NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 27

Recht haben oder glücklich sein? Oder BEIDES?!

Wer Recht hat, hat Recht und wer oben schwimmt, schwimmt oben. Wie oft erleben wir es in unseren Coachings, dass es vielen Menschen hauptsächlich darum geht, dass sie in einer bestimmten Situation "Recht" haben.

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In dieser Folge

Darum geht es

Miriam und Florian haben beide immer Recht. Nur, dass das schon mal klar ist! Schließlich haben sie beide ihr Abitur und im Leben schon viel erlebt. Sie wissen, von was sie reden. Und wenn einer eine andere Meinung hat? Dumm gelaufen. In dieser Podcastfolge stellen sich die beiden die Frage, ob es sinnvoll ist, in gemeinsamen Gesprächen hauptsächlich recht haben zu wollen. Und falls der andere die Lage anders betrachtet, dies als "Falsch" zu werten. Welche kommunikativen Alternativen gibt es in der Gesprächsführung, wenn zwei Meinungen aufeinander prallen? Wie kannst Du sanft und schlau Deine Wortwahl so verändern, dass kein Streit entbrennt, sondern beide "Parteien" ihr Recht spüren und vielleicht sogar eine dritte Alternative finden. Dieser Podcast ist für alle Schlichter, Streithähne, Alphatierchen, Diskutierer, Debattierer, Politiker und Familienmanager. Wir gehören zu Euch!! Viel Spaß beim Anhören... www.kontext-denken.de

Konkret geht es um die Frage, warum zwei Menschen dieselbe Situation völlig unterschiedlich wahrnehmen – vom Streit über Schrimps oder Pizza im Urlaub bis zur Freundin, die am Pariser Bahnhof Gosse riecht, während Miriam Liebe riecht. Miriam und Florian sprechen darüber, wie das Gehirn Realität nicht nur filtert, sondern konstruiert, und was das für Feedback in Beziehung und Job bedeutet. Du hörst, wie das Prinzip "Meinung neben Deinung" hilft, aus dem Rechtfertigungsmodus auszusteigen, und warum Entspannung dabei der Schlüssel ist. Ein Gespräch über Diskussionen, Wahrnehmung, Feedback und die Frage, wie beide gleichzeitig recht behalten und trotzdem in Kontakt bleiben.

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Kapitel dieser Folge
  1. Ich habe Recht – nein, ich!
  2. Gibt es die objektive Wahrheit?
  3. Jedes Gehirn konstruiert seine eigene Welt
  4. Wenn es persönlich wird: Beziehung, Feedback und Filter
  5. Entspannen statt rechtfertigen – und die Meinung neben der Deinung
  6. Recht haben UND glücklich sein

Zwei Menschen, gleicher Zug, gleicher Bahnhof, gleiche Sekunde. Die eine riecht Liebe, die andere Gosse. Wer hat recht? Genau an dieser Frage arbeiten sich Miriam und Florian ab – vom Streit ums Abendessen im letzten Urlaub bis zu politischen Debatten. Und sie fragen sich, ob Rechthaben und Glücklichsein wirklich nicht zusammengehen.

Ich habe Recht – nein, ich!

Miriam: Bevor ich irgendetwas heute bei diesem Podcast sage, also bevor ich eine Begrüßung sage, bevor ich sage, wie schön, dass ihr alle da draußen da seid und zuhört, bevor ich mich bedanke für die Zuschriften und das Feedback, sage ich erstmal eins, egal was heute passiert hier inhaltlich, ich habe Recht.

Florian: Ich sage erstmal Hallo zu euch allen da draußen, willkommen zum neuen Podcast und Miri hat natürlich nicht Recht, weil Recht habe heute ich.

Miriam: Hallo Florian.

Florian: Hallo Miriam.

Miriam: Das ist ein fantastischer, energetischer Start in diesem Podcast.

Florian: Ja, leider hast du das falsch gemacht.

Miriam: Wieso habe ich das falsch gemacht?

Florian: Ich hätte das viel besser gemacht. Hallo, liebe Gemeinde da draußen. Willkommen zum Podcast übers Rechthaben. Florian hat heute Recht, so wie jeden Tag.

Miriam: Ihr merkt schon, das ist ein Thema, was auch ganz persönlich für uns beide gedacht ist. Das Thema lautet ja, willst du Recht haben oder glücklich sein? Das ist übrigens etwas, was eine befreundete, wie sage ich, Coachine, also eine Frau, die ich kenne, die auch Coach ist und Paare therapiert oder betreut, betreut? Paare betreut? Den Satz hat sie mir geschenkt. Er ist auch nicht von ihr. Nur sie hat eben gesagt, was sie dann oft anbringt, ist dieses willst recht haben oder glücklich sein.

Florian: Das ist ja schon eine spannende Geschichte, dass das anscheinend nicht beides zusammen geht.

Miriam: Da habe ich mich auch drüber gewundert. Nur, ich finde es eine spannende Frage, denn wenn wir, also in unseren Seminaren unterrichten wir Sprachzauberei und wir liefern ganz viele Werkzeuge, um Sprache präziser zu drehen, um in Kommunikation und damit auch Diskussion, also Gespräch miteinander im Dialog mit anderen Menschen, sich noch klarer auszudrücken, genauer darstellen zu können, was sind deine Wünsche, was sind deine Vorstellungen. Menschen zu begeistern, mit deinem Auftritt. Und da kommen wir um dieses Ding mit der Diskussion nicht rum.

Florian: Das ist ja auch wichtig, oder? Darüber werden ganz viele wichtige Themen geklärt.

Miriam: Auch Bücher geschrieben.

Florian: Allerdings, Kommunikationsmodelle gibt es ohne Ende.

Miriam: Über Diskussionen?

Florian: Über Diskussionen.

Miriam: Was ist eine Diskussion?

Florian: Spannende Frage. Da hätten wir jetzt wieder den Wikipedia-Artikel lesen sollen.

Miriam: Also gibt es diese Idee von, da sind zwei Menschen oder zwei Gruppen, wir nehmen mal zwei Menschen, das ist einfacher. Und der eine hat eine ziemlich entgegengesetzte Meinung vom anderen.

Florian: Kann eine Diskussion nicht einfach auch sein, wenn ich dir eine Frage stelle und du erklärst mir was und wir gehen dann in eine Diskussion über, wie habe ich das verstanden, was passiert da?

Miriam: Ist das ein Gespräch dann? Ist ein Gespräch nicht gleich eine Diskussion? Also Recht haben oder glücklich sein.

Florian: Wie auch immer ihr das nennt, wenn ihr mit anderen Menschen sprecht. Der Teil, den wir jetzt heute betrachten möchten, ist der, wenn ihr eine andere Meinung habt als euer Gegenüber. Oder eigentlich nicht, euer Gegenüber hat eine andere Meinung als ihr. So, es fühlt sich viel besser an. Fühlt sich gleich richtiger an, ne? Genau.

Miriam: Und welche Meinung ist die bessere? Das ist ja auch noch die Frage.

Florian: Welche Meinung ist die richtige? Die wahre?

Gibt es die objektive Wahrheit?

Miriam: Ich erlebe Diskussionen täglich und wahrscheinlich geht es dir, lieber Hörer, liebe Hörerin, genauso. Wir erleben Menschen, wir erleben uns selbst in der Situation. Es gibt ein Thema, ein wichtiges Thema. Viele Menschen empfinden die Themen, über die sie diskutieren, als sehr wichtig. Und der eine behauptet das und der andere behauptet das Gegenteil. Ist oft bei politischen oder religiösen Diskussionen ganz präsent. Und dann stellt sich sozusagen automatisch zwischen den beiden scheinbar immer die Frage, wer hat jetzt Recht?

Florian: Ja, das ist einfach der, der an die objektive Wahrheit gekoppelt ist. Also der, der die objektive Wahrheit am besten ins Gespräch bringt.

Miriam: Und woher weiß, wissen beide, was die objektive Wahrheit ist?

Florian: Wikipedia.

Miriam: Das ist sehr lustig, weil das erleben Florian und ich echt voll oft. Bei uns ja oft, wenn wir so Quiz spielen oder so.

Florian: Oder beim Scrabble spielen.

Miriam: Oder wir hören irgendeinen Song beim Scrabble spielen oder ich höre irgendeinen Song und sage, boah, von dem ist doch auch dieses Lied. Und Florian sagt, nee, das ist von dem. Und dann googeln wir das immer gleich, um zu gucken, wer jetzt recht hat.

Florian: Ja, das stimmt.

Miriam: Und dann entscheidet Google.

Florian: Dann entscheidet Google oder die Wikipedia.

Miriam: Gut, dann ist ja einfach, dann ist der Podcast jetzt zu Ende. Viel Spaß beim Google.

Florian: So wie es ist bei diesen Themen, wo ich nicht einfach anhand der Faktenlage entscheiden kann. Und das ist ja auch in den letzten Tagen in den Nachrichten unterwegs, dass auch die Faktenlage bestimmten Perspektiven unterlegen ist. Oder wenn verschiedene Perspektiven auf die Faktenlage kommen, das wird total theoretisch.

Miriam: Hast du ein Beispiel?

Florian: Also das Beispiel aus den letzten Wochen ist sicherlich die ganzen Aussagen von Präsident Trump in den USA, wo plötzlich Fakten umgedreht werden. Und das ist natürlich genau das Gleiche, wie wenn es eigentlich keine Wahrheit an der Stelle gäbe. Also wenn es eine Diskussion ist über sowas wie, was passiert am Ende unseres Lebens?

Miriam: Oh, willst du jetzt Nahtoderfahrungen ins Spiel...

Florian: Ferntod.

Miriam: Nahtod und Ferntod.

Florian: Ist ja nicht nah, sondern ist ja eher fern.

Miriam: Also ich finde es immer ziemlich, oder ich fand es zumindest, also bis vor gar nicht so langer Zeit, fand ich es ein ziemlich gutes Gefühl, also Recht zu haben. Ja. In bestimmten Bereichen.

Florian: Die Wahrheit zu wissen.

Miriam: Die Wahrheit zu wissen, ja, genau. Also ja, ich war mir sicher, dass ich recht habe.

Florian: Das, was da draußen richtig ist, ja. Das, was man überprüfen könnte. Also was egal wer draußen in der Realität überprüfen kann und dann ist das tatsächlich so.

Miriam: Ja, ich will nochmal zurück zum Thema Diskussion. Also wenn zwei Menschen miteinander diskutieren. Ja, sonst wird es so theoretisch. Ich komme irgendwie aus dieser Theorie nicht raus. Wir beide scheinen ja auch jetzt nicht hier einen riesen Fass aufmachen zu wollen.

Florian: Nur jetzt sind wir wieder beim Thema, was ist eine Diskussion?

Miriam: Wir müssen uns einigen für diesen Podcast, dass eine Diskussion zwischen zwei Menschen dann zustande kommt, wenn es ein strittiges Thema gibt. Also wenn der eine das behauptet und der andere das. Ich erlebe das bei Paaren zum Beispiel, bei befreundeten Paaren, die wir haben, dass der eine erzählt, weißt du noch, vor zwei Jahren im Urlaub, da haben wir das und das gegessen und sie sagt, nee. Das haben wir nicht gegessen. Das war ganz anders. Als dieses Ereignis war, gab es keine Schrimps, sondern es gab Pizza. Und er sagt, nein, das war der Abend, wo wir Schrimps gegessen haben. Da waren wir vorher noch auf dem Markt und wir haben Schrimps gegessen. Und sie sagt, nein, den Abend, den du meinst. Und dann entsteht dieses Ding. Wer hat jetzt recht?

Florian: Ja, da kann man ja einfach in die Fotos gucken von dem Abend.

Miriam: Wenn es welche gibt, das ist dann cool. Dann gibt es ein Beweismittel.

Florian: Das ist das Pendant zu wir schauen auf Google oder suchen im Duden nach oder wo auch immer.

Miriam: Und wenn so ein Ding entsteht und es gibt keinen Film, den ich mir anschauen kann auf dem Handy oder kein Foto oder keine Tonaufnahme, die nachweist, dass es so war. Ja, neulich hat sich ein Paar fürchterlich in die Wolle bekommen, weil sie beide die Geschichte der Geburt des Kindes unterschiedlich erlebt haben scheinbar.

Florian: Dann kann ich ja immer noch ins Krankenhaus fahren und versuchen, die alte Krankenschwester und den Arzt zu finden oder und die Hebamme.

Miriam: Vor 21 Jahren, als unser Sohn zur Welt kam.

Florian: Vielleicht können Sie sich noch daran erinnern, es war am 3. November 1900.

Miriam: Gut, das ist unrealistisch, oder?

Florian: Das stimmt.

Miriam: Vor allen Dingen, wenn es in einer Situation passiert, in der beide jetzt im Auto sitzen und in die andere Richtung des Krankenhauses fahren.

Florian: Es kommt darauf an, wie wichtig Ihnen das ist.

Miriam: Wir merken schon, wir kommen da jetzt nicht weit, weil wir beide nicht gerne miteinander diskutieren und streiten.

Florian: Und ich glaube, der Punkt bei uns ist, dass wir damit leben können, dass es da zwei Perspektiven auf das gibt, was wir erlebt haben. Also vielleicht ist es einfach tatsächlich so, dass wir unterschiedliche Dinge wahrnehmen zu unterschiedlichen Zeiten.

Miriam: Oder zur gleichen Zeit.

Florian: Oder zur gleichen Zeit.

Jedes Gehirn konstruiert seine eigene Welt

Miriam: Das ist ein spannendes Thema wiederum für unsere Art, auch mit Sprache umzugehen oder die Art und Weise, wie wir in unseren Seminaren lehren.

Florian: Dass wir sehr bei uns selbst bleiben.

Miriam: Und akzeptieren, dass jedes Gehirn Dinge anders sieht und wahrnimmt.

Florian: Dass jedes Gehirn die Welt konstruiert in sich.

Miriam: Aus den Erfahrungen, die es gemacht hat, auch die Dinge, die es beachtet in den Situationen. Da gibt es dieses Experiment, wo sie vier oder fünf Menschen gleichzeitig durch einen kurzen Abschnitt Fußgängerzone geschickt haben. Und haben ihnen gesagt, sie sollen auf die wichtigsten Sachen in der Fußgängerzone achten und nur auf die wichtigsten, also die augenscheinlichsten, nicht so die Nebensächlichkeiten, sollen dabei nicht reden, sich nicht miteinander unterhalten und das wurde dann durchgeführt und nach den zwei Minuten Fußgängerzoneweg wurden diese fünf Menschen wieder versammelt und jeder durfte die wichtigen Dinge schildern, die er wahrgenommen hat auf diesem Weg durch die Fußgängerzone. Und die Ergebnisse waren frappierend unterschiedlich. Also beweisbar war in dem Augenblick, alle fünf haben zum gleichen Zeitpunkt die gleiche Straße mit den gleichen Geschäften und den gleichen anderen Menschen gesehen und der eine hat die vielen Tauben wahrgenommen, die es in dieser Fußgängerzone gibt und hat sich auch sehr lange darüber ausgelassen, dass die also überall sitzen und scheinbar da angefüttert werden, weil sonst gäb's gar nicht so viele. Der andere hat irgendwelche Schaufenster gesehen, die besonders auffällig waren aus seiner Sicht. Der dritte hat einen Straßenmusikanten bemerkt, den zwei gar nicht mitbekommen haben, obwohl der Musik gemacht hat. Also es war total irre. Also du hattest quasi beim Zuhören das Gefühl, dass alle fünf durch eine andere Fußgängerzone gelaufen sind.

Florian: Ja. Mir fällt auch ein, du hast auf Facebook vor einigen Tagen ein Video gepostet zu Whodunit, wo in einem Video ganz viele witzige Sachen passieren, während wir als Zuschauer zuschauen, ohne dass wir es wirklich wahrnehmen, also ohne dass wir es bemerken. Oder zumindest ohne dass ich was bemerkt habe oder nicht alles bemerkt habe.

Miriam: Stimmt, super spannendes Video. Die verändern in einem kurzen Ausschnitt so Kriminalgeschichte, ne, Who's Done It heißt ja übersetzt, wer hat's getan, klassisch Hercule Poirot, Miss Marple Szene, wo der Detektiv die drei Hauptverdächtigen befragt, was habt ihr da gemacht und dann sagt er, okay, Sergeant, nehmen Sie die Dame fest, die war's. Während das passiert, räumen die einmal dieses komplette Zimmer im Hintergrund um.

Florian: Und vielleicht möchtet ihr es mal anschauen, liebe Hörer, um einfach diese Erfahrung mal zu machen, wie viel sich ändern kann in so einer Szene, ohne dass es vielleicht auch euch auffällt.

Miriam: Dass das Gehirn das mitbekommt. Von daher ist es okay, wenn jeder Mensch Situationen anders wahrnimmt. Ich erzähle immer gerne die Geschichte von einer Freundin und mir, die gemeinsam im gleichen Zug nach Paris gefahren sind. Ich schon ganz oft. Und sie zum ersten Mal. Ich war auch schon als Jugendliche ganz oft in Paris und habe lustigerweise dort auch meinen ersten Kuss bekommen. Mit 15 oder was. Und deswegen ist Paris bei mir ganz eng gekoppelt mit die erste große Liebe. Das völlige, wahnsinnige, frisch verliebt sein. Diese Stadt kann quasi machen, was sie will. Für mich ist diese Stadt fest verbunden mit Wow. Und ich steige am Gare de l'Est aus, zusammen mit dieser Freundin aus dem gleichen Zug und sagt, hier riecht es nach Liebe. Und sie sagt, ne, hier riecht es deutlich nach Gosse. Gleicher Zug, gleiche Zeit, gleicher Bahnhof.

Florian: Und wer hatte jetzt recht? Ich. Natürlich, entschuldige.

Miriam: Gib mir mal kurz die Nummer deiner Freundin.

Florian: Zu Beginn des Podcasts hatten wir uns darauf geeinigt, dass ich recht habe.

Miriam: So, wir sitzen ja beide jetzt auf der gleichen Couch. Und ihr seht... Da funktioniert bei Menschen immer prima. Ist es, wenn ich jetzt also davon ausgehe, dass jeder Mensch Situationen anders filtert. Nenne ich es mal Filtern. Also jedes Gehirn hat andere Interessen an so einer Situation.

Florian: Also tatsächlich neurobiologisch ist es sogar konstruieren. Es ist nicht nur auswählen, sondern es ist erst auswählen oder erst filtern. Wir nehmen ja schon gar nicht das ganze Spektrum an Licht wahr oder die ganzen Töne, die es da draußen gibt, sondern eben nur das, was durch unsere Sinne durchpasst. Und dann reichert unser Gehirn diese Informationen, die überhaupt reinkommen, noch zusätzlich an mit all diesen Dingen, die wir erwarten würden und die Erfahrungen, die wir schon gemacht haben. Um daraus dann eine sinnvolle Geschichte der aktuellen Realität zu machen.

Miriam: Ist das so?

Florian: Ja, tatsächlich.

Miriam: Das wusste ich nicht. Okay, das wusste ich wirklich. Ich wusste, dass Menschen verschiedene Brillen aufhaben sozusagen, durch die sie gucken und dass das Gehirn dann auch noch was dazu erfindet sozusagen.

Florian: Was heißt erfindet? Aus der Erfahrung heraus oder aus der Erwartung heraus?

Miriam: Was heißt das konkret für diese Paris-Szenerie? Ich würde die Stadt positiver beleuchten, immer. Also egal, ob es da jetzt gerade regnet und alles ist dreckig, für mich wäre das sozusagen weniger relevant.

Florian: Dein aktueller Zustand kommt natürlich auch noch dazu. Das ist natürlich auch witzig. Wie geht es mir gerade? Das kennt ihr vielleicht auch zu Hause von Situationen, dass ihr manchmal mit Menschen umgänglicher seid oder mit Situationen viel entspannter umgeht als in anderen Zeiten. Das kommt auch noch dazu. Also es ist einmal dieses, wie geht es mir gerade, wie ist meine Erwartung daran, wie Paris so ist und dann ist es natürlich auch noch dran, worauf lege ich meinen Fokus, was ist wichtig und dann wird das angereichert mit all diesen Erfahrungen und dem Wissen, was im Gehirn drin ist.

Miriam: Wir haben also ein extrem subjektives Bild von der aktuellen Realität. Und diese Realität kann bei zwei Menschen, die aus dem gleichen Zug zur gleichen Sekunde aussteigen am Gardelest, sehr unterschiedlich sein. Und wer hat dann Recht?

Florian: Beide.

Miriam: Beide?

Florian: Beide. Das ist langweilig.

Miriam: Ja, das stimmt.

Florian: Was machen dann Richter vor Gericht mit ihren Zeugen?

Miriam: Ich finde das schon ein ganz schöner Schritt.

Florian: Dass beide Recht haben? Ja. Ja, das heißt, dass ich meinem Gegenüber ganz schön viel Raum lasse im Leben und ganz schön viel Eigenständigkeit und Selbstständigkeit zugestehe. Das stimmt, das ist schon ein großer Schritt.

Miriam: Und es ist spannend, das mitzubekommen. Oder das zu lernen, das zu wissen. Auch für mich mit dem anderen.

Florian: Ich glaube, das ist tatsächlich eine Entscheidung, das so zu machen. Also, dass ich sage, mein Gegenüber hat auch Recht in dieser Situation. Und wir können uns darüber unterhalten, wo unterscheiden sich eigentlich unsere Sichten auf die Welt oder wo nehmen wir was unterschiedliches ab.

Wenn es persönlich wird: Beziehung, Feedback und Filter

Miriam: Finde ich super spannend, zum Beispiel für Beziehungsthemen. Wenn ein Partner sagt, keine Ahnung, sowas wie, in letzter Zeit habe ich den Eindruck, dass du nicht mehr so viel Zeit mit mir verbringst. Also das ist jetzt noch vorsichtig formuliert.

Florian: Vorsicht mit dem Du.

Miriam: Oder so. Also er redet davon, dass sein Partner nicht so viel Zeit mit ihm verbringt. Und der andere findet das gar nicht so. Hat dann auch jeder Recht?

Florian: Ja. Für mich ja.

Miriam: Das heißt, ich würde, wenn mein Partner mir so einen Vorwurf macht, würde ich ihm Recht geben?

Florian: Das ist ja extrem direktiv. Ja, stimmt.

Miriam: Okay, das tut schon weh dann. Ja, wenn du mir sowas sagen würdest, also wenn, manchmal, also du bist ja wirklich fantastisch, du weißt, du kannst Zaubersprache und du bist super im Formulieren und manchmal sagst du ja auch Sachen, die dich an mir stören.

Florian: Ja. Also akut. Akut.

Miriam: Ah, hast du mir auch schon mal gesagt. Ja? Ja.

Florian: Jetzt dürfen wir, glaube ich, beispielern.

Miriam: Also.

Florian: Willkommen beim Beziehungspodcast. Wir packen auf.

Miriam: Beziehungskiste gibt es erst ab März. Ab März. Beziehungskiste gibt es ab. Wir wollten nie Paar-Coaching. Machen wir auch nicht, ne? Also gleich, um das vorweg zu sagen. Wir bieten Coaching an für Sprechen, für Sprache, für ...

Florian: Für Teams, für Führungskräfte, für sowas.

Miriam: Und nicht für Paare. Also kommt gar nicht her. Ja, was hast du mir neulich gesagt, wo ich so ein bisschen angefressen war? Zum Beispiel, du sagst das immer total nett, du sagst sowas wie, mir fällt in letzter, ich habe in letzter Zeit den Eindruck, dass du entspannter sein könntest.

Florian: Sowas sagst du mir manchmal. Ja, da habe ich auch recht bei.

Miriam: Und dann sage ich sowas wie, finde ich gar nicht.

Florian: Und dann nehme ich dich in den Arm.

Miriam: Ja, wenn ich dich lasse.

Florian: Sonst haue ich dir auf den Kopf mit einem Löffel. Ja, das hast du noch nie gemacht.

Miriam: Und das ist ja dann schon ein sehr subjektives Empfinden, wo sich Paare richtig in die Wolle bekommen können da draußen.

Florian: Allerdings, wir haben das in die andere Richtung ganz genauso, ja.

Miriam: Und dann den Schritt zu gehen und zu sagen, das ist dein Filter gerade, das ist so wie du die Welt von uns beiden gerade wahrnimmst, finde ich zeugt von einer unglaublichen Größe und Entspanntheit in dem Bereich. Weil es frisst mich ja erstmal so ein bisschen an. Also ich bin dann so ein bisschen angefressen.

Florian: Ja.

Miriam: Weil ich dann gleich wieder denke, oh, denkt der, ich bin nicht entspannt genug. Ich habe ja auch viel zu tun. Was stellt der sich vor? Dafür, dass ich so viel zu tun habe, bin ich ganz schön entspannt.

Florian: Ich bin ja gerade in diesem fokussierten Thema drin.

Miriam: Jetzt erwartet der von mir auch noch, dass ich da entspannt agiere. Ich habe 30 Sachen gleichzeitig zu tun. Wo soll das hingehen?

Florian: Lass mich jetzt mal schnell meinen Kram zusammenwurseln hier.

Miriam: Ja, oder es geht wirklich dann auch ganz konkret in dieses, nimm das sofort zurück. Und dann eben zu sagen, ja, also du hast aus deiner Sicht bestimmt recht, finde ich schon, also ist auch für mich schon was, wo ich noch besser werde.

Florian: Ich auch. Das ist, glaube ich, so eins der Themen, wo wir einfach dran üben dürfen.

Miriam: Das fällt mir leichter in Situationen, in denen ich emotional nicht so gekoppelt bin. Zum Beispiel auf der Arbeit. Also wenn es keine engen Freunde sind oder Verwandte oder du oder die Kinder.

Florian: Ich habe gerade darüber nachgedacht, was ein Beispiel für jemanden sein könnte, der oder die jetzt keine Partnerin oder keinen Partner bei sich hat. Und ich dachte tatsächlich an die Situation in der Arbeit. Du Peter, ich habe da Feedback für dich.

Miriam: Das ist ein eigener Podcast oder Feedback-Podcast?

Florian: Ja, nur gleiches Ding. Da kommt jemand auf mich zu und sagt, ich hätte da Feedback, du darfst entspannter sein. Und jetzt ist genau die gleiche Situation. Ich weiß gar nicht, ob da so ein Riesenunterschied wäre im Vergleich zu meiner Familie oder im Vergleich zu zu Hause. Klar hat es was damit zu tun, wie nah mir die Feedback-gebende Person ist oder wie nah mir die Person ist, die sowas sagt in dem Moment.

Miriam: Da geht es ja dann auch um eine persönliche Wahrnehmung von irgendwas. Wenn ich behaupte zum Beispiel, also nehmen wir was harmloses, dass ein Film, den ich sehr liebe, im Jahr 1960 gedreht wurde und dass der Hauptdarsteller Fritz Egner ist und jemand sagt, stimmt gar nicht. Der Hauptdarsteller ist nicht Fritz Egner, sondern der heißt in Wahrheit Max Schautzer. Ja. Dann wäre das wieder sowas, wo wir sagen könnten, okay, wir googeln das oder wir schauen danach. Also es ist die eine Geschichte. Dann geht es wirklich ums Rechthaben.

Florian: Oder dann können wir es einfach nachschauen. Vielleicht ist es nicht Rechthaben, sondern ich kann es einfach nachgucken und da gibt es dann eine Antwort und das ist entweder 1960 oder 1961.

Miriam: Gut, dann gibt es die Variante von persönlicher Wahrnehmung, da haben wir gerade sehr ausführlich drüber gesprochen, also wie filtern Gehirne Situationen in Beziehungen, im Kollegenbereich, bei Freunden, mit Verwandten.

Florian: Und Feedback ist davon sicherlich ein spezieller Bereich und Teil eines anderen Podcasts, genau.

Miriam: Und da darf ich dann für mich lernen, dass der Mensch, der mir gegenüber sitzt und irgendetwas behauptet in meine Richtung, dass der aus seiner Sicht erst mal recht hat. Weil scheinbar ist er zu diesem Schluss gekommen aus irgendwelchen Gründen, in seinem Kopf oder aus seinen Erfahrungen heraus. Ich brauche das also noch nicht mal persönlich auf mich zu münzen und mich dann zu fragen, was habe ich denn getan, damit er das glaubt? Oder meinst du doch?

Florian: Ich würde das immer für mich überprüfen, wie weit passt das auch zu meiner Intention oder wie weit passt das zu meiner Wahrnehmung gerade. Vielleicht sind wir da ja sehr eng auch unterwegs.

Miriam: Okay, also das heißt, ich kann entweder das selbst so fühlen und dann ganz ehrlich zu mir sein und sagen, ja stimmt, ein bisschen entspannter darf ich sein. Geht immer.

Florian: Nein. Noch entspannter geht immer.

Miriam: Ja. Oder, wenn ich das anders sehe, Meinung heißt ja Meinung, weil es nicht Deinung ist, wenn ich denke, ich bin für mich, für meine Verhältnisse, bin ich im Moment sehr entspannt und auch für das Pensum, das ich gerade abarbeite, dann kann ich dem anderen innerlich Recht geben. Ist es dann so dieses, du hast Recht und ich mein Ruh-Ding? Also das kennen wir Hessen ganz gut. Bevor ich mich aufreche, ist es mir lieber egal.

Florian: Du hast Recht und ich mein Ruh. Weil dann Recht haben oder glücklich alleine sein, klingt jetzt eben so, ne?

Miriam: Oh ja, stimmt. Oh, nicht so schön. Ich will ja mit den Menschen auch in der Interaktion bleiben.

Entspannen statt rechtfertigen – und die Meinung neben der Deinung

Florian: Eine spannende Rückfrage an der Stelle wäre sicherlich, kannst du mir ein konkretes Verhalten oder eine konkrete Situation sagen, in der du das ablesen kannst, dass das konkreter wird? Weil gerade wenn es so etwas ist wie, du könntest entspannter sein, ist das natürlich noch sehr neblig. Da kommt es ja schon darauf an, was verstehen wir denn unter entspannter, woran machen wir das fest, woran merke ich denn, dass jemand entspannt ist oder auch nicht. Und da ins Konkretere reinzugehen und genauer zu schauen, was bedeutet das denn auf der Landkarte meines Gegenübers, ist ja mal vielleicht eine spannende Geschichte. Und dann komme ich ja tatsächlich sogar in einen näheren Kontakt zum Gegenüber, weil ich einfach mal annehme, ja, hat recht, du hast recht, ich darf entspannter sein an der Stelle. Und dann... Was bedeutet es denn? Woran würdest du es denn merken? Wo hast du es genau abgelesen?

Miriam: Also auf meinen Facebook-Seiten habe ich festgestellt, dass es sehr viel Sinn macht, wenn, oder auch beim Beauty-Night-Chat bei QVC, dass es sehr viel Sinn macht, dass ich entspannt bin und entspannt bleibe. Die meisten Postings, die kommen, sind super positiv, auch für den Podcast zum Beispiel, Riesenlob. Danke, danke, danke an alle, die uns dieses tolle Feedback geben und auch lange Texte schreiben. Und wenn mal jemand schreibt, meckert, wenn mal jemand meckert über irgendwas, zum Beispiel wurde oft gemeckert, öfter mal, gar nicht so oft, ab und zu mal wird gemeckert, wenn ich sage, ich habe das ausprobiert, das Serum oder ich habe die Creme benutzt, dann schreiben manche Zuschauer, benutzt du alles. Und dann könnte ich ja in so einen Rechtfertigungsmodus gehen und erklären, dass ich ja sehr viel ausprobiere, weil ich ganz viele Beauty-Sendungen moderiere und vermutlich mehr Kosmetikpräparate ausprobiere als viele, viele andere heute.

Florian: Ja, ich glaube auch.

Miriam: Und ich habe festgestellt, dass das nicht sinnführend ist.

Florian: Also wenn ich anfange... Ja, dann geht es in die Rechthabendiskussion.

Miriam: Dann geht es in diese Rechthabendiskussion, die für mir für diesen Podcast so wichtig war. Dann rechtfertige ich mich und mein Verhalten an der Stelle und schreibe, ja, ich probiere ganz viel aus. Und dann schreibt der oder die andere gewiss zurück. Sie behaupten das aber in jeder Sendung, dass sie das schon kennen oder dass sie das Produkt gut finden. Und ja, meistens habe ich auch in jeder Sendung mindestens ein Produkt, das ich ausprobiert habe. Also von 10 oder 11, die da vorkommen. Und ich behaupte es nicht, sondern es ist dann das Produkt, was ich wirklich ausprobiere.

Florian: Ich bezeichne das zu Hause bei uns als Experimentalkosmetik, die hier immer mal wieder rumsteht.

Miriam: Das stimmt. Und ... Ich habe festgestellt, wenn ich einfach nur das wertschätze, dass jemand so genau aufpasst und meinetwegen sogar mitzählt oder da merke ich ja, wie aufmerksam dieser Zuschauer ist. Oder wie seine Wahrnehmung wach ist für Skepsis auch. Und Skepsis ist ja an manchen Stellen auch angebracht. Ich darf ja ganz genau hinhören und du darfst das machen. Und du darfst sehr genau schauen, wo ist das für mich noch wahrhaftig oder wo fange ich an, ein schlechtes Gefühl zu haben. Und dann verändert sich sofort meine innere Einstellung von Die behauptet da jetzt irgendwas gegen mich persönlich, jetzt geht's aber los hier, jetzt will ich der zeigen, wie es wirklich ist, in sogar eine Art von Dankbarkeit. Nicht die weihnachtliche, also nicht die, wenn du mir was Tolles schenkst, sondern dieses, wie super, dass hier ein Zuschauer so wach ist.

Florian: Ja, weil du dich mehr entspannst, ist es viel einfacher, anderen Menschen auch ihre Meinung zu lassen.

Miriam: Und dann bedanke ich mich einfach nur für den Hinweis, weiß, der oder diejenige hat in ihrer Welt sowieso recht, weil sie sieht das so. Und freue mich, wenn der oder diejenige dann ihre Entscheidung für genau das richtige Kosmetikpräparat trifft, für ihre Haut und eins benutzt und nicht pro Monat 25 ausprobiert. Und aus. Und diese Methode, habe ich gemerkt, entspannt beide Seiten sehr.

Florian: Ja, du entspannst dich und dadurch entsteht auch in allen Interaktionen, die du hast, Entspannung.

Miriam: Kann ich Entspannung trainieren? Ich stelle die Frage deshalb, weil es meine besondere Herausforderung war in den letzten Jahren, mich in solchen Situationen bewusst zu entspannen und nicht in diesen Feuermodus zu gehen.

Florian: Auf alle Fälle. Über Meditation, über schöne Gelegenheiten für sich selbst nutzen. Wenn du dir mehr Raum gibst und wenn du dir mehr schöne Situationen generierst in deinem Leben, dann hilft es ja einfach. Dann entspannst du dich ganz automatisch mehr.

Miriam: Und dann kann ich es einfacher hinnehmen, dass andere Leute eine andere Sicht der Dinge... Oh ja, stimmt. Dann kann ich es schätzen lernen, dass andere Menschen eine andere Meinung haben als ich.

Florian: Und dass es vielleicht Zweinungen gibt da draußen.

Miriam: Zweinung ist toll, Dreinung ist auch toll.

Florian: Und wir haben jetzt viel über diese Feedback-Geschichte gesprochen oder so, was ist, wenn ich jetzt persönlich angegriffen werde. Und das Gleiche gilt natürlich auch im politischen Bereich oder im religiösen Bereich. Gibt es da eine Wahrheit, eine einzige Wahrheit? Können wir es tatsächlich überprüfen oder nicht?

Miriam: Ich führe ja immer so gerne diese empirische Doppelblindstudie der Universität in Göttingen an. Viele unserer Präparate bei QVC sind getestet in empirischer Doppelblindstudie und deswegen mag ich den Begriff so, es klingt so wichtig. Nur, wenn ich Menschen gelegentlich frage, auch in unseren Seminaren, woher weißt du das? Gibt es eine empirische Doppelblindstudie da draußen, die sagt, so ist es? Dann sagen die ja, nee, das ist Erfahrung.

Florian: Ja, genau. Oder ich sehe das dem ja an.

Miriam: Ja. Und da haben wir demnächst noch einen spannenden Podcast zu. Zu diesem, ich glaube das einfach. Nur wenn ein Mensch etwas glaubt, dann ist es super, dass er das tut.

Florian: Ja, und toll, wenn jemand in die Interaktion geht. Also ich habe das auch bei Teams manchmal, dass die Menschen, wo ich am Anfang wirklich dachte, das sind die kritischsten Menschen, die gegenüber von irgendeiner Veränderung stehen, dass das am Ende die sind, die auch ganz viel Energie da reintragen und dass ich da wirklich ganz viel auch rausholen kann, weil die sich damit beschäftigen. Da ist ja Energie im Raum.

Miriam: Das stimmt.

Florian: Die bringen sich ein, die befassen sich damit. Das ist ja ganz toll.

Recht haben UND glücklich sein

Miriam: Gut, ein Podcast, ein Tipp, der wichtigste, der kam, glaube ich, schon raus. Wenn du in Zukunft Diskussionen, die sich vielleicht nach oben schaukeln könnten, vermeiden möchtest, ist ein Tipp von uns in jedem Fall. Entspannend. So weit, wie es eben geht.

Florian: Bist du ganz einfach in deinem Leben, ganz automatisch schon in jede Situation reingehst und sagst, das ist die Meinung von meinem Gegenüber und es gibt da eine Zweinung und es ist sehr spannend auch zu erkunden.

Miriam: Eine Deinung und eine Meinung. Oder vielleicht auch dankbar sein dafür, dass der andere mich in seine Sicht der Dinge eintauchen lässt. Dass er mir seine Welt öffnet, dass er ein Fenster, eine Tür öffnet.

Florian: Dieses Angebot zum Austausch, also wie auch immer das ausgesprochen war, ein Angebot zum Austausch, ein Angebot, um gemeinsam was zu besprechen, um in die Interaktion zu kommen, um gemeinsam was zu erleben.

Miriam: Heißt es, sich dem anderen auch öffnen an der Stelle? Ja. Selbst wenn es in einer Beziehung ist?

Florian: Ja, ich glaube schon.

Miriam: Also bei mir hilft es super. Ich liebe das sehr. Und dieses Meinung-Deinung finde ich schön, einfach, dass du es dir merkst, dass jeder Mensch das haben darf und dass ich dem anderen seine Meinung, die Deinung zugestehe.

Florian: Das Schöne ist ja auch, wenn jemand anders das haben darf, darf ich das auch haben und dann ab dem Zeitpunkt bin ich auch genauso gleichwertig an der Stelle. Da entsteht ja tatsächlich Augenhöhe. Da bist du ja genauso viel wert wie alle anderen.

Miriam: Humor ist auch gut.

Florian: Humor hilft auch. Immer, immer, immer. Ja, deswegen lachen wir so wenig. Jetzt gerade nicht. Jetzt wird es ernst.

Miriam: Gut, und ich glaube, also mit diesem einmal kurz durchatmen, bevor die Antwort käme normalerweise. Habe ich schon diese kurze Entspannung, diese kurze Verzögerung drin?

Florian: Und dann ist das Glücklichsein ganz einfach. Das war ja der ursprüngliche Anfang von unserem Podcast. Das stimmt. Recht haben und glücklich sein. Recht haben. Ich habe bei mir recht, mein Gegenüber hat bei sich recht und gemeinsam sind wir glücklich.

Miriam: Dem habe ich nichts hinzuzufügen, außer Werbung. Werbung ist immer gut. Dieser Podcast wird gesponsert von www.kontext-denken.de, unsere Homepage mit all unseren Angeboten. Willst du dich weiterbilden, willst du noch besser werden?

Florian: Willst du noch mehr Podcasts hören?

Miriam: Kommen auf unsere Seite. Da gibt es alle Podcasts der Vergangenheit auch noch zum Nachhören und meinen Blog und unser Seminarangebot. Wir freuen uns sehr über dein Feedback. Schreib uns, wie du den Podcast fandest. Wie hat er dir gefallen? Was hat dir besonders gut gefallen? Welche Themen wünschst du dir für die Zukunft von uns?

Florian: Wie gehst du damit um, Recht zu haben und glücklich zu sein?

Miriam: Wir freuen uns sehr auf deine Geschichten. Und wahrscheinlich haben andere Menschen auch sehr viel davon, wenn unter diesem Podcast eine Menge von Rechthaben und Glücklichsein-Geschichten stehen. Genau. Gemeinsam Rechthaben. Vielen Dank fürs Zuhören.

Florian: Dankeschön.

Miriam: Und bis nächsten Donnerstag.

Florian: Tschüss.

Miriam: Tschüss.

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