„Egal ob du glaubst, dass du etwas kannst oder es nicht kannst – du hast immer recht." Miriam ist überzeugt: Was sie glaubt, ist kein Glaube, sondern Wissen. Genau da hakt Florian ein. Zwischen verstimmten Hotelklavieren, einer Ukulelen-Version von Thunderstruck und einem "Glückskind", das seit dem zweiten Lebensjahr Beweise sammelt, gehst du der Frage nach, wann ein Glaubenssatz dich einschränkt und wann er dich trägt.
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast.
Florian: Mit den Themen, die das Leben so schreibt und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Miriam: Also ich glaube nicht, dass ich Glaubenssätze habe, die nicht stimmen. Wenn ich irgendetwas glaube, dann ist es so, weil ich behaupte ja nicht irgendwas, weil ich es glaube, sondern weil ich es weiß.
Florian: Oh Miri, bitte. So denken doch alle Menschen.
Miriam: Das ist doch auch ein Glaubenssatz. So denken nicht alle Menschen. Soll ich dir mal was sagen? Manche Menschen glauben nicht darüber nach, was sie glauben. Manche Menschen glauben Bullshit. Ja, und merken es nicht.
Florian: Nur aus ihrer individuellen Perspektive heraus glauben doch alle Menschen irgendwie, dass das, was sie glauben, sinnvoll ist.
Miriam: Ja, schon. Nur ganz viel davon ist halt Blödsinn. Und ich merke es.
Florian: Aus der Außenperspektive.
Miriam: Wenn ich zuhöre.
Florian: Das ist ja auch nur ein Glaubenssatz. Wir sind im, hallo willkommen, wir sind im zweiten Teil unserer Glaubenssatzperspektive. Entbrannt ist das Ganze am Thema, wenn ich jetzt schnell ein Instrument übe, also wir haben hier mehrere Menschen im Haushalt, die im Moment ein Instrument lernen und haben auch eine Instrumentenlehrerin professionell ausgebildet hier im Haushalt.
Miriam: Nenne es bitte Expertin.
Florian: Expertin, eine Instrumentenexpertin, die jahrelang in einer Rockband mitgesungen und gespielt hat.
Miriam: Die Elevin des Doktor Hochs Konservatorium in Frankfurt war.
Florian: So, jetzt haben die drei Herren im Hause...
Miriam: Da ist einfach ganz viel Fachwissen. Es hat nichts mit Glaubenssätzen zu tun.
Florian: Die drei Herren im Haushalt lernen gerade zwei Seiteninstrumente und einmal Klavier spielen.
Miriam: Ist auch ein Seiteninstrument.
Florian: Das wäre ein Tasteninstrument.
Miriam: Ja, ist es und in Wahrheit ist es ein Seiteninstrument.
Florian: Weiter. Und die drei Herren im Haushalt haben großen Spaß daran, ihre Fähigkeiten auch darin auszuprobieren, wie schnell ein gerade frisch gelerntes Musikstück jetzt dann auch gespielt werden kann. Und dann schleicht sich der ein oder andere Fehler ein, also je nachdem, wie schnell wir das versuchen, auch richtig viele Fehler. Und dann werden wir immer gemaßregelt, weil...
Miriam: Wenn du ein Stück noch nicht richtig gut kannst, und ich gehe jetzt mal ganz, ganz provokativ ins Du, Florian, wenn du ein Stück noch nicht professionell kannst und spielst es dann schnell, viel zu schnell, um dass deine Finger und deine Motorik das überhaupt umsetzen können, dann baust du dir wiederum neue Fehler ein, die du dann weiter mitübst. Das heißt, wir sollten von vornherein bei Musikinstrumente üben, darauf Wert legen, so langsam zu spielen, dass wir das Ding fehlerfrei hinbekommen.
Florian: Wenn du wir sagst, meinst du alle Menschen auf der Welt, oder?
Miriam: Alle Menschen auf der Welt. Nein, ich schließe mal Außerirdische mit ein, die sich dazu entscheiden, irdische Instrumente zu spielen. Oder was willst du jetzt? Da fühle ich mich so geladen und alle Musiker da draußen können mich verstehen.
Florian: Und Thunderstruck klingt einfach nicht gut, wenn wir es um 90, also wenn wir es auf ein Zehntel der normalen Geschwindigkeit reduzieren, dann klingt ACDC einfach nicht mehr, vor allem nicht auf der Ukulele. Und wir wollen einfach mal wissen, ob es funktioniert, also ob es grundsätzlich funktioniert. Und es ist einfach bitterschwer.
Miriam: Und es klingt auch nicht gut, wenn jeder Zweite ein Grüne ist.
Florian: Nur die Idee, die Kraft dieses Stücks. Also das sind Glaubenssätze. Und die basieren jetzt darauf, dass Miriam eben Erfahrungen gemacht hat als Klavierlehrerin, als selbst Klavierstudentin, Schülerin, als Eleven, wie hieß es, Dr. Koch-Oratoriums. So ähnlich, ne?
Miriam: Ich weiß nicht, ob ich Lust habe, diesen Podcast weiter zu unterstützen mit meiner Expertise. Ich überlege noch. Mach nur weiter.
Wie das Gehirn Glaubenssätze baut
Florian: So, und manche Glaubenssätze scheinen einfach fundierter zu sein als andere. Nur, wir sprechen im NLP, und da sind wir ja im neurolinguistischen Programmieren, eben davon, dass das Glaubenssätze sind. Also, das benutzen Menschen, um die Welt zu sortieren und um was über die Welt zu verstehen. Und die verstecken sich manchmal ganz schön hinter Expertise, also diese Glaubenssätze, verstecken sich manchmal ganz schön hinter Expertise, hinter Erfahrungen, die wir gemacht haben oder Erfahrungen, die wir glauben machen zu würden, wenn wir nicht entlang unserer Glaubenssätze handeln.
Miriam: Aber da wird es ja ganz verwurschtelt. Gut, und wie macht unser Gehirn das überhaupt? Weil wir könnten uns doch einfach ganz stoisch an die gegebenen Dinge, an die gegebenen wahrnehmbaren Gesetzmäßigkeiten, würde der Herr sagen, halten. Also hier steht ein Klavier, eine der Tasten von den 84, die das hat, ist ein C. Wenn ich diese Taste treffe, dann kommt ein C. Ja, das ist eine Erfahrung, die wir machen, genau. Ist das dann ein Glaubenssatz?
Florian: Das sind erstmal Erfahrungen. Also gerade der junge Herr in unserer Familie, der gerade Klavier lernt, der lernt ja gerade was darüber, wie dieses Klavier funktioniert. Irgendwann hat er im Kopf auch eine Repräsentation.
Miriam: Da sind noch mehr Cs, Mama.
Florian: Das ist in Ordnung. Und wenn er immer auf Konzertklavieren spielt oder auf welchen, mit denen Miriam zu tun hat, dann hat er wahrscheinlich nie die Erfahrung, wie es ist, auf einem ungestimmten Klavier zu spielen. Und dann gibt es sowas nicht. Keine Erfahrung, die er machen möchte, nur der Glaube, den er dann im Kopf hätte, wäre, wenn ich auf das C drücke, dann kommt immer ein C raus. Jetzt waren wir vor kurzem in einem wunderschönen Hotel in der Nähe von Nürnberg und die hatten auch ein wirklich bildhübsches Klavier. Ein bildhübsches Klavier stand unten im Frühstücksraum drin.
Miriam: Und gleich am ersten Morgen hat es mich gerufen. Es hat gerufen, komm und spiel mit mir. Meine Familie hat mich abgehalten, weil der Frühstücksraum war so voller Leute.
Florian: Und als du da aufs Zeh gedrückt hast, was ist da passiert?
Miriam: Dieses Klavier wurde seit gefühlt 150 Jahren nicht angefasst von innen, also von außen vielleicht abgestaubt, nur innen. Also kein Ton klang so, wie er klingen wollen sollte. Wenn ein Klavier verstimmt ist, dann ist es auch erstmal nicht möglich, das beizustimmen, weil dazu darf es auseinandergebaut werden, dass dann der Stimmer, der auch wirklich Werkzeuge extra dafür hat, dann an die entsprechenden Schrauben kommt. Und von daher ist es dem Pianisten dann...
Florian: Da drückt er auf ein C und glaubt, es käme ein C raus und im Kopf kommt bei ihm vielleicht auch ein C raus und dann klingt es wie ein Cis oder wie ein D oder ein F oder je nachdem wie weit das sich verzogen hat, das Ding. Oder vielleicht ist es eines der anderen Cs. Das heißt, wir gehen ja im Kopf immer davon aus, dass die Welt so funktioniert, wie wir uns denken, dass sie funktioniert, also wie unsere innere Landkarte davon ist. Und die innere Landkarte bauen wir uns aufgrund unserer Erfahrungen. Wenn ich viele positive Erfahrungen gemacht habe da draußen über die Welt, dann habe ich vielleicht auch viele Glaubenssätze, wie es ist. Also zum Beispiel, wie es ist, im Team zu arbeiten. Ich mag das total gerne. Und manchmal komme ich in ein Unternehmen rein und die sagen schon, um Gottes Willen, im Team muss ich jetzt was machen. So nehme ich das gar nicht wahr. Dann agieren Glaubenssätze ja fast so wie ein Filter von der Welt.
Miriam: Das sind sie wohl. Woran ich jetzt seit sechs Jahren trainiere ist, diese Glaubenssätze bei mir festzustellen, wenn sie denn purzeln.
Florian: Ja.
Miriam: Und bis jetzt finde ich einen Großteil davon. Und der eine oder andere, da macht Florian mich sogar noch darauf aufmerksam und sagt, hör mal, das könnte jetzt auch ein ganz schön großartiger Glaubenssatz sein, der nicht viel mit der Realität vielleicht zu tun hat, wer weiß. Und ja, stimmt. Also wie macht unser Gehirn das überhaupt? Und wie komme ich denn dann darauf, dass das jetzt einer ist? Weil es ja so sehr verbunden ist mit meiner Realität, zum Beispiel als Pianistin.
Florian: Und so sehr aufgenommen vielleicht auch von dem, was du am Konservatorium gelernt hast.
Miriam: So selbstverständlich, dass es diese Regeln gibt.
Limitierend oder motivierend?
Florian: Vielleicht sogar sinnvoll. Also da ist ja tatsächlich, wir unterscheiden dann im NLP oft limitierende Glaubenssätze von, was wäre die Alternative, vielleicht motivierende Glaubenssätze. Also einmal Glaubenssätze, die uns in irgendwas einschränken.
Miriam: Wenn ich mit meiner Kollegin spreche in der Arbeit, dann, das wird immer gleich zu einem Streit.
Florian: Das ist ja auch ein Glaubenssatz, den jemand vielleicht in einem Büro einfach sagen kann.
Miriam: Wenn ich immer mit meiner Kollegin, dann gibt es immer gleich Streit.
Florian: Eher ein, aus unserer Perspektive des NLP, eher ein limitierender Glaubenssatz. Weil mit so einem Gefühl, mit so einem Zustand, mit dieser Erwartung dann auch, im Gespräch mit der Kollegin zu gehen, ist vielleicht eher streithelfend, oder es macht die Interaktion auf jeden Fall erstmal gleich seltsam. Und dann gibt es eben motivierende Glaubenssätze, Glaubenssätze, die eher was ermöglichen.
Miriam: Also sowas wie... Ich komme immer leicht mit allen möglichen Menschen klar. Also es gibt wirklich... Ich kenne Menschen, die das glauben. Die sagen von sich selbst, du, ich habe kein Problem mit Menschen. Ich kann mich da gut und sehr flexibel darauf einstellen. Egal, wer da vor mir ist. Habe ich erlebt. Und tatsächlich handeln die auch so. Die sind unglaublich... Also die verhalten sich unglaublich flexibel. Und dadurch, dass sie da auch fest dran glauben, das ist so ein bisschen wie dieses, im letzten Podcast haben wir das Thema mit den Glaubenssätzen schon so ein bisschen vorbereitet und da habe ich erzählt, dass meine Mutter mir schon, da konnte ich eben verstehen, wahrscheinlich mit anderthalb oder mit zwei Jahren gesagt hat, dass ich ein Glückskind bin, weil ich an einem Sonntag geboren bin und das war ihr Beweis dafür. Und da es mir mit zwei Jahren egal war, was ein Sonntag ist oder überhaupt, habe ich einfach nur für mich ganz tief in meine Seele aufgenommen, dass ich ein Glückskind bin und ich kann dir eine Million Begebenheiten in meinem Leben aufzählen, in denen ich das Gefühl hatte, dass dieser Wunsch, oder wie heißt denn das, wenn jemand sowas mit sich trägt, das ist ja dann kein Fluch, sondern das Gegenteil von Fluch. Ein guter Fluch. Ein verdammt guter Fluch. Jetzt ist es ein doppelter Fluch gewesen. Wo sich das eingelöst hat, dass ich das Gefühl hatte, ich habe ohne Ende Glück gerade, jetzt schon wieder, ich habe schon wieder Glück, jetzt schon wieder Glück, schon wieder Glück, schon wieder Glück.
Florian: Ich habe sowas auch. Ich habe so einen Glaubenssatz zu Computern. Stimmt. Dass Computer mich grundsätzlich mögen. Da sind auch noch ganz viele andere Sachen drin.
Miriam: Der ist nicht limitierend, sondern der ist sehr hilfreich, dieser Glaubenssatz.
Florian: Also tatsächlich ist es in den meisten Fällen eben so, dass ich mich vor irgendeinen Computer setze und das Problem, was mir jemand zeigen möchte, ist einfach schon gar nicht mehr da. Also lässt sich gar nicht reproduzieren, wenn ich dabei bin. Und das... Es gibt natürlich auch andere Fälle, wo ich auch mit Computern mal hin und her mache, nur im Normalfall schwinge ich mich sehr schnell mit denen ein und ich glaube, dass das was damit zu tun hat, dass das sehr stark mit mir verbunden ist, dieses Gefühl, auch über viele Jahre der Arbeit am Computer, am PC mit vielen unterschiedlichen Komponenten, der ist sehr, sehr stark in mir, so wie Miriam das mit dem Glück beschreibt.
Miriam: So und jetzt ist natürlich die Frage, welche Glaubenssätze sind sinnvoll und welche sind nicht so sinnvoll. Das ist ja das, was wir dann an der Stelle machen.
Florian: Welche sind im Kontext nützlich dann? Das wäre die Frage sinnvoll.
Miriam: Es ist super nützlich zu glauben, zum Beispiel für jemanden, der sehr viel mit anderen Menschen Kontakt hat, ist es ja sehr nützlich zu glauben, dass er sich sehr flexibel auf Menschen einstellen kann, binnen kürzester Zeit.
Florian: Ja.
Miriam: Und es ist sehr nützlich für jemanden, der als Beruf Bäcker ist, sowas zu glauben wie, dass er ein sehr gutes Händchen hat für Gewürze oder für Zusammensetzungen von Mehl. Ich kenne Leute, die behaupten, dass sie deshalb kein Kochbuch brauchen, weil sie Gewichte und Anteile in Essen im Gefühl haben. Und das ist ein Glaubenssatz. Das glauben die. Nur die beweisen sich das auch jeden Tag, wenn sie kochen.
Der Denker und der Beweiser
Florian: Und die beweisen sich das immer wieder. Wir hatten im letzten Podcast auch schon erwähnt, den Robert Anton Wilson, ein Autor aus den USA, der an der Stelle auch eine sehr schöne Metapher für zumindest mich geschaffen hat. Der meint, es gibt in unserem Kopf den Beweiser und den Denker. Und der Denker macht den ganzen Tag nichts anderes, als irgendwas zu glauben. Und der Beweiser filtert dann eben aus all dem, was da draußen passiert, genau die Beweise dafür heraus, dass das, was der Denker gedacht hat, stimmt. Also ich denke zum Beispiel, das mit den Computern ist einfach. Und dann guckt der Beweiser den ganzen Tag, immer wenn ich eine Interaktion habe mit dem Computer, was war da dann denn jetzt einfach? Also vielleicht habe ich auch zwei Stunden gebraucht, um meinen Webserver zum Laufen zu bringen, nur der sagt dann, und guck mal, wie viel länger, also der filtert eben einzelne Teile daraus. Ich erinnere mich dann, wenn ich mich am Abend zurückerinnere, erinnere ich mich daran, wow, wie schnell das dann war oder wie toll ich diese eine Funktion gefunden habe oder wie schwierig die Konfiguration war, nur wie einfach das dann am Schluss in der Datei drin stand.
Miriam: Und wie toll du es gelöst hast. Wie toll ich es gelöst habe.
Florian: Das ist dann das, woran ich mich erinnere. Da ist der Beweiser dann aktiv, um das, was der Denker gedacht hat, einfach zu unterstützen. Wir haben diese Beispiele immer wieder, wenn jemand gerade schwanger ist, also hauptsächlich Frauen, wahrscheinlich nicht irgendjemand, sondern wenn eine Frau schwanger ist und sieht plötzlich überall Schwangere.
Miriam: Jemand will sich ein bestimmtes Automodell kaufen und sieht die plötzlich überall auf der Autobahn in Parkreihen stehen und fragt sich, wo die sich vorher versteckt haben. Immer da, wo wir unseren Fokus draufsetzen. Florian und ich denken gerade über eine spezielle Art von Hausbau nach und ständig purzeln uns Beispiele dieses Hausbaus jetzt über die Füße, wo wir denken, was, der wohnt auch in so einem Haus, das gibt's doch nicht. Die haben wir noch die irgendwo gesehen und jetzt auf einmal sind die überall. Also... Unser Gehirn scheint tatsächlich diesen kleinen Beweiser drin zu haben, der auf das filtert, was wir gerne sehen und glauben wollen. Und wenn wir natürlich das dann ins Negative drehen, weil das funktioniert ja genauso, also zu glauben, dass zum Beispiel es immer stressig ist, mit den Kollegen auf der Arbeit über ein bestimmtes Thema zu sprechen. Und dann sammelt dieser Beweiser ja kleine Blicke, Nasenrümpfer, Huster, Stimmungen im Raum, wenn ich irgendwo reinkomme und über das Thema sprechen möchte, vielleicht Körperhaltung und alles wird darauf gefiltert, dass es jetzt schon wieder schlecht ist, kommt schon wieder schlecht an, die Leute sind schon wieder nicht gut darauf zu sprechen und das ist eine tatsächliche Interpretationsgeschichte. Jetzt könnte der eine oder andere Wachehörer natürlich sagen, ich glaube nicht nur, dass meine Kollegin eine schwierige Person ist und dass es mit ihr nicht möglich ist, normal zu sprechen. Ich weiß es, weil ich arbeite jetzt mit der seit 15 Jahren. Ich habe schon alles probiert. Die gnatscht von morgens bis abends rum, egal wie freundlich oder nicht freundlich ich bin. Es macht keinen Unterschied. Was dann? Weil an der Stelle stranden wir sozusagen mit dieser Glaubenssatztheorie, weil die Leute ihre Glaubenssätze verteidigen bis aufs Messer.
Florian: Von außen gesehen, also jetzt, wir gehen mal weg von dem konkreten Beispiel bei dir als Zuhörer, nur wenn du jemand anders mal sehen würdest, dann ist es vielleicht wirklich so, dann siehst du in den Interaktionen von zum Beispiel Kollegen oder in der Familie schon, wie sich ein Missverständnis aufbaut, bevor die überhaupt angefangen haben, sinnvoll miteinander zu interagieren. Also da sind so zwei, die sagen, ich mag den nicht. Und der andere sagt auch, mit dem war mir irgendwie nicht gut klar. Und dann unterhalten die sich und von der Außenperspektive ist schon so, ah ok, da krabbelt der eine jetzt die Bedeutungsleiter hoch und sagt irgendwie was, was der andere gleich in eine bestimmte Richtung auslegen wird und dann von außen gesehen ist es ganz einfach zu sehen, was da passiert. Und jetzt nur als Angebot. Also wenn das bei anderen Menschen so wäre, dann könnte es ja auch sein, dass das bei dir auch manchmal so ist.
Miriam: Das ist jetzt weiter ausgeholt. Und dann mit voll Karacho. Ja, naja, also das ist die... Ja, wie gesagt, ich finde auch, dass dieses Thema mit den Glaubenssätzen... Jetzt nicht zu denen gehört, die ich von heute auf morgen irgendwie für mich völlig klar hatte, weil ich an der einen oder anderen Stelle noch nicht mal gemerkt habe, dass der Glaubenssatz, den ich da vor mich hin mantraisiere, dass der limitierend ist. Ich habe es noch nicht mal auf dem Schirm gehabt, dass ich mir damit viele Möglichkeiten versperre, wenn ich den weiter für mein Gehirn zur Verfügung stelle, für diesen Beweiser. Und es war ein ganz schöner Weg, die rauszufriemeln. Ist es bis heute. Ich bin viel besser geworden, weil ich so daran übe. Und manchmal werde ich selbst, dann ist es schon gesagt sozusagen, entweder habe ich es mir selbst gesagt oder anderen und ich denke auf einmal, ups, das war jetzt ein Glaubenssatz. Möchte ich das meinem Gegenüber jetzt wirklich schenken? Will ich das mir schenken? Zum Beispiel eben auch mit diesem Schnellspielen am Klavier. Das Thema hatten wir ja. Ja, ich habe im Konservatorium ganz schön harte Glaubenssätze über Musik und Drill gelernt. Also da brauchen wir nicht drüber zu streiten. Möchte ich einem siebenjährigen Kind den Spaß am, ich spiele das jetzt mal so schnell ich kann, nehmen? Nein, der soll das machen. Wirklich. Ich darf nur bei so alten Mustern, die ich... 12 Jahre lang gefuttert habe im Konservatorium, in einer alten, traditionellen, konservativen Klavierschule.
Wenn ein einschränkender Glaubenssatz trotzdem nützt
Florian: Ich finde, wir aus NLP-Brille springen viel zu schnell darauf, dass das ein limitierender Glaubenssatz ist. Und ich bin mir nicht sicher, ob das nicht in diesem Kontext ein nützlicher Glaubenssatz ist. Weil ich verstehe, dass die Wiederholung, also die neurologische Wiederholung, so bauen wir eben Nervenverbindungen auf. Also so bauen wir ja Geschwindigkeit auf. Und wenn die falsch sind, oder wenn wir was falsch spielen an der Stelle, dass wir da komische Synapsen miteinander vernetzen, das leuchtet mir total ein. Deswegen, vielleicht ist dieser Glaubenssatz limitierend, in Anführungszeichen, also wenn wir nur drauf schauen, nur ist es trotzdem irgendwie nützlich. Also es ist eben eine nützliche Geschichte, ihn so langsam zu spielen.
Miriam: Das ist was, was ich von dir gelernt habe. Vielleicht wäre ein schönerer Glaubenssatz, dass er das Stück so schnell spielen soll, wie er nur kann. Er soll den Weltrekord im Schnellspielen brechen, sobald es so sicher ist, dass eben die Finger mit funktionieren.
Florian: Irgendwie sowas, ne? Ja.
Miriam: Und ich weiß es nicht. Also ich möchte sozusagen dem, ich möchte dem Schüler den Spaß nicht nehmen. Ich möchte, geht das überhaupt? Ist das ein Glaubenssatz?
Florian: Das ist ein Glaubenssatz.
Miriam: Dass ich jemanden den Spaß nehmen kann. Und dass derjenige dann keinen Spaß mehr entwickeln könnte. Weil mir zum Beispiel kann niemand den Spaß an Musik nehmen. Das haben wirklich schon viele probiert. Also es funktioniert einfach nicht.
Florian: Das ist auch ein Glaubenssatz. Dass es viele schon probiert haben.
Miriam: Oh, ich kann sie dir aufzählen.
Florian: Ja, ich weiß. Ja. Ja.
Miriam: Und es geht nicht. Meine Liebe, meine Freude an der Musik ist so grenzenlos, dass einer quasi nur ein Tönchen ansingen braucht. Das ist auch ein Glaubenssatz. Ich weiß, dass das ein Glaubenssatz ist. Und der ist toll.
Florian: Und das ist alles gut. Wir können eben, und es ist auch wieder nur ein Glaubenssatz, wir können nicht kommunizieren, ohne unsere Glaubenssätze transparent zu machen, ohne einen Teil von unserem Innersten preiszugeben, wie wir denken, dass die Welt funktioniert. Das ist in jener Kommunikation, die wir nach außen geben, drin.
Miriam: Wie weit bringt uns dieser Glaubenssatz, den wir da sagen? Also bringt der uns ein Stück weit? Bringt mir der Glaubenssatz, dass jemand versuchen könnte, mir Musik madig zu machen, bringt der mich ein Stück weit? Nein. Bringt der Glaubenssatz mir was, dass Musik immer für mich, also dass es mir immer Freude macht? Ja, das bringt mir was, weil dadurch kann ich mich sogar in traurigen Situationen in Freude versetzen, selbst. Indem ich mir tolle Musik vorspiele. Also das heißt, dieser Glaubenssatz ist motivierend statt limitierend. Ich habe im letzten Podcast erzählt, dass ich bei dem Fernsehkaufhaus, in dem ich zehn Jahre gearbeitet habe, bei QVC zum ersten Mal angestellt war, im klassischen Sinn. Und immer wenn am Anfang meine Chefin mich anrief und sagte, Miriam, kannst du um 15 Uhr mal in mein Büro kommen? Ich würde gerne unter vier Augen mit dir sprechen, dachte ich, die will mich rauswerfen. Das habe ich wirklich geglaubt. Oder es ist was Schlimmes passiert oder ich habe einen Fehler gemacht. Also es gab für mich keine Positivdeutung eines solchen Anrufs. Und das hat mich beeinflusst. Das hat meine Körperhaltung vorher schon beeinflusst. Das hat meine Atmung beeinflusst. Das hat die Bilder, die ich mir vorgestellt habe in meinem Kopf, mein Kopfkino, hat das beeinflusst. Und ich wusste nicht, was passiert. Sie hat es mir nicht verraten.
Was Studien zeigen – und deine Aufgabe für diese Woche
Florian: Also wir hatten ja auch die Folge zur Zeit schon im NLP und da hängen so viele von den Konstrukten dann auch miteinander zusammen. Deswegen brauchen wir in einem Practitioner auch einige Tage Zeit. Wir nehmen uns ja zehn Tage Zeit im Practitioner. Um über viele dieser NLP-Basistechniken drüber zu gehen, nochmal die genau zu beleuchten, nochmal wirklich zu erklären, wie das funktioniert, um auch die Erfahrungen zu machen in Übungen dann und dann auch zu sehen, was ist denn die Kraft von diesen NLP-Werkzeugen an der Stelle. Und welche Glaubenssätze, was könnten wir denn austauschen, wie könnten wir denn da gemeinsam dran arbeiten? Viele von den Techniken hängen zusammen, weil die Zeit an der Stelle tatsächlich eine große Rolle spielt. Nur weil wir bisher bestimmte Erfahrungen gemacht haben, heißt nicht zwingend, dass wir die in Zukunft genauso machen. Also möglicherweise ist da einfach genau jetzt der Moment, in dem du die Veränderungen durchführen kannst.
Miriam: Es gibt übrigens tolle Studien auch, also richtig wissenschaftliche Studien zum Thema Glaubenssätze und wie stark die imstande sind, Menschen zu beeinflussen. Das wurde hauptsächlich auch im Bereich Leistungssport und so weiter getestet. Wie sehr Sportler ihre eigene Leistung nochmal in die Höhe treiben können, wenn sie keine limitierenden Glaubenssätze mehr haben, was diese direkte Leistung angeht. Oder wenn sie stattdessen Motivierende haben. Wenn sie sich es im Kopf leicht machen, bevor es überhaupt losgeht. Und da gibt es Studien zu, es gibt Studien zu, wie Menschen im Alltag handeln, wenn sie bestimmte Dinge glauben, wie das sogar körperlich, wie der Körper ganz messbare Reaktionen zeigt auf bestimmte Glaubenssätze. Und das ist großartig. Die haben zum Beispiel in einer relativ bekannten Studie, die gar nicht so alt ist, haben sie Menschen, die in den 50er Jahren jugendlich waren, also so 18, 19, 20, wie in so einen Big-Brother-Container gesperrt, der komplett hat ihr Körper sich messbar angefangen zu verjüngen. Also die haben ein stärkeres, eine stärkere Zellerneuerung wieder gehabt und so weiter. Das ist total verrückt. Also das, was wir heute mit großem Aufwand und für viel Geld auch in so einer Frischzellenkur im Wellness-Spa irgendwo bekommen können, ist da passiert dadurch, dass die die in ihre Jugend im Kopf zurückversetzt haben. Das heißt, da sind sozusagen Glaubenssätze gepurzelt. Ich hatte jetzt ein fantastisches Sales-Pro-Seminar vor zwei Wochen und hier war eine Teilnehmerin, die riesenerfolgreich ist, also Millionärin, Unternehmerin, großartig in dem, was sie tut. Und die ich gefragt habe, wann hast du denn dich selbstständig gemacht und bist du aus so einem, ist das irgendwie in deiner Familie oder war das schon immer so? Und sie sagte, nein, ich habe mir das mit 47 überlegt, dass es mir reicht. Da sind mal Glaubenssätze gepurzelt von Alter. Also bis wann geht es denn überhaupt mit dem Reichwerden oder so? Ich habe auf Facebook, passend zu unserem jetzigen Thema, habe ich so eine kleine Übung gepostet auf meiner Seite Miriam Deforth zum Thema Glaubenssätze, wo du deine Glaubenssätze mal purzeln lassen kannst, um sie dann selbst mal zu analysieren. Das ist mit Anleitung, kannst du einfach machen. Auf meinem LinkedIn ist es auch. Also guck einfach auf meine Facebook-Seite, ist nicht weit zum Runterscrollen, ist auf Miriam Deforth. Das wäre dann die Aufgabe für diese Woche, damit du selbst mal fühlst und siehst, wie Glaubenssätze uns beeinflussen, wie wir das tun.
Florian: Und der erste Trick ist, du wirst wach bei denen, die du von jemand anders hörst. Also gerade die Limitierenden von jemand anders, die nicht zu denen passen, die du vielleicht selber hast, da darfst du diese Woche mal richtig wach für sein. Also da wirst du wach für, du hörst die, dann fängst du vielleicht an, deine eigenen auch zu hören, wenn du sie ausgesprochen hast, wo sowas ist, oder wenn jemand anders komisch reagiert, weil du was gesagt hast und du dir denkst, ah... Reibt sich gerade an dem und dann können wir anfangen damit zu arbeiten. Also erstmal darfst du dafür wach sein und du darfst es hören und dann geht es eben darum, die zu verändern und es geht tatsächlich. Das glaube ich ganz fest.
Miriam: Oh, ich glaube da auch fest an unsere Hörer. Wir haben sowieso die besten Hörer. Was sagte Florian über unsere Kunden? Das sind die Schlauen und die Schönen, das glauben wir einfach.
Florian: Fertig. Passt exakt zu unserer bisherigen Erfahrung.
Miriam: Passt exakt zu unserer Zielgruppe, ja.
Florian: Und zu unserer Zielgruppe, ja.
Miriam: Und zu unserer Zielgruppe. So, Schluss jetzt mit den Glaubenssätzen, ihr Lieben. Danke fürs Zuhören. Und bis nächste Woche, wenn wir weiter glauben in diesem Podcast.
Florian: Glauben wir nochmal weiter? Möchtest du wirklich verraten, wie so eine Veränderung gehen würde?
Miriam: Schon. Und hey, wir haben Florian an Bord. Es kann sein, dass wir was ganz anderes machen. Lass dich üben. Schnell kann es geschehen.
Florian: Ja, das stimmt.
Miriam: Wir hören uns nächste Woche.
Florian: Wieder, wenn es wieder heißt, zwei Gehirne.
Miriam: Die zwei da.
Florian: Bis nächste Woche. Bis dann. Tschüss.
Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.