NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 50

Solo für Selbsthilfe - wie geht's Dir schnell besser?

Was kannst Du tun, damit es Dir jetzt ein bisschen oder noch besser geht? In der einen oder anderen Lebenslage mag das schräg klingen - denn meistens sind ja andere Menschen oder Umstände "Schuld", wenn wir sauer sind. Oder?

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In dieser Folge

Darum geht es

Was kannst Du tun, damit es Dir jetzt ein bisschen oder noch besser geht? In der einen oder anderen Lebenslage mag das schräg klingen - denn meistens sind ja andere Menschen oder Umstände "Schuld", wenn wir sauer sind. Oder? Miriam und Florian berühren in diesem Podcast eins der klassischen NLP-Themen und erklären Dir, wie Du Dir selbst schnell wieder in einen besseren Zustand hinein helfen kannst. Ja klar, das ganze hat wieder etwas mit Sprachzauberei zu tun. Und im Grunde ist es ganz simpel. Falls es in Dir schlechte Gefühle geben sollte, weil ein anderer Mensch irgendetwas sagt oder die Gegebenheiten gerade scheinbar freudlos sind, dann hilft Dir eine schlichte Frage. Vorausgesetzt, Du möchtest Dich schnell besser und noch besser fühlen... Viel Spaß beim Lauschen.

Konkret geht es um die eine Frage, die Miriam sich seit fünf Jahren stellt: Was kann ich jetzt tun, damit es mir ein kleines Stückchen besser geht? Du hörst, warum Beleidigungen und Vorwürfe "Einladungen" sind, in die Du einsteigen kannst - oder eben nicht, und was gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg damit zu tun hat. Miriam und Florian sprechen über Schuldzuweisungen, den eigenen State, Empathie mit einem gestressten Gegenüber und einen sehr praktischen Trick: sich vor dem Spiegel selbst anlächeln - erst bei kleinen Ärgernissen üben, dann bei den größeren. Wenn Du nach Selbsthilfe bei schlechter Laune, dem Umgang mit Beleidigungen oder NLP für den eigenen Gefühlshaushalt suchst, bist Du hier richtig.

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Kapitel dieser Folge
  1. Zwischen Zamonien und der ersten Frage
  2. Wer ist eigentlich schuld an meinen Gefühlen?
  3. Wenn jemand dich einlädt, dich schlecht zu fühlen
  4. Die Frage in beide Richtungen – und sich selbst gut sein
  5. Vorm Spiegel lächeln – und bei kleinen Dingen anfangen

"Wegen dir geht es mir gerade schlecht" – kennst du diesen Satz? Egal ob vom eigenen Kind nach dem verlorenen Fußballspiel, vom Kollegen oder aus dem eigenen Mund. Miriam und Florian drehen die Sache um und stellen eine einzige Frage in den Mittelpunkt: Was kannst du jetzt tun, damit es dir ein kleines Stückchen besser geht? Ein Solo über Schmollecken, Komplimente und das Lächeln vorm Spiegel, das anfangs bescheuert aussieht.

Zwischen Zamonien und der ersten Frage

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Podcast-Zeit. Das tut mir immer gut. Da freue ich mich immer drauf. Oh, ich sehe in deinem Gesicht, dass das bei uns nicht ganz gleich ist.

Florian: Nein, du hast mir das Thema noch nicht verraten und du hast dir das Thema, glaube ich, gerade erst ausgedacht.

Miriam: Nein, das stimmt nicht. Ich habe viele Themen, die in meinem Herzen schlummern und wir bekommen so viele schöne Hinweise auf Themen jeden Tag.

Florian: Die du dir dann aus dem Hut ziehst.

Miriam: Also brauche ich, ich habe gar keinen Hut.

Florian: Vielleicht sind wir beide nur Dreiviertel-Gehirne.

Miriam: Was ist das denn für ein Anfang? Wir starten nochmal.

Florian: Vier Gehirne, ein Podcast.

Miriam: Das ist auch ein Bild, was sich komisch anfühlt.

Florian: Wie dieser aus Zamonien, der mehrere Gehirne mit sich herumgetragen hat.

Miriam: Fragt sich der Wachehörer, was ist Zamonien?

Florian: Ja, das stimmt.

Miriam: Das ist mein Lieblingsbuch-Tipp. Ja? Ja, Die 13½ Leben des Käpt'n Blaubär.

Florian: Zum Beispiel, genau.

Miriam: Darfst du sofort bestellen bei Amazon. Das ist ein tolles Lesevergnügen.

Florian: Dann weißt du auch, wo Zamonien liegt.

Miriam: Ja, für sprachbegeisterte Menschen ein Muss, möchte ich sagen.

Florian: Die Stadt der träumenden Bücher ist auch toll. Also es gibt ganz viele tolle Bücher.

Miriam: Die finde ich, ja, das fand ich nicht mehr so. Der erste ist super.

Florian: Rumo.

Miriam: Ja, Rumo ist okay.

Florian: Gut, zwei Minuten rum, noch kein Thema und noch nichts gemacht. Ist das das Thema?

Miriam: Das Thema ist eine Frage.

Florian: Das Thema ist eine Frage?

Miriam: Ja. Was kannst du tun, damit es dir jetzt ein bisschen besser geht?

Florian: Aha. Warum würdest du das denn tun wollen?

Miriam: Weil es ja oft umgekehrt gemacht wird. Egal ob jetzt in Paarbeziehungen, da haben wir einen eigenen Video-Podcast zu, deswegen weg davon. Nur zum Beispiel auch, wenn Kollegen miteinander sprechen, Freunde, Familienmitglieder, wenn einer zum anderen sagt, wegen dir geht es mir gerade schlecht.

Wer ist eigentlich schuld an meinen Gefühlen?

Florian: So wie wenn ich 17 zu 1 gegen Joni, also gegen unseren Sohn, gewinne im Fußballspiel.

Miriam: 17 zu 1.

Florian: Und er dann sagt, du bist schuld daran, dass es eine harte Realität ist.

Miriam: Fast 10.

Florian: Die letzten Jahre das zu genießen. Der macht Fußballtraining. Der kann inzwischen schießen.

Miriam: Irgendwann ist es dann umgekehrt mit 16. Was machst du dann? Wegen dir geht es mir jetzt nicht gut.

Florian: Ja, exakt. Ja, da höre ich das ab und zu dann. Ja. Ah, jetzt bin ich über den Ball gestolpert. Der Ball war heute auch ein paar Mal schuld. Ach so.

Miriam: Ja, also und dann die Frage eben, die ein sehr schlauer Trainer mir irgendwann mal in den Kopf gepflanzt hat. Was kannst du jetzt tun, damit es dir ein bisschen besser geht? Und es ist sehr andersrum gedacht. Weil wenn ich früher in diesem Nörgel-Modus war... Dann habe ich auch sehr gerne die Schuld auf andere oder auf äußere Umstände verteilt.

Florian: Und dann wäre es eher so gewesen, dass du gesucht hättest, wer dir jetzt etwas Gutes tun kann.

Miriam: Ja, ich war grundsätzlich hilflos.

Florian: Absolut. Du bist immer noch hilflos. Was? Mit diesen wunderschönen braunen Augen, diesen riesigen braunen Augen und dem, ich weiß gar nicht, was das Thema heute ist.

Miriam: Ja, das stimmt. Und das ist toll, weil da habe ich mich zurückgelehnt innerlich sozusagen und habe darauf gewartet, dass der Retter kommt. Oder die Retterin. Und das war garantiert nicht ich. Okay. Und wenn ich es jetzt mal so von innen und außen betrachte, dann ging es ja schwerpunktmäßig um meine schlechten Gefühle und nicht um die vom anderen. Der hatte gelegentlich auch gar keine, glaube ich.

Florian: Der wusste auch gar nicht, dass irgendwas los ist. Nö, der Frust war ganz... Bei dem das zu sagen wäre ja auch schon Teil der...

Miriam: Wobei ich es oft geschafft habe, auch andere in meinen Frust mit reinzuholen. Ja, kein Thema. Jahrelang geübt. Also das ist eben witzig. Wenn Menschen anfangen, von ihren ganzen Frusts zu reden, steigt ja das Gehirn vom Gegenüber ein. Das ist die Annahme. Hat die entsprechenden Bilder vor Augen, sieht die Situationen, kann sich vielleicht reinfühlen, wenn es ein einfühlsamer Mensch ist und zack.

Florian: Ja, es ist irgendwie schon so, ne? Geteiltes Glück ist doppeltes Glück, geteilter Frust ist doppelter Frust. Irgendwie ist es halt doch so, ne?

Miriam: Ja. Und ich meine, das klingt jetzt sehr theoretisch, nur im wahren Leben kommt es ständig vor. Deswegen fand ich das Thema oder finde ich das Thema sehr, sehr nützlich. Ja. Weil wenn ich tatsächlich raus will aus diesem Frust, dann ist die Frage, die ich mir seit fünf Jahren stelle, immer die gleiche. Was kann ich jetzt tun, damit es mir ein kleines Stückchen besser geht? Genau. Und es geht nur um dieses kleine bisschen. Und meistens bei mir, lustigerweise, was ich früher auch nicht geglaubt hätte, was bei mir oft dann aufpoppt als Antwort in meinem Kopf ist, ich will jetzt meine Ruhe.

Florian: Echt jetzt? Ja. Okay, und dann setzt du dich irgendwo in eine Ecke und... Ja, das ist dann meine Schmollecke.

Miriam: Dann schmoll ich erst eine Runde, dann überlege ich mir das Ganze nochmal und dann kommt meistens ein konstruktiver Gedanke. Sowas wie... Ja.

Florian: Könnte ich jetzt auch... Nein.

Miriam: Nee, gar nicht so. Ich könnte jetzt auch einen Witz vertragen. Oder...

Florian: Ja, das ist sowieso viel besser, als das über Eis oder Pommes oder so zu erledigen. Ja, gar nicht gut.

Miriam: Also den mag ich nicht so. Im Notfall, ja. Also wäre nicht die Generallösung. Es ist eher dieses, was kann ich jetzt tun, nicht das, was kann ich jetzt essen.

Florian: Nicht, wie kann ich mir jetzt gut tun? Ja, okay.

Miriam: Ja. Manchmal ist es dann auch, bei mir hilft ja ganz viel immer, dass ich hinsetze, was schreiben. Ich schreibe Texte, Gedichte. Wir haben genug Plattformen, um zu schreiben. Wir haben eine tolle Seite mit einem Blog. Also, wenn ich schreiben will, kann ich schreiben.

Florian: kontext*denken, nee.

Miriam: Stimmt. Und dann schreibe ich eben. Oder Klavier spielen. Geht bei mir auch super. Oder mit dir reden. Ist auch schön, weil du mich meistens ertappst.

Florian: Und was heißt denn hier meistens?

Miriam: Und dann tust du oft sehr konträre Dinge zu dem, wie es mir gerade geht.

Florian: Das stimmt. Dann kitzel ich dich.

Miriam: Oder bist mega albern. Oder erfindest komische Worte. Fumpelpump.

Florian: Schnackelpump.

Miriam: Und dann geht es mir meistens besser.

Florian: Umschnackeln.

Miriam: Wenn ich früher geglaubt hätte, den Frust wegen dir zu haben, war es nicht mit dir reden. Das habe ich auch gemerkt. Das kam dann erst später wieder. Wobei du da manchmal übergriffig bist. Du bist dann trotzdem guter Laune. Ja, ich finde das nicht okay.

Florian: Auch wenn ich früher schuld war an der schlechten Laune von irgendjemandem, war ich trotzdem beteiligt an der aktiven Bespaßung der Person. Das bin ich immer noch.

Wenn jemand dich einlädt, dich schlecht zu fühlen

Miriam: Wir hatten ja gerade einen wirklich berauschend schönen NLP-Practitioner. Und da kam ja dann auch an der Stelle...

Florian: Das ist dieses Einsteiger-Seminar für neurolinguistisches Programmieren.

Miriam: Haben wir Ende Januar wieder. Termin wird demnächst bekannt gegeben. Und da ist Verlass auf die Teilnehmer sozusagen, weil an der Stelle kommt immer ein Veto. Je nachdem, wie weit die schon sind mit Sprachzaubern, würden die da die Hand heben und sagen, ja, und wenn einer wirklich gemein ist, wenn einer mich beleidigt, dann ist der doch schuld, dass es mir schlecht geht.

Florian: Ja, da sagen sogar die Buddhisten, dass das nicht so ist und die Stoiker auch. Das ist also wirklich schon seit x10.000 Jahren da, also naja, x.000 Jahren, dass Menschen erkannt haben, dass das, was da draußen passiert, nicht zwingend etwas mit dem zu tun haben braucht, wie wir es intern bewerten.

Miriam: Das haben wir auch schon anderweitig erlebt, wo wir andere Menschen beobachtet haben, wie sie irgendwie sich gegenseitig versucht haben, schlechte Gefühle zu machen. Und wir selbst standen daneben und dachten so, mir geht es heute gut. Das kommt so auf den eigenen State, wie wir immer sagen, an, auf die eigene Situation. Wenn ich gerade ein mega cooles Erlebnis hatte und es geht mir super, super, super gut und ich bin der glücklichste Mensch der Welt, dann ist es ziemlich schwierig.

Florian: Da kann sowieso niemand was dran drehen, außer du selbst. Das ist doch genau der Punkt, dass da draußen passieren Dinge. Ja, natürlich sind da Einladungen im Äußeren dabei. Bin ich schon dabei. Also ich kann schon Einladungen aussprechen, auch für meine Kollegen, dass die sich jetzt nicht mehr so gut fühlen, wie sie sich gerade gefühlt haben. Ja.

Miriam: Und wie machst du es, dass du dann stabil bleibst? Wenn einer eine deutliche Einladung an dich aussprechen würde.

Florian: Wenn ich ganz entspannt bin, mir überlegen, was wohl der Grund sein könnte, dass die Person das jetzt macht. Also Empathie aufnehmen mit dem anscheinend verletzten oder ängstlichen Menschen, der mir da gegenüber steht. Weil das macht ja, also keine Ahnung, dass ein Kollege mich jetzt wegen Kleinigkeiten irgendwie anschreit oder dass es wirklich Stress gibt wegen irgendwas. Das kommt ja nicht vor, wenn mein Gegenüber nicht wirklich in irgendeiner Form verletzt wäre oder ängstlich oder jetzt wirklich emotionalen Stress hätte. Und dann einfach in die Empathie damit reingehen. Ganz normal empathische Kommunikation oder gewaltfreie Kommunikation, wie es auch heißt.

Miriam: Da gibt es schöne Bücher. Gewaltfreie Kommunikation. Ist ja spannend an der Stelle, wie die damit umgehen.

Florian: Exakt, ja. Da gibt es tolle Geschichten von dem Marshall Rosenberg, der das entwickelt hat.

Miriam: Wie heißt der?

Florian: Marshall Rosenberg.

Miriam: Nur damit wir es klar haben für den Podcast. Wenn jetzt jemand sagt, wie, was, wo, Buch, jawoll.

Florian: Ja, gewaltfreie Kommunikation. Und da ist es eben dann ganz einfach. Da ist selbst, wenn jemand wirklich sauer ist mir gegenüber, kann ich dann immer noch, wenn ich entspannt bin, empathisch gegenüber dieser Person sein und sagen, okay, ich höre ganz viel Stress oder ich höre ganz viel Vorwürfe. Was können wir denn jetzt tun?

Miriam: Es ist ja auch so, dass ich gemerkt habe, zurückblickend auch auf meine Vergangenheit, dass es in meinem Leben sozusagen Menschen gab, die, wenn sie diese Einladung, das fand ich ganz süß, Einladung ausgesprochen haben an mich, also mich in dem Fall durchdachte, die beleidigen mich jetzt. Da gab es eine Handvoll, da habe ich dann mir diese Gefühle gemacht von richtig beleidigt, auch sauer werden, in Stress gehen, mich selbst aufregen, sauer werden. Die gab es da. Und alle anderen haben das, also da habe ich anders reagiert drauf. Selbst wenn das beleidigend war, habe ich gedacht, das hat gar nichts mit mir zu tun. Oft zum Beispiel in meinem Job. Ich halte meinen Virgin in die Kamera. Das heißt, ich bin vermutlich sogar mehr dieser Einladungen ausgesetzt gewesen früher als andere Menschen.

Florian: Ich habe das ja auch schon gesehen. Bei dir jetzt nicht so nur in Foren oder auf Facebook oder so. Wenn sich jemand über was aufregen will, gibt es da draußen tausend Gründe. Genau. Buntes Kleid, nicht zu buntes Kleid. Also wirklich, ne?

Miriam: Ja, und da habe ich gemerkt, dass es mich nicht so einlädt, obwohl es genauso beleidigend gewesen wäre, inhaltlich jetzt. Wie jetzt, wenn ein Mensch, den ich sehr liebe oder der in meinem direkten Umfeld ist, das tut. Also wo es sozusagen eine emotionale Verbindung gibt. Und da ruhig zu bleiben und entspannt zu bleiben und zu sagen, das hat jetzt nichts mit mir zu tun, finde ich, ist schon ein Schritt.

Florian: Das ist definitiv ein Schritt.

Miriam: Sondern das ist seine Verfassung gerade oder sein Ärger, den derjenige hat oder ihr Ärger und nicht meiner.

Florian: Die Gefühle, die da ankommen beim Gegenüber zu lassen und zu sagen, okay, es braucht ja erstmal nichts mit mir zu tun haben. Ich kann ja auch entscheiden, in diese Empathie reinzugehen oder eben auch nicht.

Die Frage in beide Richtungen – und sich selbst gut sein

Miriam: Was spannend an dieser Frage ist, was kann ich jetzt tun, damit es mir besser geht? Die geht auch in die andere Richtung. Ich könnte ja dann den Gegenüber auch fragen, was kann ich jetzt tun, damit es dir besser geht?

Florian: Das ist das Schöne, dass wenn eine Person da ressourcenreicher ist oder entspannter ist in so einer Situation, dass das oft halt auch hilft. Also gerade wenn es dann wirklich dieser authentische Kontakt mit dem Gegenüber ist oder dieser ehrlich gemeinte Kontakt. Dieses, okay, da ist jetzt was schiefgelaufen, tut mir leid, was machen wir denn jetzt? Also was kann ich denn jetzt für dich tun, damit wir hier weiterkommen? Schön, ja.

Miriam: Und das ist eine Frage, die mir auch immer gut tut.

Florian: Witzig, ne? Tut einem auch selber gut. Ja. Meiner Erfahrung nach. Also mir tut es gut, wenn ich anderen Menschen was Gutes tue.

Miriam: Weil wenn beide anfangen rumzustressen, also können wir ja sagen, das ist ja wie so eine Spirale nach unten. Also besser wird es nicht dadurch mit dem Gefühlshaushalt. Egal wie geübt oder ungeübt jetzt jemand ist in diesem ich bleibe stabil. Wir kennen Menschen, die sind extrem entspannt. Die üben das auch. Die meditieren. Also die haben wirklich so die Entspannung auch in ihrem Leben drin. Sorgen gut für sich. Ja, denen geht es gut. Die sind auf einer sehr stabilen Plattform unterwegs. Und es gibt andere, die sind es nicht. Manchmal ist es auch Lebensphasen gebunden oder so.

Florian: Das hat ja wirklich was damit zu tun, wie gut sich jemand selbst tut oder auch nicht. Also wie nett bin ich denn zu mir? Gönne ich mir genug Schlaf? Wenn ich weiß, Meditation tut mir gut, mache ich das dann? Wie ist das mit dem Essen? Das hat ja alles was mit. Wie freundlich bin ich eigentlich zu mir? Und dann auch vielleicht im Vergleich zu, wie freundlich bin ich denn zu anderen in meiner näheren oder weiteren Umgebung? Voll schön. Jetzt wird's philosophisch. Ne, finde ich gar nicht. Also so eine ganz praktische Philosophie, ne?

Miriam: Ja, ich finde es noch nicht mal philosophisch. Ich finde, es ist der einzige Trick, weil wer da draußen hat es schon mal erlebt, dass ein mieses Argument gegen das nächste sozusagen die Situation besser macht?

Florian: Ja.

Miriam: Also ich bin jetzt über 40, die Hesse würde sagen, ich bin, da gibt es doch von Badesalz, du bist jetzt 40 Jahre und Elektroingenieur, du kannst selbst auf deine Gefühle aufpassen.

Florian: Du kannst dir so viele böbbelnde Gefühle machen, wie du magst.

Miriam: Und in diesen über 40 Jahren habe ich es nicht erlebt, dass wenn ich in eine Einladung hineingestiegen bin, die mir jemand gemacht hat, zum Beispiel durch eine beleidigende oder auch anderweitig kratzende Bemerkung.

Florian: Naja doch, das ist doch der gleiche Prozess, ob es positive Emotionen sind oder negative, oder? Also auch wenn jemand gut drauf ist, ist es ja genau die gleiche Einladung, bloß halt in die andere Richtung.

Miriam: Stimmt. Und wenn jetzt jemand, sagen wir es ist ein Kompliment, was kommt, nicht eine Beleidigung, sondern es ist ein Kompliment, was kommt. Was mache ich dann? Dann steige ich doch drauf ein. Ich zumindest. Also ich freue mich dann.

Florian: Du musst ja dann auch die guten Gefühle haben.

Miriam: Logisch. Ich kann überhaupt nicht genug Komplimente bekommen. Und dann gebe ich gern eins zurück. Ich verteile die auch gerne.

Florian: Unglaublich, wie viele Komplimente Miriam bekommt. Und du teilst auch wahnsinnig viele Komplimente mit anderen Menschen. Das ist tatsächlich so. Das scheint ein Weg zu sein, mehr Komplimente zu bekommen. Komplimente selber zu geben. Doch, das ist schon was, was ich bei dir entdeckt habe.

Miriam: Jetzt, wo du es sagst? Ja. Gut, dann mache ich es ja richtig.

Florian: Ich glaube schon.

Miriam: Ja. Wenn es ein Falsch gibt. Ist ja auch wieder doof.

Florian: Das ist ja nur die Frage, was möchte ich haben. Ja, das stimmt. Genau deswegen, was kann ich für mich gerade tun, damit es mir ein klein bisschen besser geht. Du kannst mir selbst ein Kompliment machen. Exakt. Ja? Und das setzt ja voraus, die Intention ist ja, dass ich möchte, dass es mir besser geht.

Miriam: Das stimmt. Das stimmt.

Florian: Ist ja auch völlig okay, mal das Kopfkissen über den Kopf zu legen und zu sagen, ich habe jetzt meine Schmollstunde.

Miriam: Hm?

Florian: Ja, gut.

Miriam: Dann ist es eine Entscheidung plötzlich, ne? Ja. Dann ist es nicht mehr so dieses, ich bin überwältigt von. Eine absichtliche Schmollstunde. Ich wurde überwältigt von Schmoll-Gefühlen. Ich stelle mir so kleine Schmoll-Gnome vor.

Florian: Das ist auch gut für all die Zuhörer, die sagen, ja, ich möchte manchmal auch schmollen im Leben. Oder mich schlecht fühlen im Leben oder Trauer oder was weiß ich, was auch immer fühlen. Das ist ja voll legitim.

Miriam: Da würden ja jetzt auch Menschen, die andere Dinge performen, würden sagen, es ist auch ganz wichtig. Es gibt ja Menschen, die sagen, es ist ganz wichtig, dass wir die ganze Gefühlspalette leben, um den Kontrast zu haben.

Florian: Ja, stimmt. Und mein Eindruck ist, dass diese Menschen sich hauptsächlich auf der einen Hälfte der Emotionspalette aufhalten.

Miriam: Ja, da sollten wir einen eigenen Podcast zu machen. Und grundsätzlich geht es mir besser, wenn ich gute Gefühle habe. Das merke ich schon. Dann bin ich kreativer, dann bin ich lösungsfokussierter, dann bin ich entspannter, dann bin ich witziger. Bin ich, also tatsächlich, dann schaffe ich auch mehr. Also dann bin ich im Leben zu, dann habe ich das Gefühl, dass ich in meinem Leben, da geht mehr, genau. Deswegen habe ich lieber gute Gefühle. Nicht mehr so oft schmollen.

Florian: Mehr Wahlmöglichkeiten.

Miriam: Zum Beispiel auch. Und deswegen stelle ich mir die Frage sehr gerne. Also wenn der andere dazu jetzt nicht bereit ist, stelle ich sie mir zumindest selbst. Dem anderen stelle ich sie auch, nur ich stelle sie mir auf jeden Fall. Was kann ich jetzt tun, damit es mir wieder gut oder noch besser geht?

Florian: Genau, und wenn es mir dann wieder gut oder noch besser geht, dann kann ich mich eben auch um die Personen um mich herum kümmern, ja.

Miriam: Ja. Also es ist eine sehr, sehr machtvolle Frage und eine sehr spannende und eine sehr schöne, wenn deine Intention da draußen wäre, dass es dir schnell besser geht in so einer Lage.

Florian: Ja, egal in welcher Lage.

Miriam: Und dann würden wir wieder sagen, es ist ja dein Körper, dein Organismus, der letztlich auch imstande ist, überhaupt Gefühle zu machen. Also wo kommen Gefühle her, die ich fühle?

Florian: Ja, da habe ich letztens wieder was Schönes gelesen. Ja? Dass Emotionen die Sprache des Unbewussten sind.

Miriam: Wie cool. Kann ich erstmal in meinen inneren Dialog gehen. Es ist ja im Grunde mit der Frage, was kann ich jetzt tun, damit es mir besser geht, würde ich das machen, oder? Weil ich mich ja selbst frage.

Florian: Ja, das ist mal den Fokus. Also ich mag die Frage aus ganz vielen verschiedenen Gründen. Es richtet den Fokus so ein bisschen nach innen. Es ist die Frage nach der Intention. Möchte ich denn eigentlich wirklich vielleicht, dass es mir jetzt auch mal besser gehen könnte gerade? Oder geht es darum gar nicht? Das ist also wirklich eine schöne Frage. Das stimmt.

Vorm Spiegel lächeln – und bei kleinen Dingen anfangen

Miriam: Also es ist ein Riesentipp, den wir dir hier heute geben, weil der wirklich was bewegt.

Florian: Wir haben keine Tipp-Sektion, weil der Tipp die Frage ist. Richtig.

Miriam: Das ist ein Verkehr-Trum-Podcast. Ein Trick. Also es ist kein Trick. Es ist total schön.

Florian: Ja, das stimmt. Tricks können doch auch schön sein.

Miriam: Das stimmt. Wir haben uns neulich wieder eine ganze Reihe von tollen Zaubertricks gemeinsam angeschaut und das lieben wir ja auch beide sehr. Und manchmal will ich gar nicht wissen, wie der Trick genau funktioniert, weil das so desillusionierend ist oft. Der funktioniert. Auch wenn ich weiß, wie er geht, funktioniert er weiterhin bei Menschen, die nicht wissen, wie er funktioniert.

Florian: Ich mag das trotzdem. Ich finde ihn trotzdem schön, immer noch. Also für mich hat das mit dem Wissen nicht ursächlich damit verbunden, dass ich den Trick nicht mehr schön finde oder so. Ganz witzig.

Miriam: Und ich finde es sehr elegant. Es gibt ja sehr elegante Zaubertricks, wo wir beide da sitzen und denken, boah, das ist ja... So und ich finde diese Frage, was kann ich dafür tun, dass es mir jetzt besser geht oder was kann ich jetzt dafür tun, dass es dir noch ein bisschen besser geht oder wieder ein bisschen besser geht, die ist sehr elegant.

Florian: Ja.

Miriam: Also die umschmeichelt. Genau. Es kann ja sein, dass es bei Florian ist es oft sehr einfach, weil Florian sagt dann Kuss oder kraul mir den Rücken.

Florian: Ja genau, da erwischt man mich, Mann erwischt mich da wirklich einfach und Frau auch.

Miriam: Wenn jetzt deine Kollegen zuhören, habe ich eine These, was am nächsten Arbeitstag passiert.

Florian: Ja, ich auch aktuell in dem Projekt, in dem ich bin, die sind da nicht so entspannt.

Miriam: Oh, und vielleicht gibt es eine riesen Überraschung. Es gibt doch diese, die so aussehen wie Fliegenklatschen und vorne so ein Kraulding dran haben.

Florian: Ach dieses, damit ich mir auch selber den Rücken kraulen kann. Damit du dir selbst den Rücken kraulen kannst. Ja, das wäre natürlich auch witzig, das für Kollegen zu kaufen und dann von der Reihe hinter, vom Bürotisch hinter meinem Kollegen ihm den Rücken zu kratzen, ja.

Miriam: Auch schön.

Florian: Ja. Ja.

Miriam: Manchmal reicht es ja auch, sich vor den Spiegel zu stellen und sich selbst anzulächeln. Weil in so einer Situation das zu tun, habe ich gemerkt, ist sehr, sehr witzig. Ja, sehr witzig, weil es fühlt sich am Anfang null richtig an und sobald die Mundwinkel Richtung Ohrlappen gehen, ist es auf einmal doch witzig.

Florian: Ja, es ist halt albern dann, ne?

Miriam: Ja, und es hilft erst mal. Ja, das ist ja gut genug. Ich bin sowieso gern albern, mal ganz davon abgesehen.

Florian: Also am Anfang kann es sich ja auch komisch anfühlen. Also vielleicht war ich gerade im Zustand von, ich habe mich über irgendwas geärgert und jetzt sage ich meinem Gehirn, ich möchte jetzt lachen. Und kein Wunder, dass sich das erst mal seltsam anfühlt, diese Mischung.

Miriam: Bei mir geht das mittlerweile echt fix. Also es ist ganz schnell erledigt. Hab das geübt.

Florian: Was hast du gemacht? Hast du gegen die Tür getreten? Au, du blöde Tür! Und dann hast du gelacht?

Miriam: Schau, ich habe das geübt, wenn zum Beispiel im Sender irgendwas schräg gelaufen ist.

Florian: Das wäre ja auch lustig, ne? Immer wieder in so ein State von, ich ärgere mich über irgendwas.

Miriam: Also Quatsch, ich will mir doch nicht selber so ein... Hallo? So weit kommt es noch, dass ich das mit Absicht erzeuge. Ich bin ja froh, wenn es mir gut geht.

Florian: Au, du blöder Ball! Und dann wieder üben zu lächeln.

Miriam: Ja, na gut. Was du, liebe Hörer und Hörerin. Rauf, runter, rauf, runter. Ja, passt schon.

Florian: Solche Experimente machst und berichten möchtest, gerne in den Kommentaren.

Miriam: Uiuiui, der wird schräg. Ja. Na gut. Das wären jetzt bestimmt die nächsten Situationen, falls sie noch kommen. Könntest du es mal probieren? Ist ja auch süß bei den Teilnehmern, dass dann so ab und zu so dieses, also da weiß ich jetzt schon, dass das bei mir da und da nicht klappt. Dann frage ich mal, hast du es schon mal probiert in der Situation?

Florian: Dann kommt meistens ein, ich habe es mir wirklich sehr deutlich vorgestellt.

Miriam: Mach mal. Weil beim Machen verändert sich tatsächlich was. Und wir wissen, wovon wir reden. Wir testen es alles an unseren eigenen Leibern. Florian und ich sind da sehr experimentierfreudig. Wenn uns irgendein Trainer oder irgendein Buch so ein Häppchen hinwirft, wird es erstmal ausprobiert.

Florian: Genau, und erst wenn es den Test überstanden hat. Mehrfach, mehrfach.

Miriam: Wir machen ja empirische Doppelblindstudien mit Placebogruppe und allem.

Florian: Ja.

Miriam: So, das Lächeln vorm Spiegel funktioniert immer. Gerade wenn ich so diesen düsteren Miri-Blick früher drauf hatte, kann ich ja sehr, ne? Oh, den kenne ich gar nicht mehr, ne? Oh.

Florian: Da habe ich dich zu spät kennengelernt.

Miriam: Und da drauf so ein nicht wirklich echtes Lächeln am Anfang setze, das sieht echt bescheuert aus. Das sieht wirklich bescheuert aus. Das ist so lustig.

Florian: Und dann kommt das Lachen. Und das ist vielleicht wirklich zu Hause mal zu üben, ne? Ja, ist doch ein Tipp. Bei so kleinen Situationen vielleicht mal zu üben. Also stell dir die Frage, was kommst du jetzt zu? Ja, noch ein Tipp. Nicht bei den großen Themen anfangen. Bei den kleinen Sachen anfangen, oder? Also wenn irgendwas Kleines ist, ist das mal gut.

Miriam: Ach, die ganz Mutigen machen das auch schon mal?

Florian: Ja.

Miriam: Ja, warum nicht? Was kann passieren? Am Ende bin ich genauso schlecht drauf wie vor.

Florian: Ja, nix, nur ich würde daran jetzt, wenn es bei irgendwas Riesigen, also keine Ahnung, ich würde mich jetzt schon zehn Jahre über den Kollegen ärgern, der mir gegenüber sitzt oder so. Dann würde ich jetzt nicht erwarten, dass es... Dann wird's Zeit. Also deutlich, ja. Und ich würde nicht erwarten, dass es jetzt beim ersten Mal funktioniert. Oder wenn es einmal nicht funktioniert hat, dann sagen, ja okay, das funktioniert nicht. Sondern dann wirklich dem Ganzen in einer kleineren Situation erstmal eine Chance geben.

Miriam: Gerade dann würde ich mir die Frage stellen, was kann ich tun, damit es mir besser geht? Weil dann sitze ich acht, neun Stunden diesem Menschen gegenüber. Und wo finden die Gefühle statt? Vielleicht ist der gar nicht frustriert.

Florian: Vielleicht freut er sich jeden Tag.

Miriam: Dass er was hat, wo er sich...

Florian: Das ist ja alles nur Gedankenlesen.

Miriam: Das ist alles nur Gedankenlesen. Das war's für heute.

Florian: Bäm! Bäm-di-bong.

Miriam: Sehr gut. Ja, finde ich auch. Gutes Thema.

Florian: Ja. Oh, jetzt weiß ich gar nicht, was wir sagen dürfen. Hm?

Miriam: Ja, wir haben... Oh, stimmt, ja. Oh, toll. Wir sagen nur noch Tschüss. Sagen wir überhaupt noch Tschüss? Schon. Wir verabschieden uns schon.

Florian: Cool. Machen wir jetzt. Mal gucken, ob dir auffällt, was anders ist jetzt gleich.

Miriam: Vielen Dank fürs Zuhören. Tschüss. Viel Spaß nächste Woche. Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

Weiterdenken

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