Warum tickt der Kollege an genau der Stelle immer anders als du? Warum eskaliert es mit manchen Menschen an den immer gleichen Punkten? Miriam und Florian steigen ein paar Stufen tiefer ins NLP — hinunter zu einem Modell mit vier Ebenen, das erklärt, wie sich ein Gehirn seine ganz eigene Welt zusammenbaut. Von Panini-Bildchen sammelnden Lausbuben bis zum Wert Sicherheit bei einer Unternehmensgründung.
Vom Rauschen am Strand zurück ins Studio
Miriam: Was?
Florian: Wer ist die Mehrheit?
Miriam: Menschen wie ich sind die Mehrheit.
Florian: Ihr seid die Mehrheit? Ja. Menschen, die gerne gute Audioqualität hören. Ihr seid in der Mehrheit.
Miriam: Definitiv. Wir sind in der Mehrheit.
Florian: Wenn ich jetzt da draußen eine Umfrage mache... Also ich finde es nicht so schlimm. Ich höre manchmal im Auto auch Sachen, wo ich mir...
Miriam: Es war eine Katastrophe.
Florian: Es war eine Notwendigkeit, das in Italien am Strand zu machen.
Miriam: So, ganz kurz zur Erklärung. Wer die letzte Folge unseres Podcasts gehört hat, hat auch Rauschen gehört. Also viel Rauschen.
Florian: Quasi wie am Meer.
Miriam: Nee, es war anders.
Florian: Wie im Sturm.
Miriam: Wir hatten unser Equipment in Italien nicht dabei.
Florian: Also wir hatten schon absichtlich Equipment mitgenommen, nur nicht das richtige.
Miriam: Also die falsche Tasche sozusagen. Und das haben wir in Italien gemerkt und dann war der Weg zu weit, um nachts heimzufahren, es zu holen und wieder hinzufahren.
Florian: Nicht, dass wir das nicht auch schon gemacht hätten. Das haben wir nämlich auch schon mal gemacht.
Miriam: Und dann haben wir den Podcast, weil wir wollten euch einen Podcast liefern und wir haben es durchgezogen und wir haben ein bisschen Feedback bekommen wegen der Tonqualität. Und ich glaube, dass alle Menschen so sind wie ich.
Florian: Ich glaube, dass alle Menschen so sind wie ich.
Miriam: Okay, also wir können ja mal abstimmen da draußen. Außer du fährst jetzt Auto, heb mal bitte die Hand, wenn das für dich okay war, wie der Podcast war.
Florian: Wenn du nur eine Hand hebst, kannst du es auch im Auto tun. So, jetzt, was ist denn heute das Thema? Also heute ist hoffentlich wieder eine andere Qualität. Miriam wird jetzt auch immer kontrollieren, weil ich bin da wirklich so ein bisschen, also ich bin wirklich Furchtbares gewöhnt aus den Audiobüchern, die ich manchmal höre.
Miriam: Florian hört wirklich Wirsing. Heute gehen wir weiter im NLP. Wir steigen die Treppe in die Tiefen der Sprachversteherei noch ein paar Stufen runter und bewegen uns auf dieses Ebenensystem zu, das dir zu Hause erklärt, wie das Gehirn sich die Welt da draußen zusammensetzt und baut. Im NLP würden wir ja sagen, die Landkarte ist nicht das Gebiet. Jeder Mensch filtert die Informationen da draußen durch sich durch und all seine Erfahrungen und Werte, die er hat. Und es gibt einen berühmten Menschen, der das mal auch, wie soll ich sagen?
Florian: Wir haben mal eine Zuschrift bekommen von jemandem. Ich glaube aus Österreich. Und da war die Frage, ob wir auch irgendwo einen Podcast haben über Dilts neurologische Ebenen.
Miriam: Das ist heute. Nein, das ist heute nicht. Das ist heute nicht. Sorry nach Österreich. Ich dachte, das ist heute. Wir machen es so, dass du es gut verstehen kannst, als vielleicht nicht NLPler.
Florian: Also wann würdest du das brauchen? Wenn du zum Beispiel mit Menschen sprichst und die dir etwas erzählen und du verstehen möchtest, wie wäre es, wenn du das verstehen könntest, dass du dir denkst, ah, das ist nicht einmal passiert nur bei der Person, sondern offensichtlich ist mehrmals das passiert, die hat als großen Wert im Leben Sicherheit. Oder das, wenn du im Coaching arbeitest oder mit anderen Menschen in der Beratung zusammenarbeitest, dass du dir an der einen oder anderen Stelle denkst, ah, da geht es jetzt nicht darum, nur eine Strategie anzupassen, sondern ich höre da jetzt, ich fange jetzt an zu verstehen, die Person glaubt, dass die Welt so aussieht in einer bestimmten Art und Weise. Darum geht es heute.
Practitioner, Coach Basic und Master — kurz zur Werbung
Miriam: Gut, dann lass uns loslegen.
Florian: Was, jetzt schon?
Miriam: Klar.
Florian: Ich dachte, jetzt kommt erst Werbung.
Miriam: Im September gibt es wieder einen Practitioner mit Florian und mir, da gibt es auch noch Plätze. Und wir haben ein weiteres Coach Basic vor Anfang September. Das war nicht geplant dieses Jahr und wir haben Anfragen und wir haben gesagt, wir machen Anfang September einmal Coach Basic noch. Das ist ein Dreitagesseminar, Dreieinhalb-Tagesseminar. Wo du die Grundfähigkeiten eines Coaches lernst, tolle Formate von uns bekommst, um dann loszulegen, egal wo du gerade bist, andere Menschen zu unterstützen, besser klarzukommen, noch besser zu werden, brillanter zu werden, Impulse zu setzen. Es ist für jeden offen. Du brauchst keine NLP-Vorbildung. Meld dich bitte bei uns, wenn du auch Interesse hast. Wir machen das jetzt doch noch einmal mehr in diesem Jahr.
Florian: Und es ist dann die Grundlage, um lizenzierter NLP-Coach zu werden. Exakt. Nach den Rahmenbedingungen der Society of NLP. Und im Sommer gibt es auch noch einen Master.
Miriam: Der geilste Master Deutschlands. Haben nicht wir gesagt. Wir würden es anders sagen.
Miriam: Ja, wir würden es anders sagen. Wir würden sagen, es ist der geilste Master Deutschlands.
Florian: Sind wir Gegenbeispiele-Sortierer, oder was?
Miriam: Macht zu Ende. So, jetzt kommt's endlich. Das neurologische Ebenensystem ohne Dilts.
Florian: Wir machen das Generative Change Model, heißt's.
Miriam: Okay, um noch mehr Verwirrung zu stiften, wenn du diesen Podcast wirklich, wenn du es schaffst, den bis zum Ende zu hören heute, dann hast du wirklich, dann kannst du in anderen Menschen mehr Sachen lesen. So, das ist das Versprechen. Und jetzt geht's los. Komm, Florian.
Umgebung und Strategien: von Schrippen bis zu Panini-Bildern
Florian: Die Idee dahinter ist wirklich sehr einfach. In dem Modell gibt es vier Ebenen und die Kathleen LaValle, also eine der Trainerinnen der Society of NLP, die neben Richard Bandler, dem Gründer und Erfinder von NLP, von der Technologie auf der Bühne steht, die hat eben dieses Modell mit vier Ebenen gemacht. Einmal gibt es die Ebene der Umgebung, darüber gibt es Strategien, dann Glaubenssätze und dann Werte. Was bedeutet Umgebung in ihrem Kontext? Naja, all diese Verhaltensweisen, die du jeden Tag an die Oberfläche legst. Also all das, was du tust. Das wäre all das, was bei ihr in die Umgebung reinkommt. Environment auf Englisch.
Miriam: Hast du ein Beispiel für uns?
Florian: Bestimmt. Wenn solche Kleinigkeiten wie, wie freundlich gehe ich auf jemanden zu? Gehe ich zur Bäckerei-Fachverkäuferin und sage, würden Sie mir bitte zwei Brote geben? Oder sage ich, ich muss noch Brot haben. Das ist das, was ich ja von außen auch wahrnehmen könnte einfach. Also ich stehe vielleicht in der Schlange und vor mir, hier, schön in Köln, sagt jemand, zwei Schrippen. Das wäre ja Berlin, ne? Zwei, zwei Brötchen. Das heißt hier auch Schrippen. Heißt hier auch Schrippen? So. Da fehlt ja ein Verb, also da fehlt ja ein Verb und ein Subjekt und da fehlt ja ganz viel. Und wenn du die Folgen aus dem Meta-Modell der Sprache gehört hast, fällt dir vielleicht auch das ein oder andere auf da drin, dass da eine Löschung drin war. Und das wäre einfach etwas aus der Umgebung, aus dem Environment, was man wahrnehmen kann, wo ich höre, ah okay, so macht die Person das. Es ist auch genau das, wenn du als Kind zu Hause, wie habt ihr euch zum Abendessen hingesetzt? Wie hat deine Mama mit dir geredet oder dein Papa? Wie bist du mit deinen Geschwistern umgegangen? Wie gehst du jetzt noch mit denen um? All das sind ja Verhaltensweisen, die in der Umgebung drin sind. Und als du noch klein warst, damals, wahrscheinlich, wenn du diesen Podcast hörst, ist es schon ein Weilchen her, als Kind, da hast du ja ganz viele Erfahrungen das erste Mal gemacht. Und wenn du die gleichen Erfahrungen ein paar Mal hintereinander gemacht hast, dann hast du vielleicht eine Strategie entwickelt. Und das ist die nächste Ebene in dem Modell einfach drin.
Miriam: Ist es auch eine Lauflernstrategie?
Florian: Oder Laufen können? Oder Lesen lernen? Oder eins meiner Lieblingsbeispiele, es gibt ja diese Panini-Bildchen, die immer wieder, wo so zu jeder Fußball-Irgendwas-Meisterschaft, wo im Supermarkt für bestimmte Einkaufsmengen dann so Bildchen rausgegeben werden. Und eine Strategie, die unsere zwei an dieser Stelle wirklich Lausbuben entwickelt haben, die Frage, die sich offensichtlich in ihrem Kopf gestellt hat, ist, wie können wir möglichst viele von diesen Bildern bekommen?
Miriam: Ohne sie zu stehlen.
Florian: Ohne sie zu stehlen, genau. Auf legalem Weg. Und natürlich, der erste Ansatz war, Miriam und mich dazu zu bringen, noch mehr zu kaufen. Und zwar nur in diesen Märkten, wo diese Bildchen drin waren, für das Heft, das sie zu Hause hatten. Das hat... auch funktioniert. So im gewissen Rahmen. Nicht gut genug. Dafür sind wir einfach nicht Großfamilie genug. Was sind noch Strategien, wenn wir im NLP über Strategien sprechen? Was ist das nächste, was sie gemacht haben? Naja, sie haben angefangen, wenn wir im Supermarkt waren, an der Kasse einfach die Menschen vor und hinter uns anzusprechen und zu sagen, hallo, wir haben so ein Sammelalbum und gleich bekommen sie Karten.
Miriam: Wir würden uns so freuen.
Florian: Und das hat schon ganz gut funktioniert. Dann war noch die Frage, können sie das auch machen, ohne dass wir dabei sind? Also sind mit ihrem kleinen Fahrrad zum Supermarkt gefahren, haben sich da hingestellt an die Kasse und haben die Leute angequatscht, nachdem sie Karten bekommen haben.
Miriam: Das haben wir ihnen verboten.
Florian: Und der Supermarkt ihnen auch. Dann haben sie angefangen, Leute vor dem Supermarkt anzusprechen, dass sie doch diese Karten sammeln würden, weil manchmal die, die besonders gerne die Karten abgeben, sind ja die, die gar keine eigenen Kinder haben und die sie vielleicht an der Kasse gar nicht nehmen würden. Und das sind dann, so bauen sich Strategien auf. In dem Fall ist es natürlich, haben die beiden das sehr bewusst gemacht oder zumindest teilbewusst, um eben an sowas ranzukommen. Und genau die gleichen Prozesse laufen ja auch in anderen Strategien ab, zum Beispiel. Jetzt guckst du mich an! Ja, ich guck Miriam an, weil wir im Practitioner und im Master machen wir ganz viel, gerade im Master zerlegen wir Strategien wirklich bis ins Kleinste rein und dann geht's, also das Beispiel von wie bekomme ich mehr Panini-Karten, was ist eine gute Strategie?
Miriam: Eine Strategie kann auch sein, wie wählst du morgens dein Outfit aus, wenn du in den Kleiderschrank gehst und es ist irgendein Wetter und es ist irgendein Anlass und du wählst dir irgendwelche Sachen aus, offensichtlich jeden Tag erfolgreich, sonst würdest du ja nackt zur Arbeit gehen. Also gibt es in deinem Gehirn eine hinterlegte oder mehrere hinterlegte Strategien, um Kleidung auszusuchen? Oder das gleiche auch im Restaurant. Da ist es schön, da kannst du andere beobachten bei ihrer Entscheidung. Im Restaurant ist es super, ja. Weil am besten mit einer riesen Menükarte. Also am besten in Restaurants, wo die Auswahl immens groß ist und die Leute erstmal eine halbe Stunde brauchen, bis sie diese Karte ganz durchgelesen haben, wenn sie zu den Menschen zählen, die die Karte ganz durchlesen. Ich nicht.
Florian: Boah, ich war da schon in asiatischen Restaurants. Die hatten einfach 25 verschiedene Soßen, die sie zu allem machen konnten. Und dann gab es eben Gemüse, Hähnchen, Ente, Rindfleisch und Schweinefleisch. Das heißt, sie hatten 5 mal 25 verschiedene Gerichte.
Miriam: Da ist richtig zu sehen, wie Florians Blick gläsern wird.
Florian: So, Karte zuklappen, dem Kellner zurückgeben und bring mir einfach irgendwas.
Miriam: Das ist dann Florians Entscheidung. Oder sich das Beste empfehlen lassen, ist auch immer gut. Also das ist eine Strategie, um am Ende zu einem Essen zu kommen in so einem Restaurant, zum Beispiel. Und das Gehirn würde, wenn es erfolgreich gelaufen ist, also gehen wir davon aus, das Essen kommt und es schmeckt fantastisch. Dann würde das Gehirn etwas automatisch tun. Es würde nämlich entscheiden, das war ein erfolgreicher Durchgang, wir hatten ein leckeres Essen, es gab einen belohnenden Hormonausstoß während des Essens und da ist die Chance relativ groß, dass Florian beim nächsten Restaurantbesuch unter ähnlichem Kontext wieder genau die gleiche Strategie fahren würde, nämlich den Kellner fragen, was ist denn das Beste heute.
Wie aus Erfahrungen Glaubenssätze werden
Florian: Und wenn wir das in drei, vier, fünf verschiedenen Restaurants erfolgreich gemacht haben, dann bildet sich eben etwas heraus, was wir dann sagen, da machen wir Glaubenssätze darüber, wie die Welt funktioniert.
Miriam: Florian würde dann behaupten, für den Rest seiner Tage, immer gut den Kellner zu fragen, was das Beste ist. Das Beste, was du tun kannst im Restaurant, frag einfach den Kellner und der bringt dir das Beste.
Florian: Oder, wenn das eben nicht klappen würde, hätten wir vielleicht den Glaubenssatz, um Gottes Willen, frag bloß nie den Kellner.
Miriam: Und es ist sozusagen dann ein sehr allgemein gefasster Glaubenssatz, der sich auf vier oder fünf Erfahrungen beruft, die Florian ganz individuell gemacht hat. Und es kann sein, dass Millionen von Menschen auf diesem Planeten ganz andere Erfahrungen gemacht haben im Restaurant. In Florians Gehirn gibt es dann so etwas wie, dieser Kellner ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt in einer Strategie.
Florian: Das heißt, diese Glaubenssätze, die dadurch entstehen, dass wir erfolgreich oder nicht erfolgreich durch die gleiche Strategie mehrfach durchlaufen. Im Fall von unseren beiden Jungs wäre das mit den Panini-Bildchen eben, in Supermärkten sind die alle nett oder wenn ich einen Menschen anspreche, die mögen das angesprochen zu werden und Menschen sind hilfreich, wenn sie da eben besonders viele bekommen. Und wenn sie von zwei, drei, fünf Erwachsenen angeraunzt wurden, weil die Erwachsenen vielleicht an dem Tag irgendwie mit dem falschen Bein aufgestanden sind oder was weiß ich was, dann würden sie vielleicht andere Glaubenssätze formen. Und so ist das, das ist ja das, was wir dann im NLP auch sagen, das ist die Landkarte, die wir im Kopf davon haben, wie die Welt da draußen funktioniert, ist sehr individuell. Auch das, wie reagieren Miriam und ich da drauf. Oder wie haben deine Eltern eben reagiert auf das, was du so gemacht hast als Kind? Was war erlaubt, was war nicht erlaubt, was ist höflich, was ist nicht höflich? Wie funktioniert das alles? Und das sind dann eben Glaubenssätze, so funktioniert die Welt.
Miriam: Und die sind bei jedem Menschen sehr mannigfaltig und das können sehr viele sein. Manche davon sind sehr nützlich, weil sie die Menschen weiterbringen. Zum Beispiel haben meine Eltern mich einen tollen Glaubenssatz gelehrt als Kind, indem sie mir wirklich implantiert haben, ich bin an einem Sonntag geboren und bin ein Glückskind. Und ich habe meine Kindheit in diesem festen Glauben verbracht, ein Glückskind zu sein und alles, was mir in meinem Leben Gutes widerfahren ist, zu unterschiedlichen Zeitpunkten habe ich da hinein plumpsen lassen. Ich bin ein Glückskind, ich bin ein Glückskind, ich bin ein Glückskind. Und in meinem Kopf höre ich bis heute die Stimme meiner Mutter, die sagt, du bist ein Glückskind.
Florian: Ja, voll gut. Und das ist eben, ja jetzt kann man sagen, vielleicht ist ja wirklich was dran. Ja oder es ist eben sehr individuell einfach und sehr, vielleicht hattest du an der einen oder anderen Stelle war es sozusagen, da sind halt mal ein paar Sachen zusammengekommen und dann kam so ein positiver Glaubenssatz raus und einer, der sehr schön in die Zukunft wirkt auch und vielleicht gab es ja auch Situationen, wo einfach zwei, drei Sachen zusammenkamen, wo sich irgendwas komisches geformt hat. Und dann ist ja, und dafür, das ist eine der zentralen, da gibt es Techniken im NLP, das ist das, was wir im Practitioner machen, das ist das, was wir mit dem Master machen, wo wir dann sagen, hier, da, vielleicht erkennst du ja jetzt auch so einen dieser Glaubenssätze, so, ah, meine Eltern haben früher immer zu mir gesagt, was auch immer. Oder ich glaube, das mit dem Geld und mir, das ist schwierig. Oder ne, Unternehmer werde ich nicht. Unternehmen ist mir zu gefährlich. Das sind alles so Ansichten über Welt, die wir rausarbeiten können und wo wir sagen können, ah, wenn du noch nicht das erreicht hast, was du gerne erreichen würdest, was ist der Zweck?
40 Jahre vorspulen: die Frage, die alles verändert
Florian: Ich habe heute im Auto wieder Richard Bandler gehört und zwar eins dieser alten Audiodateien aus, ich glaube es ist 81 oder 82. Wirklich, wirklich, wir haben ihn letzte Woche in Italien gesehen. Früher Stoff. Wir waren Assistenten auf dem Advanced Master Practitioner in Italien bei dem wunderbaren Alessandro und bei der wunderbaren Roberta.
Miriam: Großartig, großartig. Ich wünschte, ich würde Italienisch sprechen. Zwei ganz fantastische Trainer.
Florian: Mein Italienisch ist so viel besser geworden, weil Italiener sprechen wirklich wenig Englisch, habe ich da gelernt. Das ist auch so ein Glaubenssatz. Ist auch ein Glaubenssatz, ja. Ich habe jetzt irgendwie 350 von denen mal erlebt oder einen Großteil von denen, mit denen bin ich mal in Kontakt gekommen und wenig Englisch. Dafür kann ich jetzt wirklich gut Italienisch wiederkennen. Und Richard und John arbeiten ja im Moment schon, und auch Kathleen, arbeiten im Moment auf einem anderen Level. Also das sind einfach 25, 30 Jahre ist es nochmal vorne dran. Nur schon damals hat Richard gesagt... Stell dir mal vor, du machst das, was du jetzt gerade machst, noch 25 Jahre lang oder noch 40 Jahre lang. Und das, was im Moment bei dir im Leben passiert, spult es mal vor 40 Jahre, 20 Jahre, 30 Jahre, je nachdem wie alt du bist, in die Zukunft rein. Ist das das, was du gerne hättest? Macht dir das gute Gefühle? Weil diese Frage darfst du dir dann stellen, wenn darauf die Antwort Nein ist, dann ändere was. Das ist sozusagen der Trick an der Stelle und dann gibt es eben auch die Techniken, um zu sagen, wow, du möchtest erfolgreicher sein, du möchtest mehr Geld verdienen, du möchtest vielleicht was Sinnvolles tun, irgendwas von der Bucketlist streichen, du möchtest mutiger sein oder
Miriam: Ein Traumberuf vielleicht auch einfach ausführen, jeden Tag glücklich zur Arbeit gehen, das ist ja auch etwas, was viele Menschen sich wirklich wünschen würden, dass sie das Gefühl haben, sie tun etwas Wertschöpfendes, also sie machen etwas, wo sie später, das ist ja so diese Übung mit der eigenen Trauerrede, wo sie stolz zurückblicken würden und würden sagen, boah cool, das habe ich erschaffen, also das ist einfach mein Lebenswerk gewesen und ich habe auf diesem Weg so und so viele tolle Dinge erfunden, gemacht, mit anderen Menschen erreicht, was auch immer.
Florian: Und das ist das, weshalb dann Menschen zum Beispiel zu Miriam und mir auch ins Coaching kommen und sagen, boah. Die Zeit ist reif. Genau. Die Zeit ist reif. Ich habe verstanden, ich möchte das nicht mehr 20 Jahre lang, ich möchte jetzt was verändern. Und wenn sowas kleines ist, wie du bist mutiger, um auf andere Menschen zuzugehen oder du lächelst mehr, du strahlst mehr. So Kleinigkeiten können es ja auch sein. Und manchmal finden wir dann eben im Coaching heraus, da gibt es so einen Glaubenssatz, der noch im Weg steht. Und der hat sich halt aufgrund von bestimmten Erfahrungen mal gebildet oder warum auch immer der dann da ist. Das ist im NLP nicht so wichtig, sondern die Frage ist, wo soll es ab jetzt hingehen?
Werte: warum Sicherheit bei einer Firmengründung zur Baustelle wird
Miriam: Ja, und dann kommen wir ja vom Glaubenssatz noch in die vierte Ebene.
Florian: Ja, zu den Werten. Wenn jetzt mehrere Glaubenssätze zusammenspielen, also zum Beispiel, ich mag dieses Beispiel von Jonathan und Theodor tatsächlich ganz gerne, die im Supermarkt eben jetzt irgendwelche Erfahrungen mit fremden Menschen machen, die ihnen entweder Panini-Bildchen geben oder nicht. Das sind keine Panini-Bildchen. Das sind die Bilder vom Rewe, um die es da geht. Aldi hatte die auch schon.
Miriam: Ja, die hatten auch mal so eine Aktion. Und Panini-Bildchen sind immer käuflich.
Florian: Ja, und die heißen alle. Das ist nicht so wie Tempo. Nein, Panini ist ein Verlag. Ja, nur das ist wie Tempo, finde ich.
Miriam: Ach so.
Florian: Ja. So, jetzt, die beiden Jungs machen irgendwelche Erfahrungen mit Erwachsenen und diesen Bildern. Und dann kannst, also jetzt mal so in den Worst Case reingedacht, also die Schlimmste, was wäre das Schlimmste? Dass die vielleicht von vier oder fünf Menschen hintereinander so richtig angeraunzt werden würden. Und würden dann irgendwie sagen, wow. Erwachsene sind doof oder Erwachsene, die Menschen hier... Oder jemand anzusprechen und ihn um was zu bitten, bringt nichts.
Miriam: Das ist ja eher so ein Glaubenssatz, der sich auch bei Erwachsenen manifestiert. Wenn die ein paar Mal angeraunzt wurden, weil sie ganz frisch und frei auf jemanden zugegangen sind und dann lernen, oft auch über Lehrer übrigens, dass sie besser nichts sagen, dann kommen sie eben auch nicht entsprechend weiter.
Florian: Und vielleicht, wenn mehrere von solchen Situationen zusammenkommen und dann eben solche Strategien entstehen würden und solche Glaubenssysteme entstehen über andere Menschen, dann wäre vielleicht ein Wert, der sich aus sowas herausentwickelt, eben ein hohes, dass Sicherheit sehr wichtig ist oder dass eine Vorsicht plötzlich, ein Voraussehen irgendwie in Situationen wichtig wird.
Miriam: Prävention.
Florian: Ja, dass Schutz irgendwie ein wichtiges Thema ist. Und das ist dieses generative Veränderungsmodell, weil dann hätten wir jetzt plötzlich so einen Wert, der sehr breit im Leben einfach an der einen oder anderen Stelle sich Raum nimmt.
Miriam: Da haben wir ja ein schönes Beispiel auch von uns. Also einer meiner Werte tatsächlich, es gibt einen Wertecheckup, den wir im Practitioner durchführen, wo Menschen mal hinter ihr eigenes Wertesystem auch blicken können. Und einer meiner Werte, der Miri-Werte, ist Sicherheit. Das rangiert immer relativ weit oben in meinem Wertesystem. Und Sicherheit ist erstmal kein, würden viele sagen, ja, ist ein guter Wert, Sicherheit, das klingt gut.
Florian: Ja.
Miriam: Als Florian und ich ein Unternehmen gegründet haben, war ich mit meinem Sicherheitsbedürfnis ein klitzekleiner Hemmschuh. Denn bei einer Unternehmensgründung können wir zwar so sicher wie möglich agieren, nur wir können eben nicht alle Faktoren für die Zukunft voraussagen. Und wir können bestimmte Dinge nicht garantieren, dass die irgendwann irgendwo passieren. Auch einen Erfolgsfaktor unter Umständen nicht. Und das griff dann diesen Wert an bei mir. Und ich glaube, dass dadurch, dass ich wusste, dass ich den habe und Florian auch, konnten wir auf diesen Wert einwirken. Das heißt, wir konnten zum Beispiel Formulierungen treffen, die deutlich eingezahlt haben auf das Gefühl von Sicherheit. Und das hat mir geholfen, in dieser ersten Phase bestimmte Dinge loszulassen oder eben auch zu sagen, da treffen wir jetzt Entscheidungen, da gehen wir jetzt in die Zukunft, das ist in Ordnung, es fühlt sich sicher genug an.
Florian: Und oder, was wir auch gemacht haben, ist ein Teil von dieser Unsicherheit einfach zu mir dann auch zu geben.
Miriam: Auch das, auch das, da war es schön, dass wir zu zweit sind, genau, dass Florian gesagt hat, ich nehme diese Unsicherheit auf mich, also ich nehme die mit mir mit, ich habe diesen Sicherheitswert nicht so.
Florian: Weil ich im Vergleich zu Miriam eben mein Vater und wenn du ein Seminar bei uns buchst, dann bekommst du da Kontakt zu. Die GmbH, mit der wir im Moment hauptsächlich agieren, das ist ein Unternehmen, das mein Vater gegründet hat. Das ist schon älter als ich.
Miriam: Ich glaube, ich hätte das sonst nicht gemacht. Also es wäre sozusagen nicht vereinbar gewesen mit diesem Wert. Und Werte sind sehr machtvoll im Gehirn eines Menschen. Sozusagen, wenn die angegriffen werden an irgendeiner Stelle, das sind oft Konfliktpunkte. Also da entsteht sowas wie, Florian hat einen großen Wert von Freiheit. Wenn ich da dran knipsel, dann kann ich mit, ich könnte, und früher hätte ich das gemacht, könnte ich mit Florian großen Streit haben. Also es ginge locker. Ich will es nicht mehr. Es ist unnötig, weil es okay ist, wenn wir diesen Wert einfach bedienen. Oder wenn Florian sich darum kümmert, dass dieser Wert bedient genug ist.
Florian: Was wir auch immer wieder gespiegelt bekommen ist, wenn wir zusammen unterwegs sind, dass wir dieses Paar sein und diese Liebe, die ist Miriam und mir auch sehr wichtig. Und das ist tatsächlich was, was dann durchstrahlt, egal wo wir zusammen sind.
Miriam: Weil auch das zu diesem Wertesystem zählt.
Florian: Auch alle Kunden, die ich habe, alle Geschäftskunden, Enterprise-Kunden, die ich habe, die wissen auch alle mit der Zeit, vielleicht noch nicht beim ersten Workshop, nur wenn ich mehrere Workshops gemacht habe, wissen die alle, es gibt eine Miriam in meinem Leben und ich habe dann auch Geschichten von ihr natürlich erzählt. Und das ist was, was, also wir sind sehr gemeinsam unterwegs. Das ist uns wichtig. Und vielleicht ist dir ja was ganz anderes wichtig. Tatsächlich ist dieses Unternehmertum von meinem Vater sicherlich auch was, was mir natürlich... Erfahrungen beschert hat, erst mal, als ich noch ganz klein war, woraus sich bestimmte Strategien gebaut haben, was bestimmte Glaubenssätze auch angeht, so wie mein Vater als eben schon seit 40 Jahren erfolgreicher Unternehmer, wie der über die Welt nachdenkt und das spiegelt sich natürlich dann auch in den Werten wieder, die ich mal initial mitbekommen habe.
Alles veränderbar? Growth Mindset und neue Sprachen mit 40
Florian: Jetzt gibt es ja auch noch andere Schulen von darüber nachzudenken. Also Wertearbeit gibt es auch in vielen anderen Bereichen noch und auch Glaubenssätze und Strategien. Und eine Geschichte, auf die wir vielleicht noch eingehen dürfen, ist, dass wir im NLP aus dieser Brille des NLP und das bewährt sich für uns immer wieder, es bewahrheitet sich für uns immer wieder, dass das eben veränderbar ist. Und falls manchmal komme ich noch an Kunden, wo vielleicht so ein kleines Fragezeichen im Raum ist, kann man da wirklich was dran ändern? Und das Buch, was ich da immer empfehle, ist von Carol Dweck über Growth Mindset und Fixed Mindset. Also es gibt Menschen, die glauben, dass man bestimmte Sachen nicht verändern kann und Menschen, die glauben, dass quasi alles veränderbar ist und dass man seine Erfahrung an der Stelle auch anpassen kann und die zitiert da wunderbare Studien drüber, was alles möglich ist und wie einfach das sein kann, sowas zu machen. Also manchmal ist das eben noch eher Theorie aus den 70er, 80er, 90er Jahren, wo auch viele Leute noch gedacht haben, dass der Einfluss von Talent zum Beispiel übermächtig ist oder dass, wenn jemand in eine bestimmte Richtung unterwegs ist, sowas wie ein alter Hund lernt keine neuen Tricks.
Miriam: Was sich heute auch mehr und mehr anpasst, nivelliert und auch das Gegenteil bewiesen wird von x-hunderttausenden von Menschen, die es uns vorturnen da draußen.
Florian: Zum Beispiel habe ich letztens eine schöne Studie gelesen, ich glaube es war im Scientific American auch, wo es darum ging, dass sie jetzt mal herausgefunden haben, dass auch Erwachsene durchaus in der Lage sind, eine Nicht-Muttersprache so zu lernen, dass sie fast wie Muttersprachler agieren können da drin. Also dass da der Unterschied gar nicht mehr so groß ist. Und ist im Vergleich zu ein Kind lernt eine Sprache, der Unterschied ist vernachlässigbar. So, das ist ja was, was viele Leute glauben, dass es sich nicht mehr lohnt mit 40 oder 50 noch vielleicht eine neue Sprache zu lernen.
Miriam: Florian lernt jetzt eben noch Japanisch. Nächstes Jahr.
Florian: Nächstes Jahr Japan.
Abschied, Feedback und die Sache mit dem Soundequipment
Miriam: So, erstmal vielen Dank fürs Zuhören. Wir sind heute tatsächlich in einen Theorie-Teil hinein gekrabbelt, den wir mit viel Praxis und vielen praktischen Beispielen gewürzt haben für dich. Wenn du Fragen hast zu diesem Modell von Denken, auch vielleicht jetzt zu deinen eigenen Glaubenssätzen, die dir während des Podcasts vielleicht schon aufgefallen sind oder vielleicht sind ja auch einige deiner Werte. Was ist dir wichtig im Leben? Vielleicht sind dir einige deiner Werte auch schon aufgefallen. Wenn du zu dem Thema Fragen hast, schreib uns gerne an info-denken.de. Wir freuen uns jetzt schon wieder auf den nächsten Dienstag und heute zum Beispiel ist der Sound bravourös.
Florian: Da bin ich sehr gespannt. Ich werde das Miriam gleich nochmal vor dem Hochladen auf die Ohren geben, um ein finales Okay zu bekommen. Falls nicht bravourös, nehme ich das als Budgetfreigabe für neues Soundequipment.
Miriam: Ich jubiliere jetzt schon ein Da Capo.
Florian: Für unterwegs brauchen wir wirklich eine andere Lösung.
Miriam: Es gibt kein Budget. Darfst dir was einfallen lassen mit dem, was wir haben. Sei ganz MacGyver.
Florian: Lötkolben.
Miriam: Bis bald ihr Lieben, spätestens nächsten Dienstag. Bei uns geht morgen der zweite Block Practitioner-Ausbildung los. Die My Practitioner-Ausbildung läuft. Wir freuen uns. Bis dann.
Florian: Bis nächste Woche. Tschüss.
Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.