NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 172

Liebeskummer und NLP

Gehört zur Liebe auch der Kummer?

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In dieser Folge

Darum geht es

Gehört zur Liebe auch der Kummer? Diese Folge bedarf keiner Beschreibung. Miri und Florian fiel es sowieso schon superschwer, die Anfrage einiger Hörer in die Tat umzusetzen. Warum? Weil die beiden auf das Thema so gar keine Lust hatten. Liebeskummer. Ausgerechnet. Und das bei einem Trainerpaar, das auch ein privates Pärchen ist. Da steckt Brisanz drin… Und am Ende ist diese Folge nun doch wohlbehalten bei Dir, lieber Hörerin, angekommen. Also wünschen wir Dir viel spannende Erfahrung und neue Erkenntnisse, falls in Deinem Umfeld gerade irgendjemand etwas Unterstützung bei der Überwindung seines Liebeskummers gebrauchen kann. NATÜRLICH ist Trauer nach einer vergangenen Liebe ERLAUBT, auch in Miri's und Flori's Welt – manchmal wird dem NLP ja unterstellt, dass es zu sehr auf „positive Thinking" einzahlen möchte. Das ist eine andere Disziplin und NLP dient vor allem einem: Sobald jemand sich entschieden hat, genug getrauert und gekummert zu haben, dann geht es um effektive, schnelle Hilfe aus dem „Tal der Tränen". Und solange jemand noch das Gefühl hat, dass kummern ihm oder ihr gut tut, bitte in Ruhe auskummern lassen! Miriam und Florian sprechen über die Wortherkunft von „Kummer" (aus dem Mittelhochdeutschen), über NLP-Anker – etwa den Song im Radio, der plötzlich alle Erinnerungen hochzieht – und darüber, warum im NLP zuerst das Ziel geklärt wird: Willst du raus aus dem Liebeskummer, oder brauchst du ihn gerade noch? Es geht um den Liebeskummer als „Untermieter" mit eigener Coaching-Zone und um Miriams sehr persönliche Geschichte einer Karibik-Reise, die ihr als Tapetenwechsel geholfen hat. Wer nach Umgang mit Trennung, Liebeskummer überwinden und NLP-Methoden bei Trauer sucht, ist hier richtig.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Warum ausgerechnet Liebeskummer — und woher das Wort kommt
  2. Wie lange darf man kummern? Von Trauerjahren und Traditionen
  3. Was NLP tun kann: Anker, Ziele und der Liebeskummer als Untermieter
  4. Der Tapetenwechsel: Miriams Karibik-Geschichte
  5. Dankbarkeit statt nur Trauer — und ein Abschied

Gehört der Kummer wirklich zur Liebe dazu — je größer die Liebe, desto größer der Schmerz? Miriam und Florian hatten auf dieses Thema erst mal überhaupt keine Lust, und genau darüber reden sie offen. Es geht um mittelhochdeutsche Wortherkünfte, um NLP-Anker, die einen Song zum Auslöser machen, und um eine sehr persönliche Karibik-Geschichte, die Miriam damals aus dem Tal der Tränen geholt hat. Wenn in deinem Umfeld gerade jemand steckt, könntest du hier ein paar Gedanken mitnehmen.

Warum ausgerechnet Liebeskummer — und woher das Wort kommt

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Ich hatte schon lange kein Liebeskummer mehr.

Florian: Ähm, hallo? Das wollen wir auch so lassen.

Miriam: Ja, da bin ich ganz dafür.

Florian: Außer, ähm, es ist verflossener Liebeskummer oder so. Liebes... ne, das ergibt alles keinen Sinn irgendwie. Nein, das wollen wir einfach so lassen. Okay.

Miriam: Mal kurz an Florians Gedankenwelt teilgenommen.

Florian: Ja, exakt. Ich dachte gerade Liebeskummer über Liebeskummer, nur es ergibt auch null Sinn.

Miriam: Nee, überhaupt nicht. Und wir haben es gelegentlich auch so im Bekanntenkreis, im weiter entfernten Bekanntenkreis, dass mal eins Liebeskummer hat.

Florian: Das stimmt. Und jetzt ist die Frage, was ist die NLP-Sicht auf Liebeskummer?

Miriam: Was können wir mit NLP gegen Liebeskummer tun?

Florian: Also mit dem neurolinguistischen Programmieren. Nicht mit Natural Language Processing, was auch manchmal für NLP gehalten wird.

Miriam: Da haben uns Menschen, die sich für NLP interessieren, vor eine ganz schön große Herausforderung gestellt. Weißt du, woher das Wort Kummer kommt? Oh ne, weißt du das? Ich hab ja mal Germanistik. Was war? Das ist die Wahrheit. Ich hatte das Fach Mediävistik, ich habe auch Wortherkünfte, habe ich irgendwann mal. Und Kummer ist ein klassisches mittelhochdeutsches Wort, sogar mittelhochlateinisch, also sehr früh.

Florian: Und kommt aus oder von?

Miriam: Kommt von wer? Sperre. Denken die mich, es kommt von Sorge, Not, Qual. Nein. Abwehr. Da wehrt sich jemand gegen die Liebe. Dabei halten ja Menschen, die Liebeskummer haben, sich tendenziell für Opfer.

Florian: Muss ich das jetzt nebenbei googeln, um herauszufinden, ob das... Du kannst gerne googeln.

Miriam: Ist zwar schon was her, nur ich meine mich sehr genau zu erinnern. Weil das fand ich damals schon sehr spannend. Und da die mittelalterlichen Minnesänger die Liebe besungen haben und auch den Liebeskummer und ja über ihre Minnesänger auch Klatsch, Tratsch und wie heißt es hier?

Florian: Gossip. Gossip. Von Schloss zu Schloss getragen haben.

Miriam: Ja, ist so.

Florian: Ja, das stimmt.

Miriam: Erfuhren dann Prinzessinnen überall vom Liebeskummer einer anderen Prinzessin oder eines Prinzen. Das ist ja so wie heute. Wenn sich ein Paar trennt, ist es ja erstmal Thema. Ich glaube, da redet der gesamte Freundeskreis drüber, inklusive Familie. Liebeskummer bekommen wir auch als Kind schon. Also ich bekam das als Kind schon beigebracht, dass das was Schlimmes ist. Und dass das passieren kann. Dass das passieren sollte, weil sonst wäre die Liebe auch gar nicht ernst gemeint gewesen.

Florian: Also ist in der Liebe schon der Kummer eingebaut.

Miriam: Ja, nur wenn es getrennt wird. Wenn zwei Liebende nicht mehr liebende oder eins liebt nicht mehr.

Florian: Wieso unterhalten wir uns jetzt über dieses Thema? Können wir nicht irgendein anderes Thema machen?

Miriam: Ich finde das ganz spannend mit dieser Sperre, dass sich jemand gegen die Liebe wehrt in der Zeit über Liebeskummer.

Florian: Ja, das heißt auch Gram, Mühsal.

Miriam: Das ist auch gut, Mühsal.

Florian: Liebesmühsal.

Miriam: Das klingt nach Potenzschwäche. Ja, ist doch wahr.

Florian: Leid auch. Ärger, Sorge.

Miriam: Es gibt Menschen, die leiden sehr lange darunter. Es gibt Menschen, die haben Liebeskummer teils über Jahre.

Florian: Vielleicht war es dann wichtig. Was soll man denn da jetzt gegen tun?

Miriam: Da gibt es nichts. Gegen Liebeskummer ist kein Kraut gewachsen, sagt ja schon der Volksmund.

Florian: Weil wenn das so wäre, dass der Kummer hauptsächlich dann entsteht, wenn die Liebe besonders groß war, dann hieße das ja, dass wenn jemand jetzt wenig kummert, dass dann die Liebe nicht groß war. Und dementsprechend invalidiert das auch die vorhergegangene Beziehung. Also wenn jemand wirklich sowas glaubt, dann ist das ja wirklich keine gute Idee. Keinen Liebeskummer zu haben.

Miriam: Dann ist das jetzt ein Aufruf. An die Nation. An unsere Hörer.

Florian: Wenn du so tun willst, als wäre deine Beziehung großartig gewesen, dann kümmere, guck mal jetzt.

Miriam: Ich hatte früher Liebeskummer. Ich fand das nicht witzig.

Florian: Das ist mir schon bewusst.

Miriam: Also ich habe mir richtig Mühe gegeben, mich über lange Zeit sehr schlecht zu fühlen.

Florian: Dann lass uns doch einfach irgendein anderes Thema machen.

Miriam: Das geht nicht. Wir haben das jetzt eingeläutet, jetzt gehen wir da durch. Ich weiß, wir haben da beide keinen Bock drauf. Nur... Es ist eben so, dass manche Menschen das erleben.

Florian: Ja.

Miriam: Manche häufiger, manche seltener.

Wie lange darf man kummern? Von Trauerjahren und Traditionen

Florian: Ich habe letztens auch mit jemandem gesprochen, wo es war sehr akut. Und dann habe ich gefragt, wann es war. Und dann war es vor vier Wochen, war die Trennung. Und dann dachte ich auch, das ist ja noch im Rahmen.

Miriam: Ja, so vier Wochen. Also du kannst dich ja mal selber fragen beim Zuhören. Wie lange darf ein Mensch Liebeskummer haben?

Florian: Oder wie lange muss?

Miriam: Das ist so wie früher diese trauernden Witwen, ne? Wir haben ja schwarz getragen für ein Jahr. Ja, ein Jahr lang schwarz tragen.

Florian: Da wurde eben Trauer noch ausgedrückt. Ja. Es gibt super höfliche und super sinnvolle alte Traditionen. Ich war bei einem Partnerunternehmen von mir und einer der Mitarbeiter, der sich unter anderem auch um die Kaffeemaschine kümmert und so ums Catering der Seminarteilnehmer in den Pausen, da ist mir aufgefallen, dass er jedes Mal, wenn er mir einen Kaffee gereicht hat, dass er seine eine Hand an den Arm gelegt hat und mir mit der anderen Hand den Kaffee gereicht hat. Und dann habe ich ihn mal gefragt, was das ist und er meinte, er sei sehr höflich in Asien oder aus dem asiatischen Kontext erzogen worden. Eigentlich wäre es so, dass er Gästen den Kaffee sogar mit zwei Händen reichen muss, um höflich zu sein. Nur das wird in westlichen Kulturen nicht so gerne gesehen. Also das verstehen manche nicht, dass die dann auch mit zwei Händen nehmen sollten, die Tasse. Und deswegen ist sozusagen der Workaround, der kleine Umweg, den er sich geschaffen hat, ist, dass er dann die eine Hand an den eigenen Arm legt und mit einer Hand anreichen kann an der Stelle. Um gleichzeitig noch eine Höflichkeit gegenüber den Gästen auszudrücken. Also so manche von den alten Traditionen ist ja wirklich eine gute Idee gewesen. Vielleicht wäre es auch sinnvoll, so eine Trauergeschichte oder so eine Kummerzeit einzuführen, wenn es danach dann vorbei wäre. Wie war das denn früher? Ich habe das nie mitbekommen. Also nach einem Jahr war es dann sozusagen auch durch?

Miriam: Und dann war die Witwe wieder frei für, dann dürfte die auch wieder, hätte die einen neuen Mann kennenlernen dürfen.

Florian: Okay.

Miriam: Ein Jahr war Trauerzeit. Ich finde das lang.

Florian: Und es ging ja immerhin, also es sind ja ernste Themen.

Miriam: Ja, schon sind es ernste Themen. Und mit was belassen sie mich? Ich meine, es gibt ja, also, wenn wir schon über alte Traditionen und Bräuche sprechen, zum Glück sind einige abgeschafft worden. Früher wurde ja auch nach der Hochzeit nachts Bettlaken rausgehängt. Also, weißt du, irgendwo können wir uns dann... Da gab es auch noch was zum Raushängen. Da gab es noch was zum Raushängen. Wieso, mit dem Spannbettlaken ist es schwierig, oder was? Ja, wenn wir über so alte Bräuche reden, also um was ging es da früher? Ich meine, wenn wir über diese ganze Beziehungskultur überhaupt nachdenken, die wir so haben und da geht es jetzt halt dann schon sehr weit zurück in die Kulturgeschichte. Warum gibt es überhaupt, da könnten wir jetzt Diskussionen aufmachen, monogame Beziehungen und... Was soll das alles? Warum wird geheiratet? Ist ja eigentlich Blödsinn, kostet nur Geld. Also wir können da jetzt einen riesen Fass aufmachen und letztlich erhoffen sich ja Menschen, die Liebeskummer haben, dass sie den hoffentlich so schnell wie möglich wieder loswerden. Also zumindest habe ich so bei dem einen oder anderen, mit dem ich bis jetzt gesprochen habe, den Eindruck, dass das so ist. Und manche glauben eben, dass der weggeht, wenn sie eine neue Beziehung haben. Das gibt's. Also so Konzepte, dass wenn eine Beziehung halt jetzt noch schmerzt, das ist so wie mit dem Hund. Wenn der Hund stirbt, kommt ein neuer Welpe und dann geht's wieder.

Florian: Manche sagen, manche Hunde besitzen eine andere. Ich dachte, wir wollten mit diesem Podcast mal irgendwann den Grimme-Preis gewinnen. Wir sind nicht auf dem Grimme-Preis-Level, habe ich den Eindruck.

Miriam: Ja gut, das haben wir ja schon vor 80 Folgen aufgegeben, dass das irgendwann klappt.

Florian: Liebeskummer mit einem Hund vergleichen.

Miriam: Nee, nur da ist es ja auch so. Also wenn manche Hundebesitzer glauben, dass andere wiederum würden sagen, nee, nee, nie wieder, nie wieder. Manche Frauen tun das, nie wieder einen Mann. Manche Männer auch. Nach so einer harten Trennung, weißt du, so, boah, beide, bam, und einer tot unglücklich, der andere vielleicht schon unterwegs Richtung Sonnenaufgang.

Florian: Und es ist sehr individuell. Es ist sehr individuell.

Miriam: Es kann auch sein, dass es sozusagen nie wieder eine Beziehung, das war so wunderschön.

Florian: Wie lange wart ihr denn zusammen?

Miriam: Zwei Wochen. Ja.

Florian: Ja, es ist nur lustig, weil es auch wahr ist, irgendwo.

Miriam: Ich find's gar nicht mal so lustig. Wir können ja auch die Qualität einer Beziehung nicht an ihrer Dauer messen. Also nur weil Paare 30 Jahre zusammen sind, heißt das nicht, dass die eine qualitativ gute Beziehung haben. Ich kenn wenige, bei denen ich unterschreiben würde, dass die zu beobachten bedeutet, boah, sind seit 50 Jahren verheiratet und flirten wie am ersten Tag.

Florian: Und vielleicht gibt's ja dann andere Qualitäten, die sich mit der Zeit ergeben haben, ne? Also was wie ein großes Vertrauen oder eine Zuverlässigkeit oder eine große Freundschaft oder was auch immer dann Paare individuell in ihrer Zielsetzung drin haben für, wie sieht eigentlich eine gute Beziehung aus für dich?

Miriam: Ja und dann sind sie ja auch glücklich, das meine ich ja. Manche haben auch einfach sich daran gewöhnt, dass halt einer im Wohnzimmer hockt, wenn sie heimkommen.

Florian: Und vielleicht auch.

Miriam: Ja.

Was NLP tun kann: Anker, Ziele und der Liebeskummer als Untermieter

Miriam: Und da wären wir jetzt auf dieser Fährte von, was macht denn NLP in dem Bereich? Oder was würde ein Mensch, der eine Ausbildung im neurolinguistischen Programmieren hat, selbst tun? Was würde er unter Umständen tun, um anderen zu helfen oder sie zu unterstützen? Was können wir sprachlich tun, wenn Menschen in so einer Krise wären? In so einer Liebeskummer-Krise? Wie könnten die sich dann selbst helfen? Was müssen wir machen?

Florian: Naja, eine Geschichte ist ja schon mal dieses und das ist natürlich in der Situation für den einen oder die andere schwer zu nehmen und für manche ist es schon viel einfacher, dann zu sagen, ja, es gab mal eine Zeit, da war das wunderschön und das wird vielleicht auch mal wieder so. Also einfach zu verstehen, dass diese Kummerphase genauso wie früher bei Witwen vielleicht irgendwann einfach auch vorbei ist. Also schon mal Trost daraus zu haben, dass das jetzt eben irgendwann mal, wenn es mal angefangen hat, vielleicht auch mal irgendwann vorbei ist. Auch mit dem Kummer.

Miriam: Ich erinnere mich da immer sehr gerne an das Gespräch mit einer lieben ehemaligen Kollegin beim Fernsehsender, die mich irgendwann mal so richtig anging, dass es ganz wichtig ist, so eine Trauer- oder Kummerphase auch zu durchleben in Ruhe. Und dass sie deswegen NLP auch nicht mag. Weil wir Abkürzungen nehmen in bessere Gefühle und da würden wir damit dann so tun, als wären irgendwie diese Kummergefühle was Schlechtes. Nein, die sind wichtig und da dürfen Menschen auch durchgehen. Jetzt habe ich überlegt, wie das bei mir so war, als ich Liebeskummer hatte mal. Also ich empfand es nicht als beschützenswert. So nach dem Motto, es ist gut, wenn ich das jetzt ein Jahr lang gehabt hätte damals. Sondern es war eher ein, wie komme ich hier raus? Und ich hatte das Gefühl damals, dass ich mir selbst nicht helfen konnte, dass es sozusagen immer wieder wie von Geisterhand losgeht. Irgendwas hat mich erinnert an diesen Mann und BÄM!

Florian: Falls du wissen willst, was da der Mechanismus dahinter ist aus NLP-Sicht, das heißt Anker. Und wir haben eine Folge zu NLP-Ankern in unseren NLP-Grundlagen gemacht. Vor nicht allzu langer Zeit.

Miriam: Ja, da können wir ja ein kurzes Beispiel geben. Da wird irgendein Song gespielt im Radio, unvermittelt. Der erinnert an den ersten gemeinsamen Tanz.

Florian: Und das ist eben aus einer NLP-Sicht so ähnlich wie, oder das ist wie so eine Erinnerung, die wird eben dann an dem Song hochgezogen und dann kommen zusammen mit der Musik kommen eben auch die Bilder wieder hoch oder irgendwelche Gefühle oder irgendwelche Erinnerungen an Berührung oder was auch immer.

Miriam: Was habe ich früher gemacht? Ich habe den Song laufen lassen.

Florian: Rauf und runter, oder was?

Miriam: Nein, der lief zufällig im Radio, ich wie ein Schlosshund, zusammengebrochen und hab ihn bis zum Ende durchlaufen lassen. Ausgeliefert in dieser Welt des Tränenmeers. Und ich meine, das ist ein Knopfdruck, verstehst du?

Florian: Das einfach umzuschalten. Ja.

Miriam: Und dann jetzt einen anderen Song zu hören. Ja.

Florian: Ja, eine Möglichkeit sich zu helfen. Wenn das denn das Ziel ist und ich glaube, das ist das erste, was wir im NLP abklären wollen. Was ist denn die Intention, was ist denn das Ziel? Also darauf kommen wir ja auch in sehr vielen Episoden immer wieder. Was ist denn das? Ist das Ziel überhaupt, aus diesem Kummer herauszukommen oder ist es eben am Anfang vielleicht das Ziel, ja da mal durchzuleiden oder mal ein paar Tage eben... durchzufeiern, dass das eine tolle Beziehung war. Und jetzt eben im Sinne von, schade, dass die vorbei ist. Und für manche Menschen gehört das einfach dazu. Ich kenne auch Leute, die sich dann einfach mal ins Bett legen und die Bettdecke über den Kopf ziehen und sagen, so jetzt einen Tag und dann ist gut. Also um das rituell einfach abzuschließen. Heute ist einfach dann ein blöder Tag gewesen, morgen wird es schon anders.

Miriam: Ja, wenn das so eine Entscheidung darstellt, finde ich das schön. Also schöner als so dieses, oh Gott, ich kann nichts tun. Weil das ist ja das, worunter die Menschen noch am allermeisten leiden, habe ich die Erfahrung gemacht, die Liebeskummer haben, dass sie das Gefühl haben, sie können nichts gegen ihr Gefühl tun. Also da ist einfach kein Ausweg. Mal schlimmer und mal ist es etwas besser, nur eigentlich ist es immer schlimm und manchmal über Wochen, manchmal über Monate bei manchen.

Florian: Als wäre der Liebeskummer eingezogen. Als hätten die so ein Gästezimmer im Kopf, in das dann der Liebeskummer eingezogen ist. Und als hätten die kein Hausrecht bei sich im Kopf oder bei sich in den Gefühlen.

Miriam: Tja, wie kann man den denn rausschmeißen?

Florian: Ja, möglicherweise ist der ja sogar für irgendwas nützlich, ne? Vielleicht muss der Keller mal wieder geputzt werden oder so. Hä? Oder aufgeräumt.

Miriam: Ja, wenn der schon da ist, kann der ja auch was arbeiten. Den Keller putzen? Ja.

Florian: Dachboden entrümpeln oder so.

Miriam: Ja, Fußbodenleisten anbringen.

Florian: Wenn man den schon einziehen lässt bei sich zu Hause. Ja. Im Kopf oder in den Gefühlen. Ja. Oder was ja auch manchmal ganz nützlich sein kann, im Fußball, die Trainer durften sich ja früher auch weiter bewegen als jetzt, jetzt sind die ja in ihrer Coaching-Zone drin und wenn die sich da rausbewegen können, die rausgeworfen werden. Das heißt möglicherweise ist es ja sogar so eine Markierung zu ziehen, so eine Grenze zu ziehen, zu sagen, in der Coaching-Zone kann der sich gerne daran erinnern, wie schön die Beziehung war und ab und zu dem zuzuhören ist auch gut, nur den ganzen Tag, das ist jetzt irgendwie gerade unklar.

Miriam: Das ist ja der Liebeskummer, da können wir nichts dafür, ist auch jetzt kein Gender-Thema, nur es ist der Liebeskummer, das heißt er hätte für mich auch einen männlichen Namen, wenn der schon einzieht, kann der ja auch einen Namen haben, so was Trauriges irgendwie.

Florian: Oh jetzt, egal welchen Namen du jetzt sagst, das ist auf jeden Fall ein Fettnapf bei der Anzahl unserer Zuhörer. Auf jeden Fall.

Miriam: Okay, dann sag ich keinen Namen. Und vielleicht hast du ja, während du uns zuhörst, falls du überhaupt betroffen bist, schon einen tollen Namen dafür im Kopf. Wäre auch jeder anders. Mein Lampenfieber zum Beispiel heißt ja auch Ernst. Ja. Und das hat auch so eine Coaching-Zone. Eine zeitlich limitierte.

Florian: Und vielleicht ist es ja auch gut, wenn der Liebeskummer kurz da ist, um auch Sachen abzuschließen. Oder um eben zu verstehen, dass bestimmte Dinge jetzt vorbei sind und dann was Neues erst danach kommt. Also dass das irgendwie wirklich wie so ein Aufräumen ist. Dass manche von den Bildern oder manche von den Sachen, die irgendwie blöd gelaufen sind, dass man sagt, ja, jetzt ist es auch mal gut gewesen.

Miriam: Du, ich finde, ich sage auch grundsätzlich nichts gegen Liebeskummer. Also Liebeskummer for President, ist alles gut.

Florian: Liebeskummer for President.

Miriam: Ja, ich habe auch nichts gegen dieses, wir trauern mal oder ich habe auch Tage, wo ich sage, jetzt heule ich mal eine Runde, weil es passt jetzt gerade und da geht jetzt mal ein Ventil auf und das tut mir jetzt gut. Und wir haben als Menschen ja auch diese ganze Bandbreite von Gefühlen. Wenn die nicht zu irgendwas Nutze wären, das ist meine Einstellung, das ist ganz persönlich Miris Ansicht jetzt. Wenn die nicht zu irgendwas gut wären, hätten wir es nicht. Unser Körper kann das, weil es für was gut ist. In Heldensagen ist das immer so eine Reinigung auch, diese Katharsis, dieses Wiedergeborenwerden. Eine Ära geht zu Ende, ein neues Zeitalter bricht an und der Übergang ist immer irgendwie holprig. Eine andere Trainerin hat mal gesagt, wenn man im Auto den Gang hochschaltet, dann rüttelt es kurz.

Florian: Ich find's okay. Ja.

Miriam: Und dann ist wieder mehr Reife passiert und das können wir uns ja alles irgendwie auch dann klar machen. Rückblickend haben die meisten unserer Hörer das wahrscheinlich schon erlebt, dass das Ende einer Beziehung meistens für irgendwas gut war. Nur im Augenblick dessen.

Florian: In dem Augenblick ist es halt. Und da helfen auch viele von den Tipps einfach von außen irgendwie wenig.

Miriam: Gar nicht. Sind wir mal ehrlich. Gar nicht.

Der Tapetenwechsel: Miriams Karibik-Geschichte

Miriam: Ich habe tatsächlich einmal erfahren, dass wirklich jemand mir bei Liebeskummer geholfen hat. Massiv.

Florian: Oh, wie denn?

Miriam: Und wir könnten es im NLP erklären, wie das funktioniert hat. Damals war es mir überhaupt nicht klar, nur es hat blendend funktioniert. Ich habe mich damals für einen sehr schlimmen Liebeskummer entschieden. Ich habe das ausgelitten und die ganze Welt, ich war damals auch beschäftigt beim Hessischen Rundfunk, hat das auch mitbekommen. Ich habe mich auch abmagern lassen. Also ich habe Vollgas gegeben. Und meine Schwester arbeitete zu dem Zeitpunkt auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik. In der Crew als Musical-Darstellerin. Die Flotte hat sich damals ein richtiges Musical-Ensemble geleistet und sie hatte dort jeden Tag eine Probe und abends jeden Abend eine Show, jeden Abend eine andere Show. Und die hat mich dann, als es mir richtig schlecht ging, mit einer gewissen Zeitverzögerung von dem Schiff aus erreicht. Damals war das mit dem Handynetz noch nicht so einfach und das Schiffstelefon funktionierte nur im Hafen. Mit Zeitverschiebung und so war das ein bisschen schwierig dann.

Florian: Das war echt anders.

Miriam: Das war ganz anders, ja. Und als ich mich dann endlich ans Telefon bekam und von meiner Mutter schon eine Nachricht bekommen hatte, dass da was bei mir passiert war. Hat sie mich fast angebrüllt, dass sie einen Platz gebucht hat auf diesem Schiff und dass ich in der Woche da anzutreten hätte und hat mir gesagt, wann mein Flug von Frankfurt Main geht in die Dominikanische Republik. Da ist der Hafen gewesen. Oh, wie cool. Ja.

Florian: Naja, hat sich vielleicht nicht so angefühlt, ne?

Miriam: Hat sich nicht so angefühlt, weil es passte nicht zu meiner Stimmung. Also das Novemberwetter in Deutschland passte deutlich besser zu dem, wie ich mich fühlte damals. Und nur sie war so stinksauer und meine gesamte Familie stand irgendwie so mit verschränkten Armen da und sagte, ich war auch damals schon so ein kleines Arbeitstier, sagte, du fliegst jetzt in die Karibik. Und dann bin ich in die Karibik geflogen, so ein bisschen, ja es passte nicht. Also das Volk im Flugzeug passte nicht, die waren alle sehr gut gelaunt, die freuten sich alle auf ihre Kreuzfahrt und ich saß dazwischen, ein kleiner, abgemagerter, blasser Fremdkörper, wirklich. Und ich fühlte mich auch so. Und als meine Schwester mich am Flughafen abgeholt hatte, war das eine sehr schweigsame Fahrt zum Hafen. Und dort lag dann dieses Schiff und wir kommen aus diesem Hafengebäude raus und stehen vor diesem, dieser Hafen ist nicht groß und dieses Schiff ist überdimensional gewesen für den Hafen. Und wir stehen vor diesem riesigen, hellweiß leuchtenden Kahn. Mit irgendwie goldenen Girlanden und fertig für die große Abfahrt und so. Und da hat es in meinem Gehirn schon gerauscht. Also da war schon die Sonne, die Musik, die da gespielt wurde, das war alles. Das hat alles nicht gepasst. Das hat alles überhaupt nicht gepasst. Also wie gesagt, ich kam aus dem grauen November, ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet. Und dann sind wir in dieses Schiff und da waren wunderschöne Kabinen und das war alles total schickimicki und dann sind wir aufs Pooldeck, weil dann der große Empfang da war und das Schiff legte ab und meine Schwester tanzte mit den Musical-Darstellern, den roten, flatternden Gewändern. Und ich stand da mit so irgendeinem Drink in der Hand, den habe ich gar nicht getrunken, weil die Eindrücke waren so... Wirklich, mein Gehirn kam nicht klar darauf. Ich wollte so gerne weiterleiden, weil ich hatte meiner Schwester ja auch gesagt, wie schlecht es mir geht. Und dieses schlechte Gefühl stellte sich nicht mehr so ein, wie ich das in Deutschland quasi alle fünf Minuten erlebt hatte. Sondern es war alles viel zu schön um mich rum und viel zu anders. Das war so ein Tapetenwechsel. Ich habe damals gesagt, dieser Tapetenwechsel hat mir das Leben gerettet. Das war das, was ich zu meiner Schwester gesagt habe.

Florian: Das ist ja wirklich fast so, als konzentrier dich auf was anderes. Leg den Fokus auf was anderes und plötzlich verändert sich schon was.

Miriam: Jetzt hätte ja jemand sagen können, naja, durch die Reise in die Karibik habe ich das damals vielleicht verdrängt. Es hat mir total geholfen. Ich konnte wieder essen. Ich habe wieder gegessen. Um genau zu sein, habe ich die ersten drei Tage fast nur gegessen. Wir waren auf See, es gab sowieso nicht viel anderes zu tun. Auf diesem Schiff gab es All-In. Es gab überall ständig Essen, nur leckerste Sachen. Ich habe gegessen und gegessen, das hatte ich die drei Monate davor nicht getan, da habe ich alles in drei Tagen gegessen. Und es ging mir super und die Sonne und der Pool und die lieben Leute und ich hatte ganz viel Kontakt zur Crew und es war alles ganz anders als zu Hause.

Florian: Klingt auch noch, lenkt dich ab.

Miriam: Es war wirklich cool. Und ich brauchte weder Alkohol noch sonst irgendwas, sondern es war einfach dieses, eine ganz andere Umgebung, und zwar richtig raus. Und ich glaube heute, und mit dem Wissen, was ich heute habe, glaube ich, dass es auch funktionieren würde mit einem kleineren Tapetenwechsel. Dass dieses in der Wohnung sitzen, in der diese ganzen Anker vorhanden sind,

Florian: Die Erinnerungen.

Miriam: Die Erinnerungen alle da sind, dass es vielleicht okay ist, dem Gehirn mal wie so ein, wie ist denn das, wie so eine Unterbrechung in so einem Spiel, so früher wie es im Kino, wenn dann alles, früher gab es im Kino auch in normaler Spielfilmlänge eine Pause. Ich weiß, Florian erinnert sich an die Zeit nicht. Es gab einen Vorfilm, der dauerte so 10 Minuten.

Florian: Was ist denn ein Vorfilm?

Miriam: Ein Vorfilm war zum Beispiel Dick und Doof oder so. Es war ein kleiner, lustiger Film, der vor dem eigentlichen Hauptfilm gezeigt wurde.

Florian: Die Filme, von denen du jetzt sprichst, waren die in Schwarz-Weiß noch alle?

Miriam: Dick und Doof schon.

Florian: Und dann der Hauptfilm auch? Nein. Hattet ihr schon Ton damals? Ja. Oder war da so ein Klavierspieler, der im Kino drin saß? Nein.

Miriam: Es war Anfang der 80er.

Florian: Vorfilm?

Miriam: Ja, gab es einen Vorfilm.

Florian: Nee, habe ich nie erlebt.

Miriam: Und es gab eine Pause in der Hälfte vom Film und da gab es dann nochmal Eis. Ich glaube, dass das sowas ist. Also da gab es Eis und dann war auch, gerade wenn der Film eben spannend war oder traurig oder so. Mittendrin gab es dann einfach Pause. Ja. Und hier, wie heißen diese leckeren Einzeleisstückchen da, die sich immer zwei Menschen auch teilen können? Weißt du, was ich meine?

Florian: Gibt es von verschiedenen Firmen, heißt dann auch unterschiedlich.

Miriam: Och, jetzt einen kannst du doch mal sagen.

Florian: Fortu zum Beispiel.

Miriam: Fortu, nein, wie heißen die Eisstückchen selbst? Da gibt es doch einen Namen für die Schokoladeneisstückchen. Eiskonfekt. Gab es Eiskonfekt. Und Licht an und so. Und dann durften alle, die mal mussten, die konnten dann ganz entspannt auf die Toilette gehen, ohne dass sie was vom Film verpasst haben.

Florian: Im Kino.

Miriam: Im Kino. Also nicht im Kino, die sind schon auf die Toilette gegangen. Ja, es gab mal kurz eine Pause.

Florian: Ja, wenn der Film drei Stunden lang ist, schon.

Miriam: Nein, auch bei einer normalen Spielfilmlänge. Das waren noch Zeiten. Da war Kinobesuch noch ein Erlebnis.

Florian: Seid ihr mit der Pferdekutsche zum Kino gefahren?

Miriam: Florian, hör jetzt auf. Ich finde diese Geschichten so schön und ich komme mir manchmal dann irgendwie vor, als wäre ich aus einer anderen Generation.

Florian: Und dass das wie so in diesen Fällen wäre, oder wie?

Miriam: Also de facto habe ich eine kurze Zeit, ich war zwei Wochen auf diesem Schiff und ich hatte kurze Zeit darüber nachgedacht, ob das vielleicht, wenn ich zurückkomme nach Deutschland, wieder losgeht. Das war nur so ein Aufflackern. Und als ich zurückkam nach Deutschland mit 14 Tagen Erlebnis in der Karibik, ich war mit Delfinen schwimmen, meine Schwester kennt da Hinz und Kunz, ich war auf dem Gewürzmarkt in Trinidad und Tobago, ich bin tauchen gewesen mit Schildkröten, also ich habe so viel Paradiesisches erlebt, da war so viel Schönes. Es wäre nicht möglich gewesen. Ich kam nach Hause und hatte Besseres zu tun. Weil ich hatte so viele großartige Geschichten zu erzählen. Jetzt ist so eine Karibik-Reise, wenn sie nicht gerade über einen Schwestern-Familien-Tarif gebucht ist, recht teuer. Das heißt... Was ich eben schon sagte, ich habe das in anderen Bereichen getestet. Ich glaube, dass das auch funktioniert, mal für ein Wochenende bei einer Freundin einzuziehen. Wir hatten das auch mit einer Kollegin von mir. Die hat einfach mal ein Wochenende bei uns geschlafen, als bei ihr gerade irgendwie privat viel drunter und drüber ging. Und dann hat die an unserem Familienleben ein bisschen teilgenommen und es war ganz anders als bei ihr zu Hause. Wir leben ein sehr anderes Leben. Und hat mit uns zu Abend gegessen und ist von uns aus zu ihren Schichten gefahren und das ist immer gut, weil das macht fürs Gehirn so eine Eiskonfektpause. Und da ist natürlich vorher das Ziel klar, will ich das mal loswerden? Also will ich mal durchatmen? Manche wollen das vielleicht schon nach zwei Tagen, manche wollen das vielleicht erst nach zwei Monaten. Ich möchte auch wirklich nicht aufrufen zu irgendwelchen Vermeidungsgeschichten, nur manchmal ist das ganz cool. Und es ist ein Versuch wert.

Florian: Mal was anderes zu tun einfach an der Stelle und irgendwas zu verändern, um dann zu schauen. Also so wie in dem Beispiel von der Karibik, theoretisch hättest du ja auch zurück können in den gleichen Zustand wieder. Nur die Frage ist, möchtest du das noch, wenn du mal was anderes erlebt hast, wenn du mal in den anderen, wenn du das mal hinter dir gelassen hast und du hast jetzt eine Veränderung durchgemacht für eine gewisse Zeit. Nimmst einen Perspektivwechsel ein, schaust darauf zurück. Theoretisch kannst du ja immer noch darauf wieder hin zurück, weil du hast das ja eingeübt. Also das ist ja Verhalten, das du kannst. Insofern könntest du auch wieder in die Kummerphase zurück, wenn es denn sein müsste. Nur die Frage ist, möchtest du überhaupt noch?

Miriam: Ich? Kein bisschen. Kein bisschen. Also wie gesagt, ich erinnere mich gut dran. Und ich brauche das garantiert nicht nochmal. Also alles gut.

Florian: Und das ist manchmal ja der einzige Wechsel, in einen anderen Zustand reinzukommen, sich das Ganze von außen dann nochmal anzuschauen und dann, wenn du in dir sagst, jetzt reichte das auch, das war jetzt auch gut, das ist auch für den Abschluss gut gewesen, um da einmal drüber zu kommen und jetzt mal schauen, was es da noch Neues draußen gibt oder eben eine andere Erfahrung gemacht zu haben.

Dankbarkeit statt nur Trauer — und ein Abschied

Miriam: Oder den Herrn Liebeskummer da? In seiner Coaching-Zone vielleicht auch mal aufzufordern, sich ein neues Sportareal zu finden.

Florian: Neues Zuhause.

Miriam: Neuen Verein.

Florian: Ja, da sollen wir Vereinswechsel machen hier.

Miriam: So, dann kannst du die ja günstig verkaufen.

Florian: Notfalls den Abstieg in der Liebeskummer-Liga, den Abstieg zu machen, dann wollen die Top-Trainer sowieso nicht beim Verein bleiben, dann gehen die sowieso woanders hin.

Miriam: Das stimmt. Das stimmt. Und unabhängig jetzt, ob das ein Liebeskummer ist oder ein anderer Kummer, stelle ich mir, seit ich NLP mache, die Frage nach dem wie sehr halte ich mich vom Leben ab, vom schönen Leben, vom konstruktiven Leben, von kreativen Zuständen, von einem entspannten Arbeiten, entspannten, fröhlichen Umgang mit Freunden, das alles, was ich liebe. Wie sehr halte ich mich davon ab in solchen Phasen? Das ist meistens der Augenblick, wo ich mich entscheide, ich habe jetzt keine Lust mehr darauf.

Florian: Weißt du, was es für mich auch ist? Also wenn die Beziehung wirklich so schön war und manchmal denke ich auch an Zeiten zurück, wo es sozusagen richtig schön war in meinem Leben. Ich möchte einfach zurückdenken können und dankbar sein für die Momente, die toll waren in dem Moment. Also die damals irgendwie schön waren, um mich daran zurück erinnern zu können und zu sagen, wow, da waren auch richtig gute Sachen und es ist jetzt halt vorbei und es ist jetzt eine andere Zeit und irgendwie hab da zwischendurch auch Dinge gelernt und... Nur diese schöne Erinnerungen, die auch wirklich reinziehen zu können und zu sagen, okay, für einen Teil davon bin ich auch dankbar. Und eine Wertschätzung gegenüber dieser alten Beziehung ist eben nicht nur eine Trauer, sondern vielleicht auch eine Dankbarkeit oder dann eben die Möglichkeit, da ganz liebevoll und voller Freude auch zurückdenken zu können. Zu sagen, okay, da waren wirklich schöne Sachen. Und dann den eben darüber zu nehmen und zu sagen, okay, eine Wertschätzung findet eben auch auf dieser Ebene statt.

Miriam: Und uns werden ja sehr viele sehr schöne Gedichte und Balladen und so weiter auch entgangen als Menschen. Wenn es nicht diese Phasen gegeben hätte im Leben von berühmten Musikern oder so.

Florian: Ja, man kann mal alle rauf und runter hören einmal.

Miriam: Ja, ich habe immer ganz gerne vier Stunden vom Winde verweht geguckt.

Florian: Ja?

Miriam: Ja, und dazu gab es Zartbitterschokolade und ein Glas Rotwein. Hat für vier Stunden nicht gereicht. Also die Tafel, okay, die konnte ich mir so ein bisschen aufteilen.

Florian: Das Glas Rotwein war dann irgendwann.

Miriam: Ja, nur ich bin mit Alkohol sehr feuchtig. Das war eher so ein Ritual, also das dann dazu zu nehmen. Und danach dann auch zu sagen, will ich sein wie Scarlett? Nein. Die da irgendwie auf der Treppe vor sich hin schmachtet am Ende vom Film. Ich meine, das traurigste Filmende der Geschichte, finde ich. Und da so ein Stück weit sich gegenzuwehren und zu sagen, ach, Diva bekommt einen Snickers. Ja. Ja. Deshalb finde ich das ganz gut. Ja.

Florian: Weiß auch nicht, was ist da jetzt noch? Nee. Das ist sowieso eine sehr traurige Episode dann hier.

Miriam: Nee, jetzt doch nicht mehr.

Florian: Doch, ist ja jetzt vorbei.

Miriam: Du meinst, diese Podcast-Folge ist jetzt vorbei?

Florian: Ja.

Miriam: Und jetzt fängst du deswegen so einen Quatsch, oder?

Florian: Was denn?

Miriam: Du, es kommt bald wieder eine.

Florian: Ist doch wieder ein kleiner Abschied jetzt.

Miriam: Ja. Und bald kommt eine neue. Am Dienstag.

Florian: Wer weiß, ob die so ist wie die.

Miriam: Nein, die ist anders. Wir machen so ein Thema nicht nochmal.

Florian: Da bin ich auch für.

Miriam: Ja. Wir machen was ganz anderes nächsten Dienstag.

Florian: Allerdings. Wir haben auch ganz viele von diesen Beziehungskisten gedreht, damit wir keine Beziehungsthemen in unserem Podcast oder in unseren Seminaren brauchen.

Miriam: Die gibt es auf YouTube alle zum Angucken. Ich weiß, 37 Folgen, glaube ich. Also hast ein bisschen 37 Folgen, 20, 25 Minuten, hast ein bisschen was zu tun. Da geht es nur um diese Liebesmechanismen und wie wir im NLP damit umgehen würden.

Florian: Und um Beziehungen und sowas, ja.

Miriam: Alles, ja. Das ist doch vielleicht ein guter Schluss jetzt, oder? So für alle, die jetzt noch nicht genug haben, die gehen jetzt rüber zu YouTube?

Florian: Ja, bloß nicht die ersten 1, 2, 3 Folgen, weil da habe ich noch das gelernt mit dem Greenscreen und der Technik.

Miriam: Das ist sehr lustig, da krisselt es hinter uns.

Florian: Das sind die, die am meisten geguckt wurden.

Miriam: Ich weiß, aus gutem Grund. Die sind nämlich inhaltlich stark, diese Beziehungskisten.

Florian: Nur technisch.

Miriam: Vielleicht sollte man das alles nochmal machen.

Florian: Ach, naja, ist auch vorbei.

Miriam: Jo, dann bis nächsten Dienstag.

Florian: Wenn es wieder heißt.

Miriam: Zwei Gehirne und die Liebe. Und wir haben, was wollte ich hinweisen? Ein NLP Basic.

Florian: Im Januar.

Miriam: Zum Einsteigen vom 14. bis 16. Januar. Es gibt noch drei Plätze.

Florian: Und es findet in unseren neuen Räumen statt, auf neuen Stühlen.

Miriam: Oh, die sind fantastisch. Allein wegen dieser Sitzgelegenheit.

Florian: Da kannst du wirklich anfangen, die Stühle einzusitzen bei uns in den Seminarräumen. Das geht auch nur einmal.

Miriam: Mit diesem Seminar weihen wir diese Räume ein. Das werde ich allen Teilnehmern vorher noch mal sagen. Ach, freu mich. So, bis nächste Woche.

Florian: Zeit in der Veränderung. Ja, bis nächste Woche.

Miriam: Tschüss. Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

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