NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 4

Makeup oder nackt

Das hast Du doch gar nicht nötig!

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In dieser Folge

Darum geht es

"Müssen" Frauen sich mindestens zu bestimmten Anlässen schminken? Sind ungeschminkte Gesichter schon eine Ausnahme? Fällt Alicia Keys, die völlig ungeschminkt zu den MTV Awards geht, einfach nur auf oder setzt sie ein Zeichen? Was ist das Faszinierende an Make Up? Und warum brauchen Männer keins? All diese Fragen bespreche ich mit Lynne, einer Profi-Bloggerin im Bereich Kosmetik, die mit mir gemeinsam Montags Abends in der BEAUTYNIGHT mit unseren Zuschauern chattet. Sie im Backlog des Chats - ungeschminkt - , ich vor der Kamera - vollgeschminkt. Links zum Weiterlesen: www.tgass.de Auf Facebook findest Du Lynne als "Lynne"

Es geht um die Frage, für wen du dich eigentlich zurecht machst – und wo aus einem "Dürfen" ein gefühltes "Müssen" wird. Miriam und Lynne sprechen über den ungeschminkten Auftritt von Alicia Keys, über Make-up als Ritual zwischen Bühne, Beruf und Privatleben und darüber, dass sich schon die alten Ägypter schminkten – Männer inklusive. Zum Schluss ein ehrlicher Blick in Lynnes Handtasche, in der überraschend viel Pflege und wenig dekorative Kosmetik steckt, von Handcreme über Nagelhautöl bis zum getönten Lippenbalsam. Wer nach Themen wie ungeschminkt vs. geschminkt, Selbstbewusstsein durch Make-up oder alltagstauglichen Beauty-Tipps sucht, ist hier richtig.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Wer ist Lynne – und wie kam sie zum Make-up?
  2. Alicia Keys, Adele – und die Frage, was ungeschminkt heute bedeutet
  3. Zwei Figuren, ein Ritual: von den Ägyptern bis zur Bühne
  4. Für wen tust du es? Make-up zwischen Zwang und Selbstbewusstsein
  5. Ein Blick in die Handtasche: Pflege statt Make-up
  6. Die letzte Frage: alles Make-up der Welt – oder gar keins?

Alicia Keys geht ungeschminkt zu den MTV Awards – und plötzlich diskutiert das halbe Netz, ob das mutig ist oder nur ein Effekt. Genau hier steigt Miriam ein, gemeinsam mit Lynne, Beauty-Bloggerin bei QVC. Die eine sitzt vollgeschminkt vor der Kamera, die andere ganz ungeschminkt daneben. Und dazwischen liegt eine Frage, die dich vielleicht öfter beschäftigt, als du denkst: Für wen machst du dich eigentlich zurecht?

Wer ist Lynne – und wie kam sie zum Make-up?

Miriam: Hallo liebe Hörer, das ist der vierte Podcast von Miri und ich habe eine tolle Interviewpartnerin gefunden. Das Thema heute wieder ganz ausgerichtet auf meine Lieblingssendungen bei QVC. Beauty, Kosmetik, Lifestyle, Wellness, die Beauty Night. Heißt Make-up oder nackt? Das klingt jetzt für einige schon ein bisschen provokativ und ich mag das. Lynne ist an meiner Seite, gleich werde ich mit ihr sprechen. Ich nenne sie Lynne, wenn wir uns treffen, dann meistens montagsabends im Zuge des Chats von der Beauty Night. Unterdessen kennen wir uns auch persönlich und nicht mehr nur virtuell. Und ihr erfahrt gleich, wer hinter diesem Namen steckt und mit wem ihr zum Teil auch chattet, wenn ihr euch bei der Beauty Night einklinkt.

Miriam: Vorher möchte ich euch gerne darauf aufmerksam machen, dass der Vorverkauf zu den Musical-Tickets beginnt am 19.09. Ich spiele in jedem Jahr in einem großen Musical mit, das im Raum Frankfurt eine 14-tägige Tournee feiert. Wer da kommen möchte, ist herzlich eingeladen. Meldet euch nach der Aufführung bitte an der Bühne, damit wir uns kurz Hallo sagen können. Also Vorverkauf ab dem 19.09. unter www.tgass.de. Ich schreibe es auch nochmal unter diesen Podcast, damit es jeder nachsehen kann.

Miriam: Die nächste Beauty Night ist dann wieder am kommenden Montag, wenn ihr reinschauen und Lynne erleben wollt. Und natürlich, wie immer, freue ich mich riesig über deine erste Bewertung dieses Podcasts bei iTunes. Der Podcast soll kostenlos bleiben. Was ich mir wünsche, ist, dass viele Menschen ihn entdecken und finden. Das erreichen wir unter anderem dadurch, dass du eine Sternebewertung abgibst und vielleicht ein oder zwei Sätze schreibst, wie gut dir der Podcast gefällt.

Miriam: Unser Thema, geschminkt oder nackt? Lynne, es ist toll, dass ich mit dir reden darf.

Lynne: Hallo Miriam, freut mich auch sehr.

Miriam: Du darfst dich gerne selbst vorstellen. Ich finde, das macht Sinn, weil du nicht nur für QVC bloggst und chattest.

Lynne: Ja, das ist richtig, aber für QVC schon ziemlich lange. Seit 2012 habe ich geholfen, den QVC-Beauty-Blog aus der Taufe zu heben. Noch bevor es überhaupt die Beauty Night gab, haben wir jeden Tag Berichte, Blogposts, Reviews, Fotos dort veröffentlicht und uns mit dem Beauty-Sortiment bei QVC beschäftigt. Das habe ich aber davor auch schon gemacht, komme aber eigentlich aus dem klassischen Redaktionswesen, habe beim Fernsehen gelernt und habe mich aber immer privat für Kosmetik und Make-up und Schminken interessiert und alles, was damit zu tun hat. Und hatte dann irgendwann die schöne Gelegenheit, mein Hobby zum Beruf zu machen. Und jetzt eben als Bloggerin, Bloggerautorin unter anderem hier für QVC.

Miriam: Ganz spannend. Wir werden unseren Hörern auch noch ein paar Tipps geben, wo wir dich außerhalb von QVC finden und genießen dürfen mit deiner Arbeit. Wie häufig schminkst du dich? Ich sehe dich jetzt übrigens gerade hier ungeschminkt.

Lynne: Ganz genau. Ich bin auch extra komplett ungeschminkt gekommen. Ich glaube, das letzte Mal, wo wir uns gesehen haben, war ich auch ungeschminkt. Und ich fand das ganz spannend, als du mir verraten hast, was du machen möchtest, weil das eigentlich etwas ist, was mich schon die letzten Jahre so ein bisschen begleitet hat. Obwohl ich wahnsinnig kosmetikaffin bin und mich sehr dafür interessiere und früher auch viel geschminkt habe, schminke ich mich heute fast gar nicht mehr im Alltag.

Miriam: Das ist erstaunlich und ab und zu, das klingt raus, machst du es doch. Da kommen wir dann später drauf. Richtig. Was fasziniert dich denn an Make-up, wenn du es verwendest?

Lynne: Meine erste Berührung mit Kosmetik oder Make-up oder eben auch Schminke war über das Theater tatsächlich. Also du bist ja auch ein bisschen ein Theaterkind.

Miriam: Ein bisschen viel.

Lynne: Und weiß eben auch, wie wichtig Make-up und Maske ist. Um Charaktere zu erschaffen, eben diese Illusion, die Darstellung dann für die Bühne auch zu erschaffen. Und eben anders als beim Fernsehen, wo man natürlich ja minimalistischer arbeiten kann, einfach weil die Kamera ja sehr nah dran ist, muss man beim Theater ein bisschen mehr machen, damit auch die Leute hinten im Publikum in der letzten Reihe das sehen können. Und darum ist Make-up eben sehr, sehr wichtig. Zum einen, um die Charaktere zum Leben zu erwecken und zum anderen auch dieser Bühne gerecht zu werden. Und da muss man sich ein wenig mit Technik dann auseinandersetzen im Laufe, um das dann auch zu lernen, um die Sachen dann umzusetzen richtig. Und so kam ich zu Make-up.

Miriam: Und das ist bis heute so, dass das mit einer der Schlüsselmomente ist, wenn du selbst Make-up verwendest.

Lynne: Da erinnere ich mich immer dran. Ja, zum Beispiel, als ich hergefahren bin, musste ich mich daran erinnern, dass ich damals den perfekten roten Lippenstift immer gesucht habe. Da war ich so 14, 15 für die Bühne und ich habe dann immer so ein wenig geschaut bei meiner Mutter oder auch in den Läden und habe nie so dieses Perfekte, dieses Theater rot gefunden. Und der rote Lippenstift, der ist mir dann von einer Theatermarke tatsächlich begegnet und den habe ich heute noch. Der ist total auseinandergefallen und sieht überhaupt nicht dekorativ oder kosmetisch aus, aber er war das perfekte Rot für mich und ich liebe diesen Lippenstift heiß und innig.

Alicia Keys, Adele – und die Frage, was ungeschminkt heute bedeutet

Miriam: Jetzt kommen wir zu meinem Impuls, der das Thema auch erzeugt hat, denn ich arbeite ganz viel mit unseren Zuhörerwünschen. Heute bei diesem Podcast nicht. Alicia Keys ist zur Verleihung der MTV Awards 2016 komplett ungeschminkt erschienen. Der ein oder andere Hörer wird das Foto gesehen haben oder die Fotos, die da entstanden sind. Und es wurde heiß diskutiert, ob sie damit eine tolle Zäsur gesetzt hat oder ob es einfach nur eine Maßnahme war, um aufzufallen. Wie hast du diesen Auftritt empfunden?

Lynne: Ich fand das sehr erstaunlich, denn mir persönlich ist, als ich die Fotos gesehen habe, im ersten Moment gar nicht aufgefallen, dass sie kein Make-up trägt. Wobei das auch keine Portraitfotos waren, sondern einfach die Fotos vom roten Teppich, wo auch der Fokus auf dem Outfit lag. Ich habe das dann aber sehr schnell dann auch gelesen. Ich habe das sehr positiv empfunden, wobei ich mir selber auch direkt die Frage gestellt habe, sind wir jetzt schon so weit, dass wir das als mutig empfinden, dass jemand ungeschminkt rausgeht? Also woran liegt da eigentlich der Mut? Und habe mir darüber dann Gedanken gemacht, warum das jetzt eben so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und man das eben mit Mut oder einem Statement dann auch verbindet, dass jemand sagt, er verzichtet bewusst auf keinen Make-up. Wobei das vielleicht bei Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, noch ein bisschen anders zu gewichten ist, denn in dem Moment, wo ein Auftritt stattfindet, wird ja auch so etwas wie eine, ich sage es ganz vorsichtig, Kunstfigur erschaffen. Man stellt etwas dar, man stellt sein Image in der Öffentlichkeit dar und so wie Outfits gehört auch Schminke meistens dazu, um die Illusion perfekt zu machen. Ich glaube, die Sängerin Adele ist ein sehr gutes Beispiel mit diesem ikonischen Make-up-Look, die aber privat auf jedem Foto, was sie irgendwo veröffentlicht, sei es auf ihrem Instagram-Account oder Facebook da auch gar keine Scheu zeigt, sich komplett ungeschminkt zu zeigen.

Miriam: Das heißt, ist ungeschminkt heute, also im Jahr 2016, nackt oder ist es Trend?

Lynne: Ich habe immer das Gefühl, dass ungeschminkt privat bedeutet. Ungeschminkt, bitte sprich mich nicht an. Ich bin nicht fertig gemacht. Ich bin nicht dafür bereit, jetzt mit Menschen zu interagieren, zu sozialisieren sozusagen. Wie man sich eben für den Beruf fertig macht, wenn man morgens aus dem Haus geht für seinen Arbeitstag, sich zurecht macht und dann nach Hause kommt, sich sofort abschminkt und umzieht und so ein bisschen diese repräsentative Funktion ablegt.

Zwei Figuren, ein Ritual: von den Ägyptern bis zur Bühne

Miriam: Da sind wir wieder bei dem Thema, ist es okay, zwei Figuren darzustellen? Ist es dann ein Theaterspielen, auch schon im Businessbereich, mit einem Outfit und einem Make-up, so wie Darsteller auf die Bühne gehen, die danach den König mit dem aufwendigen Make-up wieder ablegen mit dem angeklebten Bart? Oder ist es mehr gesellschaftliches Ritual? Geschminkt wird sich ja nicht erst seit 20 oder 30 Jahren.

Lynne: Nein. Die Ägypter waren ja die, die Make-up ganz groß gemacht haben und wie mit ihren schwarzen Eyelinern. Und damals haben sich auch die Männer geschminkt.

Miriam: Oh, wie cool. Das wäre meine nächste Frage gewesen. Frauen müssen Männer dürfen, habe ich es genannt.

Lynne: Ja, schön.

Miriam: Sehr schön. Also aus Urzeiten schon geprägt, dieses Unterstreichen von den vielleicht besonders spannenden Stellen im Gesicht. Die Augen haben ja von alleine schon Magie. Die dann noch schwarz zu umranden, bedeutet ja, den Fokus darauf zu lenken. Absolut, der Blick in die Seele. Schwingt das heute noch mit? Ja, das ist eine gute Frage. Wie empfindest du das? Ich bin hier der Interviewer. Das Thema würde 20-25 Minuten Podcast sprengen an der Stelle sogar, wenn wir da in die psychologische Tiefe, die historische Tiefe von Make-up gehen würden. Wir haben ja eben schon, oder was ich schön fand, war dieser Cut von privat bin ich ungeschminkt, wenn ich im Job bin, bin ich geschminkt. Das kenne ich extrem. Ja, natürlich. Dadurch, dass ich ja sogar noch das Ritual, ich gehe in die Maske vor meinem Auftritt im Fernsehen habe. Und nicht nur, ich stehe schnell vorm Spiegel und mache mal ein bisschen Lidstrich oder so. Die schminken ja, auch wenn es ein zartes Make-up ist, dauert das eine Dreiviertelstunde.

Lynne: Natürlich. Wobei die Kamera ja auch viel wieder wegnimmt. Es ist ja nicht so, dass ihr da auf... Es ist aber trotzdem angepasst an das Verhältnis, dass es bei uns als Zuschauer wieder natürlich rüberkommt.

Miriam: Also Natürlichkeit schwingt mit beim Bewerten von Make-up. An welchen Stellen empfindest du Make-up als, ich stelle es jetzt mal bewusst ins Negative, unpassend?

Lynne: An welchen Stellen finde ich Make-up unpassend? Also wenn ich persönlich ganz für mich antworte, dann eigentlich nie, wenn es zu der Person passt. Es gibt ja Leute, die morgens aufstehen, das erste, was sie machen, ist ihr Gesicht waschen und dann ihre Mascara auftragen. Die gehört irgendwie dazu und wenn das zu dieser Person auch passt, dann ist es da nicht unpassend. Solche formelle Anlässe, warum ist man da dann nicht so zurecht gemacht wie zum Beispiel Alicia Keys bei den VMAs, bei der Awards-Verleihung? Warum hat sie da darauf verzichtet? Also woher kommt diese Erwartung von uns, dass man sich zurecht macht? Ja, steckt da irgendwo so ein bisschen der Teufel dann im Detail? Ist das Henne-Ei-Problem?

Für wen tust du es? Make-up zwischen Zwang und Selbstbewusstsein

Miriam: Und unsere Hörerin, unser Hörer hat vermutlich jetzt auch schon eine ganz eigene Idee. Also ich stelle mal bewusst die Frage jetzt auch nach draußen. Du hörst uns zu. Wann schminkst du dich? Machst du es noch bewusst? Machst du es, weil du es dir angewöhnt hast, in diesen Situationen geschminkt zu sein? Würdest du in normalen Alltagssituationen bis hin zu leichte Öffentlichkeit. Also ich habe jetzt ein Geschäftsmeeting, das klein ist, mit Kollegen, die ich kenne, ungeschminkt gehen. Oder ist es für dich ganz wichtig, Make-up zu tragen? Warum? Hat das was zu tun mit Performance? Gibt das ein sichereres Gefühl? Das sind alles Fragen, die ich mir schon oft gestellt habe. Wir verkaufen Make-up und wir finden es schön, dass wir viele Kunden haben, die gerne bei uns einkaufen an der Stelle. Und ich experimentiere auch gerne mit Make-up. Und es ist wirklich eine spannende Stelle. Was denkst du, wenn du so wie jetzt nicht Prominente, sondern fällt es dir auf, wenn du unterwegs bist als Bloggerin im Bereich Beauty? Du gehst über die Kö in Düsseldorf oder über andere große Einkaufsstraßen. Gibt es für dich sowas, das fällt mir auf, wenn Frauen ungeschminkt sind oder geschminkt?

Lynne: Manchmal. Wenn ich gerade von den Gedanken darauf sensibilisiert bin oder auch etwas sehr positiv auffällt, zum Beispiel eine ganz tolle Lippenstiftfarbe, die so richtig ein Statement setzt, wo man gar nicht weggucken kann, dann bin ich in Gedanken sofort dabei und dann fällt es mir natürlich auch direkt auf. Wohingegen, wenn jemand komplett ungeschminkt ist, meistens weniger. Weniger wirklich. Also wenn man dann im Gespräch ist und jemandem gegenüber sitzt, so wie ich dir jetzt auch gegenüber sitze, irgendwann man nimmt die Züge des Gesichtes wahr. Man sieht, okay, ist da ein bisschen Mascara irgendwo im Spiel, ein bisschen Lidschatten, Kajal, das sind ja erstmal so die klassischen Punkte, wo man dann irgendwann zwangsläufig mit dem Auge hängen bleibt. Und ja, das wird mir dann schon bewusst.

Miriam: Vorhin haben wir es kurz gehabt mit diesem, also jetzt wird bei der Hochzeit, zu der du am Freitag gehst, erwartet vermeintlich, dass du da nicht nur schick angezogen bist, sondern eben auch ein bisschen geschminkt oder auch mehr geschminkt. Zurecht gemacht. Das trifft für uns Frauen zu. Also nochmal zurück auf den Punkt, den ich echt spannend finde für diesen Podcast. Frauen müssen, Männer dürfen.

Lynne: Ja, Männer dürfen. Und wenn sie möchten, dann auf jeden Fall, finde ich. Man kann da, glaube ich, immer nur ermutigen. Aber gleichzeitig, wenn eine Frau auch sagt, ich möchte nicht, weil ich das Gefühl von Lippenstift, von Farbe auf den Lippen überhaupt nicht mag. Kein Problem. Also dass man genau dahingehend auch signalisiert, dass es eben kein Muss ist und kein Zwang ist, sondern dass es etwas ist, was verschönert oder dem Wohlgefühl auch beiträgt. Und vor allem glaube ich, was für mich persönlich ganz wichtig ist, es nicht für andere zu tun, sondern für einen selber. Ich fand schön, wie du gerade gesagt hast, man legt Make-up auf, um in eine Rolle zu schlüpfen oder eben auch einfach das Selbstbewusstsein einfach vielleicht so ein bisschen zu stärken, wenn man so ein Meeting geht. Und das macht man ja für die Bühne dann auch. Man legt sich die Maske an und dann ganz einfach in die Gedanken oder im Neudeutsch sagt man das Mindset reinzurutschen, um einfach das abzuliefern oder seine bestmögliche Leistung zu bringen, die man auch selber bringen möchte. Die muss man ja nicht bringen, sondern die darf man bringen. Man hat sich ja dafür selber entschieden, jetzt in diese Rolle dann auch zu schlüpfen. Und wenn mir das bei einem Meeting, bei einem Termin im Berufsalltag ein besseres Gefühl für mich selber gibt, dann ist das völlig in Ordnung. Aber es dann so zu sehen, man muss das für die anderen machen, weil sie das erwarten, das ist vielleicht so ein bisschen der Gedankengang, dem es sich vielleicht mal lohnt, dem nachzugehen.

Miriam: Das ist toll, weil ich kenne es. Es gibt den alten Spruch, Kleider machen Leute. Wir erleben das im Theater extrem. Bei den Proben haben wir unsere Trainingshosen an und irgendein T-Shirt. Sobald das große Kleid dann mit in die Probe geht, ist der Bewegungsablauf anders. Ich fühle mich viel mehr in der Rolle. Ich habe auch schon Wildschwein gespielt beim Musical. Auch da hat das Kostüm was getan.

Lynne: Ja, absolut.

Miriam: Und genauso empfinde ich das auch beim Make-up. Also wenn ich für die Beauty-Night ein bisschen aufwendiger geschminkt werde, mit Smoky Eyes und richtig rotem Lippenstift oder so, dann sehe ich mich im Spiegel und nehme mich wahr als die Miriam, die jetzt in die Beauty-Night geht. Und zwar mit Volldampf, mit Rock'n'Roll und es unterstützt. Diese Energie, die ich dann auch in der Sendung gerne habe.

Lynne: Ja, und das strahlst du dann aus.

Miriam: Dann wird, glaube ich, Make-up zu was Magischem. Oh ja. Ich würde auch gern dieses Müssen rausnehmen. Ich bin gelegentlich sehr dankbar, wenn ich einen dicken Pickel habe, wenn die Hormone tschatschatscha tanzen, dass ich mich schminken darf. Und ich habe absolut viele Strecken privat, wo mich Kunden auch erkennen oder Zuschauer erkennen. Im Aldi oder im Rewe. Ich nenne gleich zwei. Und ich bin völlig ungeschminkt.

Lynne: Ja.

Miriam: Das ist nicht so. Ich mag das. Das heißt, du würdest es total okay finden, wenn am Freitag bei der Hochzeit jemand auftaucht, der auch gar nicht geschminkt ist, der ganz natürlich dahin geht. Wenn es am Freitag über 30 Grad wird, werde ich derjenige sein.

Lynne: Naja, es gibt ja noch so kleine Tricks und Kniffe. Also, wie du schon sagst, das Gesamtbild. Je nachdem, wie das dann zum Rest der Kleidung passt. Ich persönlich trage zum Beispiel sehr gerne Mascara, aber nur einen Hauch von Mascara und dann eine wasserfeste. Das heißt, ich schaue dann bei den Produkten auch wirklich sehr genau, dass die für den Anlass und die Temperatur und für mein Wohlgefühl dann einfach stimmig sind und passen, dass es mir damit gut geht. Wenn es dann aber wirklich sein sollte, dass die 30 Grad Marke richtig gesprengt wird, dann kann es schon gut sein, dass ich komplett verzichte auf alles.

Ein Blick in die Handtasche: Pflege statt Make-up

Miriam: Du moderierst den Chat der Beauty Night mit. Immer montags www.qvcbeauty.de Da bist du wirklich live dabei. Unterstützt uns im Studio auch dadurch sehr. Aber ich sitze zu Hause. Du sitzt zu Hause, genau. Und wir wollen alle, dass das sich ändert. Wenn da Make-Up-Themen sind, das kommt ja darauf an, was für ein Line-Up die Sendung hat, stellst du fest, dass unsere Zuschauer, die Menschen, die die Beauty-Night sehen, bestimmte Make-Up-Themen immer wieder mal ansprechen? Und welche sind das denn?

Lynne: Ja, meistens sind das so Schminktechniken, sowas wie meine Mascara verläuft, was kann ich tun? Oder ich habe Schlupflider, welchen Lidschatten kann ich da benutzen? Lieber Creme oder Puderprodukte? Also gerade diese Techniken, wie man so einen Problemlöser für sich knacken kann. Also eine Herausforderung, in die man irgendwie immer wieder rennt aufgrund einer Hautbeschaffenheit oder einer Gewohnheit auch. Also ich habe es eben auch schon erlebt, dass Leute sagen, ich fasse mir irgendwie ständig ins Auge, das ist halt einfach so und dann verreibt mir ja alles. Dass sie da eben auf den Trichter kommen oder da einen Lösungsansatz finden können, wie sie damit richtig umgehen. Sei es mit einem bestimmten Produkt aufgrund der Textur, dass eine Haltbarkeit gewährleistet wird oder eine Anwendung besonders einfach ist. Und Leute, die zum Beispiel sagen, ich kann keinen Eyeliner ziehen, was kann ich machen? Gibt es ja wunderbare Alternativen, um diesen Look zu imitieren, ohne diesen grafischen, präzisen Eyeliner mit einem Gel-Eyeliner ziehen zu müssen. Da gibst du auch ganz viele Tipps in deinen Blogs.

Miriam: Es ist ja viel Kosmetik, viel Make-up. Also wie gesagt, gleich ist es soweit. Gleich geben wir dir zu Hause die Möglichkeit, Lynne zu besuchen, überall im Internet. Lynne, welches Make-up hast du immer in der Handtasche oder immer dabei? Wollen wir in meine Handtasche gucken? Wenn du sie da hast, dann sag jetzt wird's laut. Kruschel, Kruschel ist okay.

Lynne: Ich mach's ganz leise. Ganz leise. Das war der Reißverschluss.

Miriam: Aha. Oh, das ist spannend.

Lynne: Also es sind zum Teil auch wechselnde Produkte, wobei zwei jetzt hier schon auf dem Tisch liegen, die ich seit Jahr und Tag mit mir rumschleppe.

Miriam: Ich sehe es schon, ich sehe es. Oh ja, guck mal.

Lynne: Ja, und was haben wir da noch? Das war's.

Miriam: Das war's.

Lynne: Das war's. Das ist überschaubar.

Miriam: Das ist überschaubar. Gehen wir mal durch.

Lynne: Also. Erstmal der Klassiker, eine Handcreme. Die kann auch wechseln sein von verschiedenen Marken.

Miriam: Das ist auch nicht Make-up.

Lynne: Das ist auch nicht Make-up, das ist Pflege eigentlich. Wobei gepflegte Hände einfach, auch für mich, wenn die Hände so trocken sind, lustigerweise auch häufig im Sommer, wenn man dann irgendwie, wenn viel Temperaturen sind, merke ich, dass meine Hände gerne mal trocken werden. Auch so die Nagelränder, das ist so mein Problemkind. Also eine Handcreme ist immer dabei, in der Regel auch immer eine Reisegröße, weil man a. dann abwechseln kann und b. nimmt es wenig Platz weg. Das ist

Miriam: Praktisch muss es sein. Das ist überhaupt so mein Credo inzwischen. Alles muss praktisch irgendwie sein.

Lynne: Dabei habe ich nicht mal Kinder, bin aber trotzdem schon auf dem Trichter. Das ist praktisch. Dann ein Lippenbalsam. Im Moment ist es dieser, weil ich die Marke im Moment ausprobiere. Just aus der Schweiz, eine Schweizer Marke. Naturkosmetik. Dann habe ich noch einen Lippenpflegestift im Moment dabei, der einen Lichtschutzfaktor von 30 hat.

Miriam: Zwei Mal Lippe. Wir wollen keine Produktwerbung. Außer Sachen von QVC.

Lynne: Dann ziehen wir einen QVC-Produkt.

Miriam: Oh, stimmt. Das hatten wir. Das ist Ultrasan.

Lynne: Genau. Jetzt kommen meine zwei absoluten Lieblingsprodukte und eins davon ist ein QVC-Produkt und das andere wird hoffentlich irgendwann mal ein QVC-Produkt. Ich bin für diesen Lippenbalsam hier Feuer und Flamme, aber machen wir erst das Nagelthema von Leighton Denny, der Touch & Go Cuticle Rescue. Das ist mein absoluter Geheimtipp für Nagelränder.

Miriam: Merkt ihr was? Da ist kaum Make-Up dabei. Das ist alles Pflege bei der Lynne.

Lynne: Ja, das ist Pflege. Ja, und über den habe ich übrigens auch mal einen Blogpost geschrieben auf qvcbeauty.de. Da kann man sehr gerne mal nachschlagen. Also den wirklich seit etlichen Jahren verwende ich ihn, habe ihn entdeckt, liebe diesen Nagelhaut-Nagelölstift und kann ihn immer nur empfehlen. Und das letzte Produkt, das ist von Sara Happ aus den USA. Das ist so für mich der beste Lippenbalsam, den ich je gefunden habe. Das ist so halb kosmetisch. Man sieht, der Deckel ist ein bisschen ramponiert.

Miriam: Ah ja, der hat ein bisschen Farbe jetzt. Das schimmert.

Lynne: Ja, ganz genau. Das ist eine Pflege, die aber gleichzeitig auch so ein bisschen einen glossy Finish gibt und die Lippen auch einfach gepflegt aussehen lässt in dem Moment. Und so eine ganz leichte roséfarbene Tönung auf die Lippen zaubert, die auch ganz natürlich ist. Also hier wird im Grunde dekorative Kosmetik mit pflegender Kosmetik sehr gut vereint und mit dem komme ich wunderbar zurecht. Es gilt nach wie vor auch immer noch als Geheimtipp, gibt es nicht in Deutschland und wenn es, glaube ich, einer möglich machen könnte, diese Marke nach Deutschland zu bringen, dann wäre es QVC.

Miriam: Das ist jetzt passend, finde ich, weil wie gesagt, ich erlebe dich ja hier jetzt auch nackt, wenn wir da sind. Podcast-Thema bleiben und dass du im Grunde nur die gepflegte, oder nur, du unterstützt die gepflegte Erscheinung.

Lynne: Es ist kein Puder da, es ist nichts zum Nachschminken der Augen dabei.

Miriam: Das, was ich jetzt vielleicht noch so erwartet hätte. Toll!

Lynne: Ich habe auch wirklich auf nichts verzichtet. Ich habe zwar meine Kosmetiktasche auch immer, wenn ich auf Reisen bin, immer dabei. Da ist auch dekorative Kosmetik drin. Die wechselt auch gerne mal, weil ich sie ausprobiere oder für bestimmten Anlass etwas mitnehme, weil ich darauf schwöre persönlich.

Miriam: Oder weil du was testest auch einfach.

Lynne: Oder weil ich es teste, ganz genau. Obwohl ich sie immer griffbereit habe, kann ich mich selber entscheiden, ob ich dazu greife oder nicht.

Miriam: Wenn du testest, kommt es dann auch vor, dass du mal sagst, das geht gar nicht?

Lynne: Manchmal, ja. Wobei mein Interesse einfach so groß daran ist, an Produkten, an Erscheinungen von Produkten, also den Finishes, den Texturen, aber auch dem Aufbau. Wie ist die Formulierung? Wie sind die Inhaltsstoffe? Wie funktionieren die Inhaltsstoffe auf der Haut, auf verschiedenen Hauttypen? Es ist schon so, dass ich glaube ich ein bisschen differenziere häufig. Ich weiß, was für mich funktioniert und was für mich nicht funktioniert und kann das meistens schon identifizieren, noch bevor ich lange mit dem Produkt hantiert habe, weil einfach durch die Zusammensetzung, die der Hersteller auf das Label druckt, ich da schon ein ganz gutes Gefühl habe. Aber nichtsdestotrotz probiere ich gerne alles aus, weil man sich auch manchmal überraschen lässt. Und das ist auch das Schöne und das Spannende daran, wenn man dann was Neues entdeckt. Von dem man sagt, hey, das hätte ich jetzt nicht gedacht, das tut mir richtig gut oder das sieht richtig gut aus.

Die letzte Frage: alles Make-up der Welt – oder gar keins?

Miriam: Heute habe ich ja richtig tolle Wimpern, wie kommt das denn? Da freue ich mich sehr drüber. Jetzt kommt die letzte Frage für diesen Podcast, die auch wieder ein kleines bisschen kitzeln darf. Wenn du zaubern könntest, Lynne, also nochmal unser Thema ist Make-up oder nackt. Wenn du zaubern könntest und du hättest die Wahl zwischen, du sollst jetzt alles Make-up von der Welt zaubern oder alle müssen sich immer schminken, was würdest du tun?

Lynne: Nur dekorative und auflegende Kosmetik.

Miriam: Wir sprechen von Make-up.

Lynne: Von Make-up. Dann würde ich sagen, dann behalten wir es.

Miriam: Jetzt kommen wir beide vom Theater, da war das klar. Der eine oder andere zu Hause wird schon lange weg mit den Sorgen. Und es ist auch okay. Wir freuen uns sehr über dein Feedback. Wie hat dir der Podcast gefallen? Hast du Fragen? Wir beantworten die im Nachgang gerne. Du findest uns beide auf Facebook.

Lynne: Ja, auf Facebook, auf Twitter und auf Instagram. Einfach Lynne, L-Y-N-N-E.

Miriam: Dort überall bist du unter diesen Namen zu finden. Ja. Fantastisch.

Lynne: Auch deine anderen Blogs, die du hast, das sind auf qvcbeauty auch verlinkt. Ansonsten auf qvcbeauty.de, das ist in Sachen Beauty im Moment eigentlich so meine große Heimat. Man kann im Schnitt alle zwei Tage etwas Neues von mir lesen. Also ich schreibe ständig neue Beiträge und fotografiere und eben auch mit anderen Autoren zusammen. Das bin ja nicht nur ich alleine.

Miriam: Und wir erleben dich sehr oft in der Beauty Night und wir freuen uns auf den Tag, wo wir dich mal richtig vorstellen und dich mit in unsere rosa Sofa-Runde setzen können.

Lynne: Ja, und solange bleibe ich auf meinem Sofa und kuschle da noch ein bisschen mit euch mit.

Miriam: Vielen Dank, vielen Dank Lynne, vielen Dank fürs Zuhören. Wir freuen uns auch schon auf nächste Woche und auf alles, was kommt. Lynne, dir weiterhin viel Spaß bei allem, was du machst in Sachen Beauty, Pflege, Dekorativ, Make-up, wie auch immer.

Lynne: Dankeschön, dir auch.

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