Der Verein braucht 15 Leute für den Kulissentransport – es melden sich zwei. Die Facebook-Gruppe hat 450 Mitglieder – geschrieben hat fast nur der Admin. Kennst du dieses Gefühl, allein am Ball zu bleiben, während der Rest zusieht? Miriam und Florian nehmen genau diese Frage auseinander: Wie bringt man Menschen dazu, mitzuziehen – und was hat ein hyperaktiver Zwergpudel mit einem roten Bällchen damit zu tun?
Manipuliert NLP? Der Einstieg mit Kochlöffel und Rehaugen
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Wie bringst du denn andere dazu, das zu tun, was du willst?
Florian: Ich? Wenn es um die Kinder geht, dann renne ich hinter ihnen mit einem Kochlöffel her und pieke sie in die Rippen. Das stimmt überhaupt nicht.
Miriam: An alle, die diesen Podcast hören, das ist noch nie geschehen hier.
Florian: Naja.
Miriam: Nö, nicht mit dem Kochlöffel. Mit der Kettensäge. Also, das heißt, du zwingst andere Leute, das zu tun, was du willst. Jetzt wirklich? Du bist NLP-Trainer, NLP-Coach-Trainer und NLP-Coach. Und ich weiß nicht, Triple Master.
Florian: Ja.
Miriam: Und du zwingst immer noch andere. NLP ist doch hochgradig manipulativ. Du bringst auch andere Menschen dazu, was für dich zu tun, ohne dass sie es merken.
Florian: Es ist einfacher, sie zu kitzeln. Wie ist es einfacher, sie zu kitzeln?
Miriam: Das ist die chinesische Foltermethode.
Florian: Das wird ja immer brutaler. Wie machst du das denn, dass du andere dazu bringst, dass sie endlich was tun?
Miriam: Ich schaue traurig aus meinen großen braunen Rehaugen.
Florian: Und dann?
Miriam: Ziehe meine Wangenknochen zusammen und tue so, als ob ich verhungere.
Florian: Das kann ich tatsächlich auch bescheinigen.
Miriam: Ja, und dann wird mir geholfen.
Florian: Das ist ja hochgradig manipulativ.
Miriam: Nein, das ist arm.
Die stille Facebook-Gruppe und der Drohbrief im Theaterverein
Miriam: Bei Facebook war dieses Thema in einer Gruppe, in der ich bin, in der 450 Leute sind oder so, und der Administrator hat große Herausforderungen damit, dass in dieser Gruppe nichts geschrieben wird. Also dass so wenige Menschen aktiv sind, proaktiv in dieser Gruppe.
Florian: Und was hat er gemacht?
Miriam: Und nachdem er in zwei Beiträgen, in denen er neue Mitglieder begrüßt hat, dann immer schrieb, bitte schreibt hier auch was in dieser Gruppe, damit da was los ist und nichts geschah, hat er dann ein Extra-Posting gemacht an alle.
Florian: Und gepinnt.
Miriam: Und gepinnt, genau, dass diese Gruppe nur dadurch lebt, dass eben auch alle etwas für diese Gruppe tun und die Gruppe kann den Mitgliedern nur dienen, wenn die Mitglieder der Gruppe dienen.
Florian: Genau. Und jetzt?
Miriam: Hat immer noch keiner geschrieben, hat auch keiner geliked. Und jetzt sind wir an der Stelle.
Florian: Was machst du jetzt?
Miriam: Was machst du jetzt? Ich weiß ja, was seine, also ich verstehe ja seine Absicht. Ich verstehe ja seinen Beweggrund.
Florian: Bei einem Kunden, den ich in dem anderen Kontext, in dem ich ja arbeite, also Beratung in der Organisationsentwicklung, den ich da hatte, da war die Regel mal, dass wir in dieser Community, in der wir gearbeitet haben, also in dieser Veränderung, worin wir daran gearbeitet haben, da hatten die sich die Regel gegeben, dass die Leute positiv kommen sollen und mitarbeiten müssen und positiv sich einbringen müssen. Super. Ja, geht so, würde ich sagen. Die, die Bock hatten, hat es eher abgeschreckt. Und die, die keinen Bock hatten, waren dann da und haben manchmal irgendwie ein Fähnchen hochgehalten, um ihren Beitrag zu zeigen.
Miriam: Wäre das dann besser, wenn die Regel vorher schon aufgestellt ist? Also wenn ich wüsste, bevor ich in diese Gruppe komme.
Florian: Da war die Regel vorher aufgestellt.
Miriam: Ah, die gab es vorher schon. Weil da sind wir ja beim anderen Thema. Das ist ja Regeln aufstellen und andere befolgen die dann. Wenn ich jetzt spontan möchte, dass jemand was tut, was ich mir ausgedacht habe, das könnten wir ja super gut verkaufen. Wenn es da so ein Konzept gäbe für, du bringst andere einfach... Weißt du was?
Florian: Da gibt es ein Konzept. Das befolgen sogar ganz viele Menschen. Du gibst denen diese Scheine, auf denen Nummern drauf sind und dann machen die, was du sagst. Geld. Ja. Das ist extrinsische Motivation. Das gleiche funktioniert an der einen oder anderen Stelle auch mit Naturalien.
Miriam: Doch Florian, auf sowas in diesem Podcast hier zu promoten.
Florian: Was denn? Wenn ich möchte, dass irgendjemand auf dem Grillplatz irgendwas tut, dann kann man doch ein Grillwürstchen anbieten. Also es geht ja nicht nur um die Naturalien.
Miriam: Also esoterische Menschen würden jetzt sagen, Energieausgleich.
Florian: Energieausgleich. Das stimmt. Also tatsächlich gibt es ein Konzept, das wir uns ausgedacht haben, das seit vielen tausenden Jahren funktioniert. Es gibt noch andere Konzepte, die auch seit der Zeit funktionieren.
Miriam: Und ich merke, dass ganz viele scheitern. Ich bin ja in dieser Theatergruppe, die jedes Jahr ein großes Musical aufführt, am 23. November ist die Premiere dieses Jahr. Und ... Hier arbeiten ja ganz viele Amateure mit auch zum Teil Profis zusammen und alle ehrenamtlich. Das ist ein Verein. Die werden alle nicht bezahlt, die bekommen nicht diesen Scheine mit den Nummern drauf. Und das Verhalten im Bereich von proaktiver Mitgestaltung ist sehr unterschiedlich bei diesen, keine Ahnung, 150 Leuten. Wir bringen am Wochenende was mit. Ja genau, also wo es dann von Kleinigkeiten, wie dass alle was zu essen haben bei diesen langen Durchlaufproben oder auch bei größeren Sachen, dass Kulissenteile transportiert werden mit LKWs und dass da immer ein Aufruf ist von wer kann da helfen und dann melden sich zwei und das reicht nicht und dann kommt so ein Drohbrief mit, ihr wollt ja auch alle mitspielen und ihr wollt ja auch alle, dass das eine schöne Aufführung wird und jetzt gebt ihr mal Gas und wollt ihr den armen Chef alleine lassen oder also da werden alle Hebel in Bewegung gesetzt. Von Mitleid bis harte Drohung. Bis Platzverweis sozusagen. Ist alles drin. Und? Hilft's was? Und aus allen Rohren gefeuert. Naja, es hilft lustigerweise schon was. Aus diesen zwei Leuten, die sich gemeldet haben, werden dann sieben und sind immer noch viel zu wenig, weil es sollten 15 sein. Nur dann machen sieben halt diesen schweren Job, der mit 15 besser wäre. Von 120 Leuten wohlgemerkt. Oder 130 dieses Jahr sogar. Das ist ja eine relativ kleine Zahl von Menschen, die sich da meldet.
Florian: Das stimmt.
Miriam: Um zu helfen. Und die Verantwortlichen in dieser Gruppe, die zeigen sich da schon auch dann frustriert an der einen oder anderen Stelle.
Florian: Was ist denn jetzt unsere NLP-Perspektive?
Miriam: Wir können nichts machen. Das ist die Faulheit und die Bequemlichkeiten, dieses inaktive Verhalten von anderen Menschen. Das ist die Krux.
Was würde Theo tun? Und der Pudel mit dem roten Bällchen
Florian: Also für mich ist da eins unserer beiden Kinder das beste Beispiel auf der Welt. Ich möchte ein T-Shirt haben, auf dem steht, was würde Theo tun, weil Theo bleibt am Ball. Wenn der Playstation spielen möchte, wenn der einen Film schauen möchte, wenn der Schokolade essen möchte, dann bleibt der einfach am Ball. Und ich habe das Gefühl, dass viele Erwachsene... Irgendwie in ihrem Repertoire exakt ein oder zwei Sachen haben. Also dieses Schein mit Nummern drauf ist so eine typische Geschichte.
Miriam: Also du bekommst was dafür, wenn du es machst.
Florian: Du bekommst was dafür, also Schokolade oder ein Grillwürstchen oder 5 Euro oder auch 100 Euro. Und dadurch werden Menschen überredet, dass sie Sachen einfach machen. Das ist so die Hauptgeschichte, die manche Leute haben oder mit Drohungen zu arbeiten. Also, dann machen wir eben nichts mehr, dann funktioniert es eben nicht, nächstes Jahr machen wir keine Aufführung, wäre ja dann sowas. Und das ist das, worauf die sich spezialisiert haben. Das ist nämlich bei Theo sehr wenig so. Also für den ist das Nein das Erste oder ein Nicht-in-seine-Richtung-Arbeiten erstmal die Aufforderung dazu, kreativ zu werden.
Miriam: Das ist tatsächlich so. Also der überlegt sich irrsinnig viele Dinge und gibt nicht auf. Ich habe den wirklich, wenn der was wirklich möchte, habe ich es noch nicht erlebt. Ich habe mal in Frankreich eine Familie gehabt, bei der ich gelebt habe eine Zeit lang und wo ich Französisch gelernt habe, hauptsächlich die Sprache. Und hier gab es eine ältere Schwester, die war Inhaberin von so einem, was ist das für ein Hund? So ein Pudel. Also ein reinrassiger Zwergpudel, schwarz, ungeschoren, also so ein Fellknäuel aus den Locken. Sah sehr lustig aus und hyperaktiv. Also dieser Hund war, sobald der morgens das Auge aufgemacht hat, genau, war der am rumrennen in diesem Haus. Und der hatte ein kleines rotes Bällchen, mit dem wollte er dann auch andere Menschen dazu ständig dazu auffordern, mit ihm zu spielen. Und das passierte so, dass der dann angerannt kam und hat anderen Menschen diesen Ball vor die Füße gelegt und dann hat er den Ball mit der Schnauze immer wieder gegen den Fuß geschoben. Immer wieder und immer wieder und immer wieder. Und hat damit nicht aufgehört, bis dieser Mensch sich gebückt hat oder ein anderer Mensch sich gebückt hat, um den Ball irgendwo hinzuwerfen.
Florian: Manchmal ist es auch ein anderer Mensch gewesen, oder?
Miriam: Um diesem Treiben ein Ende zu bereiten. Das war eine sehr anstrengende Strategie aus meiner Sicht, weil der Hund wirklich zum Teil, wenn Menschen in einem intensiven Gespräch waren, 20 Minuten lang diesen Ball gegen Füße geschoben hat. Er hat dann noch ein paar kleine Finessen gehabt. Er hatte auch so Weinlaute, also so Leitlaute und das ist bei so einem kleinen Hund ja auch dann sehr beeindruckend.
Florian: Große braune Augen, ja.
Miriam: Wenn der dann so... gemacht hat zwischendurch und hat dann wieder den Ball geschubst. Uns war allen klar, dass es kein ernstes Problem gibt.
Florian: Irgendwann haben die Leute dann den Ball gewonnen.
Miriam: Irgendwann hatte der Erfolg und das hat dazu geführt, dass der weiterhin ohne Grenzen die immer gleiche Strategie auch durchgeführt hat. Also dass der immer wieder geschoben hat und immer wieder gemacht hat.
Florian: Und das Dranbleiben, was der Hund hatte, war dieses 20 Minuten lang den Ball anschieben.
Miriam: Und noch länger. Und noch länger. Also da habe ich so gemerkt, dieses, meine Güte, wenn Leute, also wenn so ein Gehirn mal gelernt hat, dass es irgendwann mit dieser Methode zum Erfolg kommt,
Florian: Was ich cool finde, also das ist ja der eine Aspekt, dass der dann sozusagen diese Methode einfach durchgezogen hat.
Miriam: Ja, und es ist sehr anstrengend.
Florian: Ja, auf der anderen Seite, wenn eine Führungskraft zu mir sagt, was kann ich denn tun, damit meine Mitarbeiter mitmachen oder eben das in so einer Theatergruppe ist oder so. Ich habe das Gefühl, dass viele Leute da aufhören, die würden nach einer Minute aufhören, den Ball anzuschubsen. Ich kann das nicht mehr. Und dann erbarmt sich entweder jemand, dann ist es ja auch wieder, also dann hast du nur einen anderen Ball angeschubst, oder es ist tatsächlich halt dieses, dann machen sie es halt alleine und ist auch nicht gut. Und der Hund, der bleibt wenigstens dran.
Miriam: Ja, ich habe das ja mal damit zur Spitze getrieben, weil ich habe das beobachtet und habe gedacht, der ist irgendwann, irgendwann fällt der doch um und schläft ein, bei dieser Aktion, weil das so anstrengend ist. Und dann habe ich mich ans obere Ende einer Treppe gesetzt in diesem Haus, steile Treppe. Boah. Und habe den Ball immer die Treppe runtergeworfen. Und der Hund, die Treppe runter, Ball eingesammelt, die Treppe hoch und ihn mir wieder vor die Füße gelegt. Dann habe ich den Ball wieder die Treppe runtergeschubst. Und ich bin irgendwann während dieser Aktion eingeschlafen.
Florian: Der Hund hat sich wahrscheinlich auch gedacht, Gott sei Dank.
Miriam: Also ich mag auch kreativen Input. Also dieses stumpfe, immer wieder das Gleiche tun, kann ja dazu führen, dass Menschen irgendwann entnervt aufgeben. Was wir in diesem Podcast ja tun wollen würden, wäre dem magischen NLP unterstellen.
Dranbleiben, die Methode wechseln – und wollen die anderen überhaupt helfen?
Florian: Also das Erste, was ich gerne hätte, ist, wenn das Ziel wirklich ist, andere Menschen nachhaltig und gut dazu zu bringen, dass sie mitmachen, dann würde ich sagen, dranbleiben, dranbleiben, dranbleiben. Dann ist das schon eine gute Strategie. Also möglicherweise eben auch mal die Methode wechseln, nur dieses Ziel im Kopf zu behalten und wie so ein Achtjähriger zu sagen, Harry Potter Quidditch Lego Set. Das ist das, was ich will. Und dann sozusagen zu überlegen, auf welche verschiedenen Arten komme ich da dran? Und dann habe ich Opas zur Verfügung und Omas zur Verfügung und Mamas und Papas zur Verfügung. Und dann kann ich natürlich anfangen, irgendwie sozusagen, wie komme ich da jetzt hin? Und da dran zu bleiben. Und genau so ist es ja auch mit Mitarbeitern. Im Theater, wenn ich sage, ich will, dass mir andere Menschen helfen bei sowas, dann möglicherweise gibt es da was zu tun.
Miriam: Gut, was zu tun? Jetzt sitzt da jemand und ist alleine beim Kulissen tragen und weint?
Florian: Vielleicht ist es da schon einfach ein bisschen spät, gell? Also vielleicht bedarf das einer ausgeklügelten, längerfristigen Strategie.
Miriam: Jetzt wird es spannend. Weil manchmal geht es ja da auch um Aufgaben, die anderen nicht so einen Spaß machen. Vielleicht ist es auch so ein Erhoffen von der gleichen Begeisterung, die einer selbst hat. Also wenn dieser Mensch, der die Facebook-Gruppe leitet, total begeistert ist von dieser Gruppe und irgendwie denkt, da ist doch jeder, der da drin ist, hat doch theoretisch...
Florian: Wie viele Beiträge hat der denn selber da reingeschrieben?
Miriam: Also ich würde mal sagen, 95% der Beiträge, die da drin sind, sind von ihm.
Florian: Weil das ist ja das Erste, dass der dann tatsächlich auch selber Beiträge da mit reinschreibt und dann vielleicht dahin optimiert.
Miriam: Also dieses You go first vom letzten Podcast haben wir in allen Fällen, die ich jetzt aufgezählt habe.
Florian: Und dann dazu führt, oder dann wäre es natürlich spannend, Beiträge zu schreiben, die andere Leute tatsächlich auch wahrnehmen und die andere Leute tatsächlich auch liken. Also die in irgendeiner Form für die Leute auch spannend sind. Möglicherweise kamen die ersten zehn Einträge halt, die waren nicht so spannend und jetzt ist die Gruppe halt einfach auf still. Dann ist ja alles jetzt verloren. Dann wäre alles verloren.
Miriam: Das sind so ein paar Dinge, die ich vielleicht hinterfragen dürfte. Jetzt wäre ich zum Beispiel bei diesem Theaterchef, welcher dann an der Stelle macht halt eben auch ganz viel selbst und allein. Und so zweimal im Jahr braucht er eben ein paar mehr Hände, weil er so eine Kulissenwand auch gar nicht allein tragen kann, selbst wenn er es wollte, sonst würde er es wahrscheinlich tun.
Florian: Weißt du, was eine der Herausforderungen an der Stelle ist? Weshalb ich zum Beispiel quasi nie bei ihm da an der Stelle helfen kann. Wenn er sagt, morgen Abend brauche ich jemanden, dann ist das einfach nicht abbildbar für mich. Also zu kurzfristig auch. Zu kurzfristig und zu weit weg.
Miriam: Gut, jeder wird seine Gründe haben. Die anderen können vielleicht immer samstags nicht, weil sie da auch andere Sachen haben. Soll das doch mal an einem Donnerstag machen. Dann sagen manche ja, Donnerstag geht nicht, weil Donnerstag... Also für mich ist es schon dieses... Ich glaube, das ist auch nicht NLP, so diesen Grund zu finden. Warum was nicht geht?
Florian: Er könnte ja mal transparent machen vorher, was denn alles aus seiner Sicht zu tun ist in den nächsten paar Monaten. Und das ist was, was ich da noch nicht wahrgenommen habe. Und das wäre eine Veränderung.
Miriam: Also die Mails gehen um jedes Jahr, da stehen auch schon die Arbeitspläne drin und wann Kulissen transportiert werden und so, das ist alles schon am Anfang des Jahres, ist das einsehbar, die meisten schauen sich nur diese Excel-Tabelle nie an.
Florian: Genau.
Miriam: Offensichtlich, hab die noch nie gesehen. Gibt's alles, also ist alles auch schon im Portfolio, es würde auch dieser Mensch von der Facebook-Gruppe vielleicht sagen, naja, ich habe ja spannende Beiträge geschrieben. Also meine Beiträge sind alle spannend. Wenn die keiner liest, ist es natürlich klar eine Herausforderung. Nur, was würden wir denn jetzt Magisches tun mit der Sprache? Also das eine hast du ja gesagt, dranbleiben.
Florian: Ja, definitiv.
Miriam: Dann mal was anderes tun. Wenn das bis jetzt nichts genutzt hat, Beiträge in einer bestimmten Weise zu schreiben, selbst wenn ich die super spannend finde.
Florian: Dann mal andere Beiträge schreiben.
Miriam: Andere Beiträge schreiben. Wenn das jetzt darum ginge, dass Menschen positiv zum morgigen Meeting kommen in deiner Firma. Du hast ja auch ein Beispiel gehabt. Was könnte man da machen? Überall Smileys aufhängen.
Florian: Was ich schon gemacht habe, ist Süßigkeiten aufstellen zu Meetings. Kommen die Leute. Also die meisten sind sehr einfach zu bearbeiten an der Stelle.
Miriam: Ist das nicht die Geldschein-Methode? Die bekommen halt Schokoladen davon? Beim ersten Mal vielleicht schon. Und dann kommen sie, es gibt keine Süßigkeiten.
Florian: Und dann gibt es zufällig irgendwann mal Süßigkeiten. Variable Random Reinforcement heißt das dann.
Miriam: Ah, cool.
Florian: Ja, wenn sie nicht genau wissen, gibt es Süßigkeiten oder nicht, sind sie wahrscheinlich...
Miriam: Das hat schon ein bisschen was von Hundedressur, finde ich.
Florian: Die Frage ist, wie wichtig ist es mir, dass ich da nicht alleine sitze oder dass ich das nicht alleine mache? Und dann kann ich mir eben überlegen, ist es mir 5 Euro Lebkuchen wert? Möglicherweise schon. Möglicherweise möchte ich ja auch was backen oder möglicherweise machen wir das einfach so lustig an der Stelle da, dass ich die Lebkuchen benutze zum Türöffnen und wir dann so viel Spaß dabei haben, dass die sagen, nächste Woche komme ich auf alle Fälle auch, egal ob es Lebkuchen gibt oder nicht. Das sind ja alles dann so Tricks. Wie hättest du gerne, dass sowas läuft? Wie möchtest du es haben? Weil im Fall von dem Plan wäre dann, von dem Theaterplan wäre dann vielleicht einfach, vielleicht ist ein Excel-Sheet einfach nicht das Richtige, wo ich eine halbe Stunde brauche, um zu verstehen, wo da was zum helfen wäre. Vielleicht darf man das dann in irgendeiner Form anders machen. Und was wir dann ja auch viel sehen in der Praxis ist, ich bin mir gar nicht so sicher, ob die Menschen das dann abgeben wollen oder ob die tatsächlich so viel Hilfe wollen an der Stelle. Es klingt auch immer sehr heroisch, wenn sie dann irgendwie kurzfristig viel alleine machen müssen.
Miriam: Ja, das wäre natürlich zu checken. Das wäre wie so ein Öko-Check aufs Ziel auch.
Florian: Aufs Ziel, genau. Das hatten wir ja vor ein paar Folgen. Also was würde denn wirklich passieren, wenn ich mir jetzt vorstelle, da kommen diese anderen und die kommen freiwillig und die bringen super viel Energie mit und ich mir dann überlege, was sind denn die Nachteile davon, wenn das passiert? Und dann mein Krönchen nicht mehr so groß ist oder so, dann möglicherweise erklärt das ja schon was.
Miriam: Das erklärt schon was.
Das Weihnachtsreiten: wenn Mitmachen zur Ehre wird
Miriam: Und ein, ich sag mal, ein inhaltliches Gestalten, das also attraktiver zu machen, bei so einer Aktion dabei zu sein, sodass das ein Highlight jedes Jahr ist, dieser Kulissen-Transport. Ich kenne das auch aus anderen Bereichen meines Lebens schon, dass es solche Arbeitsveranstaltungen im Grunde gab, wo nur echt viele Leute hin sind, weil es eben so einen Riesenspaß gemacht hat.
Florian: Mhm.
Miriam: dabei zu sein. Zum Beispiel war das beim Weihnachtsreiten früher. Meine Schwester und ich haben Pferdesport betrieben und es gab jedes Jahr ein großes Weihnachtsreiten in diesem Stall. Da gab es auch eine Araberzucht und das ist eine Publikumsveranstaltung gewesen, wo es nicht darum ging, Preise zu gewinnen, sondern wo schöne Figuren geritten wurden, also fast so eine Pferdeshow in der Halle. Auch dann der Weihnachtsmann mit seinem mehrspännigen Schlitten war dann natürlich das große Finale mit Weihnachtsengeln auf weißen Pferdchen und also da wurde es dann kitschig und es war richtig toll und die Vereinsmitglieder von diesem Reitstall waren theoretisch aufgefordert, zwei Tage vorher zu helfen, für dieses Event alles aufzubauen, was da aufzubauen war. Denn es gab natürlich was zu essen, zu trinken, die Halle musste gesäubert werden, die Sitze dort, damit Publikum dort überhaupt staubfrei sich hinhocken konnte. Dann wurden Licht- und Tonanlagen installiert und so weiter. Da war also viel zu tun für dieses Weihnachtsreiten. Und ich weiß, dass ich von Anfang an und ich habe angefangen so mit zehn, elf Jahren mit dem Reiten, dass von Anfang an unter diesen Jugendlichen in diesem Stall klar war, dass da ging es nicht darum, wer dahin muss, sondern wer dabei sein darf. Weil es gab für dieses Aufbauen so viele Freiwillige, dass manche nicht mitmachen durften.
Florian: Wow!
Miriam: Ja, weil die haben dort übernachtet zwischen diesen beiden Tagen des Aufbaus, haben dort Lagerfeuer gemacht, haben dann noch einen Spätausritt gemacht, wenn alles aufgebaut war, so ein Nachtritt. Und also die haben das richtig attraktiv gemacht für die, die da den ganzen Tag schon rumgesprungen sind. Gab's dann abends noch Sport.
Florian: Ist ja auch fast wie eine Belohnung, ne?
Miriam: Ja, und es entstand auch eine fantastische Gruppe. Die hatten einfach wahnsinnig viel Spaß da und haben viel gelacht und haben, also es war eine Ehre, bei diesem Aufbau dabei sein zu dürfen, bei diesem Weihnachtsreiten-Team. Und nicht alle durften. Ja, meine Schwester und ich haben drei Jahre gewartet, bis wir das erste Mal mitmachen durften.
Florian: Das ist ja fast so wie so ein Badge am Schluss dann zu bekommen, so ein Aufnäher. Ich war 2019 beim Weihnachtsreiten dabei.
Miriam: Und der Inhaber des Stalls hat mir später, als ich auch schon erwachsen war und dort noch ritt, hat er mir gesagt, dass das nicht immer so war. Also als sie angefangen haben, waren sie eben mit fünf oder sechs Leuten und haben da ganz schön malocht und es war sehr anstrengend. Und dieses Lagerfeuer kam irgendwann mal auf, dass sie dann gesagt haben, wenn wir da sowieso den ganzen Tag aufbauen, dann können wir ja abends irgendwie noch was Schönes miteinander machen, was grillen oder Weihnachtsgrillen machen, Wintergrillen. Und so kam das dann, dass das auf einmal, die haben da nachts voll den Spaß gehabt noch und dann entstand das so.
Florian: Da ist schon was zu tun und das ist die zweite oder ein weiterer Trick aus dem NLP. Du kannst was tun, um deine Umgebung zu beeinflussen. Also das ist was, woran wir sehr fest glauben und was in NLP irgendwie reingebaut ist, dass diese Ressourcen, die wir bräuchten, um irgendwas da draußen in der Welt zu machen, dass die schon da sind. Und wir jetzt sozusagen, es geht drum. eher darum rauszufinden, was können wir tun, als die Frage zu beantworten, ob, weil das ob ist schon beantwortet. Ja, es geht. Die Frage ist wie. Und da am Ball zu bleiben, das ist doch einfach.
Reframing, Freiwilligkeit und Muster des Gelingens
Miriam: Und unterschiedliche Dinge auszuprobieren. Und solange ich mit einer Begeisterung und einer guten Laune bei etwas dabei bin, also mit Freude und ohne jetzt sozusagen meinen Mehrwert in anderen zu suchen, sondern eher zu sagen, ich bin ja hier, weil ich da Spaß dran habe. Ich freue mich meines Lebens, wenn ich in so einer Gruppe bin und schreibe da ganz aktiv. Dann erwarte ich nicht automatisch, dass andere auch viel schreiben. Ich hätte ja eh die Einstellung, dann ist für meine Themen mehr Platz, wenn da nicht so viele kunterbunt durcheinander schreiben. Also das auch mal umzudrehen und anders zu deuten. Wir sagen Reframing dazu, was ist das Gute daran? Ich brauche nicht so viel mit anderen zu interagieren. Bei so einer Theater-Einlade- und Aufbaugeschichte brauche ich nicht 15 Leute zu koordinieren in den Aufgaben, sondern es ist überschaubarer. Bei so einer Firmengeschichte, kann ich auch sagen, Hauptsache ich habe gute Laune?
Florian: Du, wenn irgendwie Essen eingekauft wird und wir irgendwie einen Sack Lebkuchen gekauft haben, dann bleiben für jeden auch immer mehr Lebkuchen übrig. Du bekommst nicht nur einen, sondern drei.
Miriam: Also auch da schon mal anzufangen, für die eigene gute Laune zu sorgen und nicht in dieses Gemecker zu verfallen von, da macht ja jetzt keiner mit.
Florian: Sondern eben auch zu sehen, wer sind denn die Leute, die da sind? Ja, voll schön. Wie können wir denn mit denen möglichst viel schöne Zeit generieren? Weil das ist etwas, was die wahrscheinlich weitererzählen. Oder vielleicht ist es eben dieser Stempel oder dieses T-Shirt oder ein Aufkleber oder so, die eben zeigen, wow, da hat jemand tatsächlich mitgemacht und war dabei und durfte mitmachen im Vergleich zu den anderen.
Miriam: Und das vor allen Dingen nicht als, ich glaube, dieses Erwarten von anderen, dass sie in irgendeiner Weise, dass sie so sind wie ich. Ich hatte es früher in der Firma immer mal mit diesem, wenn jemand gesagt hat, derjenige, der bleibt ja auch schon beim Schnupfen zu Hause und kommt nicht zur Arbeit. Kennst du das?
Florian: Ja, klar.
Miriam: So, wo sich verglichen wird und dann mit unterschiedlichem Maß gemessen wird. So, der eine kommt mit dem Kopf unterm Arm in die Firma. auch noch mit Bandscheibenvorfall und Lungenentzündung gleichzeitig und der andere bleibt wegen ein bisschen Kopfschmerzen zu Hause. Ist doch eine Unverschämtheit. Von mir auf andere schließen, wie viel Arbeit bin ich bereit in ein Projekt zu investieren, wie viel generell macht mir Freude, macht mir Spaß. Ist es legitim zu glauben, dass alle anderen genauso viel Spaß und Freude daran haben wie ich? Sollte ich ein Konzept da aufsetzen, das darauf angewiesen ist, dass alle gleich viel Spaß und Enthusiasmus entwickeln, dann kommt es auf Casting an. Also dann darf ich die Leute entsprechend vorfiltern. Als NLPler können wir das ja, Profiling, hier mal gelebt. So in die Gruppe darf eben nur, wer auch genau so enthusiastisch große Schreibenergie entwickelt wie ich. Oder wie, keine Ahnung.
Florian: Du, von wegmotivierte Menschen kann man sicherlich darüber auch zum Schreiben bringen, indem man sagt, so 24 Stunden, dann ist ein Posting da und dann fliegst du raus.
Miriam: Ja, stimmt.
Florian: Loss-Aversion. Dann sind auch irgendwann nicht mehr so viele in der Gruppe. Möglicherweise sind nicht so viele in der Gruppe, möglicherweise schreibt auch mal jemand was. Die Frage ist ja, traue ich mich das auch? Möchte ich das machen?
Miriam: Dann treibe ich zumindest den Prozentualwert hoch.
Florian: Das stimmt. Und so ein Kind stellt sich so eine Frage nicht, wenn es um das Harry Potter Quidditch-Set geht. Nein. Man macht das einfach mal. Dann gibt es halt manchmal auch komisches Feedback da drauf.
Miriam: Das stimmt. Das ist so wie mit dem Pudel, der bleibt halt dran. Der lässt sich auch nicht entmutigen vom 1. bis 20. 50. Nein. Irgendwann steht da Tropfenhüll den Stein. Allerdings. Irgendwann findet sich schon irgendeine entfernte Tante.
Florian: Und es ist wirklich spannend, wie das bei Hunden funktioniert. Also wie viele Hunde Streicheleinheiten abholen oder evolutionär, die sich ja tatsächlich so entwickelt haben, dass die unseren Gesichtsausdruck, den Gesichtsausdruck von Menschen verstehen können, um damit eben auch Dinge zu erreichen.
Miriam: Tja. Also flexibler sein.
Florian: Ja, klar.
Miriam: Mal was anderes tun als bisher.
Florian: Klar haben, wie hätte ich es denn gerne.
Miriam: Klar haben, wie wäre es im Ideal. Und sich wirklich darauf freuen. Das ist schon eine Aufgabe.
Florian: Spaß haben.
Miriam: Dranbleiben. Ist ja anstrengend so, anderen Menschen dazu irgendwas zu bringen. Und You Go First, das ist ein anderer Podcast. Kannst du ja die ganze Folge noch anhören, damit du das noch kannst.
Florian: Tja.
Miriam: Das ist mein Arbeitspodcast diese Woche.
Florian: Da ist was zu tun.
Miriam: Da ist was zu tun, ja.
Florian: Ja, wenn ich was von anderen Menschen möchte, darf ich meinem Verständnis nach auch was einbringen dafür.
Miriam: Und dich vielleicht fragen, wo hat es in deinem Leben schon mal funktioniert?
Florian: Wo gibt es Muster des Gelingens?
Miriam: Und wo war es einfach? Und was hast du da anders gemacht als hier vielleicht jetzt?
Florian: Und oftmals ist es eben dieses Lustige, Leichte, Lockere, auch eine große Freiwilligkeit.
Miriam: Man folgen Menschen gerne. Sehr, sehr coole Fragen. Schön, wenn du selbst noch Ideen hast.
Florian: Dann schreibt miriam at kontext*denken.de Sehr gerne, ich schreibe freundlich zurück.
Miriam: Und ansonsten kannst du uns kennenlernen, wenn du möchtest. NLP-Ausbildungen gibt es bei uns 2020 am laufenden Meter.
Florian: Wie bekommen wir jetzt die ganzen Zuhörer dazu, ihre NLP-Ausbildungen 2020 bei uns zu buchen?
Miriam: Du, ich sag denen jetzt, also ich mach's jetzt wie der Pudel.
Florian: Buch. Jetzt. Alles.
Miriam: Nein.
Florian: So kann ich das nicht sagen, oder wie?
Miriam: Nein, ich spiel das Bällchen immer wieder gegen den Fuß. In jedem Podcast wieder. Vom 14. bis 16. Januar gibt's das erste NLP Basic. Das ist für alle, die erstmal unverbindlich schnuppern möchten, wie gut NLP zu ihnen passt.
Florian: In unseren neuen Seminarräumen.
Miriam: Da kommt nächste Woche ein separater Podcast.
Florian: Da machen wir einen separaten Podcast.
Miriam: Der lautet Wir ziehen um. Echt jetzt? Ja, das wird ganz schwierig für mich. Es wird ein Leidens-Podcast, ihr Lieben, es wird ein Leidens-Podcast. Für mich ist es eine Katastrophe und nächste Woche.
Florian: Ab 1. Januar in Krefeld.
Miriam: Könnt ihr Miri live im Tal der Tränen erleben. Oh Gott. Alle NLPler werden immer gut drauf, von wegen. Wenn ich nächste Woche hier mal ein Exempel statuieren.
Florian: Wenn ich mir die Räume in Fertig vorstelle, dann bin ich schon gut drauf.
Miriam: Hör auf, mich zu manipulieren. Achso. Ihr Lieben, ich freue mich auch. Bis nächste Woche.
Florian: Bis dann. Tschüss.
Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.