Kennst du das? Wenn du mal richtig traurig bist, fragt keiner nach. Aber wehe, du lachst grundlos zu lange – dann guckt man dich schief an. Genau an diesem schrägen Ungleichgewicht arbeiten Miriam und Florian sich hier ab. Miriam nimmt sich vor, den ganzen Podcast über melancholisch zu bleiben – und scheitert herrlich daran.
Miriam: Willkommen bei kontext*denken.
Miriam: Zwei Gehirne, ein Podcast.
Miriam: Mit den Themen, die das Leben so schreibt.
Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Lass mich doch mal traurig sein
Miriam: Ich bin gerade in einer melancholischen Stimmung.
Florian: Das muss ja auch mal sein, oder? Jetzt echt? Ja, ist doch schön, wenn du mal deine Gefühle auslebst. Miri, du bist immer so druff, weißt du? On Air, in unseren Podcasts, in den Videos, du bist immer so gut gelaunt. Ist doch auch mal voll okay, jetzt hier melancholisch zu sein. Wenn du traurig sein möchtest, wenn es irgendwas gibt, worüber du traurig sein möchtest, jetzt können wir auch traurig sein einfach. Dann machen wir einen Trauer-Podcast heute. Hallo, liebe Hörer.
Miriam: Das klingt doch schon wieder so, als würdest du dich in Wahrheit über mich lustig machen.
Florian: Das ist auch nicht schön. Das stimmt doch gar nicht.
Miriam: Hallo ihr alle.
Florian: Ich gucke mir nur dein Gesicht derweil an und umso mehr ich darüber geredet habe, umso mehr war Miris Gesicht so in so einem Ey, stopp mal, warte mal, ey, wow, ey, stopp.
Miriam: Ich glaube, dass da viele Hörer da draußen sind, die total mit mir mitfühlen jetzt.
Florian: Ja, deswegen vielleicht ist ja jetzt einfach mal die Zeit.
Miriam: Ja. Dann machen wir mal einen traurigen Podcast. So. Das haben wir auch noch nie gehabt.
Florian: Das stimmt.
Miriam: Das ist das Thema heute.
Florian: Das dachte ich mir schon.
Miriam: Ich habe mit einer zauberhaften Kollegin gesprochen, die mir genau das gesagt hat, was du eben gesagt hast. Sie sagte, du bist immer so gut gelaunt und das hat auch was mit dem NLP zu tun, was ihr da macht. Ich habe schon mal einen NLP-Kurs gemacht, so einen Wochenendkurs. Das war mir auch viel zu positiv.
Florian: Hat die echt wortwörtlich gesagt?
Miriam: Ich finde die super, die ist so lustig. Und dann dachte ich so bei mir, ja, es ist doch gut, so ein ganzes Wochenende in Lustig.
Florian: Mal durchzulachen oder so, ja.
Miriam: Ja, also hätte ich jetzt grundsätzlich mal nichts dagegen.
Florian: Wenn mehr Menschen da draußen einfach lachen könnten ohne Grund, fände ich es auch gut, ja.
Miriam: Ja, es kommt so selten vor. Ich liebe Lachflash.
Florian: Und gleichzeitig?
Miriam: Ja, hat sie dann auch gesagt, als ich meinte, naja, mir geht es grundsätzlich besser, wenn ich gut drauf bin. Also dann habe ich mehr, ich habe das Gefühl, dass wenn ich gut gelaunt bin und positiv und lache und Scherze machen kann und so, dann bin ich kreativer, dann bin ich lösungsfokussierter, dann habe ich tolle Ideen, dann bin ich im Schaffensdrang und sagt sie, ja, und das ist einfach ungesund. Hat sie wirklich gesagt, sie hat gesagt, es ist ungesund, das immer haben zu wollen.
Florian: Echt jetzt?
Miriam: Ja, hat sie behauptet. Sie hat gesagt, es ist ganz wichtig, sie hat eine andere Ausbildung als wir und sie hat gesagt, es ist ganz wichtig, dass Menschen ihre Trauer und ihren Ärger und ihren Frust auch richtig ausleben, wenn der da ist und es nicht abtun durch so Scherze, wie du sie eben gemacht hast. Ich habe überhaupt keine Scherzen. Und ich wollte das mal ausprobieren und vielleicht lässt du mich jetzt einfach mal.
Florian: Ja, dann trauer doch da auf deiner Seite das Mikro.
Miriam: Mach ich ja jetzt auch. Mach ich. Ja gut. Ich bin voll drin.
Florian: Sag's deinem Gesicht.
Miriam: Ist gleich soweit, warte. Gleich die Mundwinkel nach unten. Ich kann das. Ich konnte das früher besser.
Die Sache mit der Authentizität
Florian: Ich glaube, wenn ich diese Frage bekommen habe oder wenn mir Kollegen diese Frage stellen oder dieses Thema aufkommt, geht es um die Authentizität? Nämlich darum, dass wenn jemand jetzt gerade mal traurig ist, muss der dann in positiv oder muss der dann unbedingt sich wieder glücklich machen? Selbst wenn er es könnte, dann ist doch das authentische, das wahre Gefühl, ist doch die Trauer. Miri kann fast nicht mehr voll lachen mir gegenüber. Das ist total lustig.
Miriam: Ich wollte echt mal jetzt in Traurigen, nur wenn du das so sagst.
Florian: Da kannst du gar nicht ernst behalten, oder?
Miriam: Nein, weil du gesagt hast, selbst wenn er es könnte, da geht die Scheunentore auf. Ist gut. Also wir nehmen den mal so an.
Florian: Ja, genau. Also jetzt theoretisch, ne? Herbert Humpeldinger.
Miriam: Nee, nimm nicht Herbert. Herbert ist ein Schatz. Ach so.
Florian: Herbert Humpeldinger. Okay. Dem geht es gerade nicht so gut, weil, weiß ich nicht, der Wellensittich ist von der Stange gefallen. Ja. Tatsächlich war er lange dabei.
Miriam: Und jetzt doch mal Trauer angesagt.
Florian: Und jetzt kann Herbert, vielleicht kennt er sogar ein paar Tricks, wo er sich selber in bessere Stimmung bringen kann. Keine Ahnung. Er hört ACDC.
Miriam: Ja, ich wollte auch ACDC.
Florian: Und das macht ihn fröhlich. Oder er kann an seinem Motorrad rumschrauben. Oder was weiß ich, was Herbert fröhlich macht. Nur er hätte da ein paar Tricks nur. Im Moment ist doch das Trauergefühl in ihm drin. Ist es da wirklich gut, das dann wegzudingseln?
Miriam: Ja, es gibt ja wirklich in der Psychologie so Annahmen, wie lange Trauer zum Beispiel dauern sollte. Ja. Im Durchschnitt. Und bei dem Verlust eines liebevollen Menschen oder eines Lebewesens oder wie auch immer, ein halbes Jahr, habe ich gehört.
Florian: Ja, ich kenne nur diese Kübler-Ross-Trauerphasen. Ich habe da noch keine Zeitlänge zugehört, wo so verschiedene Stadien durchgegangen werden, der Akzeptanz und ja.
Miriam: Und ich finde, ja, das ist in Ordnung, wenn ich traurig bin und mich traurig fühle, dass ich das dann auch performe. Und für mich, Miri, fühlt sich das nicht so gut an, wie lustig, ausgelassen, fröhlich, entspannt, witzig drauf zu sein. Es fühlt sich schlecht an. Ich bin dann... Ich kann dem nichts abgewinnen sozusagen. Ich kenne tatsächlich ein, zwei Menschen, die, wenn sie besonders traurig sind, besonders tolle Liebeslieder schreiben.
Florian: Oder traurige Gedichte.
Miriam: Ja. Und daraus so eine Art kreative Energie entsteht. Ich kenne nicht viele.
Florian: Es gibt bestimmt tausende Millionen von Liebesliedern, oder von schmerzhaften Liebesliedern, die genau aus solchen Beziehungsdramen entstanden sind, oder?
Miriam: Ja, und diese Lieder, die machen dann mit mir auch genau das, wo dieser Mensch drin war, als er das geschrieben hat. Also wenn ich das höre, dann steht mir das Wasser in den Augen. Also da bin ich ganz sensibel.
Florian: Und irgendwie gibt es uns Menschen was, oder? Also es gibt so viele traurige Geschichten oder auch Horrorgeschichten wäre ja dann auch sowas. Bücher, die Menschen lesen, um irgendwelche Emotionen nachzuvollziehen.
Miriam: Nur warum gehen dann Menschen, die gerade traurig sind oder in Trauer sind, oft auch in psychologische Hilfen und so weiter, damit sie da wieder rauskommen?
Florian: Also, ja, okay.
Miriam: Also wenn das so toll wäre, würden ja, wenn Menschen Trauer haben, die würden ja dann sagen, super, jetzt habe ich Trauer, jetzt bleibe ich da mal acht Jahre drin, weil das ist so ein tolles kreatives Gefühl. Dann kann ich ganz viele traurige Liebeslieder schreiben und die Wände schwarz anmalen und finde das einfach super. Nur so finde ich eben, fühlt es sich nicht an, verstehst du?
Florian: Nee, es fühlt sich auf Dauer für mich auch nicht gut an.
Miriam: Wenn ich in einer guten Laune bin, wenn ich gerade total mit dir lache oder mit den Kindern oder wir albern irgendwo rum oder wir haben wirklich Spaß, wir haben Spaß an irgendwas, wir sehen eine tolle Theateraufführung oder wir machen uns zu Hause einen super Nachmittag mit Spielen, dann habe ich oft den Gedanken, ich wünschte, es würde nie vorbeigehen. Ich wünschte, es würde jetzt einfach so bleiben. Und da hat die Kollegin zu mir gesagt... Die hat gesagt, ja, nur dann, wenn das immer so wäre, dann würde ich nicht mehr schätzen können, dass es so toll ist.
Florian: Wir brauchen den Kontrast für die...
Miriam: Das ist hochphilosophisch, ne? Das stimmt. Das ist dann diese Dualitätsgeschichte. Diese Welt ist eingeteilt in Tag und Nacht, schwarz und weiß.
Florian: Licht und Schatten.
Miriam: Ja, genau.
Ärger genießen und wieder aufhören
Florian: Ja, stimmt. Und für mich, wenn ich, keine Ahnung, wenn ich mich über irgendwas ärgere, weil wir in der, was war letztens zum Beispiel, wir haben eine große Präsentation geplant und kurz vorher ist was schief gegangen. Also kurz vorher gab es Probleme mit der Technik und das wäre verhinderbar gewesen für mich. Und dann habe ich mich geärgert auch. Und dann ärgere ich mich gerne auch mal 10 Minuten, bevor es dann wieder gut ist. Nur diese 10 Minuten genieße ich dann auch mich zu ärgern und dann höre ich damit auf. Es bringt sowieso nichts. Also dann möchte ich ja wieder in einem anderen Zustand. Du genießt echt? Ja, dann setze ich mich da halt mal hin. Dann bin ich halt mal ärgerlich.
Miriam: Ich sag das jetzt einfach mal, ich ärgere mich auch gelegentlich mal.
Florian: Ja, richtig. Und zwar richtig. Ohne Schuldgefühle, ohne halbe Sachen, ohne irgendwie irgendwas.
Miriam: Nee, ich bin funken sauer. Genau, dann richtig ärgerlich. Ja, nur, verstehst du, jetzt zum Beispiel auch, du bringst mich gerade hier voll auf die, ich springe mich gerade hier auf die Palme und du bist ein Teil davon. Ich trage Miri öfter auf Palmen und wieder runter. Und ich finde das nicht gut.
Florian: Ich genieße das nicht.
Miriam: Ich bin dann fast schon noch saurer, dass ich mich ärgere.
Florian: Achso, ne, den habe ich nicht.
Miriam: Ich schon. Ich finde das doof.
Florian: Dann bin ich halt mal ärgerlich. Okay, dann ist doch auch wieder gut. Und dann nur nach ein paar Minuten... Vielleicht habt ihr von Miri schon die Geschichte gehört, wie sie das mit ihrem Egon macht, der dann auf die Bühne kommt.
Miriam: Beim Lampenfieber.
Florian: Beim Lampenfieber, genau. Das Lampenfieber, das für zwei Minuten mit auf die Bühne darf, weil es ja auch Energie stiftet. Und genauso finde ich auch Ärger oder klar, wenn mein Wellensittich von der Stange fallen würde, ich wäre da auch traurig. Ich fände das auch schade. Das ist doch... war ja lange Teil meines Lebens vielleicht. Und dann ist es ja auch okay, mal eine Weile zu trauern, nur dein Beispiel, zwei Jahre lang, das bringt auch dem Wellensittich nichts mehr.
Miriam: Das ist die Vernunft. Das würde ja jeder vernünftige Mensch an der Stelle dem anderen sagen, wenn der zwei Jahre vor sich hingetrauert hat. Dann würde jeder andere, jeder Freund, jede Mutter wahrscheinlich sagen, hör mal, der Wellensittich ist jetzt...
Florian: Wir haben hier unten, wir Jungs haben hier unten im Vorgarten auch schon einen Grashüpfer begraben. Mit kleinem Holzkreuz. Der versehentlich im Treppenhaus gestorben ist.
Miriam: Wer von euch ist draufgetreten?
Florian: Nein, es war wirklich keine Absicht. Es ist passiert. Es ist passiert, ja. Dann war das so schlechtes Gewissen, dass ihr den beerdigt habt. Nein, das war dann der Abschied.
Miriam: Okay. Ja, und meine Idee ist eine andere für diesen Podcast. Es geht auch nicht um Trauerhilfe, da gibt es Spezialisten für.
Florian: Ja, genau.
Warum fordert keiner sein Recht auf Lachen ein?
Miriam: Es geht mir mehr darum, das Einfordern von schlechten Gefühlen. Dieses, wenn ich mal traurig bin, dann will ich gefälligst traurig sein und dann will ich nicht, dass einer kommt und mir sagt, jetzt sei doch mal wieder fröhlich. Weil, wenn ich die Trauer nicht rauslasse oder wenn ich die nicht erlebe und erlebe, dann stimmt was mit mir nicht oder dann mache ich mit meiner Psyche irgendwas seltsames. Und mich wundert nur, dass es so, wie es mir noch nie passiert, dass irgendjemand zu mir kam und gesagt hat, Miri, wenn ich total albern und fröhlich drauf bin, dann will ich das mal ausleben. Dann will ich nicht, dass irgendeiner auf mich zeigt oder den irren Arzt anruft, wenn ich mich im Supermarkt vor Lachen auf den Boden lege, mit den Füßen wackele und nicht mehr kann, nicht mehr aufhören kann zu lachen, will ich nicht, dass Leute mich schräg angucken. Ich will das einfach mal haben. Das habe ich noch nie erlebt, Florian.
Florian: Lachflash beim Müsli aussuchen.
Miriam: Ja, warum fordern Leute ein, ihre schlechten Gefühle haben wollen zu wollen dürfen?
Florian: Und schlechter ist schon eine Wertung drin.
Miriam: Also Gefühle, die... Ihre traurigen, ihre frustrierten, ihre ärgerlichen. Ich finde das schon, dass das die Gefühle sind, die sich eher dunkel anfühlen. Und da wird eingefordert. Mit Vehemenz.
Florian: Vor allem, wenn jemand mal lustig ist.
Miriam: Wenn einer nicht traurig ist? Absehbar? Stimmt mit dem was doch nicht. Dann ist es nicht authentisch.
Florian: Und wenn einer nicht lustig ist, stimmt mit dem auch was nicht.
Miriam: Ja, nur das wird nicht so interpretiert. Wenn einer ein Jahr lang mit hängendem Backen durch die Gegend läuft, jetzt nicht pathologisch, sondern wenn einer mit, weil alle möglichen Dinge, da fragt doch keiner, ist mit dir noch alles gut? Wenn einer ein Jahr lang immer nur fröhlich ist, gehen die Leute hin und sagen, ist mit dir irgendwas nicht in Ordnung?
Florian: Ist das nur eine Fassade? Und geht es dir dahinter gar nicht gut?
Miriam: So, und das ist doch schräg.
Florian: Ja, das stimmt.
Miriam: Das ist doch echt schräg.
Florian: Das finde ich auch schräg, ja. Weil zehn Minuten mal traurig sein, oder einen angemessenen Zeitraum lang mal ärgerlich sein über irgendwas, über irgendwas traurig sein, über irgendwas melancholisch sein, mal traurige Liebeslieder für den Abend hören und Rotwein trinken dabei, alles jut. Nur dann eben auch, und dann würde ich sagen, hier, wir schaffen Gerechtigkeit, dann genauso viele lustige Abende haben. Einfach um eine Balance zu haben. Weil, wenn die Theorie stimmt, dass wenn ich Gefühle nicht auslebe, dass das irgendwie nicht gut für mich ist, dann stimmt es doch auch bei den Guten, oder? Richtig! Das heißt, wenn ich zu lange nicht gelacht habe, ohne Grund... Dann stimmt auch irgendwas nicht, oder? Das ist die unterdrückte Fröhlichkeit.
Miriam: Der Wellensittich ist ja ein Grund, um traurig zu sein. Vielleicht gibt es bei diesen Menschen zu wenig Gründe, um lustig zu sein. Ich schaffe mir ja Gründe, um lustig zu sein. Ich brauche ja nur, wenn du Geschichten über Wellensittiche erzählst, in dein Gesicht zu gucken und es ist schon lustig. Was? Ja. Ich erlebe sehr viele lustige Dinge. Nur ich bemerke die auch.
Florian: Exakt. Es gibt da draußen ja so viele lustige Sachen. Unser Gehirn ist ja darauf ausgelegt, das wahrzunehmen, wonach wir suchen. Ach komm. Ja unabhängig davon, ob wir jetzt ans Gesetz der Anziehung glauben oder nicht.
Miriam: Da gibt es die Geschichte mit dem schwarzen Punkt, ne?
Florian: Mit dem schwarzen Punkt?
Miriam: Ja, wo der Professor seinen Studenten ein Blatt gibt und da ist ein schwarzer Punkt drauf. Und die Aufgabe ist, sie sollen da was drüber schreiben. Und die Studenten schreiben alle was über den schwarzen Punkt, der da drauf ist, wie groß der ist, welche Fläche der einnimmt. Und der Professor sagt dann, wie schade, dass niemand von euch die viel größere weiße Fläche dieses Blattes beschrieben hat.
Florian: Ja, worauf wir unsere Aufmerksamkeit legen. Ich meinte noch was anderes, dieses Phänomen, dass sobald ich mir ein neues Auto kaufe, sehe ich überall dieses Auto rumfahren. Plötzlich fährt dieses Modell überall rum und vorher habe ich das vielleicht nie wahrgenommen, einfach weil ich meinem Unterbewusstsein gesagt habe, das ist irgendwie wichtig für mich und dann fängt es halt an, alles aus der Welt rauszufiltern, was diesem Muster entspricht. Das heißt, wenn ich mich eher darauf konzentriert habe bisher vielleicht, traurige Momente zu highlighten, ja, dann ist es nochmal ein bisschen Übung, wieder lustige Momente zu highlighten. Bis wir aufgestanden sind, sind uns schon zehn lustige Momente passiert.
Miriam: Das stimmt, das stimmt wirklich. Und wir haben das geübt.
Florian: Und wenn es die Frisur ist.
Miriam: Deine, ja das stimmt.
Florian: Ja, auch gerne meine.
Miriam: Die ist grandios, wenn du wach bist. Ich weiß nicht, wie du es machst. Das sieht aus wie mit Haarspray hochgestellt.
Florian: Ja, da gibt es diese kleinen Gnome.
Miriam: Ja, stimmt.
Florian: Also es gibt so viel, was lustig ist da draußen. Wir können einfach unseren Fokus auf das nehmen.
Miriam: Mir war das Thema mal wichtig, weil ich es so schön fände, wenn mir in Zukunft mehr Menschen über den Weg laufen würden, die ihr Recht auf Ausgelassenheit einfordern.
Florian: Mindestens zur Hälfte und gerne auch ein bisschen mehr.
Miriam: Das ist zum Beispiel mein Bestreben. Ich bin lieber in den Gefühlen, die mich fröhlich, lustig stimmen, ausgelassen, begeistert, entspannt, witzig, verliebt. Das fühlt sich viel schöner an. Ich bin viel kreativer, ich bin viel freier, ich bin viel energetischer und ich habe viel mehr Muse für die Menschen um mich herum und für mich selbst und für alles. Und ja, wenn da zwischendurch mal was Trauriges ist, dann darf das für mich, für dieses Leben und für den Rest meines Lebens gerne, das dürfen gerne die etwas weniger häufigen Momente sein und es braucht nicht bis ganz in den Keller runter zu sumpfen.
Neben sich springen: ein Tool zum Ausprobieren
Florian: Ja. Ich glaube, der am Anfang steht für mich, nimm das wahr, was du fühlst. Erstmal wieder überhaupt spüren. Du spürst es ja schon, wie es dir geht oder was bei dir los ist. Und ich glaube, das ist der erste Schritt, mal wieder zu spüren. Und dann eben zu sagen, okay, vielleicht mal was Lustiges spüren auch.
Miriam: Ich mag da ja den Robert Betz auch ganz gerne. Der ist jetzt nicht der Trainer, zu dem ich ständig hinfahren würde, nur er hat ein paar richtig schlaue Sachen, finde ich. Das eine ist zum Beispiel, dass er so gerne diesen Sprung neben sich selbst empfiehlt. Also wenn es in einem brodelt oder wenn es da so ein Gefühl gibt, wo ich feststelle, okay, das fühlt jetzt traurig oder das fühlt sich jetzt... Frustriert an oder aggressiv, dass ich dann mal so im Geiste neben mich hüpfe und mir mich selbst angucke, wie ich so abgehe. Also was es da in mir fühlt und wo das genau fühlt und so ein bisschen Analyse zu machen. Wo ist das Gefühl genau im Körper? Ist es mehr im Bauch? Ist es mehr in der Brust? Ist es mehr so im Hals? Und sich darüber mal Gedanken oder nicht Gedanken, sondern das zu beobachten von einer so nebenstehenden Position. Und dann eine Entscheidung zu treffen, möchte ich das jetzt weiter kultivieren oder möchte ich das gerne verändern? Finde ich sehr schlau. Und da mal so ein bisschen mit rum zu experimentieren. Und das klappt erstaunlich gut. Meistens ist es bei mir so gewesen, als ich das zum ersten Mal gemacht habe, das war als ich wirklich in so einem, da fühlte ich Stress bei einer Theaterprobe. Weil drei Leute sich in eine Probenarbeit einmischten und es eine riesen Diskussion gab und vier Stimmen gleichzeitig irgendwas erzählten und die armen Darsteller, die was einstudieren sollten, auf der Bühne standen mit schielendem Blick. Und ich merkte, dass in mir so ein, ich hätte am liebsten, hätte ich vier Fäuste gehabt. Es war echt Stress. Ich habe gedacht, hoffentlich habe ich keinen Stress-Ausschlag jetzt. Und dann fiel mir das ein. Und dann bin ich so neben mich gesprungen, im Geiste, und habe gedacht, boah, guck mal, was du abgehen kannst. Also ich habe mich regelrecht gesehen, wie ich so schnell geatmet habe und wie meine Haut so leicht gerötet war und dann habe ich gemerkt, dieses Gefühl sitzt sehr so zwischen, so La Plexus Höhe, so zwischen Magen und Brust und ist so eng. Das habe ich so richtig alles analysieren können. Und in dem Augenblick, wo ich das gemacht habe, fand ich es schon fast witzig. Es fehlte nur noch eine Nuance. Und lustig war auch, ich habe den anderen vier nicht mehr zugehört, sondern ich war bei mir. Und dann habe ich gedacht, okay, jetzt probiere ich einfach mal was aus. Ich tue jetzt mal so, als könnte ich mit meiner Hand in diese Person Miriam reingreifen und dieses Gefühl mal einfach irgendwo in die Füße tun. Und das habe ich gemacht. Und? Und es war witzig, weil ich fühlte es in meinen Füßen kribbeln und das war so witzig, dass ich in dem Augenblick entspannt habe. Das heißt nicht, dass ich vor Lachen zusammengebrochen bin, nur es war eine irrsinnige Erfahrung. Es war ein reines Kopfkino, es war ein reines Blödsinnsspiel, es war Kokolores im Grunde und es hat mir voll geholfen, weil dann habe ich ganz ruhig diese Situation in dem Stil gelöst, dass ich sozusagen Redezeiten freigegeben habe, wie eine Moderatorin.
Florian: Darum geht es doch auch immer, oder? Also diese guten Gefühle, das Lachen oder der Spaß, die haben halt einfach den riesigen Vorteil, wir sind kreativer, wir nehmen mehr von unserer Umwelt wahr, wir gehen leichter mit irgendwelchen kleinen Hindernissen um, die es da gibt. Das ist einfach ein tollerer Zustand, um darin zu arbeiten, um darin was zu machen.
Miriam: Mega, es ist total gut.
Florian: Das ist der große Vorteil daran.
Miriam: Und ich habe gespürt, wie sehr ich mir selbst helfen kann.
Florian: Und es gibt auch aus dem NLP ganz viele Tools, um an der Stelle was zu machen.
Miriam: Das stimmt. Deswegen lieben wir es so. Wirklich gut. Ja, deswegen freuen wir uns, wenn du es auch kannst, können willst und freuen uns, wenn du dich mal anmeldest, zum Beispiel zu unserem Sprachzaubertag am 1.10. Das ist mal so einen ganzen Tag lang für deine Kommunikation, für das Wahrnehmen von dem, was es in Menschen denkt und was es vielleicht auch in dir denkt und wie du damit umgehen kannst und selbstverständlich nehmen wir solche Themen auf, wie Gefühle und was wünschst du dir am meisten?
Florian: Vielleicht mal ganz kurz in so ein erstes Gefühl von der Entspannung auch rein, wo es auch viel einfacher ist einfach, dass du, wenn du losgelassen hast, ein bisschen fröhlicher wirst oder dass dir ein paar mehr Optionen einfach einfallen, die du hast.
Miriam: Ja.
Tipps, eine Notfall-Meditation und ein gescheiterter Trauer-Vorsatz
Florian: Ja, war gut. Finde ich auch. Sind wir schon über die Tipp-Sektion herübergesprungen? Ja. Also ein Tipp war... Ich hüppe mal neben mich. Ich hüppe mal neben mich. Und der andere Tipp, mal wahrzunehmen, was ich so fühle.
Miriam: Das ist das Erste. Also bevor ich das nicht wahrnehme... Ja, das ist das. Also ein Gefühl wahrnehmen geht gut. Sonst hättest du es ja nicht.
Florian: Das ist wie mit diesem Meditieren. Ich glaube, das ist einer der großen Vorteile, die Meditation hat oder so eine regelmäßige Auszeit. Kann ja auch auf eine Bank sitzen sein oder Da hast du was Tolles aufgenommen. mal die Füße einfach irgendwo hochlegen.
Miriam: Die Meditation, die du aufgenommen hast.
Florian: Ah, ja.
Miriam: Die können wir da nur empfehlen. Sobald der Link klar ist, packen wir die online und dann wird es eine sogar kostenlos geben.
Florian: Es wird so eine 2-Minuten-Notfall-Meditation geben. Einfach nur zum Kurzatem holen und mal wahrnehmen, was da gerade sich so tut und dann wieder mit einem neuen Gefühl zu starten.
Miriam: Das ist toll. Das ist ein ganz wunderbares Geschenk.
Florian: Ja.
Miriam: Ja, sind wir doch schon wieder besser drauf, ne? Jetzt wollte ich, ich wollte ja diesen Podcast durch mal, ich wollte ja durchhalten.
Florian: Mit traurig sein?
Miriam: Ich wollte das durchhalten. Ich hatte mir das fest vorgenommen.
Florian: Ja. Fail.
Miriam: Das gelingt mir immer weniger.
Florian: Das ist okay. Jetzt kannst du traurig sein, dass du nicht geschafft hast, was du dir vorgenommen hast.
Miriam: Das wird ja jetzt immer... Jetzt wird es absurd.
Florian: Jetzt wird es ja absurd. Jetzt wird es kokolores, als ob es das nicht schon die ganze Zeit ist.
Miriam: Das stimmt nicht.
Florian: Ja, also es hat viel mit... Viel von dem, was wir tun, hat was damit zu tun, dass die Welt da draußen ganz witzig ist an sich und dass wir ganz witzige Sachen machen als Menschen.
Miriam: Und dass wir es uns selbst einrichten, so wie eine Wohnung, die wir ja auch selbst gestalten.
Florian: Und für mich ist es schöner, in einer Wohnung zu wohnen, in der auch mal sinnloses Lachen herrscht.
Miriam: Oh ja, das sind die Highlights.
Florian: Allerdings.
Miriam: Dann wünschen wir dir viel mehr witzige Augenblicke, vielleicht schon ein paar in den nächsten Tagen. Vielen Dank fürs Zuhören.
Florian: Genau.
Miriam: Und wir sagen Tschüss.
Florian: Tschüss, bis nächste Woche.
Miriam: Immer wieder dienstags. Ciao.
Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.