NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 113

Liebe ohne Bedingungen

Ein Liebesvertrag?? So wie ein Ehevertrag?

Jetzt anhören

Direkt hier starten oder später im Transkript weiterlesen.

In dieser Folge

Darum geht es

Am Ende auch noch für Freundschaften? Für manche wäre es genau richtig - vermuten Miri und Florian. Dann würden sie sich nicht immer solche Vorwürfe machen, was alles wäre wenn und aber. Dieser Podcast reiht sich einmal mehr in die Beziehungsthemen ein und fragt zurecht: Wie können Menschen Liebe messbar machen? Vor allem in Beziehungen!! Miriam und Florian spielen mit der Idee eines "Liebesvertrags" und eines "Freundschaftsvertrags": Was stünde da drin, und was passiert bei Vertragsbruch? Dabei geht es um das große Wenn-Dann in Beziehungen, um unausgesprochene Regeln und um die Frage, warum Traumpaare sich immer über dieselben Dinge streiten. Über das Meta-Modell der Sprache (Stichwort Nominalisierungen, "Nebel in Tüten") zeigen sie, wie man in Beziehung und Freundschaft konkreter wird — und warum Liebe für Miriam etwas ist, das man tut und erlebt, nicht verspricht. Mit einem Hinweis auf die fünf Sprachen der Liebe und die Zaubersprache-Ausbildung.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

Spring direkt zu einem Kapitel oder lies die Folge von Anfang an.

Kapitel dieser Folge
  1. Ein Liebesvertrag — was stünde da drin?
  2. Das große Wenn-Dann in Beziehungen
  3. Nebel in Tüten: genauer werden im Meta-Modell
  4. Liebe ohne Bedingungen — und Bewertung trotzdem
  5. Nicht labern, praktizieren — Liebe, die man erlebt

Der Ehepartner soll sich netter benehmen, die Kinder gute Noten schreiben, die Freundin öfter anrufen — und dann wäre alles gut. Kennst du dieses große Wenn-Dann in Beziehungen? Miriam und Florian spinnen die Idee eines "Liebesvertrags" weiter, lachen sich durch das Thema und landen doch bei einer Frage, die es in sich hat: Lässt sich Liebe überhaupt an Bedingungen knüpfen?

Ein Liebesvertrag — was stünde da drin?

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.

Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.

Miriam: So, wenn wir den Podcast einmal so machen würden, wie ich mir das vorstelle, dann würde das wahrscheinlich endlich dieser Tony Award oder dieser Grammy oder dieser, wie heißt dieser andere Preis in Deutschland da, den wir haben wollen?

Florian: Weißt du, was ich gerne hätte? Dass wir den Podcast mal morgens aufnehmen. Den Bambi. Morgens, also da, wo noch Zeit ist. Und dann in einer schönen Location.

Miriam: Das McDonalds-Café. Verstehst du, das geht so nicht. Ich weiß schon, wie es geht. Ich bin seit 40 Jahren Profi in dem Bereich.

Florian: So alt bist du doch noch gar nicht.

Miriam: Doch. Und ich merke einfach, dass ich die Kontrolle manchmal verliere über die Qualität dieses Podcasts. Und dann schreiben uns das auch die Hörer. Im Subtext dessen, was die schreiben, steht sowas drin wie Miri, wenn du mal die Bestimmungen machen würdest, dann würde das qualitativ echt abgehen. Und so ist es echt...

Florian: Ja, so ist es echt.

Miriam: Manchmal nur noch Kokolores.

Florian: Das stimmt.

Miriam: Ja, und es ist kein Kokolores-Podcast, da gibt es andere, deine Freakshow zum Beispiel, das ist ein Kokolores-Podcast.

Florian: Die behandeln ernsthafte Themen, vier Stunden lang.

Miriam: Vier Stunden lang.

Florian: Ja, über Macs und Internet und alles mögliche.

Miriam: Dieser Podcast möchte Menschen Lebensqualität stiften und das Thema, das wir heute haben, das hat wirklich auf mein Seelenkonto eingezahlt.

Florian: Welches Thema haben wir denn?

Miriam: Liebe und Freundschaft unter meinen Bedingungen. Ich habe so viele Gespräche in letzter Zeit gehabt, auch aufgrund der Tatsache, dass wir ganz viel unterwegs waren und viele fremde Menschen kennengelernt haben, die mir dann geschildert haben, ihre Beziehungsprobleme, ihre Freundschaftsprobleme, ihre Probleme mit Eltern, Schwiegereltern und so weiter.

Florian: Und es wäre alles besser, wenn sich die Menschen an die Regeln der anderen halten würden.

Miriam: Wenn die Ehepartner sich den Ehefrauen, mit denen ich gesprochen habe, gegenüber endlich fair verhalten würden, das einlösen würden, was sie versprochen hatten, bevor sie geheiratet haben, wenn sie sich freundlicher, netter, charmanter benehmen würden.

Florian: Ja, das kenne ich, ja. Wie, das kennst du? Von dir, ja.

Miriam: Was willst du denn jetzt damit sagen? Ich bin die netteste, charmanteste Person der Welt.

Florian: Vielleicht sollten wir dieses Thema nicht machen. Ich? Weil wir ja auch ein Beef zwischen uns haben. Jetzt ja. Jetzt ja. Spätestens jetzt. Jetzt, wo du es sagst. Wenn du dir Regeln einfallen lässt, dann lasse ich mir auch Regeln einfallen.

Miriam: Nee, es ist ein großes Thema. Frag mal da draußen. Die meisten würden ja sagen, doch, ich will den jetzt durchfahren und es ist mir wichtig, weil es ist das Thema, was so viele Menschen, das ist das, was immer gekommen ist. Miri, wenn ich Florian und dich so sehe, warum seid ihr denn so glücklich? Seid ihr immer so glücklich oder spielt ihr das nur? Oder wenn ihr immer so glücklich seid, wie ihr so tut, da ist ja schon eine Vorannahme drin, ne? Wenn ihr da immer so glücklich seid, wie ihr so tut, dann ist da noch irgendwo der Hack. Und wir sind gar nicht immer gleich glücklich.

Florian: Das stimmt. Manchmal geht es auch rund bei uns.

Miriam: Manchmal sind wir hyperglücklich.

Florian: Ja, das stimmt. Und manchmal subglücklich.

Miriam: Manchmal subglücklich. Es gibt verschiedene Temperaturen von glücklich bei uns.

Florian: Verschiedene Farben habe ich an diesen Theaterwochenende gelernt.

Miriam: Verschiedene Temperaturen und Farben von glücklich gibt es. Wir haben sie alle im Pitch.

Florian: Das stimmt.

Miriam: Ja, das macht die Beziehung sehr spannend. Und woher kommt denn Liebe? Also ist Liebe etwas, was überhaupt Bedingungen kennt? Gibt es so eine Art Liebesvertrag? Es gibt ja Eheverträge. Da geht es ja um so formelle Dinge. Geld und Geld und dann auch noch Geld. So, dann gibt es ja jetzt, gäbe es sowas wie Liebesverträge. Könnten Paare nicht, wenn sie sich kennenlernen und feststellen, was mögen wir, dann könnten die einen Liebesvertrag abschließen. Weil wirklich, es sind schöne Paare, die ich treffe, die sehen zusammen toll aus und sind witzig und es ist seit Jahren Knatsch oder Beef. Beef, wer hat denn das erfunden, dass Knatsch auf einmal Beef heißt? Und die beefen sich immer über das Gleiche? Warum lachst du denn so? Ich wollte einen todernsten Podcast machen.

Florian: Das ist eine meiner Grundbedingungen, wenn du so ein total ernstes Thema machst. Das ist halt schwierig.

Miriam: Leute, denkt nicht, dass Florian das veralbert. Der ist ja NLP-Trainer und weiß um die Angsthaftigkeit dieses Themas. Was würde in so einem Liebesvertrag denn drinstehen?

Florian: Ich liebe dich nur, wenn XYZ. Zum Beispiel. Ich habe ja zwei Laikinder bekommen durch Miriam. Ich liebe dich nur, wenn die sich benehmen.

Miriam: Ja, das stimmt.

Florian: Das steht da drin. Und ich habe dafür zu sorgen, dass die sich benehmen und zwar so benehmen, wie es in deinem Sinn... Und auch gute Noten machen und wenig Aufwand, was Lernen angeht.

Miriam: Und die Klamotten nicht dreckig machen.

Florian: Und nur coole Freunde mitbringen.

Miriam: Später auch coole Freundinnen vielleicht.

Florian: Ist egal. Ja, ist egal.

Miriam: Noch was?

Florian: Ja, die sollen die Computerspiele mögen, die ich mag und sich für Elektronik und Bücher interessieren.

Miriam: Das steht in dem Vertrag?

Florian: Ja.

Miriam: So, wenn der jetzt nicht eingehalten wird?

Florian: Ja.

Miriam: Wenn die jetzt nicht nur mit Einsern und Zweiern nach Hause kommen? Ja. Was dann? Das Vertragsbruch?

Florian: Ja, da kümmerst du dich drum.

Miriam: Da kümmer ich mich drum.

Florian: Klar, ist doch nicht mein Thema.

Miriam: Das stimmt. Mach ich ja auch.

Das große Wenn-Dann in Beziehungen

Miriam: Leute, nur dass wir es glauben, wir machen jetzt ein bisschen Kokolores um das Thema und es ist wirklich das Thema Nummer 1, beobachtet mal Paare in eurer Umgebung, vielleicht kennt ihr welche, ihr seid vielleicht glücklich, das ist toll und beobachtet mal Paare in eurer Umgebung, wo ihr immer denkt, Mensch, die wären doch wirklich ein Traumpaar. Warum ist bei denen ständig sowas wie Gnatsch? Oder warum streiten die sich immer über die gleichen Sachen? Oder warum entartet ein Abend in Richtung Stress und einer verlässt dann frühzeitig die Szene, wo die doch so toll zueinander passen würden im Grunde oder auch schon so viele tolle Sachen zusammen gemacht haben? Und es ist oft, dass der eine auf den anderen zeigt und umgekehrt und dieses Argument kommt, ja wenn der mal endlich das und das tun würde oder wenn der mich endlich da in Ruhe lassen würde oder wenn die doch mal dies und jenes lassen würde, dann wäre doch unsere Beziehung toll, dann wäre ich doch glücklich. Also ein deutliches, großes Wenn, Dann.

Florian: Was ist denn jetzt die Lösung?

Miriam: Was ist die Lösung? Das ist ja genau die Frage, die uns gestellt wird. Wir haben 36 Beziehungskiste-Videos online, da geht es ein bisschen ins Detail. Also eine Empfehlung wäre, schau mal da rein, wenn du sie noch nicht kennst. Wir haben fast alle Klassiker da. Wir sind schon am Planen einer zweiten Staffel.

Florian: Ja, das stimmt.

Miriam: Und ich glaube, erstens, Punkt, und das möchte ich jetzt sagen, um so ein kleines bisschen zurückzurudern, es gibt keine Generallösung, weil jedes Paar ist anders. Und in meiner Welt ist Liebe, also dieses große Wort Liebe, Liebe, dass du in deinem Leben vermutlich schon an der einen oder anderen Stelle zumindest gefühlt hast für irgendjemanden oder irgendetwas. Das ist doch nichts, was messbar ist, oder?

Florian: Es gibt doch kein Applausometrisch. Also gerade wenn es jetzt um Freundschaft geht oder so, du hast den ja über beide gezogen, über Liebe und über Freundschaft. Und gibt es da nicht einfach Randbedingungen an mancher Stelle? Also es fühlt sich doch zumindest erstmal so an, als würden wir das normalerweise machen.

Miriam: Vielleicht mangelt es auch an deutlichen Absprachen. Vielleicht mangelt es daran, dass Paare sich nicht wirklich am Anfang ihrer Beziehung schon darüber austauschen, wie wichtig ist Treue, wie wichtig ist Respekt vor der Zeit des anderen. Weißt du, solche Sachen.

Florian: Und hat der eine oder die andere irgendwas versprochen.

Miriam: Und hat der eine oder andere irgendwas verstanden, was versprochen wurde oder nicht?

Florian: Nein, hat er nicht oder sie nicht. Können wir schon als Grundannahme in den Raum nehmen? Was super schwer ist. Und tatsächlich auch, ich habe das in letzter Zeit auch wieder gesehen mit den Versprechen. Da werden manchmal Versprechen auch nicht richtig verstanden. Oder es wird eben über zwei verschiedene Dinge gesprochen, was die Bedürfnisse angeht. Es klingt immer so klar. Und dann in der Praxis ist es halt doch in Abstufung. Oder manchmal, und das passiert Miriam und mir ja auch, dass wir sagen, wir machen jetzt irgendwas cooles und die Idee, die Intention dahinter ist, dass wir gemeinsam noch mehr Spaß haben. Und dann setzen wir diesen Plan um und dann stellt sich heraus, nee, funktioniert nicht. Und dann war es ein Learning. Und man funktioniert es auch echt über eine gewisse Dauer nicht. Und dann, puh. Und dann ist es ein Learning, genau. Und da hilft uns tatsächlich diese, in der systemischen Therapie würde es heißen, die Triangulation mit dem großen Ziel. Wir sind da und wir tun was und die Frage ist, was war denn die ursprüngliche Intention, das ursprüngliche Ziel, was hatten wir als Traum mal im Raum, was war unsere Vision an einer bestimmten Stelle, der Wunsch, was auch immer dein Wort dafür ist. Und dann dagegen abzugleichen, kommen wir dem näher oder nicht und wenn wir dem nicht näher kommen, dann vielleicht auch zu sagen, okay, war ein netter Versuch, jetzt machen wir wieder was anderes oder vielleicht passen wir noch was an.

Miriam: Ich weiß nicht, wie viele Paare, die uns jetzt zuhören, oder einer von beiden, das machen, sich einmal im Jahr hinzusetzen. Wir machen das ja gerne zwischen den Jahren, also so nach Weihnachten und vor Silvester. Dass wir auf der einen Seite, wir sind ja auch Geschäftspartner, dass wir auf der einen Seite Businessplan machen, also was machen wir im nächsten Jahr, wenn es nicht schon feststeht, wir verfeinern das. Was sind die Ziele für die nächsten fünf Jahre, Abgleich zum vergangenen Jahr. Und auch das Thema Beziehung und auch das Thema Rudel, also die Kinder mit uns. sind dann unterschiedliche Themen. Und bei Beziehungen mal zu schauen, was war unsere ursprüngliche Intention, was wollen wir denn jetzt weiter tun mit uns beiden? Was wünscht sich der eine, was wünscht sich der andere fürs nächste Jahr? Wo haben wir noch Weiterentwicklungspotenzial? Wo wünschen wir uns einfach gemeinsame Dinge? So, das ist ganz schön, da mal wieder zu sprechen, weil das kann sich ja auch verändern über Jahre, in denen Menschen zusammen sind.

Nebel in Tüten: genauer werden im Meta-Modell

Florian: Und ein Trick ist dann eben, vielleicht ein Stück weit genauer zu werden.

Miriam: Unbedingt, weil bei dem Thema Treue, Respekt, Liebe, Glück sind wir im NLP, und das ist ein NLP-Podcast, bei sogenannten Nominalisierungen im Sinne des Meta-Modells der Sprache. Ich sage das jetzt einfach mal, weil es ist Practitioner-Stoff und ich finde es wichtig, dass die, die sich für NLP interessieren, das mal gehört haben.

Florian: Miris Abkürzung dafür ist Nebel in Tüten. Also was heißt denn Liebe? Oder was heißt, wir verbringen mehr Zeit miteinander? Richtig. Also um einfach mal rauszubekommen, was genau ist damit gemeint? Wie viel Zeit stellt sich der eine oder die andere vor? Wie viel Zeit genau? Wie wird die verbracht? Was passiert da?

Miriam: Und...

Florian: Dann eben auch dieser Abgleich über beide, vielleicht in eine konkrete Situation reinzugehen. Das ist was, was ich auch sehr liebe in Teams, zu sagen, was hatten wir denn letztens mal gemacht? In vielen Teams, in denen ich arbeite, gibt es morgens so eine gemeinsame Runde, wo alle Teammitglieder zusammenkommen, alle Leute, die in einer Gruppe arbeiten, zusammenkommen und kurz besprechen, was sie diesen Tag machen. Und dann ist wirklich eine spannende Frage, also es leuchtet vielen Leuten ein, zu sagen, okay, wir kommen morgens zehn Minuten zusammen und erklären uns das. Nur dann ins Detail reinzugehen und zu sagen, wie sieht denn das genau aus? Also was wäre denn so ein ideales Meeting? Ist das tatsächlich, der Timo sagt kurz, wow, ich habe heute vor, mit dem Kunden Meier zu telefonieren und dann heute Nachmittag möchte ich mich an das große Angebot für die Fabrik XY setzen. Und dann sagt jemand anders, sagt irgendwie das, was er zu tun hat und der Hans sagt noch was und die Steffi sagt noch was. und reicht es, wenn die das alle sagen oder möchten wir da Interaktionen haben, sollen die sich gegenseitig auch Fragen stellen. Wie sieht es genau aus? Und genauso in der Beziehung. Wie sieht ein Frühstück aus, das wir gemeinsam haben? Wie soll der Urlaub nächstes Jahr aussehen? Ist es ein Urlaub am Strand, sehr entspannt? Wir machen den ganzen Tag nichts, außer in der Sonne flätzen und uns gegenseitig ab und zu einen Kuss geben. Und das ist es. Oder ist es ein Abenteuerurlaub? Ein Wanderurlaub könnte das sein.

Miriam: Nein, nein, nein, bitte hör jetzt auf. Wir wollen nicht so ins Detail gehen jetzt. Später dann. Nicht live im Podcast. Nein. So, seht ihr, da geht es schon los.

Florian: Und Miri und ich wären uns voll einig, dass wir zwei Wochen Urlaub zusammen machen möchten.

Miriam: Wir machen es auf jeden Fall. Und wenn ich mir Wanderschuhe kaufe.

Florian: Wanderschuhe kaufen ist eine Option.

Miriam: Gibt es schöne Wanderschuhe?

Florian: Klar gibt es tolle Wanderschuhe.

Miriam: Allein um die zu tragen, würde ich mal einen Tag mit dir wandern gehen. Es wird genauer. Also wird genauer mit den Menschen, die dir wichtig sind, damit sie dich verstehen können und andersrum genauso. Denn hier setzt auch unser Ansatz von Zaubersprache an. Menschen glauben immer, dass sie sprachlich sich genau das gesagt haben, was sie meinen. Und hier kommt der größte Streit zustande, wenn einer zum anderen sagt, und das haben wir in Beziehungen ganz häufig, das habe ich dir doch vor einer Woche genau erklärt, wie ich das meine. Du sagst, ja, du hast das und das gesagt. Nein, das habe ich nicht gesagt.

Florian: Also das darf ich natürlich nicht sagen, nur, also ich kenne zwei NLP-Trainer, bei denen das auch anzupassen ist. Das ist lustig. Selbst da noch. Haben wir da nicht drüber gesprochen? Nein. Also so hat man das nicht verstanden. Oh, okay. Kommunikation ist das, was der Zuhörer tut oder wenn ich wissen möchte, was ich gesagt habe, frage ich dem, dem ich was gesagt habe, was er verstanden hat. Darum geht's. Also es ist halt, Kommunikation ist kein, ich schicke, wenn ich mit jemandem spreche, ich schicke nicht einen Brief los, der dann 100% verstanden wird, sondern es ist einfach in der Interaktion. Ich sage was, jemand anders sagt mir, was ist davon angekommen und daran kann ich dann wieder abgleichen, wie viel mehr Details brauche ich. Vielleicht ist es ja, bei Beziehungen ist es ja oft so, dass mit der Zeit ist einfach klar, dass wir unter Urlaub ein Wanderurlaub verstehen.

Miriam: Wir. Ich habe das schon gehört. Also so weit sind wir dann schon. Sonst wäre diese ganze lange Ausbildung auch echt für die Füße gewesen, wenn du mir sowas einfach unterschieben könntest.

Florian: Schritt für Schritt.

Miriam: Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein.

Florian: Strandurlaub. Schritt für Schritt. Wir machen den ganz kleinen Schritt.

Miriam: Auch Schritt für Schritt habe ich verstanden. Und viele Schritte machen einen Kilometer.

Florian: Das stimmt. auf dem Weg nach oben zum großen Ziel am Gipfelkreuz.

Liebe ohne Bedingungen — und Bewertung trotzdem

Miriam: Also das ist übrigens der nächste Tipp. Florian und ich nehmen das sehr mit Humor, wie du siehst. Also wir lieben uns gegenseitig und diese Gewissheit gibt mir und auch Florian die Sicherheit, dass wir am Ende eine Lösung finden. Für mich ist Liebe nichts, was irgendwie verbraucht oder abgezogen oder mehr oder weniger sein kann. Liebe ist immer da. Außenrum können Menschen allen möglichen Kokolores machen, das stimmt. Und wenn ich mich morgens, wenn ich aufwache, entscheide, dass Florian der Mann ist, den ich liebe, dann gilt es für die nächsten 24 Stunden und dann kann Florian sozusagen machen, was er will. Der kann sich auf den Kopf stellen, mit den Füßen wackeln und ich liebe ihn weiter. Und das ist ja tatsächlich ein Schritt, wenn du mir das vor sieben, acht Jahren gesagt hättest, vor dieser Ausbildung, hätte ich dir einen Vogel gezeigt und hätte gesagt, oh nein, auch meine Liebe kennt Grenzen. Und das ist jetzt in meiner Welt nicht mehr so. Die Liebe an sich ist für mich ein völlig grenzenloser, bedingungsloser Grund.

Florian: Ja, das ist doch keine gute Idee, oder?

Miriam: Doch. Das heißt nicht, dass ich alles gut finde, was du machst.

Florian: Und ich liebe dich. Noch nicht, ne?

Miriam: Nein, auch nicht weiterhin. Es gibt, da gibt es Grenzen bei. Deine Aktionen, deine Tätigkeiten, deine Aussagen. Mein Gehirn bewertet das weiterhin. Das hat nichts damit zu tun, wie sehr ich dich liebe. Es hat was damit zu tun, wie ich manche Haltungen von dir finde, bewerte, wie auch immer aus Miris Welt heraus sehe und denke.

Florian: Haltungen, wenn ich was in der Hand habe oder was?

Miriam: Innere Haltungen. Möchtest du es noch genauer wissen?

Florian: Miri droht mir mit einem Kochlöffel über den Tisch hinweg.

Miriam: Ich habe gerade keinen zur Hand, sonst hättet ihr es da draußen gehört. Ja, okay. und in verfahrenen Situationen, also Situationen, in denen schon viel gestritten wurde und oder sich auch verletzt wurde vielleicht und manche Menschen glauben, dass sie das wirklich können, sich gegenseitig verletzen und wenn das da ist, dann ist das leichter gesagt als getan, Dinge humorvoll zu nehmen oder anzufangen, sich Dinge genauer zu erklären oder genauer nachzufragen, habe ich das richtig verstanden? Hier wären wir ja sogar bei gewaltfreier Kommunikation, habe ich richtig verstanden, dass du das und das damit meinst? So, das ist wirklich sich Zeit nehmen für den anderen.

Florian: Und tatsächlich auch am Anfang vielleicht drüber zu sprechen, was denn das gemeinsame Ziel ist. Das hilft wirklich zu sagen, also im Moment, ja, wie könnte ich denn anfangen, zu sagen, das große Ziel für unsere Beziehung, mein großes Ziel für unsere Beziehung ist, dass wir mehr Zeit miteinander verbringen, dass wir uns häufiger sehen, dass wir viel mehr miteinander arbeiten. Und in diesem Rahmen eben zu sagen, und deswegen wünsche ich mir mehr das und das. Und ja, manchmal ist es vielleicht auch praktisch zu sagen, das was in meiner Welt im Moment nicht läuft ist, um dann zu sagen, was ist das, was ich mir mehr wünsche. Weil nur, weil ich mir in der Freundschaft oder in der Beziehung was anders wünsche oder was sage, ah, das funktioniert nicht, ist ja noch nicht klar, was ich mir eigentlich wünsche. Was ist das, was... Das Ziel wäre, das Zielbild nochmal abzugleichen. Das ist immer eine gute Idee.

Miriam: Ja und Bedingungen bei Freundschaften, meinetwegen macht ein Freundschaftsvertrag.

Florian: Wir sind nur befreundet, wenn wir uns viermal im Monat sehen. Zum Beispiel.

Miriam: Es gibt solche unausgesprochenen Regeln, wo dann der eine schnippig wird dem anderen gegenüber, weil er fünfmal angerufen hat und der andere nur dreimal in zwei Wochen oder so. Das gibt es. Das wäre der richtige Augenblick für so einen Vertrag. Wir sind befreundet unter den und den Bedingungen. Jeder ruft einmal in der Woche an.

Florian: Klingt schon sehr deutsch.

Miriam: Ja, und hey, wenn manche leben es, ohne es zu sagen. Das wäre ja mal dann wenigstens so ins Wahrheit, Klarheit geschaffen. Meine Freundschaft unter diesen Bedingungen. Du benimmst dich so, du tust dies und das, du besuchst mich so und so oft, du rufst mich so und so oft an, du schreibst mir so und so viele WhatsApps und auch keine mehr, weil noch mehr finde ich dann wieder aufdringlich. Das geht. Das geht. Mach doch mal. Das wäre an der einen oder anderen Stelle, wäre es wenigstens ehrlich. Wirklich. Mach doch mal.

Florian: Miri, bist du da so vehement? Weil ich so, ja, naja, fühlt sich dann schon nicht mehr richtig an, ne?

Miriam: Ach ja. Was da dran fühlt sich nicht mehr richtig an?

Florian: Du sollst natürlich auch die Freiheit haben, die du haben möchtest. Also ich möchte auch einen coolen, freien... Wäre doch mal cool.

Miriam: So einen Freundschaftsvertrag vom Notar versiegelt.

Florian: Nein, nein, es soll auch frei sein und sich ändern dürfen. Das ist was, was mit Versprechen, ne? Manchmal versprechen wir ja Dinge. Und dann ist die Frage wirklich, wie... Ich nehme eine Inflation in Versprechen wahr bei manchen Menschen, die dann alles mögliche versprechen und dann wird es irgendwie auch echt komisch, das zu halten. Vielleicht sollten wir einfach weniger versprechen, um einfach klar zu machen, die Intention an der einen oder anderen Stelle war, dass wir uns viermal im Monat gesehen haben und diesen Monat war es irgendwie schwierig.

Nicht labern, praktizieren — Liebe, die man erlebt

Miriam: Das Wort versprechen ist ja schon spannend. Da haben wir noch keinen Podcast drüber gemacht. Das stimmt. Und wir hatten einen Teilnehmer, der NLP sehr schön übersetzt hat mit nicht labern, praktizieren. Ja. Und das sehe ich so auch. Eine Freundschaft, eine Liebe ist für mich etwas, was praktiziert ist. Etwas, was getan wird. Etwas, was gelebt wird. Und nicht etwas, was be- oder versprochen wird. Weil jemand erfährt ja die Wahrhaftigkeit meiner Haltung zu ihm oder zu ihr in dem, was ich tue. Also Florian erfährt die Liebe, die ich für ihn empfinde, in meinen Handlungen. Und ich wünsche und erhoffe mir, dass das ankommt. Und genauso ist es in meinen Freundschaften. Ich habe jetzt gerade eine, tatsächlich oder noch vor nicht allzu langer Zeit, eine tolle Freundin dazugewonnen, mit der ich viel in Kontakt bin und wo ich das Gefühl habe, jetzt, so wie es mir im Moment geht und so wie Miri im Moment ist, ist da vollste Verständnisebene. Und ich wünsche mir, dass diese Freundin spürt, dass ich einfach mit ihr befreundet sein möchte, dass das wunderbar ist, diese Freundschaft. Und ich lebe diese Freundschaft und ich tue diese Freundschaft.

Florian: Ja.

Miriam: Und ich bin für sie da und ich supporte und ich unterstütze und ich habe Spaß und wir lachen viel. Und wir unternehmen Dinge und wir erleben Abenteuer und genauso ist es eben auch in anderen Bereichen des Lebens. Es wird zu viel versprochen und zu wenig getan. Tu das, was du sagen willst. Das macht es auch wahr. Dann tu es. Da waren wir noch gar nicht so lange zusammen. Da hat Florian zu mir gesagt, was ich so schön finde ist, dass ich das erlebe, dass du mich liebst. Und das hat mir zu denken gegeben. Ich möchte es erleben. Ich möchte keine Versprechungen. Ich brauche von dir nicht zu hören, dass du mich liebst. Ich erlebe es lieber. Und ich freue mich, wenn Florian mir sagt, dass er mich liebt.

Florian: Und es kann an der einen oder anderen Stelle eben auch das richtige Wort sein oder ein ehrliches Wort oder ein authentisches, ein kongruentes irgendwas sagen, genau. Und an der einen oder anderen Stelle ist es vielleicht eine Geste oder eine kleine Tat, ja.

Miriam: Nochmal die fünf Sprachen der Liebe an der Stelle, sehr spannend. Ein Buch, das wir von Herzen empfehlen, gerade für Paare, die im Moment vielleicht so ein bisschen gekringelt haben miteinander. Wir sprechen jetzt nicht von tiefsten Krisen, dafür gibt es Beziehungscoaches, das machen wir nicht. Und da, wo es ab und zu reibeisig ist oder ein bisschen anstrengender, lies mal das Buch, mach mal den Test gemeinsam. Das ist echt cool. Mich hat das sehr viel weitergebracht.

Florian: Die Frage ist, woran erkennt jemand, dass er oder sie geliebt ist und wie würde er oder sie Liebe kommunizieren?

Miriam: Also es ist noch ein Tipp. Dieser Podcast ist voller Tipps. Wir haben lange keine Beziehungskiste gemacht. Hier gibt es viele, viele Tipps jetzt, die sich so angesammelt haben. Und es ist, glaube ich, von heute bis zum nächsten Podcast auch erstmal genug.

Florian: Ja.

Miriam: Wenn du in die Tat gehen möchtest, wenn du mehr Qualität schaffen möchtest in Freundschaft, Liebe oder diesen Podcast empfehlen möchtest an ein Paar, eine Freundesbeziehung, wo du gerade denkst, da wird der gebraucht, dann mach das bitte von Herzen gerne und dann ist es eine wertvolle kleine Schatzkiste voller Möglichkeiten, hier tätig zu werden, ohne gleich den Practitioner zu machen. Apropos, im Januar geht es wieder los. Hier sammeln wir gerade wieder eine wunderbare Gruppe von neuen Zaubersprachlern zusammen. Und es ist immer ein Riesen-Event, eine tolle Sache, diese Ausbildung. Meld dich an, erkundige dich bei uns kostenfrei und verbindlich, was da abgeht und was du lernst und wie du davon profitierst. Auf www.kontext*denken.de Oder bei uns persönlich info at kontext*denken.de Der Podcast erscheint immer Dienstags.

Florian: Das stimmt. Das ist jetzt schon... Ich bin am Ende.

Miriam: Ich möchte nicht weiter. Ich möchte leben.

Florian: Ich möchte statt drüber reden... Ist das eine Bedingung jetzt, dass wir jetzt aufhören?

Miriam: Nein. Keine Bedingung mehr.

Florian: Das heißt, wir machen jetzt einfach noch ein Stündchen.

Miriam: Möchtest du?

Florian: Nächste Woche wieder.

Miriam: Ah, cool.

Florian: Das ist eine gute Idee.

Miriam: Und tun, ne?

Florian: Ja.

Miriam: Lieber tun. Ja. Wir lieben es drüber zu sprechen und wir tun jetzt wieder was.

Florian: Jetzt ist mal wieder Zeit für was zu tun. Oh herrlich.

Miriam: Der Podcast hat keine Altersfreigabe. So, reicht. Sehr cool, ab geht's.

Florian: Wir hören uns nächste Woche wieder, wenn es wieder heißt.

Miriam: Zwei Gehirne.

Florian: Einlachen.

Miriam: Ja, das stimmt. Heute hast du viel mehr gedacht. Ha, wir sollten mal Strichliste führen.

Florian: Tschüss jetzt. Bis nächste Woche.

Miriam: Tschüss. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss bis nächste Woche. Bis zum nächsten Podcast.

Weiterdenken

Wenn es etwas Neues gibt, geben wir dir Bescheid.

Im Newsletter landen neue Episoden, Seminartermine und Gedanken, die sich auch ohne Kopfhörer weiterdrehen.

Zum Newsletter