Du schaust morgens in den Spiegel und entdeckst eine neue Falte — und schon meldet sich der Gedanke: "Ab jetzt geht's bergab." Barbara Klein und Miri drehen diese Erzählung um. Barbara trainiert seit über 16 Jahren eine Gruppe von 60- bis 85-Jährigen, die auf dem Trampolin springen, Liegestütze machen und nach Hüft-OP und Bandscheibenversteifung fitter dastehen als so mancher Dreißigjährige. Warum das keine Elite-Truppe und keine Außerirdischen sind, sondern eine Frage von vier Minuten am Tag, hörst du hier.
Wiedersehen mit Barbara: Zwei Gehirne, ein Podcast — heute mal anders
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Miriam: Ja, dann grüße ich nochmal. Ganz anders als sonst. Die Komfortzone erweitert sich. Ich bin es jetzt fast schon gewöhnt, dass ich mit Florian gemütlich im Wohnzimmer sitze und ein neues Podcast-Thema aufzeichne. Und seit gefühlt viel zu langer Zeit darf ich heute mal wieder mit meiner Lieblingsexpertin in Sachen besser fühlen, besser aussehen und auch noch Freundin Barbara Klein zusammen podcasten. Es ist das Paradies für eine Podcasterin. Hallo Barbara.
Barbara: Hallo Miri und hallo liebes Publikum.
Miriam: Hallo daraus. Florian ist nicht da, ich sag's nur gleich für all die Florian-Fans. Und er hat uns beste Grüße mitgeschickt in diesem Podcast und freut sich genauso wie ich auf das Thema, das wir heute antriggern. Superspannend für alle, die morgens ab und zu in den Spiegel schauen und denken, ha! Ich bin sichtbar gealtert. Da waren doch vor einem Jahr noch weniger Fältchen oder keine Ahnung, ich merke es an meiner Kondition. Die Geschichte des Altwerdens ist eine Geschichte voller Missverständnisse, ihr Lieben. Ich habe es mit Barbara ab und zu mal vor unseren Sendungen im Fernsehkaufhaus für alle, die es nicht wissen. Barbara und ich moderieren dort sehr regelmäßig zusammen tolle Shows, die viele Menschen mitnehmen auf dem Weg eines gesünderen, jüngeren, entspannteren Lebens. Barbara, da bist du Expertin. Du bist jetzt auch keine 20 mehr.
Barbara: Ich formuliere es mal vorsichtig.
Miriam: Ü50. Du siehst granatengut aus. Du bist Vorbild für viele Männer und Frauen und hast deine ganz eigene Philosophie dazu. Kennst du die Augenblicke bei dir selbst, wo du denkst, das ging früher auch schon leichter?
Barbara: In jedem Fall, aber ich weiß auch, es ging früher auch schon schwerer.
Miriam: Ja, sehr schöne Ansage gleich zu Beginn. Du trainierst Leistungssportler, klar, und betreust die. Was ich ganz toll finde, nicht nur das, sondern du hast Menschen jeden und wirklich jeden Alters bei dir und bist in der Bewegung. Kannst du uns mal so kurz erzählen, in welcher Altersrange du unterwegs bist bei deinen Kunden?
Barbara: Also, damit ich diese DVDs oder Apps oder dieses Wissen mit Menschen teilen kann, die ich nicht sehe, nämlich wenn die am Fernsehen oder eben hinter der Kamera mitmachen, obwohl ich sie nicht sehe, dafür möchte auch ich üben, praktizieren mit Menschen, die ich sehe. Deswegen unterrichte ich auch noch selber. Und die Gruppen, mit denen ich unterrichte, sind unterschiedlich und in einer Gruppe warst du ja jetzt heute Morgen auch dabei. Unfassbar! Und da habe ich eben heute, jetzt zurückzukehren, eine Gruppe, die ist sozusagen zwischen, damit ich niemand auf die Füße trete, zwischen 60 und 85, wobei die 60 hier... Sagt es noch 85? 85, ganz genau. Zwischen 60 und 85 und die 60-jährigen Babys, sage ich jetzt mal, sind absolut in der Unterzahl und ab und zu verirrt sich dort auch wieder eine Jungmutter hin, weil man da Kinder abgeben kann, hier im Stephans, im Studio in München. Und dann ist es aber so, dass ich diese Gruppe vor 16 Jahren eben übernommen habe, mit Mitte 30, die waren damals Ü50 und ich dachte mir eben, was will ich mit den Senioren hier? Das sehe ich heute auch anders. Und die sind in den letzten 16, 17 Jahren mit mir zusammen und das eben tatsächlich nur chronologisch älter geworden. Denn die sind damals zu mir aus dem Trainingsbereich gekommen, haben Gewichte gestemmt, haben so klassisch, das war ja das Schwarzenegger-Studio, habe ich dir ja gezeigt. Einfach so unter dem Motto Kraft alleine ist alles und wir haben uns zusammen mehr oder weniger tatsächlich jünger trainiert und wer rechnen kann ist, wenn damals eben jemand Mitte 50 war, dann ist er heute eben einfach Mitte 70 und viele waren damals schon über 60 und sind jetzt eben über 80. Die sind also vor mir zwar älter geworden, aber eigentlich jünger. Und weil ich eben dort Montag für Montag gesehen habe, es ist machbar, liebe ich es, dieses Wissen mit anderen Menschen auf DVDs zu teilen.
Was den Seniorensport zur Unverschämtheit macht — und warum Haltung älter macht als Falten
Miriam: Wir haben gleichzeitig zu diesem Podcast auch ein klitzekleines Video produziert, um das mal mit Bildern zu untermalen. Ich dachte, ich gehe heute in Seniorensport mit. Ihr lieben Leute, also wenn mir demnächst einer sagt, mit 80 geht es nicht mehr, dann macht es in mir Knirsch, weil was ich da heute gesehen habe, waren hochgradig attraktive, aufrechtgehende, sportliche, figürlich bestens aufgestellte Menschen, die entspannt Leistungssport gemacht haben. Ja. Und ich durfte Interview machen mit zweien von ihnen, die ganz offen, also die haben heute eine Stunde mit Barbara auf dem Trampolin gestanden, nicht gestanden, gebaust und gehüpft und geturnt und haben mir dann als erstes gesagt, ja nach meiner Hüft-OP jetzt ist das das Beste. Unglaublich beweglich, unglaublich fit und viele meiner persönlichen Glaubenssätze über diese Etappe irgendwann ab 70 haben sich heute in ihren Grundmauern verändert und ich bin total dankbar darüber. Ich habe das Wort sexy im Kopf gehabt während des Turnens.
Barbara: Und das sehe ich eben auch, wie gesagt, fast jeden Montag, wenn ich da bin und komme jetzt zurück zu deiner ursprünglichen Frage, wo du eben einfach auch nur gesagt hast, was assoziiere ich mit Alter, geht es auch mir so, wenn ich in den Spiegel schaue und da tut sich über der Oberlippe, rechts und links der Augen wieder eine neue Falte auf, dann ist es aber tatsächlich so, dass ich sage, ja klar, da dehydriert nun mal eben nicht nur die Bandscheibe, sondern auch die Gesichtshaut. Aber gleichzeitig muss das jetzt nicht immer assoziiert werden mit hässlicher. Das ist ja unser Thema. Wir denken, Falten machen hässlich und das ist einfach nicht so. Was in meinen Augen hässlicher und älter macht, ist eine schlechte Haltung. Wenn wir in uns zusammen sinken, wenn wir eben vom Sofa nicht mehr hochkommen, wenn vermeintliche Problemchen größer werden, weil wir nicht dagegen ankämpfen, wenn dann die Gesichtswinkel mehr oder weniger nach unten gehen, also Mundwinkel und alles zieht und da war diese Gruppe eben auch immer schon für mich so eine Gruppe, wo ich sage, genau wie du, da steht... Da stehen die Herren Ü70, Ü80 und sie sind sexy und sie fangen an zu leuchten und zu glowen, wortwörtlich, wenn sie mit dieser Bewegung rauskommen. Und sie gehen aufrecht und sie stehen aufrecht und sie müssen auch nicht langsamer gehen. Das ist ein Thema, was uns sehr häufig älter aussehen lässt, wenn wir so, der Bayer sagt ja, hinhatschen, einfach langsamer. Sondern wenn wir sagen, nee, hier stehe ich, bumm, bäng, aufrecht und deswegen assoziiere ich tatsächlich Haltungen mit Gesundheit und eben auch mit einer sexy Ausstrahlung.
Miriam: Jetzt gibt es ja schon ganz, also mich selbst haben während meines gesamten Lebens heftigste Glaubenssätze, da sind wir bei Sprachzauberei, unsere Stammhörer kennen den Begriff auch schon, also Dinge, die in unserem Gehirn als Regel abgelegt werden. So funktioniert das Leben, so funktioniert das Menschsein, so funktioniert Gesellschaft, so funktioniert Kindererziehung, so funktioniert das Altern. Seit ich denken kann, erreichen mich Glaubenssätze diesbezüglich. Das ging los mit, wenn du erstmal zwei Kinder hast, wirst du nie wieder die Figur haben wie vorher oder... Warte mal ab, bis du 60 bist, dann treibst du auch nicht mehr so viel Sport, das geht dann auch gar nicht mehr. So und jetzt habe ich heute diese Leute da erlebt und die kommen ja auch beruflich aus allen Bereichen, das ist also keine Elite-Truppe, die ich da angetroffen habe, sondern ein bunt gemischtes Publikum mit unterschiedlichsten Lebensgeschichten und alle wirken mal eben 15 bis 20 Jahre jünger, als sie mir gesagt haben, dass sie sind. Genau. Wo ist die Stelle?
Die große Stellschraube: Bewegung finden, die Spaß macht
Barbara: Die Stelle ist tatsächlich in der Bewegung. Deswegen, du weißt, und wir lehren es ja auch, gesunde Ernährung, manchmal mit schlauen Nahrungsergänzungsmitteln, die vielleicht in einem gestressten Alltag Helferlein sein können, in der heutigen Zeit ja auch tatsächlich in diesem Ernährungsdschungel immer schwierig. Die einen sagen fünfmal essen, die anderen dreimal, die einen no carb, low carb. Wie auch immer, die eigentliche richtig große Stellschraube für in meinen Augen Begriff Best-Aging, weil Anti gibt es ja nun mal nicht und ist ja auch nicht schlimm, wir lehren ja dabei auch und lernen ja dabei auch schöne Sachen und deswegen ist älter werden auch toll, ist trotzdem die riesengroße Stellschraube die Bewegung. Und die Bewegung finden, die Spaß macht und das kann sich eben dann tatsächlich auch verändern. Wenn uns keine Bewegung in unserem ganzen Leben je Spaß gemacht hat, dann habe ich einfach zu früh aufgehört zu suchen. Weil irgendetwas findet sich und das ist in Anführungszeichen, um es ganz trocken zu sagen, sogar messbar. Denn es werden Stresshormone abgebaut und es werden Glückshormone aufgebaut. Und wenn ich gedacht habe, ich muss in einem Fitnessstudio immer nur an die Handelbank und schwere Teile in den Trizeps hineinstrecken und ich gehe raus, dann ist es ganz logisch, dass wenn uns dann danach irgendwas wehtut, dass wir sagen, ich habe es doch gewusst, es ist nichts für mich. Und wer zum Beispiel sagt, à la Strunz, den ich übrigens liebe, Dr. Strunz, laufen, laufen, laufen, jeden Tag 30 Minuten einfach laufen und man hat beim Laufen eben nie den Flow und Glow und die Glücksgefühle entdeckt. Unterschrei, ich... und man hat danach dann gesagt, sorry, also mich macht es nicht glücklich und dann soll mein Leben halt ohne Sport sein, auch der hat zu früh aufgehört zu suchen und du hast ja selber gesagt, obwohl ich kaum einen kenne, der den jetzt Trampolin nicht glücklich macht, aber Trampolin trotzdem nicht so deins ist, dann hast du es im Bereich BMI gefunden, einfach mit Körpergewicht 20 Minuten bewegen. Und es gibt eben jeden, und wenn jemand sagt, das ist in Anführungszeichen die Herzfrequenz, die darf bei mir gar nicht groß nach oben schießen, dann den Partner, den Freund, die Freundin nehmen, wen auch immer, das Hündchen nehmen und sagen, und heute bei Wind und Wetter, da gehe ich 20 Minuten raus und mache eine Art Achtsamkeitswalk, mal wieder Bäume anschauen, Luft genießen, zurückkehren und jetzt gerade auch im Herbst sich dann den Tee machen. Das alles sind Sachen, die machen glücklich und das alles sind Sachen, die machen uns aufrecht und das dann im Kopf einfach auch abspeichern, das ist ja den Podcast, den wir schon hatten zum Thema Schweinehund, abspeichern, wie gut sich das angefühlt hat und drum kommen die Menschen, die du heute gesehen hast, Miriam, seit 17 Jahren jeden Montag.
Miriam: Das haben sie mir persönlich so gesagt. Also ich habe wirklich mit Zeugen gesprochen, eines attraktiven Alterns. Das Wort passt gar nicht, es kommt mir schwer über die Lippen. Was ich heute, worüber ich auch nachgedacht habe, war dieses, unsere Gesellschaft ist schon darauf ausgelegt, dass wir hauptsächlich sitzen. Also es ist so, weil wenn ich überlege, wie die Tagesabläufe von den meisten Menschen gestrickt sind, egal ob sie jetzt noch im Beruf sind oder vielleicht schon darüber hinaus gegangen sind in eine Phase der Rente oder das ist ja auch eine individuelle Gestaltung. Es gibt Fernsehen, es gibt Computer, es gibt Buchlesen und es gibt ganz viel Sitzen, Sitzen, Sitzen, Sitzen. Und ich erinnere mich selbst, dass ich als ich Studentin war, wo es diese ganze Sitzmöglichkeit ja auch schon gegeben hat, ich hatte einfach kein Auto. Also ich habe einfach viel öfter notgedrungen mich auf die Socken gemacht zur U-Bahn, zum Bus, mit dem Fahrrad irgendwo hin. Das heißt, ich hatte tagsüber auf natürliche Weise schon immer mindestens eine halbe Stunde Bewegung dadurch.
Barbara: Ich darf ja bei einer der größten Sportmessen hier in München, das ist die ISPO. Aus der ganzen Welt stellen da also die Menschen ihre Sportartikel und auch ihre Sportklamotten vor. Und da sitze ich in der sogenannten ISPO Brand New Jury. Da stellen also ganz, ganz, ganz viele Menschen ihre neu entwickelten, entdeckten Sachen vor. Und ein weiteres Jurymitglied ist ein Professor Hech. Und ich weiß noch, als wir vor fünf Jahren zum ersten Mal dort zusammensaßen, dann war sein Vortrag großartig aufbereitet, Sitzen ist das neue Rauchen. So mittlerweile haben wir diesen Vortrag schon öfter gehört, aber ich kann fast garantieren, er war einer der allerersten Visionäre, der dort eben schon mit Studien, die er zum Teil auch in der Schweiz erstellt hat, beweisen konnte, das Rauchen jetzt nicht toll ist, dass zwei Schachteln natürlich auch zu viel ist und dass ich auch nicht zwei und ich habe noch nie einen Zug in meinem Leben gemacht, aber dass es de facto mittlerweile eben auch nachgewiesen ist, statt nur zu sitzen und sich vielleicht das eine oder andere in ein Gläschen Wein, zwei Zigarettchen zu vereiteln, wäre es gesünder und besser zu sagen, ich genieße dieses Glas Wein oder ich brauche nun mal mein Zigarettchen oder wie auch immer. Aber parallel einfach schrauben sollte und sich etwas Gutes täte, wenn er zumindest 10.000 Schritte ist sehr, sehr, sehr, sehr schwer. Das empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation. Das ist schon fast nicht machbar, wenn man jetzt nicht Briefträger ist oder... Die Backstage-Leute bei QVC, die sagen auch, sie kommen ganz sicher.
Miriam: Ganz kurz, weil wir Zaubersprache machen. Ich würde gerne diesen, das ist ganz schwer, mal rausnehmen, weil ich kenne ganz viele Menschen, die haben kein Thema mit 10.000 Schritten. Ja, genau. Also es gibt das. Und ich gehöre nicht zu denen, die das locker schaffen. Genau, die da einfach auch Spaß dran haben, so wie du gesagt hast. Und deswegen mag ich ja auch dein Konzept so, weil du diesen Druck von, es müssen fünf Kilometer sein oder es müssen zwei Stunden sein. Es muss morgens und abends sein oder es muss fünf Tage in der Woche sein. Nein, ein bisschen. Im Grunde reicht dem menschlichen Körper ein Minimum, ein gar nicht mehr diskutables Minimum. Genau. Bei mir sind es übrigens zwei, allerhöchstens dreimal 20 Minuten in der Woche dieses BMI.
Vier Minuten am Tag: Liegestütz, Squat, Seitstütz — für jeden machbar
Barbara: Und das würde ihr reichen. Und für den Alltag, für Menschen, die jetzt sagen, okay, ich gehe jetzt nicht ins Fitnessstudio oder in meinem Fitnessstudio hat es jetzt nur Zumba, das wäre jetzt nicht so mein Thema. Ganz einfach. Dann der für mich echt abschließende, großartige Tipp. Mehr Schritte. In den Alltag bringen, sich tatsächlich wieder überlegen, dort steht der Bäcker und da nehme ich jetzt nicht das Auto. Oder mal einen Achtsamkeits-Walk machen, die Natur genießen oder eine schöne Musik genießen und rausgehen. Sich warm anziehen und tatsächlich wieder sagen, irgendwie kriege ich ein paar Schrittchen mehr rein. Und dann allerdings sich drei Übungen im Bereich Kraft für diese Haltung, weil das kann der Spaziergang nun mal nicht machen, aussuchen, die ich dreimal die Woche zumindest oder vielleicht auch jeden Tag einbaue. Und da wäre die erste Übung eine Liegestütze, wo ich jetzt schon weiß, wie viele Augen gerade bei den Frauen... Liegestütze, Liegestütze. Und dann ist die Liegestütze schon gar nicht mehr so schlimm. Und irgendwann habe ich die Liegestütze an der Wand ganz locker, dann gehe ich an den Stuhl oder an den Boden sogar und baue diese Liegestütze wo und wie auch immer für eine Minute ein. Dann stelle ich mir als zweite Übung noch vor, hinter mir steht ein Stuhl. Für alle absoluten Einsteiger, Hüft-, Knie-, Rückenpatienten am besten den Stuhl sogar dahin stellen. Und dann sagen, ich verlagere mein Körpergewicht auf die Fersen und stelle mir vor, ich setze mich auf den Stuhl. Und das kann am Anfang fast ein kleiner Barhocker sein und erst später der Tiefehocker. Und auf diesen Stuhl setze ich mich für 30 Sekunden gedacht drauf, bleib hier, irgendwann kann ich das eine Minute. Mit dem Po in der Luft. Mit dem Po in der Luft, genau. Ich nehme den Stuhl nicht wahr. Ich gehe in einen, in der Fachsprache ist das ein tiefer Squat. Tief ist relativ. Jeder sucht sich den Stuhl aus, den er möchte. Merkt, aha, meine Beine, mein Po, mein Rücken. Und dann kann ich diese Liegestütze in der dritten Übung auch noch seitlich machen. Ein sogenannter Seitstütz oder Seitplank. Und auch das ginge an der Wand oder an einem Geländer, wenn ich draußen bin, oder an der Parkbank oder an einem Baumstamm. Ich lehne mich seitlich von jeder Seite dagegen und dann bin ich bei vier Minuten. Rechte Seite, linke Seite, vorne und der Stuhl. Und diese vier, vielleicht erst sogar nur 30, 40, irgendwann 60 Sekunden, die sind ohne jegliche Ausrede integrierbar. Die fordern genau die Muskeln, mit der ich sexy im Alter auch mit 70 stehe, wo meine Schultern hinten sind, wo ich mein Gangbild schmal und flott weiterhin gestalte, sodass dann von hinten würden all unsere Herrschaften heute, jetzt zieh ihnen auf die grauen Härchen noch eine Mütze an, hättest du bei allen gedacht, die sind 30 oder 40 Jahre alt.
Miriam: Ich sag doch, es war bei allen, deswegen, wir werden diesen Film, diesen kurzen Film schneiden und auf YouTube veröffentlichen.
Barbara: Wer noch mehr Tipps möchte, Barbara, du hast auf deiner eigenen Seite... Ja, barbarakleinfacebook.de, auch wenn man bei Facebook nicht ist, kann man draufschauen. Immer wieder Tipps und auch Ausschnitte von DVDs und mit dieser Truppe heute, Miri, glaube ich, die heißt auch noch nicht, habe ich, das war mein Wunsch, die gab es auch gar nie bei QVC. Eine DVD gedreht, die heißt Forever Young. Und da haben wir einfach nur diese DVD abgedreht mit den Herrschaften.
Miriam: Und da sind Übungen drauf, die auch ein Einsteiger mitmachen kann. Jetzt sind wir nämlich beim Thema, weil ja, das höre ich übrigens auch im Kosmetikbereich ganz häufig, da darf ich ja auch viel moderieren bei QVC, so dieses, naja, ich bin jetzt 70, habe schon diverse Malässchen und Probleme, ich brauche ja gar nicht mehr anfangen. Ich habe von dir gelernt, wie extrem reversibel, also wie extrem heilbar unser Körper ist, wenn er Stück für Stück im genau richtigen Tempo wieder in eine Bewegung, in eine Mobilität kommt.
Es ist nie zu spät — und je älter, desto schneller die Fortschritte
Barbara: Es ist nie zu spät. Es ist nie zu spät und die allerschönste Nachricht auch wieder hier, gerade im Bereich Bewegung und Sport, je länger die Pause, je älter wir sind, desto schneller die Fortschritte. Also möchte sich ein 30-Jähriger tatsächlich ratzifatzi verändern und verbessern nach oben, dann hat er erstmal ganz schön zu kämpfen, weil die Natur hat ihn ja noch mit einer guten Grundausstattung versehen. Also möchte der sich verbessern, dann braucht er da schon ein Vierteljährchen, dass da sichtbar, spürbar etwas tut. Wenn jemand Ü50, 60, 70, also gerade Ü70, ich werde auch im Bereich Demenz... Alzheimer, reversible Schäden, die da ganz schnell verbessert werden können. Knorpel, Knochen, Dichte, Muskelfasern, Faszien.
Miriam: Sogar Gelenke können wieder besser schmieren, habe ich gelernt. Wo ich dachte, das ist, wenn da einmal das so abgefahren ist.
Barbara: Wenn weg, dann weg. Nix. Im Bereich Kosmetik sage ich immer, gerade wenn wir ungeduldig sind und auch für uns Frauen dann eventuell Ü70, da ist mein Trick oder Tipp auch immer in diese dekorative Kosmetik, wo ich einfach sage, wenn ich eine ältere Dame sehe, die einfach noch einen schönen Lippenstift hat und sich einen Rouge aufpinselt oder so, das geht ja ganz schnell, dann habe ich es in zwei Minuten schon geschafft. Aber, und auch da gibt es günstige, teure, andere, da ist es vielleicht auch häufig mehr die Regelmäßigkeit und die Lust am sich wieder pflegen, was ja aber bei egal welcher Creme ich benutze, es geht ja auch um dieses Eincremen, Einarbeiten, sich mit sich selber befassen, Hand anlegen, Wohlfühlen, dass Pflege von innen und von außen einfach wichtig ist.
Miriam: Und da du es eh schon angesprochen hast eben, da schalten sich wieder Synapsen im Gehirn, da geht es auch da wieder rund, da kommt da wieder viel mehr Sauerstoff an. Was ja unseren Podcast prägt, ist eben das mentale Setup, die Kommunikation, gerade auch im Inneren, also welche Gedanken denke ich über mich selbst, über das Leben, über andere, welche Schlüsse ziehe ich daraus, warum setze ich mich bei manchen Sachen in Aktion und bei anderen nicht, also Motivationsgeschichten. Was aus unserer Sicht ein wunderbarer Tipp ist, ist sich nicht Anti-Bilder, sondern Vorbilder zu suchen und zwar ganz aktiv. Also nicht nach Menschen zu schauen, denen es noch schlechter geht oder die eben im Alter siechen oder die sich kaum mehr bewegen können, sondern sich tolle Vorbilder zu suchen. So will ich sein, wenn ich 60 bin. Das heißt, ich habe zu Hause so eine Art Hall of Fame. Da sammle ich Frauen und Männer, mit denen ich Selfies mache, wenn ich sie treffe oder die ich beobachte oder die in Zeitungen abgebildet sind. Meinem Ideal von, wenn ich 80 bin und so aussehe, wie cool ist das denn? Das mache ich. Denn in meiner Familie gibt es auch nur die Bilder von, da sitzt irgendwann einer im Schaukelstuhl, strickt Socken und wird versorgt. Also da ist keine Aktion mehr. Und die wollte ich aus meinem Kopf raus haben.
Barbara: Das ist olles Zeug. Manchmal muss man gar nicht zur nächsten Bunte oder Gala schreiten oder wie auch immer, sondern wenn du jetzt heute Morgen in dieser Gruppe warst, wo du jetzt genau weißt, ganz ehrlich, nicht einstudiert, du gehst da rum, dann hat jeder mit Sicherheit schon seinen einen oder anderen Schicksalsschlag. Und gerade vor 50 Jahren war der Schulsport mit Sicherheit nicht nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Und viele von denen auch noch nach Krieg in einer Mangelernährung und so weiter und so fort. Jeder von denen, und du hast ja zwei gefragt, ich kann dir fast alle Schicksale nennen, eine neue Hüfte, ein neues Kniegelenk.
Miriam: Zwei Bandscheiben-OPs mit Versteifung. Genau. Und steht neben mir auf diesem Trampolin und fliegt da durch die Luft und macht Liegestützen und macht das Bein nach oben und springt im Liegestützen-Hampelmann mit zwei Bandscheiben. Wir sprechen hier nicht von Wunderheilung.
Barbara: Sich nicht hängen lassen. Man braucht tatsächlich oftmals ein klein wenig Disziplin, die ja aber dann belohnt wird. Und dadurch geht die Spirale eben nach oben oder nach unten. Und ich glaube, genau das hat jeder selber in der Hand, egal welchen Schicksalsschlag er hat schon einstecken müssen. Bin ich dann im Selbstmitleid und sage mir, geht nun mal nicht mehr oder sage ich mir, nein, ich finde für mich etwas, das noch geht und dafür, da sind wir dann wieder bei dem Punkt, suche ich mir eine Bewegung aus, die mir gut tut und die gibt es eben für absolut jeden. Für jeden. Ich durfte auf der Medica in Düsseldorf schon mit 180 Menschen im Rollstuhl arbeiten, die vor mir saßen und da hat jeder einen Flexi-Bar gekriegt oder Exkurs oder ein Band oder ein Ball oder nur Körpergewicht, wo praktisch auch diese Menschen sagen, da könnte ich mich jetzt gehen lassen und trauern oder ich sage, nein, ich kann da das und das und das noch für mich selber erreichen und das ist eben wichtig, wo man sagt, die Message, die müssen wir nach draußen tragen.
Schreib dein eigenes Buch über die Gesetze des Alterns
Miriam: Ich mag es sehr, ich bin eh der größte Fan davon und ich kann alle Frustrationen und so weiter verstehen. Jeder von uns hatte auch schon Krisen im Leben. Mir ist eins wichtig, die meisten Menschen, gerade hier in Deutschland, glauben aufgrund kultureller, religiöser Geschichten, dass sie ein Leben haben. Und dieses eine Leben dauert vermutlich relativ lang. Wir haben eine gut funktionierende medizinische Versorgung. Das heißt, wir können alle davon ausgehen, dass wir die 100 zumindest ankreckern, wenn nicht überschreiten. Und das sind, selbst wenn ich 50 bin, noch 50 Jahre. Und überleg, wie sollen die sein? Wie möchtest du, dass die sind? Die Frage habe ich mir selbst gestellt mit 40. Dann waren es noch 60 und ich dachte, da habe ich noch gar nicht drüber nachgedacht. 60 Jahre auf diesem Planeten jetzt noch. Wie sollen die sein? Und wer entscheidet in meinem Leben, was für mich am besten ist und wie ich sein möchte? Und dass ich jetzt nicht von heute auf morgen zum Marathonläufer mutiere, das ist mir schon klar. Es geht mir darum, Fortschritte zu sehen. Und wie wir gerade gehört haben, Barbara, von dir ist es gerade, wenn ich mit 60, 70 anfange, mit vier Minuten an vier, fünf Tagen in der Woche oder jeden Tag, wie auch immer, es sind vier Minuten, diese Übungen zu machen und jeden Tag einen Spaziergang, dann siehst du nach einer Woche, nach zwei Wochen anders aus. Richtig. So und diese zwei Wochen, das Experiment, das ist es mir dann immer wert. So ist es. Da sage ich mir, komm Miri. Das machst du jetzt mal und nach zwei Wochen kommt eine kleine Bilanz und wenn sich das gut anfühlt und wenn du in den Spiegel schaust und denkst, oi, da geht was, dann ist doch die Motivation da.
Barbara: So ist es. Dann integrieren wir das in unseren Alltag und immer wenn jemand denkt, ach schaffe ich oder wie kann ich, wir sind ja zumindest in Deutschland so, dass wir doch fast alle zumindest ein bis zweimal am Tag unsere Zähne putzen. Und diese fünf Minuten, die kriegen wir ja auch irgendwie unter. Und das tun wir unseren Zähnen zuliebe. Also warum nicht unserem Körper und Geist zuliebe weitere fünf Minuten irgendwie dazupacken. Und da gibt es halt auch tatsächlich keine Ausreden.
Miriam: Um nochmal auf diese Gerüchte jetzt zurückzukommen. Das ist dann auch das Letzte, was wir heute in diesem Podcast sagen. Es gibt so viele Gerüchte übers Altwerden. Sei bitte, lieber Hörer, wach, wenn jemand kommt und sagt, warte erst mal, bis du 60 bist. Oder bis deine Wechseljahre kommen. Da machen wir mal einen eigenen Podcast drüber, über die Wechseljahre. Wir sind ständig in Wechseljahren. Nur, dass wir das klar haben. Es ändert sich ständig was. Unsere Hormone sind ständig an uns dran. Also wir sind von 0 bis wir irgendwann 100 sind und wir rück auf die Wolke springen, sind wir in den Wechseljahren. Männer wie Frauen. Wenn diese Sätze kommen, egal ob in der Zeitschrift oder von Menschen, die es gut mit dir meinen, bitte sei so wach, selbst zu entscheiden, was du davon kaufen möchtest und was nicht. Denn es ist dein Gehirn. Und finde Menschen, die dir Wege aufzeigen, die das ganz anders beleuchten. Und die dir eine fröhliche, entspannte, gesunde Zukunft, gesündere Zukunft dadurch erschaffen, dass sie es dir vorleben. Ja, ganz genau. Deswegen auch, also wenn mich jemand fragt, Miri, was soll ich mir bei QVC mal anschauen? Sag ich, du, wir haben da immer Spaß. Wenn du gute Laune haben willst, schalt ein. Und wenn du was lernen möchtest für ein besseres, entspannteres, gesünderes Leben, dann schau bitte die Sendungen mit Barbara Klein. Das ist echt meine Vollempfehlung. Weil hier so viel Praktikables kommt, was wirklich in den Alltag integrierbar ist. Und dann schreib dir lieber dein eigenes Buch über die Gesetze des Alterns. Wie möchtest du denn altern?
Miriam: Wie möchtest du altern, Barbara?
Barbara: Ich würde gerne, und das würde ich auch sofort unterschreiben, die Models, die wir ja auch bei QVC an unserer Seite haben, wenn wir da eine Irene Rohowski sehen, die mit 70 10 Stunden auf dem Trampolin steht oder eine Heidi oder eine Elke oder auch so die ganze Truppe heute, ich würde eins zu eins sagen, ich sehe mich mit 75 und deutlich mehr auch noch auf einem Trampolin, ganz sicher, hoffentlich mit Enkeln, das wäre für mich einfach schön. Hoffentlich noch in guter Relation auch mit meinen Kindern, sodass ich genau wie jetzt auch sagen kann, ich war draußen, egal ob bei einem Achtsamkeitswalk, auf einem Trampolin, ich genieße jetzt, wenn es kalt war oder warm war, noch ein Gläschen Eistee oder warmen Tee, ich lese ein schönes Buch, ich habe noch Spaß am Lesen, kann auch noch lesen und genieße vielleicht dann auch noch abends mit Freude mein Gläschen Rotwein.
Miriam: Und ich bin mir sicher, dich sehen wir auch ausgehen. Die Party hast du jetzt unterschlagen. Jetzt dürftet ihr sie sehen, ihr Lieben.
Barbara: Ja, also natürlich, da gehe ich dann mit meinen Enkeln.
Miriam: Aber ich danke dir von ganzem Herzen. Es gibt mehr Informationen zu unserer beider Arbeit, die sich ja an bestimmten Stellen einfach toll trifft. Entweder auf unserer Seite www.kontext*denken.de. Dort findest du auch all unsere anderen Podcast-Folgen. Unter anderem die mit Barbara von vor über einem Jahr mit dem inneren Schweinehund. Ich verlinke die unter diesem hier auch nochmal, denn das passt gut zusammen. Und Barbara, du hast auch mehrere Instanzen laufen, wo können Menschen dich finden?
Barbara: Also bei barbara-klein-facebook.de, wie gesagt, da findet man privat aber auch Studien und etc. Dann die Firma ist flexi-sports.com, wenn man gucken möchte, was gibt es denn da alles. Und wer einfach mal Rezepte genießen möchte, ob mit oder ohne, die Firma für gesunde Nahrungsergänzung heißt neutralinea.de und da kann man eigentlich auch fast alles nachkochen, ohne dass man dazu irgendetwas Externes kaufen muss. Und wir empfehlen es, es ist lecker.
Miriam: Vielen Dank fürs Zuhören und viel Spaß beim jeden Tag ein bisschen schöner, jünger, sexier, was auch immer werden. Denn die Erfahrungen, die wir sammeln im Leben über die Jahre, die können unglaublich anstiftend sein. Ich wünsche allen, die zugehört haben und weiterhin zuhören, einen tollen Tag. Bis zum nächsten Podcast, bis zum nächsten Dienstag. Tschüss. Tschüss.
Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.