NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 206

Neugierde oder Altgierde

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In dieser Folge

Darum geht es

Es gibt ja angeblich Menschen da draußen, die mit Veränderungen in ihrem Umfeld oder auch bei sich selbst total entspannt umgehen. Die es sogar lieben, oft etwas Neues auszuprobieren und aus den Erfahrungen damit ihren Horizont zu dehnen, sich weiterzubilden und besser und besser zu werden. Das fängt beim immer mal anderen Frühstück an und hört bei manchen bei häufigen Jobwechseln auf. Florian gehört sicher zu dieser Gruppe von Performern. Miri bekommt eher Puls, wenn Bewährtes scheinbar unachtsam über den Haufen geworfen wird oder werden soll. Auf der anderen Seite ist sie auch gerne mal neugierig auf andere Möglichkeiten. Im Beruf ebenso wie bei ihren Kosmetikexperimenten oder bei der Wahl des Urlaubsorts. Wo ist hier die „gesunde Grenze“ und gibt’s die überhaupt? Und wäre es nicht ganz klasse, mit veränderten Umständen (die wir im Moment ja alle kaum leugnen können) entspannt und innovativ, vor allem konstruktiv, umzugehen? Diese Podcast-Folge widmet sich auf vergnügliche Weise dem Thema „Neugierde und Altgierde“ und der Frage, was Du konkret tun kannst, um aus einer veränderten Welt den größtmöglichen Nutzen für Dich zu ziehen. Klar ist wieder das Kommunikations-Modell des NLP an Bord. Diesmal erschließt es sich allerdings eher „zwischen den Zeilen“. Und am Ende dieser Folge macht Florian ausserdem etwas sehr, sehr Neues. Sowas gab’s bei uns noch nie!! Miriam und Florian sprechen darüber, warum manche Menschen Chips mit Stadionwurst-Geschmack sofort ausprobieren und andere sie im Supermarkt nicht mal wahrnehmen. Es geht ums Ausprobieren als Weg zum echten Lernen, um die Frage nach der richtigen Balance zwischen Bewährtem und Neuem (Stichwort Pareto-Prinzip, 80-20), und um ganz konkrete Beispiele: die neu gebaute Webseite, japanisches und thailändisches Essen in Düsseldorf und München, ein E-Piano im Seminarraum. Wenn du dich zwischen Sicherheit und Neugierde hin- und hergerissen fühlst und wissen willst, wie du mit Veränderung entspannter umgehst, bist du hier richtig. Am Ende kündigt Florian einen fortgeschrittenen Workshop mit einem Theater-Regisseur an — für NLP-Master oder Teilnehmer des Kommunikationstrainer-Seminars.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Neugierde oder Altgierde — und der Supermarkt als Schlachtfeld
  2. Veränderungskünstler und die Frage: Wo steckt eigentlich das Lernen?
  3. Japanisch, thailändisch, hawaiianisch — mit Florian durch neue Welten
  4. Der Klavier-Trick, das Pareto-Prinzip und die Frage nach deinem Impuls
  5. Ein E-Piano im Seminarraum und ein Seminar, das nicht für dich gedacht ist

Chips mit Stadionwurst-Geschmack im Einkaufswagen — für Florian ein spannendes Experiment, für Miriam der Beginn einer kleinen persönlichen Krise. Genau an dieser Kluft entlang wird hier verhandelt: Wie viel Neues tut dir gut, und wann ist das Vertraute einfach klug? Wenn du selbst zwischen "lass alles, wie es ist" und "probier's mal aus" schwankst, findest du dich hier ziemlich sicher wieder.

Neugierde oder Altgierde — und der Supermarkt als Schlachtfeld

Miriam: Das ist der neugierigste Podcast, den wir jemals aufgenommen haben.

Florian: Neugierig auf was?

Miriam: Geht um Neugierde und wie Neugierde uns dazu bringt, zum Beispiel auch flexibler auf Dinge zu reagieren, die da draußen sind. Und wo wollte ich jetzt drauf raus? Achso, ja genau. Für alle, die auf NLP neugierig sind, jetzt schon, bevor sie den Podcast gehört haben. Wir haben da dieses NLP-Kompakt-Training.

Florian: Ein Online-Videotraining, absolut sicher von zu Hause aus, sechs Monate, alle zwei Wochen ein Training.

Miriam: www.kontext*denken.de-kompakt. Theoretische und praktische Teile sind drin, einfach nur für dich. Und jetzt geht's los mit dem Podcast. Lieber neugierig oder lieber, was heißt denn das dann, altgierig? Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.

Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Das heutige Thema ist... Na da bin ich ja jetzt gespannt.

Miriam: Aktueller denn je?

Florian: Für mich.

Miriam: Und dass du schon wieder lachst, ist nicht in Ordnung. Das wird ein Podcast-Thema, wo wir mal auf meine Probleme auch eingehen.

Florian: Auch sanft mit Miriams Herausforderungen im Leben.

Miriam: Ja, weil ich ziehe wieder blank. Und ich habe das Gefühl, ich bin immer die, die hier in diesem Podcast blank zieht.

Florian: Letztes Mal ich.

Miriam: Ja, so ein bisschen. Ich bin es schon meistens. Neue Sachen ausprobieren.

Florian: Wieso machst du denn dabei kein fröhliches Gesicht?

Miriam: Überhaupt nicht, mit neuen... Du, weil ich merke, wie viel Mühe ich mir mache mit diesem, oder wie anstrengend ich mir den Weg mache in neue Erlebnisse rein. Manchmal, immer noch, also früher habe ich es noch mehr gemacht, jetzt mache ich es immer noch ein bisschen. Und dass ich da auch immer noch Bedarf sehe, an mir weiter zu arbeiten und mehr zu wachsen. Und dann frage ich mich zwischendurch auf dem Weg, wozu eigentlich? Und uneigentlich auch.

Florian: Wozu wachsen?

Miriam: Nein, wachsen ist okay bei 1,64 Meter, nur diese, also ich weiß nicht, ob ihr da draußen das auch kennt, im Moment ist so viel neu, so viel anders und im Kleinen wie im Großen. Ich kenne das bei mir, ich nehme mal ein einfaches Beispiel, weil das ist kein politischer Podcast. Wenn Florian und ich im Supermarkt einkaufen gehen, dann kauft Florian einen Kram zusammen, da gucke ich in den Einkaufswagen und denke, das kann doch nicht sein. Da liegt sowas drin wie Chips mit Stadionwurst-Geschmack.

Florian: Oh, die hatten jetzt diese Rocky Balboa-Chips, die wirklich sehr nicht gut geschmeckt haben. Und auch die Chips von seinem Gegner auch nicht. Also die waren ein bisschen besser, nur wirklich keine Empfehlung.

Miriam: Ich würde die nicht mal sehen. Ich würde nicht mal sehen, dass es die gibt. Die können mir so ein Sonderposten, neue Chips, mitten in den Weg stellen. Auf einem großen Ständer. Mit Plakat drüber und amerikanischer Flagge. Ich sehe das nicht. Ich gehe da dran vorbei. Ich finde die Sachen, die ich mir vorgenommen habe zu kaufen im Supermarkt, ich weiß sogar, wo die stehen.

Florian: Ich auch.

Miriam: Das Schlimmste, was ein Supermarktbesitzer tun kann, ist neue Sachen umsortieren. Das war wirklich eine Katastrophe. Ich brauche dann doppelt, dreifach so lange, um da durchzugehen. Das sind doch Lebensmittel, da weiß ich doch, was ich will. Das ist doch nicht Shopping in Holland.

Florian: Das ist ein Beispiel für neues Drama.

Miriam: Und ich mach das Drama hier mal auf, weil ich glaube, dass unter dieser psychopathologischen Form von, das ist ja wie eine Krise, wie eine persönliche. Ich glaube, ich bin nicht die Einzige. Ich bin nicht alleine. Ich glaube, dass es viele Menschen da draußen gibt, die das genauso fühlen wie ich. Wozu macht ein Hersteller eine neue Verpackung um ein Produkt, was immer schon funktioniert hat?

Florian: Als wir die Webseite umgestellt haben, ich erinnere mich ganz liebevoll an diese E-Mail, als wir unsere Webseite umgestellt haben, also wirklich komplett umgestellt, einmal Design, Inhalt, Struktur, alles, haben wir auch eine E-Mail von jemandem bekommen, der gefragt hat, wozu? Können wir nicht einfach wieder zurückschwenken bitte? Nein. Das ist der Grund.

Veränderungskünstler und die Frage: Wo steckt eigentlich das Lernen?

Miriam: Jetzt könnten sich der ein oder andere innovative Hörer dieses Podcasts fragen, wie machen die beiden das, dass sie überleben in einer Welt, in der ja ständig Veränderung ist, unabhängig davon, was da draußen gerade los ist. Also wir verändern uns, die Welt verändert sich, wir wachsen, wir werden älter mit jedem Lebensjahr und so weiter und so weiter.

Florian: Das ist ja eine dieser lustigen Ideen von Gunter Schmidt. Veränderungskünstler sind bei uns. Die, die sich ständig anpassen, im Außen ändert sich sowieso alles.

Miriam: Gut, also jetzt könnten ja die innovativen, ich setze nochmal. Versuch es nochmal, gib dir Mühe. Die innovativen Hörer dieses Podcasts könnten sich ja fragen, meine Güte, wie überleben die das, wenn die Frau Deforth immer noch in den 80ern hängt und vielleicht Kassetten hört auf ihrem Kassettendeck. Würdest du noch Kassetten hören? Miriam mit ihren CDs da saß. Florian hat ganz tüchtig diesen Spotify-Account für mich gemacht, während ich die ganze Zeit vor mich hin fluchte. Alleine. Ich habe nicht Florian angegrumpft, ich habe für mich alleine geflucht. Innerlich und äußerlich.

Florian: Also ich bekomme tatsächlich dafür, dass ich derjenige bin, der hier relativ viele neue Sachen reinträgt, sowohl ins Rudel als auch in die Firma, erstaunlich wenig Gegenwind dafür.

Miriam: Ich bin ja auch vernunftgetrieben, möchte ich sagen.

Florian: Das ist ein vernunftgetriebenes Verhalten. Nichts ändern.

Miriam: Und was Florian definitiv sehr zuverlässig nicht bekommt von mir, wenn er sagt, es gibt schon wieder eine neue App für unsere Buchhaltung, ist ein Lächeln. Das bekommt er zuverlässig nicht.

Florian: Das stimmt. Das stimmt wirklich.

Miriam: Also ich merke, wie ich quasi körperlich spüre, dass das jetzt keine gute Sache ist, dass wir da was Neues machen, dass wir an einem System rühren, das doch einigermaßen funktioniert. Also wir können irgendwie Rechnungen schreiben und können die verbuchen und andersrum und so weiter. Und ich weiß nicht, wahrscheinlich gibt es ein paar Hörer, die das total nachempfinden können und mir jetzt gerne über den Kopf streicheln und mich trösten würden, und es gibt wahrscheinlich auch welche, die sich eher auf Florians Seite begeben würden und sagen würden, ja, wer nicht neue Sachen ausprobiert?

Florian: Woher will man wissen, wie Stadionwurstgeschmack auf Chips schmeckt, wenn man die Stadionwurstgeschmack-Chips nicht probiert?

Miriam: Jetzt hör doch mal auf mit so banalen Beispielen, das war doch am Anfang nur um einzusteigen. Ich will doch jetzt nicht auf Stadionwurstgeschmack rumreiten.

Florian: So, was ist denn kein banales Beispiel?

Miriam: Ich finde unsere Homepage zum Beispiel, unsere Webseite ist kein banales Beispiel. Weil da geht es um, wie finden uns unsere Kunden, was finden sie auf dieser Website für Informationen, wie bekommen wir unsere Kunden dazu, dass sie uns so weit vertrauen, dass sie bei uns die Ausbildung machen. Da ist ja Impact drin, da ist Wichtigkeit drin. Und wir hatten eine super schöne, etwas kunterbunte, wohl nur eine wunderschöne Homepage.

Florian: Ohne Backups, mit langen Ladezeiten, nicht sehr optimiert.

Miriam: Ich habe das eingesehen. Wenn auch nicht komplett verstanden. Und wir haben dann wirklich alles geändert. Und es war ein am Anfang schmerzhafter Prozess. Wenn ich mir jetzt unsere Webseite angucke, bin ich glücklich. Ja, ich fühle mich super glücklich. Ich bin der glücklichste Mensch auf diesem Planeten, weil die so klar, so schön geworden ist, weil die so einfach zu bedienen ist, weil die so viel übersichtlicher ist.

Florian: Also Zeit für Veränderung.

Miriam: Ich finde die selber besser. Ja, ich finde mich selbst besser auf dieser neuen Seite zurecht, als auf der alten. Auf der alten habe ich manchmal Sachen gesucht, von denen ich wusste, die stehen da noch irgendwo und die sind nicht mehr aktuell, nur wo. Und das ist jetzt wirklich anders.

Japanisch, thailändisch, hawaiianisch — mit Florian durch neue Welten

Miriam: Und ich kenne das von mir, dass ich mit Florian verheiratet bin und es ist noch nicht lange her, haben wir geheiratet. Ich habe mich entschieden für einen Mann, der sehr viel Innovation in allen Bereichen seines Lebens immer und immer wieder erzeugt. Sehr viel Neues, sehr viel Ausprobieren, sehr viel Experiment. Und ich habe mit Florian in den letzten Jahren in unserer Beziehung so viele tolle Erfahrungen gemacht, für die ich so dankbar bin. Ich hätte in meinem Leben noch nicht herausgefunden, wie köstlich authentisches japanisches Essen ist. Obwohl wir in der Nähe von Düsseldorf leben und Düsseldorf dieses japanische Quartier hat und da wirklich japanische Kultur auch gelebt und gefeiert wird, original.

Florian: Also falls du noch nie in Düsseldorf am Bahnhof in dem japanischen Viertel warst, tatsächlich gibt es da Restaurants, da wird japanisch gesprochen. Und die meisten Gäste kommen tatsächlich aus Japan und es ist eher so ein bisschen so, dass wenn ich da reingegangen bin, ich mir dachte, hier bin ich jetzt irgendwie in der Unterzahl, wo es eben nur eine japanische Speisekarte gab.

Miriam: Und das ist so unfassbar schmackhaft, was die kochen. Super lecker. Ganz anders, als ich das von asiatischer Küche so in meinem Kopf hatte. Und nach dieser Erfahrung war ich bereit, mit Florian jedes x-beliebige asiatische Restaurant zu besuchen, das Florian ausgewählt hat. Selbst in München war ich in einer Bude mit Florian. Ich möchte da gar nicht weiter drauf eingehen.

Florian: Und das beste Thai-Essen hier in Deutschland.

Miriam: Das beste Thai-Essen, das ich jemals gegessen habe, auch wenn ich nach fünf Minuten das Gefühl hatte, ich habe keine Geschmackssensoren mehr übrig.

Florian: Ja, bis sie scharf.

Miriam: Es war auch scharf und es war so köstlich. Ich weiß gar nicht, ob es die noch gibt. Ich sage immer noch Ding dazu, weil das Restaurant passt nicht. Das ist eine Gartküche. Nur mitten in München.

Florian: Wie am thailändischen Straßenrand, tatsächlich exakt so. Bunte Plastikstühle, kleine Tische, gerammelt voll, Leute sitzen nebeneinander. Manche Leute weinen beim Essen, weil es so scharf ist. Und köstlich, köstlich.

Miriam: Ja, das stimmt.

Florian: Eine unfreundliche Bedienung vor dem Herrn.

Miriam: Super unfreundlich, genau. Florian hatte mich darauf vorbereitet. Alles gut. Es war ein so cooler Abend, so ein cooler Abend. Ich werde es nie vergessen. Und diese Bereitschaft in mir, mit Florian mitzugehen, also wenn Florian eine Idee hat, darauf zu vertrauen, dass ich jetzt lernen darf und dass da wahrscheinlich eine tolle Erfahrung, wenn nicht sogar ein Weiterentwickeln drin ist. Das habe ich mir über die letzten Jahre angeeignet. Das ist sehr gut, dass ich das jetzt entspannter kann.

Florian: Weißt du, was ich auch manchmal das Gefühl habe? Manche Menschen tun nur Dinge, von denen sie wissen, dass sie eine gute Idee sind und sagen, die sollten wir auf alle Fälle machen, also bleib dran. Dinge, die eine gute Idee sind, von denen du weißt, die werden funktionieren, die gehen in die richtige Richtung, tu das einfach. Das ist die eine Kategorie. Und dann gleicher Mensch, wenn mal was auszuprobieren ist, dann nehmen die die Kategorie Dinge, von denen wir sehr, sehr wahrscheinlich wissen, dass sie nicht funktionieren werden. Und das ist das, was die dann ausprobieren. Nur da steckt ja null Lernen drin. Also wenn ich vorher schon weiß, dass es wahrscheinlich, wenn ich jetzt sagen würde, ich möchte kein Fastfood mehr essen, weil es schmeckt mir nicht, und dann zu einem Fastfood-Restaurant gehen würde, um das nochmal zu verifizieren. Das ist kein Lernen. Da stecken wenig zusätzliche Informationen, wenig Lernen drin. Sondern das, wo tatsächlich Lernen drin ist, ist dieses: also es spricht was dafür, das zu tun und es spricht was dagegen, das zu tun.

Miriam: Jetzt können wir es nur durch Tun oder Ausprobieren rausbekommen. Es gibt keinen anderen Weg.

Florian: In einem Team würde ich sagen, wenn die Hälfte des Teams dafür ist und die andere Hälfte sagt, das ist die furchtbarste Idee, die wir jemals hatten. Eine Hälfte sagt, boah, sag mal, das ist das Beste, was wir je hatten, also für unser Team die beste Idee zum Beispiel, dass wir freie Zeiten schaffen, zwischen 9 Uhr und 11 Uhr gibt es einfach stille Stunde, da darf jeder sehr konzentriert an seinen Sachen arbeiten und um das zu signalisieren, haben wir einfach Kopfhörer auf. Das bedeutet, bitte störe mich nicht. Und die andere Hälfte vom Team sagt, um Gottes Willen, unser Team wird vor die Hunde gehen. Wir haben so eine schöne Kommunikationskultur hier und jetzt ziehen wir da Regeln ein und das wird dazu führen, dass unser ganzes schönes Miteinander hier kaputt geht. Und in dieser Situation, da ist Lernen drin, wenn wir es tun.

Miriam: Wenn wir es ausprobieren.

Florian: Genau, wir brauchen es ja nicht für immer ausprobieren.

Miriam: Es passt auch zu Florians Grundphilosophie, dass wir Dinge nicht für immer ausprobieren. Auch da durfte ich meinen Frieden mit machen, dass ich mit Florian niemals Dinge für immer ausprobiere, wobei auch Florian mir entgegenkommt an der einen oder anderen Stelle. Wenn wir was wirklich Kostbares entdecken, habe ich den Eindruck, dann sind wir beide auch bereit dazu, das nochmal und nochmal zu machen. Wir haben ja auch tatsächlich Lieblingsrestaurants, die wir beide sehr schätzen, wo wir deutlich sagen, da gehen wir wieder hin. Hier in Krefeld gibt es auch so ein griechisches Restaurant, wo wir beide sagen, wenn wir die Möglichkeit finden oder wenn wir uns entscheiden, so einen Abend griechisch zu essen, auf jeden Fall. Da tun wir uns was Gutes.

Florian: Also wir haben hier in Krefeld kein Meer, nur es ist authentisch, es ist eine Bretterbude.

Miriam: Das Einzige, was fehlt, ist das Meer, ansonsten ist alles da.

Florian: Bretterbude, Holzgrill, super leckerer Fisch.

Miriam: Super freundliche Menschen, ganz tolle, lustige, bunte Inneneinrichtung, so ganz authentisch, also nicht so gestelzt, so getan als ob, sondern so als wäre das über Jahrhunderte gewachsen da drin mit einer griechischen Familie und wie gesagt, herzlichst dort. Ja, also wir können das schon und mein Leben würde sehr so aussehen, dass es drei Restaurants gäbe, in die ich ginge. Zwei Supermärkte, drei Klamottengeschäfte und ich würde da selten was dran drehen.

Florian: Ich habe da noch nie drüber nachgedacht, was wohl so die Verteilung ist von neuem zu, also ich mache sehr gerne Dinge, von denen ich weiß, dass sie gut funktionieren. Das ist so der Grieche und es gibt wirklich wahnsinnig gute japanische Barbecue-Grills in Düsseldorf. Also da können wir beliebig oft hingehen. Und die Dinge sollten wir auf jeden Fall machen, wenn es gut funktioniert, auf jeden Fall regelmäßig tun. Und dann gibt es so eine Anzahl an Dingen, die auszuprobieren sind. Ich weiß gar nicht, was da so die Verteilung bei mir ist. Wie häufig das eine und wie häufig dann das andere.

Miriam: Also wenn wir die Wahl haben oder wenn es so ein bisschen unsicher wird, ist Florian der, der auf jeden Fall die Idee einbringt, wir könnten auch was ganz anderes machen. Also wir könnten auch mal ein ganz neues Restaurant ausprobieren. Wenn wir uns nicht so einig sind, wollen wir griechisch oder wollen wir japanisch. Dann kommt oft von Florian so ein Impuls von hawaiianisch. Haben wir noch nie gemacht, würde ich dann bevorzugen. Gibt es einen Hawaiianer in Düsseldorf?

Florian: Ja, gibt es.

Miriam: Echt?

Florian: Ja, ganz neu. Warst du schon mal, oder? Nee. Ach, bist du jetzt schon mal gewesen?

Miriam: Von außen gesehen und sofort für zu neu empfunden.

Florian: Also gehen wir da bald hin?

Miriam: Nein.

Florian: Oh, in Nürnberg gibt es einen, also ich weiß nicht, ob es das noch gibt, vor 20 Jahren gab es ein fantastisches Restaurant aus Sri Lanka.

Miriam: Florians Gesicht dürftet ihr jetzt sehen.

Florian: Auf Gartenstühlen saßen wir da drin, wirklich, also so Rattan-Gartenstühle.

Miriam: Okay, ja, also warum habe ich es jetzt eigentlich erwähnt überhaupt? Ich sollte das einfach nicht sagen.

Florian: Ja, weil du vielleicht mal wieder mit mir was essen gehen möchtest.

Der Klavier-Trick, das Pareto-Prinzip und die Frage nach deinem Impuls

Miriam: Oder vielleicht ist euch ja auch aufgefallen, dass wir auf die 208. Folge unseres Podcasts zusteuern.

Florian: Und wir machen was anders. Was? Na klar. Haben wir doch gesagt, im fünften Jahr wird alles anders.

Miriam: Nein.

Florian: Was, nicht?

Miriam: Nein, nein, nein, nein, nein, nein. Habe ich das falsch in Erinnerung? Nein, es bleibt alles, wie es ist. Dieser Podcast bleibt, die Musik am Anfang bleibt, alles bleibt. Wir bleiben so. Podcast bleibt. Vielleicht ist die einzige Konstante in unserem Leben der Podcast. Bitte lass mir meinen Podcast. Seht ihr, was hier gerade passiert? Allerdings haben wir eine große Überraschung vor zum 218. Wir feiern vier Jahre kontext*denken Podcast. Jeden Dienstag eine Folge.

Florian: Ich glaube, einen Mittwoch hatten wir. Wenn ich so ganz ehrlich drüber nachdenke, ich glaube einmal hat die Delivery nicht funktioniert, weil weiß ich nicht mehr wo.

Miriam: Doch stimmt, da hatte ich nämlich Zuschriften auch. Ich habe die ja schon im Laufe des Dienstags, wenn wir es mal nicht schaffen, den um Mitternacht zu launchen und der ist morgens um sieben noch nicht online, dann habe ich dienstags Zuschriften. Ist was kaputt mit euch? Ja, Florian ist es leider. Letzte Nacht.

Florian: Zum Beispiel geben wir gerade Seminare, ja.

Miriam: Ja, exakt. Ja, ihr Lieben, was denn jetzt tun? Also wenn Menschen jetzt diesen Impuls kennen, wollen wir grundsätzlich empfehlen, mach mal was Neues.

Florian: Mach mal was Neues, klar. Das ist absolut meine Empfehlung.

Miriam: Ja, nur einfach loszurennen, was Neues zu machen.

Florian: Nee, 50-50 oder so. Das ist wahrscheinlich auch zu stark für viele Leute.

Miriam: Vielleicht mal in deinem Leben, so wenn du alle Lebensbereiche durchgehst, weil meistens gibt es Lebensbereiche, wo es Menschen etwas leichter fällt, was Neues mal auszuprobieren und Lebensbereiche, wo es nicht... Und in anderen sind die sozusagen 25 Jahre verheiratet und es wäre dringend mal notwendig, oder was? Florian!

Florian: Das ist überhaupt nicht... Du hast die Lebensbereiche, ich habe da überhaupt nicht drüber nachgedacht.

Miriam: Ich meinte doch jetzt, das meinte ich doch nicht. Ich meinte Konsum, nehmen wir Konsumbereiche, meine Güte. Und da lassen wir die Beziehung jetzt mal raus. Ich konsumiere dich ja nicht.

Florian: Ja, das stimmt, nur wie passt das da denn zusammen?

Miriam: Also, wenn es mir zum Beispiel leicht fällt im Lebensmittelbereich, also beim...

Florian: Ja, na klar, mal Himbeeren statt Erdbeeren essen.

Miriam: Ich mach's mal konkret. Im Kosmetikbereich merke ich, dass es mir relativ leicht fällt, mal eine ganz andere Gesichtscreme zu kaufen, als die, die ich vielleicht schon jahrelang kenne.

Florian: Wie machst du das? Wie ist da deine Strategie?

Miriam: Pass auf, das ist so, ich gucke ja ganz gerne begeistert auch YouTube-Videos über Kosmetik, also was andere so machen in meiner Branche. Ich verkaufe ja Kosmetik für die, die den Podcast zum ersten Mal hören und uns noch gar nicht kennen. Ich verkaufe meine eigene Kosmetik bei HSE24 im Fernsehen. Und ich bin Kosmetik-begeistert seit über zwölf Jahren, ich bin ausgebildete Kosmetologin, kann das, das ist so ein zweites Ding von mir. Und ich schaue begeistert YouTube-Videos von YouTuberinnen und YouTubern, die über Kosmetik sprechen, über Innovationen, die das ausprobieren, die Tests machen. Wenn die sagen, hier diese neue Creme, die ist klasse, die macht das und das bei mir, absolut wert, die mal auszuprobieren, dann sehe ich mich schon in die Drogerie rennen.

Florian: Ja?

Miriam: Ja. Und dann probiere ich die auch aus. Also ich stelle die nicht nur hin, sondern ich probiere die auf meiner Haut aus. Das ist mein Körper. Das ist mein Heiligtum sozusagen.

Florian: Ja, aber...

Miriam: Das ist was Neues.

Florian: Sag mal, ist das der Trick oder wie? Dass du dir Menschen in dein Leben holst, die für dich neue Sachen ausprobieren und wenn die erfolgreich sind, dann übernimmst du das?

Miriam: Und wenn es so wäre?

Florian: Benutzt du uns nur.

Miriam: So ein Quatsch.

Florian: Mich und die YouTuber.

Miriam: Hallo, ich habe versucht, dich mit allem, was mir zur Verfügung stand, davon abzuhalten, diese Homepage neu zu machen.

Florian: Ist mir nur nicht gelungen. Inklusive.

Miriam: Und ich wollte die Beziehung da nicht aufs Spiel setzen, deswegen habe ich irgendwann aufgehört. Nein, nein, so einfach mache ich es dir jetzt mal nicht. Es ist mir wichtig, dass irgendwie andere Menschen schon was gesagt haben dazu, ja.

Florian: Ja.

Miriam: Dann merke ich, dass mir das hilft.

Florian: Und vielleicht ist das ja für dich als Hörer oder Hörerin auch eine spannende Frage. Wenn du mal was Neues ausprobierst, was ist denn dann der Impuls dazu? Ist es das, dass du im Supermarkt irgendwas Neues siehst? Es gibt jetzt Rotkraut auch von der Firma XY und wir sollten alle Rotkrautarten mal ausprobiert haben? Oder ist es, dass jemand was gesagt hat? Bei uns im Seminar liegen regelmäßig neue Schokoriegel herum. Diese Frühstücksmarke, diese eine, die hat jetzt auch Schokoriegel rausgebracht. Die hatte ich ja dann auch direkt gekauft, weil ich mir dachte, vielleicht ist es gut. Und eine von denen schmeckt auch.

Miriam: Ja, einer von den neuen Riegeln schmeckt. Haben mehrere Leute gesagt jetzt.

Florian: Ja, die eine Variante ist so lala.

Miriam: Wir hatten jetzt eine Teilnehmerin, die hat eben genau seinen alleine aufgegessen. Ja, wenn ich mir einen holen wollte, war schon wieder alles weg. Ja, ist so. Ich war zu langsam. Kann passieren bei neuen Sachen, dass das so cool ist. Also es gibt vielleicht verschiedene Lebensbereiche, in denen es dir bis jetzt sehr viel leichter gefallen ist, mal was Neues auszuprobieren, ein Selbstexperiment zu machen, als in anderen Lebensbereichen. Wenn du einen Lebensbereich findest, wo du so bei dir denkst, da bin ich doch immer mal innovativ, also da kaufe ich was Neues, da mache ich was anderes, da probiere ich was anderes aus.

Florian: Vielleicht ja Sport zum Beispiel.

Miriam: Ja, da wechsle ich immer mal ab oder da probiere ich tatsächlich auch ganz bewusst ganz neue Sachen mal. Dann ist das der Beweis dafür, dass du das grundsätzlich kannst und auch mit ganz neuen Situationen super umgehst. Weil was erwarten die Menschen, wenn sie was Neues ausprobieren, dass das immer zu 100% dann auch gleich funktioniert?

Florian: Oder eben 100% nicht funktioniert.

Miriam: Oder hundertprozentig, gibt es nur schwarz und weiß.

Florian: Den Eindruck habe ich eben manchmal, wenn Miriam über sowas spricht. Also die sieht mich mit der Stadionwurst-Geschmacks-Chipstüte in den Seminarraum kommen und da ist, egal wie die schmecken werden, dieses Experiment ist es nicht wert, weil garantiert, das kann gar nicht gut sein.

Miriam: Natürlich hat es was damit zu tun, wie mein Gehirn sowas dann verarbeitet. Und wenn ich mich darauf einlasse, und das merke ich ja, dass es mir in anderen Bereichen bei Kosmetik sehr leicht fällt, dann mache ich neue Erfahrungen. Das heißt, ich lerne was. Ich lerne zum Beispiel, wie andere Kosmetikhersteller eine neue Creme konzipieren oder wie ein neuer Wirkstoff funktioniert oder was der genau auf der Haut macht und in der Haut. Und genauso ist es auch bei einem Schokoriegel oder bei einer Chips-Sorte oder wenn wir in ein neues Restaurant gehen oder wenn wir unsere Website umbauen. Egal wie es ausgeht, am Ende habe ich auf jeden Fall eine Riesenmenge neuer Erfahrungen gesammelt.

Florian: Und ich merke tatsächlich auch, dass diese Standardisierung oder dieses, wenn was gut funktioniert, das häufiger zu tun, das auszuliefern. Bei unseren Seminaren haben wir das zum Beispiel. Also neue Techniken, neue Formate, neue Arten und Weisen, das zu lernen, kommen tendenziell von mir rein. Und Gott sei Dank gibt es Miri, die dann darauf aufpasst, dass wir einen Standard auch haben und es uns an bestimmten Stellen auch leicht machen.

Miriam: Ja, wahrscheinlich ist auch wie immer beides gut. Also Bewährtes, richtig gut Bewährtes zu prüfen, ab und zu, ob es wirklich noch Sinn macht, eine Kassette zu hören, wo wir eine viel bessere Tonqualität, und ich liebe ja eine gute Tonqualität, über CD bekommen, ja. Über eine CD bekommen und jetzt mittlerweile ja sogar noch über andere Medien noch viel einfacher und besser sogar selbst erzeugen können.

Ein E-Piano im Seminarraum und ein Seminar, das nicht für dich gedacht ist

Miriam: Florian hat mir ein riesiges Geschenk gemacht. Ihr wisst ja gar nicht, was ich bekommen habe, bevor wir hier den Master gestartet haben. Ihr habt keine Ahnung, echt. Florian ist mein Traummann sowieso. Nur da hat er dem Miri fast den Boden ausgehauen sozusagen. Ich spiele Klavier und ich spiele sehr gern Klavier für mich. Früher habe ich das recht professionell gemacht und jetzt mache ich das echt für mich so oder für die Kinder auch mal. Und jetzt ist in unseren Seminarräumen ein Klavier angekommen. Wir haben ja zu Hause eins und in unseren Seminarräumen ist jetzt ein E-Piano und es ist kein kleines. Es hat schon die große Tastatur und es hat vor allen Dingen einen Holzkorpus, also es ist richtig schwer, es ist schön, es ist stabil. Und es hat ein sehr gutes Klangmodul drin. Also ein E-Piano macht ja die Töne nicht mechanisch. Früher hätte ich das abgelehnt und wir planen damit auch, dass Florians Trance spricht und Meditationen, dass ich die live begleiten kann oder dass ich eine Aufnahme begleiten kann auf diesem Instrument und dafür brauchen wir das immer in einer reinen Tonstimmung. Und dieses E-Piano kann das, weil es eben nicht irgendwelchen Temperaturen reaktiv ausgesetzt ist oder so. Also das Holz verzieht sich, das ist okay, nur das Klangmodul nicht. Also bei einem echten Klavier wird es sich verstimmen und hier eben nicht. Mega! Und jetzt, immer wenn ich alleine morgens in dem Seminarraum war, jeden Morgen. Manchmal kam ein Teilnehmer dazu, der auch spielt und wir haben was zusammengespielt.

Florian: Und das hatte Miriam mir noch gar nicht erzählt. Witzig.

Miriam: Ja, und ich bin völlig begeistert davon. Ich bin völlig begeistert, diesen Raum mit Klang füllen zu dürfen, bevor wir loslegen, meinen Klang nach außen zu bringen. Das hätte ich niemals gedacht, dass wir das im Seminarraum, ich hätte niemals ein E-Piano im Seminarraum gesehen.

Florian: Cool, das heißt, wir upgraden bald. Was? Na, auf so ein richtiges.

Miriam: Ein Konzertflügel.

Florian: Zum Beispiel. Die eine Sitzecke kommt raus und ein Konzertflügel kommt rein. Obwohl, wenn ich mir so die Chipshände von manchen Teilnehmern anschaue.

Miriam: Ja, die dürfen den nicht anatmen, wenn die da drin sind. Da kommt ein Elektrozaun drumherum. So ein Raumschiff Enterprise. Ja, und genauso ist es eben auch, wenn ich überlege, welche Reisen ich mit Florian schon unternommen habe, was ich dank Florian für Einblicke hatte. Ich war bei Mary Poppins beim Musical Backstage, ich habe völlig neue Speisen und Esskulturen kennengelernt. Ich war mit Florian seit langer, langer Zeit mal wieder auch im Theater. Florian tut einfach neue Dinge. Der erfindet einfach irgendwie Storys für unser Leben. Und das sind Storys, die ich dann später erzählen kann. Und egal, was auch immer sich in mir sträuben würde, dieses Neue von Florian in mein Leben integrieren zu wollen. Ich habe die Dankbarkeit für die Geschichten, die ich danach erzählen kann, für die Erlebnisse, die ich schildern und die ich weitergeben kann, für mein Leben und für andere. Das habe ich vor Augen und das macht es wert, das auszuprobieren. Das macht es wert, den Fuß über die Schwelle einer anderen Welt zu setzen und die mit aufzunehmen. Ich habe auch technisch sehr viel dazugelernt. Ich habe sehr viel dazugelernt über Computer und Computer bedienen. Seit ich mit Florian zusammen bin, höre ich keine Kassetten mehr.

Florian: Das ist völliger Blödsinn.

Miriam: Und ich verlasse mich sozusagen fast schon drauf.

Florian: Was ist jetzt völliger Blödsinn? Keine Kassetten mehr zu hören?

Miriam: Keine Kassetten mehr zu hören. Ich verlasse mich sozusagen drauf, dass Florian um die Ecke kommt, wenn es die nächst bessere Möglichkeit gibt, Musik zu hören. Oder Musik abzuspielen oder mit Musik zu arbeiten. Weil Florian bekommt es raus. Das weiß ich. Der bekommt es auch mit, im Gegensatz zu mir. Und das ist wirklich cool. Und auf der anderen Seite merke ich, dass Florian sich rein entspannen kann in eine Stabilität, die wir uns schaffen in bestimmten Bereichen. Vielleicht auch in Kleinstbereichen.

Florian: Ich glaube, der Trick ist wirklich eine bestimmte, also jetzt sehr analytisch, eine bestimmte Prozentzahl das zu tun, was gut funktioniert und eine bestimmte Prozentzahl das, was Neues auszuprobieren. Und da eine schöne Balance zu finden und vermutlich, je nachdem, wie du eben so drauf bist. Für manche Menschen ist es wahrscheinlich mehr von dem, was gut funktioniert, zu tun. Zu dem gehöre definitiv ich. Also bei mir ist es wahrscheinlich 50-50 oder vielleicht 60-40. 60% Sachen machen, die gut funktionieren, 40% Neues ausprobieren. Und da ist viel Experiment dann drin. Da ist viel Lernen drin. Und für richtig gute Durchführung, um tatsächlich eine schöne Balance zu haben, vielleicht ist es ja das typische Pareto 80-20.

Miriam: Das weiß ich nicht. Da haben wir jetzt auch keine wissenschaftliche Studie in der Tasche und wir haben selber noch keine gemacht. Florian, geh mal auf die Finde. Und das Pareto-Prinzip ist ja offiziell googelbar. Also das gibt es ja zum Nachlesen, wer sich da mal ein bisschen schlau machen möchte. Und ansonsten, wenn jetzt jemand zu mir kommt, und da habe ich bei mir die Veränderung noch mehr gemerkt, wenn jetzt auch von außen, wenn in der Welt da draußen Dinge passieren oder wenn Menschen auf mich zukommen, mit denen ich arbeite oder die bei uns Kunden sind und sagen, hey, wir haben hier was ganz Neues, dann gibt es dieses Gefühl nicht mehr. Wie soll ich das machen? Alles anders, als ich das gewohnt bin. Das gibt es nicht mehr, sondern ich bin tatsächlich in einer Ruhe und in einer Zuversicht, dass das Ausprobieren mir mehr Erkenntnisse bringen wird, als vorher drüber zu hirnen, wie es eventuell klappt oder auch nicht klappt. Dass es wirklich ein Erfahren ist, das mir die wertvollsten Informationen liefert. Einmal ein Löffelchen von Florians asiatischem Tellerchen essen. Sehr, sehr cool. Bin sehr dankbar dafür.

Florian: Unsere Teilnehmer auch. Wir haben hier ein wunderbares asiatisches Restaurant in der Nähe von unseren Seminarräumen. Ich glaube, das war im Master Practitioner, der ja jetzt über zwölf Tage bei uns lief, also Master Practitioner in der fortgeschrittenen NLP-Ausbildung, war das das Lieblingsrestaurant. Das stimmt. Ja, in diesem Sinne. Vietnamesische Nudelsuppe, da hätte ich jetzt Lust drauf.

Miriam: Es ist recht spät, als wir diesen Podcast produzieren. Deshalb, das wäre jetzt ein Mitternachtshüngerlein und das wollen wir mal nicht durchwinken jetzt. Ihr Lieben.

Florian: Wir hören euch nächste Woche wieder, wenn es heißt...

Miriam: Da sind wir bei 207. Das ist nächste Woche, ist der vorletzte Podcast vor dem großen Jubiläum.

Florian: Oh, apropos. Ich zusammen mit einem Musical-Darsteller, Theater-Coach, Theater-Regisseur, wir planen einen Workshop, der nicht für dich gedacht ist.

Miriam: Wie, für mich?

Florian: Nicht für die Zuhörer gedacht. Für 99,9% aller Zuhörer ist der nicht gedacht. Weil die Eingangsvoraussetzung wird sein, entweder einen NLP-Master-Practitioner zu haben oder Miriams Kommunikationstrainer-Seminar besucht zu haben. Wenn du an so etwas Interesse hast, also wir möchten mit dem Theaterregisseur zusammen einfach mal etwas auf die Beine stellen für NLPler, die wirklich fortgeschritten sind. Für Leute, die wirklich Meta machen wollen, nach sogar so einem Kommunikationstrainer noch, wo einfach schon viel gemacht wird, wo es richtig, richtig rund geht. Das heißt, wir sind in einer kleinen Gruppe, es wird sehr anstrengend, deswegen ist es wahrscheinlich preislich nichts für dich, es ist wahrscheinlich von dem Level her, den du mitbringen darfst, sehr unwahrscheinlich, dass du teilnehmen darfst und es ist wahrscheinlich auch einfach tagsüber zu anstrengend. Wenn du daran Interesse hast und etwas darüber wissen möchtest trotzdem, dann florian at kontext*denken.de, da nehme ich dich mit in den Verteiler, weil wir mit einer sehr kleinen Gruppe da unterwegs sein werden.

Miriam: Du hast es gerade schon gemerkt, der Tonfall ist so anders, dass auch Florian den Newsletter dazu schreiben wird, weil ich mache es nicht. Nur ich weiß, das wird vermutlich das anspruchsvollste und niveauvollste, was wir jemals gemacht haben.

Florian: Ich mache mal ein Seminar, was ich gerne, also das ist wieder eins dieser Seminare, die ich gerne kaufen wollen würde und die es da draußen auf dem Markt nicht gibt. So eins machen wir wieder. Daraus sind schon zweimal lustige Sachen entstanden.

Miriam: Nicht lustig, sondern unfassbar lehrreich.

Florian: Auch das wird es im Herbst wahrscheinlich nochmal geben. Mit dem gleichen Regisseur und Coach werden wir nochmal was mit Improvisationstheater machen.

Miriam: Also melde dich gerne, wenn du da Interesse hast und wenn du schon Vorbildungen hast. Das ist jetzt mal ein etwas gezielterer Aufruf an unsere Hörer, die schon NLP-Vorbildungen haben und die gerade in sich gespürt haben. Ich glaube, der meint mich. Ich glaube, der meint mich.

Florian: Ja, genau. Also Trainer und so.

Miriam: Und für Florian ist das fein, wenn das drei Teilnehmer sind in diesem Seminar. Ich mache das auch alle mit. Oder Florian macht sogar alle mit. So, ihr Lieben. Dann, es gibt auch Seminare, an denen du teilnehmen kannst bei uns.

Florian: Was?

Miriam: Einsteiger-Seminare zum Beispiel.

Florian: Rudern, rudern, rudern zurück, oder? Puh, ich habe Schweißausbrüche gemacht.

Miriam: Ich weiß, dass so ein Seminar dich voll begeistert. Ja, ich weiß. Ich geh da auch nicht rein.

Florian: Das ist kein Seminar, wo... Das ist wirklich nicht gedacht für die meisten, die uns zuhören.

Miriam: Ja. Und vielleicht sind die genau die zwei oder drei, die dieses Seminar besuchen wollen, vielleicht hören die diesen Podcast.

Florian: Dann setze dich gerne mit mir in Kontakt, weil wir im Moment noch in der Planung drin sind, was die Zeiten angeht und was die Inhalte angeht, wird es super, super, super gut. Wir haben halt 14 Tage, 14 Stundentage.

Miriam: Ja, dann atme ich jetzt weiter ruhig, ihr zu Hause auch und wir hören uns vielleicht dann auch nächste Woche wieder, wenn ich Florian nicht mehr die Abschlussansprache machen lasse.

Florian: Na gut.

Miriam: Bis nächste Woche, ihr Lieben.

Florian: Wenn es wieder heißt, zwei Gehirne.

Miriam: Und ein Podcast. Bis dann, ciao. Tschüss. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss bis nächste Woche. Bis zum nächsten Podcast.

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