Der Außenspiegel ist ab, die neue Handtasche versteckt im Schrank, eine unangenehme Nachricht aus der Familie liegt schwer im Magen. Erzählen? Oder lieber schweigen, damit es keinen Ärger gibt? Eine Hörerin hat genau diese Frage geschickt — und Miriam findet das Thema ehrlich kompliziert. Florian hat wie immer eine Idee dazu, und irgendwann geht es auch um Vanilleeis.
Was mir auf dem Herzen liegt
Miriam: Willkommen bei kontext*denken.
Miriam: Zwei Gehirne, ein Podcast.
Miriam: Mit den Themen, die das Leben so schreibt.
Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Miriam: Ich weiß nicht, ob ich dir das jetzt verraten soll.
Florian: Ob du mir was verraten sollst?
Miriam: Ja, was mir so auf dem Herzen liegt.
Florian: Dir liegt was auf dem Herzen?
Florian: Ist dein Herz ganz platt jetzt?
Florian: Ist das wie wenn man so ein Blatt in ein Buch drückt, dass man das dann länger aufheben kann?
Miriam: Nein.
Florian: Sondern?
Miriam: Das ist so, das fühlt sich schwermütig an.
Florian: Das fühlt sich schwermütig an.
Florian: Jetzt hast du plötzlich am Herzen was hängen oder was?
Miriam: Nein, weil ich nicht weiß, ob ich es dir wirklich sagen soll.
Florian: Ach so.
Florian: Vielleicht sollten wir es nicht im Podcast besprechen.
Florian: Vielen Dank, liebe Hörer.
Florian: Bis nächste Woche.
Miriam: Das ist das Thema.
Florian: Was ist das Thema?
Miriam: Dass wir nächste Woche wieder einen Podcast machen?
Miriam: Bis zur hundertsten Folge haben wir Hörerthemen gesammelt und ich bin sehr dankbar für die vielen Zusendungen.
Miriam: Und bevor wir jetzt loslegen mit dem für diese Woche gestifteten anonymen Thema: immer in der Beziehung alles gegenseitig sagen, auch wenn es verletzend sein könnte.
Miriam: Erstmal Eigenwerbung, am Samstag ist es soweit, in Mönchengladbach Sprachzaubertag, der einzige in diesem Jahr, gestern erreichten mich noch zwei Anrufe, kommt ihr nochmal nach Eisenach?
Miriam: Nein, dieses Jahr nicht mehr, vielleicht nächstes Jahr, dieses Jahr nicht, dieses Jahr der einzige Sprachzaubertag überhaupt, nächste Woche Samstag in Mönchengladbach, Start um 10 Uhr, 5 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt.
Miriam: Allerdings.
Miriam: Und alle Informationen und Tickets.
Florian: So kurz gibt es uns dieses Jahr definitiv nicht mehr.
Miriam: Genau, www.kontext*denken.de.
Miriam: So, hätte ich dir das jetzt nicht verraten sollen.
Florian: Was?
Miriam: Mit dem Sprachzaubertag.
Florian: Ach, das war das, was du mir nicht erzählen wolltest?
Miriam: Nein, nein, nein, das war was anderes.
Florian: Ach so. Ja.
Miriam: Richtig.
Florian: Wann geht es denn jetzt los mit dem Thema eigentlich?
Miriam: Das ist das Thema.
Miriam: Also erstens soll ich mir sozusagen Dinge verkneifen, die vielleicht für mich wichtig wären, obwohl wir in einer Beziehung sind, damit ich dich damit nicht belästige oder belaste.
Florian: Zum Beispiel, also das ist ein anonymes Thema, das heißt, aber weißt du so ein bisschen Details wenigstens?
Florian: Also geht es darum, ich habe in die Suppe Petersilie reingemacht, obwohl ich weiß, dass du sie nicht magst, aber ich habe sie so klein gemacht, dass du sie nicht magst.
Miriam: Und ich weiß, dass du allergisch bist.
Miriam: Okay, also, nein. Das ist es nicht.
Miriam: Also die Hörerin schrub ganz konkret, dass sie Informationen aus ihrer Familie bekommen hat, die sie gerne mit ihrem Partner geteilt hätte und sie wusste, dass ihn das belasten würde.
Miriam: Es ging konkret um den Bruder, die Schwägerin und also Familienkonglomerate und jetzt macht sie sich Sorgen darüber, dass sie das verheimlicht, obgleich sie weiß, dass sie ihrem Partner im Grunde damit ihrer Meinung nach einen Gefallen tut.
Florian: Weil er es gar nicht wissen wollen würde.
Miriam: Kompliziert, verstehst du?
Miriam: Ich habe gedacht, heute mal was Kompliziertes.
Florian: Oh je, so ein Thema, wo ich erstmal, dafür habe ich gerade gar keinen Kopf, dafür mache ich mir das Leben viel zu sehr, viel zu leicht, um über sowas dann nachzudenken.
Der abgefahrene Außenspiegel — und das Glaskugellesen
Miriam: Also ich würde jetzt was erfahren. Ich würde jetzt irgendwas erfahren, zum Beispiel, keine Ahnung, oder sowas wie hier, ich habe irgendeinen Schaden am Auto gemacht.
Miriam: Also hätte ich. Also habe ich nicht. Habe ich nicht. Ja, guck nicht so. Habe ich nicht. Alles gut, alle Autos.
Florian: Ist das jetzt so eine Hidden Message? Nein.
Miriam: Also ich wäre jetzt, keine Ahnung, im Außenspiegel früher mal an einen Laternenpfahl gefahren.
Miriam: Und hätte dann gedacht, ich sag's dir nicht, weil riechst du dich nur auf. Ich lasse das einfach reparieren, stillschweigend. Und wenn du das Auto das nächste Mal zu sehen bekommst, ist alles wieder so, wie es war.
Florian: Und falls wir zusammen vorher am Auto vorbeilaufen... Fährst du, weil auf der Beifahrerseite ist der Schaden. Und von außen schuckelst du dich immer so ganz entspannt, also legst du dich so halb über die Motorhaube drüber, so lasziv, um notfalls mich abzulenken.
Miriam: Ist das ein Enttäuschungsmanöver oder ist das Nervenschonerei?
Florian: Ja, vor allem, wo ist der Grat zwischen den beiden? Ja, also das eine könnte ja... Also wie viel würde man dann tun? Weil vielleicht könnte ja auch ein Mann was verheimlichen.
Miriam: Richtig.
Florian: Ja, ich habe da auch so...
Miriam: Wie?
Florian: Du hast Geheimnisse vor mir? Vor dir nicht. Nur ich habe so Geschichten von meinem Papa schon gehört. Der hat so einen Teil Investitionen gemacht. Früher einfach bei... Bei dem gehen sehr viele Investitionen sehr gut und die eine oder andere, da steckt halt auch Risiko drin, dafür große Abseits, großes Potenzial. Die eine oder andere ging bei dem auch schon mal schief und ich weiß nicht, inwieweit er dann immer über beide Arten von Investitionen geredet hat.
Miriam: Ich kenne auch Frauen, die gehen einkaufen.
Florian: Und erzählen dann nicht.
Miriam: Sondern sagen, nein, die Handtasche habe ich schon seit 30 Jahren.
Florian: Das hast du mir doch letztens gesagt.
Miriam: Ich? Niemals. Auf so eine Idee würde ich doch bei dir nicht kommen. Du bist doch großzügig, so heißt du ja auch. Ja, das stimmt.
Florian: Im konkreten Fall ging es darum, dass jemand nicht belastet werden sollte. Ja, genau.
Miriam: Das ist ein kniffliges Thema. Im NLP nennen wir es Glaskugelleserei. Ich greife also den Gedanken des anderen Menschen vor und denke mir, was der sich denken würde oder welche Sorgen der sich machen würde.
Florian: Vielleicht weiß ich es sogar ziemlich genau. Vielleicht habe ich es ja schon 17 Mal getestet.
Miriam: Ich habe auch einen Bekannten, der erzählt mir immer sogar relativ stolz, dass er und sein Vater alles von der Mutter verheimlichen, damit die sich nicht aufregt. Nein, du nicht. Da gibt es offenbar mehrere, wenn du es auch wärst. Das ist ein anderer. Dann überlegen die sich quasi, was würde die sich jetzt denken?
Miriam: Und wenn ich sage, ihr wisst doch gar nicht, was die denkt. Solange sie es nicht gesagt hat, ist es ja nicht klar. Und dann sagen die, aus der Erfahrung...
Florian: Submodalitäten, Meta-Modell, Miriam und ich halten das so in unserer Beziehung, dass wir dann über solche Themen trotzdem reden. Nur weil es letztes Mal Stress gab, heißt ja nicht, dass es jetzt auch wieder Stress gibt. Und ich finde das Konzept seltsam, dass ich etwas erzählen könnte, was sich dann belastet.
Florian: Oder wenn es mich beschäftigt, wenn es mich irgendwie gerade umtreibt, dann finde ich das fair, dass wir irgendwie auch drüber reden. Und dann können wir es ja vielleicht kurz halten, nur erzählen würde ich es trotzdem.
Miriam: Gut, und wir haben einen Deal und wir üben uns beide auch in Entspanntheit, was das angeht. Die Miri von vor zehn Jahren hätte vielleicht auch nicht alle Informationen bekommen von allen Menschen, weil ich doch auch an der einen oder anderen Stelle früher dazu neigte, ein ganz schönes HB-Männchen zu sein.
Florian: Dann direkt unter der Decke zu schweben.
Miriam: Ja, und ich hatte schon den Eindruck, manchmal kamen ja dann Sachen Jahre später raus, wo ich dann gesagt habe, wieso habt ihr mir das damals nicht gesagt? Und dann haben alle so ein bisschen peinlich berührt nach unten geguckt.
Florian: Für dein eigenes Gutes.
Miriam: Genau, zu deinem eigenen Schutz.
Florian: Ja, oder? Weil eben manchmal ein Konflikt entstehen würde. Das ist, glaube ich, eher die Angst davor, dass ich mich nochmal mit einem Thema auseinandersetzen müsste, mit dem ich mich nicht auseinandersetzen will. Vielleicht bin ich mir ja gar nicht so selber, oder so war das bei mir in der Vergangenheit, wenn ich über so etwas nachdenke, vielleicht bin ich mir selber gar nicht so einig, ist das gut, ist das nicht gut.
Entspannt ins Gespräch — und was Priming damit zu tun hat
Miriam: Vielleicht würden wir ja aus Sicht des NLP hier auch ganz anders mit umgehen, also schon sprachlich.
Florian: Was meinst du denn genau?
Miriam: Also erstmal wäre es sozusagen für uns ja oder für mich, für mich hat dieses Glaskugellesen komplett aufgehört. Ich stelle mir Situationen immer in perfekt vor, selbst wenn ich schon mal andere Erfahrungen gemacht habe, damit ich mich allein schon aus dem egoistischen Grund, dass ich mich vorher nicht schon verrückt mache oder mir Gedanken mache über etwas, was so vielleicht gar nicht stattfinden wird.
Florian: Um einer anderen Person, die mir entgegenkommt, auch den Raum zu geben, dass die sich vielleicht verändert hat, seitdem wir uns das letzte Mal über dieses Thema unterhalten haben. Vielleicht entspannter ist, was auch immer. Und dann gehe ich zumindest nicht unentspannt schon mit so Befürchtungen in die Situation rein, was ja auch transportiert wird einfach auf einer so bewussten Ebene. Körpersprache, Mimik.
Miriam: Genau. Und dann ist es ja immer noch die Frage, wie, in welcher Situation und in welcher eigenen Anspannung ich Dinge mitteile. Denn ich habe mich früher dabei beobachtet, wenn ich unangenehme Dinge vermeintlich zur Sprache bringen musste. Vor einem anderen Menschen.
Miriam: Also es blieb mir sozusagen nichts anderes übrig, weil es ging nicht um den Außenspiegel, sondern die ganze Seite des Autos. Also sozusagen nicht zu übersehen.
Florian: Da konntest du dich auch auf der Motorhaube räkeln.
Miriam: Richtig.
Florian: Hätte trotzdem niemand abgeleckt, weil die Motorhaube gar nicht mehr richtig saß.
Miriam: Also es war dann klar, das ist jetzt einfach so. Dann war ich sehr unentspannt, als ich schon in das Gespräch reinging, in der Erwartung, dass ich jetzt... Und Erwartung ist nicht so richtig, in der Befürchtung, ne? Ja, in der Befürchtung, dass es jetzt Schimpfe gibt, Vorwürfe, was auch immer.
Miriam: Und das war mir anzumerken, weil ich schon bevor ich überhaupt an das Thema ging, so eine Art wahlweise Defensiv- oder auch Offensivhaltung eingenommen habe. Also ich war bereit...
Florian: Und das ist die Einladung, liebe Hörerinnen, liebe Hörer, an dich auch mal zu überlegen, wie ist das, wenn du so ein Thema hättest? Ist das dann der Zustand, mit dem du in so ein Gespräch reingehen möchtest? Weil...
Florian: Priming-Theorie, also diese Theorie, dass wir über unsere Gedanken bestimmte Bahnen im Gehirn auch aktivieren und bestimmte Körperhaltung aktivieren und so. Wenn das die Befürchtung tatsächlich ist, wie unvoreingenommen gehe ich denn dann tatsächlich in das Gespräch rein und gebe meinem Gegenüber auch wirklich ein faires Spielfeld, wo ich sage, vielleicht hat die Person sich ja verändert oder vielleicht geht es heute ganz entspannt, ganz anders als sonst. Weil es ist ja anders als letztes Mal. Mindestens Zeit ist ja vergangen seit dem letzten Mal.
Miriam: Ich zitiere an so einer Stelle auch ganz gerne diese wirklich mittlerweile sehr bekannte Studie der Universität in Göppingen, die sich intensiv damit befasst hat, der Sage nach, der Legende nach, wie viele Probleme im Leben von Menschen tödlich sind.
Florian: Exakt immer nur eins pro Person.
Miriam: Das ist schon mal eins der Ergebnisse. Und tatsächlich, und das ist sehr, sehr spannend, finde ich, 99,9999999% aller Probleme im Leben von Menschen sind es nicht. Wir bleiben dann also auf einer Minimalzahl von 0,0000001 Problemen sitzen, über das keine Forschungen mehr angestellt werden können. Weil diese Menschen darüber keine Auskunft mehr geben. Nein, geh nicht ins Licht.
Miriam: So, das heißt, wenn es schon mal nicht um Leben und Tod geht, kann ich schon mal einen Gang zurück.
Florian: Und wir reden wirklich, also ne, das sind ja wirklich fast alle, also. Ja. Jetzt mal von wirklich extremen Situationen irgendwo ausgenommen. Aber die meisten Sachen sind ja im Kopf viel schlimmer, als sie dann tatsächlich in der Praxis sind. Also es gibt ja Menschen, die haben sich früher irgendwie fünf Tage lang die Hölle heiß gemacht für dann zehn Minuten Stress, der in der Realität entstanden ist und dann vielleicht sogar eine relativ einfache Lösung.
Florian: Und was wir, wofür wir plädieren, ist halt die fünf Tage Stress vorher wegzunehmen, weil wozu? Und vielleicht sind, wenn ich die fünf Tage Stress vorher nicht habe, die zehn Minuten dann nicht mal mehr stressig, sondern dann ist es eben auch ganz einfach.
Der andere darf sich aufregen — und Wut ist auch Energie
Miriam: Auf jeden Fall achte ich heute sehr auf mich auch, bevor ich in so ein Gespräch gehe, wo ich früher geglaubt hätte, dass es schwierig hätte werden können, dass ich mich besonders gut entspanne, dass ich mich noch mal witzig aufstelle, dass ich sogar, das ist jetzt eher für die Profis unter unseren Hörern, derer gibt es ja einige, die unserem Podcast zuhören, sogar witzig aufstelle, also mit Humor aufgeladen, dass das Ganze eben jetzt nicht lebensbedrohlich wird, sondern im Zweifelsfall allerhöchstens die Lästigkeitsstufe erreicht.
Miriam: Wenn das so wäre, könnte ich jetzt für die, die noch nicht so geübt sind im NLP oder in anderen Kommunikationsformen, könnte ich auch einfach sagen, ich stifte ganz bewusst dem anderen Menschen den Raum, dass er sich auch mal eine Runde aufregen darf darüber.
Florian: Genau.
Miriam: Und das ist okay.
Florian: Das ist ja dann vielleicht, je nachdem, um welches Thema es geht, das ist auch einfach fair. Oder das ist irgendwie, die erste Reaktion ist halt so, gerade Männern wird ja nachgesagt, dass die darüber auch irgendwie, dass das halt so eine Reaktion wäre. Dann entsteht da so eine Wut. Nur, das ist ja auch der Sitz von Energie. Die kann ja dann auch kanalisiert werden, eben aus dieser Wut raus in jetzt eine Schaffenskraft rein und jetzt tun wir mit dem Problem irgendwas Sinnvolles. Das kann das ja auch sein. Braucht ja gar nicht irgendwie sich in irgendwas reinsteigern. Die Frage ist nur, wie entspannt bleibt die Umgebung bei sowas.
Miriam: Genau, also an der Sachlage selbst ist ja dann oft in dem Augenblick zumindest gerade nichts zu ändern. Also je nachdem, was es wäre. Genau, also nehmen wir das kaputte Auto, das ist halt so lange kaputt, bis es dann in die Werkstatt kommt. Exakt. Und auch das ist okay, die meisten kaputten Autos fahren sogar noch.
Florian: Oder es ist ein Strahlschaden, dann gibt es halt ein neues Auto. Und ja, das kann auch anstrengend sein oder vielleicht nicht in die Pläne reinpassen oder was auch immer. Nur passiert ist es dann sowieso schon.
Florian: Und ich mag das ganz gerne, egal was bei uns so passiert, in der Beziehung auch oder auch wenn es im Job ist. Ich unterstelle den Leuten dann nicht Absicht an der Stelle, sondern ich gehe mal davon aus, dass das halt ein blöder Fehler war einfach. Oder es ist irgendwas passiert. Ja, Mist, haben wir jetzt vielleicht alle keine Lust zu, auch keine Zeit, keine Ressourcen noch zusätzlich für. Nur, es hilft an der Stelle ja nichts mehr, passiert ist passiert. Und dann, wie gehen wir jetzt konstruktiv an der Stelle damit um?
Florian: Wenn ihr jetzt in einer Beziehung wärt da draußen, gäbe es da noch so einen Trick, man könnte theoretisch so ein Signal ausmachen in der Beziehung, wo man sagt, nee, jetzt nicht so ein guter Zeitpunkt, um darüber zu reden oder so ein Signal auszumachen, um zu sagen, pass mal auf, lass mich mal einfach 10 Minuten reden bitte. Ich möchte die Geschichte mal zu Ende erzählen können und dann darfst du antworten oder so.
Florian: Wir dürfen ja, du darfst ja so sanft mit dir umgehen, wie du möchtest.
Miriam: Der ist ein schöner Tipp, finde ich. Das fühlt sich sehr schön an.
Florian: Weil in der Beziehung so kleine Signale zu haben, so kleine Absprachen zu haben, zu sagen, ja, wir dürfen uns gegenseitig Sachen sagen, wenn uns was auffällt oder wir dürfen uns gegenseitig kurz anhalten und sagen, hey. Eingang runterschalten kann ja auch ganz spannend sein und ganz entspannt.
Florian: Und solche Absprachen einfach zu haben, dass wir sagen, ja cool, was auch immer für uns beide mal ganz praktisch sein könnte. Vielleicht ist es auch hinterher, dass wir nach einer Situation merken, wow, in Zukunft würden wir an der Stelle gerne so ein Signal haben für, oh, lass mich mal fünf Minuten einfach jetzt hier in Ruhe und dann sehen wir uns wieder oder so. Das sind ja alles so Kleinigkeiten. Wir sind ja Erwachsene.
Florian: Was sagt Badesalz so schön? Ich bin 40 Jahre und Elektroingenieur. Ich kann so viele Böbbelsche Eis essen, wie ich will, oder? Böbbelsche gibt es überhaupt nicht. Ach, dann sag du mal.
Miriam: Ein uralter hessischer Klamauk, möchte ich sagen. Badusalz sagt dann, ich bin 42 Jahre und Elektroingenieur. Nee, das sagt der Vater zum Sohn. Du, mein Sohn, kannst selbst entscheiden, wie viel Vanilleeisbällchen du haben willst.
Das große Ziel im Blick — Vanilleeis statt Grübeln
Miriam: Wir sind erwachsen und manchmal ist es auch gar nicht so cool, so wahnsinnig erwachsen zu sein und alles so fürchterlich zum Herzen zu führen. Mir liegt was auf dem Herzen, ist ja ein Bild, über das Florian sich zu Anfang des Podcasts schon so kurz mal, also er hat sich mal so über dieses Bild gelehnt und hat genauer hingeguckt. Das stimmt. Da liegt hoffentlich außer ein paar sehr gesunden Blutgefäßen nichts drüber und alles andere lässt sich ja tatsächlich meist lösen.
Miriam: Und ich selbst mag auch die Situation lieber, Dinge offen zur Sprache zu bringen und gerade in den vergangenen Jahren auch mit den zunehmenden Kommunikationsfähigkeiten, die wir entwickelt haben, sehr bewusst. Allerdings. Ist das viel, viel, viel leichter geworden.
Miriam: Dazu kommt, dass ich in einem großen Luxus lebe, mit extrem gut kommunizierenden Menschen umgeben zu sein in meinem nächsten Umfeld, die Dinge, vermeintliche Probleme, Herausforderungen im Leben von verschiedenen Perspektiven betrachten.
Florian: Weil eigentlich möchten wir ja, und gerade auch du, wenn du zu Hause bist oder wenn ihr in einer Beziehung seid, ihr habt ja ein größeres gemeinsames Ziel, ihr seid ja mal zusammengekommen aus irgendeinem Zweck, wo ihr sagt, ja, so stellen wir uns unsere gemeinsame Beziehung vor. Und es darf ja weiterhin dieses große, triangulierende Leitbild bleiben. Dann ist da vielleicht was passiert.
Miriam: Was meinst du mit triangulierendes Leitbild?
Florian: Es gibt die Beziehung und dann ist da ja irgendwie dieses Thema, was da irgendwie gerade rumfummelt oder was auch immer gerade belastend war. Nur es gibt eben in dieser, wenn es nur die Beziehung und dieses Problem gibt, ist es vielleicht schwer aufzulösen. Was das Sinnvolle wäre, nur wenn wir dann nochmal auf den Zweck schauen und sagen, was ist denn, wieso sind wir denn zusammen, was ist denn das, was wir erreichen möchten, auch in dieser Situation einfach nur, wie wäre es denn in richtig gut?
Florian: Dann ist es viel einfacher zu sagen, ah okay, da ist halt mal wieder was irgendwo in der Familie passiert, jetzt weiß es auch, bringt jetzt vielleicht auch nicht, wenn wir da 20 Minuten drüber sprechen. Du bist informiert. Komm, lass uns über was anderes reden. Zum Beispiel über Vanilleeis.
Miriam: Vanilleeis, das ist eine gute Idee.
Florian: Das ist eine sehr gute Idee.
Miriam: Mit Florian habe ich da auch wirklich eine der schönsten Erfahrungen gemacht, als ich mal einen kleinen Schaden an unserem Auto erledigt hatte. Ich habe das einmal ausprobiert.
Florian: Reicht für mich.
Miriam: Und es war so überhaupt kein Thema.
Florian: Ja, da hast du angerufen, ne? Das war er. Und ich habe mir sofort Sorgen um dich gemacht.
Miriam: Ja, also es war fantastisch.
Florian: Und als dann klar war, dass es Miri gut ging, alles andere ist...
Miriam: Ja, also das sind schöne Gefühle, die wir da uns auch gegenseitig machen können. Und die Situation dann an der Stelle so zu nehmen, das wäre jetzt erstmal das, was wir in diesem Podcast in Kürze an Tipps rausgeben können. Also sorge dafür, dass du entspannt in so ein Gespräch gehst und nicht schon im Vorfeld aufgewühlt, weil dann ist deine Verfassung für eine gute Kommunikation deutlich besser schon oder noch besser als für gewöhnlich.
Miriam: Verliert nicht das Ziel der Beziehung, in dem das Gespräch stattfindet. In dem Fall der Hörerin war es ja tatsächlich die eigene Beziehung, also die Mann-Frau-Beziehung. Das große Ziel, immer mit im Raum haben. Wir sind ja ein glückliches Paar, wir lieben uns ja aus bestimmten Gründen. Allerdings. Genau.
Miriam: Und ja, dann gibt es natürlich auch noch dieses, lass uns eben, oder diese kleinen Zeichen, die vereinbart werden können, für das ist jetzt kein guter Zeitpunkt oder jetzt nehme ich mir fünf Minuten, um das kurz darzustellen, dann hast du deinen Raum, um dich dazu zu äußern und dann gehen wir Eis essen. Kann funktionieren. Kann funktionieren.
Florian: Wir machen so einen Quatsch. Wir machen so einen Quatsch wirklich.
Praktitioner, Master und der Sprachzaubertag
Miriam: Wer professioneller einsteigen möchte in die Materie, ist nach wie vor herzlich willkommen im Herbst Practitioner. Es gibt noch Plätze vom 25. September bis zum 5.10.
Florian: Wir hätten auch im Sommer Master tatsächlich Plätze noch frei. Wenn du schon einen Practitioner irgendwo mal gemacht hast, einen NLP Practitioner, dann geht es gleich auf die große Bühne.
Miriam: Das stimmt. Also auch da hast du die Möglichkeit, bei uns einen Quereinstieg zu machen. Dann ruf uns bitte an. Telefonnummer ist auf unserer Homepage, dann können wir das klären. Der Master ist ansonsten offen für die Menschen, die bei uns den Practitioner erledigt haben.
Miriam: Und für alle, die sagen, Mensch, das interessiert mich, das Thema ist toll und ich höre den Podcast gerne und ich würde es auch gerne können. Wie gesagt, 25.09. bis 5.10. Voraussetzungen gibt es keine. Habe ich neulich einen Anruf gehabt von einer Kundin, die sich anmelden wollte. Die sagte, da gehen ja wahrscheinlich nur Kommunikationsprofis hin. Nein, die gehen da raus.
Miriam: Deswegen, wir freuen uns, dich kennenzulernen, egal auf welchem Weg. Nächste Woche Samstag am 9. Juni 2018 in Mönchengladbach zum Sprachzaubertag oder gleich zum großen Seminar. Und ja, ansonsten nächste Woche wieder beim Podcast.
Florian: Allerdings. Bis nächsten Dienstag.
Miriam: Bis dann. Tschüss. Tschüss.