"Is' eben alles nicht so einfach", sagt die innere Stimme, wenn eine Veränderung ansteht. Aber stimmt das? Miriam erzählt in dieser Folge von einem Jahr voller App-Wechsel — Monday, Trello, Asana, gefühlt fünfzig Programme in zwölf Monaten — und wie aus "das schaff ich nie" irgendwann sogar Spaß wurde. Es geht um die Glaubenssätze, die sich hinter dem Wörtchen "schwierig" verstecken, und darum, wie du an deinen eigenen Beispielen entlang herausfindest, dass Veränderung auch leicht gehen kann.
Teil 2 — und diesmal halten wir uns dran
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. So, nochmal voll die Veränderung.
Florian: Voll die Veränderung?
Miriam: Ja. Wir halten uns an unsere eigene Abmachung.
Florian: Ja, nur weil du ein Veto eingelegt hast, Miriam.
Miriam: Florian ist ein wundervoller Mann. Er überrascht mich so häufig positiv.
Florian: Mhm. Ja.
Miriam: Ja.
Florian: Wir machen heute nämlich das Thema Teil 2 von letzter Woche, so wie wir es letzte Woche gesagt haben.
Miriam: Ich sag's nur gleich, es sind schon einige Hörerwünsche eingegangen und heute wären Meta-Programme dran gewesen. Tja, Pech gehabt.
Florian: Heute hätten wir auch drüber reden können, warum wir uns nicht dran halten.
Miriam: Ja.
Florian: Genau, nur da dürfen wir jetzt nicht.
Miriam: Weil da ist ja auch die Veränderung im Raum, dass wir mal das machen, was wir ankündigen.
Florian: So, jetzt Veränderung Teil 2. Worum geht's? Was war das ursprüngliche Hörerthema?
Miriam: Das ursprüngliche Thema war, wie kann ich leichter mit Veränderung umgehen oder besser. Jetzt haben wir letztes Mal über besser verändern gesprochen in der letzten Folge und haben gemerkt, wir strugglen an diesem Glaubenssatz, der dahinter steckt, hinter diesem Thema, weil das ist ein Glaubenssatz, dass eben Veränderung irgendwie schwer mit umzugehen ist. Grundsätzlich.
Florian: Das war ja das, was wir im letzten Podcast aufgegriffen haben. Was sind denn jetzt diese Glaubenssätze, wenn wir da heute schon mal drüber reden?
Wie Glaubenssätze entstehen
Miriam: Oh, wir haben schon einige Male über Glaubenssätze und Glaubenssysteme gesprochen und die nehmen in der NLP-Ausbildung einen recht großen Raum ein. Weil wir eben davon ausgehen, dass Menschen bestimmte Dinge über das Leben, über sich, über andere, über wie funktioniert dieses ganze System glauben und danach richten sie selbstverständlich auch ihr Handeln aus. Und Glaubenssätze können genauso zu Ängsten führen wie auch zu euphorischen Zuständen oder wie eben zu guter Laune. Weil Menschen eben glauben, dass irgendetwas ihnen ganz leicht fällt und dass sie sich deswegen freuen auf dieses Ereignis. Andere freuen sich gar nicht auf dieses Ereignis, weil sie glauben, dass ihnen das schwieriger fallen könnte.
Florian: Also ein schönes Beispiel mit Vorfreude oder nicht Vorfreude ist Weihnachten. Manche Menschen total, oh ja, Weihnachten, endlich wieder Geschenke und Familie sehen und für andere, oh, Familie sehen und Geschenke kaufen. Oh Gott.
Miriam: Und jetzt würden diese Menschen allesamt, egal ob sie positiv oder negativ fühlen, wenn sie über dieses Fest nachdenken, behaupten, ja, das ist kein Glaubenssatz. So ist das. Warum?
Florian: Hör mal, das ist so.
Miriam: Und genau da ist die Stelle, wo es spannend wird in unserem Gehirn. Also wo du vielleicht jetzt schon mal zu Beginn dieses Podcasts da draußen anfangen könntest, dir Gedanken zu machen, wo du so glaubst in deinem Leben, dass etwas schwierig sein könnte. Kann es schwierig sein, seinen Job zu wechseln? Kann es schwierig sein, etwas Neues zu lernen? Eine neue Sprache, einen neuen Sport, eine neue Technik, stricken, häkeln, töpfern? Ist da irgendwo was versteckt? Oder ist bei dir alles so, ey, das ist doch alles voll easy. Wenn ich keinen Bock mehr habe auf meinen Job, dann wechsle ich den. Auch das ist ein Glaubenssatz. Denn da steckt das, das ist einfach drin.
Florian: Und die Idee dahinter, dieses vereinfachte Modell, was wir im NLP benutzen, um darüber nachdenken zu können, ist, dass wir früher oder eben auch heute jeden Tag irgendwelche Erfahrungen machen in der Umwelt. Daraus bilden sich irgendwelche Strategien heraus, wie wir mit bestimmten Dingen umgehen. Ganz vereinfacht... Hier im Rheinland zum Beispiel könnte es eine gute Idee sein, wenn ich immer wieder die Erfahrung mache, auf der Autobahn zu stehen, dass ich sage, ich steige um auf öffentlichen Personennahverkehr. Und das wäre mein Ansatz, um mit bestimmten Dingen umzugehen. Da stecken dann auch schon Glaubenssätze drin. Nur dann wäre meine Strategie jetzt eben, morgens zum Beispiel in Google Maps reinzuschauen und dann vielleicht eher auf die Bahn umzuschwenken. Da verändere ich was. Wirklich einfach. Und aus den Erfahrungen mit dieser Strategie heraus, aus den Erfahrungen aus der Umwelt ergeben sich dann eben irgendwann Glaubenssätze, was ich darüber denke. Gibt es hier im Rheinland viel Stau, gibt es wenig Stau? Das ist natürlich meine eigene Wahrnehmung und dann eben auch das, was ich mit meinen Kollegen reflektiere. Möglicherweise habe ich Kollegen in der Arbeit, die sagen, das ist alles easy hier, ich komme immer super gut morgens durch. Dann ist in so einem Umfeld, sage ich vielleicht eher, dann hatte ich heute Morgen halt Pech, dass ich mal ausgerechnet mal im Stau stand. Wenn ich in ein Arbeitsumfeld komme, wo alle drüber sprechen, wie schlimm das schon wieder war mit dem Stau und heute, wir standen schon wieder, dann wäre meine Antwort vielleicht eher, um in dieser Gruppe drin zu sein, ja, der Stau hier im Rheinland. Und dann bildet sich eben so ein Glaubenssatz darüber, wie das mit der Welt ist. Und das geht mit ganz vielen verschiedenen Themen.
Miriam: Das fängt schon an als kleines Kind, dass wir eben eine bestimmte Erfahrung machen und dann daraus einen Glaubenssatz bauen, dass wir... Beim Laufen lernen oder beim Sprechen lernen oder im Umgang mit den Erwachsenen, die um uns herum sind, irgendwelche Erfahrungen machen. Zum Beispiel, die helfen mir immer, wenn ich beim Laufen lernen umplumpse auf dem Hintern. Dann ist immer einer da, der mich wieder hochhebt und mir Mut zuredet und mir über den Kopf streichelt und mich anlächelt. Und daraus entsteht schon bei einem kleinen Kind ein Glaubenssatz über, wie sind die Großen so? Mit mir, wie sind die überhaupt? Das wäre dann ein Glaubenssystem, was da entsteht. Alle Erwachsenen sind hilfsbereit.
Florian: Und dann daraus würden wiederum Werte entstehen, die irgendwie wichtig sind im Leben. Nur da kommen wir heute vielleicht nur am Rande mal zu. Das ist das, was da noch oben drüber entstehen wird.
Miriam: Es geht ja um was ganz anderes. Die Hörerin, die sich gewünscht hat, dass wir über dieses, wie kann ich mit Veränderungen besser oder leichter umgehen, die hat sich das Thema gewünscht, weil offensichtlich Veränderungen in ihrem Leben sind, von denen sie glaubt, dass das nicht so einfach ist, sonst würde ja dieser Wunsch nicht da sein.
Florian: Richtig?
Miriam: Das wäre jetzt meine Annahme. Und sie hat uns nicht detailliert gesagt, um was es da genau geht. Ich meine, das wäre natürlich schon mal spannend auch zu wissen. Die mal zu fragen, hör mal, was ist denn da gerade? Ja, nur tatsächlich ist es im NLP gar nicht so von Interesse, weil wir eher da nach den generellen Strategien des Gehirns schauen würden. Aha, da scheint ein Glaubenssatz drin zu stecken. Also irgendeine Annahme, dass es eben in bestimmten Situationen oder in der einen, in der sie gerade ist oder vielleicht generell schwierig sein könnte, mit Veränderungen umzugehen. Jetzt gibt es ja schon Beweise im Leben von manchen Menschen, wo du dich schon mal ganz leicht verändert hast.
Florian: Was?
Miriam: Oder deine Lebensumstände.
Florian: Es gibt wunderschöne Ereignisse. Ich habe jetzt wieder in dem Unternehmen, in dem ich aktuell auch aktiv bin als Coach, da ist uns heute aufgefallen beim Gespräch, dass jetzt schon das dritte Mal in Folge ein frisch gewordener Papa in seinen Papa-Urlaub geht oder in den Eltern-Urlaub geht und jetzt mal einen Monat nicht da ist und uns ist so aufgefallen, ganz seltsam, dass das jetzt schon der dritte Mann ist und keine Frau in der Runde bisher war. Und das sind ja Ereignisse, die im Leben passieren, wo Veränderung von außen kommt und unglaublich wunderschöne Strahlen in die Zukunft auch hineinwirft und eben ganz viel Veränderung macht, beruflich und auch privat. Das könnte ja ein Beispiel sein für Veränderungen, die leicht gingen.
Miriam: Und wer weiß das schon.
Florian: Ja und dann sind wir halt wieder so sehr bei deinen eigenen Glaubenssätzen über das, was ist. Weil genauso gibt es vielleicht Menschen da draußen, die sagen, oh je, Kinder.
Miriams App-Marathon: von "das schaff ich nie" zu Spaß
Miriam: Also ich habe zum Beispiel immer geglaubt, dass es mir sehr schwer fällt und da geht es um Veränderung. Also Florian bringt sehr viel Veränderung in unsere Firma. Immer. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht irgendwas ändern an den Abläufen, die wir vielleicht auch gerade erst besprochen haben. Und ganz besonders deutlich wird mir das immer dann, wenn es um Apps geht, also Applications, die wir auf unserem Handy oder auf unserem Computer haben, die uns unterstützen sollen, Programme, die uns unterstützen sollen, dass unsere tägliche Arbeit einfacher wird. Planungsprogramme kleine oder Programme für Reisekostenabrechnungen oder Programme für generell Belegsammlungen oder Programme für zum Beispiel auch Teamplanung. Also was gerade jeder so macht. Und Florian hatte eine sehr intensive Zeit mal, das streckte sich über fast ein Jahr, wo wir gefühlt auf der Finde waren nach dem richtigen Programm, um unsere Arbeit sichtbar zu machen. Also so eine Art Kanban-Board, so ein kleines oder wer nicht weiß, was das ist, so ein Planer, wo eben jeder, der mit der Firma was zu tun hat, seine aktuelle Arbeit eintragen kann, damit die anderen auch sehen, oh, der hat gerade viel zu tun oder der hat gerade nicht so viel zu tun.
Florian: Ist das der Hauptzweck? Das ist ja lustig, dass du das so beschreibst.
Miriam: Nein, ich wollte es erklären, wie das funktioniert. Natürlich ist es auch für den selbst, für denjenigen, damit derjenige auch wahrnimmt, oh, ich habe gerade ganz schön viel vorliegen oder da sind ein paar dringende Sachen dabei, manche vielleicht auch nicht so dringend. Also so zum Sortieren und zum Sichtbarmachen. Und dafür gibt es verschiedene Programme da draußen, die alle das gleiche anbieten als Service.
Florian: Oh ja, Asana und Fabro und Trello und Jira und... Siehste?
Miriam: So, wir haben es also mit einer opulenten Recherche dieses Mannes zu tun, der mein Traummann ist, der dann, nachdem er lange recherchiert hatte, sagte, das, was wir haben wollen, ist Monday. Das ist eine dieser Apps. Und für mich war klar, das ist jetzt eine große, sehr schwierige Veränderung für mich, weil ich Glaubenssätze habe, wie schnell ich Computerprogramme lerne oder überhaupt neue Programme oder neue Software. Und dann erklärte mir mein Traummann kurz, wie das funktioniert mit dieser neuen App. Also wir saßen da eine Nacht lang und er hat mir die Funktionen gezeigt und haben Beispiele schon hergenommen aus meiner Arbeit und das da eingetragen. Und ich verstand mehr und mehr, wie es funktioniert. Und irgendwann, schweißgebadet, kam ich zu dem Schluss, ja, ich schaff das, ich schaff das, ich schaff das. Notfalls geht das irgendwie. Dann habe ich zwei, drei Wochen mit dieser App gearbeitet und es wurde immer besser und ich habe jeden Tag gemerkt, dass ich irgendwie mehr sehe und auch das besser bedienen kann und dass es schneller geht und dass ich da jetzt so ein bisschen in den Flow komme. Und gerade als ich zu mir sagen wollte, hey, das hast du gut gemacht, du hast es einfach gelernt, kam Florian zur Tür rein und sagte, ich habe eine neue. Ich sage, was für eine neue? Er sagt, eine neue App. Die heißt jetzt Trello. Und ich sage, und was macht die? Das, was bis jetzt Monday gemacht hat.
Florian: Nur besser.
Miriam: Nur besser. Versteht ihr, was ich meine? Also einige von euch können das vielleicht jetzt nachvollziehen. Für mich bedeutet das, dass es dann da knirscht in meinem Gehirn. Wirklich. Und dann sitze ich da und bin so kurz zum Heulen zumute, weil ich denke, jetzt habe ich gerade die Alte gelernt. Das ist total schwierig für mich. Und Florian nimmt es so auf die leichte Schulter. Ja, im Grunde ist das ja ein Kompliment, weil er mir viel zutraut in dem Bereich.
Florian: Das stimmt, das stimmt.
Miriam: Ich traue mir so viel einfach nicht zu. Oder habe mir bis jetzt da nicht so viel zugetraut. Oh, ich habe Lachtränen schon wieder. Ah, und es ist voll ernst, wirklich. Das ist etwas, wo ich sehr drunter leide. So, und einige von euch, die diesen Podcast hören, werden sagen, ey, was ist denn dabei? Neue App, Alter. Ja, neue App, bisschen anderes, wie heißt das, User... Interface.
Florian: Interface und es ist schnell gemacht, bisschen umgewöhnen, nicht mal. Bisschen Export, bisschen Import, ja.
Miriam: Ja, so. Und andere werden wahrscheinlich so wie ich jetzt schielend da sitzen und sagen, boah, wenn der das mit mir machen würde, ich würde ihn feuern. Jetzt ist nur folgendes der Fall. Das war ja nur eins der Beispiele von gefühlt 50 in einem Jahr und es änderte sich wirklich alle zwei Wochen, ihr Lieben.
Florian: Ja, das war auch wichtig.
Miriam: Es war auch verrückt, wie viele Apps es gibt. Irgendwann habe ich angefangen zu beten, dass die Entwickler aufhören. Neue Apps zur Teamentwicklung oder Teamvisualisierung.
Florian: Das hatte noch einen zweiten guten Grund. Ich kenne diese ganzen Apps jetzt, wenn mich ein Kunde fragt nach einer, weiß ich immer schon, worum es geht.
Miriam: Florian wird wenigstens danach gefragt. Bei mir interessiert es niemanden.
Florian: Umgang mit Veränderungen, die von außen herangetragen wird. Und jetzt?
Miriam: Ich habe mich immer für einen Menschen gehalten, der sehr gut mit Veränderung umgeht, weil ich das Gefühl habe, in einem Job zu arbeiten, der jeden Tag Veränderung bringt. Als Moderatorin, als Trainerin, als Verkäuferin, als Kosmetologie-Expertin, als was weiß ich. Ich habe ständig irgendwas anderes in der Hand und habe auch ständig einen anderen Kunden am Telefon, der was anderes von mir will. Und der mich einkauft für irgendwelche Events, die ich vorher noch nie moderiert habe oder wo ich noch nie da war. Und in meinem Gehirn ist sowas wie... Ja, es wird schon. Also gerade bei Events oder bei Fernsehsendungen oder auf großen Bühnen stehen. Da können alle möglichen Veränderungen sein.
Florian: Das ist tatsächlich, was ich bei mir auch wahrnehme, was eine der Veränderungen ist, die durch meine Arbeit mit dem NLP gekommen ist und durch viel Arbeit an Glaubenssätzen, an Ressourcen, an all den Werkzeugen, die wir im Practitioner und im Master Practitioner machen, inzwischen sind viele Themen, also gerade was so Events oder Workshops angeht, es ist fast egal geworden für mich, ob das 5 Leute sind, 20 Leute oder 70 Leute oder 100 Leute. Die in einem Raum drin sind. Größer habe ich meistens nicht in Organisationskontexten, weil dann wird es eine größere Veranstaltung, die auch mehr Vorbereitung bedarf. Nur das ist inzwischen fast gleich geworden für mich in der Wahrnehmung. Solche Sachen können Miriam und ich einfach sehr gut abfedern, was auch immer da kommt. Da ist Veränderung sehr leicht geworden.
Das Werkzeug: dein eigenes Beispiel finden
Miriam: So und jetzt ist die Frage, fallen dir oder welche Beispiele aus deinem Leben fallen dir jetzt gerade ein, wenn du so einen Augenblick darüber nachdenkst, in denen du in deinem Leben Veränderungen schon sehr leicht genommen hast? Also wo das einfach funktionierte. Vielleicht hast du dich sogar selbst überrascht oder andere haben dich überrascht oder die Situation hat dich überrascht oder es war überraschend einfach.
Florian: Falls du die Gelegenheit hast, mit jemandem zu sprechen jetzt, wäre es eine gute Zeit, um einfach mal drüber zu reden. Was war denn so eine von den Geschichten der Veränderungen aus deinem Leben, dass dich dein Gegenüber oder du dein Gegenüber mal kurz interviewst? Erzähl mir doch mal so eine Geschichte aus deinem Leben, in der Veränderung leicht stattgefunden hat, also in dem es erstaunlich gut funktioniert hat, dass du dich verändert hast. Vielleicht war es was ganz Kleines. Was in dem Sinne ein sehr tolles Beispiel ist. Oder vielleicht war es auch was ganz Großes, wo du dich hinterher selbst, also jetzt erst im Rückblicken das so ist, wow, das ging rückblickend schon sehr, sehr einfach. Also so eine Geschichte mal zu erzählen.
Miriam: Wenn du diese Geschichte gefunden hast und jetzt sind wir mitten in der Arbeit auch mit NLP, die du bei uns ja lernen kannst bei kontext*denken, dann wäre jetzt die nächste Annahme, dass sobald du diese eine oder zwei oder vielleicht auch 500 Beispiele in deinem Leben gefunden hast im Gespräch mit einem anderen Menschen oder vielleicht auch für dich alleine. Dann ist das ja ein Beweis dafür, dass es grundsätzlich möglich sein kann in deinem Leben, dass Veränderung ganz leicht und oder einfach ist. Das geht.
Florian: Also es gibt schon mal mindestens ein Beispiel, dass es funktioniert.
Miriam: Und das wäre etwas, was wir finden wollen würden, um unserem Gehirn eine positive Richtung zu weisen, sozusagen einen Blick Richtung Sonnenaufgang. Und sobald das geglückt ist, könnten wir uns dann natürlich weiter fragen, wie hast du es da gemacht? Also wie war das? Was hast du anders gemacht, als in den Situationen, in denen das bisher vielleicht nicht so einfach schien?
Florian: Was waren die Erfolgsfaktoren? Weil dann purzeln in der Diskussion darüber, im Erzählen darüber, purzelt ein Glaubenssatz nach dem anderen so heraus und wir können dann anfangen, mit denen zu arbeiten.
Miriam: Und das ist eine wunderschöne Methode. Also was genau hast du getan, was war im Äußeren, was war im Inneren, was war um dich herum, als das so einfach war? Welche Gegebenheiten gab es da? An was erinnerst du dich? Wahrscheinlich sind das auch die wichtigen dann für dich.
Florian: Das ist jetzt fast schon angelehnt an die wertschätzende Erkundung von irgendwas, was passiert ist, was wir Richtung NLP-Techniken dann natürlich noch mehr machen würden, wenn du dich schon ein bisschen damit auskennst und alle anderen, ihr könnt kurz weghören, wäre eben zum Beispiel Submodalitäten herausfinden, Submodalitäten-Unterschiede, darüber zu arbeiten oder über eine Timeline bestimmte Ressourcen aufzusammeln in der Vergangenheit, über... Solche Techniken dann zu gehen, um das in die Zukunft reinzumachen, ist hier im Podcast nur schwierig.
Miriam: Da lassen wir das auch. Es geht ja darum, dass wir dir schnelle Tools an die Hand geben, Werkzeuge, mit denen du sofort loslegen kannst und mit denen du eben auch arbeiten kannst, wenn es gerade um eine große Veränderung gehen würde in deinem Leben.
Florian: Sekunde, Sekunde, Sekunde. Also wenn jetzt mein Beispiel gewesen wäre, ich habe es schon mal geschafft, auf einen anderen Parkplatz zu fahren, als der, den ich normalerweise nehme. Und das war eine Veränderung und ich habe abends mein Auto auch wieder gefunden und so schlimm war es auch gar nicht. Wenn das jetzt mein Positivbeispiel wäre. Wieso kann ich denn davon ableiten, dass es jetzt auch eine größere Veränderung gut funktionieren könnte?
Miriam: Und das nicht. Auf gar keinen Fall. Das, was du daraus ableiten könntest, ist, wie hast du es gemacht? Also wie genau hast du es gemacht, dass du auf einen anderen Parkplatz gefahren bist, obwohl du einen Stammparkplatz hast normalerweise? Wie genau war das? Was hast du vorher gedacht? Was waren die Gegebenheiten? War sozusagen der Parkplatz besetzt und es gab keine andere Möglichkeit? Das ist manchmal so.
Florian: Plötzlich ist die Veränderung da und dann ist es eine spannende Frage, wie entspannt gehst du damit um?
Miriam: Oder hattest du auf dem Weg zu diesem Stammparkplatz plötzlich den Gedanken von Pioniergeist? So ein Gefühl von, wir entdecken neue Welten. Heute mache ich mal was Verrücktes. Heute stelle ich mich auf einen anderen Parkplatz. Und schau mal, was passiert mit mir, mit meinem Auto, mit dem Weg, den ich dann ein bisschen anders habe zu meinem geliebten Stammsupermarkt oder was auch immer da ist. Da geht es wirklich darum, dem Gehirn so ein bisschen was an Strategie und an Glaubenssystem zu entlocken. Und es ist spannend, welche Erkenntnisse es daraus gibt. Und vielleicht ist es ja dann anwendbar, verstehst du, wenn das dieser plötzliche Pioniergeist wäre, der da gefühlt wird. Dass du plötzlich in dir sowas gemerkt hast wie Kolumbus. Ich entdecke jetzt Amerika oder so. Und dann, vielleicht kannst du ja diesen Pioniergeist, dieses Gefühl, das du da hattest, übertragen in eine andere Situation, wo der ausgeblieben ist bis jetzt. Oder wenn es dieses war, meh, mein Stammparkplatz ist besetzt, na jetzt stelle ich mich doch mal ganz keck auf einen anderen, also wenn da so eine andere Energie drin ist, so was von, dann wollen wir doch mal sehen. Auch das ist ja fein, weil auch das wäre ja etwas, was wir eventuell nehmen könnten als eine gute Energie für das, was jetzt gerade ist. Wollen wir doch mal sehen oder wollen wir doch mal hören und fühlen.
Florian: Manchmal habe ich in der Vergangenheit auch einfach gedacht, wie würde jetzt jemand, der entspannt wäre, in der Situation damit umgehen.
Miriam: Das war schon Thema im letzten Podcast. Ich bin mit diesem entspannt.
Florian: Ja gut und wenn ich jemanden kenne, der mit solchen Situationen ganz leicht umgeht, kann ich mir ja mal vorstellen, was würde die Person denn jetzt da machen.
Miriam: Das ist auch gut. Kennst du jemanden, der sich relativ leicht verändert aus deiner Sicht? Also wo du immer denkst, boah wie macht der oder diejenige das, bleibt total vergnüglich, entspannt, die größten Veränderungen im Leben, ständig geht es irgendwo anders hin, neue Welten, neues Glück, neue Fahrt, neue Runden.
Florian: Um Gottes Willen.
Miriam: Ja und irgendwie macht es das total locker. Naja, auch eine Maßnahme, denjenigen zu fragen, wenn du ihn persönlich kennst. Wenn das natürlich irgendein Promi ist, abgeschirmt, ist das nicht so die Maßnahme.
Florian: Und es reicht vielleicht sogar, einfach vorzustellen, was die Person jetzt machen würde.
Miriam: Oder was er vielleicht für Fähigkeiten hat dafür. Was ist dafür nötig? Was zeichnet den da besonders aus? Was entdeckst du an dem? Dass du dir vielleicht auch antrainieren oder üben könntest. Und Florian geht dann immer von dieser Entspanntheit aus. Weißt du, was bei mir noch eine Rolle ist bei diesem Verändern in leicht?
Florian: Was denn?
Miriam: Und das ist jetzt voll miri. Das passt vielleicht zu niemandem da draußen, nur bei mir passt das.
Florian: Hm?
Miriam: Spaß.
Florian: Ne.
Miriam: Doch.
Florian: Ach, Quatsch.
Miriam: Spaß an was Neuem. Ja? Ja.
Florian: Spaß an einer neuen To-Do-App.
Miriam: Ja, da habe ich sie nicht so richtig gefunden, diese Spaßnummer. Erstmal. Und es ist ja gut, dass wir jetzt nochmal darauf zu sprechen kommen, weil durch Florians forderndes... Wir haben jetzt jeden Tag eine neue App. Und Miriam gewöhnt sich jeden Tag an ein neues User Interface. War ich ja in der Not, und es fühlte sich ja an wie eine Not, das sozusagen zu lernen, immer wieder. Also immer wieder was Neues zu lernen, immer wieder mir neue Aufteilungen, neue Knöpfe, neue Handgriffe da anzueignen. Und plötzlich merkte ich so ab App 30, dass das Umgewöhnen schneller funktionierte. Ich habe mich schneller umgewöhnt. Und es war, zu dem Zeitpunkt war es noch eher so ein, boah, okay, neue App, jetzt schnell hier die neuen Sachen lernen.
Florian: Schnell reinkommen, bevor es die nächste ist. Ja, genau.
Miriam: Und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich, nachdem ich zwei Wochen lang die gleiche App benutzt habe, schon gedacht habe, wo ist denn jetzt die neue? Wieso kommt der jetzt nicht mit einer neuen App um die Ecke? Ist der krank? Stimmt irgendwas nicht? Haben die Entwickler da draußen davon abgesehen, neue Team-Organisations-Apps zu entwickeln? Das gibt's doch gar nicht. Und dann habe ich gemerkt, dass es mir zunehmend Spaß gemacht hat, den Erfolg zu spüren, mir gerade im Bereich IT, gerade im Bereich Software, gerade im Bereich neue Programme zuzugestehen, dass ich da gar nicht so untalentiert bin. Dass ich das dafür, dass ich es nicht gelernt habe und mich nie beruflich damit beschäftigt habe, ganz schön professionell gelöst habe. Und da war er. Dieser Funke Spaß.
Öfter Weihnachten und der Vicky-Moment
Florian: Weißt du, das ist eine der vorgeschlagenen Lösungen für die Weihnachtsherausforderungen, die manche Menschen spüren. Öfter Weihnachten feiern. Die Herausforderung ist, dass zwischen diesem Weihnachten und dem nächsten Weihnachten so viel Zeit liegt, dass wir zwischendurch Themen verschieben, Sachen anders machen. Und eben über die viele Zeit, die dazwischen ist, sagen, oh, ja, da können wir uns dann nochmal drum kümmern und dann wird es irgendwie kurzfristig stressig, dann passiert alles irgendwie auf einmal und dadurch wird es schwierig. Und wenn wir jeden Monat Weihnachten hätten, wenn du jeden Monat Weihnachten hättest.
Miriam: Würdest du es bitte aus der Allgemeinheit rausziehen und sagen, es ist jetzt ein The-Flory-Way?
Florian: Wäre doch toll, wie einfach wir uns daran gewöhnen würden. Also wie schnell das geht, einen Wunschzettel zu schreiben, wenn ich weiß, nächsten Monat habe ich wieder die Gelegenheit, tolle Wünsche zu äußern und mir zu überlegen. Du kannst dir immer wieder überlegen, wo wärst du gerne, was hättest du gerne, was passiert, was möchtest du als nächstes haben, weil nächsten Monat darfst du es dir wieder aussuchen. Das wäre doch super.
Miriam: Ja. Für manche von uns.
Florian: Vielleicht sollten wir nächstes Mal das Meta-Programm-Thema machen.
Miriam: Ich habe schon genug Wünsche, so ist es nicht.
Florian: Ja?
Miriam: Ja, ja. Ich finde die Idee gerade gar nicht mehr so schlecht. Erst habe ich gedacht, na, das entspricht nicht dem traditionellen Vorgehen. Und jetzt? Ja. Was wollen wir damit? Jetzt könntest du ja sagen, das ist ja ein dusseliger Tipp. Also wie soll ich denn das machen? Wenn ich der Tante Erika jetzt schreibe, wir feiern im Februar wieder Weihnachten, dann denkt die ja spätestens im März.
Florian: Da hat sich was verändert.
Miriam: Da hat sich ganz schön was verändert. So und das wäre jetzt noch ein weiterer Weg, damit umzugehen, nämlich so wie Florian, extrem witzig mit Veränderungen zu spielen. Ich kenne niemanden, der so... Entspannt wird sich im Bereich Veränderungen ist. Selbst wenn die von außen kommen und sich erstmal nicht so toll angefühlt haben früher. Florian ist sozusagen immer auf dem Weg, das dann relativ schnell so zu assimilieren, finde ich.
Florian: Oh, dann sind wir bei den Borg und Star Trek.
Miriam: Ja, mir fällt kein besserer Begriff ein, wie ich das bei dir beobachte, Florian. Das dauert eine Nacht. Und dann steht Florian auf und sagt, ich habe eine Idee, das ist wie bei Vicky. Kennst du Vicky, der Wikinger? Der hat so eine Geste, auch der greift sich so irgendwie so an die Nase.
Florian: Auf der einen Seite, dann auf der anderen Seite reiben und dann unten drunter. Genau.
Miriam: Und solche Gesten hat Florian. Tatsächlich. Und dann weiß ich, dann hat er so ein Funkeln, so ein besessenes Funkeln in seinen Augen. Und dann weiß ich, jetzt wird es ganz, ganz flexibel gleich. Jetzt darf ich ganz flexibel sein, weil jetzt kommt... Sehr witziges Zeug. Ja, es ist so. Das ist Wahnsinn. Ich finde es super. Ich lerne das von dir gerade. Ich wäre gern so witzig in Veränderungen, die mir gerade eben noch nicht gepasst haben. Das ist der beste Weg. Und dann sitze ich manchmal da und lache Tränen, wenn Florian mir seine Pläne unterbreitet und denke, es meint er jetzt nicht ernst und am nächsten Tag ist es umgesetzt. Das ist wirklich cool. Das ist wirklich cool. Weil da gibt es doch diesen Spruch, wenn ich Sachen verändern kann, dann verändere ich sie.
Florian: I love it, leave it, change it.
Miriam: Wenn ich Sachen nicht verändern kann, also wenn ich weiß oder glaube, ich kann sie eh nicht verändern, die sind jetzt so, dann mache ich das Beste draus. Das ist einfach das, was uns bleibt. Was bleibt uns denn sonst?
Florian: Wir könnten uns unsäglich den Rest unseres Lebens darüber ärgern, nur ich weiß nicht wozu.
Miriam: Und wenn wir jetzt den Stau nehmen, also es gibt so viele wunderschöne Strategien, meistens liefern uns unsere Teilnehmer im Practitioner nochmal neue Strategien. Es gibt so unendlich schöne Strategien für zum Beispiel im Stau sich super fühlen. Hörbücher zu Ende hören, spannende Geschichten endlich zu Ende bringen, Telefonate führen, die schon lange anstehen, wenn du eine Freisprechanlage im Auto hast. Mal philosophieren über Dinge.
Florian: Ich höre im Moment, und wie hat es letzte Woche ja schon gesagt, ich höre im Moment Kindermärchen auf Japanisch. Ich verstehe kein Wort. Also manchmal. Die Zahlen verstehe ich schon. Dass es zum Beispiel bei den drei kleinen Schweinchen um drei geht, die drei erkenne ich fast immer.
Miriam: Ja, was heißt denn drei? Sun. Sun. Okay. Siehste? Schon wieder eine Veränderung. Ist mir jetzt auch zu viel Veränderung. In diesem Podcast reicht es jetzt, finde ich, mit Veränderung. Allein schon, dass wir uns an dieses Thema gehalten haben, ist für mich Veränderung genug.
Ausblick und Verabschiedung
Florian: Nächste Woche dürfen wir, dann schnappen wir uns das Thema, wieso gibt es eigentlich, also was ist aus NLP-Sicht und Miriam hatte den Begriff ja schon gesagt mit dem Meta-Programm, dass es manchmal Menschen gibt, die gerne ständig alles verändern, manche Menschen gibt, die lieber nichts verändern, manche Menschen, die vielleicht ganz entspannt oder einfach mit Veränderungen von außen umgehen und welche, die sich da dran reiben. Und ich bin gespannt, ob wir nächste Woche dieses Thema machen oder irgendwas anderes.
Miriam: So, wir lassen das Florian mal ganz offen. Dann haben wir die größte Chance, dass Metaprogramme drankommen. Also, wir verlassen uns mal auf gar nichts.
Florian: Und wenn du ein tolles Thema hast, wenn du noch eine Frage hast, die in eine P-Richtung geht oder die du einfach zwei Coaches immer schon mal stellen wolltest, dann sehr gerne an miriam.kontext*denken.de.
Miriam: Wusste, dass sowas kommt. Du findest uns auch auf Facebook, kontext*denken. Auch da kannst du es gerne posten oder mir als Privatnachricht schreiben. Und dann nehme ich das mit auf die Liste. Vielen Dank fürs Zuhören bis hierhin.
Florian: Und bis nächste Woche, wenn es wieder heißt.
Miriam: Zwei Gehirne und viel verändern. Nein, zwei Gehirne und vielleicht Metaprogramme. Mit ein bisschen Glück.
Florian: Bis nächste Woche.
Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.