Eine Minute noch. Hinter dem Vorhang 800 Menschen, davor blaues Notlicht, klappernde Zähne, ein Puls, der rast. Genau in diesen Moment steigen Miriam und Florian ein — und fragen sich dann: Wer hat eigentlich dieses Lampenfieber erfunden? Und was tun Menschen da drin überhaupt, das wir so nennen? Wenn du kurz vor Auftritten selbst schon geschlottert hast, wird dir manches hier bekannt vorkommen.
Eine Minute vor dem Auftritt
Miriam: Willkommen bei kontext*denken.
Miriam: Zwei Gehirne, ein Podcast.
Miriam: Mit den Themen, die das Leben so schreibt.
Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Miriam: Noch eine Minute.
Miriam: Was?
Miriam: Draußen vor dem Vorhang.
Miriam: Dieses Stimmengewirr.
Miriam: 800, 900 Menschen.
Florian: Oh, ich erinnere mich nicht daran.
Miriam: Durch den gedämpften Vorhang, der noch geschlossen ist.
Miriam: Hinter der Bühne fast dunkel.
Miriam: Nur diese Notbeleuchtung.
Florian: Man hört nur das leichte Schlottern der Knie.
Miriam: Blaues Licht, das Klappern der Zähne.
Miriam: Du hörst deinen eigenen Atem, du fühlst deinen eigenen Puls.
Miriam: Der rast.
Miriam: Gleich ist es soweit.
Miriam: Vielleicht erinnerst du dich.
Miriam: Was war doch das erste Wort, was du sagen wolltest?
Miriam: Um Gottes Willen.
Miriam: Was war der erste Satz?
Miriam: Wo ist überhaupt noch Sauerstoff?
Florian: Wo sind wir denn hier jetzt, Miriam?
Miriam: Wir sind in diesem Podcast kurz vorm Auftritt.
Miriam: Was?
Miriam: Ja, der Augenblick, der die meisten Menschen da draußen, Riesen aus Stahl, deutsche Eichen erzittern lässt.
Florian: Entschuldigung, kurze Pause, kurze Pause.
Florian: Was hat das denn mit NLP zu tun?
Miriam: Oh, so ein klassisches Arbeitsfeld für uns.
Miriam: Natürlich.
Miriam: Was meinst du, wo ich NLP zum allerersten Mal eingesetzt habe?
Florian: Also NLP, das neurolinguistische Programmieren, und in unserem kontext*denken-Podcast haben wir die letzten 147.000 Folgen dem Thema NLP gewidmet, weil Miriam und ich NLP-Trainer sind.
Miriam: Ich habe übrigens eine Kritik bekommen da neulich von jemandem, der schrub, unsere Anfänge sind manchmal etwas holprig.
Florian: Was?
Miriam: Ich finde, der heutige Anfang war reine Poesie.
Florian: Kein Widerspruch.
Florian: Sonst kriege ich sofort Lampenfieber.
Florian: Was?
Miriam: Ja.
Florian: Was ist denn Lampenfieber?
Woher kommt das Wort — und wer bringt es uns bei?
Miriam: Irgendeiner hat es erfunden.
Miriam: Und seit es jemand erfunden hat, haben das Milliarden von Menschen da draußen immer wieder.
Florian: Weißt du, was ich da mal gehört habe?
Florian: Was denn?
Florian: Dass es diese Studien gibt.
Florian: Oh, das google ich mal schnell.
Florian: Wo in den Studien festgestellt wird, dass Menschen tatsächlich mehr Angst davor haben, vor anderen Leuten zu sprechen, als davor zu sterben.
Florian: Ja, das ist sehr skandalös.
Miriam: Nur um das klar zu haben, kein Kind auf diesem Planeten kommt mit Lampenfieber zur Welt.
Miriam: Also Lampenfieber ist tatsächlich etwas, was irgendwann Kindern erklärt wird, dass es sowas gibt.
Florian: Weißt du, als ich jung war, hatte ich Lampenfieber?
Miriam: Wie jung warst du?
Miriam: Das ist nämlich die Frage.
Florian: Das war noch in der Grundschule und da habe ich festgestellt, dass wenn ich das Fieberthermometer an die Glühbirne halte, dass ich dann Fieber bekomme.
Florian: Das ist Lampenfieber für mich.
Florian: Meine Mama hat mich dabei dann mal erwischt, dann war es aus mit dem Lampenfieber.
Florian: Und ich dachte noch zu mir, was für eine tolle Strategie, und plötzlich Stopp, Ruhe, aus war es.
Miriam: Wenn einer den Schalter umlegt, ist ja in der heutigen Zeit sowieso mit diesen LED-Lichtern gar nicht mehr so einfach.
Miriam: Die sind ja nicht warm.
Florian: Die werden nicht mehr warm.
Florian: Die heutige Jugend kann das gar nicht mehr nachvollziehen.
Miriam: Denn der Begriff Lampenfieber kommt tatsächlich von dieser Hitze auch, die auf Bühnen früher war, als diese Scheinwerfer an sich noch geglüht haben.
Miriam: Und jetzt, ich habe es im Fernsehstudio beides noch erlebt, also die Zeit, wo wirklich ständig abgepudert werden durfte, seitens der Maskenbildner, weil diese Lampen das Studio so sehr aufgeheizt haben, dass irgendwann die beste Klimaanlage zumindest die direkt beschienene Fläche nicht mehr kühl bekommen hat.
Miriam: Jetzt sind diese Klimaanlagen in Studios, die irgendwann 1980, 1990, 1970 gebaut wurden, ausgelegt auf wirkliche Frosttemperaturen, um da ein bisschen gegenzuhalten.
Miriam: Heute gibt es diese heißen Lampen nicht mehr.
Miriam: Das heißt, wir schlotterten uns in den letzten Jahren im Fernsehstudio echt einen ab.
Miriam: Nur die Klimaanlagen, die waren ja nicht auszuschalten, die sind an oder aus.
Miriam: Also sehr, sehr cool.
Miriam: Und das ist zum Beispiel schon ein Teil des NLP, dass wir hier, oder ein Teil der Methodik, die wir zur Verfügung haben, um diesen Begriff Lampen und Fieber mal genauer unter die Lupe oder unter das Mikroskop zu legen.
Lampenfieber unter dem Mikroskop — eine Nominalisierung
Florian: Weil die Frage aus dem Meta-Modell der Sprache dann kommt, ja, Lampenfieber ist ja eine Nominalisierung, also da steckt ja ein Prozess dahinter.
Florian: Jemand tut irgendwas und wenn wir das sehen, dann sagen wir, ah, die Person hat Lampenfieber.
Florian: So als hätte die einen Rucksack dabei oder eine Handtasche.
Miriam: Drei Kilo oder acht Kilo Lampenfieber.
Florian: Und was ist schlimmer?
Florian: Ja genau, einen ganzen Einkaufswagen voll.
Florian: So, nur was ist denn das, was die Menschen tun an der Stelle, dass wir das so bezeichnen?
Miriam: Und wenn wir uns dieses Wortkonstrukt anschauen — im Deutschen dürfen wir ja ganz viele Hauptwörter aneinander bauen und bekommen noch immer eine andere Bedeutung dabei raus, also dieses klassische Teekesselchen — dann haben wir ja hier einmal das Wort Lampe drin und einmal das Wort Fieber.
Miriam: Kann eine Lampe überhaupt Fieber haben?
Miriam: Oder können wir Menschen so sein wie eine Lampe?
Miriam: Wenn wir angeschaltet werden, glühen wir, oder was?
Miriam: Also ich finde den, oder mein Gehirn versucht dann... Ja, Lampe führt zu Fieber wahrscheinlich.
Miriam: Irgendwas, Lampe führt zu Fieber.
Miriam: Nur dann hätten wir ja auch abends, wenn wir im Bett liegen, wenn die Nachttischlampe angeht, fupp.
Florian: Also es scheint nicht jede Lampe zu sein.
Miriam: Nur spezielle Lampen.
Florian: Nur spezielle Lampen.
Miriam: Könnten wir Menschen, die früher unter Lampenfieber gelitten hätten, dann helfen, indem wir sagen, tritt im Dunkeln auf?
Florian: Das ist fast so, wie sich die Menschen nackt vorzustellen, die im Publikum sitzen.
Miriam: Das ist fast so, wie ein Podcast aufnehmen.
Miriam: Ist ja auch ohne Lampe möglich.
Florian: Ohne Lampe.
Miriam: Alle Lampen aus.
Florian: Ich sehe auch nicht, wie viele Zuhörer wir haben.
Florian: Du siehst auch nicht, wie viele Zuhörer wir haben.
Florian: Oh Gott, wenn ich mir das jetzt vorstelle.
Miriam: Im NLP würden wir uns noch eine weitere Frage stellen, nämlich, wie machen Menschen sich überhaupt Lampenfieber?
Florian: Die Frage habe ich ja schon vor fünf Minuten gestellt.
Miriam: Habe ich nicht mitbekommen.
Florian: Gut.
Florian: Ich war voll fiebrig.
Florian: Wie funktioniert denn dann dieses, also, was darf ich denn tun, wenn ich jemanden ersetze?
Wie Miriam sich früher ihr Lampenfieber gemacht hat
Miriam: Willst du wissen, wie ich mir früher mein Lampenfieber gemacht habe?
Florian: Oh ja, erzähl mal.
Miriam: Menschen würden mir ja unterstellen — das war übrigens schon immer so — ich hatte Lampenfieber bis zum Geht-nicht-mehr.
Miriam: Meine Knie haben so gezittert, dass mein Kinn gezittert hat, weil meine Knie gezittert haben.
Miriam: Das hat einmal durch den ganzen Körper gezittert.
Miriam: So konnte ich Lampenfieber früher.
Miriam: Und Menschen haben immer gesagt, du bist so ruhig auf der Bühne.
Miriam: Du bist so entspannt, du siehst so locker aus da.
Miriam: Und in meinem Kopf war sowas wie, what?
Miriam: Genau, das ist überhaupt nicht entspannt.
Miriam: Scheinbar konnte ich es nach außen immer so ein bisschen verstecken, was da in mir drin brodelte.
Miriam: Und ich hatte unterschiedlich starke Zustände von Lampenfieber.
Miriam: Je ungewohnter eine Auftrittssituation mir war, desto stärker war das ausgeprägt.
Miriam: Und je mehr ich wusste, dass ich Lampenfieber haben kann, desto stärker habe ich es gebaut.
Florian: Um Gottes Willen.
Florian: Ein Teufelskreis.
Miriam: Weißt du, eines der schlimmsten Lampenfieber, das ich jemals hatte, war mein erstes Casting.
Florian: Wollen wir es wirklich wissen?
Miriam: Weiß nicht, du hast gesagt, du willst wissen, wie ich es gebaut habe.
Florian: Also nur, falls ich dich mal ersetzen sollte.
Florian: Also falls du mal nicht da bist und ich deinen Moderationsanteil übernehme, dass ich es dann auch richtig mache.
Miriam: Darf ich mich erinnern?
Miriam: Weil ich habe das ja heute nicht mehr.
Miriam: Damals hatte ich das noch.
Florian: Also es gibt Zeiten, in denen du das vielleicht mal hattest, und daneben gibt es neue Zeiten, in denen es nicht mehr da ist.
Miriam: Okay.
Miriam: Tendenziell war mir tatsächlich eher heiß als kalt.
Miriam: Ich habe überall gezittert, meine Hände, also die Extremitäten haben stark gezittert, meine Hände, mein Kinn, meine Zähne und meine Knie insbesondere.
Florian: Hast du im Rhythmus gezittert?
Miriam: Es hat zumindest alles gleich gezittert.
Miriam: Ich habe nicht mit den Händen anders gezittert als mit den Knien.
Florian: Hättest du das gekonnt?
Miriam: Weiß ich nicht, ich hab's nicht ausprobiert.
Florian: Das wär ja total lustig gewesen, dann wärst du ja wie so eine One-Man-Schlagzeug-Show gewesen.
Florian: Das ist ja, wie heißen diese Trommler, die überall auf einem rumtrommeln?
Florian: Da gibt's doch diese Band, die so mit Besen... Ja, ich weiß, was du meinst.
Miriam: Die sind, ja...
Florian: So was wärst du ja gewesen.
Florian: Oder so ein, ja, dein eigenes Drumkit.
Miriam: Wenn du so weitermachst, kann ich mich nicht mehr erinnern, wie das war.
Florian: Tatsache.
Miriam: Ja, das fällt mir dann schwerer.
Miriam: So, und jetzt?
Florian: Vielleicht will ich es auch gar nicht mehr so genau wissen, wenn ich jetzt so drüber nachdenke.
Miriam: Ja, ich hab eigentlich auch gar keine Lust, darüber zu reden.
Miriam: Ich achte zum Beispiel wie ein Haftbich darauf, dass unseren Kindern sowas nicht beigebracht wird, oder dass wir hier zu Hause vehement dagegen vorgehen, dass da das Wort Fieber, also Krankheit im Boot ist.
Miriam: Weil Menschen sich oft Krankheiten so ausgeliefert fühlen.
Miriam: Und da kann jetzt nur ein Arzt helfen.
Faust als Musical und der innere Flugbegleiterknopf
Florian: Ich habe ja letztes Jahr mitgespielt in der Theatergruppe Assenheim, in der Miriam auch dieses Jahr wieder das Musical spielt.
Florian: Dieses Jahr 40-jähriges Bestehen der Theatergruppe und es wird Faust als Musical gespielt.
Miriam: Und ganz anders, ja.
Florian: Und ganz anders, genau.
Florian: Weil auf jeden Fall wird es witzig.
Florian: Ganz anders.
Miriam: Ja.
Miriam: Ich werde singen und tanzen.
Miriam: www.tegas.de, wer das singende, tanzende, klingende, hüpfende Miri sehen möchte.
Florian: Darfst du verraten, welche Rolle du hast?
Miriam: Ja, nur die kennt niemand aus dem Stück.
Miriam: Das eine dazu Erdachte, damit es überhaupt Musical wird.
Miriam: Ich bin das Musical.
Miriam: Der Start bin ich.
Florian: So, als ich letztes Jahr mitgespielt habe, da habe ich das ja schon bei manchen von den anderen, vielleicht auch neuen Schauspielern oder neuen Musical-Darstellern mitbekommen, dass die sich dann erkundigt haben, wie viele Leute da jetzt sitzen, oder die sind zum Vorhang gegangen und haben vor der Aufführung durch den Vorhang gelinst, um zu sehen, wie viele Leute da draußen sitzen.
Florian: Fand ich ja jetzt von der Strategie her nicht so brillant, weil egal ob ich gucke oder nicht, die sitzen halt da.
Miriam: Das ist deine Strategie.
Florian: Und die Entscheidung, da rauszugehen, die hast du ja auch schon getroffen an der Stelle.
Florian: Das heißt, jetzt ja auch gut.
Miriam: Ich glaube, dass manche das überdenken würden.
Miriam: Ich kenne das bei Florian, wenn wir Achterbahn fahren gehen.
Florian: Und eine spannende Frage, an welchem Punkt ich anfange zu überlegen, ob das eine gute Idee war.
Miriam: Es ist kurz vor ganz oben.
Miriam: Es ist nicht ganz oben.
Miriam: Es ist kurz vor ganz oben.
Florian: Und wenn es dann einen Flight-Attendant-Knopf gäbe, wenn ich die Flugbegleiterin oder die Achterbahnbegleiterin rufen könnte, an dem Punkt, wo sie uns über dem Absturz sozusagen hängen lassen mit der Achterbahn, da, wo wir schon runtergucken können, wo es gleich runtergeht, wenn ich da die Option hätte zu sagen, Ding, Ding, Ding.
Florian: Halt!
Florian: Ich würde gerne doch aussteigen.
Florian: Ich habe mir das jetzt angeschaut hier an dieser Stelle.
Florian: Wer sich das ausgedacht hat, der hat doch einen Vogel.
Florian: Und während ich das noch denke, geht's los.
Florian: Und dann ab da ist ja alles gut.
Miriam: Und ich sitze neben Florian und wirklich lache mich durch diesen Sitzgurt durch.
Miriam: Das ist so witzig.
Miriam: Florians innere Stimmen sind quasi zu sehen an diesem Punkt.
Florian: Ja, die drücken den inneren Flugbegleiterknopf.
Florian: Ding, ding, ding, ding.
Florian: Ich verstehe meine eigenen Stimmen schon gar nicht mehr.
Florian: So laut dingelt es in mir.
Florian: Ja.
Florian: Nur es kommt keiner.
Florian: Ja.
Florian: Es ist Ruhe.
Miriam: Ja.
Miriam: Hervorragend.
Miriam: Hervorragend.
Florian: Und manchmal auf dem Außenlautsprecher kommt dann sowas wie, zu Miriam sowas wie, wieso tun wir das eigentlich?
Florian: Mhm.
Florian: Und dann geht es runter und es geht ja automatisch dann los und irgendwann ist halt einfach der Punkt und dann fängt es an Spaß zu machen.
Miriam: Ja genau.
Florian: Und ab da hat sich die Frage auch erledigt und ab da ist sowieso ganz anders.
Miriam: Ja.
Florian: Spannend ist, ich stelle mir diese Frage nicht in der Schlange.
Miriam: Nee, wir stehen manchmal eine halbe Stunde an, um diese Fahrt zu machen.
Miriam: Deswegen lache ich ja noch mehr, wenn Florian neben mir sitzt.
Miriam: Und ich sehe schon so 10, 15 Meter, bevor wir ganz oben sind, dieses Gesicht.
Miriam: Ja, so geht es manchen vielleicht auch vorm Auftritt, wenn sie könnten.
Miriam: Und dann ist es vielleicht gar nicht so verkehrt, dieses Bing, Bing, Bing, Bing, Bing, Bing sich vorzustellen.
Miriam: Ja, wie das auf einmal so im Kopf ist, statt allem anderen, was da so läuft.
Miriam: Ja.
Miriam: Ja.
Techniken: Stop it, im Takt rappen und die Opern-Diva
Florian: So.
Florian: Das heißt, was macht man denn jetzt?
Florian: Also was ist denn unser Tipp, den wir jetzt mitgeben, wenn jetzt jemand früher hier fiebriges, also seinen Fieberthermometer an die Lampe gehalten hat?
Florian: Was machst du denn dann?
Miriam: Ich würde, bevor überhaupt die nächste Situation kommen würde, würde ich das schon mal innerlich abklären mit mir.
Miriam: Ob ich es akzeptieren möchte, ob du da draußen es akzeptieren möchtest, dass es diese Krankheit gibt, weil es ist eine der wenigen solchen, von denen wir Menschen auch einfach behaupten können, dass es sie nicht gibt.
Miriam: Weil es gibt kein medizinisches Buch, in dem das drinsteht.
Florian: Oh, jetzt kramt bestimmt einer nach dem Ross.
Miriam: Es ist kein medizinisches Buch, nicht medizinisch, nicht Medizinstudium, Lampenfieber, sorry.
Miriam: Nur alle Menschen behaupten das.
Miriam: Das ist übrigens das Schlimmste, wenn irgendeins zu unserem Achtjährigen hingeht, von den Lehrern oder Erziehern oder Musikpädagogen.
Miriam: Na, bist du schon aufgeregt?
Miriam: Zum Beispiel.
Miriam: Was?
Miriam: Was ist denn da für eine Vornahme drin?
Miriam: Hattest du da kein Lampenfieber?
Miriam: Und das Kind, was?
Miriam: Was ist das denn?
Miriam: Und ich sehe mich als Mutter so in Slow Motion, weißt du, wie ich Anlauf nehme, da reinspringe in diese Situation mit ausgestrecktem Arm und gefletschten Zähnen, um dem Kind zuzurufen, nein!
Miriam: Und der Erzieherin oder wer auch immer das gerade gesagt hat, sowas wie, sei still!
Miriam: Ja, weil ich wirklich nicht möchte.
Miriam: Ich hatte, bis ich neun war, wusste ich nicht, dass es das gibt und hatte es auch nie.
Florian: Und dann?
Miriam: Und irgendwann erklärte mir tatsächlich mein Klavierlehrer, dass es sowas gibt.
Florian: Und dann, ab da, hattest du es eine Weile.
Miriam: Ich kann dir sagen, was beim nächsten Auftritt passiert ist.
Florian: Ach, wir wollen es gar nicht so genau wissen.
Florian: Und die einzige Reaktion, kennst du diesen Monty-Python-Sketch?
Florian: Sind es die Monty Pythons?
Florian: Ein Sketch aus Großbritannien, wo eine Frau zum Psychiater kommt und ihn fragt, was sie tun soll, und er immer nur einfach sagt, Stop it!
Florian: Das ist doch das, was an so einer Stelle das einzig Sinnvolle wäre, oder?
Florian: Der Klavierlehrer setzt an und die ersten Stimmen kommen und im Kopf passiert einfach nur ein Stop it, und dann ist Ruhe.
Florian: Ja, exakt.
Florian: Die einzige Reaktion an dieser Stelle.
Florian: Oder, falls du schlottern möchtest, dann wäre es sinnvoll, wenn du im Kopf deinen Lieblingssong hörst, weil dann kannst du ja dein Kinn mit den Marimbas schlottern lassen und deine Knie mit dem Double Bass schlottern lassen und die Zähne im Takt der Kuhglocke.
Miriam: Also mindestens mal im Takt mit allem.
Florian: Mindestens mal im Takt, genau.
Florian: Wenn du deinen Lieblingssong hörst und im Takt klar warst, kannst du auf die Bühne gehen.
Miriam: Du kannst natürlich auch deinen eigenen Takt nehmen und kannst dazu was rappen.
Miriam: Ja, das geht innerlich.
Miriam: Also statt eben irgendwelchen komischen Kram im Kopf zu haben, dann diesen Takt zu nehmen, den der Körper vorgibt, und dazu dann einen Rap.
Miriam: Und es hilft.
Miriam: Volle Kanne.
Miriam: Manche Menschen sagen sich ja solche Dinge wie, das wird jetzt alles ganz gruselig, das wird jetzt alles ganz schwer, oh Gott, da sitzen die jetzt alle schon, die atmen alle.
Florian: Das wird jetzt alles ganz gruselig.
Miriam: Die achten jetzt bestimmt, die merken alles, was ich falsch mache.
Miriam: Und dann kommt sozusagen der Takt, der macht, keine Ahnung, boom, boom, boom.
Miriam: Oder wenn wir vom Zittern ausgehen.
Miriam: Und dann kannst du dazu sowas rappen wie, oh Gott, da sitzen sie schon alle und sie achten bestimmt auf meine Fehler.
Miriam: Und was passiert dann, wenn sie das auch so... Alter ey, da kannst du so ein Rap dazu machen.
Miriam: Oder, was du auch machen kannst, ist, diese inneren Quatsch-Stimmen da, die da sind, die irgendwas erzählen von Katastrophen, die kannst du natürlich auch klingen lassen wie eine Opern-Diva, die dann sowas singt.
Miriam: Die singt, oh Gott, da sitzen sie und alle starren mich an.
Miriam: Es geht.
Miriam: Es klingt völlig verrückt, nur das hilft was.
Miriam: Also mach's nicht nach außen.
Miriam: Ich hab das schon getan, da gucken Leute einen schräg an.
Florian: Wobei im Musical ist es vielleicht auch ganz okay.
Miriam: Warmsingen.
Florian: Du könntest warmsingen dann.
Florian: Ich war warmsingen und der Text ist aus Miris Lampenfiebersong.
Miriam: Miris Ex-Lampenfieber.
Florian: Ex-Lampenfieber ist auch lustig.
Florian: Ich habe mich von meinem Lampenfieber getrennt.
Florian: Ich habe festgestellt, wir passen einfach nicht zusammen.
Miriam: Oder verkauf mal 8 Kilo Lampenfieber auf eBay.
Von Champagnerprickeln und dem Abschied vom Lampenfieber
Florian: Wobei tatsächlich, was ich gemerkt habe, auch im Musical, es ist ganz schön, so ein bisschen Energie dabei zu haben auch.
Florian: Also so ein bisschen Aufregung vor der Show, das fand ich ganz nett.
Florian: Das hat oftmals so meinen Auftritt beflügelt.
Florian: Also da war ich dann sehr aufmerksam und war dann sehr da.
Florian: Das ist ja die andere Medaille.
Florian: Pass auf.
Florian: Die andere Seite der Medaille.
Miriam: Eine Unterspannung, so nennen wir das im Theaterdeutsch, wollen wir natürlich auch nicht haben.
Miriam: Jetzt könnten einige da draußen sagen, das geht doch auch gar nicht.
Miriam: Vor einem Auftritt unterspannt, ich sag dir, das geht.
Miriam: Ich habe zu meinen besten Zeiten im Fernsehkaufhaus, Homeshopping bei QVC als Moderatorin, an fünf Tagen in der Woche, drei Stunden pro Tag live, ich bin immer davon ausgegangen, für ein Millionenpublikum gesendet.
Miriam: Am Anfang war da tatsächlich dieses, was Menschen Lampenfieber nennen.
Miriam: Schon nach vier Wochen war das einfach nicht mehr da.
Miriam: Es war einer angenehmen, prickelnden Aufregung, so ein bisschen wie vor Weihnachten, gewichen.
Miriam: So dieses Gefühl, boah, toll, spannend, jetzt geht's gleich los.
Miriam: Das hielt relativ lange, so ein Jahr lang.
Miriam: Und dann setzte etwas ein, von dem ich geglaubt hätte, dass es nicht möglich ist, dass es das gibt.
Miriam: Ich bin in dieses Fernsehstudio gegangen, wie ich in unser heimatliches Wohnzimmer gehe.
Miriam: Ich habe mich da hingerockt, fünf Minuten vor Sendebeginn, habe noch geschnackt mit dem Menschen, der im Studio alles dekoriert hat, und mit dem Kameramann, mit meinem Interviewpartner, und wenn mein Regisseur über mein Öhrchen, was ich da trug, also diesen kleinen Speaker im Ohr, über die Intercom, wenn der gesagt hat,
Miriam: Noch 30 Sekunden, habe ich gedacht, oh, es geht ja schon los.
Miriam: Mensch, habe ich gar nicht darauf geachtet.
Miriam: Das war meine Einstellung.
Miriam: Das heißt, ich durfte mich bewusst daran erinnern, dass da jetzt Menschen draußen sitzen, die uns zugucken.
Florian: Du wirst entspannter und entspannter und eben lockerer und lockerer, so öfter du sowas tust.
Miriam: Genau.
Miriam: Und so ein bisschen Champagnerprickeln ist voll schön.
Miriam: Und da hinzukommen, das ist Sinn und Zweck.
Miriam: Und dafür haben wir dir jetzt in diesem Podcast schon ganz, ganz viele Techniken aus dem NLP gezeigt und sogar vorgemacht.
Zeigen im Podcast, Seminartermine und ein Moment der Stille
Florian: Gezeigt geht doch gar nicht.
Florian: Wir waren in einem Podcast.
Miriam: Bitte was?
Florian: Was?
Florian: Wie willst du denn hier was zeigen?
Miriam: Demonstriert.
Florian: Demonstriert ist auch ein Verb der visuellen Wahrnehmung.
Miriam: Echt?
Miriam: Gibt es kein auditives Demonstrieren?
Miriam: Ich habe gesungen.
Florian: Das stimmt.
Miriam: Ich habe gerappt.
Miriam: Das stimmt.
Miriam: Was willst du denn noch?
Florian: Bing, Bing, Bing hatten wir auch.
Florian: Vielleicht folgt jetzt einfach ein Moment der Stille am Ende des Podcasts.
Miriam: Meditativ.
Florian: Meditativ.
Miriam: Ist auch schön.
Florian: Ja, so eine, was wir bräuchten wäre ein großer Gong.
Miriam: Bong.
Florian: Und dann ein Moment der Stille.
Florian: Wir sehen uns vor allem nicht in zwei Wochen wieder, sondern wir sehen uns nächstes Mal.
Florian: Florian, was ist denn los?
Florian: Wir waren so gut unterwegs.
Florian: Das hat so gut geklappt, diese Folge.
Florian: Und jetzt am Schluss.
Florian: Und dann?
Miriam: Jetzt am Schluss demonstrieren wir noch ein bisschen, dass Menschen uns besuchen können in Seminaren.
Miriam: Du kannst uns besuchen.
Miriam: Du kannst bei uns Ausbildung machen.
Miriam: Du kannst dich für immer von diesem Lampenfieber verabschieden.
Miriam: Wenn du es nach diesem Podcast noch nicht ganz alleine hinbekommst.
Miriam: Mach den Practitioner bei uns.
Miriam: Und dann geh auf eine Bühne, in welcher Größe du auch immer willst.
Florian: Wir haben Anfang nächsten Jahres einen Practitioner im Februar.
Miriam: Richtig.
Florian: Die Daten bekommst du gerne per E-Mail von uns von info at kontext*denken.de. Kann ich dir sagen, es ist vom 14. bis 24. Februar.
Miriam: Wow.
Miriam: Und wir haben ein NLP Basic vom 14. bis 16. Januar.
Florian: Das ist der Schnuppereinstiegskurs, um mal einfach mit den Zehenspitzen hineinzufühlen, was so NLP eigentlich ist und ob die Mythen und Herausforderungen und die Legenden wahr sind.
Miriam: Ich mag so einen epischen Abschluss von einem Podcast.
Miriam: Ja, finde ich gut.
Miriam: Was natürlich auch immer geht, ist uns einfach mal Fragen zu stellen über info at kontext*denken.de.
Miriam: Wir stehen da gerne persönlich zur Verfügung.
Miriam: Also der Herr Groß steht da gerne persönlich zur Verfügung.
Miriam: Nimmt sich die Zeit.
Florian: Ich wurde gerade verfreiwilligt.
Miriam: Das ist ein schönes Wort.
Miriam: Verfreiwilligt werden.
Miriam: Ich fühle mich auch ganz verfreiwilligt.
Florian: Wir hören uns, äh, nein, wir sehen, was?
Florian: Wir fühlen, fühl doch mal rein, wie es wäre.
Florian: Du hörst unseren Podcast nächste Woche auch wieder, am Dienstag, mit zwei Gehirnen und zwei Mikrofonen.
Miriam: Tollen Themen, tollen Themen.
Miriam: Zum Thema NLP.
Miriam: Ja, sensationell.
Florian: Bis nächste Woche.
Miriam: Bis dann.
Miriam: Ciao.
Florian: Tschüss.
Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite.
Miriam: Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.