Jemand sagt etwas Spitzes, und dir fällt die perfekte Antwort erst auf dem Heimweg ein? Genau da setzt diese Folge an — ein Live-Mitschnitt aus einem Facebook-Training von Miriam und Florian. Du bekommst konkrete Hacks, die du sofort ausprobieren kannst: schweigen, Augenbrauen hoch, Metaphern umdrehen, mit verschwurbelten Zitaten kontern. Schnapp dir Stift und Zettel und mach mit.
Warum diese Folge ein Live-Mitschnitt ist
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.
Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Miriam: Ups, vielleicht ist euch ja aufgefallen, wir haben letzte Woche gar keine Podcast-Folge rausgebracht. Jetzt, jetzt hier ist wieder eine. Warum ist das so? Florian und ich und unser gesamtes Team gestalten im Augenblick eine sehr umfangreiche Challenge. Da geht es um schön und stark und wir begleiten über 240 Menschen vier Wochen lang im März auf einer ganz fantastischen Reise. Das heißt, wir sind ziemlich befasst. Das soll allerdings nicht dazu führen, dass du keinen Hörgenuss bekommst. Deshalb haben wir uns Folgendes überlegt. In jeder Märzwoche bekommst du von uns ab jetzt einen Mitschnitt präsentiert aus unseren Live-Trainings auf Facebook im vergangenen Jahr. Da haben wir unterschiedliche Themen behandelt in unserer Gruppe und hier in diesem Podcast kannst du dir einige dieser Trainings jetzt anhören. Wir wünschen dir dabei ganz viel Spaß und ab April sind wir dann wieder mit neuen aktuellen Podcast-Folgen für dich da. Viel Spaß!
Schlag und fertig: Was Schlagfertigkeit wirklich ist
Miriam: So, und damit kommen wir zur Schlagfertigkeit. Schlag und fertig, das sind ja, also wenn wir im NLP an sowas rangehen, ist es wirklich immer der erste Schritt. Wir lesen das Wort mal genau, wir schauen uns das genau an, wir hören uns das mal genau an und wir fühlen da mal rein. Und wer um Schlagfertigkeit bettelt, der bettelt ja im Grunde... Der battlet ja um eine deutlich aggressive Form der Kommunikation, wenn er das Wort schlagen drückt.
Florian: Weil da ist schlagen drin, ne? Und es hat schon von der Metapher her auch sowas wie, da kommt irgendwas und dann dresch ich da zurück.
Miriam: Und dann stört das. Ich finde, da ist so ein kleiner Störer drin. Weil die Erlebnisse, die ich hatte mit Menschen, die unfassbar schlagfertig sind in meiner Welt oder unfassbar schlagfertig reagiert haben auf bestimmte Dinge, da fühlte das sich nicht so aggro an, sondern sogar eher im Gegenteil.
Florian: Eher lustig und entspannend.
Miriam: Die wirkten mega entspannend dabei, wenn die da so kontern.
Florian: Zieh dich nochmal ein Stückchen heran.
Miriam: Ja, gerne. Ist gut, ne? Ja, bestimmt. Oh, Händchen halten. Ja, warum nicht? Ist ja auch, weißt du, ist ja ein Donnerthema heute.
Florian: Außerdem ist es Freitag.
Miriam: Ach so, echt? Das hat was mit Freitag zu tun? Freitag, da gibt es doch das Samms, ne? Freitags frei, samstags kommt das Samms. Herrlich. Wir hatten heute nicht frei, also kein Samms morgen.
Florian: Morgen auch nicht frei. Morgen auch nicht frei, genau. Morgen geht es gerade mal weiter.
Miriam: Und manchmal ist ja da sowas drin wie, ne, ne, sehe ich da etwa die DAX? Ja.
Florian: Nee, warum liegst du nicht im Bett und schläfst?
Miriam: Du gehörst auch zu den Harten, ne? Ja, also tatsächlich, wie gesagt, mit den Schlagfertigen, es hört sich so aggro an, es fühlt sich so entspannt an, wenn so... Elegant schlagfertige Menschen so kontern und die Runde verstummt. Drei, vier fangen an zu kichern, weil meistens ist das auch noch witzig. Und der, der vorher den Battle begonnen hat, der schweigt meistens mit zusammengepötschten Lippen. Weil da fällt einem dann nichts mehr zu ein, wenn einer so doof ist. Und lustigerweise ist eine gekonnte, eine getanzte Schlagfertigkeit ja ein wunderschönes sprachliches Mittel. Jetzt kommt vielleicht auch erstmal die gute Nachricht. Tatsächlich sind die Menschen, die wir als schlagfertig erleben, die trainieren das über Jahre und mit einer kindlichen Freude. Also die Moderatoren, die ich kenne, die Menschen in meinem Umfeld, die ich kenne, die das an den Tag legen, die üben das ohne Ende. Da kommen wir gleich nochmal zu, denn das hat auch was mit deren Grundeinstellungen zu tun, wie die so im Gespräch drauf sind. Zunächst mal, vielleicht ist die Metapher mit diesem Schlagen, die Florian gerade hatte, mit dem Boxen. Die ist gar nicht so verkehrt, weil da steckt auch Training drin. Also wer richtig gut boxen können will, der trainiert da ganz schön. Ich glaube, das ist eine der trainingsintensivsten Sportarten der Welt, Boxen.
Florian: Ich glaube, wenn es professionell betrieben wird, ist jede Sportart sehr trainingsintensiv. Nur es hat erstaunlich viel mit dem gesamten Körper zu tun, dafür, dass dann naiverweise wir davon ausgehen könnten, dass es ja nur so ein bisschen um Armkraft geht oder so.
Miriam: Ja, auch das Fitnesstraining, was die absolvieren und das Ausdauertraining und so, wird ja sogar abgenommen von denen in andere Sportarten, weil das so effektiv ist. Also da habe ich eine ganz schöne Metapher zu und wer im Boxring steht, der scheint ja zumindest auch, und ich weiß jetzt nicht genau, wie das wirklich ist, nur welche Eigenschaften würden wir so einem erfolgreichen Leistungsprofi-Boxer zugestehen? Da gehört auf jeden Fall immer eine dazu. Und die und deswegen ist es heute tatsächlich auch ein Stück weit ein Training, was mit dem mentalen Setup zu tun hat, ist Mut. Die stehen ihren Mann oder ihre Frau im Ring.
Florian: Das sieht man ja schon beim Einwiegen, wenn die beiden Gegner das erste Mal aufeinandertreffen und da häufig schon die Luft brennt zwischen den beiden Kandidaten. Oder in Pressekonferenzen, wo es ja dann zum Teil schon hoch hergeht und schon die ersten Fetzen fliegen oder die beiden Kontrahenten sogar schon voneinander getrennt werden dürfen.
Miriam: Das ist natürlich auch ein bisschen Show-Dub.
Florian: Klar ist das Show dabei, nur das gilt dann von so einem Boxer.
Miriam: Und die körperliche Haltung von denen zu beobachten, findest du ja auf YouTube ganz, ganz viele Videos, ist schon cool. Also siehst Florian und mich auch gerade mal so ein bisschen uns aufrichten. Weil das hat was damit zu tun, mit dieser Mutfrage. Also wie mutig bist du denn überhaupt, wenn du mit anderen Menschen sprichst? Und da geht das los mit dieser sogenannten Schlagfertigkeit. Also dass da so eine Art Frechheit mitschwingt. Also wenn dir das perfekte Konter einfallen würde auf etwas, was jemand sagt, würdest du es wirklich aussprechen? Weil das ist der Schritt, den viele nicht gehen.
Florian: Es gibt ein paar Comedians, ich kenne vor allem welche aus dem englischsprachigen Raum, deren ganze Show im Endeffekt darauf basiert, in Interaktion mit dem Publikum zu gehen. Also wo es wirklich nur darum geht, mit irgendwas, was sie sehen, was da passiert... Dann in die Interaktion reinzugehen oder mit Leuten, die was reinbrüllen in irgendeiner Form umzugehen. Und da ist schon
Miriam: Da ist Schlagfertigkeit im Raum, ne?
Florian: Da ist Schlagfertigkeit im Raum und da ist vor allem viel Mut im Raum, weil dann viele Sachen auch ausgesprochen werden, die... Ja.
Miriam: Also was du sozusagen als erstes üben dürftest, wäre eine Nuance mehr Frechheit. Wir haben ja hier in der Gruppe immer so ein wunderschönes Feedback. Also was ihr wirklich alle seid und das erstaunt uns und das ist toll und wir freuen uns darüber, weil das so ein Geschenk ist. Ihr seid wirklich lieb und witzig und ihr schreibt tolle Sachen miteinander, zueinander und auch... Im Chat, also egal ob ihr mit uns gerade interagiert oder so ein bisschen untereinander, da ist immer ganz viel Liebevolles im Raum. Also das ist super. Und das, was ein Mensch hat, der in einen schlagfertigen Verhaltensprozess geht, ist Frechheit. Also da ist schon mehr Cheekiness drin. Ich hatte mal eine Ziehtochter in einer Beziehung, die Jahrzehnte her ist. Also war nicht mein Kind, nur war eben das Kind meines Partners. Und ich weiß, als die ganz klein war und wir haben die so ein bisschen gezwickelt und ein bisschen geärgert, da guckte die uns an und sagte, ich sehe eure Hörner.
Florian: Das ist das, was...
Miriam: Was ich gerne so hätte als Grundeinstellung für, wie verhalten sich Menschen, wenn sie kontern. Und da gibt es auch Körperhaltungen zu, die ich gleich nochmal erzähle. Und nochmal, Menschen, die sich schlagfertig verhalten haben, um meist unendlich viele Teststrecken hinter sich mit dieser Art zu kommunizieren. Und das sind nicht nur brillante, hervorragende Konters gewesen, die die von sich gegeben haben. Da sind auch Misserfolge drin, in Anführungszeichen, wo das nicht so geklappt hat mit dem Kontern. Und irgendwie rappeln die sich wieder auf und probieren es dann halt beim nächsten Mal anders. Und das ist zu spüren bei denen, dass da so eine Energie ist von, okay, das hat jetzt nicht so gut geklappt, das hatte ja schon mal geklappt, dann mache ich jetzt mal das. Und da sozusagen reinzuarbeiten, das üben wir ja im Practitioner sehr, dass Menschen da wieder zu sich finden. Weil was dahinter steckt, dass Menschen das nicht tun, ist ja eine Furcht davor, dass derjenige, wo ich dann zurückschlage verbal, dass der mich danach nicht mag. Das ist so. Es ist total paradox, ne? Weil was macht der denn vorher? Also wenn jetzt jemand wirklich was Beleidigendes sagt, ist das ein Zeichen dafür, dass der mich mag?
Florian: Brauchen wir trotzdem nicht in Konflikt mit jemandem gehen, oder?
Miriam: Oh, guck mal. Ja, und dann...
Florian: Lieber nix sagen.
Miriam: Dann ist es vorbei. Wobei nix sagen ginge auch. Es ist nur anders als das. Gibt es auch eine tolle Übung.
Die No-Gos: Was Schlagfertigkeit nicht ist
Miriam: Ja, also vielleicht erstmal vorweg so ein paar No-Gos. Vielleicht die erste gute Nachricht vorweg, das ist so eine Mythen und Legenden, dass eben Schlagfertigkeit angeboren ist, dass Menschen dafür natürliches Talent haben und wer das nicht hat, der kann eben nicht.
Florian: Hat Pech gehabt.
Miriam: Stimmt nicht.
Florian: Stimmt nicht?
Miriam: Stimmt leider nicht. Darf ich dir wirklich jetzt die Ausrede rauben? Stimmt nicht. Menschen, die das können, trainieren das. Okay. Manchmal schon von Kindesbeinen auf. Die üben damit rum. Die probieren da einfach mal was aus. Und die machen das immer wieder und dadurch gewinnen sie Fertigkeiten und die sind auch nicht, das ist auch so ein Mythos, die sind auch nicht besonders spontan oder kreativ. Weil wenn wir die Sprachmuster untersuchen, die die haben, also wie funktioniert die klassische Schlagfertigkeit, dann sind das so acht, neun immer wieder gleiche Sprachschubladen, die die aufziehen und wo sie dann das rausnehmen, was sowieso immer passt. Also sowas, was immer funktioniert. Es ist ein bisschen anders reden, als wir das normalerweise machen und es ist vor allen Dingen auch anders zuhören. Das ist nämlich eine Fähigkeit, die diese Menschen sich aneignen. Sie hören und sehen genau hin. Gerade wenn jemand so ein bisschen in die Frontalstellung geht, weil dann wird es spannend. Und dann machen die ihre Ohren auf und ihre Augen und dann nehmen die binnen Sekunden die Details wahr, die vielleicht ansonsten in so einer emotionalen Welle untergehen würden. Und deswegen ist ein entspannter Zustand schon mal immer gut. Das predigen wir ja seit Anbeginn dieser Strecke hier. Durchatmen vorher. Einmal atmen. So, es gibt ein paar No-Gos, die nicht dazugehören, wenn wir über Schlagfertigkeit in der Sprache sprechen wollen. Das ist das Rechtfertigen. Rechtfertigen ist nie schlagfertig.
Florian: Ist auch ziemlich langweilig beim Zuhören, ne? Also, wenn wir es selber machen, ist es notwendig und wichtig, an der Stelle auch einfach mal klar zu machen, wie die Sachlage tatsächlich ist. Nur wenn jemand anders das macht, dann ist es eigentlich immer unsinnig und Zeitverschwendung. Ja. So scheint mir das.
Miriam: Weil wir können sozusagen alles, was wir tun, irgendwie verteidigen, rechtfertigen und haben auch gute Argumente dafür, warum wir irgendwas in irgendeiner Form gemacht haben. Warum hast du im letzten Meeting nichts gesagt? Und dann geht's los. Ja, weil, weil, weil, weil, weil.
Florian: Es wäre ja auch einfach, also das ist einfach auch ungesund, also innerlich ungesund, wenn wir da keinen Grund hätten und in unserer Gesellschaft auch nicht besonders akzeptiert. Es gibt ja durchaus die Überlegung, dass in unserem Unbewussten sehr viel mehr stattfindet, als wir dann ins Bewusstsein auch vielleicht reinbekommen können oder was uns bewusst werden kann. Dass Entscheidungen zum Beispiel auch viel früher getroffen wurden, als wir sie tatsächlich selber bewusst wahrnehmen können und eben so ein Gefühl schon da ist, uns schon klar ist, in welche Richtung es geht und wir bewusst vielleicht sagen würden, nee, ich habe mich noch gar nicht richtig entschieden. Und an der Stelle ist es natürlich dann schon so, hm. Das wären ja seltsame Nachrichten, wenn ich tatsächlich gar nichts richtig rechtfertigen kann, weil da gibt es vielleicht gar nichts zu rechtfertigen.
Miriam: Ja, vielleicht brauchen wir unser Verhalten auch oft gar nicht zu rechtfertigen, sondern tu es einfach und es ist voll gut, weil du entscheidest dich immer aus guten Gründen, irgendwas zu machen. Es ist gar nicht notwendig, das zu rechtfertigen. Nur rechtfertigen, wie gesagt, gehört eben einfach nicht zu den Techniken dazu. Also begründen, warum du irgendwas machst, bist oder so dieses, na, hast zwei, drei Kilo zugenommen im Lockdown.
Florian: Was soll ich denn da drauf sagen?
Miriam: Ja genau, kommen wir gleich zu. Kannst du was drauf sagen? Nur dieses, naja, weißt du, wir kochen halt im Moment relativ viel und das ist einfach nicht schlagfertig.
Florian: Sondern?
Miriam: Ist es nicht. Mein Mann sollte nicht mehr kochen, ja, ist auch noch ein anderer Schuld.
Florian: Das ist auch immer gut.
Miriam: Ja, also das ist das Rechtfertigen, das ist Begründen, das ist eine andere Technik, das ist nicht Schlagfertigen. Schlagfertigkeit bedeutet auch nicht jemanden verbal zu Boden zu schlagen, also jemanden niederzudonnern, das geht ja auch. Wir kennen ja solche Kaliber, die dann einfach draufkloppen, das ist ein No-Go, das ist nicht Schlagfertig. Das gehört nicht zur Technik, jemanden einfach mundtot zu machen. Schlagfertigkeit arbeitet so viel eleganter. Ich mag Florians Metapher da so gerne mit dem Tanz. Also wir lassen uns auf einen sehr eleganten Tanz mit unserem Gegenüber einverbal, der ein bisschen Witz hat und ein bisschen zwinkerndes Auge.
Florian: Weil das ist eine Erklärung, die wir für Kommunikation viel lieber verwenden als die älteren Metaphern. Also seit etlichen Jahren ist ja schon dieses Sender-Empfänger-Kommunikationsmodell eigentlich nicht mehr... Geht dann in Miris Kopf auf und sie versteht die. Das ist dieses typische Sender-Empfänger-Modell. Nur wie ist es denn wirklich? Wenn ich mit Miri anfange zu kommunizieren, dann sehe ich schon, oh, sie bewegt ihre Augen, während ich irgendwie was sage und umso mehr ich mit ihr in Kontakt komme, vielleicht sagt sie auch schon zwischendurch was, obwohl ich noch gar nicht fertig bin mit Senden. Und das ist eben diese Tanzgeschichte. Das ist ja viel mehr Interaktion. Ich nehme ja schon was wahr. Ich weiß ja schon.
Miriam: Oh, jetzt gibt's Körpersignal. Vielleicht unterbreche ich auch und frage irgendwas, was in Florians Welt gar nicht zum Thema gehört. Also diese einfache Art von hier ist eine Nachricht, hier ist ein Empfänger und es passt. Ja, wahrscheinlich hast du damit ja auch schon deine Erfahrungen.
Florian: Tolle Metaphern, also auch wenn du vielleicht schon mal was mit Schulz von Thun gemacht hast, mit diesen vier Ohren einer Botschaft, einer Nachricht, das sind interessante Metaphern, um was rauszufinden, nur auch im Kontext von Schlagfertigkeit, das ist ja Interaktion.
Miriam: So und dann gibt es noch ein No-Go und das ist jetzt aus Miris Welt. Es ist nichts im klassischen Rhetorik, NLP oder Kommunikationstraining verloren. Das möchte ich dir nur mit auf den Weg geben, weil das meiner Erfahrungswelt entspricht, die ich mit meiner vielschichtigen Kommunikation eben auch über die Jahrzehnte angesammelt habe. Ich habe auch ein No-Go bei Schlagfertigkeit auf Unflätigkeiten. Weil wenn jemand sowas sagt wie Arschloch, dann steige ich einfach aus. Also das ist nicht das Niveau von Unterhaltung, auf dem ich mich überhaupt bewegen möchte. Und das ist eine Entscheidung, die ich für mich getroffen habe. Das sind ja dann auch tatsächlich nicht die Menschen, mit denen ich Kaffee trinken gehen wollen würde oder wo ich was retten wollen würde oder wo ich meinen Geist strapazieren wollen würde, um irgendwie tolle poetische Schlagfertigkeiten mir auszugraben. Nö, also sozusagen da gibt es bei mir so eine Untergrenze. Menschen können auf anderen Ebenen ja auch Dinge sagen, die mich persönlich, vielleicht bei dir gar nicht, nur mich persönlich irgendwie beleidigend erfassen könnten oder wo ich mir sowas bauen könnte, wie Pienzigkeit, beleidigt sein, das persönlich nehmen, ja, das steckt ja so hinter, das sind so die Emotionen, die ich wahrnehme bei, da hätte ich mir mehr Schlagfertigkeit gewünscht. Und da setzen wir an heute. Also wir klammern mal diese Unflätigkeiten bitte aus. Da gibt es auch wunderbare Wege zu kontern oder zu reagieren drauf und die sind heute nicht unser Thema, weil das nicht schlagfertig ist in meiner Welt.
Körperhaltung, Blickkontakt und die Schweigeübung
Miriam: So, dann geht es jetzt los. Ich brauche ein bisschen mehr Fläche, weil ich dich da auch gleich schon ins Praktische holen möchte. Also das haben wir uns zumindest überlegt, dass es eben nicht nur die Theorie sein sollte, sondern jetzt bei der ersten Übung für Schlagfertigkeit kannst du direkt schon mitmachen, vor deinem Computer, so wie du da sitzt, wie du da stehst, was auch immer du gerade tust. Was hast du denn gelesen?
Florian: Uli hat geschrieben, wie gern hätte ich einen riesigen Klassiker-Zitatenschatz im Kopf, um damit mein Gegenüber niederzuzitieren. Niederzuzitieren. Niederzuzitieren klingt auch viel angenehmer als... Ach, Uli ist sowieso großartig.
Miriam: Hab ich eben Kerstin Diebenbach gesehen im Chat?
Florian: Ja, ja.
Miriam: Das ist doch wie DAX, oder? Was sind denn das für harte Erdbeeren? Ja. Wow. Okay. Sehr cool. Also, wir kommen auf die Körperhaltung. Bei schlagfertigen Menschen erleben wir eine besondere Art der Körperhaltung, die andere, die sich nicht so schlagfertig verhalten hätten bis jetzt, oft eben nicht zeigen. Und das darfst du bei dir selbst mal überprüfen, wenn du dich erinnerst an Situationen, wo du dir mehr Schlagfertigkeit gewünscht hättest oder vielleicht auch in Zukunft dir wünschst, weil da eben bestimmte Menschen involviert sind, die auf bestimmte Weise kommunizieren. Und die Menschen, die sich da besonders schlagfertig verhalten, bei denen stellen wir eins fest. Sie sind aufgerichtet. Also sie sitzen nicht so da oder so. Das ist nicht die Art. Gibt es auch, also es gibt immer Ausnahmen, nur das ist nicht die Art und Weise, wie die in den meisten Fällen auftreten, sondern wir erleben eine Aufrichtung, das heißt, setz dich mal gerade hin, wenn du sitzt, wenn du stehst, machst du eben stehen, nimm mal die Schultern nach hinten rückwärts so ein bisschen, also für die Damen heißt es, wir zeigen, was wir haben, für die Herren heißt es, da ist so eine Aufrichtung zu spüren. Meine Ballettlehrerin hat immer gesagt, ich darf mir vorstellen, als wäre hier oben so ein kleiner Seilzug und da könnte ich meinen Kopf einfach so ein bisschen nach oben ziehen, ohne dass sich mein Hintern vom Stuhl hebt. Also ich ziehe sozusagen ein bisschen am System und lasse dabei die Schultern nach unten. Also ich nehme die nicht mit, sondern die bleiben unten. Das ist aufrechte Haltung. Und was die auch tun zum Beispiel ist, die haben einen Blick in die Augen des anderen. Es gibt kein Ausweichen. Kein Thema bei uns beiden. Florian hat neulich ein Blinkerspiel mit, wie heißt der, Dings gemacht.
Florian: Mit Günther.
Miriam: Mit Günther, genau. Mega. Also es ist ein gutes Spiel, wenn du jemanden zu Hause hast, kannst du mal üben, Blickkontakt halten. Die ganze Zeit. Da ist jetzt, blinkern kannst du ruhig, nur grundsätzlich hältst du Blickkontakt.
Florian: Achso. Blinzeln geht.
Miriam: Blinzeln geht, nur Blickkontakt halten. Kannst auch ohne blinzeln, wenn du es kannst. Ja, Blickkontakt halten. So, jetzt ist das zu Hause vielleicht noch ganz okay. Der nächste Schritt dieser Übung wäre, aufrichten, Schultern runter, Kopf nach oben ziehen, im Rewe. beim Einkaufen oder im Real oder im Edeka. Völlig egal. Im Supermarkt mal den Blickkontakt zu jemandem aufnehmen, der gerade an der Gemüsetheke gegenüber sich, was weiß ich, Äpfel aussucht. Blickkontakt finden, halten. Ich weiß, das ist hart. Und es geht. Wenn du es üben möchtest, wenn du da mehr Standhaftigkeit, wenn du da mehr Stärke entwickeln möchtest, hey, das sind fremde Leute. Mit sehr viel Glück erzählen die danach zu Hause, heute habe ich irgendwie eine verrückte Frau im Supermarkt gesehen.
Florian: Die war crazy.
Miriam: Die hat mich angeguckt die ganze Zeit. Irgendwann habe ich dann weggeguckt. Ist ja okay. Stirbt ja keiner. Weißt du? Nur du kannst üben. Also übe einfach mal.
Florian: Wenn du lächeln würdest dabei, wäre es flirten.
Miriam: Kannst du auch machen. Geht auch. Blickkontakt halten. Beim Sprechen mit Menschen, die du triffst, Blickkontakt halten. Ganz wichtig. Üb das. Für manche ist das echt, wenn das mal ins Bewusstsein kommt, wie häufig die weggucken, wie häufig die diesem Blickkontakt ausweichen. Menschen, die schlagfertig sind, die gucken einen an, wenn die ihren Konter raustun. Ist so. So und jetzt kommt auch gleich dann der erste, das ist so eine Anfängerübung für Schlagfertigkeit und so Anfänger ist die gar nicht. Wenn du das im Supermarkt oder im Bus oder irgendwo anders an der Bushaltestelle hinbekommen hast mit dem Blickkontakt halten, dann bist du vorbereitet für die Übung in Schlagfertigkeit, die jetzt kommt. Da brauchst du nämlich nichts für sagen. Ja, wir können völlig wortfrei, können wir schlagfertig sein. Wir Menschen uns verhalten, so reden. Das ist großartig. Und zwar ist es Schweigen. Also wenn jemand etwas beleidigendes oder etwas kritisches zu dir sagt, wo du dich früher vielleicht persönlich angegriffen gefühlt hättest, guckst du ihm in die Augen und sagst nichts. Ich mache das sogar gerne mit so einer leichten Betroffenheit. Also ist so. Das bedeutet natürlich durchhalten. Weil da können einem fünf Sekunden vorkommen wie fünf Minuten und an 20 Sekunden ist noch niemand gestorben. Ich hab's ausprobiert. Also normalerweise sagt jemand was Beleidigendes und weiß das auch, da gehen wir von aus. Also demjenigen ist ja klar, dass er gerade Kritik geäußert hat. Und erwartet, da sind wir jetzt auch bei Schlagfertigkeit, erwartet natürlich was?
Florian: Ja, dass der andere hier Konter gibt, dass es jetzt rund geht.
Miriam: Klar, dass es jetzt rund geht oder dass derjenige sich zurückzieht oder anfängt sich zu rechtfertigen. Das sind die normalen Mustern, die Menschen dann so verfallen. Wenn du einfach schweigst und nichts sagst und denjenigen anguckst, Schritt eins. Schritt zwei ist, Augenbrauen hochziehen.
Florian: Weil hochgezogene Augenbrauen signalisieren eine Frage.
Miriam: Eine Frage. Und dann ist der andere am Start, um noch was zu sagen. Und das ist ein kleines Wunder, was dann passiert. Das ist ein kleines Wunder. Kannst einfach mal ausprobieren. Nicht sagen, Blickkontakt halten, Augenbrauen hochziehen. Warten, was der andere sagt. Weil lustigerweise, was so in 80, 90 Prozent der Fälle passiert, und ich habe es ausprobiert in, ich weiß nicht, 70 Fällen, 80 Fällen, 100 Fällen in meinem Leben schon, der andere fängt an sich zu rechtfertigen für das, was er gesagt hat. Das ist wirklich geil. Du hast ja im Lockdown auch ein paar Kilo zugenommen. Ja, du weißt schon, was ich meine. Das sieht ja jetzt nicht schlecht aus an dir. Ist mir nur aufgefallen. Ja, also ich ja auch. Ich habe auch zugenommen. Ganz viele haben zugenommen im Lockdown. Das ist total geil. Ich kann es mal machen. Es ist total witzig, was dann passiert. Und es bedeutet aushalten, aushalten können. Es ist ein mega cooles Experiment. Nochmal, ja, was wäre Worst Case? Derjenige fragt, wieso sagst du jetzt nichts? Dann kannst du es so machen. Das ist echt krass, was da passiert. Was soll ich denn dazu sagen? Also, das ist die erste und sehr einfache Übung, weil hierfür brauche ich weder eine große Kreativität noch eine Spontaneität. Wir liefern hier auf Facebook ja noch keine Practitioner-Ausbildung oder NLP-Ausbildung, sondern was wir hier tun, ist, dir möglichst praktikable, möglichst übbare, kommunikative Turns an die Hand zu geben. Und probieren geht über studieren. Also das zu wissen ist das eine, das zu machen ist das andere, das mal zu erfahren. Und ein Mensch, der beleidigende Kritik von sich gibt, ja gut, also wenn der mich dann nicht mag, weil ich irgendwas gesagt habe oder gemacht habe, scheinbar tat er das auch schon vorher nicht, deswegen, da mache ich mir gar keine Gedanken drüber. Denn die Menschen, mit denen ich gerne meine Zeit verbringe, und mit denen ich gerne abends was essen gehe oder einen Kaffee trinke, die machen das eh nicht. Das sind ja nicht die. Und mit den anderen kann ich doch so alles super gerne rumprobieren. Das sind doch die besten Versuchsobjekte. Mit Florian würde ich sowas nicht machen.
Florian: Und dann ist es eben auch, NLP ist etwas, was wir tun. Und dann geht es eben darum, vielleicht an der einen oder anderen Stelle die Komfortzone auch ein bisschen zu erweitern. Vielleicht ist es ja als erster Schritt so ganz kurz Blickkontakt mit jemandem aufzunehmen und das über die Zeit einfach ein bisschen zu steigern. Wenn wir umso weiter es in den Ausbildungen dann auch geht, gerade wenn es reingeht, dass wir lizenzierte Coaches auch ausbilden bei uns in der Akademie, dann haben wir noch ganz andere Aufgaben, die zwischendrin einfach zu erledigen sind, weil es ja immer um eine immer größere Flexibilität in der Kommunikation oder im Ausdruck eben geht, in der Kommunikation einmal verbal, vor allem auch nonverbal, also das, was wir über Gestik, über Mimik, über unsere Augen ausdrücken. An der einen oder anderen Stelle haben wir uns vielleicht was angewöhnt, was sich am Anfang noch seltsam anfühlt. Wenn ich mir so anschaue, wir haben ja zwei Jungs zu Hause, der eine zwölf, der andere acht. Der, der schon besser flirten kann, ist der Achtjährige. Und der flirtet mit seinen acht Jahren alles an, was da draußen nicht bei drei auf dem Baum ist.
Miriam: Und mit einer Selbstverständlichkeit, mit einem, also da ist diese Hemmschwelle nicht drin von, oh je, wenn ich jetzt das sage, wenn ich jetzt das sage, da könnt ihr, das könnt ihr ja so, wirklich Kindergehirne sind so wundervoll, so gerade raus. Und nochmal, das ist das, was wir dir mitgeben können für, das ist die erste Übung, ist die einfachste Übung, auch wenn sie am Ende des Tages tatsächlich so ein bisschen dieses Haltevermögen fordert. Also lass dich einfach drauf ein. Während du den Blickkontakt hältst, kannst du ja an Ibiza denken. Hauptsache die Augenbrauen sind oben.
Florian: Weil das eben die Frage signalisiert. Also tatsächlich ist es dann eben kein verbales, bitte was, sondern es ist eben ein...
Miriam: Und übrigens, je öfter du das machst, also das artet ja fast aus, nein, pass auf, desto mehr arbeitest du mit deinem Gesicht. Also wie gesagt, ich kann ja sogar dieses Rehchen kann ich mit reinspielen.
Florian: Ja, du kannst, das geht bei dir.
Miriam: Nee, das geht bei dir nicht.
Florian: Ja.
Miriam: Aber sowas Erschrockenes kannst du auch, das kannst du, ja genau, das kannst du super. Ja, also da kannst du einfach ein bisschen, vielleicht sogar mal vom Spiegel rum probieren. Und das ist eine Schweigeübung.
Florian: So wie wir bei Menschen, die gerne Töne machen, eben auch das eine oder andere Puh, Mh, So geht, das geht eben auch mit dem Gesicht. Vor dem Spiegel üben.
Miriam: Florian, was ist denn mit dir, sag mal? Hast du Eisprung? Das ist ein, das ist ein, das ist ein Alters, ohne Freigabe ging es hier. So.
Florian: Wenn wir uns so lange in die Augen schauen.
Miriam: Werden die auch irgendwann trocken? Boah. Naja, ne? Schlagfertigkeit.
Florian: Schlagfertigkeit, ne? Habe ich eine gewischt bekommen.
Miriam: Wobei ich bei Florian weiß, also ich weiß, worauf ich mich da einlasse, weil die Rückrunde naht.
Metaphern umdrehen und überraschend Recht geben
Miriam: So, dann kommen wir zur ersten verbalen Übung und vielleicht können wir die sogar ein bisschen in den Chat ziehen. Es ist ja hier in der Gruppe immer fantastisch, wenn ihr da anfangt, direkt mitzuarbeiten, dadurch, dass du was eintippst und dich vielleicht sogar beteiligst, mal was probierst. Weil hier ist ein geschützter Raum. Hier ist nicht Facebook, sondern hier ist unsere Gruppe und das, was hier steht, ist immer kontextgebunden an unser Video und das Video bleibt ja auch nicht für ewig hier drin stehen. Das heißt, du kannst einfach mal üben und beim Üben, wir werden jetzt Sätze bringen, wo du wirklich auch mal was ausprobieren kannst. Das ist der erste verbale Hack sozusagen für Schlagfertigkeit und der macht so einen Spaß, dass wir, wenn du das ein bisschen übst, da ist, das ist echt, das ist ziemlich einfach, ein bisschen üben, vielleicht sogar zu Hause, ich sag dir gleich mal wie, mit Absicht anders oder falsch verstehen oder genau hinhören. Es geht beides, zahlt auch aufs gleiche Ding ein, weil das Ergebnis ist, der andere darf sich dabei dann völlig missverstanden fühlen, obwohl wir das abnehmen, was er gesagt hat. Und das macht einen riesen Spaß. Ich sage mal als Beispiel, weil viele Beleidigungen eben zwei Seiten haben und es ist Auslegungssache, wie wir es nehmen. Das ist so, da könnte auch was Positives drin versteckt sein und das nehmen wir dann eher an. Mir hat mal jemand gesagt, du bist eine ganz schöne Zicke. Und da fällt mir, wenn ich Zicke höre, Zicke, das ist ja ein Tier, das ist eine Ziege, ja, da fällt mir sofort als Kind diese Heidi-Filme ein, da sind diese Zicklein unglaublich süß und liebevoll besetzt, die da auf die Alm getrieben werden, das habe ich dann gesagt, boah, da erinnerst du mich an die Heidi-Filme, die habe ich als Kind so geliebt, da erinnere ich mich gerade dran. Also das ist möglich, das einfach um diese Achse zu drehen. Das jetzt so als Beispiel. Also das, was ursprünglich als ein Schimpfwort gedacht ist, mit voller Absicht falsch verstehen, um es dann auch noch positiv zu werten. Das ist schon, und es ist nicht schwer, weil eine Ziege, eine Kuh, ein Schwein, das sind alles Tiere, die unfassbar gute Eigenschaften auch haben und wo wir das ganz einfach machen könnten. Können wir einfach mal probieren mit dem Satz und da dürft ihr jetzt gerne im Chat dann was zu schreiben. Ich sag mal nicht, was ich machen würde, sondern ich gebe euch den jetzt einfach mal, da würde jetzt jemand stehen und würde so was sagen wie, du bist vielleicht eine Pfeife. Und dann kannst du mal daran rumprobieren. Also was könntest du denn daraus Positives machen aus diesem Begriff und dem Bild der Pfeife? Und da gibt es, das ist ja lustig, eine Pfeife kann so vieles sein. Also an was denkst du zuerst, was ist es vielleicht noch, was sind die guten Eigenschaften von dem an was du denkst und die dann auf dich beziehen. Das ist wirklich großartig. Ich hatte das mal tatsächlich in meinem alten Fernsehkaufhaus, als ich dann schon länger NLP praktizierte, da meine Erfolgssteigerung hatte und dementsprechend noch einfacher gut gelaunt war. Und dann kam irgendwann mal ein Kollege und sah mich wieder mal fröhlich ins Studio traben und dann sagte er, ey Miriam, du lebst auch auf einem ganz anderen Planeten. Es ist cool, wie schnell das Gehirn da trainiert ist. Das war bei mir sofort dieses Jahr. Gott sei Dank. Sehr schön da. Ich habe noch Plätze frei. Und dann ist das auch erledigt. Also natürlich, ich nehme das an sozusagen. Das ist überhaupt nicht dramatisch. So ein eigener Miri-Planet. Da kann ich mich reinspinnen. Da könnte ich ein ganzes Buch drüber schreiben. Planet Miri. Um was es da alles Tolles gibt.
Florian: Mirion dachte ich oder so.
Miriam: Mirion, ist auch gut. So einen eigenen Planeten zu haben, ist nicht verkehrt. Manche wollen eine eigene Insel, ist viel zu wenig für mich. Nehme ich lieber gleich den ganzen Planeten. Also nur nochmal so in dieses, was sagt da jemand genau? Und ich spiele die Metapher sozusagen zurück, die da drin ist. Ist ja eine Metapher, die da kommt. Weil de facto, also rein organisch, biologisch, bin ich nun mal keine Ziege.
Florian: Auch keine Pfeife.
Miriam: Das stimmt. Schon gar nicht. Gibt es da schon was? Ja? Oh, wie cool. Was haben wir denn? Guck mal, Alexandra, sehr schön. Ich liebe Musik. Dann passt es ja. Großartig. Ja, genau. Ich bin Pfeifenweltmeister. Sehr gut. Ja, genau. Automatisch duftend und beruhigend. Stimmt. Genau. Exakt so. Meine Güte. Das erinnert mich an einen Opa, Pfeifer rauchend am Klavier sitzt und roch so gut. Fantastisch. Und was tust du damit? Du reagierst ziemlich überraschend für den anderen. Weil wenn jemand diese Art der Redewendung verwendet, dann hat er ja, und das wissen wir alle, wir sind ja nicht doof, hat er damit ja eine bestimmte Absicht und damit gibt es eine Erwartungshaltung bei ihm in deine Reaktion. Also, super, das ist krass. Ich habe Gänsehaut, Leute, das hätte ich nicht erwartet. Guck mal, hier brauche ich dich mit auf die Hundewiese zu nehmen. Super. Lieber eine Pfeife als ganz unmusikalisch. Genau. Pfeifenschrank meines Vaters. Ja, ein schönes Bild zurückspielen. Voll gut. Wir brauchen da, und wenn du dabei entspannt bist auch noch, wenn da noch so eine Grundhaltung drin ist von, boah, ja, ich erinnere mich an den Pfeifenschrank von meinem Großvater.
Florian: Da sind wir dann in was drin, was wir im NLP an anderer Stelle ja auch schon nutzen, weil es ein absoluter Musterunterbrecher ist. Wahnsinn! Da wartet jemand jetzt, das Gegenüber wartet irgendwie drauf, dass wir jetzt in einen Konflikt einsteigen oder dass es jetzt hoch hergeht plötzlich und dann kommt so ein schönes Bild und plötzlich bist du vielleicht an einem ganz anderen Ort und plötzlich ist es irgendwie, was eben noch war, puh. Wie passt das da jetzt rein in das, was wir eben hatten? Und dann öffnet sich so ein kurzer Moment von Verwirrung oder von Unsicherheit und das ist natürlich dann vielleicht auch die Gelegenheit, dass ich was ändern darf jetzt.
Miriam: Genau. Also dieses Annehmen, das hatten wir ja auch schon, als wir unseren Impro-Workshop online gemacht haben. Das war ja Sinn und Zweck der Übung, das anzunehmen, was da kommt und was Schönes draus zu machen und zurück zu zaubern. Zaubersprache. Da fängt die Zaubersprache an, richtig spannend und toll zu werden. Und das ist eben die erste Technik. Was ist da schon wieder? Welche Pfeife meinst du genau? Trillerpfeife, Orgelpfeife? Leute! Jawollo! Wir brauchen das Training gar nicht heute, merke ich gerade. Voll gut! Und wie schön für alle, die das vielleicht heute Nacht oder morgen noch gucken und eure vielen Beispiele lesen können, das wäre fast schon ein Blogpost für Tipps für, wie funktioniert Schlagfertigkeit in der Sprache. Können wir ja gleich einen nächsten praktischen Tipp machen, oder? Ja, machen wir Spaß dran. Also. Das ist das überraschende Rechtgeben. Also hier nehmen wir nicht die Metapher auf und verstehen die falsch, sondern wir geben Recht und drehen es dabei um. Das kommt so ein bisschen darauf an, was der andere da von sich gibt, wenn es eben keine Metapher ist, sondern wenn es eine direkte kritisierende Beleidigung wäre. Da ist mir ein tolles Beispiel eingefallen, das ich mit Florian mal erlebt habe. Ich gehe da anders mit um als Florian und beides zahlt aufs gleiche Konto. Das ist so dieser klassische Mythos über das NLP. Und manche Menschen sagen uns das dann voller Sorge, manchmal auch tatsächlich kritisierend beleidigend. NLP ist hochgradig manipulativ. Und dann mache ich sowas. Ja, stimmt.
Florian: Bei mir ist es eher dann ein... Entschuldigung, manipulierst du mich da gerade?
Miriam: Also es geht auch. Wir nehmen den Ball an, der da kommt und spielen den sozusagen dann in etwas veränderter Form wieder zurück, nur es ist ein Recht geben. Also wir geben dem anderen Recht. Auch damit rechnet jemand, der etwas Beleidigungs-Kritisierendes formuliert, natürlich nicht. Sondern mit was rechnen diese Leute immer? Entweder mit dem Ausraster oder mit Rechtfertigung. Und du tust es einfach nicht. Du lässt es. Was du machst ist, du machst was Überraschendes. Mit deiner Sprache, mit deiner ganzen Reaktion darauf. Und das ist die schnellste Art übrigens, sowas zu beenden und tatsächlich nimmt dann auch dadurch, das sind ja meist so die gleichen Leute, die sowas bringen, die gerne mal so nachpiksen, bohren, kritisieren, was Persönliches auch sagen. Du wirst dich wundern, wie schnell du die los bist. Mittlerweile ist es so, dass ich in meinem Umfeld jetzt so, also nicht Freunde und Bekannte, sondern was so da drum rum wuselt, da warte ich regelrecht drauf, dass mal wieder einer was beleidigen. Das sagt, dass ich üben kann. Nur machen die gar nicht mehr, weil die erleben das zweimal bei dir und dann haben die keinen Bock mehr. Dann ist das auch im Unterbewusstsein schon abgelegt. Bei Florian lohnt sich das nicht, so eine Attacke zu fahren. Das führt im Zweifel höchstens dazu, dass ich dämlich dastehe. Deswegen lasse ich's. Also das ist ja das, was dann passiert. Das ist der coole Effekt, also ein Sidekick davon. Das kannst du einfach mal probieren, dass etwas, was zum Beispiel im Bereich dieser persönlichen Kritik liegt oder dessen, was du machst, dass das eben ein Recht geben ist an der Stelle. Ja, also es funktioniert. Weil manipulieren, also wenn Menschen wirklich imstande wären, andere total zu manipulieren, wäre das ja schon irgendwie cool.
Verschwurbelte Zitate, Unfug und das große Verwirren
Miriam: So, dann kommen wir zur nächsten praktischen Idee und da kannst du jetzt gleich wieder aktiv mitmachen. Und zwar ist das tatsächlich etwas für die, die schon mehr Mut gesammelt haben oder das irgendwann spüren, morgen, übermorgen, wenn du ein paar Tage lang trainiert hast, bewusst in diesen schlagfertigen Modus zu wechseln, statt zu diskutieren. Das ist übrigens toll. Über diskutieren habe ich einen langen Blogpost geschrieben, den gibt es auf unserer Seite www.kontext-denken.de. Weil, was du ja vielleicht schon mal festgestellt hast, ist, wenn wir sowas dann in der Diskussion ausarten lassen, also jemand sagt was Beleidigendes, sowas eben wie, boah, du hast dem Lockdown ganz schön zugenommen und ich würde dann anfangen, mich zu rechtfertigen, meinen Körper zu rechtfertigen, mein Essverhalten zu rechtfertigen, den Schuldigen zu finden, nämlich in dem Fall meinen Mann, der das Kochen übernommen hat und mit viel zu viel Fett und viel zu viel Fleisch kocht und dann gibt es Diskussionen darüber und Diskussionen führen vermutlich nie zu Einigungen. Das ist ein Schlagabtausch von Gegenargumenten. Von der eine sieht die Sache so, der andere sieht die Sache so. Und in meinem Leben ist es noch nie passiert, dass jemand mir die Füße geküsst hat nach einer Diskussion und gesagt hat, jetzt wo du das alles gesagt hast, jetzt habe ich die Weisheit verstanden. Warum habe ich dich nicht schon früher gefragt? Du mein Gott. Also das ist wirklich toll, was du gesagt hast. Jetzt ändere ich mein Leben, jetzt werde ich katholisch. Ist mir noch nie passiert. Noch nie in meinem ganzen Leben. Das ist ein anderes Thema, das können wir irgendwann anders mal spielen, dieses Überzeugung, überzeugender wirken für Menschen. Nur mit Diskussionen habe ich es noch nie geschafft. Also, wenn wir eine Diskussion vermeiden wollten, und da sind wir beim Wozu. Weil wozu würdest du das machen wollen, Schlagfertigkeit trainieren? Wozu ist es gut?
Florian: Vielleicht um jemandem einen Konter zu geben, wo man sagt, ich möchte das anders haben. Ich möchte auch gehobenen Hauptes und mit breiten Schultern aus so einer Diskussion rausgehen.
Miriam: Oder gar keine Diskussion haben. Weil im Zweifel ist so eine Diskussion tatsächlich auch schon im Keim erstickt. So, deswegen, wir kommen jetzt zu etwas fort, das ist sozusagen ein Tipp, den hatte ich mir im Grunde so als Bonusmaterial aufgehoben. Jetzt haben wir genug Zeit, weil ihr so schnell seid. Nur das ist so ein bisschen dieses, also traust du dich das jetzt schon, ja? Das ist mit unsinnigen und verrückten Zitaten, Konter.
Florian: Jetzt sind wir fast bei der Zitatensammlung. Bloß eine, die nicht zum Thema gehört.
Miriam: Genau, Uli. Also es wäre wirklich Kauderwelsch sozusagen, den du von dir gibst, so dass das andere Gehirn, und da erzeugen wir wirklich was super Spannendes, das andere Gehirn wie in so einem Vakuum fällt. Also so ein... Was? Weil die Reaktion so absolut überhaupt nicht passt zu dem, was da gerade gesagt wurde. Also als Beispiel, das ist mein Lieblingszitat übrigens, ich gebe euch das Preis, ich schenke euch das sozusagen, dürft ihr jetzt mitnotieren. Wenn jemand zu mir käme und würde sowas sagen wie, du bist immer so nervig, wenn es nicht nach deinem Kopf geht, dann sage ich, ja, dort wo die Sonne nicht scheint, gibt es auch keinen Schatten. Und dann ist beim anderen sowas wie, Da siehst du fast so ein Schielen, weil da so irgendwie Datenautobahnen festsitzen auf einmal. Das ist wie so ein Bug ins System spielen. So, was? Und es kann sein, dass derjenige danach so was denken würde wie, oh, die ist ja crazy.
Florian: Was ist da denn eben passiert?
Miriam: Ja, genau. Was ist mit der? Hat die getrunken? Welche Pillen nimmt die? Und hey, wäre mir auch egal. Also ist mir tatsächlich egal. Wie gesagt, das ist schon was für die Fortgeschrittene. Ich habe große Freude mit dem Gesichtsausdruck, der direkt dann entsteht, wenn ich sowas mache. Ich weiß nicht, ob ihr solche Zitate habt auf Anhieb. Das sind so Sprichworte, die im Grunde auch nichts sagen. Also die wir uns auch schenken könnten. So, wer oben schwimmt, schwimmt oben. Also die so wie leere Luft verpuffen. Wir können auch mit echten Zitaten arbeiten, das geht, dann würde ich die nur so crazy wie möglich auswählen. Ich habe so ein paar in der Westentasche davon, da habe ich gleich ein anderes Beispiel. Nur erstmal würde ich mit so Zitaten, die schlau klingen und die nichts sagen. Wenn du da was findest, Aphorismensammlungen im Internet gehen da oder manche haben Bücher zu Hause mit so wichtigen Zitaten, da sind immer welche dabei. Wenn du die liest, dann fragst du dich mit Fug und Recht, was wollte derjenige denn sagen. gerade. So, hä? Das sind die, die wir brauchen. Das ist die Qualität, wenn dein Gehirn sowas macht wie, hä? Das ist die Qualität von Zitat, die wir brauchen zum Kontern, zum Schlagfertig-Kontern auf irgendwie so komische Aussagen. Das wäre dann, wenn wir in so crazy Zitate kommen, also so ... So völlig übergewichtige, die viel zu episch, viel zu, ja, habt ihr da was? Ah ja, genau, kommt ein Mann um die Ecke, ist der Bus weg. Genau, sowas, ja, richtig, ganz genau. Oder Tautologien, genau wie dieses, wir umschwimmen um, oder, warte mal, da ist jetzt sonst noch nichts. Ja, manchmal auch den Wind oder den Sturm. Ja, genau, also mit sowas kann ich spielen, mit so großen Worten, ja. So wie das Wetter, das abhängig ist vom Wind oder vom Sturm. Genau, und dann macht Florians Gehirn sowas wie, was? Also, ja. Das ist wie gesagt die eine Möglichkeit. Damit verwirren wir das Gehirn des anderen so, dass meist der Rest der Nummer dann auch schon gelaufen ist. Und ich brauche gar nicht zu rechtfertigen oder irgendwas zu sagen. Es ist schön, ich habe mein Amüsement gehabt. Wenn ich in die epischere Nummer gehen möchte, wenn ich also antworten wollen würde bei so einer Geschichte wie im Straßenverkehr, da gibt es ja manchmal so Raudis, die im Straßenverkehr dann auch rumbrüllen und Schimpfworte brüllen, nur weil ich irgendwie nicht gleich den ersten Gang reinbekommen habe an der Ampel oder so. Da wäre dann sowas wie, ey, du fährst Auto wie eine Blindschleiche. Mein Sohn, warum birgst du so bang dein Gesicht? Siehst Vater du den Erlkönig nicht? Und weiterfahren. Dahinter lässt du Spuren. Wirklich.
Florian: Spuren der Verwunderung.
Miriam: Also ich schimpfe nicht zurück. Ich übe Goethe.
Florian: Weil am Anfang ist es ja auch erstmal wichtig, dass du was sagst. Also dass du tatsächlich in die Aktion reinkommst. Und wenn sowas ist wie der Kopf ist dicker als der Hals. Ja, das ist halt.
Miriam: Ein Spiel dauert 90 Minuten ist auch so gut. Wobei, das schon wieder, das geht so in dieses am Arsch vorbei. Also da wäre ich vorsichtig. Es wären eher wirklich so Zitate, die in ihrer Harmlosigkeit und ihrer Verschwurbelung einfach funktionieren.
Florian: Weil dann sind wir wieder bei dem dabei, dass eben, wenn jemand das profimäßig betreibt, als Comedian zum Beispiel, und regelmäßig mit anderen Menschen sich in Wortgefechte hineinbegibt, in den Schlagfertigkeitsaustausch, dann gibt's eben so bestimmte Sachen, auf die er oder sie immer wieder zurückfallen kann. Und eine Variante wäre eben sowas.
Miriam: Du würdest die, die jetzt im Chat stehen, einfach alle nacheinander auswendig lernen. Mit ihnen trinke ich am liebsten, nachts ist es kälter als draußen, der Kopf ist dicker als der Hals oder auch ein Spiel hat 90 Minuten und das Runde muss ins Eckige. Das fällt mir dazu ein. Da geht nichts mehr.
Florian: Dann starten wir und der Fachbegriff, wir erklären ihn im Practitioner, ist eine trans-derivationale Suche.
Miriam: Eine Suche nach dem Sinn. Cool. Also es ist ganz so, da darfst du sozusagen so ein bisschen die, wie heißt denn das dann, ausprobieren. Mal ausprobieren bei Menschen, mit denen du eh nicht Kaffee trinken gehen würdest. Ja, oder dann für die ganz Fortgeschrittenen wirklich ganz, ganz großen Unfug erzählen mit dem Brustton der Überzeugung. Sowas, was fast schon ins Wahnsinnige läuft. Also so, wo die Edge zum Wahnsinn nur ein bisschen dabei ist, nur dabei sehr entspannt bleiben. Also wir brauchen keine schauspielerische Meisterleistung, sondern du kannst das ganz normal sagen. Nur der Inhalt ist tatsächlich so, dass das gegenüberliegende Gehirn sowas machen würde wie, uiuiui, also das sind jetzt vielleicht nicht die Maßnahmen für den Teamchef, sondern das ist tatsächlich eher so im Kontext. Und auch da, wenn jemand wirklich beleidigend kritisierend wird, hätte ich da wenig Hemmungen. Und das kannst du für dich immer noch am besten entscheiden. Wir sind hier unter Menschen und deine Intuition, die hilft dir, auf dich ist Verlass. Wenn jemand sowas sagen würde, oh Mann, du machst alles kaputt, was du in die Finger bekommst. Und es ist wichtig, den mitzunehmen, ne? So ein, HA! Ich hab eben hinter dir ein UFO längs fliegen sehen. Ich hab das schon gemacht. Im Café. Bei so zwei Kerlen, die wirklich aufs Übelste rumgeflirtet haben mit Frauen. Also die, ähm, die ich dreimal dabei erwischt hatte und nur darauf gewartet hab, dass die zu mir was sagen.
Florian: Und dann?
Miriam: Hab ich das gemacht.
Florian: Und dann?
Miriam: Das war, warum guckst du so, Kampflesbe? HA! Oh mein Gott, ich hab hinter dir ein UFO eben... Ach, meine Güte. Boah, warte mal. und weiter essen. Eis, Cappuccino. Also es geht. Da ist sicherlich meine Theaterkarriere, die ich hinter mir habe, meine Schauspielerausbildung, auch dieser unfassbar unbändige, fast kindliche Wille zum Experimentieren mit Sprache, der kommt mir sehr zugute. Weil selbst wenn die dann sowas denken würden wie, die ist ja gefährlich. Ja, genau, sehr gut. Ja, kann nicht sein. Sind es Menschen, mit denen ich zu tun haben möchte? Sind es Menschen, mit denen ich mein Eis essen möchte? Sind es Menschen, von denen ich möchte, dass sie mich nochmal ansprechen? Auch nicht. Wenn ich all diese Faktoren sozusagen durchgewunken habe, dann gibt es bei mir gar kein Zurücken mehr.
Florian: Dann sind sie gut für Komforttonenübungen. Und bei allen anderen, wenn du tatsächlich so in die Kommunikation reingehen möchtest, manchmal ist das ja tatsächlich auch der Auftakt für eine Kommunikation. Also für manche Menschen suchen eben ganz seltsamen Kontakt zu anderen Menschen. Und dann greifen die anderen Tipps an der Stelle, dass du ihnen vielleicht einfach mal kurz recht gibst und die dann selber umfallen vor, oh sorry, sowas ist gar nicht gemeint.
Üben in kleinen Schritten: rein in die echte Welt
Miriam: Das kann nämlich tatsächlich passieren. Also es sind die klassischen Reaktionen auf so einen sogenannten Musterunterbrecher. Also dass da sowas passiert. Und das ist ein bisschen Übungssache, weil tatsächlich greifen schlagfertig redende Menschen auf genau sowas zurück. Also sind die immer gleichen Muster, die die benutzen, die hören sehr genau zu, die schauen sehr genau hin und dann, je mehr du es übst, du kennst es vielleicht vom, ich sag mal, wenn jemand ein Musikinstrument von euch spielt oder wenn jemand eine Sportart besonders gut kann oder mal konnte. oder wenn Autofahren. Autofahren, die meisten hier in der Gruppe werden wahrscheinlich einen Führerschein haben und Autofahren. Da wissen wir ja, dass am Anfang, als wir angefangen haben damit, das zu tun, dass es da so eine Art Überlastung gab von, oh je, da ist die Kupplung, die Gangschaltung, der Schulterblick, die Bremse und auch noch der Fahrlehrer, der irgendwas sagt, die völlig ungewohnten Geschwindigkeiten. Was eine Unverschämtheit ist bei der ersten Fahrstunde, finde ich, dass sie das in der echten Straße machen. Gut, ich war in einem Industriegebiet, wo kaum einer gefahren ist. So zwei, drei Autos waren da. Die waren genug, weil so ein heute nach ich weiß nicht wie vielen Jahren Autofahren. Denke ich ja gar nicht mehr darüber nach, wo die Kupplung ist, die Bremse, sondern ich esse ein Croissant, höre einen Podcast und denke schon darüber nach, wo ich hinfahre und was ich da als nächstes zu erledigen habe. Crazy, oder? Also unser Gehirn verarbeitet sowas oder prozessiert so ein Lernen relativ flott, so einen komplexen Vorgang wie Autofahren und macht es zu einer intuitiven Handlung.
Florian: Deswegen können wir es in Kleinigkeiten zerlegen. Also da, wo wir dann später vielleicht mal eine gesamte Strecke haben möchten von einer bestimmten neuen Fähigkeit, geht es eben am Anfang vielleicht darum, diese kleinen Teile zu üben. Also erstmal zu üben, den Augenkontakt zu halten, auch wenn was gerade seltsam oder ungewohnt ist. Vielleicht das mit Freunden und Bekannten zu üben, also erstmal ein bisschen länger Augenkontakt, dann irgendwann mal im Supermarkt einfach den Augenkontakt mit jemandem aufzunehmen, um einfach zu erleben, du lebst trotzdem weiter.
Miriam: und der andere auch, by the way. Also an sowas ist, glaube ich, an sowas ist noch nie einer gestorben. Gibt es andere Geschichten. Ich weiß nicht, ob sich schon Menschen zu Tode diskutiert haben oder gerechtfertigt. Das kann schon sein. Nur das wäre sozusagen eine Idee von, da fängst du an zu üben. Und es geht in kleinen Schritten. Wir haben dir heute quasi einen regelrechten Plan serviert, nach dem du vorgehen könntest, wenn du die Fähigkeit des Rechtfertigens weiter ausbauen und noch weiter kultivieren wollen würdest. Ich finde, dass sie zu den witzigsten Anwendungen von Zaubersprache gehört, nach wie vor. Es gäbe noch so acht bis zwölf weitere Möglichkeiten, die dieses Spaß haben beim Kontern auszubauen. Und wir haben dir die ausgewählt, von denen wir glauben, dass sie einfach am schnellsten eintrainierbar sind. Und was wir dir, also es kommt jetzt, ich habe ja vorhin gesagt, ich gebe dir auch noch eine Übung für zu Hause alleine. Grundsätzlich finden wir beide, dass Sprache zu Hause alleine üben so... ihre Grenzen hat. Also mal Mimik und Gestik vom Spiegel abzunehmen, super. Das ist auch, wir hatten ja vorgestern unser Training am Mittwoch mit Vocal Coaching. Da halten wir es für deutlich sinnvoll, dass jemand seine neue Haltung für so eine Sprecherhaltung, eine Kopfhaltung, die vom Spiegel auch mal kontrolliert und für sich alleine übt. Wenn es um Interaktion geht, also zu kontern, empfehlen wir dir dringend die Übungen so schnell wie möglich nach draußen und in die Menschen hineinzuziehen. Was du tun kannst, um zum Beispiel sowas wie dieses Metaphernumdrehen zu machen, also mit der Pfeife, die wir eben hatten oder mit, du lebst ja auch auf einem anderen Planeten, dass du dir da einfach mal so ein paar beleidigende Metaphern aufnotierst und dann auf der anderen Seite eben die Umdrehungen davon hinschreibst, also die guten Sachen von diesen Worten, die da benutzt werden. Das ist eine schöne Übung, genauso wie eben auch Beschimpfungen oder wie du so Zitate dir mal sammeln kannst. die dir leichtfallen, wo du dir so, es reichen ja zwei Stück, zwei Zitate kannst du auswendig, hast du schon genug, weil so häufig kommt es ja jetzt auch nicht vor. Wenn es jetzt so häufig bei dir vorkommen würde, dass Menschen am Tag irgendwas, dann gibt es eine andere Thematik. Und du hast ganz viel Übung, genau. Du hast ganz viel Übung. Also das ist einfach das, was wir jetzt so von uns aus da liefern wollen heute.
Florian: Also als Kleinigkeit, weil alles andere dann natürlich auch, dann hat es was damit zu tun, wie entspannt bist du, wie kannst du mit bestimmten anderen Sachen umgehen, wie kannst du so Ressourcen, wie zum Beispiel einen Mut, den du ja in bestimmten anderen Situationen schon gespürt hast, in so eine Situation auch mit hineinziehen.
Miriam: Genau, das ist auch ein megaschönes Format. Also das, wie gesagt, ist dann ein NLP, was einfach sehr viel aufwendiger wäre und deswegen ist es ja auch kein Practitioner-Seminar, sondern es ist eine NLP-Practitioner-Ausbildung, weil wir eben wirklich zehn volle Tage mit den Menschen ganz intensiv Techniken, Formate, Transformation üben in der Sprache, damit dann am Ende eine ganz präzise, klare Form von Kommunikation entsteht und die Schlagfertigkeit ist so ein kleiner, schöner Bereich da drin, den ich übrigens sehr liebe und ja, ich habe mir das Thema überlegt, weil ich Bock hatte.
Florian: Bock, Bock. Also geht's doch wieder. Ich frage mich, wer von uns Eisprung hat.
Miriam: Hab ich das eben gesagt? Okay, es wird Zeit, dieses Live zu beenden. Wir danken euch. Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.