NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 128

Angst vor dem Scheitern

Wie sag ich’s meiner Familie?

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In dieser Folge

Darum geht es

Tolle Pläne, wunderschöne Träume, phantastische Ideen – laut einer Statistik werden 95% davon niemals umgesetzt, weil die großartigen Gehirne, die sich diese Innovationen ausgedacht haben, gleichzeitig zu viel Angst vor einem möglichen Scheitern haben. Manchmal geht es um investiertes Geld, häufig sogar eher um das „Eingestehen“, vor der Familie, Geschäftspartnern, dem Ehemann und -frau oder und vor allem sich selbst. Wann lernen wir Menschen, dass Scheitern etwas ist, wofür manche sich schämen? Und warum denken viele Menschen statt an die Ziele, die sie in ihrem Leben (manchmal auch durch vorgelagertes Scheitern) bereits erreicht haben, an alles, was schon mal scheiterte oder nicht glückte? Dieser Podcast greift sich Dein Glaubenssystem über „Was bedeutet erfolgreich und was bedeutet gescheitert?“ – deshalb Achtung: Ein Anhören ohne positive Nebenwirkungen ist quasi unmöglich. Scheitern oder nicht scheitern, das ist hier die Frage… viel Freude beim Hören und Dich selbst ein Stückchen besser kennen lernen. Achte einfach darauf, was in Deinem Kopf so alles, tollkühnes geschieht, während Du zuhörst…

Miriam und Florian arbeiten sich an der Frage ab, wo eigentlich die Grenze zwischen einem Fehler und dem Scheitern liegt – und wie viel davon reine Definitionssache ist. Miriam spricht offen über ihren eigenen inneren Dialog beim Planen neuer Projekte, über ihre gescheiterte Ehe und den Weg zur Fernsehmoderatorin. Florian bringt Fehlerkultur in agilen Teams, das Beispiel des Mannes mit den Straußenstiefeln und ein Bild vom Poker ins Spiel. Wer nach Angst vor dem Scheitern, Fehlerkultur, Umgang mit Rückschlägen, Perfektionismus, dem inneren Kritiker oder dem Mut zum ersten Schritt sucht, findet hier viel zum Weiterdenken.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Woran messen wir Erfolg?
  2. Fehlerkultur in der Theorie – und der grüne Gnom
  3. Der Mann mit den Straußenstiefeln – 30 Jahre, ein Traum
  4. Fehler oder Scheitern – wo verläuft die Grenze?
  5. Fallschirm, Fallschirmtuch und ein sicheres Sprungbrett
  6. Von der Zugspitze aus – kleine Treppenstufen zum großen Ziel
  7. Seminarhinweis und Abschied

Ein Vogelstrauß, ein Traum von federleichten Stiefeln und 30 Jahre Bastelei in Kalifornien. An dieser einen Geschichte drehen Miriam und Florian die Frage, die viele große Ideen nie über die Schwelle kommen lässt: Ab wann ist etwas eigentlich "gescheitert"? Miriam erzählt offen von ihrem eigenen inneren Dialog, den Schimpfworten von früher und dem Loch, das sie sich manchmal an der niederländischen Grenze buddeln möchte. Florian bringt Fehlerkultur, Poker-Blätter und die Zugspitze ins Spiel.

Woran messen wir Erfolg?

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Wenn jetzt diese Podcast-Folge heute nicht erfolgreich ist...

Florian: Woran merken wir denn... Woran würden wir denn merken, dass sie erfolgreich ist?

Miriam: Dass uns Menschen schreiben, die uns loben. Ich würde das daran merken.

Florian: Das ist dein Qualitätskriterium für Podcasts.

Miriam: Und wenn du mir die Zahlen vorliest, wie viele Downloads wir hatten.

Florian: Ist auch ein Qualitätskriterium. Für Erfolg.

Miriam: Ich rede ja von Erfolg.

Florian: Die Downloads über die Woche verändern sich nicht so viel. Also die steigen langsam an, ja, das stimmt. Das ist mehr so wie auf der Waage, gell? Ja. Diese Woche ist nicht wahnsinnig anders als letzte Woche, nur über die Zeit.

Miriam: Das ist lustig, das hat mir ja der Wettervogel vom Hessischen Rundfunk mal erklärt.

Florian: Der was denn?

Miriam: Hallo da draußen übrigens!

Florian: Hallo wird schon im Vorspann gesagt.

Miriam: Ja, und ich sag's immer nochmal persönlich.

Florian: Ja, jetzt schon ist sie in die Binsen gegangen, die Folge. Was hat dir der Wettervogel gesagt?

Miriam: Ich hab den mal gefragt, wie das so ist mit den Wetterprognosen. Also wie realistisch die tatsächlich sind, wie verlässlich. Und dann sagte er mir, dass so einen Tag vorher ist es relativ verlässlich. Da wird er so von einer 95%igen Wahrscheinlichkeit ausgehen, es ist nie ausgeschlossen, dass das Wetter sich sehr spontan verhält. Vor allem in Deutschland.

Florian: Das Wetter verhält sich.

Miriam: Ja, wird gesagt, 95 Prozent, einen Tag vorher. Also wenn ich heute gucke, wie das Wetter morgen ist bei den Wettervorhersagen, bekomme ich eine sehr präzise Auskunft und eine sehr verlässliche. Ab 48 Stunden wird es schon sehr viel vager. Also da sagt er, da haben wir noch so eine 60-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass das wirklich stimmt. Da kann sich noch viel, viel verändern in Deutschland, wenn wir uns die Statistiken der letzten Jahre ansehen, der letzten Jahrhunderte. Und er sagt, ab dann ist es Kokolores. Also ich brauche sozusagen nicht mehr als 72 Stunden nach vorne zu schauen in der Wettervorhersage. Da bekomme ich keine valide Aussage mehr darüber, wie das Wetter wirklich wird. Ich brauche keine Gartenparty danach auszurichten, keinen Indoor-Spielplatzplan, was auch immer. Es ist Humbug. Kann sich total verändern noch.

Florian: Mein Eindruck ist ja, eine gute Approximation ist, morgen wird es ungefähr so wie heute.

Miriam: Weil ich dir das auch schon mal erklärt habe, Florian. Weil er nämlich dann sagte, was sehr witzig ist beim deutschen Wetter, zu 75 Prozent.

Florian: Das ist der Goldstandard, an dem die sich messen dürfen mit ihren Vorhersagen.

Miriam: Genau, zu 75 Prozent ist das Wetter morgen so wie heute in Deutschland. Zu 75 Prozent. Das ist relativ hoch. Das heißt, du könntest selbst gut Wettervorhersager werden, wenn dich jemand fragt, wie wird das Wetter morgen? Und du sagst, so wie heute. Also gute Wahrscheinlichkeit, dass das zutrifft. Fand ich ganz gut, die Information. Bringt mir jetzt zwar nicht viel für meine Planung, nur fand ich ganz cool irgendwie.

Florian: Naja, das heißt, dass ich keine Wetterstation brauche, gell?

Miriam: Stimmt.

Florian: Wobei die ja relativ genau sind.

Miriam: Ja, die messen sehr genau, was jetzt ist. Und sagen für die nächsten 24 Stunden sehr genau, was passieren wird. Und danach?

Florian: Anybody's Guess.

Miriam: Darf jeder mitspielen.

Fehlerkultur in der Theorie – und der grüne Gnom

Florian: Was ist denn das Thema heute?

Miriam: Das Thema heute ist Angst vor Scheitern.

Florian: Angst vor Scheitern?

Miriam: Ja, also nicht vor Scheiterhaufen, sondern vor dem Scheitern.

Florian: Auch nicht Angst vor Scheiten.

Miriam: Nein, das erinnert mich an die dreizehneinhalb-Lebenskämpfen-Blaube. Da will ich jetzt nicht weiter nachdenken. Wo ist denn das? Ja, da gibt es doch diese komischen Beduinenvölker, die da durch die Wüste ziehen und sagen, wir sind die Gimpel mit dem Wimpel. Wenn zwei Scheite übereinander liegen in Kreuzform und brennen und ein weißer Hahn kreist darüber und der Schatten des weißen Hahns fällt auf die beiden gekreuzten Scheite, dann sprich seinen Namen in voller Länge aus.

Florian: Und dann? Keine Ahnung.

Miriam: Ja, ich liebe dieses Buch.

Florian: Ich dachte inzwischen wäre Scheitern in. Also gerade in der agilen Community, da wo ich immer unterwegs bin mit dem Coaching, da ist es sehr in. Die ganzen Unternehmen wollen eine Fehlerkultur etablieren.

Miriam: Zumindest in der Theorie, wenn ich das mal so anmerken kann.

Florian: Also in der Praxis gibt es richtig Ärger, wenn jemand was falsch macht. Nur in der Theorie ist es eine gute Idee, wenn viele Menschen viele Fehler machen, weil sie dann viel lernen.

Miriam: Tatsächlich, ich bin ausgebildete NLP-Trainerin. Ich habe mich viel mit mentalem Setup befasst. Ich habe meinen internen Dialog sehr gut im Blick und im Gehör. Ich bin mir dessen sehr bewusst, was ich mit mir mache, was ich mit meinen Gefühlen mache, mit meinem Körper, mit meiner Sprache. Und wenn wir neue Projekte planen, Florian und ich, dann sitze ich manchmal abends da und denke, ich würde mir gerne ein Loch an der niederländischen Grenze buddeln, mich da reinsetzen und warten, bis es vorbei ist. Und dann frage ich mich warum und dann kommt sofort die Antwort an Chancen. Ich könnte scheitern. Wie sage ich es meiner Mutter? Wie sage ich es meinem Vater? Wie sage ich es Florian? Wie sage ich es mir selbst? Wie ich es mir selbst sage, weiß ich. Da kommen Schimpfworte in mir hoch. Von früher.

Florian: Unfreundlich.

Miriam: Kam bis jetzt. Unfreundlich ist noch nett gesagt. So, was mache ich jetzt damit? Ich habe tatsächlich mit einer ganz lieben Freundin drüber gesprochen. Die kennt das total gut. Ich habe schon mit Kollegen im Theater, im Fernsehen, bei Filmproduktionen gesprochen, mit Trainerkollegen. Die kennen das alle. Die machen Sachen deshalb nicht. Tolle Sachen, weil sie sagen, wenn das schief gehen würde, würde ich mir das niemals verzeihen. Dass ich die Zeit da rein versenkt habe, dass ich meine Familie unter Umständen dann zeitlich vernachlässigt habe, dass ich Geld in die Hand genommen habe, dass ich Menschen verrückt gemacht habe mit der Idee. Ich will es nur mal aufrollen.

Florian: Ja, dann besser nicht machen. Ja. Gut, dann sind wir jetzt durch mit dem Podcast.

Miriam: Ist das diese klassische Angst vor der eigenen Courage? Ist es das? Ja, die kommt ja erst, wenn es schon begonnen ist. Da habe ich vielleicht was losgetreten. Puff.

Florian: Ich bin da irgendwo runtergesprungen und jetzt ist es tiefer als ich dachte. Ja, es ist spannend.

Miriam: Ich finde es ein super Thema.

Florian: Im Coaching kommt auch manchmal, gerade in dem Zusammenhang, das Thema auf, ja, wenn ich es jetzt machen täte und dann wird es funktionieren, wovor ich so lange Angst hatte. Was heißt das denn über die ganzen Jahre, die zwischendrin, also das ist ja auch ein Scheitern.

Miriam: Es ist witzig, wenn ich mein Leben betrachte, was das angeht. Also wenn ich jetzt große Ziele nehme, die ich in meinem Leben schon erreicht habe und ich darf über die reden, zum Beispiel bei Vorträgen auf Kongressen oder so. Ich werde Fernsehmoderatorin. Das ist ein Satz, der klingt wie ich werde Feuerwehrmann. Das stimmt. Und wenn ich überlege, wie viel Strecke dazwischen lag zwischen diesem Wunsch und bis der dann wahr geworden, bis ich den wahr gemacht habe oder bis der wahr wurde. Und was ich rückblickend sagen kann über die Zeit, in der ich nicht wusste, ob ich wirklich Fernsehansagerin werde, in der ich sogar bisweilen glaubte, ich werde es nie. Also was da alles passiert ist, welches Kopfkino, welche Übersprungshandlungen, welche anderen Dinge ich getan habe, die überhaupt nichts mehr damit zu tun hatten, aus der Not. Wenn ich jetzt zurückblicke, dann ist da wie so ein Dunst drüber, so als wäre das alles gar nicht so wichtig gewesen. Was dazwischen war. Das ist sehr schräg, mich dabei zu ertappen. Und es geht jetzt nicht nur um dieses große Ziel, ich arbeite beim Fernsehen vor der Kamera, sondern es geht auch um die vielen kleineren Dinge, für mich kleiner gefühlten Dinge, die ich in meinem Leben erreicht habe, die vielleicht noch größeren Dinge, die ich erreicht habe. Als sie dann auf einmal da waren und ich hätte vielleicht ein Jahr vorher noch behauptet, dass das niemals möglich ist. Zum Beispiel, dass ich so eine glückliche Beziehung lebe wie jetzt, das fühlt sich extrem groß an. Das fühlt sich an wie so der goldene Stein der Weisheit in meinem Leben, dass du da bist, Florian. Und das hätte ich vor sechs Jahren, hätte ich behauptet, dass das nicht möglich ist. Dass ich mal einen Mann so liebe zum Beispiel. Und wenn mich jemand gefragt hätte, ob ich das planen würde, hätte ich gesagt, joa, schon gern, nur ich halte es nicht für, also es wird auf jeden Fall, es wird entweder... Du hast das Angst vorm Scheitern dann? Ja, auch. Ich habe mich ja in Beziehungen scheitern sehen, jetzt hatte ich ja schon drei, vier, ne? Also ich bin ja auch einmal schon geschieden. Ich habe eine gescheiterte Ehe hinter mir, das ist das Wort scheitern in der deutschen Sprache vorprogrammiert sozusagen. Da ist nämlich die Ehe dann gescheitert, nicht die beiden Menschen, die die Ehe geführt haben, sondern eine gescheiterte Ehe. Wenn ich mir die vorstelle. So ein kleiner, grüner Gnom mit Hörnern. So sieht eine gescheiterte Ehe aus. Der sabert so. Und hat so einen Zylinder und einen Brautschleier an. Und hatscht so.

Florian: Also da kann ich das eher verstehen, dass Menschen vielleicht in einer Beziehung drinbleiben, wo sie schon länger das Gefühl haben, da passt was nicht und dann sagen, ja, ich will da nicht scheitern, weil sie Angst vor dem grünen Gnomen haben.

Miriam: War der gescheitert?

Florian: Nee. Da kann ich das eher verstehen. Wenn es so ein schönes Ziel ist, wie eine liebevolle Beziehung, da

Miriam: Ja, alle Ziele, TV-Moderatorin zu werden, waren ein mega Ziel. Und ich hatte dann tatsächlich irgendwann Angst, dass ich scheitere in dem Prozess schon, der da hingeht. Aus allen möglichen Gründen. Ich hatte nicht nur einen Grund zu scheitern, für mich gesehen, sondern viele, viele, viele, viele. Viele Hürden, über die ich hätte fallen können damals.

Der Mann mit den Straußenstiefeln – 30 Jahre, ein Traum

Florian: Ich habe gestern einen spannenden Artikel dazu gelesen. Fällt mir jetzt so ein. Wie es sich anfühlt, wenn man 30 Jahre einen Traum verfolgt und ihn nicht erreicht. Ja, die Message tatsächlich war so ein bisschen anders. Also da hatte ein junger Mann vor, der hat irgendwie einen Naturfilm gesehen Ende der 70er Jahre und da kamen Straußen vor. Der Vogelstrauß. Und die haben eine besondere Art und Weise wie der Fuß funktioniert und können dann so unglaublich schnelle Geschwindigkeiten laufen, sind das schnellste Landtier auf zwei Beinen, weil die quasi wie auf Federn laufen und jeder Schritt das Sprunggelenk auflädt und die dann dadurch schneller werden. Und er hatte dann die Idee, dass das doch toll wäre, wenn Menschen das auch könnten. Und er arbeitet da schon seit 30 Jahren dran. Und die Idee war mal größer und mal kleiner und er hat da auch Boots gebaut, die man benutzen kann und die man nicht benutzen kann und er hat mehrere Prototypen und immer so nebenbei in seinem Leben an dieser Idee gearbeitet und macht hauptberuflich tatsächlich was anderes. Und seine Patente laufen jetzt in ein, zwei Jahren aus, deswegen ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihm jetzt jemand hilft, relativ gering geworden inzwischen. Nur am Wochenende joggt er mit seinen Boots durch Kalifornien. Und hat da große Freude drin. Und er ist schon am nächsten großen Projekt auch dran. Er hat wieder die nächste Version dieser Boots hat er dann. Ist das scheitern? Also, deutlich, er hat sein Ziel nicht erreicht, dass er das auf den Markt bringt. Und ursprünglich war das Ziel mal, dass alle Menschen diese tollen Straußenboots benutzen. Und eben durch die Städte springen. Und du ziehst die an und das ist wie auf Wolken laufen. Und du rennst einfach durch die Stadt und bist selbst erstaunt, wie schnell du von einem Ort zum nächsten kommst. So, und das hat er nicht erreicht. Und jetzt?

Miriam: Liegt Scheitern im Auge des Betrachters? Sind wir da wieder in diesem berühmten NLP-Meta-Modell der Sprache? Was bedeutet Scheitern überhaupt für dich?

Florian: Soll es das wieder sein?

Miriam: Naja, tatsächlich habe ich auf dem Weg zu bestimmten Projekten festgestellt, dass Menschen anders als ich an sehr frühen Zeitpunkten eines Arbeitsprozesses von Scheitern sprechen, wo ich noch nicht das Gefühl hatte, dass wir überhaupt irgendwie in der Nähe von Scheitern sind.

Florian: Da konnten wir noch gar nicht abschätzen.

Miriam: Das war so viel zu früh für das, was wir da geplant haben oder das, was wir vorhatten. Und die sagten, das ganze Projekt ist zum Scheitern verurteilt.

Florian: Und da haben wir noch nicht mal richtig warm gelaufen.

Miriam: Dann war es so, dass es auch Augenblicke gab, wo ich dachte, okay, wir sollten uns hinsetzen und reden. Vielleicht ist jetzt noch ein guter Zeitpunkt, irgendwie Schadensbegrenzung zu machen und das Ding zu lassen. Und andere waren so, hä, wieso? Ist doch alles im Lot auf dem Boot. Also ich habe, ja, tatsächlich habe ich auch da wieder das Gefühl, Menschen besetzen den Begriff des Scheiterns unterschiedlich. Ich zum Beispiel sehe andere nicht so sehr scheitern wie mich. Das kommt auch noch dazu, als zusätzliche Dimension. Ja, ich verzeih sozusagen anderen, ich brauch gar nicht zu verzeihen. Ich denk immer, wenn jemand, so wie dieser Typ mit diesen Straußenboots, der hat die jetzt noch nicht fertig gebaut, vielleicht wird er sie auch liefern.

Florian: Er rennt damit durch die Gegend. Also schon Version X.

Miriam: Nur es sieht jetzt nicht so aus, als würden sie demnächst irgendwie bei QVC verkaufen. Jetzt stehen die also nicht vielen Menschen zur Verfügung, sondern nur ihm. Und das war nicht Sinn seines Projekts, das war nicht Sinn dieser 30 Jahre Arbeit. Nur, ich finde es trotzdem enorm, dass der dran geblieben ist, dass der das weitergemacht hat. Ich finde es super cool, dass der sich sowas ausdenkt, dass der das macht. Und wer weiß, vielleicht ist dadurch, dass er jetzt Presse hatte und dass jemand drüber geschrieben hat, vielleicht kommt jetzt einer und sagt, steck da mal ein Milieu rein.

Florian: Es gab schon Nachbauten aus China auch.

Miriam: Es gab schon Nachbauten davon. So, und da würde ich niemals von scheitern sprechen, sondern von, also succeeded. Er hat es geschafft, er hat diese Stiefel gebaut. Ich würde ihm herzlichen Glückwunsch sagen. Ich würde sagen, geil, cool, dass du dran geblieben bist.

Florian: Ja, nur er ist jetzt kein Multibillionär, der sich zur Ruhe setzen kann.

Miriam: Das stimmt. Und spannend wäre ja, was er dazu sagt, also wie stolz er auf sich ist, dass er bis dahin gekommen ist.

Florian: Tatsächlich war ja, das ist die Kehrtwende in der Geschichte, wo sie eben von 30 Jahre Scheitern sprechen oder von 30 Jahre Fehler sprechen und es gar nicht so rausklingt. Also es ist vielleicht eine ganz andere Geschichte gelaufen, als ursprünglich gedacht oder als er sich ursprünglich mal ausgemalt hat. Nur er hat ein schönes Leben gelebt, zwischendurch. Und dann könnte man jetzt sagen, der Weg ist das Ziel. Und war es in dem Fall vielleicht auch einfach.

Miriam: Und es gibt ein Produkt, es gibt ein Outcome.

Florian: Es gibt es, ja. Und wenn sich eben halt herausstellt, ja, es ist einer Zeit vielleicht voraus oder es gibt weniger Kunden dafür als gedacht und dann ist die Frage, was ist das, was du jetzt damit tust, mit der Lernerfahrung, die du gemacht hast? Was ist das, was du da rausziehen möchtest? Und die Frage ist einfach nur, was ist deine Intention, wo soll es hingehen? Weshalb tust du das, was du tust? Und daran messt sich für mich ja dann das Scheitern oder das Lernen oder wie auch immer. Scheitern und Lernen ist ja fast das Gleiche. Scheitern ist ja eine Form von Lernen.

Miriam: Eine mögliche. Ich finde es die unangenehmere.

Fehler oder Scheitern – wo verläuft die Grenze?

Florian: Und manchmal ist es die schnellere. Also ich bin ja bei vielen Kunden auch zum Beispiel mit IT-Projekten unterwegs, wo wir uns dann im kleinen Kreis in einem Team denken, wow, was die Welt jetzt braucht, ist eine App, auf der man sehen kann, wo der nächste frische Kaffee in meiner Nähe ist. Und dann denken wir vielleicht, wow, das ist eine mega Geschichte, da programmieren wir eine iPhone-App drauf. Und dann machen wir die und dann benutzt die vielleicht niemand. Und dann denken wir, ja, hm. Und die Frage ist, wie lange war der Prozess, den wir gebraucht haben, um diese App rauszubringen? Wenn es nur ein, zwei, drei Tage waren, dann war das vielleicht ein sehr schneller Weg, um was über die Welt da draußen zu lernen. Wenn wir dafür natürlich 17 Jahre gebraucht haben, kann ich verstehen, dass das sich irgendwie komisch anfühlt.

Miriam: Hat das auch was damit zu tun, wie sehr sich Menschen an ihrem Bild von Erfolg messen? Also wie gut ein Mensch sich selbst findet aufgrund von erfolgreichen Taten? Oder wie furchtbar das für den einen oder anderen da draußen ist? Ich möchte da wirklich nochmal drauf eingehen, weil so einfach empfinde ich es nicht, sonst hätte ich das Thema auch nicht ins Spiel gebracht. Ich habe das, tatsächlich habe ich das bei mir, immer noch.

Florian: Und ich finde den tatsächlich nicht so schlimm, also es ist halt ein Weg zu lernen. Und manchmal ist es ein sehr schneller Weg zu lernen. Also wenn jemand eine große Angst vor irgendwas entwickelt, weil er mal eine schlechte Erfahrung oder sie mal eine schlechte Erfahrung gemacht hat, dann ist das quasi wahnsinnig schnelles Lernen. In einem einzigen Versuch für den Rest des Lebens was gelernt. Zum Beispiel, wenn ein Kind auf die Herdplatte langt, auf die heiße. In einem Versuch unglaublich viel gelernt über Herdplatten für den Rest des Lebens.

Miriam: Ist das Scheitern?

Florian: Wo ist der Unterschied zu anderem Scheitern? Das ist ja dann wirklich, dann sind wir wirklich dabei. Ab wann ziehst du die Grenze zwischen einem Fehler und Scheitern?

Miriam: Ja, oder einem physikalischen Versuch und Scheitern. Also ich kann auf heiße Herdplatten fassen und durch Kerzenflammen greifen und ich kann meine Hand in Eiswasser halten. Das sind ja Dinge, die Kinder ganz gerne machen. Oder ich kann Sand essen und schauen, wie das sich noch Tage später zwischen Zähnen anfühlt.

Florian: Und wie ist denn jetzt der Unterschied zu, wir bringen eine neue iPhone-App raus oder wir denken, dass irgendwas... Der Unterschied zwischen einem Fehler und Scheitern ist Geld. Auch.

Miriam: Renommee, also einem Kind.

Florian: Und du darfst dir die Frage da draußen gerne mal stellen.

Miriam: Ja, bitte, mach doch, deswegen tun wir das.

Florian: Ab wo ist es kein Fehler mehr, sondern es wird jetzt Scheitern? Und wo hört Scheitern auf und was kommt danach?

Miriam: Guck mal, wie spannend, oder? Wie spannend ich da ticke. Das ist doch cool. Ein Kind, das seine Hand auf die Herdplatte legt, dem sage ich so, sorry, tut jetzt weh, wir verarzten das. Nur, das passiert offensichtlich Millionen von Kindern und die kommen auch immer wieder nach. Also es gibt immer wieder Kinder.

Florian: Da draußen gibt es ganz viele Leute, die irgendwelchen Blödsinn machen, jeden Tag. Und die damit mehr oder weniger auf die Nase fallen. Und da draußen gibt es ganz viele Leute, die was ausprobieren und das ist eben das Ding. Du tust was, du gehst da raus und du machst was. Du probierst was aus, weil das ist das Einzige, wie du rausfindest, was passieren wird. An manchen Stellen. Manchmal können wir drüber hirnen. Da sind wir jetzt voll in meinem Thema drin. Viele Menschen sitzen viel zu lange zu Hause und denken drüber nach, was alles passieren könnte oder wie toll alles wäre, wenn sie was täten und dann tun sie nichts. Das ist dann die Angst vor dem Scheitern. Und dann machen sie nichts. Und vielleicht passiert was und vielleicht auch nicht. Also vielleicht ist die App eine Next-Coffee-App. Vielleicht ist die ganz großartig, nur wir werden es nicht rausfinden, solange wir es nicht ausprobieren.

Miriam: Das stimmt. Nach meiner gescheiterten Ehe hätte ich meine beiden Hände dafür verwettet, dass ich die nächsten fünf bis zehn Jahre keinen Mann an meiner Seite habe.

Florian: Dann hättest du Klavier mit der Nase gespielt.

Miriam: Ich würde jetzt, glaube ich, mit der Nase spielen schon seit vier Jahren. Ja, das stimmt.

Fallschirm, Fallschirmtuch und ein sicheres Sprungbrett

Florian: Und die Frage, also, ja, das ist klar, also manchmal ist es eben sich was wagen. Und Miriam ist mir da tatsächlich eine unglaubliche Hilfe bei. Ja, jetzt, oh, jetzt guckt sie ganz traurig. Das könnt ihr nicht sehen, nur sie guckt jetzt ganz traurig. Weil grundsätzlich ist das Muster, das bei Miriam und mir passiert, das war früher so. Das war früher so.

Miriam: Das hat sich geändert, wirklich.

Florian: Miriam sieht irgendwo eine Option und denkt sich so, ich spring mal, ich mach mal was, du tust mal was. Und an der Stelle wäre ich ja eher so hingegangen und hätte gesagt, puh, wer weiß, was da alles passieren kann. Und dann ist Miri schon lange gesprungen und ich so, äh. Und dann hüpfe ich hinterher. Und ich habe immer einen Fallschirm dabei. Und ein Sprungtuch unten aufgestellt. Und das ist ja einfach die Frage. Also kann ich meine Lernerfahrungen so strukturieren, dass sie sicher sind? Also dass ich in der Umgebung tolle Erfahrungen mache, egal was passiert. Und in weiten Teilen ist die Antwort, glaube ich, ja.

Miriam: Das stimmt. Das stimmt.

Florian: Wenn du dich vorher drum kümmerst, wie du was lernen kannst über das Leben und die Welt da draußen und gleichzeitig Spaß hast, egal was dabei rauskommt. Das ist doch gut.

Miriam: Ich bin dran.

Florian: Das Witzige ist, dass ich dann, und deswegen, also, scheitern ist tatsächlich nicht in meinem Aktiv-Wortschatz.

Miriam: Das stimmt.

Florian: Dafür tue ich zu viel mit diesen Teams und Organisationsentwicklungen, dafür bin ich zu viel in Kontexten, wo vorher niemand weiß, was die richtige Wahl ist. Also wir haben eine riesen Auswahl an Möglichkeiten, an Dingen, die wir alle tun könnten. Und keiner weiß, welche richtig ist vorher. Sondern erst wenn du was tust, findest du raus, wie gut es war. Und das bringt uns einen kleinen Schritt weiter. Und das ist das, wie weite Teile von Kulturveränderungen in Firmen für mich ablaufen. Und wir können es einfach nicht aushirnen.

Miriam: Wir können es nicht aushirnen. Ja, ich habe das schon, glaube ich, zwei oder drei Mal in diesem Podcast betont. Wenn es da draußen irgendwo einen Trainer und ein Seminar gäbe für in die Zukunft schauen verlässlich, ich würde es buchen, egal was es kostet. Ja, genau. Und bis jetzt gibt es da noch nicht, es gibt dieses Angebot noch nicht, zumindest nicht so verlässlich, wie ich mir das vorstelle, dass es dann auch wirklich ist und da das offensichtlich nicht geht, da es nicht möglich ist, präzise vorher, selbst der Wetterfrosch beim Hessischen Rundfunk kann nicht präzise sagen. Wie das Wetter in zwei oder drei oder vier Tagen ist oder nächste Woche, wenn es für uns wichtig wäre.

Florian: Ich frage mich manchmal auch, was ist die Metapher oder was ist der innere Vorgang, den manche Menschen da haben? Das ist ja so wie, wenn man Texas Hold'em Poker spielt und du bekommst zwei Karten ausgeteilt auf die Hand und das beste Blatt, was du bekommen kannst, sind zwei Asse. Und du hast diese zwei Asse bekommen im Leben. Du startest mit einem mega guten Blatt und Gewinnwahrscheinlichkeit 80%. Oder Roundabout. Und dann, manche Menschen sitzen dann die ganze Zeit vor diesen Karten und denken sich, wow, wie gut. Boah, mega! Und das Spiel um sie rum läuft schon weiter. Und der einzige Weg rauszufinden, was mit diesen Karten wirklich geht, ist einen Einsatz zu machen. Und ist da rauszugehen und zu sehen, was passiert dann, wie reagiert es drauf. Und ja, manchmal ist es dann einfach die Antwort, cool, bei der nächsten Runde spiele ich wieder mit. Und manchmal ist die Antwort eben auch, boah, 80% Gewinnwahrscheinlichkeit, voll gut. Der Trick ist, du darfst einfach rausgehen und was tun. Weil ansonsten, die spielen ohne dich. Und dann hast du dieses schöne Blatt auf der Hand und alle gucken von außen und denken sich, wieso nicht genutzt?

Miriam: Das stimmt.

Florian: Und wie langweilig... Das ist jetzt einfach gesagt. Das wäre ja das, was andere Trainer dann sagen würden. Wie langweilig ist es? Wie langweilig wäre es, wenn wir wüssten, was passiert, wenn wir was täten? Wo ist dann die Spannung oder der Spaß?

Miriam: Ja, das war doch die Kollegin, die mir gesagt hat, würdest du die Kinokarten für einen Film kaufen, wenn du wüsstest, wie der ausgeht?

Florian: In manchen Filmen ja. Guck mal. In manche Filme würde ich reingehen. Wir gucken manchmal Filme zum zweiten, dritten, fünften Mal, weil die Filme schön sind.

Miriam: Ja, das stimmt. Und in den meisten Fällen würde ich dann nicht ins Kino gehen dafür. Also wenn ich schon wüsste, wie es endet oder gerade wenn es um eine spannende Geschichte geht und nicht um eine Dokumentation oder so, glaube ich nicht. Ich mag das, mich aufs Ende zu freuen oder mitzurätseln oder zu schauen, wie sich das so entwickelt. Ich mag es, zurückzublicken auf mein Leben und zu schauen, wo habe ich denn schon große Ziele erreicht und wusste vorher nicht, dass ich die erreichen kann oder wie, überhaupt wie. Ich hätte keine Ahnung gehabt, wie. Wie soll ich denn Fernsehmoderatorin werden, wenn es in Deutschland keine Ausbildung dafür gibt und wenn ich eh viel zu klein bin vom Körperbau. Wie soll ich es denn dann machen? Und es gab einen Weg. Es gab vor allen Dingen, gab es irgendwie nicht so dieses, und wenn es nichts wird, sondern ich war jung, ich hatte nebenbei auch noch andere tolle Sachen zu tun und ich habe mich nicht den ganzen Tag damit beschäftigt, wie es wäre, wenn ich da jetzt scheitere. Ja. Und es ist ziemlich cool. Und ich habe eine Ahnung, wo das bei mir herkommen könnte, dass es manchmal früher noch da war, dieses Gefühl von, wie sage ich es meiner Mutter, wenn ich irgendwie das Gefühl habe, das ist jetzt ein hoher Einsatz für, wer weiß, wie es ausgeht. Und auf der anderen Seite habe ich gemerkt, dass diese Vorstellung von wie schön es wäre, wenn es schon da wäre, wenn das Ziel schon da wäre, wenn ich mich gesehen habe im Geiste, wie ich meine erste Ansage mache im ersten Fernsehprogramm in der ARD oder im ZDF damals, als es noch Ansagerinnen gab. Oder wie toll es wäre, mit der Band in Hamburg bei diesem Rock- und Poppreis zu spielen. Ich hatte ja noch nicht mal eine Idee von, mir hätte ja die Teilnahme schon gereicht, ich bin Vizemeister geworden. Die Teilnahme hätte mir schon gereicht. Solche Sachen, wo ich nicht gewusst hätte, wie es gehen soll oder wie ich der Band es jemals wieder, da habe ich mir gar keine Gedanken drüber gemacht, was wir tun, wenn wir es nicht schaffen. Als wir uns beworben haben, es war viel Aufwand, es hat auch Geld gekostet. Die Aufnahmen im Studio, die Vorbereitungen dafür, die neuen Kostüme, was weiß ich, was wir alles getan haben. So, ich habe mir auch keine Gedanken gemacht, wie das wäre, wenn wir das nicht schaffen. Damals nicht.

Florian: Und wenn, dann wäre es auch nicht so.

Miriam: Es wäre keiner gestorben.

Von der Zugspitze aus – kleine Treppenstufen zum großen Ziel

Florian: Zehn Jahre später, im Kontext von so einem ganzen Leben, sind diese kleinen Momente einfach auch wirklich winzig, wo irgendwie mal was schiefgegangen ist. Und spannend ist ja dann, was machst du daraus? Was ist das Nächste, was du tust? Weil wenn du diesen großen Traum hättest, wenn du sagen würdest, wow, dieses tolle Ziel, dann wäre das vielleicht nur ein Puzzlestück oder eine Treppenstufe, auf der du dann einfach die nächste Treppenstufe nimmst. Und das ist was, was wir versuchen dann tatsächlich zu tun oder Menschen dabei zu helfen. Wie kannst du schon vorwegnehmen, wie es wäre, wenn du dein Ziel erreicht hast? Wie kannst du jetzt schon anfangen, das zu erleben? Also wenn dein großes Ziel ist, eben mal... Seifenkisten-Weltmeister zu sein. Dann wäre es vielleicht jetzt gut, mal mit Seifenkisten-Rennen anzufangen. Und mal loszulegen. Oder wie es wäre, das große Ziel, mal den Mount Everest erklimmen. Dann wäre es vielleicht gut, mal hier auf die Zugspitze raufzulaufen. Also einfach mal, um zu sehen, wie es sich für dich anfühlt. Magst du das? Ist das gut? Wie ist das? Weil dann kannst du dir ja mal die erste Vorstellung machen von, oh ja, das fühlt sich schon... Von da oben hast du eine gute Sicht. Du siehst weit hin und du kannst einfach gut erkennen, was ist das, was du gerne haben möchtest in deiner Zukunft. Was ist das?

Miriam: Und da sind wir ja wieder beim Thema Wetter. Auf der Zugspitze ist es anders als auf dem Mount Everest. Auf dem Mount Everest ist es tatsächlich fast berechenbarer. Ja, da ist meistens schlechtes Wetter. Wir haben in Deutschland so eine bunte Vielfalt von Wetter, dass wir Deutschen zu den Menschen auf dem Planeten gehören, die auch tatsächlich den flexibelsten Kleiderschrank besitzen. Die meisten Deutschen sind ausgerüstet für plus 40 Grad in der Wüste und minus 60 Grad mit Lawinen-Bieper in ihren Jacken. Obwohl die meisten nicht in Lawinen-Bieper sind.

Florian: Ich habe in meinem Rucksack, hatte ich jahrelang so ein, wie man einem Helikopter Ja und Nein signalisiert.

Miriam: Ja, genau. Innen war ne Eickel. Weil die Jacken gibt's halt. Und hier könnte es ja mal so kalt werden. 2008 war hier im Rheinland so hoch Schnee, dass mein kleiner Sohn damals bis zum Kopf da drin versunken ist im Wald. Also tatsächlich, wir können Wetter. Wir können uns auf jedes x-beliebige Wetter einstellen. Egal, ob zu 75% morgen das gleiche ist wie heute oder eben auch nicht. Es wäre egal von der Wahl der Kleidung her. Und die Gedanken an zum Beispiel, könnte dieser Podcast jetzt vielleicht kein großer Erfolg werden oder ist er einfach gut oder woran würden wir messen, dass er gut ist oder ab wann sagt Florian, das ist jetzt eine gute Podcast-Folge gewesen und ich sage, ja, das war eine brillante Podcast-Folge oder du da draußen sagst, noch mehr davon. Das ist alles sozusagen im Auge des Betrachters und auch gut so, auch gut so. Was ist dein Blick auf die Erfolge, die du in deinem Leben schon hattest, die Ziele, die du erreicht hast? Und wie wichtig war das Thema mit dem Scheitern, wenn du an diese Sachen denkst?

Florian: Ja, du blickst ja manchmal so aufs Leben zurück, fällt mir da ein, ne? Ja. Gerade Silvester ist ja jetzt nicht so lange her. Ja. Und du blickst so aufs letzte Jahr zurück und überlegst dir, was sind all diese großen Erfolge gewesen oder die kleinen Erfolge gewesen? Was war schön? Vielleicht sind es ja auch erstmal die kleinen Momente zwischendrin. Was war das, was du erlebt hast? Letztes Jahr war ein schöner Sommer. Ich bin gespannt, wie dieses Jahr der Sommer wird.

Miriam: Wir können ja mal den Wetterforsch beim Hessischen Rundfunk fragen. Zu 75 Prozent, so wie heute.

Florian: Das gilt jetzt auch für einzelne Jahre. Also ist das übertragbar? Ich weiß es nicht. Dieses Jahr zu 75 Prozent, so wie letztes Jahr? Ich glaube nicht.

Miriam: Nein, ich glaube auch nicht. Ja, sehr cool.

Seminarhinweis und Abschied

Florian: Wir haben bald wieder...

Miriam: Einen NLP-Basics-Seminar vom 8. bis zum 10.2. in Arnsberg und es gibt noch Plätze. Wir haben auch im Moment einen Sondertarif auf der Homepage www.kontext*denken.de Schau gerne mal vorbei, wenn du Informationen dazu möchtest, dann melde dich bei uns. Wir freuen uns, wenn du kommst. Das geht freitagsabends um 18 Uhr los, geht bis Sonntag um 17 Uhr und ist ein intensiver, kleiner Werkzeugkasten, den wir dir mitgeben, mit direkt anwendbaren NLP-Tools für deinen Alltag, also tolle kommunikative Werkzeuge, die du direkt einbauen kannst in alles, was du willst.

Florian: Als du immer schon mal überlegt hast, einen Practitioner zu machen, das ist der Einstieg da rein oder kann einer der Einstiege sein, um herauszufinden für dich, wie gut passt das zu dir?

Miriam: Und den Practitioner, den gibt es dann im Mai. Vielleicht sagst du ja auch, ich fange gar nicht erst klein an, bei mir gleich Butter für die Fische oder wie das heißt.

Florian: So ähnlich.

Miriam: Danke, dass du dir den Podcast angehört hast. Du hörst eine nächste Folge am kommenden Dienstag und bis dahin wünschen wir dir viel Spaß bei allem, was du so planst und deinen ganzen Zielen. Und da grüße ich mal ganz lieb den Björn Brost, der unseren Podcast auch hört, glaube ich, zumindest sagt er das, der mir mal gesagt hat, Miri, viel Spaß beim Erfolg. Jawohl. Nehme ich.

Florian: Bis nächste Woche. Tschüss.

Miriam: Tschüss. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

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