Ist es weniger Liebe, wenn du deinem Kind eine Grenze setzt? Oder gehört genau das dazu, wenn man einander wirklich mag? Miriam und Florian starten mit Löwenbabys, einem schlaflosen Kind und einem Dinosaurier-Ei unterm Restauranttisch — und stolpern dabei über die Frage, worin sich eine Grenze eigentlich von einer Regel unterscheidet.
Kindererziehung, Löwen und die Frage: Wer führt?
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast.
Florian: Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Miriam: Mittlerweile kann ich mit dem Equipment von unserem Podcast alleine umgehen.
Florian: Das stimmt überhaupt nicht. Dein Mikro ist wieder voll schräg.
Miriam: Nein, mein Mikrofon ist genau richtig.
Florian: Du waderst gleich wieder. Ich weiß es doch ganz genau.
Miriam: Du darfst wadern übersetzen für unsere Hörer. Das war die Miri. Nein, das war ich nicht. Ich weiß wie es geht und ich kann das schon sehr gut alleine.
Florian: Das stimmt doch überhaupt nicht.
Miriam: Doch.
Florian: Was ist denn das Thema diese Woche?
Miriam: Kindererziehung.
Florian: Ja, dann sind wir bei dir richtig.
Miriam: Alle, die keine Kinder haben, haben jetzt ausgeschaltet. Echt? Glaubst du?
Florian: Nee.
Miriam: Liebe Eltern, liebe Kinder, liebe langkindgebliebenen Kinder und liebe Menschen.
Florian: Über Kinder in welchem Alter reden wir denn? Vielleicht können wir noch einen Teil der Hörer dazu bringen, auszuschalten.
Miriam: Also wir haben ja im Moment die großartige Aktion laufen, schenkt uns ein Thema bis zum 100. Podcast. Wir sind gut dabei, wir bekommen jede Woche ein, zwei Themen geschenkt und vielen Dank an alle, die uns eins stiften. Und einschalten jede Woche. Das hier ist jetzt schon eine Hörerin, die sich das Thema gewünscht hat, Grenzen bei Kindern setzen oder Grenzen in der Kindererziehung setzen und dabei die Kinder immer noch lieb haben.
Florian: Heute habe ich eine lustige Geschichte gehört. Ich war beim Kunden und dann hat eine der Teilnehmerinnen in meinem Workshop erzählt, sie war gestern Nacht wieder bis um fünf wach, weil ihr Sohn hat angefangen um zwei zu schreien, bis drei hat er dann geschrien, ab da hat er angefangen seine Schubladenkiste neu aufzuräumen und dann hat sie sich überlegt, ob sie ihn jetzt stoppen möchte oder die Stille genießt und dann hat sie sich einfach in sein Bett gelegt und so getan, als wäre sie tot. Nein, als würde sie schlafen. In der Hoffnung, dass er sich daneben legt. Da habe ich mir auch gedacht: Wer führt?
Miriam: Ah, geht es um Führung? Weiß ich nicht. Bei dem Thema? Geht es nur darum, wer das ganze Ding anführt?
Florian: Also, ich habe ja diese Löwen-Videos auch schon gesehen.
Miriam: Was für Löwen-Videos?
Florian: Na so Löwen in der Savanne. Und da funktioniert es ja irgendwie so, oder bei Hunden auch, da funktioniert es ja irgendwie so, da kommt dieser kleine Welpe an und rotzt den großen Löwen an. Und dann macht er das 5-6 Mal, dann klettert er auf dem rum, irgendwann piekst er ihn so sehr, dass der Löwe mit der Pranke ausholt und schon ist der kleine 5 Meter weit weg.
Miriam: Das ist ja auch was anderes. Hier sprechen wir von Lebewesen im Tierreich, die instinktiv handeln und nicht mit Ratio. Wenn wir von Müttern und Vätern sprechen, dann sprechen wir von Menschen, die auch einen gesunden Menschenverstand einsetzen.
Florian: Heute wurde die These geäußert, dass es einfach Kinder gibt, die schwierig sind. Weil ein anderer Teilnehmer hat dann sofort in dem gleichen Workshop gesagt, unserer schläft durch nachts. Und ich dachte mir, so kenne ich das auch.
Miriam: Also mein erster, allererster Kinderarzt, der hat mir mal gesagt, Frau Deforth, denken Sie immer daran, das, was die Kinder machen, das kommt nicht von ungefähr. Die kommen meistens eher nach ihren Eltern. Das hat die Natur so gemacht. Und lustig, in Jonathans Kindergarten, also vom Ältesten, der ging zu einem Waldorf-Kindergarten und die Erzieherinnen, die eine sehr lange Ausbildung machen, um diese pädagogische Form dann in so eine Gruppe spielen zu dürfen, die haben als oberste Prämisse gehabt, den Kindern das vorzuleben, was sie von den Kindern in der Gruppe erwarten. Also das heißt, die haben sich extrem gepflegt ausgedrückt, die haben sich…
Florian: Das heißt, wenn ein Kind so ein bisschen zurückhaltend ist, machen die Halligalli, oder was?
Miriam: Darum geht es nicht. Es geht nicht um Einzelcharaktere in dem Fall, sondern es geht um grundsätzliches gutes Verhalten in der Gruppe. Also, dass ein Kind nicht anderen mit einem Holzflock auf den Kopf haut.
Florian: Ich finde es richtig gut, dass die Erzieherinnen nicht den Kindern mit einem Holzflock auf den Kopf hauen. Oder sich gegenseitig.
Miriam: Sich anpflaumen oder sich mit Eltern anpflaumen vor den Kindern. Also, die haben sich sehr gut benommen, sehr gewählt gesprochen und das war so die Idee, dass die das, was sie in der Gruppe gerne sehen möchten, eben auch selbst leben.
Grenze oder Regel — wo ist der Unterschied?
Florian: Was machen wir denn jetzt mit dem Thema?
Miriam: Ich finde das Thema ganz gruselig. Ich hätte es ja nicht genommen. Du wolltest es ja unbedingt haben.
Florian: Wie wäre ich wohl da?
Miriam: Ich möchte doch meinen beiden Kindern keine Grenzen setzen, hallo? Ich möchte, dass die als freie Menschen aufwachsen. Ich möchte gerne, dass die freigeistig sind.
Florian: An der Stelle kann ich einfach mal verraten, wie wir das machen hier. Miriam und ich unterhalten uns rational in gutem State morgens darüber, wann die Kinder abends ins Bett gehen. Und dann kümmere ich mich darum, dass die beiden zu der Zeit ins Bett gehen. Und da hat völlig jede Relation verloren zur Zeit. Alle drei, die hier mit mir wohnen.
Miriam: Wie, wir haben die Relation verloren?
Florian: Meine innere Scrum Master Uhr, das ist das, was ich beruflich mache, oder was ich lange Zeit zumindest beruflich gemacht habe. Wenn der Jonathan um 9 Uhr im Bett liegen soll, dann ist um 8.57 Uhr, geht bei mir im Kopf das Lämpchen an und sagt so, sollte der Jonathan nicht langsam mal Zähne putzen, weil sonst schafft er das nicht mehr. Sonst putzt er im Bett die Zähne.
Miriam: Das ist ja was anderes, das ist ja konsequent Regeln einhalten, oder?
Florian: Ist das was anderes als Grenzen setzen? Ja. Was war genau die Frage?
Miriam: Kinder kommen ja gelegentlich von alleine auf tollkühne Ideen.
Florian: Mhm.
Miriam: An der Stelle darf ich mich ja dann spontan als Eltern entscheiden, will ich das neue Verhalten, was sie da jetzt gerade an den Tag legen, wirklich bis zum bitteren Ende durchfeiern oder ist bei mir irgendwann Schluss? Also ertrage ich das nicht mehr? Wir haben zwei echte Goldschätze, finde ich. Ich finde, die machen jetzt wenig, wo ich jetzt sagen könnte...
Florian: Manchmal drehen wir den einen um und schütteln ihm die guten Ideen wieder in den Kopf.
Miriam: Ja, das stimmt. Nur da lacht er sich ja kaputt dabei.
Florian: Das stimmt.
Miriam: Deswegen halb so wild. Was die schon können, das sind zwei Jungs, was die schon können, ist sich ordentlich raufen. Und wenn die dann gerade ihre besten Sachen anhaben und wir sind draußen unterwegs an irgendeinem Sonntag oder so, und dann geht das los mit, jetzt ist da dieser Baumstamm und dahinter die Schlammpfütze und es ist nichts cooleres, als jetzt mit dieser neuen Jeans von dem Baumstamm in diese Pfütze zu springen und meine mütterlichen Gedanken gehen in Richtung, die können auch mal lernen, zu gucken, die sind schon alt genug.
Florian: Was ist das Thema?
Miriam: Und dann eine Grenze, dann setze ich eine Grenze, dann sage ich so bis hierhin.
Florian: Also du setzt Grenzen immer nur in der Notsituation?
Miriam: Nee, sonst gibt es Regeln. Bitte? Regeln.
Florian: Aha, das ist ja lustig.
Miriam: Für mich fühlt sich das unterschiedlich an, eine Grenze. Eine Regel ist was, was wir generell sagen. Jeder räumt seinen Teller ab nach dem Essen. Das ist eine Regel.
Florian: Wie lustig.
Miriam: Die stellen wir hier auf, gemeinsam oder auch nicht gemeinsam oder auch nur wir zwei. Und dann wird die eingehalten. Nur dann halten wir die auch ein. Das heißt, wir beide räumen auch unseren Teller in die Küche. Machen wir auch.
Florian: Das stimmt.
Miriam: Wir gehen jetzt nicht um neun ins Bett.
Florian: Wir hätten die Regel auch so machen können, dass die Kinder den gesamten Tisch abräumen.
Miriam: Ja, das stimmt. Da hast du nicht rechtzeitig geschaltet. Pech für dich.
Florian: Nee, ist einfach noch zu früh.
Miriam: Ist noch zu früh?
Florian: Ja. Ich wollte dann noch Potenzial nach oben haben.
Miriam: Achso, okay.
Florian: Tatsächlich habe ich darüber nachgedacht.
Miriam: Ja.
Florian: Du nicht, oder?
Miriam: Nein.
Florian: Ich schon.
Miriam: Ich finde das super, dass die enttälern. Und dann machen die das ja auch völlig ohne.
Florian: Ja, das war der erste Schritt. Und dann bringen sie, irgendwann räumen sie den ganzen Tisch ab. Und dann räumen sie die Spülmaschine ein. So ist die Progression.
Miriam: Gut, ich bin gespannt.
Florian: Ich auch.
Miriam: Und wenn eine Regel aufgestellt ist, dann habe ich für Konsequenz dahinter zu sorgen. Ich darf mir vorher sehr gut überlegen bei einer Regel, ob ich das packe.
Florian: Hast du eine konkrete Situation, aus der die Frage entstanden ist?
Miriam: Nee, eine konkrete Situation habe ich diesmal nicht. Es ist eine allgemeingültige Frage gewesen. Sehr weit gefasst, wie ich auch finde, weil wir werden jetzt viele Eltern am Podcast sitzen haben und wahrscheinlich auch Erwachsene, die mal Kinder waren und sich an ihre eigene Erziehung als Kinder erinnern und sich fragen, okay, wo haben meine Eltern denn Grenzen gesetzt? Bei den einen werden das mehr gewesen sein, bei den anderen weniger. Das ist ja so ein bisschen elternspezifisch, auch die Notwendigkeit zu sehen, an bestimmten Stellen eine Grenze zu setzen. Also es gibt zum Beispiel die Situation, wenn die anfangen, der Große macht das manchmal, glaube ich, ohne zu kapieren, was er da wirklich von sich gibt, dass der so Schimpfworte einsetzt, die er in der Schule lernt oder so Phrasen, die echt ätzend sind, also die unter die Gürtellinie gehen, also heftige Schimpfworte. Wo ich dann so merke, der meint das lustig.
Florian: Der versteht aber noch gar nicht, was das ist.
Miriam: Der versteht gar nicht, dass er damit wirklich Leute verletzt. Ich bin dann noch froh, dass es am Abendbrottisch passiert sozusagen, dass ich dann als Mutter sagen kann, pass auf, der geht jetzt eindeutig zu weit. Also das ist jetzt einer zu viel. Dann ist er erstmal beleidigt. Und wenn ich es ihm dann erkläre, versteht er es und bei ihm ist es dann auch so, dass er es hier zumindest lässt. Ich kann nicht kontrollieren, will auch nicht kontrollieren, ob der das in der Schule auch...
Florian: Ob er das in anderen Kontexten macht oder nicht, da haben wir sowieso nur bedingt Einfluss drauf, oder? Ja, genau. Also da können wir hier in unserem Kontext was tun, in unserem Haus können wir da was tun für und ihn so gut wie möglich aufstellen und dann, was er in den anderen Kontexten macht, hängt auch von den anderen Menschen ab, oder?
Miriam: Genau, und da verlasse ich mich dann auch auf soziale Gemeinschaften. Also da verlasse ich mich auf den Klassenverband, da verlasse ich mich auf eine Lehrerin, da verlasse ich mich auf Menschen, die ihnen umgeben.
Florian: Und wenn die als Gleichaltrige unter sich sind, dann möchte ich nicht wissen, was die sich manchmal an den Kopf werfen. Richtig. Ich stand heute neben einem Pärchen in der S-Bahn, da hat er die ganze Zeit Bro gesagt. Bro. Das war irgendwie die... Alles. Das war immer der Ausdruck für Erstaunen oder für Wow. Und sie hatten noch irgendwas Lustiges. Fällt mir gleich ein. War sehr lustig, neben denen zu stehen. Ich habe mich richtig, richtig erwachsen gefühlt plötzlich. Ich dachte so, völlig disconnected. Da habe ich auch gefragt, was will ich eigentlich tun?
Miriam: Also der ist es ja nicht. Ich würde den meisten Eltern unterstellen, dass sie connected bleiben möchten bei ihren Kindern und dass sie verstehen möchten, warum Kinder bestimmte Sachen tun und dass es eben auch gut ist, wenn die Kinder in einer gewissen oder wenn das gesamte Gefüge, das ist ja ein Gefüge, also egal wer jetzt zu Hause wohnt, für mich ist das ein soziales Gefüge. Ob das jetzt eine Mutter mit zwei Kindern ist, alleinerziehend, oder Vater, Mutter, Kind, oder ob das eine Patchwork-Geschichte ist, da gibt es dann Regeln. Und Grenzen setze ich dann, wenn die mir in meiner Welt zu weit gehen, so wie die Löwin.
Florian: Spielregeln setzen für mich Grenzen.
Miriam: So, das hätten wir mal vorher klären sollen, jetzt fragen wir mal unsere Hörer. Wo ist der Unterschied zwischen Grenze und Regel? Mhm.
Florian: Definieren Regeln, wahrscheinlich ist es irgendwie sowas, Regeln definieren Grenzen.
Miriam: Das kann sein und gelegentlich sind die ja auch aus dem Spontanen geboren.
Florian: Und da ist für mich kein Unterschied, also ob ich eine Spontanregel mache oder eine generelle Baldregel, völlig egal.
Das Dinosaurier-Ei: von Konsequenz und Broken Windows
Miriam: Für mich sind zwei Dinge eklatant wichtig geworden, so in der Zeit dieser ganzen Erzieherei. Weil das ja auch ein blödes Wort ist. Wir erziehen ja nicht, die werden ja, also wir ziehen die ja nicht auseinander.
Florian: Also manchmal habe ich schon das Gefühl, wenn ich angucke, wie die wachsen.
Miriam: Nee, wir ziehen nicht dran, die machen das ganz allein.
Florian: Wir haben auch mal überlegt, ob wir denen kleinere Betten kaufen. Damit sie kleiner bleiben. Damit sie klein und süß bleiben. Da waren alle dagegen. Irgendwann hängen die Füße drüber. Nee, nachts mit so einer kleinen Presse. Mit einer Presse. Tagsüber wachsen sie und nachts werden sie wieder klein gepresst. Und Miri war dann dagegen.
Miriam: Ja, allerdings.
Florian: Ich wusste ja auch nicht, wie das funktioniert mit den Kindern.
Miriam: Freiräume für die Kinder.
Florian: Ich wusste ja gar nicht, wie das geht mit den Kindern, bis ich die bekommen habe.
Miriam: Ja, das stimmt. Ich finde, dafür machst du es extrem gut.
Florian: Im Rahmen meiner Möglichkeiten.
Miriam: Ich erinnere mich an die Situation.
Florian: Wir haben noch nie einen Leserbrief bekommen.
Miriam: Im Restaurant waren... Ich arbeite dran. Ich komme nicht dazu, das zu erzählen. Jetzt komme ich dazu. Und der Kleine wollte sich partout auf meinen Schoß setzen, obwohl das Essen kam und klar war, der ist jetzt nicht mehr so ein Baby, also der ist schon ein Watz. Das heißt, wenn er mit seinen sechs, sieben Jahren da jetzt auf meinem Schoß sitzt, kann ich nicht so ohne weiteres meinen Teller leer essen. Und wir haben ihm dann gesagt, oder ich habe ihm gesagt, nee, bleib auf deinem Stuhl sitzen, wir essen jetzt erstmal und danach können wir dann wieder kuscheln. Und dann begehrte er kurz auf, beschäftigte sich kurz mit was anderem, also absoluter Profi, um dann, als das Essen noch nicht anrückte, mit dem Vorwand, er spielt jetzt Dinosaurier-Baby, unterm Tisch aus einem Ei schlüpfte, um dann wieder auf meinem Schoß zu sitzen.
Florian: Ja, genau.
Miriam: Und das Lustige war, mir fiel das im Zuge, weil er dann, Mama, spielst du noch kurz mit mir Dinosaurier-Baby? Und ich, naja, warum spielen wir Dinosaurier-Baby? Und zack, saß er dann im Zuge dieses Spiels auf meinem Schoß und Florian sagte, du merkst schon, dass der jetzt auf deinem Schoß sitzt.
Florian: Also das, was Miri eine Minute dreißig vorher gesagt hat, was ich nicht möchte.
Miriam: Das ist nicht nur regelgebrochen, das ist grenzüberschritten und das ist auch von mir nicht konsequent gehandelt. Das heißt, wir haben sozusagen drei Regelbrecher. Also total crazy.
Florian: Das ist total witzig, wie oft das der Fall ist. Falls du Kinder zu Hause hast, das ist wirklich Wahnsinn.
Miriam: Wir beobachten das nicht nur bei unseren, wie geschickt die sind und flexibel.
Florian: Und hier, also bei unseren ist das schon, das ist eins der Muster. Das ist dieses Initial-Nein, dann wird kurz sich dran gehalten und dann wird getestet, ob wir uns noch dran erinnern, was wir gesagt haben. Oder noch den Fokus da drauf haben. Voll lustig.
Miriam: Oder über einen anderen Weg auch. Die sind unglaublich fantasievoll.
Florian: Ja.
Miriam: Das ist der Hammer, wenn es auf die Weise direkt Fragen nicht funktioniert, funktioniert es vielleicht für andere. Ist es denn schlimm, wenn wir nicht konsequent sind? Ich habe das Gefühl, dass ja. Ja.
Florian: Weil?
Miriam: Weil dadurch entsteht eben genau die Situation, unter der viele Eltern später leiden. Weil solange es darum geht, Dinosaurier-Ei zu spielen und einen Fünfjährigen am Schoß zu haben, ist es noch halb so wild. Nur wir rechnen eben dann schon in späteren Kategorien, wenn die 12, 14, 16 sind und wir sagen zu irgendetwas Nein. Also mit 16 will ich das im Grunde gar nicht mehr, nur vielleicht in der Zeit davor. Und wenn die dann raus haben, im Grunde brauche ich nur einen anderen Weg zu nehmen, dann bekomme ich schon, was ich will. Oder die ist dann nicht mehr aufmerksam, die ist dann nicht mehr wach, dann setze ich es irgendwie durch und eine echte Konsequenz gibt es ja dann auch nicht, weil ich lande ja am Ende auf dem Schoß. Dann habe ich sozusagen echt saure Sahne. Das ist was, was ich nicht anstrebe.
Florian: Das ist so ein bisschen die Broken-Window-Theory. Das war ein Modell von, wie kann man Straftaten verhindern. Da wurden Polizisten eben angehalten, schon wenn jemand nur einen Stein durch ein Fenster wirft von einem verlassenen Gebäude, da radikal durchzugreifen und zu sagen, das akzeptieren wir hier nicht. Inzwischen ist die widerlegt. Ne, ich meine auch nicht bei... Naja, das ist das, was du gerade beschrieben hast, oder? Das Muster, das unten drunter liegt.
Miriam: Ne, weil wir ja kein goldenes Buch haben, wo drinsteht, das wird hier bei uns... Naja, das ist das Beispiel.
Florian: Also du verhinderst mit 5 das Dinosaurier-Ei.
Miriam: Ja, ich verhindere nicht das Dinosaurier-Ei. Nein. Ich habe nur mich, vielleicht habe ich mich dazu hinreißen lassen, vorher eine Regel aufzustellen. Wenn ich das nicht getan hätte, wäre es alles fein. Nur in dem Augenblick, wo ich entscheide, dass er nicht auf meinem Schoß sitzt, in dem Augenblick bin ich in der Konsequenz.
Florian: Und mit 5 sagst du, da trainierst du das, weil der Glaubenssatz ist, dass es mit 15 schwieriger ist?
Miriam: Ne, wenn die sich einmal angewöhnt haben, dass es immer geht alles und dass es eh keine echten Konsequenzen hat, dann brauchen die sich auch nicht zu benehmen, wenn sie älter sind. Sozusagen die Konsequenz fehlt in einem Verhalten.
Florian: Das ist genau die Broken Window Theory. Bei was Kleinem ist man konsequent, um dann hinten raus was Größeres zu verhindern.
Miriam: Ich weiß nicht, ob ich verhindere, dass er sich mit 15 noch auf meinen Schoß setzen will.
Florian: Was weiß ich. Mit seiner Flamme.
Miriam: Wenn er sich bei seiner Flamme auf den Schoß setzen möchte und die lässt es zu, bitte. Es gibt ja Frauen, die ertragen das ein Leben lang.
Florian: Ich setze mich auch regelmäßig auf deinen Schoß.
Miriam: Du setzt dich auf meinen Schoß, wenn du mich ärgern möchtest.
Florian: Das stimmt überhaupt nicht. Das ist ein Zeichen meiner Liebe.
Miriam: Ach ja.
Florian: Oder wenn du mein Schoko-Eis isst.
Miriam: Ja gut.
Florian: Seht ihr? Dann hast du es verdient. Sag ich doch.
Miriam: Dann passiert sowas.
Florian: Dann sitze ich zwischen dem Löffel und Miris Gesicht.
Die Löwenmutter und die Frage nach dem eigenen Verhalten
Miriam: Ich glaube, es fängt an der Stelle, also es fängt bei mir an.
Florian: Ja.
Miriam: Da, wo ich sage, hier überschreitet das Kind jetzt eine, so wie die Löwenmutter, die fünfmal nicht reagiert, bis das Kind fest genug petzt.
Florian: Genau.
Miriam: Bis das Baby sich richtig in ihren Pelz rein krallt und es ihr wehtut. Und dann holt sie einmal aus und dann merkt dieses kleine Löwenbaby, was ja auch auf den ersten Blick richtig süß ist und spitze Krallen hat, merkt dann, dass es fünf Meter weit fliegen kann, obwohl es kein Vogel ist. So und damit ist das Thema dann erledigt. Vielleicht passiert es noch ein zweites Mal. Das heißt, die Löwenmutter erträgt eine ganze Weile und sagt, das ist jetzt nicht schlimm genug, sozusagen, das ist jetzt noch okay.
Florian: Und dann ist die Grenze erreicht.
Miriam: Und dann gibt es eine Grenze.
Florian: Wenn die Löwenmutter früher reagieren würde, wäre das besser?
Miriam: Wenn die Löwenmutter, und da sind wir eben jetzt bei der Ratio, wenn ich mich entscheide, früher eine Regel einzuführen, eine Grenze zu setzen, wie du es gerne haben möchtest, eine Grenze zu setzen, dann darf mir klar sein, die ist dann da jetzt. Also dann ist sie da. Und dann darf ich das durchhalten. Also dann ist das mit Konsequenzen verknüpft. Wenn ich bereit bin, die zu halten, ist das okay. Auf der anderen Seite finde ich es kontraproduktiv, wenn ich als Eltern diese Grenzen ständig an anderer Stelle selbst übertrete und dem Kind was anderes vorlebe. Also ich sehe mich auch in der Pflicht. Das heißt, wenn ich von meinem Kind erwarte, dass es sich beim Essen gut benimmt, da nehme ich mich auch beim Essen.
Florian: Du hast keine Double Standards, also keine doppelten Standards für die Kinder. In solchen Fällen nicht.
Miriam: In solchen Fällen nicht, ne. Keine Double Standards.
Florian: Wie ist das mit der Grenze, dass ein Zehnjähriger noch keinen Film schauen darf, der ab 16 ist?
Miriam: Da gibt es ja Gesetze, da kommen sie ja ins Gefängnis, wenn er es macht.
Florian: Dann wird er bei der Familienpolizei angezeigt und dann kommen sie ja ins Familiengefängnis. Das geht ja gar nicht. Weil da wirst du ja den Film auch gucken. Oder mit so Grenzen, dass ein Fünfjähriger vielleicht noch nicht mehrere Stunden am Tag am Handy hängt und ein Erwachsener das vielleicht schon vorsieht.
Miriam: Da steht eine Regel dahinter. Das stimmt.
Florian: Das stimmt.
Miriam: Und wir sitzen nicht ständig am Handy.
Florian: Das stimmt.
Miriam: Wir sitzen öfter an unserem Computer, als die Kinder das dürfen, weil wir arbeiten an unserem Computer und sie sehen uns nicht, dass wir da irgendwelche Sachen spielen.
Florian: Das stimmt.
Miriam: Wenn das stimmt, dann gibt es dort, wo ich, also fangen wir so an. Nur weil der Papa Bier trinkt, wenn er auf eine Party geht, heißt es nicht, dass der Fünfjährige Bier trinkt. Es gibt Dinge, die sind Erwachsenen vorbehalten. Das Kind braucht ja auch keine Miete zu bezahlen, deshalb braucht es nicht zu arbeiten. Ich weiß, du würdest sie in eine Mine schicken.
Florian: Früher haben die schon in Webereien gearbeitet in dem Alter. Ich weiß, ich weiß. Oder als Laufbursche.
Miriam: Richtig. Oder sie haben ein Erz abgebaut in Minen unter Tage.
Florian: Allerdings.
Miriam: So, heute nicht mehr, das ist toll und bald hoffentlich in allen Ländern nicht mehr. Und dadurch haben sie Vorteile auf der einen Seite und auf der anderen Seite ist das dann eben auch nicht nötig, dass sie vier Stunden am Tag vorm Bildschirm verbringen, weil sie da noch keine Arbeit verrichten. Nur ist es okay, dass sie überhaupt an den Bildschirm dürfen, in einem bestimmten Maß. Sie dürfen auch gerne mal einen Schluck Malzbier trinken, da ist kein Alkohol drin. Wenn Sie das unbedingt möchten.
Florian: Ja, meistens wollen sie ja dann gar nicht. Wenn sie sehen, dass ich an meinem Computer was lese, dann zischen die auch immer so schnell ab, das geht gar nicht. Die gucken immer, no, du hast einen Laptop auf dem Schoß, schauen auf meinen Bildschirm, sehen irgendwelchen Text. Ja, dann bin ich weg.
Miriam: Weil es dann viel spannender ist, Lego zu spielen oder so. So, das heißt, es gibt Regeln dann an der Stelle. Die gehen auch früher ins Bett als wir.
Florian: Allerdings.
Miriam: So, auch das ist ja in Ordnung, auch das ist ja zu rechtfertigen.
Florian: Das ist ja ein spannendes Beispiel, weil ich glaube, gerade dieses ins Bett gehen ist was, wo wir immer wieder auch transparent machen können gegenüber unseren Kindern, wie viel Zeit sie noch haben. Also der Spielraum, den sie innerhalb der Grenzen haben. Und da sind wir dann schon dabei. Das ist völlig egal, ob ich Kinder habe oder nicht. Das ist bei meinem Team ganz genauso. Also wenn ich in irgendeinem Team bin und wir machen aus, dass wir uns jetzt eine Stunde lang um irgendwas kümmern, dann höre ich auch nach einer Stunde damit auf. Das ist manchmal ungewohnt für die Teilnehmer, dass wir dann einfach aufhören mit was auch immer wir gemacht haben. Nur wir hatten uns nur so viel Zeit erstmal vorgenommen. Dann können wir drüber reden, wollen wir noch eine Stunde dranhängen und dann machen wir noch eine halbe Stunde. Nur es ist dann auf jeden Fall ein Entscheidungspunkt wieder da. Vielleicht haben wir auch entschieden, was anderes danach zu machen. Dann machen wir was anderes. Und das ist ja genauso beim ins Bett gehen. Wenn ich eben noch Zähne putzen, Geschichte vorlesen, Geschichte anhören und mit irgendwelchen Karten spielen habe, dann darf ich halt auch lernen, mir die Zeit einzuteilen.
Grenzen als Liebesbeweis: Matschpfütze, Sonntagshose und das große Ziel
Miriam: Gut, jetzt gehen wir mal davon aus, dass die meisten, die diesen Podcast hören, irgendeine Art von Regelwerk zu Hause haben, mit ihren Kindern, für sich selbst, mit der ganzen Familie, mit dem ganzen Rudel, mit der Patchwork. Und dass es auch einigermaßen funktioniert. Und ich glaube, dass es immer an der Stelle knirscht, wenn Mütter oder Väter anfangen, ein schlechtes Gewissen zu entwickeln, weil sie das Gefühl haben, dass sie ihren Kindern irgendwas wegnehmen.
Florian: Das wäre das Beispiel, die haben die Sonntagshose und das Hemd an und gehen in den Wald und wollen in eine Matschpfütze springen und du denkst, soll ich es ihnen erlauben, weil die sollen ja Free-Range, nee, so heißen die Hühner, ne? Free-Chicken. Free-Chicken. Sie sollen ja nicht freilaufende, sie sollen freilaufende Kinder sein. Und sie sollen auch ihre Erfahrungen machen können.
Miriam: Ja, und sie sollen auch jederzeit auf meinen Schoß dürfen. Und sie sollen sich geliebt fühlen von Kopf bis Fuß und mit jeder... Ah, und da ist der Trick.
Florian: Nur weil es Grenzen gibt, heißt ja nicht, dass wir die nicht lieben. Nicht vorbehaltslos, sondern es ist einfach, an manchen Stellen sind einfach Dinge, die die Kinder tun können, so dass ich sagen würde, das erzeugt dann Aufwand auf Elternseite, der kein Spaß mehr ist. Also wo ich sagen würde, ah...
Miriam: Und ich kenne es auch, dass die dann so herzzerreißend weinen, dass ich mir wirklich in dem Augenblick überlege, kann ich irgendwie zurückrudern? Kann ich irgendwie die Regel, die ich gerade... Ich kenne die Situationen.
Florian: Ich kenne die nur zu gut. Also der steht auf dem Baumstamm und sagt, ich würde so gerne in die Matschpfütze springen.
Miriam: Und ich hatte gerade vorher gesagt, mit der Hose wirst du nicht in die Matschpfütze. Und dann steht er da und weint und ich denke, scheiß doch auf die Hose. Wirklich wahr. Lass doch. Ist doch wurscht. Und jetzt habe ich es vorher gesagt. Das wäre ja total inkonsequent, wenn ich dann sagen würde, naja, komm, dann spring halt.
Florian: Wir brauchen da nur ins Extrem gehen. Ich finde, das ist nur die Steigerung von, die laufen hier mit Acrylstiften rum und sagen, ich würde gerne die Tür anmalen. Und ich sage, nein. Würde ich nicht. Würde ich auch nicht zurückrudern. Also ja, kann sein, dass es ein kleiner Picasso aus ihm werden würde, aber nicht an unserer Tür.
Miriam: Ich finde es eh ganz gut, ich mag Florians Art da an der Stelle und das ist das, was mich am meisten unterstützt, auch als Mutter, die ihre Kinder sehr liebt und die da sein möchte für die Kinder und die denen auch ein ganz tolles Leben ermöglichen will, dass wir ab und zu an manchen Stellen dann, wenn die wirklich ihren, ich heule jetzt herzzerreißend, bis Amnesty International kommt, und es geht wirklich nicht um Leben und Tod. Also geht es nie. Dass Florian dann sowas macht wie überspitzt. Ich weiß noch, wie das war, als bei dem Kleinen es darum ging, dass der dann sich auf der Toilette selbst versorgt und du dann irgendwann gesagt hast, naja, ich stelle mir halt gerade vor, wie das ist, wenn der dann mit 17 immer noch ruft, Mama, ich bin fertig. Und dann dachte ich so, oh nee.
Florian: Echt?
Miriam: Das war das, was du gezogen hast? Das will ich nicht. Ja, der darf das jetzt lernen, auch wenn er dabei ein Tränchen verdrückt. Das ist okay.
Florian: Ja, das sind die Prozesse. Also, ich stelle mir immer vor, ich möchte, dass aus den beiden Jungs, die hier sind, möglichst lebensfähige Menschen werden, die selbstbestimmt durchs Leben gehen können, die ihre Ziele erreichen, die tolle Fähigkeiten haben und die die auch nutzen können, in dem Rahmen, den sie möchten. Und dann heißt es halt an mancher Stelle, dass sie auch verstehen dürfen, wir haben hier Gemeinschaftsressourcen. Wir haben hier zum Beispiel eben dieses Beispiel im Wald. Wenn die mit der tollen Jeans in den Matsch springen, dann steht die Mama in der Küche oder steht in der Waschkammer und wäscht die wieder. Und dann denke ich mir, ist das das, was die wollen? Nein, die wollen doch auch dann Zeit mit dir verbringen. Am liebsten hätten sie alles. Nur, an mancher Stelle sind die Ressourcen begrenzt. Und dann? Ja, dann ist doch viel sinnvoller, wenn sie lernen, dass wir sagen, das kann sein, dass das für den Moment super wäre, nur nachher hat das irgendwelche Konsequenzen, die wir nicht haben möchten, deswegen gibt es da eine Regel und eine Grenze und manchmal können wir schon bewusst mit denen drüber sprechen und als sie noch kleiner waren, ging das halt nicht.
Miriam: Das heißt nicht, dass wenn die irgendwo stolpern und haben sich das Knie aufgeschlagen, dass ich die dann nicht auf den Schoß nehme und tröste. Also wenn die weinen. Und es gibt einen Unterschied. Und wir Eltern kennen den im Grunde alle.
Florian: Und da gibt es diese lustigen Videos, auch im Internet, wo Kinder umfallen, sich umgucken, niemanden sehen und einfach weiterlaufen. Oder wo sie umfallen, sich umgucken, die Mama sehen und in dem Moment fangen sie an zu weinen. Super lustig.
Miriam: Ja, das gibt's und es gibt auch echte Schmerzen.
Florian: Natürlich gibt's. Ja, wir haben zwei Jungs. Wir kloppen uns manchmal im Wald mit Holzstöcken. Ich weine. Da hab ich sogar schon fast geweint. Ja, manchmal erwischen die mich auch doll.
Miriam: Ach, deswegen hast du dich auf meinen Schoß gesetzt, als ich heimkam.
Florian: Deswegen und weil du mein Schokoeis gegessen hast. Das kann sein. Und es gibt Grenzen.
Miriam: Es ist alles gut. Ich bin da einfach nur sehr viel wacher geworden. Und zwar nicht nur, was das Kind angeht, sondern auch, was mich angeht. Also ist es jetzt das, was ich jetzt gleich tue, kann ich das durchhalten? Punkt eins, dann mache ich es. Wenn ich eine Sanktion ausspreche, halte ich die durch. Zweitens, wenn das Kind tatsächlich leidet und wirklich Schmerzen hat, dann ist das Erste, was ich mache, dass ich es tröste und auf den Schoß nehme und es ist alles gut. Wenn das Kind allerdings eine Masche draus macht, und auch das ist für uns Eltern, die wir uns selbst und die Kinder einigermaßen kennen, sehr gut erkennbar, dann darfst du lernen, das durchzuhalten. Das habe ich mir immer wieder gesagt. Weil sonst wird das ein Katz-und-Maus-Spiel auf Dauer. Und das geht nicht. Das wird für alle nicht gut. Weil das ist genau das, was sich Mädchen angewöhnen, wenn sie größere Brüder haben, dass sie wissen, sobald sie Tränchen verdrücken, hören die auf zu kloppen. Das ist antrainiertes Verhalten, dass sie dann später einfach heulen, wenn sie nicht mehr wollen, wenn sie nicht mehr gekloppt werden wollen. Das ist dann oft in einer Verbalsituation oder so. Und es führt zu nichts, das führt nicht zur Lösung des Problems, das führt zu gar nichts und ich möchte diesen Kindern das ersparen, ich möchte, dass die ein selbstverantwortliches, ein gutes Leben leben.
Florian: Weil egal, ob wir jetzt, wir haben halt zwei Jungs und die sollen da rausgehen und als Mann ihr Ding machen können oder eben als Mädchen, als Dame oder als Frau.
Miriam: Wer, die Jungs?
Florian: Nein, wenn die das unbedingt wollen, von mir aus auch. Ist ja heutzutage alles in Bro.
Miriam: Wie sag ich denn zu dir, wenn du mich Bro nennst?
Florian: Nein, das ist so ein Bro. Das ist kein, das ist so ein Bro.
Miriam: Wie sag ich dann zu dir, Chica?
Florian: Was? Jetzt überschreiten wir hier Grenzen. Ah ja. Ich komme gleich und setze mich bei dir auf den Schoß.
Ausblick, Termine und das Fazit
Miriam: Ja, wieso? Ich kenne mich mit Technik jetzt schon super aus. Ich werde hier langsam zum Geek, wenn das so weitergeht. Ich war auf der Facebook, All-Facebook-Marketing-Konferenz.
Florian: Ah, da gibt es so ein Video. Es gibt ein Interview von dir da auf Facebook. For free.
Miriam: Ja, auf der AFBMC.
Florian: All-Facebook-Marketing-Conference-Seite.
Miriam: Ist das zu sehen. Und wir haben am 9.6. unseren Sprachzaubertag in Action Town.
Florian: In MG Action Town.
Miriam: MG Action Town.
Florian: Auch bekannt als Mönchengladbach.
Miriam: Richtig. Also der läuft, also der findet statt. Wir sind ganz aufgeregt, weil als wir es im letzten Podcast gesagt haben.
Florian: Nur es gibt noch keine Karten.
Miriam: Es gibt wegen Josefa noch keine Karten. Josefa ist die, die es organisiert und die hat mir gesagt, sobald sie aus Dubai zurück ist, gibt es die Tickets.
Florian: Tatsache. Da bin ich entspannt.
Miriam: Ich nehme jetzt alle schon auf eine Liste, die schicke ich Josefa einfach weiter. Also wenn du dich anmelden willst, melde dich an. Ich schicke es an Josefa.
Florian: Oder warte einfach nur eine Woche, dann klappt es vielleicht auch.
Miriam: Oder warte noch eine Woche, genau, dann klappt es. Dann klappt es eh. Gut.
Florian: Was haben wir denn jetzt mit dem Thema so schlussendlich gemacht?
Miriam: Also aus meiner Sicht haben wir drei Dinge festgelegt. Wir haben zum einen festgelegt, dass derjenige, der Grenzen setzt, wach sein darf, welche Grenzen er setzt.
Florian: Allerdings.
Miriam: Wir haben zum anderen festgelegt, dass es okay ist, wenn Kinder in Liebe und in Freiheit aufwachsen und dass es eben ein soziales Gefüge gibt, in dem es bestimmte Regeln gibt.
Florian: Dass es voll gut ist. Und an die halten sich übrigens alle. Ich darf auch nicht in den Matsch springen.
Miriam: Das stimmt, weil auch wegen deiner Jeans stehe ich dann in der Waschküche.
Florian: Exakt, sonst gehe ich in die Waschküche.
Miriam: Oder du. Und wir haben des Weiteren festgelegt, für uns jetzt, dass das überhaupt nichts oder dass es vielleicht sogar der allergrößte Beweis ist dafür, wie sehr wir die Kinder lieben. Dass wir sie dazu bringen möchten und zwar motivierend dazu bringen möchten, dass sie ein eigenverantwortliches und ein selbstbestimmtes Leben haben.
Florian: Weil das große Ziel ist doch, dass wir die Kinder da draußen in die Welt schicken können, so gut wie möglich. Ja. So gut vorbereitet wie möglich.
Miriam: Und dazu gehört, dass sie auf eine Aktion eine Reaktion erfahren.
Florian: Ja, oder dass wenn sie bestimmte Spielregeln mit jemandem ausmachen, dass sie sich dann daran halten dürfen. Das macht übrigens Brettspiele und so Spiele, die man zu Hause spielen kann, auch viel lustiger.
Miriam: Ja, das stimmt. Ja, jetzt mittlerweile geht's. Wir haben hier drei Menschen im Rudel, die nicht gut verlieren konnten bisher. So, ihr Lieben.
Florian: Nächste Woche hören wir uns wieder.
Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.