Drei Jahre an einer Homepage bauen und sie nie veröffentlichen. Interne Coaches, die warten, bis das Feld bestellt und alle Schäflein an ihrem Platz sind. Miriam und Florian kennen dieses Zögern aus dem Coaching, aus der Organisationsberatung und aus dem eigenen Wohnzimmer. Es geht um die Frage, was Menschen anders machen, die einfach loslegen — und warum NLP erst dann existiert, wenn du es tatsächlich tust.
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast.
Florian: Mit den Themen, die das Leben so schreibt und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Miriam: Florian hat wieder was gelesen und seitdem probiert er diese NLP-Folge zu motivieren und uns und manchmal echt, wenn andere Leute kommen und sagen, hey Miri, leg los, go for it, dann denke ich so, nee.
Florian: Go for what?
Miriam: Schon gar nicht, wenn du es sagst.
Florian: Was genau ist denn IT?
Miriam: IT, genau, IT Girls.
Florian: Was ist denn das Thema heute in dieser Folge des kontext*denken NLP Podcasts?
Miriam: Wir sind immer noch in diesem, wir erklären grundsätzlich Techniken und Begriffe aus dem NLP und heute haben wir ein etwas überspannendes Thema, also überspannt im wahrsten Sinne des Wortes. Weil wir darüber sprechen, wie Menschen überhaupt NLP tun. Also NLP wird so dargestellt, als das ist ein Kommunikationsmodell.
Florian: Wie lange hast du denn das Überspannen schon auf der Kante, um den Wortwitz mal zu machen?
Miriam: Seit wir das Thema beschlossen haben. Es gab ja früher Zerspanung auch.
Florian: Okay. Was war das Thema? Sorry.
Miriam: Das Thema ist überspannend und ist sowas wie, wie üben denn Menschen NLP? Weil NLP klingt immer als so, boah, das Kommunikationsmodell und dann sieht das in meinem Kopf gleich aus wie so eine PowerPoint-Wall und Theorie, Theorie, Theorie, Wissen, Wissen, Wissen, Wissen, dann wissen wir, wie andere Menschen ticken, dann wissen wir, wie Manipulation funktioniert, dann wissen wir, wie wir verkaufen und dann wissen wir auch, wie Sprache im Detail funktioniert im Gehirn.
Florian: Ich glaube, manche Teilnehmer haben auch die These, dass Miri und ich zu Hause nicht sprechen. Also dass der Podcast das einzige Austauschformat ist, das wir in der Woche haben. Bekomme ich zwei, dreimal in der Woche zu hören.
Miriam: Also wahlweise, ob wir dann gar nicht miteinander sprechen, weil wir ja beide genau wissen, was wir tun und den anderen quasi ständig lesen. Also wir wissen genau, was hinter den Worten des anderen liegt. Oder genau das Gegenteil sozusagen, dass die sich fragen, ob wir uns den ganzen Tag dann irgendwie nur über Theoreme der deutschen Sprache unterhalten, wie so zwei olle Wissenschaftler. Jeden Abend über dem Schachbrett hocken und nicht wirklich Schach spielen, sondern über die großen Fragen dieser Welt diskutieren und ab und zu mal so ein Bäuerchen verschieben.
Florian: Rülps.
Miriam: Ja, und das ist, weil wir eben auch ein Paar sind, also manche haben das schon mitbekommen, wir sind nicht nur ein Business-Paar, sondern auch ein privates Paar. Manchmal fände ich es übrigens sehr lustig, wenn in unserem Auto eine Kamera hängen würde und wir hätten ein YouTube oder Facebook Live, weil das kann schon mal passieren auf längeren Autofahrten, dass wir so ein Theorem mal auseinandernehmen. Also Florian nimmt es auseinander und ich probiere es zu verstehen. Manchmal gelingt mir das auch. Und ich glaube, dieser Impuls kam zum einen aus dem Master, der jetzt gerade vorbei ist. Wir haben zwölf neue NLP Master Practitioner verabschiedet, genau. Und auf der anderen Seite aus einem kleinen Artikel, den Florian gelesen hat und mit dem er heute plötzlich da ankam. Oder irgendwas hast du gelesen?
Florian: Ich habe da gerade in meinem anderen Gewerk als Organisationsentwickler und Berater in großen Firmen an der einen Stelle die Herausforderung, dass ich mit internen Coaches zusammenarbeite. Und manchmal habe ich das Gefühl, die wollen am besten darauf warten, bis die Goldbarren da sind und das Feld bestellt ist und alle Schäflein an ihrem Platz sind und dann können wir loslegen mit Coaching in der Organisation.
Miriam: Ich kenne die Herausforderung auch im ganz Kleinen. Eine Freundin von mir ist sehr kreativ und stellt Kunsthandwerk her und baut jetzt seit drei Jahren an ihrer Homepage und sie ist nicht veröffentlicht. Sie könnte die Sachen verkaufen. Also wirklich, das sind wunderschöne Sachen.
Florian: Es gibt immer noch was zu lernen, es gibt immer noch was zu üben.
Miriam: Und dann kommt auch wieder irgendeiner und sagt, ja, neue Homepages sehen jetzt so und so aus.
Florian: Wir dürften immer noch was aufräumen. Wir haben immer noch irgendwelche, jetzt in meinem Organisationskontext, wir haben irgendwelche Rollen immer noch nicht gut genug geklärt. Es ist irgendjemand immer noch nicht abgeholt. Also wir haben irgendjemandem noch nicht genau erklärt, was wir vorhaben. Wir könnten uns den ganzen Tag damit beschäftigen, nur die Voraussetzungen zu erfüllen dafür, dass wir dann irgendwann was tun können.
Wenn Perfektion zum Verhinderer wird
Miriam: Ist die Herausforderung dann, ich mache was nur, wenn es wirklich perfekt ist? Oder ist es eher dieses sich fürchten vor just fucking do it? Also dieses geh raus und mach's. Oder ist es beides? Oder ist dieses, ich warte so lange, bis es perfekt ist, im Grunde auch eine perfekte Ausrede, um etwas nicht zu tun?
Florian: Ich glaube nicht mal, dass es eine perfekte Ausrede ist, gerade bei, also dass es um den Ausredenteil geht. Gerade wenn jemand vielleicht eine neue Fähigkeit wie NLP gelernt hat oder in der Organisationsentwicklung eben eine neue Rolle einnimmt, dann ist vielleicht auch der Wunsch da, das besonders gut zu machen von Anfang an und am Anfang eben keine Fehler zu machen, sondern direkt auf einem hohen Niveau einzusteigen. Und das ist, glaube ich, der Verhinderer für manche Menschen. Und das wird natürlich dann zu einem... Das wird nie was.
Miriam: NLP ist etwas, das Menschen tun, nicht etwas, was Menschen wissen. Das ist sowieso klar, denn hier geht es ums Sprechen, Kommunizieren, miteinander etwas erschaffen durch Inhalte. Und solange Menschen nicht NLP machen, gibt es kein NLP.
Florian: Exakt.
Miriam: Und das Thema hatten wir im Master, deswegen sage ich, der Impuls kam auch daher, weil was ist wichtiger, dass die Teilnehmer alles, alles wissen, also dass sie genau wissen, wie welche Kommunikationsspezifik genannt wird oder ist es viel wichtiger, dass sie, wenn sie morgens ihr Brötchen beim Bäcker kaufen, das erste Mal NLP benutzen, um zu testen, zu experimentieren, zu schauen, gibt es einen Unterschied? Habe ich jetzt mehr Lächeln bekommen und selbst mehr gelächelt beim Einkaufen des Brötchens? Habe ich eine vielleicht etwas glücklichere Bäckereifachverkäuferin hinterlassen?
Florian: Oder habe ich vielleicht auch einfach eine verwirrte Bäckereifachverkäuferin hinterlassen? Nur ist es auch okay, also es ist einfach... Ja, okay.
Miriam: Ja, weil vielleicht was noch nicht so hundertprozentig funktioniert hat. Auch das ist in Ordnung.
Florian: Das ist genau das Gleiche. Im Practitioner haben wir manchmal die Übungen drin, wenn wir den Eindruck haben, dass die Gruppe das braucht, dass wir Komplimente üben. Und manche von den Komplimenten sind wirklich so an der Grenze. Also da darf ich mit viel Wohlwollen und Großzügigkeit mir das anhören und dann überlegen, dass der Mensch ein Kompliment mir gerade machen wollte. Und dann verstehe ich, dass das ein Kompliment sein soll.
Miriam: Viele Menschen üben das nicht mehr.
Florian: Wir dürfen ja irgendwie dahin kommen, dass wir die Dinge richtig gut können. Und es geht hauptsächlich darüber, dass wir es üben.
Die drei Töne auf der großen Bühne
Miriam: Es ist verrückt, der kleine von uns, der kleinste Sohn, hat vor etwas über einem Jahr angefangen, Klavierstunden zu nehmen. Und was mich total gewundert hat, war, dass die Klavierlehrerin nach drei Monaten, da konnte der irgendwie gerade drei oder vier Finger bedienen. Und es klang noch nicht wirklich nach Musik, es klang nach, er spielt kontrolliert irgendwelche Töne. Und wenige Töne, hat sie gesagt, er spielt Konzert. Also er kommt mit auf das Konzert dieser Klavierklasse und spielt auf einer großen Bühne an einem Flügel seine drei Töne vor. Und ich war etwas überrascht, weil ich dachte, wie soll das Publikum das jetzt gut finden, was der da macht. Also außer, dass er süß aussieht vielleicht hinter diesem riesigen Flügel. Und dann habe ich gedacht, gut, wenn er damit punktet, ist ja wurscht. Ich habe das so hingenommen und mittlerweile habe ich das Konzept dahinter verstanden, denn der gewöhnt sich einfach unfassbar früh an die Situation auf der Bühne und durch die Einfachheit der Dinge, die er da macht, also die er quasi im Schlaf zu Hause machen kann, ist es für ihn völlig selbstverständlich, auch jetzt nach einem Jahr, wo er schon komplexere Stücke spielt. Das sind große Konzerte, die sie veranstaltet, zum Teil auch wirklich in renommierten Konzerthäusern. Und das ist sehr beeindruckend zu sehen, wie selbstverständlich ihre Schüler auf die Bühne gehen.
Florian: Ja, war gut.
Miriam: Und ich glaube, dass das mit so dahinter ist. Also perfekt ist es sicher noch nicht. Und im Vergleich mit den 14-, 15-Jährigen bei ihr, die zu jung musiziert fahren, ist das alles noch voll der Anfänger-Kram.
Florian: Nur vielleicht ist das nicht der sinnvolle Vergleich. Eben. Also warum jetzt einen 7-Jährigen mit einem 15-Jährigen, der das seit sechs Jahren macht, vergleichen? Weil dann wäre die einzige Reaktion, die wir daraus schließen könnten, wäre, oh, er sollte aufhören, weil er ist nicht so gut wie der andere. Nur ist das tatsächlich sinnvoll? Wahrscheinlich nicht. Und genau das gleiche, wenn wir im Practitioner oder Master Practitioner oder selbst wenn wir in den Trainer fliegen, wenn wir uns mit bestimmten Leuten vergleichen, da würde ich auch sagen, wow, jemand macht seit 50 Jahren Trance. Gott sei Dank können die das richtig gut. Oder hat einen ganz anderen Stil von Trance. Im Master Practitioner machen wir manchmal auch direktivere Formen von Hypnose und von Trance-Vorgehen, dieses Mal auch. Und wenn jemand da drin wahnsinnig gut geübt ist und das 20, 30, 40 Jahre lang macht, dann wäre meine Hoffnung auch, dass die das richtig gut können. Und soll ich mich dann damit vergleichen? Vielleicht nicht so sinnvoll.
Miriam: Alles, wenn ich so zurückdenke, wie ich gelernt habe oder wie ich lerne, dann war das immer dieses Spielerische. Als ich NLP zum ersten Mal gelernt habe und zum ersten Mal damit in Berührung kam, habe ich quasi an Tag zwei schon meine ersten Experimente gemacht, wenn ich in dem Ort, in dem der Kurs stattfand, mir eben ein Brötchen gekauft habe oder ein Eis. Und mir überlegt habe, was kann ich jetzt aus NLP-Brille, aus NLP-Sicht heraus mal anders machen, als ich es vorher gemacht habe und habe dann beobachtet, was passiert. Das war jetzt nicht immer von Erfolg gekrönt oder das war nicht immer das Feedback, was ich mir vielleicht erhofft oder erwartet hätte. Ich habe geübt und ich habe das wirklich mit Freude gemacht und es hat mich auch nicht abgehalten, das weiterzutun, wenn da jetzt mal was nicht so perfekt geklappt hat. Wer nicht bei drei auf dem Baum war oder wer mit mir gesprochen hat, der hat eine Portion NLP abbekommen.
Florian: Spannend ist ja, generierst du neue Ergebnisse sozusagen. Also wenn ich bisher meine Bäckerei-Fachverkäuferin oder den Herren an der Wursttheke oder wo auch immer, an der Supermarktkasse oder an der Tankstelle, wenn ich da bisher ein bestimmtes Verhalten produziert habe, kann ich dann mein Verhalten so ändern, dass da irgendwas anderes passiert? Das ist ja das, was wir haben wollen.
Miriam: Das ist erstmal das Ziel. Wenn was anderes passiert, was grundsätzlich erfolgreich für einen NLPler.
Florian: Und dann weiter verfeinern. Vor allem zum Lernen, zum Üben, zum was tun. Voll gut.
Miriam: Gerade wenn dann auch mal was total Überraschendes passiert. Es ist super. Das war am allerbesten. Das waren die besten Erfahrungen. Wirklich.
Effectuation: mit dem Spatz in der Hand anfangen
Florian: Und diese Idee kommt eben aus, die Theorie dahinter heißt Effectuation und da geht es eigentlich darum, was Unternehmer tun, also wie denken Unternehmer über Situationen nach und viele erfolgreiche Unternehmer haben Forscher in den USA herausgefunden und dann eben diese Theorie aufgestellt, die gucken einfach, was ist der Spatz, den sie gerade in der Hand haben oder die Taube, die sie gerade in der Hand haben und machen damit irgendwas. Das heißt, wenn jetzt gerade jemand unten auf der Straße mich ein Kind anspricht, wie es jetzt zum Bahnhof hier kommt, dann kann ich da halt NLP üben. Wenn ich in der Supermarktkasse hinter einer Dame stehe und wir kommen ins Gespräch über die Dinge, die auf dem Band liegen, dann ist da der Zeitpunkt, NLP zu üben. Wenn es eine Coaching-Situation ist, wo wir klare Grenzen haben, bezahltes Coaching, dann ist da der Zeitpunkt, NLP zu machen. Also es ist sozusagen immer die Möglichkeit zu üben, im Rahmen dessen, was in der Situation halt gerade möglich ist. Eine formelle Übung oder so ein richtiges Werkzeug aus dem NLP werde ich sicherlich nicht an der Supermarktkasse so mit, ja dann schließen sie mal ihre Augen und denken sie mal über ihre Zukunft nach oder über die Vergangenheit oder wir machen dies. Da darf das dann irgendwie anders laufen. Nur was üben geht da auch.
Miriam: Ich glaube, dass viele Hörer uns dabei beipflichten und sich vielleicht ein Stück weit auch an der einen oder anderen Stelle selbst ertappen. Ich habe ganz viele Bereiche in meinem Leben, wenn es ums Tun geht, dass ich relativ schnell dabei bin zu sagen, tu es raus. Also Amy Hoy, eine ganz tolle Trainerin aus den USA, die ich sehr schätze, hat dieses just fucking ship it Thema. Also bring es raus, tu was. Wir haben jetzt unser erstes NLP Online-Training am Start, das wir im Grunde schon im Juli launchen wollten. Jetzt wird es August. Das hat auch was mit den technischen Hintergründen zu tun, an die wir uns gerade hier anpassen.
Florian: Hauptsächlich mit den Dingen, die wir noch so nebenbei machen.
Miriam: Und wir haben jetzt wirklich den Termin gefunden, wo Florian sich auch die Zeit nimmt und sich hinsetzt und das macht und alles ist gut. Und auch da werden wir in einzelnen Kapiteln nicht alles aus dem NLP lehren können. Das geht auch online nicht aus unserer Sicht. Das, was online geht, machen wir und da sind Übungen dabei. Das heißt, die Menschen, die dieses Training bei uns buchen, werden online Aufgaben bekommen, die sie dann offline machen. Denn NLP funktioniert nicht vorm Computer, vielleicht noch in der E-Mail.
Florian: Und die wenigsten Techniken sind für alleine gemacht. Genau. Wir haben die Frage im Practitioner immer wieder und auch im Master Practitioner jetzt auch, kann ich die Übung auch mit mir selber machen? Naja, in Grenzen. Also wenn es darum geht, eine Runde entspannter zu werden, sicherlich geht Autosuggestion auch oder eben geführte Trancen anhören, geführte Meditation anhören. Und natürlich ist es nochmal was anderes, mit jemand anders zu üben, wenn das Gegenüber sich genau darauf einschwingt, wo bist du gerade, was passiert gerade, in welchem Rhythmus atmest du, was kann ich sagen?
Miriam: Auch Wahrnehmung üben. Wenn da keine anderen Menschen sind, ich meine, es ist schön, wenn du dich schon mal wieder selbst wahrnimmst. Rapport.
Florian: ist das Fachwort dafür. Wir haben einen Podcast darüber gemacht. Mit anderen Menschen in Kontakt kommen. Eben in der, die heißen hier nicht Späti, ne? Im Rheinland.
Miriam: Ne.
Florian: Die heißen Büdchen. Ja. Wenn ich im Büdchen bin, hier im Rheinland, dann rede ich vielleicht auch anders mit den Leuten. Also da möchte ich vielleicht auch irgendwie mit denen, wenn ich mich mit dem Besitzer da unterhalte oder den Leuten, die da vorstehen, dann sind wir instantan beim Du. Also es gibt überhaupt kein Sie an der Stelle und dann unterhalten wir uns über andere Themen, als wenn ich in irgendeiner Firma drin bin. Und es ist doch gut, das zu üben. Inhaltlich in den Kontakt zu kommen und auch von wie essen wir da oder wie trinken wir da was oder wie funktioniert es da so von der Kultur her.
Miriam: Und ein Feedback, das kommt, eben aufzunehmen. Und ein Feedback bekommst du, wenn du in Aktion gehst. Also auf dem Sofa sitzen und darüber nachdenken, wie dieses Universum vielleicht funktioniert, ist noch nicht wirklich viel passiert. Das heißt, was tust du, damit das, was du planst, das, was du dir wünschst, das, was wirklich deine Träume sind, und du tust schon was dafür. Und du tust vielleicht schon ein bisschen so, als wäre es schon da. Das ist voll cool fürs Gehirn, weil es anfängt, die richtigen Strategien rauszufriemeln für dich.
Florian: Wir hatten hier vorhin die Situation, auch unser Kleinster saß vorm Laptop, hat seinen Abendfilm geschaut, hatte eine leere Schale in der Hand, in der vorher Früchte waren. Ich bin vorbeigelaufen und er meinte, machst du das mal in die Küche? Ich habe ihn angeschaut und er, oh, würdest du das bitte in die Küche stellen, Florian? Mhm, klar war ich das gerne. Das war Üben. Also das war mit dem Feedback dann tatsächlich was tun. Wann machen Menschen gerne was für dich? Was kannst du tun, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen?
Miriam: Was kannst du tun, dass du was gerne für dich machst? Denn am Ende des Tages tust du ja etwas für dich in dem Augenblick, wo du eben loslegst. Und wir hatten das Thema mit diesem Loslegen und diesem, ich mach das jetzt, hatten wir auch, wir hatten fast alle Themen in diesem Masterkurs, der war so intensiv, das war herrlich. Es war wirklich eine ganz wunderschöne Erfahrung, auch für Florian und mich, wir sind sehr dankbar. Wir durften ganz, ganz viel lernen, auch als Trainer. Und wir hatten auch dieses Thema mit, ich kann alles, ich weiß das auch, es ist auch im Grunde alles bereitet, also der Tisch ist gedeckt und trotzdem gibt es so ein paar Punkte, die passen noch nicht, deswegen mache ich das jetzt noch nicht, sondern ich mache das irgendwann dann mal, wenn die genau richtige Situation dafür ist oder wenn alles stimmt und was sind das für, wann in unserem Leben stimmt eigentlich alles oder auch,
Nach Nepal fliegen und ein Yak scheren
Florian: Wann sind alle Voraussetzungen erfüllt? In der IT gibt es die schöne Metapher, dass am Anfang, also irgendwann kommen wir immer darauf zurück, dass wir nach Nepal fliegen und einen Yak scheren. Es gibt die Yakschere. Wir wollen unseren NLP-Kompaktkurs online bringen. Dafür dürfen wir noch die Integration von den beiden Plattformen, die involviert sind, klären. Dafür dürfen wir noch die Texte schreiben. Um die Texte zu schreiben, brauchen wir einen Ort, an dem Miriam sich wohlfühlt. Sehr wichtig. Da darf es nicht zu warm sein. Nein, da darf bitte alles stimmen. Wenn es nicht zu warm ist, dann dürfen wir dafür sorgen, dass sie schön warm ist, bis auf ihren Kopf. Und dann irgendwann, wenn wir uns überlegen, was ist das alles, was wir dafür brauchen, dann landen wir dabei, dass wir erstmal nach Nepal fliegen dürfen und einen Yak scheren. Und dass das der Anfang der Kette ist. Und so verhindern Menschen tatsächlich, dass sie Dinge tun. Und was wir gerne hätten ist, du machst einfach Sachen mal. Also das ist dieses tolle Prinzip aus Effectuation mit der Taube in der Hand. Wenn ich die Taube in der Hand habe, dann fange ich halt mit der Taube an. Ist es ein Spatz, fange ich mit dem Spatz an. Nur mal irgendetwas tun damit. Rede ich gerade mit der Bäckerei-Fachverkäuferin? Dann ist es eben Komplimente üben und Fragen stellen üben, genau verstehen üben, andere Menschen zum Lächeln bringen, State-Pacen, Dialekt-Pacen, was auch immer. Ist es eine formelle Coaching-Situation, dann ist es Coaching-Formate üben, in einem Coaching-Format drinbleiben, in Rapport gehen mit dem Gegenüber, ein möglichst gutes, nachhaltiges Resultat zu erzeugen, damit es dem Menschen gegenüber wieder noch besser geht. Ist es eine Situation mit den Kindern im Schwimmbad, dann geht es vielleicht darum, maximal Spaß zu generieren und gleichzeitig alles noch schön zu machen. Sicher oder ruhig zu halten.
Miriam: Im Rahmen der Möglichkeiten. Nee, da wollen wir schon planschen. Das ist schon gut so. Ja, also ein wichtiges Anliegen, das wir da haben und nicht nur fürs NLP. Im NLP sicher. NLP entsteht dadurch, dass Menschen NLP tun. Das ist eine wunderschöne Art, diese Situation zu klären oder zu erklären oder auch einfach sich selbst in einem guten Zustand, in einem akzeptablen Zustand zu halten. Wenn es nicht NLP wäre, was wäre es denn dann? Also wo sozusagen startest du mit den Projekten und wo hältst du sie zurück und hältst sie bis jetzt noch zurück? Florian hat gesagt, da gibt es auch so eine Art Angstthema dahinter. Das finde ich vielleicht spannend und ich würde es gerne noch hier mit reinholen, weil tatsächlich scheint dieses Aufschieben und Aufschieben und Aufschieben auch was damit zu tun zu haben.
Florian: Ja, mit dem Wunsch, das eben von Anfang an perfekt zu machen. Also die Hoffnung darin, das so gut machen zu können, gleich von Anfang, dass das so ein Riesenberg wird, dass dann manche Leute da nicht mehr hochkrabbeln. Und dann eben das Ganze klein zu haben und zu sagen, ja, okay, wir machen halt mal irgendwas. Also vielleicht ist das erste Mal, wenn ich mich ausprobiere mit einem komplett neuen Kommunikationsmodell, sowas wie NLP oder mit einem bestimmten Werkzeug daraus, vielleicht geht es auch mal schief. Nur dann entspannt zu lachen und zu sagen, okay, beim nächsten Mal klappt es schon besser. Nur was ausprobiert zu haben. Ich sehe in so vielen Firmen inzwischen, dass die, wenn die Leute einstellen, dass die entweder Juniorrollen einstellen wollen, also die möchten günstige, sehr junge, hochmotivierte Leute, die für wenig Geld sehr viel Anstrengung haben oder sehr seniorige Menschen, nämlich die, die dann irgendwie mit sehr viel Erfahrung auch komplexeste Sachen direkt lösen können. Nur was die Unternehmen irgendwie nicht mehr haben, ist so ein Weg vom Junior zum Senior. Sondern die bleiben entweder in der Juniorrolle so lange drin, wenn die versuchen da rauszukommen, habe ich schon erlebt, dann dürfen die Firma wechseln. Und werden dann instantan von einem Junior zum Senior. Und es gibt überhaupt keine Progression mehr, keine Abfolge mehr.
Miriam: Und die Abfolge ist so, ich meine, wie funktioniert denn das Leben? Wir haben doch überall, egal wo wir hinschauen, auch in der Natur, haben wir Abfolgen. Haben wir sowas wie, wenn da was wächst, ist es noch nicht perfekt. Wenn du ein Samenkorn einpflanzt, sieht es noch nicht aus wie die Rose, die auf der Packung abgebildet ist. Und das zu erwarten ab dem ersten Tag ist echt frustrierend.
Florian: Das ist eine der schönen Metaphern von Milton H. Erickson. In den Baumarkt zu fahren und eine von diesen Blumensamenpackungen zu nehmen und dann zu Hause aufzumachen und enttäuscht zu sein, dass die Samen irgendwie ganz anders aussehen als die Blumen, die da drauf aufgedruckt sind. Oder die ganze Zeit dann in dem Topf nachzugraben, ob es denn schon sprießt oder nicht. Das ist einfach nicht sinnvoll. Sondern manche Sachen brauchen dann einfach auch ein bisschen Zeit und zwischendurch brauchen sie viel Pflege. Und das ist ja auch was, was wir bei den Modellen haben.
Geduld, Wachstum und der erste kleine Schritt
Miriam: Wir hatten so ein schönes Gespräch dazu auch mit den Inhabern von der Country Lodge, wo wir unsere Seminare so gerne geben. Mit denen waren wir, seit Jahren wollen wir das. Jetzt waren wir zum ersten Mal mit denen abends mal aus, außerhalb von jedem Geschäft. Also einfach mal, weil wir da jetzt schon seit so vielen Jahren sind und die auch immer wieder treffen und es sehr freundschaftlich läuft dort. Es war ein ganz zauberhafter Abend am Sorpesee. Und da ging es auch darum, wie lange braucht denn ein Unternehmen, um zu wachsen, also wie lange, um gesund zu wachsen. Und der Chef dieser Country Lodge, der Gründer, ist ein erfahrener Geschäftsmann, der vorher auch in Konzernen gearbeitet hat und in großen Konzernen und Geschäftsführer war und so weiter. Und es war so spannend und so liebevoll, was der da von sich gegeben hat, dass eben dieses dann auch ein Stück weit Geduld haben mit sich selbst, mit dem Projekt, das da geplant ist, mit dem das wachsen lassen, die Ausdauer zu besitzen, auch wirklich anzufangen, also loszulegen und nicht zu planen und zu planen und zu planen und zu planen.
Florian: Was zu tun und dann eine ganze Weile auch erstmal entspannt zu sein mit den Ergebnissen, die kommen. Weil am Anfang ist sicherlich viel Lernen dabei und eben einfach auch Wachstum.
Miriam: Und er hat da ein Paradies erschaffen, ein sehr erfolgreiches Paradies. Und das zu sehen bedeutet, also wenn ich sowas sehe, dann habe ich einfach das Gefühl, da ist was ganz Gesundes gewachsen. Und das war bestimmt auch nicht immer einfach und das war bestimmt kein Freiflug, den die da gemacht haben. Nur, die sind jetzt wahnsinnig erfolgreich, die sind auch da gesettelt und es ist alles gut und es sind voll die erfolgreichen Unternehmer. Und ich orientiere mich da gerne dran. Und wenn so ein Mensch zu mir sagt, tu es jetzt, dann nehme ich mir das sehr zu Herzen. Dann ist es für mich etwas, was von jemandem kommt, der hier schon Weisheit gesammelt hat.
Florian: Das andere, was da noch mit reinspielt, was wir auch immer im Practitioner haben, ist dieses Thema, naja, aber was, wenn ich jetzt so ein Sprachmuster aus dem NLP übernehme oder so ein Sprachwerkzeug oder aus irgendeinem anderen Kommunikationsmodell? Wenn ich sowas mache und es fühlt sich am Anfang noch so fremd an. Also normalerweise babble ich halt einfach, wie mir der Schnabel gewachsen ist und jetzt fange ich plötzlich an, Aber zu streichen oder ich fange an, kein Muss mehr zu sagen oder so. Das fällt mir auf schon mal. Es fühlt sich irgendwie komisch an, das ist doch nicht normal. Ja, es ist auch eine ganze Weile nicht normal. Auch fünf Bälle jonglieren ist am Anfang nicht normal gewesen oder es stresst mich tatsächlich im Vergleich zu Dreiball-Jonglage immer noch. Also da merke ich richtig, wie ich mich darauf konzentrieren darf, wie ich sehr bewusst dabei bin, dass das gut funktioniert. Bei Dreiball-Jonglage, das mache ich schon seit ich zwölf bin, da nehme ich einfach drei Bälle in die Hand und fertig. Dann fliegen die Bälle halt durch die Luft und ich fange sie und ich kann mich nebenbei unterhalten und kann andere Dinge tun und das fühlt sich für mich sehr natürlich an. Wenn wir in die höheren Anzahl an Objekten gehen, dann brauche ich zum Teil einfach sehr viel Aufmerksamkeit noch dafür. Und der einzige Weg, das nach unten zu bekommen, ist, das mehr zu üben. Und dann eben sich daran zu gewöhnen. Und zu sagen, ah, okay, das ist jetzt plötzlich auch meine Sprache. Dann entsteht ja plötzlich sowas, wie du hast zwei Möglichkeiten, etwas zu sagen in der Sprache, die du vielleicht... Das stimmt.
Miriam: Ja, und dann so hochmotiviert loszuziehen und zu sagen, ich habe jetzt drei Seiten von einer 16-seitigen Homepage fertig, zumindest bin ich schon mal im Netz zu finden und es gibt auch ein paar Fotos von den schönen Dingen, das ist meine Freundin, die diese Kunstobjekte fertigt, es gibt schon ein paar Fotos von diesen Kunstobjekten, die Menschen sich angucken können und sie wissen, wie sie mit mir Kontakt aufnehmen können. Das würde ja schon mal reichen.
Florian: Das ist zumindest ein erster Schritt.
Miriam: Genau.
Florian: Und das kommt dann eben auch aus der Effectuation raus, aus dieser Theorie raus, dass sie sagen, und dann ist es eben aus dem Unternehmertum raus, dass sie sagen, das Experiment, was du machst, der Versuch, den du machst, ist der so, dass, wenn das völlig schief gehen würde, dass das Unternehmen trotzdem weiterlebt. Und das ist eben genau das, worum es dann geht. Also wenn jetzt nur drei Bilder auf der Homepage sind und da steht nur eine E-Mail-Adresse, wenn jemand Interesse hat, dann könnte er sich da noch zusätzliche Bilder schicken lassen oder so. Was ist das Schlimmste, das passieren könnte? Das Schlimmste, das passieren kann, ist, dass es...
Miriam: Dass 100 auf einmal schreiben.
Florian: Dass sich jemand meldet.
Miriam: Ja, dass sich jemand meldet. Dass wirklich ein Kunde plötzlich da ist. Ja.
Florian: Und dann wird es natürlich spannend. Und genau das Gleiche in den Organisationen, die ich habe. In der einen oder anderen Stelle haben wir nicht mal einen Spatz auf der Hand, sondern wir haben noch ein paar Körner in der Hand und hoffen, dass irgendwann bald was landet. Nur auch damit können wir schon was tun. Und wahrscheinlich ist das Tun viel besser, als einfach zu warten, bis der perfekte Moment da ist. Weil dann haben wir schon ein paar Meter gemacht, haben schon was gelernt, haben schon was herausgefunden über die Umgebung, kommen in Kontakt mit mehr Menschen.
Losverkaufen und einfach anfangen
Miriam: Über dieses Tun. Wird auch ganz stark Thema sein in meinem Sales-Pro-Seminar im August. Da gibt es übrigens noch Plätze, also wenn du Bock hast, komm gerne vorbei. Da geht es um dieses Verkaufen und bitte losverkaufen und verkauf endlich die tollen Dinge, die du kannst oder die wunderbaren Dienstleistungen oder die herrlichen Produkte, die du zu Hause hast. Verkauf sie, verkauf im großen Stil, verkauf noch mehr, wenn du sowieso schon verkaufst. Und wie denn? Wir haben tolle, wir haben wirklich einen ganz fantastischen Methodenschrank zusammengestellt, den wir in fünf intensiven Workshop-Tagen gemeinsam erarbeiten und wo du in der Woche schon anfangen kannst, mehr Umsatz zu machen. Und ich bin gespannt, wie viele sich diesen Podcast zu Herzen nehmen, die sich da jetzt noch anmelden und sagen, ich habe diese Folge gehört und ich lege jetzt endlich los.
Florian: Also wie Calls to Action machen. Wie den Abschluss tätigen. Ganz genau. Wie über Conversion Rate vielleicht auch nachdenken. Wie viele Leute kommen auf die Seite? Wie viele schließen dann ab? Was möchtest du haben? Wie könnte so ein Trichter gebaut werden? All sowas kann auch Thema sein.
Miriam: Herrlich. So, legen wir los. Vielen Dank fürs Anhören, fürs Loslegen. Vielleicht legst du morgen mit irgendwas los. Vielleicht dauert es noch eine Nacht und du schläfst und wachst morgen auf und denkst, heute tue ich es einfach.
Florian: Das ist doch ein guter Plan. Und wenn es nur ist, aufzustehen.
Miriam: Da ist aber schon mal was gewonnen.
Florian: Der Tag fängt schon mit Aktion an. Und wie soll es dann weitergehen?
Miriam: Viel Spaß damit. Und wir hören uns nächsten Dienstag wieder.
Florian: Wenn es wieder heißt,
Miriam: Zwei Gehirne. Ein Podcast. So sieht's aus. Tschüss. Schöne Woche. Tschüss.