Kannst du deiner traurigen Freundin ein halbes Pfund Trost aus dem Kühlschrank holen? Genau das geht eben nicht — und darin steckt der ganze Trick dieser Folge. Miriam und Florian schauen sich Wörter wie Liebe, Glück, Wut oder Sicherheit an und zeigen, warum das keine echten Dinge sind, sondern eingefrorene Verben. Am Ende hast du vielleicht einen kleinen Highlighter im Kopf, der solche Wörter markiert, sobald sie jemand sagt.
Zum letzten Mal im Meta-Modell der Sprache
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.
Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Miriam: Ich wünsche mir nur ein bisschen Freiheit. Freiheit für Miri.
Florian: Ich sehe das Ganze ja sehr pragmatisch. Pragmatismus und Praktikabilität sind das, was heute wichtig ist.
Miriam: Was? Impulse, Inspiration, Schlichtheit, Unfug, Liebe.
Florian: Jetzt wird's gleich zur Trance-Induktion.
Miriam: Freude, Spaß.
Florian: Jetzt wird's gleich... Wach, wach, wach. Wachheit. Wachheit. Fokus im Außen.
Miriam: Wieso? Hallo! Da sind wir wieder. Der große Sprach-Sitziertisch ist vorbereitet. Wir steigen zum letzten Mal in diesen Podcast-Folgen, in denen es um NLP-Fachbegriffe geht, ins Meta-Modell der Sprache ein. Das bedeutet Sprachzauberei par excellence. Wir bringen dich dazu, nach dem Anhören dieser Folgen, dass du Sprache genauer und präziser wahrnimmst und das wäre natürlich das ganz große Ziel, sie auch präziser benutzt. Und hier gibt es so ein Feld im Meta-Modell der Sprache, das in vielen Bereichen sehr viel Spaß machen kann und auf das du einfach...
Florian: Was ist denn das Meta-Modell der Sprache? Also falls das jetzt deine erste Folge ist.
Miriam: Oh, das ist in der Bibel des NLP.
Florian: Ja.
Miriam: Ist das Meta-Modell der Sprache sozusagen mit das Ursprünglichste, was NLP zu bieten hat. Also kommt ganz zurück an den Entstehungsanfang, als Richard Bandler und John Grinder gemeinsam die Sammlung fürs NLP zusammengestellt haben. Und dann? Und dann haben sie sich gestützt auf andere Experten, die schon lange vorher angefangen hatten, Sprachforschung zu betreiben.
Florian: Hauptsächlich auf therapeutische Sprachmuster. Wie könnte ein Therapeut sein Gespräch führen? Das ist das, wie Richard Bandler das mal charakterisiert hat. Was wäre, damit jemand nicht nur... Und es braucht ja nicht therapeutisch sein. Sondern es kann ja auch ein ganz normales Gespräch unter Freunden oder Bekannten sein. Wenn da kommt jemand und sagt... Mir geht es nicht gut. Ich habe so eine Angst. Und dann gibt es natürlich eine Standardantwort oder eine Standardfrage, die dir vielleicht jetzt im Kopf auch schon herumschwirrt.
Miriam: Wovor?
Florian: Und das ist eine Art und Weise, damit umzugehen, wenn jemand kommt und sowas sagt zu dir in einem ganz normalen Gespräch, ein Freund oder ein Bekannter. Und die Frage ist, gibt es noch andere Sachen, die du fragen könntest.
Miriam: Oder die an dieser Aussage wichtig wären, wenn du helfen wollen würdest.
Florian: Wenn wir jetzt die Annahme vertreten, dass wir sagen, wir wollen jetzt nicht zwingend die nächsten zwei Stunden über diese Angst sprechen, sondern es soll vielleicht in die richtige Richtung gehen oder die soll kleiner werden oder was auch immer.
Miriam: Wir würden vielleicht lösungsorientiert sagen. Lösungsfokussiert.
Florian: Und es hat überhaupt nichts Therapeutisches oder sonst irgendwas. Das sind die ganz normalen Konversationen, auch wo vielleicht unsere Kids zu uns kommen und sagen, in zwei Wochen Schulaufgabe, ich weiß gar nicht, wie ich das machen soll.
Miriam: Und dann?
Florian: Und dann ist das Meta-Modell der Fragen das Modell der Wahl, um zu wissen, was ist eine sinnvolle Gesprächsführung oder welche Fragen könnte ich stellen. An der einen oder anderen Stelle klingt es sehr theoretisch. Wir sortieren in bestimmte Kategorien bestimmte Sachen ein und es ist fast so, als würden wir Logik machen und Miris Augen werden manchmal glänzen und auch der eine oder andere Teilnehmer im Practitioner oder Master, um die Begriffe tatsächlich zu lernen.
Miriam: Und wir erwarten nicht, dass du nach dem Anhören dieses Podcasts die ganzen Begriffe aufzählen kannst. Was wir uns wünschen, ist, dass an der einen oder anderen Stelle, dass dir das auffällt. Dass du plötzlich denkst, oh ja, das merkst du, wenn einer sowas sagt.
Florian: Und das ist ja auch das Feedback, das wir haben. Da kommt jemand und sagt, du, ich hab ja gestern was gehört. Du hörst das plötzlich. Das ist das, was wir erreichen möchten.
Ein Verb, das zu Stein wird: Was Nominalisierungen sind
Miriam: Und heute geht es um Nominalisierungen.
Florian: Was ist denn eine Nominalisierung?
Miriam: Da steckt ja schon das Nomen drin. Nomen ist Omen. Also dieses Hauptwort im Deutschen. Und grammatikalisch ist es auch genau das. Im NLP etwas spezifischer betrachtet. Wir wollen Nominalisierungen. Du hast doch da immer so einen schönen Erzählvers, wie du das klar machst.
Florian: Den habe ich von der Kathleen Laval. Das ist eine der Trainerinnen auf der Bühne neben Richard Bandler in der Society of NLP, die an der Stelle, finde ich, was ganz Schönes macht. Weil sie sagt, da springt so ein junges und unschuldiges Verb, springt durch den Wald und freut sich seines Lebens. Und plötzlich kommt eine böse Hexe und verwandelt dieses Verb in einen Stein. Und dann ist das Verb gefangen in dem Stein und kommt nicht mehr vom Fleck. Und das ist das, was bei einer Nominalisierung passiert. Also eben sowas wie Liebe. Wir sagen: Ich fühle so eine Liebe in mir. Nur ich kann doch nicht in den Supermarkt fahren und fünf Kilo Liebe kaufen.
Miriam: Also wir tun so, als wäre Liebe eine Sache, dadurch, dass wir sie zu Liebe machen. Und was wir im NLP entdecken würden, wäre, Liebe ist in Wahrheit ein Verb, also ein Tu-Wort, etwas, was Menschen tun, etwas, was sie aktiv betreiben, nämlich lieben. Es ist ein Vorgang. Es ist ein Prozess und kein festgeschriebenes Ding, von dem es x Stück gibt in der und der Gewichtsklasse oder in der und der Farbe.
Florian: Manche Menschen sagen das so. Wir haben das häufig in den Seminaren, in Coachings überall, dass jemand sagt, so ein Wort in den Raum wirft, das heißt auch Freiheit oder Hoffnung. Ich möchte mal wieder Glück fühlen. Das Glück ist mir verloren gegangen. Und dann ist ja die Frage, wenn mir das verloren gegangen ist, was kann ich denn dann tun? Naja nichts, nur wenn ich realisiere. Wenn du merkst, dass das ein Vorgang ist, dass du in dir eben Glück erzeugst oder Sicherheit ist auch so eine große Nominalisierung, die in sehr vielen Coachings geht. Wo es darum geht, entweder in Richtung Selbstsicherheit oder eine Sicherheit zu haben, bestimmte Dinge anzugehen. Dass du dich plötzlich wieder anfängst sicher zu fühlen. Das ist eines der großen Themen in vielen Coachings. Dass das was damit zu tun hat, dass du was machst und nicht irgendwie...
Miriam: Darauf wartest, dass es vom Himmel fällt. Und die Pythons schmeißen immer dieses Gewicht runter, wenn irgendwie eine Szene zu lang dauert bei The Flying Circus. Kennst du das?
Florian: Ja.
Miriam: Sehr, sehr witzig. So als, da kommt jetzt was Neues. Und dann fällt so ein 16-Tons-Ding immer runter. Manchmal auf brennende Büsche, manchmal auf irgendwelche Leute, die da stehen und irgendwelchen Unfug reden. Und genauso ist es eben auch, wenn wir eine Nominalisierung in der Sprache haben. Das kann so ein Brocken sein, der gar nicht zu bewältigen ist, weil er auch nicht greifbar ist. Wo will ich denn Sicherheit hernehmen? Wenn eine Freundin vor mir sitzt und sagt, ich möchte mehr Sicherheit in meinem Leben, dann sage ich, warte, ich habe noch welche im Regal, ich hole es eben raus, kannst du mitnehmen.
Florian: Und es gibt den Teil meine.
Miriam: Bringst du eine Tupperdose mit, tue ich das rein, nimmst du mit nach Hause.
Florian: So wie so ein Kefirpilz oder so. Ein Kefirpilz. Oder ein Sauerteig, ne? So. Wenn ich genug angesetzt habe, habe ich davon welche und dann kann ich dir welche abgeben.
Miriam: Ja, und dann kommen wir eben auch zu solchen Ideen, dass Glück nur manche Menschen haben und manche nicht. Es gibt ja solche Volksglaubensnummern. Wenn wir davon ausgehen würden, dass Glück in Wahrheit eine Art Tätigkeit ist, also ein glücklich sein oder glücklich werden oder sich glücklich fühlen, bedeutet ja, dass da irgendwie eine Bewegung drin ist. Also da geht so, da geht was vor sich. Und wer macht wen glücklich oder wer ist dafür zuständig, dass du dich noch glücklicher fühlst. Das sind alles dann plötzlich bewegte Vorgänge, etwas wo wir aktiv werden können, wo wir die Frage stellen können, was können wir beide denn jetzt machen, also wenn ich jetzt von meiner Freundin und mir ausgehe, dass du jetzt glücklicher bist, dass du dich so ein bisschen glücklicher fühlst als vorhin noch. Ich könnte dir einen Witz erzählen. Oder ich kann einen Kuchen backen. Oder wir gehen zusammen im Wald spazieren und ich zeige dir meinen Lieblingsbaum. Es gibt Fotos von mir auf Facebook, wo ich Bäume umarme. Ich weiß. Leute haben gelacht. Das sind schöne Bäume, Prüfhäuser, Nationalpark, schöne Bäume. Und wenn dann so eine Antwort kommt, können wir etwas unternehmen, dann ist es nicht mehr so ein Glücksbröckchen, was wahlweise irgendjemand vom Himmel wirft oder was eben niemals da ist.
Auch die dunklen Wörter: Wut, Hass und Traurigkeit
Florian: Das gleiche geht natürlich auch mit negativen, mit negativen Nominalisierungen. Also wenn jemand so etwas sagt, ich habe so eine Wut in mir. Oder ich fühle den Hass. Das sind ja, auch da geht es wieder darum, was ist der Prozess, der im Hintergrund läuft. Wie macht die Person das? Weil solange das so ist, ich habe so eine Wut in mir. Ja, was soll ich denn da machen?
Miriam: Aufschneiden, rausnehmen.
Florian: Du kannst sie einfach zur Seite stellen. So klingt das. Und manche Menschen sagen, ich kann die nicht loslassen.
Miriam: Oder verdauen. Und ausscheiden.
Florian: Ja. Dann kommt es auch wieder in den Prozess.
Miriam: Und dann ist es plötzlich wieder eine Bewegung und etwas Aktives. Wie wirst du denn deine Wut am besten los? Oder was können wir tun damit? Auch Beruhigung wäre ja etwas, wo wir etwas für tun können.
Florian: Ich hatte es letztens wieder, dass ich mit jemandem gesprochen habe, die vor kurzem einen Trauerfall hatte, also wo jemand gestorben ist und da war auch so eine Traurigkeit im Raum. Sie hat so eine Traurigkeit gefühlt. Und das Spannende ist ja, wenn ich das haben möchte, um meine alte Bekannte oder einen alten Freund zu ehren, der wohin auch immer gegangen ist, dann ist das ja schön, also wenn das gerade die Intention in dem Moment ist, super, nur wenn ich das nicht mehr haben wollen würde, dann ist das erste Zurückbesinnen aus Sicht des NLP tatsächlich mal wieder zu schauen, was hätte ich denn stattdessen gerne und wie mache ich das denn, dass ich mich im Moment so fühle, wie ich mich fühle.
Miriam: Also jetzt könntest du ja sagen, nun gibt es ja diese Worte. Es gibt sie. Es gibt das Wort Liebe, es gibt das Wort Glück in der Sprache, es gibt das Wort Wut, es gibt das Wort Hoffnung und auch das Wort Freiheit und noch hundert oder tausend mehr. Und was machen wir denn jetzt? Die sind ja nun mal im festen Sprachgebrauch. Die werden in Nachrichtensendungen verwendet, die stehen in Zeitschriften, die sind im Internet zu lesen, Blogger benutzen sie genauso wie Politiker. Das heißt, wozu denn jetzt? Also wenn alle Menschen sich doch einig sind, dass es so etwas geben würde wie Glück. Dann wird es plötzlich so ein bisschen so waghalsig, finde ich. Also dann fühlt sich die Sprache so ungriffig an. Glück ist dann so etwas, wo wir alle nicken und sagen, ja, Glück. Nur niemand könnte mir genau beschreiben, wie denn so eine Portion Glück aussieht. Das ist so ein bisschen wie, wenn jemand an Gott glaubt oder an andere Götter oder an, weißt du, das sind so Worte, die einfach irgendwie da sind, wo einige sich darauf einigen und sagen, ja, das ist mein fester Glaube. Nur, es ist da draußen nicht greifbar. Es ist kein Baum, es ist kein Stuhl, es ist keine Materie, sondern es ist irgendwie sowas Ätherisches. Und ja, wie soll ich dann damit umgehen?
Poetische Feierworte und Alarmworte: Wann man nachfragt
Miriam: Auf der einen Seite können wir sprachlich sehr poetisch mit diesen Worten spielen. Ich liebe diese Worte für Songtexte oder auf der Bühne. Ich finde, die machen sowas Großes. Glück. Das macht was Großes. Auf der anderen Seite möchte ich als Sprachexpertin oder auch als NLPlerin sehr wach sein, wenn eben in einem Gespräch so ein Wort benutzt wird, zum Beispiel auch dafür, dass ein Team sich streitet oder so. Weil wenn es dann um eine Nominalisierung geht, dann dürften wir wirklich nachfragen, was denn genau? Oder wie wollen wir das denn erreichen? Oder was stellst du dir denn genau darunter vor, wenn du sowas sagst wie, ich wünsche mir in meinem Leben wieder Glück. Was ist denn Glück für dich? Wann hast du denn schon mal Glück empfunden und wie genau war das? Was ist für dich Glück? Was ist für Florian Glück? Was ist für mich Glück? Da ist eine unglaubliche Auslegungsbreite drin.
Florian: Mit Teams. Und das geht ja sehr dann im Berufsbereich, geht das für mich immer sehr in Werte arbeiten mit Teams oder mit Organisationen auch hinein. Was sind die wichtigsten Werte, die unsere Organisation hat? Und dann kommen oft diese Nominalisierungen eben. Also wir wollen Erfolg haben oder Kundenzufriedenheit oder Diversity. Also Diversität. Große Unterschiedlichkeit, ja. Oder den Unterschied akzeptieren, eine Inklusivität oder Inklusion oder sowas. Und was bedeutet das denn dann? Manchmal habe ich schon Workshops gesehen, wo dann das Wort definiert wird. Das, was ich inzwischen sehr viel lieber mag, ist konkrete Situationen. Also woran würdest du das denn merken, dass das da ist? Also zum Beispiel... Achterbahn fahren.
Miriam: Achterbahn fahren. Was spürst du dabei? Glück.
Florian: Glück? Ja. Das heißt, wenn du mehr Glück haben wollen würdest, könntest du wieder Achterbahn fahren. Richtig. Oder wenn du das Glück mehr spüren möchtest. Hilft bei mir.
Miriam: Wenn ich noch mehr Glück erzeugen möchte in meinem Leben, gibt es eine Menge Dinge, die ich tun kann. Eine Menge Maßnahmen, die ich ergreifen kann.
Florian: Und im Geschäftskontext wäre das vielleicht einfach, wenn ich sagen würde, so eine Team-Zugehörigkeit oder eine Gemeinschaft, wenn das uns wichtig wäre in einem bestimmten Team, dann ist es vielleicht, dass ich morgens reinkomme und mir eine Situation vorstelle und die dann jemand anderem beschreibe, wie ich die Kollegen finde, zwei oder drei Kollegen stehen zusammen, haben Kaffee in der Hand und ich lausche im Gespräch und denke, die sind bestimmt im privaten Gespräch drin und dann höre ich, oh, die unterhalten sich wirklich inhaltlich ganz heftig über ein Thema, das uns gestern beschäftigt hat. Wie wir mit dem einen Kunden umgehen, was wir da machen können und die Ideen fliegen nur so hin und her. Und das könnte ja dann auch ein Beispiel sein für Gemeinschaft. Wenn ich es noch konkreter haben möchte, würde ich sagen, welche Kollegen das sind und wo stehen die genau und wie ist die Interaktion, worum geht es genau. Und dann könnte ich solche Themen beschreiben. Wir machen das in der Beziehung auch.
Miriam: Ja, das stimmt.
Florian: Also auch für Paare, ganz praktisch. Oder eben auch mit Kindern zum Beispiel. Was ist das? Wie hätten sie es gerne? Wie sähe das dann aus? Was wäre das? Plötzlich holen wir es vom Raum, dieses intergalaktische, diese intergalaktische Nominalisierung, wo das Wort eingefroren ist in einem Stein. Und wir machen die wieder zu was, was durch den Wald hüpfen kann.
Miriam: Wir retten's.
Florian: Wir retten's.
Miriam: Das ist ja auch eine Rettungsmaßnahme. Stimmt. Also auf der einen Seite sind es für mich poetische Feierworte. Also es sind Worte, die unglaublich schön auf der Bühne funktionieren, unglaublich schön in Gedichten und in Liedern, die schön sind, um Metaphern zu eröffnen oder Geschichten zu schreiben. Und auf der anderen Seite sind sie eben um zum Beispiel konkret in Lebenssituationen etwas zu verändern oder etwas besser zu machen oder eine Lösung zu finden, sind es Alarmworte, auf die ich aufmerksam werden würde. Weil hier findet etwas sehr Ungenaues statt. Also hier ist das Gespräch sehr, und es kann in den Köpfen sehr unterschiedliches stattfinden.
Denk an einen Hund: Warum jeder ein anderes Bild sieht
Miriam: Wir haben hier eine sehr spannende Ausbildung gemacht vor zwei Wochen in Belgien mit Clean Language. Wir werden da im Coach ein bisschen drüber sprechen dieses Jahr in unserer ersten Coach-Ausbildung, NLP-Coach-Ausbildung im Oktober. Und da haben wir sowas ähnliches, was wir im Practitioner auch machen, nämlich wenn jeder im Raum einfach nur mal an das Wort Hund denkt, da geht's schon los. Da hat jeder ein völlig anderes Bild von Hund im Kopf. Florian denkt an sehr große Hunde, wenn er an Hunde denkt. Die sind minimal, also mindestens über Knie hoch. Es gibt sozusagen keine kleinere Größe. Wahrscheinlich ist der noch größer in deinem Kopf, oder?
Florian: Da geht's los, ja.
Miriam: Und wenn ich an Hund denke, sehe ich immer was kleines, entweder zu meinen Füßen sitzen oder in einer Handtasche, die ich mit mir rumtrage und es guckt raus und ich graule es am Kopf.
Florian: Also ein Meerschweinchen?
Miriam: Nein, ein Hund. So und wenn du das Experiment in deiner Familie oder mit deinen Freunden oder Kollegen mal machst, wirklich vielleicht so als Team-Meetings-Opener oder so, das ist total lustig.
Florian: Das Beste, was jemand sagen kann, ist ein Pudel. Weil wenn jemand einfach nur Pudel sagt, dann hast du ja, du hast wahrscheinlich schon wieder ein Bild im Kopf oder hast ein Gefühl dafür oder hörst vielleicht ein Pudelbellen, hast irgendwie eine Repräsentation in dir drin von einem Pudel. Und die Frage ist, was für einen denn? Es gibt Zwergpudel, die in die Handtasche passen. Und es gibt Königspudel, die deutlich dann auf Hüfthöhe zusteuern. So, an welchen denken wir denn? Und da sind wir genau beim Meta-Modell der Sprache, wenn wir etwas genauer machen möchten. Wir sind ja genau zwischen zwei Practitioner-Blocken auch gerade. Also der My Practitioner hat vor etwa zwei Wochen angefangen und in ungefähr zwei Wochen ist der letzte Block. Das ist also das, wo wir dann den Practitioner abschließen und die Teilnehmer auch jetzt Zertifikat bekommen. Und wir haben auch das Milton-Modell der Sprache gemacht. Die Sprache, wo es eben darum geht, sehr vage an bestimmten Stellen auch zu sein, sehr Menschen auch in Watte einpacken zu können und gemeinsame Erfahrungen machen zu können. Da geht es dann um Hypnose und um Trance-Zustände und eine der Techniken dafür, die haben wir auch wieder gemacht an dem einen Tag, wo wir uns sehr darum gekümmert haben, wie funktioniert es eigentlich, wenn ich hypnotische Sprachmuster verwenden möchte im täglichen Gebrauch. Eine der Übungen ist eben das, was wir am Anfang des Podcasts gemacht haben. Sehr viele sehr positiv beladene Nominalisierungen hintereinander sagen. Und Menschen fangen an, im Kopf auf eine innere Reise zu gehen, weil was auch immer dieser Nebel in Tüten bedeutet.
Miriam: Freiheit. Hoffnung.
Florian: Glück. Liebe. Darauf können wir uns ja alle einigen.
Miriam: Das ist was Gutes. Ja, ich finde es ein riesen spannendes Thema. Ich habe so einen kleinen Highlighter im Kopf, der mir diese Worte immer sofort markiert, wenn die jemand sagt. Und klar, ich arbeite auch als Coach. Für mich hat es so etwas ganz Notwendiges, dass ich mich darauf auch trainiert habe. Und wenn du da noch mehr Lust drauf hast, wenn du sagst, das ist ein Thema, was ich sehr spannend finde oder was mir im Job vielleicht auch einfach helfen kann, dann haben wir im Juli was ganz Großartiges vor. Außer du willst dich sowieso im September zum Practitioner anmelden, starten wir nämlich unseren ersten Kompaktkurs mit Sprachzauberei und zwar online. Da gibt es demnächst Neuigkeiten zu und da kannst du nochmal intensiv und mit Florian und mir in 3D, HD, 4D, 5H, 7 Ultra kannst du uns dann sehen. Da gehe ich doch erstmal mein Glück finden.
Florian: Allerdings. Weil jetzt, wo du die Unterscheidungen kennst, kann es sein, dass dir diese Worte plötzlich überall auffallen. Deswegen braucht man das Meta-Modell der Sprache. Deswegen ist es spannend, diesen theoretischen Werkzeugkasten zu haben, um diese ganzen Unterscheidungen mal in der praktischen Sprache tatsächlich zu hören. Und dann Schritt 2 ist, damit was anzufangen und Schritt 3 ist, was Sinnvolles damit anzufangen und dann wirst du besser und besser. Und dann geht diese Reise los.
Miriam: Damit schließen wir auch das Thema Meta-Modell für diese Podcast-Reihe ab. Das heißt, ab nächste Woche gibt es dann ein neues Kapitel. Wir schlagen das Buch auf. Und vielleicht sehen wir uns demnächst bei einem unserer Seminare. Bis dahin! Tschüss! Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.