Miriam startet mit einer Ansage: Dieses Jahr macht sie keine Ziele. Kein Ziel, Punkt. Zwei Wochen vor den Ziele-Boost-Tagen ist das ein kleiner Skandal — und der Aufhänger für einen Podcast, der den Gaul ausnahmsweise von hinten aufzäumt. Bevor du auf 2021 blickst, setz dich erst einmal hin und frag dich: Was war 2020 eigentlich wichtig? Was nimmst du im goldenen Rucksack mit?
Kein Ziele-Podcast — sondern ein Rückblick
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.
Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Miriam: Ich mache keine Ziele dieses Jahr, Punkt.
Florian: Wieso kommst du denn jetzt da drauf?
Miriam: Ich verweigere.
Florian: Du verweigerst eine Zielmachung.
Miriam: Nein, natürlich tue ich das nicht. Pass auf, wir machen das heute mal anders. Wir zäumen den Gaul mal von der Rückseite auf.
Florian: Ja.
Miriam: In unserem letzten Podcast, das ist ja immer so ein Spaß-Podcast, den wir Ende des Jahres machen.
Florian: Das war der Podcast zu, welche Fragen werden Miriam auf Social Media gestellt, das heißt ganz viele unterschiedliche Fragen und Ideen.
Miriam: Kannst ja mal reinhören. Bist du schwanger bis zu, welche Farbe hat dein Nagellack, irgendwie alles dabei. Und dann hat Florian am Ende dieser Folge mich gefragt, welche Fragen hättest du denn gerne mal, die dir gestellt werden würden. Und da habe ich dann... So zehn Fragen mal ausformuliert, über die ich mich freuen würde, wenn es mir mal einer stellen würde von meinen Followern, Hörern, wie auch immer. Und stell dir vor, was passiert. Jeden Morgen bekomme ich von meiner Namensvetterin Miriam eine dieser Fragen jetzt gestellt auf Facebook. Und das ist so cool. Miriam, du bist großartig. Also wirklich jetzt. Und ich antworte da drauf. Und da kam es dann auch zu einem kleinen Scharmützel, weil sie auch schon ein bisschen was kann im NLP und hat so ein bisschen Meta-Modell mit mir gespielt. Das ist ja auch in Ordnung.
Florian: Also eine Frage konkretisiert oder eine Antwort von dir konkretisiert, was du genau meinst.
Miriam: Bis dahin hatte sie meine Antworten einfach stehen lassen. Ich bin einfach in einen meditativen Flow gegangen und habe so aus der Seele geschrieben und dann fing sie an, irgendwie da so rein zu brödeln. Und dann...
Florian: Und dann hat sie mal aus dem, was du geschrieben hast, ein tatsächliches Ziel gemacht.
Miriam: Ich wollte sie so eine Art Zielformulierung haben, nur die Frage zielte nicht auf Ziel, sondern die Frage zielt auf, was würde ich gerne mal können im Leben. Und klar könnte ich da jetzt auch ein wohlgeformtes Ziel draus basteln, im Sinne des NLP, nur mir ging es erstmal darum, rauszufriemeln, was ich überhaupt gerne können wollen würde. Können ist ein Verb, das sich bewegt, also ging es um, was sich bewegt, einen Prozess erstmal. Und dann habe ich das so gemacht und dann, wie gesagt, gab es dieses kleine Scharmützel und dann habe ich für mich so entschieden, weißt du was, mir doch jetzt egal, dieses Jahr mal keine Ziele.
Florian: Das ist nicht so schlau, weil am Mitte Januar geben wir ein Seminar zu Ziele für 2021 und da wollen wir zwei Tage lang remote drüber sprechen, welche Ziele haben wir denn?
Miriam: Du, wir arbeiten mit den Leuten, die sich da anmelden, intensiv an ihren Zielen. Ich hätte fast fucking Ziele gesagt, nur es ist eben so.
Florian: Ja.
Miriam: Also wir, das sind zwei richtig intensive Tage, damit dieses Jahr Fahrt aufnehmen kann Richtung Erfolg.
Florian: So, da kannst du jetzt nicht zwei Wochen vorher im Podcast sagen, dass du dieses Jahr keine Ziele machst. Nein. Finde ich jetzt irgendwie nicht so.
Miriam: Pass auf, ich nutze diese zwei, es ist ein Workshop. Ich werde mein Vision Board an diesen zwei Tagen kreieren für das Jahr 2021. Egal, was die Teilnehmer so machen, nur ich. So, also ich freue mich da riesig drauf und natürlich werde ich Ziele, formvollendete Ziele haben. Wie immer, wie jedes Jahr. Und diese Ziele auch zum größten Teil erreichen.
Reflektionstage statt nur Ziele-Tage
Florian: Nur, was hat dich denn jetzt so gestört?
Miriam: Nein, ich habe überlegt, was ja viele nicht tun und was fast ein bisschen schade ist, ist, wir gehen so über diesen 1. Januar drüber und dann überall, an allen Orten, alle Kollegen von uns, auch überall gibt es Ziele-Tage und Ziele-Erreichungstage und Ziele-Formulierungen. Macht ja auch Sinn, ist ja auch gut. Nur, was kaum einer macht, ist Reflektionstage. Und ich habe mich mal gefragt, ob es nicht sinnvoll wäre, eine Podcast-Folge zu machen. Wie schaffst du es denn erstmal rückblickend auf das letzte Jahr, dir zu überlegen, was hast du gelernt? Was kannst du da mitnehmen, damit du in diesem Jahr aus deinen Ressourcen heraus schneller an deine Ziele kommst und so? Weil in jedem Jahr ist Lernen drin. Im letzten Jahr ist für mich eine Menge Lernen. Hör mal, wenn ich aus dem letzten Jahr, wenn ich aus irgendeinem Jahr meines Lebens irgendwas gelernt habe, dann war das das erste Jahr. Was für ein Jahr.
Florian: Ein ganz anderes Lernen, als wir es uns vielleicht vorgenommen hätten im Januar.
Miriam: Wenn ich mir jetzt überlege, welche Ziele ich hatte im letzten Januar und mir gewünscht habe, dass ich noch ganz viel dazulernen möchte, dann war das keine gute Idee, das so zu tun, nur dass wir das klar haben. Auch das habe ich gelernt. Genauer formulieren, ihr Lieben, wie ihr das gerne hättet auch. Nicht so. So. Braucht doch keinen Vulkanausbruch dafür, um zu lernen, dass ich meine Hand nicht ins Feuer halte, was?
Florian: Was hast du denn gelernt? Also was ist denn was, was du im letzten Jahr jetzt mitgenommen hast, wo du sagen würdest, das ist was, was jetzt zum neuen Du gehört, das du nutzen kannst, um sinnvoller ins Jahr 2021 zu gehen?
Miriam: Oh, wie schön. Das neue Du. Haben wir immer wieder ein neues Du? Also ein neues Ich? Warte mal.
Florian: Ich mag das da so drüber nachzudenken. Manchmal stehe ich morgens auf und der Florian von gestern hat für den Florian von heute irgendwas gemacht. Hat gestern schon mitgedacht, dafür, dass ich es heute einfacher habe. Und manchmal denke ich deswegen aus dem Heute für den Florian von morgen mit.
Miriam: Das ist mega. So, jetzt sitzen wir alle da, meditieren kurz über diese fantastische, goldene, eloquente Rhetorik von Florian und dann, ich find's super schön. Das hat fast was Gedichtetes.
Florian: Fast was Gedichtetes. Ja.
Miriam: Und ich mag's auch, ich mag den Gedanken. Also die Miri vom Jahr 2020 oder der Florian vom Jahr 2020 oder du, Hörerin vom Jahr 2020. Was war da so los? Welche Erfahrungen gab es da, die dir jetzt einfallen, während du diese Folge hörst? Das wäre das, was wir machen würden. Unser Gehirn spielt uns ja meistens die für uns wichtigen Sachen nochmal an die Oberfläche. Wenn wir uns in Ruhe hinsetzen und fragen uns, was waren denn die wichtigsten Learnings 2020? Was waren die wichtigsten Erfahrungen, aus denen ich was lernen kann, wenn die Learnings noch nicht so klar wären? Weil die meisten Menschen sagen ja, Learnings weiß ich jetzt noch gar nicht. Dann frag nach den wichtigsten Erfahrungen im letzten Jahr. Und die kann ich aufzählen, wenn ich mich hinsetze und sage, was waren die wichtigsten Erfahrungen, die fünf wichtigsten. Um einfach mal Anhaltspunkte aufzugeben. Ich weiß, du arbeitest viel lieber mit offenem Raum. Florian würde jetzt schon sagen, wie nur fünf. Oder was? Fünf? Drei reichen auch. Dann nimm drei. Nur das wäre der Weg.
Florian: Jetzt kann es natürlich sein, dass das welche sind, die seltsame Gefühle auslösen. Also vielleicht Gefühle der Verwunderung oder des Glücks und der Zufriedenheit. Oder vielleicht eben auch nicht, sondern vielleicht auch Frustration oder Angst oder eine Befürchtung, was das neue Jahr angeht. Also kann ja wirklich tatsächlich... Bei dem Jahr, was letztes Jahr war, haben wir halt alle irgendwie so unsere Erfahrung gemacht und jetzt. Dann hätten wir jetzt diese Erfahrung. Wie geht es denn dann weiter?
Der goldene Rucksack: Learnings mitnehmen
Miriam: Jetzt geht es weiter. Wenn ich jetzt im letzten Jahr gemerkt hätte, also ich nehme jetzt mal was Simples. Durch die vielen Lockdowns und das viele Homeoffice, bei dem wir durchaus sehr viel gelernt haben, habe ich zum Beispiel auch deutlich Bauchspeck angesetzt. Ich habe mich weniger bewegt. Deutlich weniger und ich habe sehr viel mehr lecker mit Florian gegessen, weil wir hatten auch mehr Zeit zum Essen, auch zum Kochen übrigens. So und ich sehe das an meiner Figur. Ich habe das gesehen bei meinem letzten Fernsehauftritt am 30.12., da habe ich mich in acht Kameras gleichzeitig gesehen. Da habe ich gedacht, so, das fühlt sich jetzt nicht so toll an. Und da geht es jetzt nicht um 30 Kilo bei mir, da geht es um drei oder vier Kilo, nur die stören mich dann schon so ein bisschen. Und da wäre ja das Learning draus, wenn das jetzt so weiter ginge, also wenn wir jetzt weiterhin viel Homeoffice hätten, wovon ich mal ausgehe, dass wir das noch haben, mindestens 21 noch. Was könnte ich denn daraus lernen? Und ich habe schon was gelernt. Da habe ich schon angefangen mit. Ich habe mit kleinen Fitnessprogrammen für Anfänger wieder begonnen, was ich die ganze Zeit total habe verlottern lassen. Auf YouTube gibt es ungefähr 100 Kleinst-Streams, so fünf bis sieben Minuten Training für totale Anfänger. Und da gehöre ich echt zu nach diesem Jahr. Habe ich auch gemerkt an meinem Muskelkater nach sieben Minuten Anfänger-Yoga. So, streck mal vorsichtig den rechten Arm hoch, jetzt streck mal vorsichtig den linken Arm hoch und am nächsten Morgen so, aua, meine Arme. Ja, kann passieren und ist auch total in Ordnung. Haben mein Körper und ich uns wieder mal beömmelt. Nur, da ist schon Learning drin gewesen. Also so, wenn ich sozusagen meine Figur in Richtung Fernsehen und für meine Bedürfnisse erhalten möchte, dann darf ich dafür aktiv was machen. Ist ein Learning. Und dann sind es eben vielleicht sieben oder zehn Minuten oder 15 Minuten am Tag. Nur habe ich jetzt schon vier Tage durchgehalten.
Florian: Nur das wäre ja dann was, was du auch in ein Ziel gießen würdest, oder?
Miriam: Richtig. Und das Ziel ist ganz klar die Miri mit einer lockeren Kleidergröße 36. Und da sehe ich mich, wie ich vor der Kamera stehe und ich höre sogar wie meine Moderatorin, das ist in dem Fall dann in meinem Kopf ist es eine Moderatorin, die mir statt, die sagt, ach, was hast du wieder eine gute Figur gekriegt. Und das wäre sozusagen das Endergebnis von was ich jetzt gerade schon tue. Und gelernt habe ich es aus dem letzten Jahr. Verstehst du? Ist ja nicht so verkehrt.
Florian: Das heißt, wenn ich jetzt was gelernt hätte, was gut ist, also wo ich sagen würde, das will ich beibehalten oder das war was, was schön war. Hast du was? Ich finde, diese Online-Trainings haben an vielen Stellen wirklich auch Vorteile. Also nicht an allen. Unsere ganzen lizenzierten NLP-Ausbildungen in 2021 und in Folgejahren laufen ja auch in unserer Akademie ab. Nur kurze Trainings, kleine Einheiten, dieses Integrieren von Lerneinheiten in einen ganz normalen Arbeitsalltag auch. Also dass eben mal zwei Stunden oder vier Stunden Trainings einfach laufen und die Sachen auch sehr viel mehr Raum haben, um dann zu wirken. Das finde ich sehr, sehr gut. Das ist tatsächlich was, was ich sehr genieße aus 2021 oder 2020 heraus.
Miriam: Dann ist das doch jetzt das positive Learning. Also du hast was Gutes erfahren, nimmst das mit ins nächste Jahr, weißt jetzt schon aus dem letzten Jahr ganz speziell mal etwas, was du einfach wie so einen goldenen Rucksack mit ins nächste Jahr nehmen kannst.
Florian: Ja, weil das sind ja beide Sachen, die wir haben möchten. Also einmal die Sachen, was ist das, was dich so sehr gestört hat oder wo du sagst, so soll es nicht weitergehen. Ich habe jetzt die Nase voll davon. Es reicht jetzt auch langsam. Die in 2021, das möchte ich ändern. Und die andere Geschichte wäre eben, das war richtig gut in 2020, ich möchte das in 2021 weiter so haben. Oder vielleicht sogar noch ausbauen. Also vielleicht hat jemand ja genauso wie ich festgestellt, dass bestimmte Teile auch sehr gut waren. Und sagt, das finde ich auch ganz gut. Homeoffice ist bei vielen, glaube ich, sowas, wo ich schon gehört habe von Kollegen, dass sie sagen, naja, also fünf Tage in der Woche 60 Minuten hinfahren in die Arbeit, 60 Minuten zurückfahren brauche ich nicht, sondern es gibt bestimmte Homeoffice-Tage.
Miriam: Du könntest das letzte Jahr einfach mal, also wenn du es liebst, systematisch sowas zu machen, könntest du es chronologisch durchgehen und dir überlegen, welche Erfahrungen waren die wichtigsten und die Frage stellst du nicht irgendjemand anderem, sondern die stellst du wirklich dir. Bestenfalls schreibst du dir das sogar auf, kannst dir kurze Notizen dazu machen. Die andere Möglichkeit ist es wirklich ganz emotional zu betrachten und einfach für dich so die Frage zu stellen, was war wichtig? Was ist jetzt wichtig, was ich aus dem Jahr 2020 in diesen goldenen Rucksack packe und mitnehme? Und dann ist es egal, ob dir erst was einfällt, was erst am Ende vom Jahr war und dann was davor war, das ist völlig wurscht. Also du stellst dir diese Fragen, schreibst es dir auf oder merkst es dir und der nächste Schritt ist dann, was davon ist wie jetzt nützlich für das kommende Jahr? Und da brauchen wir noch gar nicht mal die Ziele zu haben. Manchmal ergeben die sich sogar daraus, nämlich zum Beispiel eben noch mehr Formate für Online-Trainings zu entwickeln, was den Florian angeht oder das noch mehr anzubieten auch, noch mehr die Bereitschaft zu zeigen. Bei mir wäre es eben dieses, ich habe dann meine Traumfigur wieder und sehe mich da irgendwann im März oder im März wird meine Marke ein Jahr alt. Das wäre ein toller Moment dafür. Ja, bin ich in meiner Traumfigur da wieder am Stehen. Das ergibt sich sozusagen ein bisschen draus, wie jetzt genau Ziele formuliert werden, was wichtig ist an Zielformulierungen, welche Tools da gibt, um da dran zu kommen, wie du die am besten organisierst, strukturierst, auch vielleicht sogar in den Plan bringst für das Jahr 2021. All das gibt es ja am 19. und 20.1. bei unseren Ziele-Boost-Tagen. Heute soll es erstmal ein Rückblick sein, ein entspannter Rückblick. Denn alles, was im Jahr 2020 war, hat uns als Mensch wieder ein Stück weitergebracht. Auch wenn wir das vielleicht erstmal bei schlechteren Erfahrungen oder bei nicht so schönen Gefühlen, wenn wir das gar nicht so... Schützen wir uns damit vor irgendwas? Wir gehen mit irgendwelchen Situationen um. Wir machen Ventile auf. Das nennt sich, glaube ich, einfach Leben. Und das gibt es ja auch und gab es ja auch schon in den Jahren vorher. Also es gibt in jedem Jahr gibt es sozusagen so blinde Flecken auf dem Spiegel und es gibt die blitzeblank polierten, funkelnden, glitzernden Stellen. Und wir können in all diese Ecken des Spiegels mal schauen und uns da sehen. Und dann können wir uns überlegen, wollen wir ein bisschen putzen, wollen wir ein bisschen was wegschneiden aus dem Spiegel, was polieren wir raus oder fräsen, wollen wir eine neue Form geben, vielleicht aus einem eckigen Spiegel einen runden machen. Also ich spiele jetzt schon so ein bisschen mit Metaphern, weil das finde ich fürs drüber nachdenken macht es das so ein bisschen leichter. Macht es mir das zumindest ein bisschen leichter. Und da geht es jetzt nicht darum, dass alles gut ist oder alles schlecht. Unser Gehirn möchte immer gleich alles so bewerten. Dazu ist es ja auch da. Das ist ja ursprünglich.
Ziele, Leistungsdruck und die Kunst, sich auszurichten
Florian: Das ist ja auch manchmal die Kritik an diesen Zielen, dass wir jetzt irgendwie in so eine Leistungsgesellschaft reinkommen und irgendwie wir müssen uns alle irgendwie total verbessern und dies machen oder jenes machen. Mein Eindruck ist, dass die Ziele uns eben auch dabei helfen oder diese Reflexion, ich mache das ja professionell dann mit Teams auch regelmäßig, dass wir eben zurückschauen über die letzte Zeit und nach vorne schauen, was hätten wir gerne, dass das eben auch hilft uns auszurichten und dann Schritte in eine bestimmte Richtung zu gehen. Und das heißt nicht, dass das ein Stein gemeißelt ist oder dass wir das für immer verfolgen brauchen, sondern tatsächlich eben, dass wir Freude haben in dem Tag, in einer hoffnungsvollen Art nach vorne schreiten in die Zukunft. Und eben auch das, was wir in der Vergangenheit gelernt haben, mitnehmen. Also dass wir, Gott sei Dank, haben wir ja diese ganzen vielen Geschichten und Erinnerungen und Erfahrungen in uns, die wir auch mit uns rumtragen, die ja auch Teil dessen sind, wer wir sind. Und die dann nochmal Revue passieren zu lassen, super gute Idee.
Miriam: Ich liebe Florians Art, das als Geschenk anzuerkennen. Mir fällt das manchmal noch nicht so leicht oder viel bis jetzt mir noch nicht so leicht, wie ich das bei Florian wahrnehme, wenn eine Situation da ist, die wir so nicht geplant haben.
Florian: Die wir auch nicht wollen in dem Moment.
Miriam: Ganz, ganz elementar für mich im letzten Jahr war diese verfrühte Abreise aus Florida. Da haben wir uns echt drauf gefreut, wie die kleinen Kinder ein ganzes Jahr...
Florian: Alter, es war auch 25, 28 Grad, wir hatten noch vor, den Star Wars Ride anzuschauen in Disneyland, also wir hatten uns richtig gefreut, wir hatten schon geplant, dass wir an einem freien Tag in Disneyland diesen großartigen Star Wars Ride endlich mal machen und da uns den ganzen Tag uns einfach gut gehen lassen, bei Sonne, bei Touri-Dingen, ja.
Miriam: Ja, zwischendurch die Arbeit mit dem Team von Dr. Richard Bendler und den internationalen Trainerkollegen. Also wir waren selig dort und haben das dann... Bei Barbecue und... Zehn Tage vor der eigentlichen Abreise alles abgebrochen und sind zurückgejettet ins kalte Deutschland. Und natürlich war das in dem Moment, das fühlte sich nicht an, als wäre das jetzt irgendwie was, was ich mir vorher gewünscht hätte. Ja. Und diese ganze Situation war so absurd. Wir sind ja über Nacht geflogen. Normalerweise hätten wir dann ein paar Stunden geschlafen im Flieger. Ich nicht. Also ich habe wirklich da gehockt und habe die Zeit im Flieger genutzt, um mich auszugrummeln. Und das ist auch in Ordnung, weil ja, ich finde, da ist Grummeln auch mal angesagt. So acht, neun Stunden habe ich es auch nicht durchgehalten. Der Steward war zu nett auf dem Rückflug. Der war total lustig. Also ich habe das für mich genutzt da. Und mich daran zu erinnern und was habe ich daraus gelernt? Natürlich fällt mir das schon total leicht, weil ich das jetzt seit Jahren übe, das Gute daran zu finden oder das, was uns weitergebracht hat daran.
Florian: Und bei manchen Erfahrungen ist es vielleicht einfach erstmal nur die Realisierung, also das innere Verständnis, so möchte ich es nicht mehr haben. Also ich möchte da jetzt was ändern. Und dann kommt natürlich die Hoffnung dazu, die einfach da sein darf dann auch, dass in der Zukunft kann es wirklich besser werden. Also dass wir an vielen Stellen eben auch was verändern können. Da gibt es ja inzwischen viele Studien zu auch, die eben zeigen, dass sich sowohl unser Gehirn anpassen kann über das ganze Leben hinweg, also sei es bei den Taxifahrern in London, die hatten wir ja schon ein, zweimal als Beispiel hier auch, die wirklich, wenn sie lernen in London so ein Black Cab zu fahren, diese ikonischen Taxis aus London zu fahren, die dann zwei, drei Jahre sich vorbereiten. Und eben Straßennamen lernen und ohne Navigationssystem, mit dem eigenen Navigationssystem im Kopf, eben lernen vom Piccadilly Circus zum London Tower zu fahren und dann eben wissen, also erst geht es rechts auf die Straße, dann geht es links nach 200 Metern auf die Straße, dann biegen wir da rechts ab, dann ist da oftmals Stau, deswegen nehme ich diesen anderen Weg. Und sowas, das eben zu üben und zu trainieren und dann gibt es Veränderungen bei diesen erwachsenen Menschen im Kopf, die Nervenbahnen verändern sich tatsächlich, das ist vorher und hinterher einfach messbar, da gab es Studien drüber und deswegen dauert das auch eine Weile, weil die wirklich eine Veränderung durchmachen.
Miriam: Also eine organische.
Florian: Genau. Wo wirklich neue Nervenbahnen geschaffen werden, wo sich das Gehirn auch noch anpasst.
Miriam: Deren Gehirn sieht dann unter dem MRT anders aus als das Gehirn von Menschen, die diese Ausbildung nicht gemacht haben. Und das ist wirklich krass.
Florian: Oder als es vorher war bei diesen Menschen auch. Ja. Also gar nicht im Vergleich zu anderen, sondern im Vergleich zu den Menschen dann vorher selber. Das heißt, wir können über unser ganzes Leben hinweg einfach dadurch, dass wir neue Dinge lernen oder dass wir uns mit einem Thema sehr stark beschäftigen. Das ist ja auch die Erfahrung. Selbst wenn ich jetzt mit knapp 40 anfangen würde, Tennis zu spielen, dann es geht eine gewisse Weile, bis ich diese Bewegungsabläufe auch eingeschliffen habe. Das kann ich natürlich super gut unterstützen durch... Dadurch, dass ich es mir vorstelle und bestimmte Prozesse nutze. Klar, es gibt auch eine körperliche Komponente dabei. Das heißt, wir sind immer in der Veränderung drin. Genauso wie Kinder das eben durchmachen, da ist es viel auffälliger, weil die ja dann dabei auch noch wachsen. Wir haben bei unseren beiden, merken wir das jetzt auch gerade wieder, die haben so ein bisschen angespeckt, habe ich das Gefühl jetzt, die fangen wieder an mehr zu essen, das heißt demnächst sehen wir es wieder.
Miriam: Neue Kleidung, ja, ja, dann gucken unten die Fußknöchel wieder raus aus den Jeans.
Florian: Und beide freuen sich schon total drauf, dann wieder ein Stückchen größer zu sein, ne?
Miriam: Ja, für die ist das super. Ja, genauso wie es ja am Ende des Tages auch gut war, dass wir früher aus Florida zurückgekommen waren, weil ich hatte eben diese große Premiere im Fernsehen mit meiner Kosmetiklinie und bin da super entspannt reingestartet, ohne irgendwie Stress zu haben, mit welchen Flieger können wir jetzt überhaupt noch nehmen und wie kommen wir überhaupt von den USA nach Europa und also das war schon die absolut richtige Entscheidung und wir hatten hier dann einfach auch noch sehr viel schöne Zeit, um das vorzubereiten und uns klarzumachen dafür, dass... Nur das ist eben sozusagen erst später dann auch in meinen Körper reingeflossen, dieses Gefühl, dass das alles in Ordnung ist. Und ich finde es bis heute gut, dass Florian und ich auf diese Weise auch nachdenken, dass wir rückblickend vorausschauen. Also dass wir aus der Vergangenheit die wichtigen Dinge mitnehmen, um sie in der Zukunft mindestens als Learnings zu benutzen. Und uns ganz konkret zu überlegen, was kann ich denn zum Beispiel anders machen, wenn ich im letzten Jahr jetzt mal einen Frust gefühlt hätte, wenn ich das gefühlt hätte, was kann ich denn tun, damit das in 21 vielleicht nicht mehr so häufig passiert oder damit ich das früher merke und was kann ich denn tun? Vielleicht mehr meditieren oder dafür sorgen, dass ich ein bisschen mehr in der frischen Luft bin oder Wasserräume machen. Da kannst du dich selber auch mal fragen.
Die Ziele-Boost-Tage am 19. und 20. Januar
Miriam: Ich freue mich total auf den 19. und 20. Das wird wahrscheinlich mit ein Highlight für mich dieses Jahr, weil ich so gerne mag, über die Zukunft, über die gute Zukunft nachzudenken. Das ist schön, ne?
Florian: Es steht ja jetzt auch schon mehr fest, als es noch vor ein paar Tagen feststand, wie sich so der erste Monat ergeben wird, was wir für Angebote aus unserem Kontext auch herausbekommen, also was wir in dem Land oder in den Ländern, in denen wir leben, wir haben ja zum Teil auch internationale Zuhörer, welche Angebote aus dem Kontext gemacht werden, rauszugehen, sich umzuschauen, welche Einkaufsmöglichkeiten wir in den nächsten Wochen auch nutzen können und dann eben auch zu überlegen, was möchten wir denn dieses Jahr trotzdem oder vielleicht gerade deshalb oder damit auch erleben. Also was ist uns denn trotzdem noch wichtig. Oder überhaupt. Und ganz generell, ja.
Miriam: Das war's für heute.
Florian: Willst du es schon lassen?
Miriam: Ich habe gesagt, wir machen keinen klassischen Ziele-Podcast. Das haben wir die letzten Jahre immer gemacht. Machen wir nicht, weil wir haben diese beiden tollen Tage. Übrigens, Informationen dazu und auch anmelden kannst du dich unter www.kontext-denken.de. Unter unseren Kurztrainings steht direkt oben auf der Seminarseite die Ziele-Boost-Tage drauf. Machst du einfach mit. Ist online, kannst du von zu Hause aus mitmachen.
Florian: Ja.
Miriam: Und es geht um deine Zukunft. Es ist ein Workshop. Wir arbeiten wirklich an den Zielen. Ganz konkret mit den Menschen, die da mitmachen. Praktisch.
Florian: Was bei rumkommt.
Miriam: Mega.
Florian: So, dann bis nächste Woche.
Miriam: Ja, richtig. See you then. Tschüss. Tschüss. Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.