NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 79

Die lästige.. äh.. lustige Steuererklärung? Miri sagt NEIN!

Lästige Aufgaben und Verpflichtungen - wer kennt sie nicht.

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In dieser Folge

Darum geht es

Lästige Aufgaben und Verpflichtungen - wer kennt sie nicht. Bei dem einen ist es die Jagd nach den Quittungen für die Steuererklärung, bei dem anderen ist es das Reinigen des WC's. Der dritte schiebt gerne Rechnungen vor sich her und der vierte scheut sich vor dem einen oder anderen unangenehmen Telefonat. Wenn sich das doch nun mal seriös doof anfühlt - warum sollte ich es dann "gerne" machen wollen - fragt sich Miri zurecht in diesem Podcast. Florian sieht das in "unabwendbar": Bei lebensnotwendigen Arbeiten gibt es keine Frage nach dem Spaß oder dem Unmut - die werden erledigt und fertig. Und was sagen Motivationstrainer, Psychologen und NLP-ler dazu? Viel Spaß bei einem Füllhorn voller Tipps, wie Du in Zukunft Deine Aufschieberitis in Freude zu Grabe trägst.

Du möchtest uns persönlich kennen lernen? Oder international zertifizierter NLP Practitioner oder Master werden? Für Deine Anmeldung oder Dein Info-Gespräch zur Ausbildung im NLP besuche gerne unsere Seite: http://www.kontext-denken.de oder schreib uns eine E-Mail: miriam@pergaudiaadastra.de Bewerte diesen Podcast bei iTunes. Du findest ihn unter "kontext*denken - zwei Gehirne, ein Podcast". Wir freuen uns, wenn Du mit Deiner Sterne-Vergabe noch mehr Menschen das Finden dieses wöchentlichen Hörwerks erleichterst. Und wenn Du uns öffentlich Deine Meinung sagen möchtest: http://fb.me/Miriam.Deforth.kontext.denken http://fb.me/Florian.Gross.kontext.denken Unseren Video-Podcast (mit bewegten HD-Bildern in Farbe) findest Du hier auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=RxU_DlbWrqg&list=PLfj4P7lArPJDwiEArD6euHknuqZzbA3EX

Konkret geht es um den Unterschied zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation, um Reframing und das "Löffelchen voll Zucker"-Prinzip nach Mary Poppins. Florian bringt die Pomodoro-Technik ins Spiel, das Benno-der-Straßenkehrer-Bild aus Momo und die kuriose Idee der Structured Procrastination — ein besonders ekliges Ding oben auf die To-do-Liste setzen, damit alles darunter leichter fällt. Wenn du Steuererklärung, Wäsche, Aufräumen oder unangenehme Telefonate ständig aufschiebst und einen anderen Umgang mit lästigen Pflichten suchst, findest du hier NLP-Ansätze wie den Blick aufs Endergebnis und das Verändern von Gefühlen. Dazu die persönliche Diskussion darüber, ob man solche Aufgaben überhaupt "gern" machen muss.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Pest oder Cholera: Womit fangen wir bloß an?
  2. Unter Protest: das Schildchen, das alles verändert
  3. Belohnung, Erpressung und die Frage nach der intrinsischen Motivation
  4. Muss ich überhaupt darüber nachdenken, ob es Spaß macht?
  5. Pomodoro, Benno der Straßenkehrer und Structured Procrastination
  6. Miris NEIN: das eine Leben und der Blick aufs Endergebnis

Kennst du dieses eine Ding, das ganz oben auf deiner Liste sitzt und trotzdem nie drankommt? Bei Miriam ist es die Steuererklärung, bei Florian sind es die Kinder, die freiwillig die Spülmaschine ausräumen sollen. Statt sich zu einigen, streiten die beiden erstmal munter darüber, ob man solche Aufgaben überhaupt "gern" machen sollte — oder ob die Frage nach dem Spaß schon der ganze Fehler ist. Dazwischen: ein Kind mit Protest-Schild, dicke Hunde und der Straßenkehrer Benno.

Pest oder Cholera: Womit fangen wir bloß an?

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.

Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.

Miriam: Herzlich Willkommen, meine Damen und Herren, das ist der Podcast für die innerste Motivation. Er nennt sich Pest oder Cholera. Heute zu Gast Florian Groß, der sich nie entscheiden kann, ob es jetzt besser ist, das Büro aufzuräumen oder doch besser die Steuererklärung zu machen. Na, wie sieht's aus?

Florian: Also müssen wir dieses Thema nehmen, Miri? Wollen wir nicht irgendwie was anderes machen? Wollen wir nicht ins Schwimmbad gehen oder so?

Miriam: Das ist eine fantastische Einleitung und sehr geschickt gemacht. Ich durchschaue dich. Hast du dir das vorher schon überlegt?

Florian: Was? Jetzt den Podcast, wir können einfach einen Cut machen und machen den nächste Woche. Wir könnten einfach nur den Jingle hochladen und eine kurze Message von dir, dass es diese Woche keinen Podcast gibt.

Miriam: Lieber Spülmaschine ausräumen? Lieber Wäsche zusammenlegen?

Florian: Oder mal Staubsaugen?

Miriam: Pfandflaschen wegfahren.

Florian: Pfandflaschen, finde ich, geht noch. Da ist ja sogar noch ein monetärer Reward hinten dran. Glasflaschen wegfahren. Oder das Glas wegfahren.

Miriam: Das Altglas. Pest oder Cholera. Oh, ein Thema, über das wir uns lange, lange, ich habe eine Idee, wer von uns beiden sich das Thema gewünscht hat. Und ich bin da voll dabei.

Florian: Die Frau, die viermal in der Woche wäscht. Allerdings. Mit zwei Kindern, ja. Hör mir auf. Allerdings doch.

Miriam: Wo kommt nur diese Motivation her, die ich dafür habe? Ich frage mich selbst.

Florian: Für dieses Thema, oder? Für das Wäsche-Zusammenlegen. Für das Wäsche-Zusammenlegen. Ja, sehr gute Frage. Ja, ich bin beeindruckt von mir. Ich auch.

Miriam: Ja, und dann denke ich immer noch dran, frische Blumen auf den Tisch zu stellen.

Florian: Das stimmt. Das macht ja Spaß.

Miriam: Ach ja, wenn sie da stehen, macht es mir Spaß.

Florian: Aufgekommen ist das Thema ja, weil die beiden kleinsten Mitbewohner, die wir hier haben, sechs und zehn, sich standhaft weigern, freiwillig den Tisch mit abzuräumen und oder Dinge da zu tun. Sie tun das dann, wenn ich es von ihnen fordere oder wenn wir es von ihnen fordern. Und so aus eigener Motivation heraus mal die Spülmaschine einzuräumen, oi, oi, oi.

Miriam: Ja, und dann erinnere ich mich an Dinge, die ich jetzt zum Beispiel auch ständig vor mir herschiebe, obwohl zum Beispiel unser fantastischer Steuerberater mir zweimal schreibt, ich bräuchte dann jetzt mal so langsam die Steuererklärung, die Unterlagen für die Steuererklärung. Ja, ich weiß nicht, wie es dir da draußen geht. Es wird diese Dinge in deinem Leben geben.

Florian: Das ist unsere große These, die hinter diesem Podcast liegt. Dinge, die gemacht werden müssen und die doch nicht gemacht werden. Oder nur ungern.

Miriam: Oder unter Protest. Den mag ich ja sehr gern von dir.

Unter Protest: das Schildchen, das alles verändert

Florian: Das stimmt.

Miriam: Das war ein toller Einsatz, wirklich. Den liebe ich bis heute. Das ist nicht NLP und es ist total gut.

Florian: Doch, es ist NLP. Es ist mit Reframe gearbeitet.

Miriam: Also Reframe, was ist denn das für ein, nur für alle, die bei uns noch keine NLP-Ausbildung gemacht haben, Reframe, einen neuen Rahmen geben, das Gute an den Dingen sehen und oder?

Florian: Eieiei, da ist ja schon was Spannendes drin. Eine andere Perspektive. Genau, eine andere Perspektive.

Miriam: Und es ist so, dass ich das trainiere. An manchen Stellen im Leben gelingt mir das, wo ich es fast schon selbst für ein Wunder halte, auf fast magische Weise. An anderen Stellen in meinem Leben investiere ich da immer noch deutlich Gehirnschmalz und Energie gefühlt.

Florian: Ich mache das. Ich übe und übe und übe.

Miriam: So eine zusammengelegte Unterhose ist schon was Tolles.

Florian: Wir dürfen noch die Geschichte zum Unterprotest erzählen.

Miriam: Das stimmt. Ich liebe diese Geschichte.

Florian: Komm. Naja, unser allerkleinsten Mitbewohner ist sehr willensstark. Und so als Sechsjähriger, wenn er dann mal was nicht machen wollte, der nicht näher genannte sechsjährige Kleinstmitbewohner, dann haben wir uns überlegt, also was könnte es zum Beispiel sein? Wir hatten das mal, als wir zum Supermarkt einkaufen gefahren sind. Eine Runde DM. oder Rewe oder Real oder was auch immer. Und die waren gerade am Lego spielen. So. Was ist das, was er lieber möchte? Lego spielen. Und da gab es dann ein größeres Geschrei, bis wir aus der Wohnung herauskamen. Und was wir dann rausgefunden haben, es geht viel einfacher, wenn er so ein kleines Unter-Protest-Schildchen mit dabei haben darf. Also er geht jetzt mit zum Supermarkt. Das ist ja sowieso nicht so, als hätte er da eine große Wahl gehabt. Nur, die Wahl ist dann, dass er nicht freiwillig mitgeht, sondern nur unter Protest.

Miriam: Und es hat ihm gefallen.

Florian: Und es hat ihm gefallen, ja.

Miriam: Seitdem macht er Dinge und er macht sie unter Protest.

Florian: Unter Protest, genau. Ich glaube, dass das auch vielen Erwachsenen helfen würde. Wir hatten das auch schon mal in irgendeinem Podcast oder in der Beziehungskiste.

Miriam: Wir haben das auch schon in unseren Seminaren als Werkzeug gefeiert und die Leute haben gelacht.

Florian: Weil manchmal ist es ja auch im Umgang mit mir selber so, dass ich irgendwas nicht machen möchte und dann sage ich, naja gut, ich mache das jetzt nur unter Protest. Oder ein Kollege, das ist in der Diskussion mit einem Kollegen in der Arbeit und irgendwann in der Diskussion stelle ich fest, der hat ja recht. Nur, will ich das jetzt machen? Hm, schwierig. Naja, unter Protest.

Miriam: Ja, ist okay. Und wenn es nur innerlich, also dieses kleine Schildchen innerlich hochzuhalten. Ich habe vor Jahren, also lange vor meiner eigenen NLP-Ausbildung, habe ich das Buch geschenkt bekommen. Ein Löffelchen voll Zucker. Das hat eine deutsche Schauspielerin geschrieben. Es gibt ein Buch. Als Erziehungsrat. Eine deutsche Schauspielerin hat das geschrieben, die selbst irgendwie drei Kinder hat oder so. Und hat das Mary Poppins Prinzip aufgegriffen. Das heißt, in dem Lied, in jeder Arbeit merkt euch das, steckt auch ein kleines bisschen Spaß. Versteh den Spaß und schnapp, die Arbeit klappt. Das ist in diesem Buch aufgearbeitet. Verschiedene sehr kreative Tipps, um blöde Sachen, die Kinder nicht so gerne machen in der Regel, dann eben zu was Tollem zu gestalten. Also daraus ein Spiel zu erfinden oder eine Challenge oder eine Wette. Also irgend sowas, was das Ganze spannend macht, was das Ganze aufwertet. Da ist ja fast schon ein Spiel dabei oder was Spannendes. Spannend? Weißt du, was ich meine? Ja.

Florian: So.

Miriam: Und die Grundidee von diesem Buch fand ich gut. Ich habe das Buch nicht ganz gelesen, weil irgendwann wird es mir zu zuckrig. Und ich habe das dann für mich auch an vielen Stellen angewendet. Für mich kommt es einem Reframing gleich. Weil ich das zum Beispiel dann gemerkt habe, beim Wäsche aufhängen läuft bei mir nebenbei der Livestream von QVC. Ich schaue meinen Kollegen zu, weiß, was an dem Tag so abgeht und entwickle dabei Freude. Und ja, dann habe ich also mittlerweile auch an diesem Wäsche aufhängen, was mir im Kern keine Freude macht, dann doch so ein bisschen Freude. Und wenn ich die Wäsche aufgehängt habe, wird der Livestream wieder ausgeschaltet.

Florian: Das ist nicht besonders Zen von dir, ne?

Miriam: Es ist nicht Zen, das stimmt.

Florian: Es ist nicht im Moment sein und... Nein, nein.

Miriam: Das ist ein vollständiges Ablenkungsmanöver von der Kernthetik.

Florian: Ist das dann erlaubt?

Miriam: Ich bin voll bei dir. Und hey, dann mache ich es.

Florian: Ja.

Miriam: Und ich schimpfe dabei nicht rum, weil ich 30 Paar schwarze Socken zueinander sortiere. Also dieses Prinzip von der Idee mag ich sogar und es funktioniert aus meiner Sicht und in meiner Welt nicht bei allem. Also ich mache mir, und da gibt es einen eigenen Podcast dazu, ich mache mir Dinge, die ich jetzt nicht so spannend finde im Leben, mache ich mir netter. Die Steuererklärung zum Beispiel dadurch, dass ich mir einen feinen Kaffee koche und ein Kerzchen anzünde und eine gute Musik dazu laufen lasse, dann ist der Kern der Arbeit, diese Unterlagen zusammenzusatteln aus dem ganzen Haus immer noch nicht besonders toll.

Florian: Das klingt ja jetzt nicht besonders gut.

Miriam: Es ist kein so ganz stimmiges Prinzip geworden. Und an manchen Stellen, wie gesagt, geht das ganz gut. Was auch funktioniert bei den Kindern, ist Belohnung. Also dieses, wenn du es gemacht hast, gibt es irgendwas dafür.

Belohnung, Erpressung und die Frage nach der intrinsischen Motivation

Florian: Dann darfst du runter zum Kiosk laufen und dir Schneckchen holen oder was auch immer.

Miriam: Ich weiß, da werden dicke Hunde mitgemacht.

Florian: Was meinst du mit dicken Hunden?

Miriam: Wenn Hunde sozusagen immer, wenn sie was gut gemacht haben, ein Leckerchen bekommen und das ständig, dann bekommen sie irgendwann Übergewicht.

Florian: Naja, außer sie bekommen halt kein Futter mehr, ne? Ja, beim Klickertraining ist das einer der Tricks, die Futterrationen zu erniedrigen auch gleichzeitig, dass da sowas eben nicht passiert. Wenn ich so eine aktive Phase habe von ich bring dem Hund viel bei über Leckerlis, dann ist es halt besser, wenn er ein bisschen Hunger hat da drauf. Ja, das stimmt.

Miriam: Und bei Kindern das Mittagessen dann zu starten. Hm. Nee, nee. das ist ja mal eine interessante Idee und schon ist das Zimmer aufgeräumt oh jetzt kriegen wir Zuschriften dann ist es ja auch in meiner Welt keine Belohnung, dann ist es ja eher eine Erpressung ich finde das ist eine Erpressung ich finde das das stimmt, das fühlt sich schon ein bisschen so an. Also du merkst schon, wir steigen da richtig ein. Wir haben gesagt, es gibt ja auch manchmal diese unangenehmen Anrufe oder E-Mails.

Florian: Lass uns mal bei der Belohnung bleiben. Weil ich finde, das Schlimme, was ich daran finde, ist, den Kindern beizubringen, dass manche Sachen nur mit Belohnungen zu machen sind.

Miriam: Wie hast du es so schön genannt? Es gibt ja Fremdworte. Wollen wir schon droppen hier jetzt bei dem.

Florian: Fremdwort?

Miriam: Ja, extrinsische Motivation.

Florian: Achso, extrinsisch motiviert, ja genau. Es gibt ja eine intrinsische Motivation. Zum Beispiel, ein Schüler geht in die Schule, Stefan. Der kleine sechsjährige Stefan geht in die Schule, schreibt eine Arbeit, kommt mit einer 2 nach Hause und freut sich. Yeah, 2, ich hab was geschafft. Und dann kommt die Mama und sagt, wow, eine 2, super. Dafür bekommst du heute einen Amerikaner. Und dann entsteht ja eine Erwartungshaltung, auch beim nächsten Mal, wenn eine 2 geschrieben wurde, Amerikaner wieder. Und es ist gar nicht mehr so sehr im Fokus dieses, ich hab mich, das war was Schönes für mich oder für den Stefan eben, sondern es ist plötzlich eben von außen eine Belohnung da drauf gesetzt. Das ist extrinsische Motivation. Bei vielen Arbeitnehmern macht es der Arbeitgeber dadurch, dass er ihnen am Ende des Monats Geld gibt. Und dann ist schon die spannende Frage, wenn ich mich so umschaue oder in unseren Seminaren auch umhöre, es gibt einige Leute, die den Job nur deswegen machen, weil hinten dran dann Geld steht. Und da ist von der Begeisterung, die du spürst, liebe Miriam, oder von der Begeisterung, die du vielleicht im Leben spüren möchtest, ist dann nur zum Teil noch was da?

Miriam: Du, ich kenne Leute, die haben gar keine Begeisterung für ihren Job.

Florian: Ja, so weit wollte ich jetzt hier im Podcast nicht gehen.

Miriam: Ja, und die sagen auch, ich mache das nur für das Geld. Dafür kann ich mir dann mein teures Hobby leisten oder bin dann dreimal im Jahr beim Skifahren oder so. Und dann kommt auch noch der Satz, wenn sie kurz bevor sie ins Auto steigen, um in die Alpen zu fahren, das habe ich mir jetzt wirklich verdient.

Florian: Und das ist auch ein spannender Glaubenssatz.

Miriam: Da dreht sich bei mir sozusagen, also da stellen sich mir die Fußnägel nach oben, wenn ich das höre, weil die Zeit, die Lebenszeit, die kostbare, die dafür ins Land geht, damit ich dreimal im Jahr zwei Wochen irgendwo bin.

Florian: Vor allem, das heißt, meistens sind es ja Leute, die sogar relativ gute Jobs haben oder zumindest habe ich das von Hochverdienern auch gehört in letzter Zeit. Also wirklich, die in höheren Management-Positionen auch sind. Das ist schon spannend, wenn die von 7 Uhr morgens bis 19 Uhr abends irgendwie in der Arbeit sind, um Dinge zu erledigen und sehr, sehr stringent unterwegs sind. Spannend, weil das ist, jetzt kommt natürlich die spannende Frage, wie viele Leben haben wir? Es ist ein Drittel der Lebenszeit, wenn jemand acht Stunden am Tag in der Arbeit ist. Gut, es gibt das Wochenende noch. So und jetzt? Jetzt. Jetzt haben wir die extrinsische Motivation eingeführt. Und viel schöner wäre es, intrinsisch motiviert zu sein, also eine Begeisterung zu entdecken dafür, was ich tue.

Miriam: Voll cool. Ich liebe meine intrinsische Begeisterung beim Trainieren von NLP. Ich liebe meine intrinsische Begeisterung beim Moderieren vor der Kamera auf der Bühne. Ich liebe meine intrinsische Begeisterung beim Schreiben, egal von was. Und warum habe ich die nicht bei der Steuererklärung? Warum ist es mir noch nicht mal... Selbst wenn ich die Steuererklärung dann gemacht habe und habe die ganzen Sachen weggeschickt, komme ich nicht mit diesem Gefühl von, wow, ich habe eine 2 geschrieben nach Hause.

Florian: So, was soll ich da machen? Ja, das ist spannend, wenn ich da in meinen inneren Dialog auch zur Steuererklärung rein... Steuererklärung ist für mich dann tatsächlich auch nochmal in einer ganz eigenen Klasse von Sachen, weil ich das Gefühl habe... Ich weiß nicht mal genau, wann es gut ist.

Miriam: Wie wann es gut ist?

Florian: Ja, also deswegen habe ich da inzwischen einfach einen Steuerberater für und zahle dem da was. Weil wenn ich das selber mache, weiß ich nicht mal, bin ich fertig? Ist es korrekt? Oder hätte ich da noch ganz viel mehr Geld sparen können? Also das ist der Anteil an der Steuererklärung, weshalb ich solche, diese Art von Aufgaben, wo ich sage, wow, da wäre es richtig gut, viel Expertenwissen zu haben, das ich nicht aufbauen möchte, weshalb ich dann sage, okay, das ist es mir wert, dass ich das an jemand anders gebe, der sich damit auskennt.

Miriam: Ja, was ist mit einer Wäschefrau?

Florian: Bei der Wäsche habe ich das so nicht.

Miriam: Natürlich, du machst sie auch nicht. Die mach ja ich.

Florian: Das stimmt nicht in dieser Absolutheit. Wir können gerne tauschen.

Miriam: Sollen wir mal tauschen? Gegen was?

Florian: Gegen Webseite machen?

Miriam: Mach ich ja.

Florian: Nicht Inhalte. Nicht? Nee, Technik.

Miriam: Kann ich ja nicht.

Florian: Ja, kein Problem.

Miriam: Ja, Wäsche waschen kannst du ja. Ist ja auch keine Rocket Science.

Florian: Das stimmt. Auf der Webseite machen sie auch keine Rocket Science.

Miriam: So, merkt ihr was? Jetzt wird hier gerade gedealt, um die Aufgabe je keine machen möchte.

Florian: Das stimmt gar nicht. Also ich habe tatsächlich an der Technik, bei allem was wir machen, sei es Podcast-Technik oder Webseite, E-Mails oder sonst irgendwas, das macht mir schon Spaß.

Muss ich überhaupt darüber nachdenken, ob es Spaß macht?

Miriam: Also die Grundidee für diesen Podcast war ja schon diese intrinsische und extrinsische Motivation. Dass du es lieber hättest, wenn Menschen intrinsisch motiviert Dinge tun.

Florian: Ja, noch eine, lass uns noch eine draufsetzen hier. Wir setzen noch einen drauf.

Miriam: Leute, legt die Ohren an, der Florian ist in Höchstform.

Florian: Gibt es bei sowas wie Steuererklärung oder Tisch abräumen, Spülmaschine einräumen, Wäsche machen, ist es überhaupt sinnvoll, darüber nachzudenken, ob mir das Spaß macht oder nicht? Ist der Fehler schon an der Stelle, wo ich anfange, darüber nachzudenken, ist das eine Tätigkeit, die mir Freude bereitet, weil die Entscheidung, es zu tun, ist schon gefallen.

Miriam: Das ist ja jetzt philosophisch. Ich finde, das ist philosophisch. Es ist ganz anwendbar. Nee, das ist mir zu theoretisch. Verstehst du? Ja, ich sehe einen Sinn darin, Wäsche zu waschen. Das hat hygienische Gründe für mich.

Florian: Die Menschen in deiner Umgebung sehen auch viel Sinn darin. Alles gut, ja genau.

Miriam: Genauso verhält es sich mit der Spülmaschine, genauso verhält es sich mit der Steuererklärung, genauso verhält es sich mit Bad und Toilette putzen. Ich sehe da einen Sinn drin.

Florian: Wieso sollten wir dann darüber sprechen, wie viel Freude das bereitet? Weil wir werden es sowieso tun. und es ist dann nicht sinnvoller zu sagen, ich denke, also diese Kategorien von, also diese Kategorie überhaupt nicht zu verwenden dafür. Gar nicht erst so, wie wir das jetzt eben gemacht haben, drüber zu diskutieren, kann ich da noch was reframe oder so, sondern einfach zu sagen, es gibt eine bestimmte Art von Arbeit, wenn ich die vor mir habe, dann höre ich auf, drüber nachzudenken, weil ich werde es sowieso tun.

Miriam: Dann sind wir auch an der Stelle, wo jemand nur noch für Geld arbeitet. Weil ich verbringe zu viel Zeit mit Wäsche zusammenlegen, als dass ich sagen würde, ich muffle die halt so runter.

Florian: Heißt ja überhaupt nicht, genau eben nicht muffeln, sondern einfach tun.

Miriam: Also neutral.

Florian: Kannst ja dann deine Freude dran haben. Nur eben nicht in diesen Kategorien drüber nach. Also nicht, äh... Überhaupt nicht drüber nachzudenken, wie kann ich mir da ein Spoonful of Sugar, ein Löffelchen Zucker reinmachen. So, pass auf. Ja, jetzt komm. Jetzt gehen wir ins Barring. Das hatten wir hier auch noch nie.

Miriam: Pass auf.

Florian: Pass auf.

Miriam: Es fühlt in mir was, wenn ich an meine Steuererklärung denke und wenn ich dran gehe.

Florian: Okay.

Miriam: Tiefste, ungebremste Langeweile.

Florian: It's so boring. Ja, und wir haben so ein paar Tricks, damit umzugehen. Also es gibt ein paar NLP-Tricks. Die sind super. Oder NLP-Formate. Genau.

Miriam: Mittlerweile bin ich sowieso von Kopf bis Fuß mit sehr brauchbaren Ankern voll. Das heißt, Florian braucht genau zehn Sekunden, um mich zum Lachen zu bringen, egal was ich gerade mache.

Florian: Ja.

Miriam: Das ist okay.

Florian: Genau.

Miriam: Und für jemanden da draußen, der das nicht hat oder noch nicht hat, wäre es ja jetzt spannend, geht das überhaupt? Dass ich sozusagen alle Emotionen, die ich entwickle innerhalb einer bestimmten Tätigkeit, völlig ignoriere? Oder wie meinst du das? Weil die sind ja da.

Florian: Beispiel aus der Teamarbeit. Dass ich da eben an dieser Stelle überhaupt keine Diskussionen im Team gemeinsam anfange, um drüber zu philosophieren, ist das jetzt schwierig oder nicht.

Miriam: Lächle dabei, wenn du das machst oder so.

Florian: Ja, also um überhaupt nichts darüber zu diskutieren, sondern einfach zu sagen, wir machen das jetzt, was ist der beste Weg. und da wird nicht mehr gefragt, boah, müssen wir das machen? Ich meine, lächeln hilft ja. Gaffer-Tape. Im Rahmen der Möglichkeiten.

Miriam: Kannst du dir die Mundwinkel mit Gaffer-Tape zu den Ohren kleben.

Florian: Ich hatte diese wunderschöne Situation mal, als wir Aufnahmen gemacht haben in einem Tonstudio für Meditations, für Trancen. und dann gab es auch einen Teil, den wir, ich glaube wir waren so zwölf Leute ungefähr, die gleichzeitig was gemacht haben da, wo wir gemeinsam an einem Hörbuchstück gearbeitet haben und so Sounds ausprobiert haben, verschiedene Sätze in verschiedenen Stimmen vorgelesen haben und irgendwann ist einem der Teilnehmer ein Gähnen entwichen. Ist der Leiter aber draufgesprungen. Uiuiuiuiui. Da gab es richtig eine ganz kurze Diskussion darüber, dass wir hier keinen Gähnen sehen wollen, weil Gähnen ansteckend ist an der Stelle und weil es ist für alle anstrengend. Und wir diskutieren nicht darüber, dass es für alle anstrengend ist. Das wissen alle. Wir machen das jetzt einfach. Punkt. Aus. Wir gucken auf die Uhr. Wir machen noch eine Stunde. Fertig. Aus. und genau mit diesem Ansatz ranzugehen, an die Wäsche zu sagen, die Wäsche ist jetzt einfach dran, wir machen das jetzt einfach, da wird jetzt nicht drüber nachgedacht, muss das jetzt sein, muss das nicht sein, darf ich das tun, will ich das tun, möchte ich das tun, vielleicht macht mir die Wäsche ja sogar manchmal Spaß. Oh cool, guck mal, das riecht schon so schön sauber. Also gar nicht, sondern einfach zu sagen, wow, Wäsche, jo, rocke ich jetzt weg.

Miriam: Vielleicht ist das auch schon sehr erwachsen. Wenn ich eine Möglichkeit hätte, auch ohne Wäsche waschen und Wäsche zusammenlegen, an saubere Wäsche zu kommen, würde ich sie dann nutzen? Und ich bin kurz vor einem Jahr. Nur immer was Neues kaufen ist ja auch keine Option.

Florian: Klar ist das eine Option. Wir könnten mal zu einem von diesen günstigen Kleiderverkäufern gehen. Es gibt ja jetzt diese neue, ich glaube es ist eine britische Marke oder so. Die da ganz günstig Kleidung anbietet. Dürften wir halt mal gucken, was kosten 10 Unterhosenpack? Drei davon wären vielleicht gut für einen Monat, der so ungefähr 30 Tage hat.

Miriam: Es geht nicht nur um Unterhosen bei einer Fernsehmoderatorin.

Florian: Ja gut, nur das wäre ja schon mal ein großer Teil des Ganzen.

Miriam: Da kämen schon ein paar hundert Euro zusammen pro Monat.

Florian: und wir dürften es einfach mal gegen deine Arbeitsleistung im Wäschemachen gegenstellen. Und dann sagen, was ist das, was sich besser für uns anfühlt? 30 Paar Tennissocken kaufen im Monat? Da haben wir beide noch einen Wertekonflikt draufliegen.

Miriam: Ressourcenkram ist das. Und dann diese Billiganbieter.

Florian: Qualitativ, also sinnvoll mit der Umgebung umgehen und einfach Ressourcen auch im Rahmen dessen einsetzen, was gut ist und was nachhaltig sinnvoll ist und so. Das ist das, was ich dann merke, das knarzt bei mir im Körper dann physisch.

Miriam: und es ist auch so dieser Abgleich von, was erscheint mir dann sinnvoll noch.

Florian: Eine Option ist es definitiv.

Miriam: Jetzt bleibt es grundsätzlich dabei, dass Wäsche zusammenlegen oder Wäsche auf der Leine hängen, jetzt nicht so das ist, wo ich vor Freude tanze, wenn es ansteht, ich mache es dann und ich mache es mir so schön wie möglich. Haben wir überhaupt schon irgendwelche sinnvollen...

Florian: Klar hatten wir schon, wir hatten, hallo, wir hatten schon ganz viele sinnvolle Tipps drin. Dein QVC dabei gucken, Spoonful of Sugar, ist definitiv einer von denen. Bei vielen Aufgaben hilft das. Mir auch. Ich schaue nicht QVC dann dabei, sondern ich höre Podcasts und oder irgendwelche Audio-Fortbildungen. Und wir hatten auch schon dieses Belohnungsthema drin. Und es kann sehr gut funktionieren. Ich darf dann halt nur betrachten, dass das vermutlich, wenn ich mich immer extern oder extrinsisch für irgendwas motiviere und oder andere Menschen extrinsisch motiviere, dass die intrinsische Motivation dann so ein wenig zurückgeht. Das ist zumindest das, was die Psychologen behaupten.

Miriam: Oder wenn ich es über Nahrungsmittel mache, dass ich dann anfange Spaghetti zu zählen am Mittagstisch. Weil drei gab es ja schon morgens für die Wäsche. Auch blüht.

Florian: Das fühlt sich dann auch komisch an. Und eben auch diese Umdeutung von Schokoladeneis, dass das nicht mehr was ist, was einfach cool ist, sondern dass ich mir Schokoladeneis verdienen musste oder so. Seltsames Konzept.

Miriam: Das stimmt. Also so ein paar Lösungen hatten wir schon drin versteckt.

Pomodoro, Benno der Straßenkehrer und Structured Procrastination

Florian: Allerdings. Wir hatten noch eine ganz andere Lösung drin versteckt.

Miriam: So?

Florian: Ja. So in einem Nebensatz haben wir mal drüber gesprochen, dass vielleicht die ein oder andere Aufgabe auch nur eine bestimmte Zeit dauert. Und dann sind wir bei sowas, was zumindest in der IT-Industrie in den letzten Jahren immer mal wieder hochkam, die Pomodoro-Technik. Von diesen Küchentimern, die so... Rückwärtszählen. Weil der Erfinder dieser Technik und im Endeffekt, du kennst wahrscheinlich auch irgendwie wieder irgendeine andere dafür. Der Erfinder dieser Technik sagt, naja, wenn ich mir einen riesen Berg als Aufgabe vornehme und du stellst dir den einfach in kleinen Einheiten vor und frühstückst den kleinen ab, dann ist es viel einfacher. Deswegen Küchentimer aufziehen auf, ich glaube Standard ist 25 Minuten und dann sagen, und ich arbeite jetzt an diesem Thema, 25 Minuten. Und vielleicht hast du das auch schon gemerkt, wenn du dann mal angefangen hast mit dieser Aufgabe, dann ist es oft auch einfach, damit weiterzumachen. Das heißt, nach 25 Minuten habe ich auch oft den Impuls zu sagen, ja, jetzt bin ich ja so im Fluss drin, jetzt mache ich es schnell auch noch fertig.

Miriam: Das stimmt. Ich kenne es als das Benno-der-Straßenkehrer-Prinzip.

Florian: Von Momo, oder wie?

Miriam: Ja, genau. Das ist die Figur in dem Roman, Jugendroman, der immer einen Meter Straße kehrt. Also Momo steht neben ihm und sagt, die Straße ist ja noch so lang, wie machst du das jeden Tag? Und er sagt, ich kehre immer einen Meter vor meinen Füßen und dann bleibe ich stehen und freue mich über diesen einen sauberen Meter. Und dann kehre ich den nächsten Meter ganz in Ruhe und ich schaue mir nie die ganze Straße an, sondern immer nur diesen einen Meter direkt vor meinen Füßen.

Florian: Ja, insofern stimmt das. Weil es sind eben diese 25-Minuten-Einheiten und dann zu sagen, so lange denke ich auch nicht drüber nach, ist das jetzt sinnvoll oder nicht oder habe ich noch was anderes zu tun. Also einer der Tipps ist an der Stelle auch, wenn du dich dafür entschieden hast, 25 Minuten lang diese eine Aufgabe jetzt zu machen, wenn dir dann 17 andere Sachen noch einfallen, die einfach nur schnell aufzuschreiben, um sie dann nachher zu haben. Weil wenn die 25 Minuten um sind, kannst du dich ja wieder fürs nächste entscheiden und oder Pause machen oder was auch immer.

Miriam: Ich finde das ganz gut für so Hans Dampf in allen Gassen, die immer so gleichzeitig ganz viele Sachen im Kopf haben und dann dadurch vermeiden, dass sie sich irgendwann vor die Wand stellen und sagen, da mache ich gar nichts. Bei dem Wirrwarr sozusagen, dann spiele ich lieber Pac-Man. Und da rauszukommen aus diesem Turn, finde ich das super mit diesen, ich mache jetzt 25 Minuten das und wenn mir in der Zeit irgendwas anderes einfällt, schreibe ich es nur schnell auf, damit ich es nicht vergesse. und ich mache weiter 25 Minuten.

Florian: 25 Minuten sind auch leicht kommittbar. Das ist die Idee. Und falls 25 Minuten zu lang sind, ist die deutliche Empfehlung dann zu sagen, naja, dann fang mit 10 an oder so. Oder 5. Und dann schrittweise hochgehen und 25 scheint so irgendwie ein Sweet Spot zu sein.

Miriam: Cool.

Florian: Ja. Sehr gut. Es gibt noch eine verrückte Technik, von der wir wahrscheinlich nicht erzählen wollen hier.

Miriam: Doch, wir wollen sie alle haben in diesem Podcast.

Florian: Das ist wirklich keine NLP-Technik. Also das ist so weit weg, da haben wir jetzt auch noch komische Glaubenssätze.

Miriam: Na komm, rücks raus, jetzt hast du uns alle neugierig gemacht.

Florian: Während des Studiums bin ich mal über einen wissenschaftlichen Artikel von einem Professor aus Amerika gestolpert, der was über Structured Procrastination geschrieben hat.

Miriam: Das klingt cool.

Florian: Strukturierte Verschieberitis. Seine Empfehlung war, sich irgendetwas ganz besonders Sinnvolles auszusuchen, das. Und es gibt noch so ein paar Anforderungen da dran. Also es könnte zum Beispiel, könnte die Steuererklärung 2018 sowas sein, dass man sagt, wow, cool, da bekomme ich Geld zurück, ich darf es sowieso machen, ich muss es sowieso machen, aus der Sicht dieses Modells, aus der Brille dieses Modells, ich muss es sowieso machen, ich kriege Geld zurück, ist also noch mega sinnvoll, ich kriege eine Strafe, wenn ich es nicht mache, also Feuer unter dem Hintern und gleichzeitig noch Karotte vor die Nase halten. und es sitzt dann oben auf der To-Do-Liste, weil es ganz wichtig ist. Und er sagt, und wenn man so ein richtig ekliges, sinnvolles Thema hat, was ganz oben als riesiger Berg auf der To-Do-Liste sitzt, dann fallen alle anderen Sachen, die da drunter sind, viel einfacher.

Miriam: Gut, das ist dann so eine Art negativer Referenzwert.

Florian: Vielleicht das, ja. Das ist so, wow, eigentlich sollte ich das tun, nur dagegen sieht Keller aufräumen so verlockend aus, dass ich mal Keller aufräume.

Miriam: Das haben ganz viele von unseren Hörern und wir beide auch schon unbewusst gemacht in unserem Leben, dass wir so ein fieses Ding oben auf der To-Do-Liste hatten und dann lieber die Toilette geputzt haben oder abgestaubt oder ... Keine Ahnung, alte Fotos wegsortiert, die irgendwo rumlagen in der Kiste, nur um das nicht machen zu brauchen. Das ist dann so dieses Rumgefittel an Sachen, die... Und der Trick? Und toll, weil aufgeräumt war danach.

Florian: Der Trick aus diesem Ansatz ist dann eben zu sagen, ich nehme nicht, weil manchmal ist es ja auch... Blogartikel schreiben, Buch schreiben, irgendwas tatsächlich Sinnvolles, was ich auch tun möchte und was vielleicht als großer Berg noch vorher für dich war und wo du die Einzelschritte noch gar nicht bewusst wahrgenommen hattest bis eben. Und dann zu sagen, naja, sowas zu nehmen und dann zu sagen, ich räume jetzt den Keller auf, vielleicht schlecht. Vielleicht nicht so sinnvoll im Rahmen deiner Ziele, Träume und Visionen sowas zu haben, sondern dann zu sagen, naja, dann setz doch über das Buchschreiben einfach was noch Größeres, Ekligeres. und eklig im besten Sinne des Wortes, weil umso größer dieses Ding auf der To-Do-Liste ganz oben sitzt und umso dringlicher und gleichzeitig anstrengender sich das anfühlt, umso einfacher.

Miris NEIN: das eine Leben und der Blick aufs Endergebnis

Miriam: Und jetzt kommt bei mir die Miri. Innerlich. Und schwingt ihren Zauberstab und sagt, ne. Ich gehe davon aus, da ist dieses eine Leben.

Florian: Ich sage ja, es hat mit NLP nichts zu tun.

Miriam: Ich gehe davon aus, da ist dieses eine Leben. Und wenn wir es vorhin von den Arbeitnehmern hatten, die 48 Wochen ihres Jahres gegen sechs Wochen Urlaub stellen, 48 Wochen, in denen es ihnen schlecht geht. oder in denen sie sich zu Tode langweilen bei einem Job, für den sie dann am Ende des Monats das Geld bekommen, was sie verwenden, damit es ihnen sechs Wochen im Jahr gut geht. Wenn ich mir das vorstelle, dann zahlt es sozusagen darauf ein. Pest oder Cholera. Und ich habe keine Lust, mein Leben damit zu verbringen. Ich habe Lust, so viel gute Zeit wie möglich zu haben. Und das wünsche ich mir auch bei den Aufgaben, die für das Leben, für das ich mich hier entschieden habe. Ich könnte ja auch auswandern. Ich könnte ja auch auswandern nach Neuseeland und könnte da deutsches Eis verkaufen. Und wahrscheinlich wäre es ein Renner. Und da würden andere Gesetzmäßigkeiten herrschen und vielleicht würde ich dann in einem Wohnwagen wohnen und hätte wirklich nur drei Unterhosen, die ich im Waschbecken durchwasche und alles andere wäre mir nicht so wichtig. Ich spinne jetzt nur was zurecht. Und ich habe mich für ein Leben entschieden hier in Deutschland, habe mich also einem Regelwerk untergeordnet, das es in Deutschland gibt, auf das sich Menschen geeinigt haben und und und. Dann wäre mein Bestreben, aus dieser Geschichte zumindest das Witzigste und für mich Erlebnisreichste rauszuholen, was nur irgendwie geht.

Florian: Also sind wir jetzt doch dabei, dass da noch Spaß dabei sein soll.

Miriam: Ich komme jetzt zurück zu meinem Löffelchen voll Zucker. Und wer Zucker nicht will, nimmt Xylit. Nur irgendwie darf es süßer schmecken.

Florian: Süßer schmecken. Da ist die Vorannahme drin, dass es bitter ist oder dass es nicht gut ist. Und den lasst uns den doch rausnehmen.

Miriam: Florian, es geht nicht.

Florian: Na klar geht es.

Miriam: Wie soll es denn gehen? Wenn ich Steuererklärungen mache und sage, hey Steuererklärung ist toll, oder ich sage, Steuererklärung ist neutral.

Florian: Das ist eine der mega Annahmen, die manche Leute über...

Miriam: Das wäre ja dem Gehirn seine Urarbeit wegnehmen. Das Gehirn bewertet irgendwas. Ich fasse so ein Steuerbuch an und es geht los. Ich meine, ich kann dann bewusst reingritschen und sagen, stopp du Gehirn, wir bewerten nicht, wir bewerten nicht. Und es geht doch los. Sorry.

Florian: Und es gibt ganz viele NLP-Techniken, um das zu machen.

Miriam: Es gibt NLP-Techniken, um Gefühle bewusst zu verändern.

Florian: Ja, genau. Um dann an der Stelle eben doch Spaß zu fühlen. Und dann ist die Frage, ist es ein Spoonful of Sugar? Ist es dieses Löffelchen Zucker?

Miriam: Ja, das ist dieses Löffelchen Zucker. Eine NLP-Technik, um ein Gefühl, das sich bitter anfühlt, nach süß zu verwandeln, ist eine NLP-Technik.

Florian: Es fühlt sich für mich anders an, als wenn ich mir dann vornehme, dabei Eis zu essen oder QVC zu schauen oder Podcasts zu hören oder so.

Miriam: Du meinst eleganter.

Florian: Auch vom Prozess her fühlt es sich schöner an. Weil tatsächlich, was ich ja dann verändere, ist mein Bild von, wie fühlt sich Steuererklärung an. Weil es gibt ja, mein Vater, offensichtlich gibt es Menschen da draußen, die wirklich gerne Steuererklärung machen. Wir haben das hier als Beispiel genommen, weil wahrscheinlich gibt es die meisten, für die meisten ist das wahrscheinlich ein deutliches Weg von Beispiel für Dinge, die gemacht werden. Wenn du die sowieso machst, ist doch alles gut. Und mein Vater zum Beispiel, der macht das gerne. Der stellt sich, glaube ich, nämlich, der macht so ein paar eigene NLP-Tricks. Ich glaube, der sieht schon das Geld auf seinem Konto.

Miriam: Wir haben ja auch einen Podcast über Begeisterungsfeld.

Florian: Ja, genau.

Miriam: Und es gibt Menschen, die ein mathematisches Begeisterungsfeld haben und zahlen Begeisterungsfeld und die haben dann ja auch zum Beispiel Freude, sich stundenlang hinzusetzen und wirklich einen Computer zu programmieren. Also gar nicht zu spielen, sondern zu programmieren. Ja. Und das ist für mich far out, weil sozusagen meine Begeisterungsfelder ganz woanders sind. Umgekehrt wäre das genauso. Davon spreche ich ja nicht. Es geht ja darum, die Sachen, bei denen ich nicht so eine große Begeisterung fühle, automatisch... Nur wenn die Ressource in jemand anders drin ist.

Florian: Also wenn es da draußen jemand gibt, der begeistert Steuererklärung macht, dann ist ja eine der Grundeinnahmen im NLP, dass das jeder Mensch kann. Dass wir nur schauen bräuchten, wie macht er es oder sie es. Und dann zu sagen, ah... Vielleicht schon das Geld auf dem Konto sehen und sehen, wie die Steuererklärung fertig im Postausgang liegt und sehen, wow, so ist das doch gut.

Miriam: Okay, ich finde das sogar gar nicht so schlecht jetzt bei Steuererklärung. Könntest du das bitte bei mir mit Wäsche auch nochmal kurz machen?

Florian: Bei der Wäsche nicht den Prozess des Wäscheaufhängens zu sehen, sondern stattdessen, wie die Kinder in super schönen, sauberen Sachen durch die Gegend rennen und wenn du dir vorstellst, wie du... und unseren kleinsten Mitbewohner hochnimmst und an ihm schnüffelst, wie du dann riechst. Ah, der riecht richtig gut. Und er fühlt sich auch schön weich an. Und er ist sauber.

Miriam: Das nutzt echt was.

Florian: Klar wäre das auch was. Und es hat eine andere Qualität, finde ich, als zu sagen, naja, ich schaue derweil irgendwas oder höre derweil irgendwas. Weil die Aufgabe dann schon in sich schöner wird. Und Deswegen haben wir auch so viele verschiedene Möglichkeiten angeboten, weil es gibt ganz viele Möglichkeiten, die du hast, um zu sagen, da gibt es diese Aufgabe und ich sorge jetzt dafür, dass ich die mache, mal mit mehr Spaß oder mal mit weniger Spaß oder wie auch immer. Miri überzeugt mich davon auch immer mehr, weil sie zu mir dann aussagt, du machst die Dinge begeistert einfacher. Und das ist, ja.

Miriam: Es stimmt. Ja.

Florian: Es stimmt. Da habe ich mir halt auch echt eine begeisterte Traumfrau ausgesucht.

Miriam: Ich mag das. Ich mag das Konzept. Sonst würde ich mich auch nicht so in dieses NLP hineinversenken. Ich finde, dass es die effizienteste Art von Kommunikation in Richtung besseres Leben ist. Das habe ich jetzt gerade auch wieder gemerkt. Es gibt ja in den NLP-Formaten, gäbe es jetzt noch fünf, sechs andere, die wir direkt anwenden könnten, um die Gefühle dazu zu verändern und, und, und. Und der einfachste Weg ist dieser Blick auf das Endergebnis. So wäre es, wenn es komplett fertig ist und was daran freut mich dann? Und bei der Steuererklärung tatsächlich bekommen die meisten Menschen Geld zurück. Und mit dem Geld lassen sich tolle Sachen machen. Das ist echt cool. Und das gibt einen Zug. Und ja, Wäsche waschen selbst bei dir. Freue ich mich, wenn du in den Schrank greifst und holst dir deine frisch gewaschenen Hosen raus. Und ich freue mich auch für mich selbst.

Florian: Das ist ein ganz einfacher Trick.

Miriam: Und wenn ich mich sehe in der frisch gewaschenen Bluse, wie ich irgendwo mit dir fein essen gehe, ist das ein schöneres Bild, als mich beim Wäsche aufhängen zu sehen. Das ist mega. Ich finde das ganz, und das ist ganz einfach, bei diesen Jobs ins Endergebnis, beim Keller aufräumen, ins Endergebnis zu gehen.

Florian: Wie der Keller dann aufgeräumt ist. Und dann kann es sein, dass es ... Ich merke, das ist nicht so ein Endergebnis, was mich zieht. Oder es funktioniert immer noch nicht. Und dann haben wir ja andere Tipps gegeben.

Miriam: Dieser Podcast ist ein Füllhorn. Den sollten wir uns bezahlen lassen normalerweise, was wir alles zusammengesammelt haben. Mich wundert es, dass wir nicht abgehen wie die Oberraketen, wenn es hier mal darum geht, das Parkett zu ölen.

Florian: Ja, weil das ist ein bisschen Übung.

Miriam: Ja, es ist Übung. Und es ist auch ein immer wieder Wachsein darauf, dass ich mich nicht so ergebe dann in dieses, sondern dass ich tatsächlich diese Sachen auch anwende. In dem Augenblick, wo es darum geht, das jetzt zu machen.

Florian: Das ist eine spannende Erkenntnis. Du wendest die dann tatsächlich an.

Miriam: Ja.

Florian: Ja, okay.

Miriam: Und wer da mehr zu wissen möchte, wir haben am 3. und 4. März einen zweitägigen intensiven Kompakt-Workshop, wo es darum geht, dass Sprache an der Stelle so fantastisch zaubern kann. Und zwar nicht nur für dich, sondern auch für den Mann oder die Frau, mit denen du zusammenlebst, deine Kinder, die Kollegen, mit denen du umgeben bist, für alle Menschen. Es ist so cool, wirklich. Wir freuen uns sehr, wenn du dich noch entscheidest, du hast noch Plätze frei.

Florian: Jo.

Miriam: Dann war's das für heute.

Florian: War's das? Ja. Haben wir nicht noch offene Enden?

Miriam: Null.

Florian: Cool.

Miriam: Denn dann ist es plötzlich die Entscheidung zwischen Karneval und Kirmes.

Florian: Ich bin gespannt, was du uns als Feedback auf diesen Podcast gibst.

Miriam: Einfach mal ausprobieren. Eine der Techniken funktioniert auch bei dir. Könnten wir fast unterschreiben. Sehr cool. Dann hab viel Spaß damit diese Woche. Wir fragen uns jetzt schon, was du am nächsten Dienstag alles erledigt hast.

Florian: Bis nächsten Dienstag.

Miriam: Bis dann. Tschüss.

Florian: Tschüss.

Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

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