NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 142

Metamodell der Sprache Generalisierungen

Alle fragen sich immer, was Generalisierungen sind.

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In dieser Folge

Darum geht es

"Keiner hat mich lieb!" oder "Alle Teenager sind gleich." Puuuh, würde der eine oder andere Hörer sich denken: Das liest sich wie eine Diskriminierung. Und ein bisschen so funktioniert Diskriminierung tatsächlich. Erst mal wählen Menschen eine mehr oder minder große Mütze aus und stülpen sie dann ihrem gesamten Umfeld über den Kopf. Natürlich nur verbal. Bei einer echten Mütze würde sich der eine oder andere auch wehren. Bei ausgesprochenen Kappen kommt wenig oder sogar gar kein Widerspruch. „Wir fühlen uns hier alle wie eine große Familie.“ Hm. Ist Familie immer gut für jeden Kontext? Wir stellen in diesem Podcast einfach mal alles in Frage und wünschen allen Hörern jeden erdenklichen Spaß beim Üben.

In dieser Folge geht es um die Generalisierungen im Meta-Modell der Sprache: die Universalquantoren "alle", "immer", "keiner", "jeder", "nie" – und was passiert, wenn du sie mit einer präzisen Frage aufmachst. Miriam und Florian zeigen an Beispielen wie "Alle spielen Fortnite" oder "Alle Männer, für die ich mich interessiere, wollen nur Freunde sein", wie sich ein großes "alle" plötzlich in drei konkrete Namen verwandelt. Außerdem dabei: das NLP-Konzept Chunking (große und kleine Chunks), das unpersönliche "man" als Dissoziation und das Heinz-von-Förster-Zitat, dass der Hörer die Bedeutung einer Aussage bestimmt. Wenn du dich für NLP, Meta-Modell der Sprache, präzise Kommunikation und Glaubenssätze interessierst, findest du hier praktische Beispiele fürs Zuhören im Alltag.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Ein Fehlstart, der zum besten Start wird
  2. Wenn "alle" plötzlich viel kleiner wird
  3. Keiner hat mich lieb – vom Wauzi zum Universalquantor
  4. Chunking: große Brocken, kleine Brocken
  5. Wer ist eigentlich "man"? Dissoziation und die richtige Frage
  6. Erst bei anderen üben, dann bei dir selbst

"Alle Männer in Belgien essen jeden Tag zweimal Pommes." Solche Sätze fallen dir wahrscheinlich täglich um die Ohren – nur bemerkst du sie meistens nicht. Miriam und Florian nehmen diesmal die Generalisierungen aus dem Meta-Modell der Sprache unter die Lupe: das kleine "alle", "immer", "keiner", "jeder", das ganze Weltbilder größer macht, als sie sind. Von den Wauzis aus dem 80er-Werbespot bis zu der Teilnehmerin, deren Männer angeblich "alle nur Freunde sein wollen" – und der Frage, was da eigentlich passiert, wenn du einfach mal nachfragst, wie viele "alle" wirklich sind.

Ein Fehlstart, der zum besten Start wird

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.

Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.

Miriam: Alle Männer in Belgien essen jeden Tag zweimal Pommes.

Florian: Nie hast du recht mit solchen Voraussagen.

Miriam: Immer wenn ich mir sowas überlege, habe ich ein gutes Gefühl dabei.

Florian: Keine Miriam hat Ahnung von Männern in Belgien, scheint mir.

Miriam: Überall in Belgien haben die Menschen nur auf mich gewartet. Europäer sind sich nicht sicher, ob das so ist. Ja, die NLPler unter unseren Zuhörern haben schon geraten. Wir fangen nochmal an, was?

Florian: Ja, warum nicht?

Miriam: Ja, wieso sollen wir nochmal anfangen?

Florian: Immer ist beim zweiten Mal besser.

Miriam: Oh wow! Und noch nie haben wir es geschafft, so einen genialen Start für einen Podcast herzubekommen.

Florian: Das war sehr schlau von uns. Es geht wieder ums Meta-Modell der Sprache.

Miriam: Es geht darum, Sprache präzise wahrzunehmen. Das ist so cool. Das ist so wichtig. Sobald du anfängst, genauer zuzuhören, was Menschen dir sagen, hast du viel mehr Möglichkeiten, flexibel zu reagieren.

Florian: Also wir sind mitten im Modell von NLP, in der Welt vom neurolinguistischen Programmieren und setzen diese Brille wieder auf oder für Miriam, wir haben den NLP-Kopfhörer wieder auf, mit dem wir genauer hinhören können oder vielleicht spürst du ja genauer, was da draußen die Menschen um dich herum so sagen.

Miriam: Ich höre alles. Was?

Florian: Ja. Und das Meta-Modell, da geht es eben darum, dass das Blabla, was da außen stattfindet, die ganzen Worte, die den ganzen Tag gesprochen werden, dass die ja nur eine kleine Repräsentation von dem sind, was dann im Inneren eines Menschen vor sich geht, auf der inneren Landkarte oder in der inneren Repräsentation von wie funktioniert die Welt. Wie funktioniert das eigentlich alles?

Miriam: Das ganze Universum, meinst du?

Florian: Ja, dann wären wir, wie funktioniert das alles? Dann sind wir eher bei den Löschungen, ne? Dann sind es unspezifisches Verb, was heißt funktionieren und Löschung, was ist eigentlich das? Und heute sind wir eben bei den Generalisierungen. Wir verallgemeinern.

Miriam: Menschen verallgemeinern, gerne.

Florian: Das stimmt. Das ist auch voll praktisch. Also diese ganzen Prozesse, die unter dem Meta-Modell der Sprache liegen, also die Verallgemeinerung, die Verzerrungen, wo wir zum Beispiel so tun, im letzten Podcast kannst du dir das nochmal anhören, dass das eine wie das andere ist oder dass wir manchmal sagen, ich möchte mehr Sicherheit im Leben haben. Dabei ist Sicherheit ja was, was du in deinem Leben erzeugst. Oder die Löschung, das sind eben auch Sachen, dass wir nicht 30 Stunden brauchen, um die kleinste Information zu erzählen.

Miriam: Da wird er verallgemeinert dann. Wenn ich jetzt, ja Florian früher, wenn ich Florian gefragt habe, und wie war deine Reise? Gut, ist das auch eine Verallgemeinerung?

Florian: Da ist auf jeden Fall eine Löschung drin.

Miriam: Ja, genau.

Florian: Alles, alles ist da gelöscht.

Miriam: Wenn wir über die Generalisierung sprechen, also dieses Verallgemeinern auf gut Deutsch, dann haben wir heute sogar eine sehr spezifische auf dem Plan.

Florian: Und zwar ist das die… die Universalquantoren.

Miriam: Magie.

Florian: Heißt das in… Alle wollen Mauern.

Wenn "alle" plötzlich viel kleiner wird

Miriam: In Schlauspröcken. Ja, ist so. Wir haben es oft mit Werbung. Werbung textet unglaublich präzise im Meta-Modell. Werbeslogans kannst du immer greifen, wenn du Meta-Modell der Sprache üben möchtest.

Florian: Wir können fast jeden beliebigen Satz rausgreifen. Im Moment sind wir mitten zwischen zwei NLP-Practitioner-Blöcken und am Sonntagmorgen, am letzten Tag des ersten Blocks, hatten wir das Meta-Modell der Sprache auch. Und am Nachmittag haben wir auch den Schwur geleistet, alle zusammen. Dass wir den anderen Menschen nicht auf den Senkel gehen damit.

Miriam: Also im Rahmen der Möglichkeiten. Also sobald du verstanden hast, worum es da genau geht, würdest du präzise nachfragen an der einen oder anderen Stelle, wenn du mehr Informationen haben wollen würdest. Schatz, der Müll ist voll.

Florian: Das ist ja eine interessante Information. Welchen Müll meinst du genau? Und was bedeutet voll? Und wieso eigentlich ist? Da ist das Drama vorprogrammiert.

Miriam: Und an anderen Stellen ist es cool nachzufragen.

Florian: Ja, das ist voll praktisch.

Miriam: Alle in der Klasse dürfen das Computerspiel spielen.

Florian: Ja, den haben wir auch gehabt, den Satz.

Miriam: Alle spielen Fortnite im Moment.

Florian: Wer denn jetzt genau?

Miriam: Naja, der Timo und der Sven und der Michael.

Florian: Da sind 30 Kinder in der Klasse und drei dürfen Fortnite spielen?

Miriam: Naja, alle halt.

Florian: So relativiert sich alle.

Miriam: Plötzlich ist alle viel kleiner als gedacht.

Florian: Sehr gut, an solchen Stellen mal nachzufragen.

Miriam: Ja, gut, ein Versuch war es wert.

Florian: Und es ist ein Klassiker. Und es fühlt sich manchmal ja auch so an. Also es ist ja nicht so, dass Menschen es bewusst machen, um irgendwie Dinge größer zu machen. Im Practitioner hatten wir jetzt auch das Beispiel. Miriam war nicht dabei, deswegen kann ich das tatsächlich nochmal erzählen. Sag, wo ich war.

Miriam: Sag, wo ich war. Sag, wo ich war.

Florian: Du warst bei Secrets of Hypnosis und hast als Assistenztrainerin gearbeitet.

Miriam: Unter?

Florian: Richard Bandler und Paul McKenna.

Miriam: Dankeschön. Wir haben Streichhölzchen gezogen und ich habe verloren.

Florian: Oder gewonnen.

Miriam: Dort genau. Als ich das bei den Trainern in London erzählt habe, haben die gesagt, oh und Florian hat gewonnen.

Florian: Das hatte beides Vorteile. Deswegen weiß Miriam zum Teil auch nicht, welche Beispiele wir im Meta-Modell der Sprache hatten am Sonntag. Und eins der Beispiele war, dass eine Teilnehmerin erzählt hat, dass sie von ihrer Freundin immer hört, alle Männer, für die sie sich interessiert, wollen dann nur Freunde sein. Mhm. Und da sind ja dann ganz sehr, sehr lustige Glaubenssätze im Raum. Das ist ja ein Konstrukt von, ja.

Keiner hat mich lieb – vom Wauzi zum Universalquantor

Miriam: Purzelt oft aus dem Meta-Modell der Sprache raus. Weil es eben keine Universität der Welt gibt, die jemals nachgemessen hat, dass etwas oder das... Es gab in den 80ern einen Werbespot in Deutschland, auf den ich vollständig abgefahren bin. Da war ich in der Grundschule und der war... Wir sind die Wauzis, haben keine Mami, haben keinen Papi, keiner hat uns lieb, keiner hat uns lieb. Und damit haben die Stoffhunde verkauft und die wurden im Spielzeugladen nicht verkauft, sondern die Eltern und die Kinder haben eine Adoptionsurkunde unterschrieben für ein Stofftier.

Miriam: Echt jetzt? Jawohl. Und jeder Wauzi war anders, jeder Wauzi war individuell gestylt und ja, das hatte also dann eine sehr, sehr große Anziehung auf mich, als ich diesen Werbespot zum ersten Mal gehört habe. Vor allen Dingen dieses, keiner hat mich lieb. Ja, das ist ja auch was, was viele Menschen dann nachvollziehen können oder wo gerade bei kleineren Kindern dann die Eltern intervenieren mit, natürlich haben wir dich lieb, was können wir denn tun, damit wir es dir beweisen können? Eiscreme, Eiscreme. Da fühlst du dich doch gleich noch viel geliebter. So, das ist ja die Wahrheit. Mit diesem keiner, alle, immer, überall, jeder.

Florian: Die Probleme werden dann halt gleich viel größer, gell? Was ich auch dachte bei diesem wunderbaren Satz, alle Männer, für die ich mich interessiere, die wollen dann nur Freunde sein. Wenn das so eine Frau sagt, das ist ja echt eine Herausforderung dann. Was bedeutet das dann in dem Weltmodell von dieser Person? Sozusagen, solange sie sich nicht interessiert, ist alles gut und umso spannender jemand wird. Umso freundschaftlicher werden die Erwartungen auf das, was jetzt gleich passiert. Das heißt, das ist so eine ganz komische Dynamik.

Miriam: Ja, und da sind viele drin versteckt, was genau bedeutet freundschaftlich. Also hatte die noch nie eine sexuelle Beziehung, weil das immer sofort dann zu einer Freundschaft wurde, sobald sie angefangen hat zu flirten?

Florian: Oder halt immer nur mit Leuten, für die sie sich dann nicht interessiert hat. Oder genau gab es dann... Und dann steckt so eine Gefahr drin, Interesse an Männern zu entwickeln, weil die dann plötzlich irgendwie nur noch Bestfriend.

Miriam: So, da kommt keine Hoffnung, ne?

Florian: Ja, und nur... Was ist die Frage im Meta-Modell der Sprache? Wirklich immer.

Miriam: Gab es noch nie einen Mann, mit dem du dann auch mal ein bisschen eine Art von Beziehung… Keiner hat die Wauzies lieb. Das klingt nach Bulli-Parade, wenn du das so sagst.

Florian: Immer übe ich das mit den Dialekten gerade.

Miriam: Du bist ja aus Franken.

Florian: Ja, das ist kein Franken. Das ist ja kein Fränkisch.

Miriam: Wie wäre es denn auf Fränkisch? Ich dachte schon, dass Franken auch ein Teil von Bayern ist.

Florian: Alle Franken sind Bayern. Ich dachte auch gerade, dünnes Eis.

Miriam: Meinst du, wir bekommen Zuschriften, wenn ich da mal so drüber generalisiere?

Florian: Ich bin gespannt.

Miriam: Ach komm, was ist denn das für Befindlichkeiten? Ich könnte ja auch sagen, alle Offenbacher gehören in Wahrheit zu Frankfurt.

Florian: Und die nächsten. Welche Gruppe in Deutschland möchtest du gleich noch? Also welche lokale, sensible? Brauchen wir noch jemanden?

Miriam: Ja, so wird Streit erzeugt, ne?

Florian: Ja. Indem geallt wird. Geallt. Und man alle über einen Kamm schält.

Miriam: Ihr seid doch alle gleich. Ihr Teenies. Ihr Männer. Oh, ich kenne viele Frauen, die behaupten, dass alle Männer gleich sind. Es gibt Comedians, die darauf rumexerzieren, dass alle Frauen und alle Männer irgendwie gleich sind und es deswegen auch überhaupt keine Chance gibt, da irgendwie einen Zugang zueinander zu finden. Wie wir beide, Florian und ich, das gemacht haben, keine Ahnung.

Florian: Das ist reines Glück gewesen.

Miriam: Das war reines Glück. Das war die Nadel im Heuhaufen.

Florian: Alle Nadeln im Heuhaufen haben wir gefunden.

Miriam: Und ich weiß, wir haben Hörer, die hören diesen Podcast immer zu zweit, als Paar. Was? Wir haben die das gemacht.

Florian: Zahlen die dann auch doppelt?

Miriam: Wie die zahlen doppelt? Der Podcast ist so oder so frei und kostenlos. Was? Ja, ist ein kostenloses Konzept. Wir machen damit Werbung für uns. Alle Hörer, die den Podcast hören, buchen irgendwann eins unserer Seminare. Da bin ich ja gespannt. Ich auch.

Chunking: große Brocken, kleine Brocken

Florian: Dann haben wir volle Seminarien in Zukunft. Apropos, im Sommer findet wieder unser NLP-Master statt in Arnsberg. Wunderschön. Wieder oben auf dem Berg, auf dem Zauberberg. Und ein paar Plätzchen sind noch frei. Er findet auf alle Fälle statt, weil wir schon eine mittelgroße Gruppe haben für unsere Verhältnisse, vor allem für die Raumverhältnisse, die da vor Ort herrschen. Und deswegen, ja, wir würden uns freuen, dich dort zu sehen. Oder wir freuen uns auf deine Stimme im Raum.

Miriam: Florians Art Werbung zu machen für die Raumverhältnisse dort oben. Wir haben da 13.000 Hektar Wald oder sowas. Da passen da Leute rein.

Florian: Und wir haben es ja absichtlich so gemacht, dass wir keine, der Seminarraum in Arnsberg, das sind alles kanadische Holzhütten. Lodges. Lodges. Die sind wunderschön. Das Holz mitatmet und es ist ein ganz tolles Klima. Wir haben das jetzt gerade wieder gemerkt. Wir experimentieren ja auch mit Räumen rund um Mönchengladbach herum.

Miriam: Habe ich doch neulich zu einem Stylisten aus Versehen gesagt. Er hatte diese, weißt du, wie diese, diese... So Schlüpfschuhe an für Männer, die sind ja jetzt auch gerade sehr angesagt. Und ich sage, das sind schöne Schlappen, die du anhast. Dann sagt er, Mules. Das sind Mules, keine Schlappen. Komm zu uns, da lernst du sprechen. Ja, so sieht's aus.

Florian: Das ist das Thema. Jedenfalls, so eine Holzhütte gibt halt nur, das klingt dann auch wieder komisch, ein Holzhaus.

Miriam: Ja.

Florian: Deswegen, wir arbeiten sehr gerne mit kleinen Gruppen, sehr intensiv.

Miriam: Alle Holzhäuser sind gemütlich. Ist mir aufgefallen.

Florian: Es riecht, ich finde es allein schon deswegen gemütlich, weil es so ein bisschen nach Sauna riecht. Nee, das stimmt. Oder Saunen riechen halt nach Holzhäusern.

Miriam: Ja, alle.

Florian: Alle, immer.

Miriam: Ja, zu jeder Zeit.

Florian: Ja, was machen wir jetzt denn mit dem Thema Sauna?

Miriam: Ja, wir haben ja schon ein paar Beispiele gesagt, wo das toll ist. Also dass zum Beispiel, keine Ahnung, alle Menschen, die gerne im Wald spazieren gehen oder andersrum. Immer wenn ich im Wald spazieren gehe, entspanne ich mich schön dabei. Das ist ja eine gute Generalisierung. Da nehme ich sozusagen was für mich raus und gebe meinem Gehirn einen guten Impuls nach Entspannung. Und bei solchen Sachen wie... Alle in meiner Klasse tragen jetzt so eine teure Handtasche. Da ist es ganz okay, dieses alle ins Visier zu nehmen und zwar ins Sprachliche. Wir können ja da drauf wie so ein kleines Visier setzen und können da mal zielen drauf und sagen, wie viele sind denn genau alle?

Florian: Ich glaube, es kommt ein zweites Element aus dem NLP noch hinein in dieses Thema, nämlich das Chunking. Also wie groß betrachten wir etwas oder wie klein betrachten wir etwas? Chunk heißt ja sowas wie so ein Stück oder ich denke dann immer an die Cookies aus Amerika mit den Chunks drin, Chunky Cookies oder Chunky Erdnussbutter, wo dann die großen Stücke drin sind. Und die spannende Frage ist, welche Teile in deinem Leben betrachtest du als sehr große Teile? Also es ist alle Männer, alle Frauen, die irgendwie doof sind oder toll sind oder was auch immer.

Miriam: Alle Dreijährigen, alle Teenager, alle Jugendlichen.

Florian: Da sind wir ja in sehr großen, da sind in den Keksen sind riesige Erdnussbrocken drin oder riesige Schokobrocken drin. Und an der einen oder anderen Stelle könnte es eben sinnvoll sein, auch sehr klein zu gehen und zu sagen, naja, also ich habe jetzt 57 Männer kennengelernt und die waren halt, die von den 57 Männern waren 30, für die ich mich näher interessiert habe und was auch immer. Oder Frauen.

Miriam: Das stimmt.

Florian: Um in dem Beispiel von vorhin zu bleiben.

Miriam: Und da wach zu sein.

Florian: Weil dann wird es plötzlich kleiner, dann ist es nicht so generalisiert aufs ganze Leben drauf.

Miriam: Um genau zu sein, gibst du einfach deinem Gehirn eine Chance, eine Lösung zu finden. Ja, du gibst ihm eine Chance, eine Lösung zu finden für zum Beispiel solch ein Dilemma vorausgesetzt, und das wäre ja auch eine Frage, die wir stellen dürften, ist diese Frau denn überhaupt, also möchte die überhaupt wirklich eine sexuelle Beziehung zu einem Partner haben oder eine intime oder eine Partnerschaft? Oder reicht vielleicht auch Freundschaft im Moment völlig aus und es ist ganz nett, mit Männern befreundet zu sein.

Florian: Klang nicht so.

Miriam: Klang nicht so. Dann Vollgas, ne? Und dann wäre es schön zu sagen, ja, es gab Ausnahmen und vielleicht orientiere ich mich eher nach denen.

Florian: Ja, genau, dieses Thema kleiner machen, also kleinere Chunks wählen, die Erdnussbutter wählen, wo die Erdnüsse wirklich klein gemahlen sind da drin, wo man sagt, ja, es gab halt mal irgendwie, ich habe diese Erfahrung jetzt viermal gemacht. Weil das entspricht ja dann tatsächlich auch der Realität irgendwo.

Miriam: Es öffnet auch einfach so diese Bereitschaft, sich positiv überraschen zu lassen vom Leben. Also das merke ich schon auch bei mir, wenn ich von diesen Generalisierungen runtergehe. Und du hast jetzt den Chunk-Begriff nochmal in diesen Podcast geschoben. Ich würde gerne auch den Man-Begriff nochmal reinnehmen. Ja, es ist sowas schön Spezielles, was wir im Deutschen haben, um Generalisierungen zu erzeugen. Das gehört ja auch dazu. Es ist zumindest bemerkenswert an der Stelle. Wir können das nochmal unter ein anderes Thema einsortieren.

Wer ist eigentlich "man"? Dissoziation und die richtige Frage

Florian: Ja, vielleicht für die wachen NLPler unter euch, die schon ein bisschen mehr Erfahrung mit den ganzen Themen haben, was natürlich auch stattfindet, ist eine Dissoziation im Man. Also da, wo vorher Menschen vielleicht was gefühlt haben oder selbst involviert waren in bestimmte Prozesse, in bestimmte Abläufe, sind sie plötzlich so ein bisschen raus. Was wir ganz häufig hören ist, ja, also, wenn der Müller ins Büro kommt, ach, das... Da kannst du dir nicht vorstellen, was passiert. Ah, das ist eine andere Form. Man hat da keine Chance. Und da geht es dann um die Dissoziation eher.

Miriam: Das stimmt und man macht es so nicht, ist eine Generalisierung. Wenn ich dann nämlich nachfrage bei den Leuten, wer genau ist denn man, kommt oft an, ja alle, alle. Also ich spreche da schon von allen Menschen. Oder da sollte man schon aufpassen bei. Wer ist man? Wer genau sollte aufpassen? Ja alle, alle sollten da aufpassen. Also da kommt dann sozusagen dieses alle rausgepurzelt oder dieses jeder. Und deswegen finde ich das Man an der Stelle spannend. Also wir werden da noch mal dran vorbeikommen im Laufe unserer Sprachmikroskopiererei und das Man kommt auch bei den Generalisierungen vor.

Florian: Und das Zweite, was du jetzt vielleicht schon gehört hast, wir könnten auch fragen, wer sagt das denn eigentlich?

Miriam: Stimmt.

Florian: Wer hat das denn? Und dann sind wir in einem anderen Thema vom Meta-Modell der Sprache auch. Und das ist ja das Schöne auch daran, dass die meisten Sätze, die wir da draußen sagen, tatsächlich in verschiedene Richtungen wir genauer herausfinden könnten, wie genau meint es denn jemand jetzt? Was ist der Effekt, den wir erzielen wollen?

Miriam: Welchen Effekt vor allen Dingen bekommt unsere Sprache plötzlich, wenn wir an sehr vielen Stellen und vor allen Dingen bewusst genau sind und oder auch bewusst generalisieren? Und die Erfahrung, die ich gemacht habe für mich und ich habe meine Sprache dahingehend, ich habe da Experimente mitgemacht, als ich vor vielen Jahren meinen Practitioner gemacht habe, habe ich entschieden, ich probiere das jetzt aus. Und werde da mal sehr genau. Das heißt, ich habe nicht mehr von alle Männer gesprochen oder alle Teenager, sondern ich habe konkret einen Fall angesprochen oder ich habe konkret Zahlen genannt oder bestimmte Personengruppen benannt. Ja, alle Menschen, die als Moderator im Fernsehen arbeiten, könnten irgendwann über diese Herausforderung stolpern oder sehen das als ein persönliches Thema, dann bin ich schon spezifischer als einfach zu sagen alle. Weil nicht alle Menschen kennen das Rotlicht-Thema. Also Rotlicht-Niveau, nee, Milieu heißt es. Das kennen viele. Das Kamerarotlicht, wenn die Sendung beginnt auf live.

Florian: Ich wette, dass die meisten Leute woanders waren, gerade bei Rotlicht-Milieu.

Miriam: Genau. Es heißt auch nicht Rotlicht-Milieu beim Fernsehen, sondern das Rotlicht.

Florian: Also wenn aufgezeichnet wird.

Miriam: Exakt. Deswegen, es gibt fachspezifische Dinge und die darf ich dann auch fachspezifisch lassen und die eben nicht über alle Menschen drüber kämmen. Und vielleicht gibt es an der einen oder anderen Stelle sehr positive Aussagen, die ich sehr gerne verallgemeinern wollen würde, zum Beispiel in der Eröffnung von einer Ansprache von einer Gruppe.

Florian: Wo man dann eben den großen Chunk wählt und sagt, ja.

Miriam: Ja. Und da überschneiden sich ja dann auch Meta-Modelle so ein bisschen oder diese Meta-Modell-Formeln. Wenn wir zum Beispiel sagen, wir wollen ja alle erfolgreich sein, dann sind da alle drin und meinen wir wirklich alle, alle, alle, alle, alle, alle Menschen auf diesem Planeten. Und erfolgreich, das hatten wir ja auch schon mal, ist eben so ein Wort, wo jeder so sein eigenes… Was auch immer das bedeutet.

Florian: Genau, was auch immer das bedeutet.

Miriam: Das ist immer die spannende Frage. Und da präzise zu sein und dir genau zu überlegen, wen genau oder was genau meinst du, wenn du es sagst? Machst du dir damit Türen auf oder machst du dir damit Türen zu in deiner Sprache? Gibst du deinem Gehirn einen Impuls nach, da möchte ich hin? Das ist ja das, was wir gerne hätten. Und bei anderen wach zu sein, wie zum Beispiel auch bei unseren Kindern, die gerne Verallgemeinerungen nutzen, um sich als armes Wauzi darzustellen.

Florian: Und auch ganz unbewusst.

Miriam: Natürlich ist das keine Absicht. Menschen behaupten ja immer, sie würden ihre Sprache absichtlich benutzen.

Erst bei anderen üben, dann bei dir selbst

Florian: Diese Erfahrung haben wir jetzt auch wieder gemacht beim Practitioner. Wenn wir mal wirklich anfangen zuzuhören und wenn du unterwegs einfach mal an einer Stelle des Tages vielleicht mal wach bist für ein Gespräch, das da geführt wird, wie viele Annahmen wir treffen, wie viel wir gemeinsam so tun, als würden wir uns verstehen. Und dann in diesem schönen Heinz von Förster Zitat, der Hörer, nicht der Sprecher, bestimmt die Bedeutung einer Aussage. Da sind wir ganz schön weit voneinander weg manchmal und es funktioniert trotzdem an vielen Stellen, weil wir uns ja verstehen wollen, weil wir so sehr davon ausgehen, dass wir auch miteinander kommunizieren möchten und was Gemeinsames haben wollen und das ist ja auch das Schöne daran. Und manchmal ist es richtig gut nachzufragen und dann eben auch die passenden Fragen zu haben und diese Abstraktionen aus dem Meta-Modell auch zu haben. Weil ich habe mir am Wochenende auch überlegt, da gibt es so viele Unterkategorien und es könnte für den einen oder die andere von euch da draußen vielleicht so sein, so, oh Gott. Das ist ja wie nochmal Grammatik lernen oder ist es so, das wird mir dann zu theoretisch. Und wir finden für alles sehr praktische Beispiele und das ist sehr, je nachdem was gerade so jemand, in einem einzigen Gespräch gibt es immer 1, 2, 3, 4, 5, 7, 100 Optionen im Meta-Modell nochmal genauer nachzufragen, um wirklich dafür zu sorgen, dass wir uns verstehen oder dass ich jemand anders eben verstehe, wenn mir das wichtig ist.

Miriam: Ja. Ist es schon. Wer sich für Sprache interessiert und oder sagt, meine Kommunikation ist sehr stark mit dafür verantwortlich, wie erfolgreich ich bin oder welche Impulse ich setze oder wenn du Führungskraft bist, wenn du Menschen anleitest, wenn du Menschen etwas beibringst, dann glaube ich, ist Sprache, dann hat die ganz schnell diesen Zauber, wie du etwas formulierst, so dieser Satz, das richtige Wort zur richtigen Zeit.

Florian: Immer mehr Firmen, in denen ich bin, gibt es gar keine. Da gibt es nicht mal mehr Körpersprache, weil die sich zum Teil nur noch in Telefonkonferenzen sehen oder gar nicht mehr und dann oft das Video gar nicht angemacht wird, weil schlechte Verbindungen oder weil meine Idee ist ja immer, dass die zu Hause im Schlafanzug, also mit so Bärchenschlafanzügen da sitzen.

Miriam: Das ist das, was ich mir immer vorstelle.

Florian: Wer die? Die Teilnehmer, die nur per Telefon drin sind.

Miriam: Und sagen, ich habe keine gute Verbindung.

Florian: Und dann ist die Stimme tatsächlich und eben das gesprochene Wort oder die Worte, die Menschen sprechen, das ist dann das, was da bleibt und was wir benutzen, um einander zu verstehen.

Miriam: Wir bleiben dran mit dir.

Florian: Alle Episoden... sind dafür da, dass du was lernst. Das ist immer unsere Hoffnung, unsere Zuversicht.

Miriam: Da sind wir zuversichtlich, dass es funktioniert. Und dass du in der kommenden Woche einfach mal genau lauscht und zuhörst, wenn Menschen dir was sagen und in diese Verallgemeinerungen gehen. Und der erste Schritt wäre, aus meiner Sicht, es zu bemerken bei dir und bei anderen. Wenn dir das gelingt, schon gut.

Florian: Ich finde auch, der erste Schritt ist bei anderen erstmal... Erstmal bei anderen. Erstmal bei anderen. Ist ja oft einfacher, ne? Also erstmal so, äh, da hat jemand alle gesagt oder nie. Wirklich nie.

Miriam: Oder jeder immer.

Florian: Jeder immer. Und das ist vielleicht der einfache Schritt, um dann...

Miriam: Passt das für mich oder nicht?

Florian: Genau. Bei dir selber in Woche zwei vielleicht anzukommen und dann wirst du wach für das, was du den ganzen Tag sagst. Und dann, wenn du was ändern möchtest, cool. Wenn das nützlich ist, was du tust, ist es auch super. Weil darum geht es ja immer.

Miriam: Genau. Ja, dann mit der Folge.

Florian: Wir machen mal eine Pause im Meta-Modell der Sprache, würde ich sagen. Wir haben schon so viel jetzt über Meta-Modell gesprochen.

Miriam: Ja, gibt es noch ganz viel. Ich war noch lange nicht am Ende.

Florian: Ja, wir mischen mal was rein. Vielleicht machen wir mal hier, vielleicht erklären wir mal den Grund, warum wir was reinmischen müssen, für mich. Müssen. Für alle da draußen.

Miriam: Für alle. Mischen wir da nächste Woche mal was rein. Für alle, die wie ich sind. Sehr cool. Machen wir. Dann bis nächste Woche. Ihr alle.

Florian: Da draußen. Die ihr immer zuhört.

Miriam: Zu jeder Zeit und immer nur diesen Podcast.

Florian: Du sollst keine Podcasts nehmen. Doch, es ist genug Zeit.

Miriam: Es ist genug Zeit eine Woche, um höchstens zwei, drei andere zu hören.

Florian: Bis dann. Bis dann. Tschüss. Tschüss.

Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

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