die wollten das nicht verlegen.

Florian: Zaubersprachbuch. Dein toller Plan. Dein toller Plan.

Miriam: Und lustig, normalerweise rufe ich ja dann noch bei acht anderen Verlagen an, so wie ich mich kenne.

Florian: In dem Fall nicht.

Miriam: Und in dem Fall war es wirklich, die hatten schon zugesagt. Und dann sagen die das wieder ab. Also da habe ich gemerkt, also ich habe da zugelassen, dass das was mit mir machte.

Florian: Was Böses.

Miriam: Ja, kann ich doch erstmal so formulieren. Es fühlte sich nicht gut an.

Florian: Sag mal, wenn jetzt so ein Pessimist sich jetzt am Abend vorher vorstellt, wie ganz furchtbar der nächste Tag werden wird und dann tritt es nichts ein, nicht ein. Also nichts funktioniert nach Plan. Die Bahn fährt pünktlich, der Chef lächelt beim Reinkommen ins Büro, der Kollege, der bisher immer grantig war, wenn ich reinkam, der bringt mir einen Kuchen mit. Das Meeting funktioniert viel besser als gedacht. Ist es dann auch, heute geht nichts nach Plan und freue ich mich dann vielleicht sogar drauf, dass heute nichts nach Plan lief?

Miriam: Ja.

Florian: Ist es die Strategie für, wenn gerade nichts nach Plan läuft, mache ich dann einfach Pläne, die einfach Grütze sind, wo ich mich freue, wenn es nicht nach Plan läuft?

Miriam: Das wäre eine Strategie jetzt.

Florian: Ja.

Miriam: Wenn ich jetzt davon ausgehen würde, dass das an mir klebt. An mir klebt. Ja. Wenn ich jetzt sagen würde, okay, das bin ich, ich, ich, ich mache Sachen falsch, ich bin die, ich, die Menschen da draußen lieben mich nicht, die Welt ist böse, an mir klebt sozusagen dieses läuft nichts nach Plan.

Florian: Oder es rennt hinter einem her. Es ist ein Busch und dann läuft die Entplanung hinter einem her.

Miriam: Wäre das dann sozusagen der Plan, dass ich mich abends hinsetze und sage, ich mache mal morgen richtig bekloppte, blöde, blödsinnige, schmerzhafte Pläne? Ja. Und lass mich überraschen, wie viele davon nicht funktionieren.

Florian: Ich plane, dass morgen ein Clown vor mir aus dem Busch springt und mich erschreckt.

Miriam: Und bin dann total enttäuscht, wenn es nicht geklappt hat. Ich glaube, dass es bei den Zuschriften, die wir hatten, um ernste Themen ging. Also die Leute schien mir, die beiden Leute schien mir tatsächlich berührt, verzweifelt, not amused.

Florian: Jetzt ist natürlich die Frage, ob, wenn wir jetzt so von außen drauf schauen würden, auf die konkreten Pläne, ob das dann so clownspringend aus dem Busch Pläne sind. Die Innenwahrnehmung ist da vielleicht anders.

Miriam: Damit würden wir ja implizieren, dass die Menschen, die uns schreiben, nicht in der Lage sind, vernünftige Pläne zu machen. Und das halte ich für Unfug.

Florian: Manchmal bin ich auch nicht in der Lage, vernünftige Pläne zu machen.

Miriam: Ja, das stimmt. Und ich weiß nicht inwieweit, also, ja, was wäre denn tatsächlich eine sinnvolle Strategie, wenn der Zug eben nicht pünktlich gefahren ist oder wenn das Projekt, was ich vorhatte, ein Misserfolg war oder wenn ich sowas erlebe wie bei dieser Absage von dem Verlag, wo ich wirklich sowas hatte wie, das ging ganz schön abwärts für mich innerlich. Was mache ich denn dann?

Florian: Na, aufstehen, Krone richten, weiterlaufen.

Miriam: Und das Buch, ich habe keinen Bock mehr. Das haben mich so viele Leute gefragt, wann kommt denn endlich das Buch raus? Weil ich habe natürlich auch großzügig darüber gesprochen, dass ich das Buch schreibe.

Florian: Ich erinnere mich, du hast sogar schon Probekapitel über die Mailing-Liste gehört.

Miriam: So, und das Buch ist wirklich, es ist ein tolles Zaubersprachbuch, 90% fertig und ich schreibe nicht weiter. Und immer, wenn ich es raushole mal, oder es hüpft mir in meinem Computer über den Weg, wenn ich Dateien sortiere, dann habe ich wieder dieses Gefühl, der Verlag hat mir abgesagt.

Florian: Und ich habe keinen Bock mehr, da Hand dran zu legen. Ich will nicht. Das ist ja meine Strategie, um da Co-Autor zu werden. Ich mache einfach die letzten 10%. Dann haben wir immer noch keinen Verlag. LeanPub. What? Es gibt so Online-Verlagsplattformen.

Miriam: Ich will nicht eine Online-Verlagsplattform. Ich möchte mit einem richtig tollen, großen, schmucken Verlag zusammenarbeiten, wenn ich mein Buch verlege. Auf meiner Bucketlist steht ein schöner, lieber, toller, großer, deutscher Buchverlag. Ich möchte nicht auf selber. Ich möchte nicht publishen. Ich weiß genau, wenn jetzt irgendjemand diesen Podcast hört, der so einen Self-Publishing-Verlag hat, der ruft bestimmt sofort an. Ich möchte das nicht. Ich möchte nicht mein eigener Verleger sein. Ich bin schon so vielberuflich. Ich will nicht auch noch mein Verleger sein. Guck, ich fühle mich frustriert. Ich bin nicht frustriert, ich fühle mich frustriert. Wenn ich an dieses Buch denke, dann... Nix geht nach Plan.

Florian: Geht da nix nach Plan. Und was machen wir jetzt? Ja, was soll ich dann machen? Hilf mir. Ja, jedenfalls nicht Podcast aufnehmen.

Miriam: Wieso? Das ist genau richtig, um einen Podcast aufzunehmen.

Florian: Jedenfalls nicht am Buch schreiben.

Miriam: Also du würdest auch sagen, liegen lassen. Hm? Liegen lassen.

Florian: Auf alle Fälle. Dein Buch ist auch unschaffbar. Also das Buch ist einfach, da bist du das Opfer der Umstände, schaffst du sowieso nicht. Was? Ja, das ist halt einfach eins dieser gescheiterten Projekte. Das ist jetzt gemein. Von der Bucketliste streichen.

Miriam: Nein!

Florian: Was?

Miriam: Da steht ja ein Buch herausbringen.

Florian: Ja, nein, streich den Punkt einfach auf der Bucketliste. Manche Dinge erfüllen sich einfach nicht.

Miriam: Dinge auf der Bucketliste sind nicht so ohne weiteres zu streichen. Das ist kein Einkaufszettel. Vielleicht sollten wir kurz erklären, was eine Bucketlist ist. Was ist eine Bucketlist?

Florian: Naja, Dinge, die man noch tun möchte, bevor man, jetzt sind wir wieder beim New York Englisch, hit the bucket, bevor man im Eimer landet, unter der Erde.

Miriam: Mhm. Okay.

Florian: Also was ist all das, was du noch erreichen möchtest im Leben? Und vielleicht ist für Miriam einfach Buchschreiben so eins und erfolgreicher deutscher Verlag. Vielleicht ist es einfach eins dieser Themen, von denen du dich wirklich verabschieden solltest, Miriam. Also wo du einfach sagen solltest, ja, gibt auch Dinge, Pech gehabt.

Miriam: Nee.

Florian: Wie nee? Du hast schon zweieinhalb Jahre nicht dran geschrieben. Wie soll denn das jetzt noch funktionieren?

Miriam: Das stimmt.

Florian: Ja, eben. Einfach ist es auch okay. Es gibt andere Frauen, die erfolgreich sind. Das ist gemein. Was ist gemein?

Miriam: Das ist gemein.

Florian: Vielleicht kannst du einfach eine liebe Kollegin von uns fragen und sie fragen, ob du deinen Eintrag auf der Bucketliste runterstreichen darfst, weil sie ein Buch geschrieben hat. Das fände ich auch gut.

Miriam: Das geht doch nicht. Nein. Nein, nein, nein, nein.

Florian: Ja, was wäre denn die Alternative?

Miriam: Ich weiß es nicht.

Florian: Ja, das stimmt. Eben, deswegen einfach von der Bucketliste streichen und sich daran freuen, dass es andere erfolgreiche Frauen gibt.

Wenn Scheitern zu etwas Besserem wird

Miriam: Ich habe ja auch schon erlebt, dass dadurch, dass Pläne, die ich gemacht habe, wirklich, das erinnert mich jetzt daran, weil ich habe gerade so einen Impuls zu sagen, vielleicht kommen wir später nochmal drauf zurück. Ich habe das auch schon in Happy End erlebt. Also dass Dinge, die ich geplant hatte, überhaupt nicht funktioniert haben, so wie ich mir das vorgestellt habe. Und es hat dann am Ende dazu geführt, dass es besser wurde als vorher. Also dass was Schöneres entstanden ist, als ich mir das jemals hätte vorstellen können.

Florian: Ach, da sind Pläne nicht zustande gekommen und dann wurde es sogar noch besser.

Miriam: Und ich hatte sozusagen auch den Frustmoment. Also es gab diesen Frustmoment von, ich habe mir das so überlegt und es sollte genau so werden. Und dann gab es diesen Turnaround an irgendeiner Stelle, mit dem ich nicht mehr gerechnet hätte und es entwickelte sich aus dem Frust und vielleicht auch aus der Energie, die sowas erzeugt, das erzeugt ja auch Energie, das ist Reibungsenergie, also es ist nicht so eine angenehme Energie, ich mag lieber Enthusiasmus, Erfolg, Freude, Fröhlichkeit und es ergab sich eine Reibungsenergie daraus, die dazu geführt hat, dass ich in irgendeiner anderen Weise tätig geworden bin. Also ich sage jetzt mal zum Beispiel, ich hätte Florian niemals kennengelernt, wenn ich nicht vorher eine gescheiterte Ehe erlebt hätte. Also wenn nicht Reibungsenergie da gewesen wäre, um mich zu verändern als Partnerin auch. Wo ist das noch passiert? Ich hatte vor gar nicht allzu langer Zeit ein fantastisches, tolles berufliches Angebot, das wirklich so im Bereich Sales nochmal einen echten Heckantrieb gezündet hätte. Und dieser Plan wurde scheinbar äußerlich vereitelt. Also ich konnte es nicht machen, weil andere Menschen sich geweigert haben, da mitzumachen. Es war so richtig dieses Gefühl, ich bin jetzt in jeder Hinsicht Opfer von äußeren Umständen. Also das Schicksal ist gegen mich. Und ich war sauer, ich war frustriert, ich war kurz davor, blödsinnige Sachen auch zu machen dann für mich, also sehr Hals über Kopf irgendwas zu tun und habe das dann zum Glück nicht gemacht, sondern was ich getan habe war, ich habe mir in dieser Situation Gesprächspartner gefunden, von denen oder bei denen ich beobachtet habe, die haben sowas schon mal gemeistert. Also die sind schon Meister im, ich ziehe einen Karren aus dem Dreck. Oder ich finde neue Lösungen für irgendwas. Und die haben mich sehr gut beraten. Und ich suche mir meine Trainer, meine Lehrer, meine Ratgeber immer danach aus, in wie exzellent sind die in was. Was ich nicht mehr mache, ist, ich gehe zu meiner besten Freundin, außer sie ist exzellent in dem Bereich, den ich ansprechen möchte. Mit meiner besten Freundin spreche ich über andere Sachen, wenn ich nicht glaube, dass sie da tatsächlich eine besondere Expertise hätte.

Florian: Weil ... Weil... Weil warum?

Miriam: Weil ich jemanden möchte, der das getan hat, was zu dem ich gerade offensichtlich nicht imstande bin. Oder wo ich gerade im Moment noch struggle.

Florian: Okay. Hm.

Miriam: Ich gehe dann nicht zu jemandem, der den gleichen Mist erlebt, verstehst du?

Florian: Das heißt, wenn ich das Gefühl hätte, dass im Moment meine Pläne funktionieren alle nicht, dann würde ich jetzt nicht mit jemand anders darüber schnacken, oder wie?

Miriam: Doch. Mit jemandem, der zum Beispiel schon mal aus verkackten, Entschuldigung, also vergrützten Situationen so Phönix aus der Asche geschafft hat. Jemand, der Karren aus dem Dreck gezogen hat, erfolgreich, für sich selbst. Jemand, der es geschafft hat, vielleicht aus gescheiterten Plänen heraus etwas ganz tolles Neues zu erschaffen. Es gibt diese Menschen, es gibt sie sogar sichtbar.

Florian: Wahrscheinlich, wenn wir jetzt so im Leben nachdenken würden, gibt es das bei uns allen, oder?

Miriam: Ja, und das sind die Gesprächspartner, die ich mir dann suchen würde. Weil, nochmal das Beispiel, das ist so ähnlich, wenn ich dann zu jemandem gehe, der auch scheitert in dem, wo ich gerade gescheitert bin oder wo ich mich gescheitert fühle. Wenn ich zu jemandem gehe, der auch gerade irgendwie was, wo alle Pläne schief laufen, dann habe ich ja einen noch größeren Moloch von schiefgelaufenen Plänen. Ein Trainer von uns hat zu uns mal gesagt, das ist so wie wenn Singles zu einer Single-Party gehen, da sind dann Singles unter sich.

Florian: Die wissen alle, wie das geht.

Miriam: Ich glaube, Tinder funktioniert auch so, oder?

Florian: Ich glaube, Tinder hat einen anderen Zweck.

Miriam: Ach so. Ich dachte, da finden Singles sich. Und bleiben Single. Mit Verstärkung von anderen Singles. Wer will Florian sich jetzt nicht so äußern? Bist du bei Tinder?

Florian: Nein, ich bin nicht bei Tinder. Nur, ich hatte zwei Kolleginnen letztes Jahr, die sich über den Schreibtisch hinweg immer drüber unterhalten haben, was sie am Wochenende durch Tinder erlebt haben. Deswegen, Tinder hat einfach nicht den Zweck, langfristige Beziehungen zu finden, ist mein Eindruck gewesen an der Stelle.

Miriam: Gut. Also da gehen offensichtlich Pläne auf.

Florian: Da gingen Pläne auf, ja. Für die beiden schon. Das ist doch gut. Die kamen dann auch unausgeschlafen am Montagmorgen ins Büro. Das ist ja auch ein schönes Gefühl, wenn Pläne aufgehen.

Miriam: Und wie oft habe ich es in meinem Leben, ich habe in meinem Leben, dass sich Pläne, so nennt man sich, so nennt sich das doch, dass sie funktionieren, dass sie umgesetzt, erfolgreich in die Tat und ins Reale umgesetzt sind. Und wenn ich mein Leben überdenke, habe ich es öfter erlebt, dass Pläne zu einem tollen Ergebnis geführt haben, als dass Pläne rigoros gescheitert sind. Wenn Pläne sowas wären, die von sich aus scheitern können.

Florian: Uiuiui. Ja. Apropos Sprachzauberei.

Zurück zur Intention — und Krönchen richten

Miriam: Ja. Ein Plan habe ich, also, oder wenn ich jetzt unsere Hörer anspreche, ein Plan, den du machst, den gibt es ja erstmal vorrangig in deinem Kopf.

Florian: Um irgendein Ziel zu erreichen. Und manchmal ... Vielleicht ist das Ziel mancher Pläne, gerade wenn es richtig große Pläne sind, ja gar nicht, dass die so aufgehen, wie ich es mir mal geplant habe, sondern hauptsächlich dafür, um mich mal dazu zu bringen, den ersten Schritt zu machen. Und nach dem ersten Schritt weiß ich vielleicht schon mehr.

Miriam: Ich glaube auch, dass über den Plan, also über den Prozess, um irgendetwas zu tun, manchmal das Ziel aus dem Auge gerät bei manchen Menschen.

Florian: Was ist die ursprüngliche Intention? Worauf, was ist das, was erreicht werden soll? Weil dann ist ein Rückschlag, vielleicht ist das ja das Rezept, dass du auch einfach wahrnehmen kannst, wenn mal irgendwie was, wenn ein Plan mal schief geht, ein Plan fehlschlägt, dass du einfach dich rückbesinnen kannst darauf, was war die eigentliche Intention und was wäre jetzt zu tun im Sinne dieser Intention? Vielleicht mit mehr Wissen jetzt sogar.

Miriam: Ich glaube auch, dass aus einer Verzweiflung, also eine dieser Mails klang relativ verzweifelt, aus einer Verzweiflung heraus ist es ganz gut, sich zu besinnen, wo in deinem Leben schon Pläne funktioniert haben. Also erstmal zurückerinnern, wo hast du es schon geschafft, dass Pläne einfach funktioniert haben. Und welche Voraussetzungen gab es da? Oder wie warst du da? Und ist die Situation, in der du jetzt bist, völlig, völlig, völlig ausweglos? Oder gibt es da tatsächlich Indizien dafür, dass es demnächst wieder besser werden könnte?

Florian: Oder welche der Indizien, die es gibt, hast du bisher nicht wahrgenommen?

Miriam: Das kann auch sein. Und darüber vielleicht zu gehen über dieses, grundsätzlich bist du in der Lage, Pläne positiv umzusetzen. Das hast du in deinem Leben schon 1, 2 bis 130 Mal hinbekommen.

Florian: Zum Beispiel morgens beim Aufstehen.

Miriam: Hey, wir meinen das ernst. Also wenn Ernst sowieso heute schon Gast ist bei diesem Podcast, können wir den auch gerne herzitieren. Es könnten ja, also ich darf ja erstmal wieder mit kleinen Dingen anfangen, ja.

Florian: Das heißt, das was wir jetzt gesagt haben ist, naja offensichtlich ist es nicht so, dass alle Pläne schief gegangen sind. Nur, vielleicht ist der Plan schief gegangen, den ich mir am meisten gewünscht habe.

Miriam: Ja.

Florian: Und da ist es ja relativ einfach.

Miriam: Und ich gehöre bestimmt nicht zu den Frauen, die so ein Buch nicht zu Ende schreiben.

Florian: Was? Ja. Wieso denn nicht?

Miriam: Das habe ich gerade beschlossen. Das kann ja wohl kein Thema sein, jetzt noch zwei Kapitel zu schreiben.

Florian: Also ich möchte dich auch nicht überfordern.

Miriam: Überfordern? Ich schreibe so viele Texte Tag ein Tag aus.

Florian: Ja, nur das ist ja offensichtlich ein Thema, was schwierig ist.

Miriam: Das liegt an diesem Verlag. Die sind so ätzend gewesen. Dann suchen wir uns halt einen anderen.

Florian: Denen kannst du es ja mal zeigen. Ah, wohl besser nicht.

Miriam: Warum nicht?

Florian: Nee. Aber nicht, dass der zweite Verlag auch irgendwie, dass sie auch blöd sind. Amelie, liegt es doch an dir. Es gibt halt einfach Frauen, die es drauf haben, weißt du?

Miriam: Das stimmt.

Florian: Ja, und dann ist es auch gut, wenn die Bücher schreiben.

Miriam: Nee. Was? So ein Stefan Raab hat es doch auch geschafft, sein eigenes Plattenlabel zu gründen. Nein, ich will mein Buch nicht selber verlegen. Ich will das nicht, ich will das nicht, ich will das nicht.

Florian: Und da draußen gibt es bestimmt keine Verlage.

Miriam: Nein, ich habe ja gerade entschieden, ich schreibe die beiden Kapitel fertig und dann lege ich es hin.

Florian: Vielleicht lege ich es einfach draußen auf die Straße. Wenn du dein Buch fertig schreibst, dann suche ich einen Verleger. Notfalls mache ich einen Verlag auf.

Miriam: Nein, du machst keinen Verlag auf. Das kommt überhaupt nicht in Frage.

Florian: Kann ja nicht so schwer sein.

Miriam: Also ich fasse das wieder an. Habe ich gerade entschieden. Es ist cool, dass wir diesen Podcast gemacht haben. Im Grunde dürfte ich diese beiden Hörer, die mir diese Mails geschrieben haben, die dürfte ich jetzt mal persönlich umarmen.

Florian: Hagen. Ich dachte, das heißt Slacken. Unslacken. Slacken ist wie WhatsAppen.

Miriam: Achso. Und Remote?

Florian: Heißt das jemand von der Heimarbeit?

Miriam: Ist das der offizielle Begriff? Remote?

Florian: Ja. Also jedenfalls ist er nicht on-site.

Miriam: On-site. Das klingt schon alles immer wichtig, ne? Ich finde, das klingt, das hat was von... Vielleicht ist es Nearshoring oder... Oh, mach weiter. Ich finde es sogar sexy. Mach mal weiter. Jetzt echt, oder?

Florian: Jetzt sind wir bei einem Fisch namens Wanda.

Miriam: Stimmt. Oh, die Szene ist großartig in dem Film. Ist großartig. Er geht so auf Fremdsprachen ab, ne? Ja. Schau dir den Film an. Wir rezitieren da jetzt nicht draus. Ja. Ja.

Florian: Ein Fisch namens Wanda. 80er Jahre. Das stimmt. 80er Jahre Comedy, sehr schön.

Miriam: Ja, genau. Also grundsätzlich mit der Situation so umzugehen, dieses Krönchen gerade rücken und weitergehen, letztlich, also gute Nachricht, solange du nicht tot bist, kannst du noch was tun.

Florian: Ja! Das wäre ja unser nächstes Podcast-Thema, wenn Florian sich das wünschen würde.

Miriam: Florian möchte so gerne mal über den Tod sprechen. Und ich zögere das raus. Vielleicht machen wir es an Halloween, weißt du? Da passt es. Dass wir einen Podcast zum Thema Tod machen. Da habe ich jetzt schon Gänsehaut, wenn ich dran denke. Echt? Ja.

Florian: Na gut.

Miriam: So. Also wir leben, wir können was tun, das ist die gute Nachricht.

Florian: Oh, da ist mir so ein tolles Zitat über die Füße gelaufen.

Miriam: Ja, mach das bitte bei dem Podcast, wo es passt.

Florian: Ich weiß, ich durfte es schon letztes Mal nicht sagen.

Miriam: Jetzt geht es erstmal um das große Ziel, das über dem Plan steht. Was ist das Ziel? Was wünschst du dir?

Florian: Und daran einfach zu messen, wie viel Aufwand möchtest du noch reinstecken, um dein Ziel zu erreichen, jetzt im zweiten Wurf oder im dritten Wurf oder im siebzehnten Wurf. Krönchen richten, weitergehen. Was hast du gelernt?

Miriam: Und wieder anfangen, die Pläne zu zählen, die funktionieren.

Florian: Ja, genau.

Miriam: Für Florian ist das eine Errungenschaft, wenn der morgens angezogen schick aus dem Haus geht. Wirklich. Stimmt.

Florian: Die kleinen Erfolge feiern.

Miriam: So. Vielen Dank fürs Zuhören.

Florian: Halt!

Miriam: Oh!

Florian: Im Januar.

Miriam: In the Januar. Oh, ich freue mich schon so. Im Januar haben wir so viel vor. Im Januar haben wir das erste Mal das Coach Basics Seminar. Wenn du planst, Coach zu werden oder jemanden kennst, der jetzt schon ein bisschen Coach oder eine Coaching-Position kommen soll in der Firma, wenn du planst, eine Coaching-Praxis zu eröffnen oder Menschen kennst, die das tun wollen, das ist ein fantastischer, intensiver Workshop. Eine Woche? mit den Coach Basics. Die Termine sind auf unserer Homepage. Und der PRAC findet wieder statt, die NLP Practitioner-Ausbildung Ende Januar, Anfang Februar. Der Winter-PRAC mit Schneeball, diesmal mit Schneeballschlacht.

Florian: Letztes Jahr gab es keinen Schnee im Sauerland.

Miriam: Dieses Jahr gibt es wieder Schnee im Sauerland und es gibt einen Schneemann und es gibt ganz viele neue Zaubersprachler und du bist dabei.

Florian: Auf www.kontext*denken.de findest du weitere Informationen. Das war jetzt nicht geplant, dass wir das Ganze am Schluss machen, ne?

Miriam: Nee, wir wollten das Ganze am Anfang machen.

Florian: Mann, Mann, Mann.

Miriam: Wisst ihr, da sind wir dann immer so in unserem Thema. Und es ist ja kein Werbepodcast.

Florian: Das stimmt. Bis nächste Woche. Wenn es wieder heißt?

Miriam: Zwei Gehirne und ein NLP Practitioner. Bis dann. Tschüss. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

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