Alles gelernt, alle Themen sitzen — und trotzdem ist die Nacht vorher kaum auszuhalten. Genau um dieses Gefühl geht es hier: Was passiert eigentlich in deinem Kopf, kurz bevor es "drauf ankommt"? Miriam und Florian erzählen von Fahrprüfungen, Klavierkonzerten und Bewerbungsgesprächen und zeigen, wie du mit den Modellen des NLP entspannter in Prüfungssituationen gehst.
Willkommen und die Frage nach dem Prüfungsstress
Miriam: Jetzt kommt's drauf an.
Florian: Hast du dich gut vorbereitet, weil jetzt wird's gleich wichtig.
Miriam: Hab ich.
Florian: Lieber Hörer, willkommen zum Podcast kontext*denken. Zwei Gehirne, zwei Mikrofone, ein Thema.
Miriam: Acht Freunde. Elf Freunde und ein Ball.
Florian: Hallo, du bist hier wieder bei der bezaubernden, ganz furchtbar, ach so, äh, furchteinflößend schlauen Miriam Deforth.
Miriam: Und dem fantastischen Florian. Ja, da bist du. So. Und wir auch. Und heute ist ein tolles Thema am Start.
Florian: Wir senden aus dem Practitioner heraus.
Miriam: Oh, das stimmt.
Florian: Wir haben gerade einen NLP Practitioner. Und aus dem heraus am Abend senden wir.
Miriam: Großartiges Gefühl.
Florian: In anderer Umgebung.
Miriam: Ja, wir sind ganz oben.
Florian: Ja.
Miriam: Wir sind ganz oben in unserem geliebten Seminarhaus.
Florian: Wo die Wolken wohnen, ja.
Miriam: Richtig schön. Und ganz viele Sterne. Hatten wir auch schon. Und Sternschnuppen. Ich sehe immer ganz viele Sternschnuppen. Florian nicht so.
Florian: Das stimmt.
Miriam: Ist auch gut.
Florian: Ich habe Miriam ja immer auf den Schultern. Schönes Bild. Was ist das Thema heute?
Miriam: Das Thema ist, und das haben sich schon mehrere Hörer gewünscht: Was ist, wenn ich Stress auf Prüfung habe?
Florian: Stress auf Prüfung?
Miriam: Ja. Und ich kann es total verstehen.
Florian: Das ist besser als Prüfung auf Stress, ne? Können Sie das mit dem Stress eigentlich? Wir wollen Sie mal kurz abprüfen, ob Sie das mit dem Stress richtig drauf haben im Leben.
Miriam: Ah, was? Ich habe eine Idee davon.
Florian: Oh, dann Stress auf Stress auf Prüfung. Stress auf Prüfung auf Stress. Stress auf alles, wenn Prüfung ist.
Miriam: Ich weiß gar nicht, woher das gekommen ist. Ich glaube, das war einmal eine Erfahrung bei einem Klavierkonzert.
Florian: Du hast Stress auf Prüfung?
Miriam: Ja, ich hatte. Hatte früher. Jetzt ist gut. Mittlerweile kann ich den richtig gut.
Florian: Oh, schöne Ambiguität. Du hasst Stress auf Prüfung.
Miriam: Ja, ich hasse es wirklich. Und ich kann die Gefühle nachvollziehen. Das ist so dieser, für mich war das, und ich gehe jetzt mal von bester Vorbereitung aus, also nicht das, ich lerne mal auf Lücke und dann mache ich mir doch Sorgen.
Florian: So, Abend vorher, ne? Ach ja, das eine Thema wird schon nicht drankommen, ne?
Miriam: Ja, den nicht. Also es ist alles gut vorbereitet und ich bin mir sicher in dem, was ich da tue. Und dann trotzdem Stress. Das wäre ja so das Gefühl von: Jetzt kommt es drauf an, jetzt gucken alle zu, jetzt ist es anders als sonst, wenn ich das mache.
Fahrprüfung, Klavier und ein Leben voller Prüfungen
Miriam: Kenne ich von meiner Fahrprüfung. Also ich hatte im Gegensatz zu vielen anderen Menschen vor meiner ersten Fahrstunde noch nie ein Auto gefahren. Ich bin mitgefahren, klar, nur mein Vater hat mich nie fahren lassen am Parkplatz oder so. Und ich habe wirklich das allererste Mal eine Kupplung bedient, eine Bremse bedient, ein Lenkrad bedient. Und ich kann dir sagen, wie sich Stress anfühlt. So fühlt sich Stress an. Der Hesse würde sagen, wir brauchen gar nicht drüber reden. Könnte ich gerade verrückt werden. Ich war schweißnass, ich bin aus diesem Auto ausgestiegen und bin zu meiner Mutter ins Haus, weiß ich noch, und sagte, ich fahre weiter Fahrrad.
Florian: Ja, inzwischen wird es auch gehen, ne? Mit den ganzen E-Bikes, die es da draußen gibt. Das war lustig.
Miriam: 60 Minuten Fahrstunde, Höchstgeschwindigkeit 30 km/h. Doch, wirklich. Wir sind nur im Wohngebiet rumgegurkt. Und es kam mir vor, als würden wir fliegen.
Florian: Miriam fährt echt gut Auto. Mittlerweile alles gut.
Miriam: Sehr gut. Damals Katastrophe. Und es war süß, weil ich habe einen Ferienführerschein auch noch gemacht. Also zwei Wochen kompakt.
Florian: Echt? Hast du dir in die Ferien rein noch? Endlich mal keine Klausuren, keine Aufgaben, nix. Und dann gleich verräumt. Dann holst du dir Stress mit Prüfung. Ja.
Miriam: Das war früher ein Klassiker, konnte ich gut. Und zwei Tage vor der Fahrprüfung sind wir dann mal so unter Prüfungsbedingungen gefahren, ging es wieder los. Vorher hatte ich mich ein bisschen dran gewöhnt, war ganz gut schon in den Sachen und gab einige kleine Erfolgserlebnisse und auch für meinen Fahrlehrer sichtbare Fortschritte, meinte er.
Florian: Ja?
Miriam: Ja, ich bin dann auch schon 80 gefahren. Und ja. Und dann: Wir machen das jetzt unter Prüfungsbedingungen, ich tue jetzt genau das, was der Prüfer macht, sodass du dich dran gewöhnen kannst. Schlimm. Also es war sozusagen alles wieder weg.
Florian: Und dann sagte mein Fahrlehrer, tatsächlich ist bei mir fahren, kann ich mich auch noch dran erinnern, in meiner Fahrprüfung, gab's eine Situation, da bin ich links mal aus dem Tunnel scharf abgebogen in eine Straße und dann meinte der Fahrlehrer von hinten, also der Prüfer von hinten, so ganz entspannt: Herr Groß, wir sind hier nicht beim Friseur, wenn Sie das nächste Mal so haarscharf an den Spiegeln anderer Autos vorbeirasieren, dann war's das. Und sonst ganz gut.
Miriam: Oh, der ist nett.
Florian: Ja, der war sendet. Das stimmt.
Miriam: Mein Leben ist ja im Grunde, wenn ich rückblickend schaue, gespickt von Prüfungen gewesen. Ich hatte ständig irgendwo irgendwelche Prüfungen. Also ich hatte Prüfungen für Ballett, ich war in der Royal Academy of Dance schon als Kind, als junge Jugendliche, Prüfungen dort. Es gab Prüfungen am Klavier, weil ich am Konservatorium studiert habe. Es gab diverse Konzerte, es gab Aufnahmeprüfungen, es gab natürlich das, was fast jeder erlebt hat in der Schule, Tests und Arbeiten. Es gab in der Uni Prüfungen, es gab und gibt in meinem Beruf immer wieder Auditions, Castings, also Prüfungssituationen, in denen das drauf ankommt, wo es jetzt einfach sitzen darf. Und ich kenne dieses Gefühl über viele, viele Jahre mit schweißnassen Händen und zitternd irgendwo zu stehen und eben irgendwie drauf klar zu kommen. Also das mehr oder minder zu überleben. Ja, ich kenne das total.
Florian: Ich hab das auch. Ich wechsle ja öfter Projekte, dass ich mich in einer neuen Firma bewerbe, vor ein paar Wochen war das wieder so, dass ich tatsächlich einen alten Arbeitgeber habe, und bei mir ist das dann so, Projekte dauern ein Jahr oder anderthalb Jahre vielleicht mal, und dann bin ich eben in einer neuen Firma als Externer und da ist jedes Mal vorher ein Bewerbungsgespräch und ich finde das so, so witzig. Also tatsächlich, das macht mir wirklich Spaß. Das sind die Situationen, wo ich wirklich, wirklich wach dann bin in der Situation drin. Das passiert in den Teams dann auch, wenn es darauf ankommt, und in diesem Gespräch, das ist immer... Ich bin da auch aufgeregt und ich habe da auch meinen kleinen Egon dabei, der mein kleiner aufgeregter Anteil ist.
Miriam: Moment, wer ist der kleine Egon?
Florian: Naja, der Teil von mir, der da auch vielleicht so ein bisschen aufgeregt ist und der sagt, jetzt geht es auf eine Bühne und da gucken die anderen genau hin und die stellen Fragen und so. Am Anfang, klar, bin ich auch ein bisschen aufgeregt. Die anderen ja auch. Ganz ehrlich, die meisten Leute, die mich da bisher interviewt haben, für die ist das auch nicht normal gewesen, sondern die sind da auch eher so: Was wollte ich noch fragen?
Woher der Stress kommt und wie Vorbereitung wirkt
Miriam: Ich habe mich mal gefragt, woher das kommt. Also woher das: Ich mache Dinge, die ich jetzt schon seit vielen Jahren tue. Ich kann Klavier spielen, ich kann moderieren, ich kann dozieren, ich kann trainieren. Ich weiß, wie das geht. Ich habe es schon hundertmal gemacht und hier ist diese neue Situation und da ist wieder Stress. Also ich habe mich mal gefragt, woher das kommt, was das Thema ist da.
Florian: Ja, ich glaube, es gibt ja einfach was, wo tatsächlich auch viele Leute sagen würden, da haben sie Ängste, wovor man alles Angst haben kann, und Prüfung gehört sicherlich bei manchen Menschen auch dazu. Bei mir weiß ich nicht, ich weiß nicht, wo das herkommen würde.
Miriam: Miriam ist mega gut vorbereitet. Also wenn wir vorhin von auf Lücke lernen gesprochen haben, also ich gehe gerne, gerade jetzt, wenn ich die Bewerbungsgespräche habe...
Florian: Da gehe ich da halt hin, ziehe mir was Schönes an und gehe dann da hin.
Miriam: Ich habe vorher die Firmengeschichte auswendig gelernt.
Florian: Ja, ich elizitiere das aus dem Bewerbungsgespräch. Also elizitieren: Ich gucke mir an, wie die so sind und dann treffe ich meine Schlüsse darüber, wie das wohl so ist bei denen. Ich weiß dann wenig bis gar nichts und frage die halt.
Miriam: Und ich habe festgestellt, dass es bei mir ganz viel Kopfkino ist im Vorfeld, so was da schlimmstenfalls jetzt sein könnte, und da gibt es bei mir eine Möglichkeit, keine Grenze reinzuziehen. Also ich kann quasi bis zum eigenen Ableben, kann ich mir die schlimmsten Dinge ausmalen bei so einer Prüfung. Kann ich. Jetzt mache ich es nicht mehr, weil ich mich dabei ertappe und dann auf eine Bremse trete. Nur früher konnte ich das wirklich. Also ich habe mich da versagen sehen in jeder Form. Hinfallen, umfallen, husten, Stimme geht weg.
Florian: Okay, wollen wir gar nicht so genau wissen, wie du das genau gemacht hast.
Miriam: Ich schon. Ich wollte das mal genau wissen, wie ich das gemacht habe.
Florian: Um das abzustellen. Wenn du das abstellst und du da eben eine Veränderung bei dir vornimmst, dass du sagst, ab jetzt gehe ich anders mit Prüfungssituationen um, dann ist es ja auch gut mal zu wissen, wie du es gemacht hast, um dann den Unterschied zu spüren.
Miriam: Richtig. Und es ist auch die Frage gewesen: Was kann ich überhaupt tun? Was kann ich persönlich tun, damit das in Zukunft anders ist? Weil letztlich habe ich mir mindestens die zwei Tage davor deutlich versaut. Selbst. Weil ich aufgeregt war, nicht gut geschlafen habe.
Florian: Die Nacht vorher ist bei mir auch spannend. Das kennst du ja auch bei mir. Dann mache ich auch andere Dinge als sonst, nur im Endeffekt ist es, ja. Dann plötzlich in der Situation finde ich ganz entspannt.
Lampenfieber, Ernst und Egon: der eigene Umgang
Miriam: Also, weißt du, bei diesen Konzerten, zum Beispiel mit der Band oder Auftritten auf der großen Bühne, habe ich gemerkt, dass ich mich sozusagen wie auch an andere Situationen im Leben, dass ich mich so ein bisschen dran gewöhnt hatte, dass da eine Art von Lampenfieber, Aufregung vorher ist. Und ich wusste dann ja natürlich nach irgendwie 20 Jahren: Ich überlebe das.
Florian: Das war schon gut.
Miriam: Also ich hatte es einige hundert Male überlebt, deswegen war mir klar, das ist schon mal nicht so. Und ich wusste auch, dass nach kürzester Zeit dieser Stress abebbt, weil er einer Konzentration weicht, einer Konzentration für diese Sache, die ich da mache.
Florian: Ja.
Miriam: So, ich brauche 30 Sekunden, 40 Sekunden, weiß ich nicht genau, dann hören die Hände auf zu zittern und der Mund auch und die Knie auch und ich werde ruhiger und ruhiger und ruhiger, bis es dann eben irgendwann gut klappt. Das war schon mal, oder das ist eine gute Erkenntnis für mich gewesen. Daraufhin habe ich dann, das haben wir in unserem Lampenfieber-Podcast sehr schön dargestellt, mir dann meinen Lampenfieber-Typ erfunden, den Ernst.
Florian: Und bei mir ist der Egon.
Miriam: Genau, also der Ernst, das ist mein Lampenfieber, das darf mit in die Prüfung. Und dem sage ich vorher: Ernst hat ein Loch, da guckt Spaß raus. Also Ernst und ich machen vorher einen Deal. Ich spreche wirklich, ich spreche mit dem. Ich sage: Hör zu, kannst jetzt kurz mit, wenn dir so viel dran liegt, und dann machst du spätestens eine Minute später die Fliege. Klappt auch.
Florian: Ich finde es spannend. Mir ist gerade eingefallen, eins meiner Lieblingsbücher, Dune, der Wüstenplanet, da geht es dann tatsächlich um Angst, ein bisschen anders als jetzt bei uns im Podcast. Da nehmen die dieses Überwinden der Angst oder dieses Sich-in-den-Weg-der-Angst-stellen, das nehmen die als zentrales Element von: Das macht uns als Mensch auch aus. Dieses, dass wir damit klarkommen, dass wir Wege finden, damit sinnvoll umzugehen. Das ist ganz spannend. Also in solche Prüfungssituationen, da ist es nur Stress jetzt, Stress mit Prüfung, da reinzugehen und dann eben trotzdem die gute Leistung abzuliefern oder deswegen die gute Leistung abzuliefern. Das ist einfach zu tun. Eben dann über so Konzepte wie mit deinem Ernst oder was weiß ich, was wir alles im NLP auch machen können. Gute Gefühle ankern, gute Gefühle aus anderen Situationen abrufen, an die guten Bilder denken. Wir haben bestimmt noch eine Tipp-Sektion, oder?
Miriam: Ja.
Florian: Dann sag ich mal, jetzt kommt am Ende des Podcasts Vorspulen.
Miriam: Ich bin noch mit dem Stressprogramm. Mit dem Stressprogramm, okay, ich weiß es. Und woran ich mich eben erinnere, ist, dass der Fahrlehrer gesagt hat, bevor der Tag der Prüfung war, hat er zu mir gesagt: Miri, pass auf, merke dir das auch für den Rest deines Lebens. Wenn diese Prüfung ist und du hast es vorher so geübt wie hier bei uns jetzt in den letzten 14 Tagen, dann bitte mach es einfach so wie immer. Nur weil Prüfung ist, brauchst du es nicht anders oder besonders gut zu machen. Weil wenn wir als Lehrer sagen, so ist es gut, dann mach es so, wie wenn wir sagen, es ist gut. Und das hat mich beruhigt. Das hat mich runtergeholt von diesem... Und ich hatte eine sehr lustige Fahrprüfung, übrigens bestanden.
Florian: Sehr cool.
Miriam: Also ich habe das Auto beim ersten Mal durch die Prüfung gefahren.
Florian: Ja, ich habe mich auch nicht weiter als Friseur, als fahrender Friseur, verdingt. Und nach einem sehr erfolgreichen Rückwärts-Einparken war dann alles gebongt.
Die lustige Fahrprüfung und die Menschen hinter dem Prüfer
Miriam: Soll ich den noch erzählen von mir? Der war ja bei mir wirklich lustig.
Florian: Rückwärts-Einparken? Ja. Macht.
Miriam: Also rückwärts einparken war quasi die einzige Lücke.
Florian: Hast du auf Lücke fahren gelernt?
Miriam: Das hatte ein paar Mal geklappt und ein paar Mal nicht. War so ein Fifty-Fifty-Ding. Und der Fahrprüfer, der da war, das war echt nett, weil der auch irgendwie im Trabi-Club war und mein Fahrlehrer auch, und dann haben die beiden sich, während ich fuhr in der Prüfung, über Trabis unterhalten.
Florian: Oh, es ist immer gut, wenn du jemanden dabei hast, der dir da den Rücken stärkt.
Miriam: Zum Beispiel, oder auch menschlichen Zugang hat zu diesem Prüfer zum Beispiel. Das sind ja auch Menschen.
Florian: Das sind auch Menschen, genau.
Miriam: Und auch die wissen, dass die Fahrschüler aufgeregt sind und das ist für die jetzt so. Also allein schon, dass die beiden sich da unterhielten über Trabis, war irgendwie schon beruhigend in dem Auto. Und gelegentlich auch witzig, weil wir fuhren ja gar nicht im Trabi, wir fuhren im Golf. Und der sagte nur mittendrin dann irgendwann... Genau, sagte mein Fahrlehrer so: Mit so einem Trabi kann man ja auch mal schneller als 30 fahren in so einer Innenstadt. Da geht auch richtig mal 50, sagte der. Hint, hint.
Florian: Der Wink mit dem Zaunpfahl.
Miriam: War gut. So, beim Rückwärts-Einparken, das klappte nicht beim ersten Versuch. Ich stand ziemlich kreuz und quer über dem Bürgersteig. Und dann dachte ich, ich habe die Prüfung jetzt versemmelt. Und es hatte wirklich alles bis dahin sehr gut geklappt. Ich bin souverän gefahren, ein bisschen langsam am Anfang, nur wirklich souverän dann. Und dann passierte was Wundervolles. Der Prüfer sagte: Ach, sehen Sie, Frau Deforth, jetzt habe ich vergessen gehabt, das ist ja für Sie mit dem grünen Opel, der da, ich habe Sie hinter einem grünen Opel einparken lassen. Blödsinn von mir, ne? Es geht besser, gucken Sie mal, da vorne steht ein roter Golf. Parken Sie mal hinter dem roten Golf ein. Und das hat er wirklich durchgezogen, und ich so, weißt du, mein Fahrlehrer nickte und ich so: Ja okay, klar, klar, roter Golf, klar, hinter einem roten Golf geht besser. Zurückgesetzt, rausgefahren, völliger Blödsinn, nur er hat mir noch eine Chance gegeben und Fakt: Ich habe in einem Zug hinter diesem roten Golf perfekt gestanden, zehn Zentimeter Abstand zum Bürgersteig, bam, Auto stand. Das war natürlich sehr nett, der hätte mich durchfallen lassen können an der Stelle. Vermutlich dadurch, dass ich vorher alles richtig gemacht hatte, war das alles okay. Nur es gibt Menschen, die meinen es gut mit einem, und in den meisten Fällen meinen es auch Prüfer gut mit einem.
Florian: Das ist jetzt super lustig, auch als Prüfer tätig zu sein oder in der anderen Situation zu sein, und es geht ja auch drum. Also das ist einfach witzig, was da zum Teil passiert, und das ist ganz normal.
Miriam: Ja, und die erkennen ja auch ein Potenzial. Die erkennen ja, wenn jemand da sich vorbereitet hat und da läuft vielleicht ein bisschen was nicht ganz rund. Nur die sehen bei einem guten Schauspieler auch, dass das ein guter Schauspieler ist, wenn der in der Audition ist. Und die bemerken eine Aufregung.
Florian: Ja, wichtig ist, du zeigst dein Potenzial. Das ist das, was einfach gut tut dann. Und wo der Prüfer dann auch sagt: Ja, okay.
Miriam: Und dann kommt noch dazu, selbst wenn das nicht der Fall wäre, also selbst wenn Menschen fest dran glauben würden, dass Prüfer...
Florian: ...böse Menschen sind.
Miriam: Ja, das gibt es ja auch. Dann liegt es auch, finde ich, mit am eigenen Entspannungsgrad, den ich herstellen kann vor so einer Prüfung. Mittlerweile kann ich das sehr, sehr gut. Und es gibt ein paar Techniken, die wir auch in unserem Podcast immer mal wieder anführen, dass ich wenigstens meinen Puls ein bisschen runterbringe, dass die Knie schon weniger zittern, dass ich spüre, wie ich zunehme.
Florian: Ja, das ist klassisches Coaching dann. Also einfach da unterstützend tätig zu sein, dass es einfacher wird, solche Situationen zu meistern.
Miriam: So mal durchzuatmen auch. Vorher und zu sich zu kommen.
Florian: Wir haben, glaube ich, schon ein paar Mal die Calm-App auch erwähnt oder eine Meditations-App. Miriam benutzt Calm sehr gerne. Ich habe Headspace schon viel benutzt. Einfach als Meditationsprogramm. Es gibt bei Calm eine 2-Minuten-Notfall-Meditation. Und im Wesentlichen läuft es darauf hinaus, ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen, weil dann entspannst du dich immer tief.
Ziel, gute Bilder und das Ziel hinter dem Ziel
Miriam: So, dann ist es schon ein besserer Zustand, um in so eine Prüfung zu gehen. Weil letztlich will ich ja auch eine gute Zeit haben. Und jetzt kommen wir zum wirklich spannenden Punkt. Das ist ja mein Ziel, was da gerade auf dem Weg ist. Ich will ja diesen Job. Ich möchte diese Ausbildung. Ich möchte dieses Zertifikat. Und die Frage darf ich mir vor der Prüfung nochmal ganz deutlich, selbst gerne laut, vorm Spiegel stellen: Was ist hier mein Ziel? Mein Ziel. Nicht das vom Prüfer, nicht das von irgendjemand anderem, sondern mein persönliches Ziel. Und ich darf mir gerne eine gute Fee vorstellen, die daneben steht, wenn ich gerade nicht imstande bin, das zu glauben, mir selbst. So, dann darf ich mir eine gute Fee vorstellen und darf der sagen: Ich bin hier, weil ich mir jetzt von dir wünsche, dass das so und so wird. Und nicht: dass die Prüfung gut läuft.
Florian: Genau, weil darum geht es nicht. Darum geht es nicht. Außer du magst Prüfungen da draußen so gerne, dass du sagst: Ich will ständig Prüfungen.
Miriam: Sondern es geht ja um das Zertifikat, das Bestehen dieses Tests.
Florian: Um den Führerschein.
Miriam: Um den Führerschein, genau. Oder um den Job, den ich haben möchte. Und was würden wir dann empfehlen, wenn das Ziel klar ist? Dass wir uns das richtig vorstellen, wie das aussieht dann. Wie das fertig aussieht. Also ich an meinem ersten Arbeitstag vor der Kamera, wenn ich Moderatorin irgendwo sein will, für irgendeine Produktion oder einen Sender. Ich auf der Bühne in der Rolle, die ich da spielen will. Ich im Auto, wie ich fahre, alleine, ohne dass irgendeiner daneben sitzt und über Trabis redet.
Florian: Oder das erste Mal einparken an der Schule. Oft ist es ja mit 18 gerade noch Schulzeit. Ich bin das erste Mal morgens mit dem Auto in die Schule gefahren.
Miriam: Allein.
Florian: Genau, ganz allein. Ohne Fahrlehrer.
Miriam: Ohne Fahrlehrer, genau. Das ist auch gut. Das hilft sehr, weil das sind ja wunderschöne Bilder, die dann im Kopf entstehen.
Florian: Genau.
Miriam: Von dem, wie es fertig aussieht. Manche gehen noch einen Schritt weiter. Die gehen noch weiter in die Zukunft. Wenn sie das Zertifikat haben, was machen sie dann damit? Manche sehen das dann an der Wand prangen.
Florian: Vielleicht ist es der erste Urlaub mit dem eigenen Auto, wo du dann hingefahren bist.
Miriam: Ja, oder mit der neuen Flamme im Cabrio. Was so alles geht im Auto.
Florian: Und schon in Fertig, in Erreicht.
Miriam: Ja, in Erreicht.
Florian: Und dann: Was ist das Ziel hinter dem Ziel? Das ist ja oft die Frage. Es geht nicht um die Prüfung, sondern es geht um den Führerschein. Es geht nicht um den Führerschein, weil der ist auch nur ein Dokument, sondern weshalb? Um vielleicht in die Schule zu fahren, um zum Job zu fahren, um Kinder abzuholen oder was auch immer du tun möchtest.
Miriam: Wir hatten einen Teilnehmer, der gesagt hat: Ich sehe jetzt schon, wie das in meiner Vita drin steht, dass ich diese Ausbildung jetzt habe.
Florian: Genau.
Miriam: Und das war, bevor die Ausbildung angefangen hat.
Florian: Und wenn du diese guten Bilder hast, dann entspannst du ganz automatisch, genau.
Miriam: Ja, das hilft absolut. Das ist richtig gut.
Florian: Cool.
Tipps für die Prüfung selbst — und der Champagner im Kühlschrank
Miriam: In der Prüfung gibt es auch noch Tipps, ne?
Florian: Ja, atmen hilft immer.
Miriam: Klingt banal und manche vergessen das echt.
Florian: Genau, wenn du das vorher geübt hast, ein paar Jahre, dann ist das auch gut. Dann ist das leichter.
Miriam: Ja, ja. Und auch in der Prüfung ruhig zwischendurch an das Ziel denken. Weil das entspannt das Gehirn.
Florian: Auch was Witziges machen. Also wir haben ja immer wieder den Tipp mit den Witzen oder Witz vom Olli oder so. Einfach was Lustiges zu machen. Das hilft auch. Auch so ein Prüfer entspannt sich da noch mehr. Oder es ist einfach lustig. Auch wenn was passiert mal. Dazu stehen. Genau. Alles Gute haben sowieso alle mit. Lachen und weitermachen.
Miriam: Zum Beispiel. Genau. Vielleicht sogar einbauen, wenn es geht.
Florian: Ich habe auch gerade gedacht, ob es eigentlich ganz witzig wäre...
Miriam: Ich baue gern ein.
Florian: Am Anfang so einen absichtlichen Fehler zu machen, wo nichts passiert. Keine Ahnung.
Miriam: Oder einfach dann sagen: Ich habe den lieber schon mal gemacht, dann habe ich den durch.
Florian: So auf dem Weg zum Auto, Autoschlüssel versehentlich fallen lassen oder so. Ja gut, dann ist das jetzt erledigt.
Miriam: Ja, für heute durch.
Florian: Für heute durch, genau. Einfach um zu entspannen.
Miriam: Und dann ist das mit der Prüfung plötzlich gar nicht mehr so ein Stress. Ich hänge mir auch gelegentlich das Bild, was ich mir vorher gemacht habe vom Endergebnis, also das, was ich plane mit dem, was ich da erreiche dann in der Prüfung, dieses Bild, was ich mir da im Kopf gezaubert habe mit der guten Fee oder ohne, das hänge ich mir wie wirklich in so einem goldenen Rahmen imaginär über meinem Kopf auf, sodass ich das während der Prüfung immer angucken kann. Ich sehe mich auf der Bühne stehen. In der Rolle. Foto, Presse, Presseartikel. Miriam Deforth brilliert in die Julia. Hallo? Was ist da dran lustig?
Florian: Nichts.
Miriam: Glaubst du, ich könnte nicht die Julia spielen bei Romeo und Julia?
Florian: Klar glaube ich das, ja. Wenn ich den Romeo spielen darf, darfst du die Julia spielen.
Miriam: Nee, nee, du bist kein Schauspieler.
Florian: Julia, oh Julia, nein, wie geht es?
Miriam: Die Nachtigall und nicht die Lerche war es, nur das wäre mein Text.
Florian: Ja, den Romeo-Text weiß ich auch nicht.
Miriam: Ja, dann lernen.
Florian: Weil Romeo, Romeo hätte ich auch noch zusammengeschrieben.
Miriam: Oh, das sind zwei, die haben sehr viel Text bei dieser Balkonszene, beide. Ich glaube, der wird auch immer gekürzt.
Florian: Echt jetzt?
Miriam: Ja. Und die Sterbeszene würde ich mir jetzt nicht vorstellen wollen. Lieber die mit dem Balkon. Also es ist der Presseartikel, der mich lobt als Schauspieler nach der Premiere.
Florian: Genau.
Miriam: Oder wenn ich mit dem Auto — du hast ja das schöne Bild gehabt — mit dem ich fahre mit dem Auto, eine Ski-Box auf dem Kofferraum, auf dem Dach, wir werden doch in so einer Kiste da festgelegt. Jetbag. Ja, in so einem Jetbag. Oder wenn ich in den Sommerurlaub fahre mit... Die Palme und Fahrräder oben drauf. Über den Brenner fahren sie.
Florian: Oder was wir im Coaching schon hatten. Heilpraktikerprüfung. Dann das erste Mal einen Kunden zu Hause.
Miriam: Ja, ja. Und was ja die Frau, die die Heilpraktikerprüfung gemacht hat, auch getan hat, war die Party planen im Kopf.
Florian: Die Party?
Miriam: Lange vor der Prüfung, die Party nach der bestandenen Prüfung. Die hat tatsächlich drei Monate vor der Prüfung den Champagner für die Party in den Kühlschrank gelegt.
Florian: Das ist auch gut für Menschen, die vielleicht Herausforderungen damit hätten, alles zu lernen vorher.
Miriam: Ja, stimmt.
Florian: Beim Kühlschrank aufmachen ist immer die Erinnerung daran, dass die Flasche irgendwann getrunken werden soll. Vielleicht sogar, dass ich die Flasche trinken will, leicht, dass ich die Flasche trinken werde, also den Champagner aus der Flasche trinken werde. Also das ist auch eine gute Erinnerung daran, dass da was zu tun ist vorher. Vor vielen Prüfungen können wir einfach was lernen.
Miriam: Das war die Grundvoraussetzung. Ich gehe davon aus, dass die Menschen, die sich mit Prüfungsstress beschäftigen wollen, dass die sagen, dass ich gut vorbereitet bin für diese Prüfungen im Rahmen meiner Möglichkeiten oder das, was ich dafür wissen möchte, dass ich das auch kann.
Florian: Also davon gehe ich aus.
Miriam: Liebe Hörer, enttäuscht mich nicht.
Florian: Genau. Ja. So. Super. Haben wir Tipps gemacht?
Miriam: Ja. Dann war das der Stress auf Stress...
Florian: Stress auf, Prüfung auf Stress. Podcast.
Miriam: Genau.
Abschied, Vorfreude aufs Tonstudio und viel Spaß beim Erfolg
Miriam: Wir wünschen dir ganz viel Erfolg. Ganz viel, ne, ach so süß, Björn Brost, Zitat: viel Spaß beim Erfolg.
Florian: Viel Spaß beim Erfolg.
Miriam: Bei der nächsten Prüfung. Mega Zitat. Und ganz viel Ruhe und Entspannung vorher. Bald gibt es eine Entspannungs-Meditationsaufnahme von uns.
Florian: Oh, ich bin schon ganz aufgeregt.
Miriam: Mal gucken. Florian hat Stress drauf. Ich habe Stress drauf. Das ist wie eine Prüfung. Das wird toll. Wir freuen uns beide.
Florian: Allerdings. Wir gehen ins Tonstudio. Uiuiui. Und Miriam spricht vielleicht einen Jingle für den Podcast ein. Ich bin sehr gespannt.
Miriam: Nicht vielleicht. Ich dränge mich vor.
Florian: Ja, wer weiß.
Miriam: Also Florian spricht die Entspannung ein.
Florian: Dann hört ihr www.kontext-denken.de, Original, professionell eingesprochen und über tolle Musik von Miriam.
Miriam: Ja, dann gibt es nicht mehr diese ewig langen Abmoderationen.
Florian: Ja, genau so wird es.
Miriam: Kommt in unsere Seminare.
Florian: Bucht Seminare, besucht unsere Seite, hört unseren Podcast, schaut unseren Vlog.
Miriam: Das ist dann alles schön kompakt.
Florian: Und alles auf www.kontext-denken.de. Genau.
Miriam: Und viel Spaß in der nächsten Woche. Es gibt einen neuen Podcast immer dienstags von uns beiden für euch und wir freuen uns auf euer Feedback und eure Fragen und Anregungen für die nächsten Podcasts. Wir podcasten weiter.
Florian: Vielen Dank fürs Zuhören. Bis dann.
Miriam: Ciao.