Ein Berg Zitronen liegt gefühlt vor der Bürotür — und alle rufen dir zu, du sollst jetzt bitte Limonade draus machen. Miriam und Florian können diesen Spruch nicht mehr hören. Statt ihn brav zu wiederholen, fragen sie: Was tun Menschen, die verlässlich Ziele erreichen, eigentlich anders? Und was steckt hinter dem Tun, wenn die Rahmenbedingungen gerade unbequem sind?
Der ausgelutschte Zitronen-Spruch
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Boah, das ist, im Grunde ist es fast ein bisschen langweilig, finde ich, das Thema.
Florian: Was denn?
Miriam: Das mit diesem, wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade draus.
Florian: Das ist doch eine althergebrachte Weisheit.
Miriam: Also wir erleben ja im Moment, also in unserem direkten Umfeld, da wo eben viele Alleinunternehmer, Einzelunternehmer sind, wo viele Trainerkollegen sind, Coaches sind, genau diese Herausforderung bei uns selbst, selbstverständlich auch, dass wenn eben... Dinge passieren, die wir so niemals vermutet hätten, dass wir dann plötzlich vor Herausforderungen stehen, von denen wir auch nie geglaubt hätten, dass wir sie jemals haben. Und klar wünschen sich viele unserer Hörer und auch unserer Seminarteilnehmer, dass wir da mal dran fassen und wir haben lange, lange gehadert. Weil natürlich finden wir es super, wenn Leute sich in Bewegung setzen und wir selbst erwarten das von uns auch in jeder Form, dass wir das Leben, dass wir ein Stück weit zumindest das Leben so annehmen, wie es ist, auch uns selbst mit all dem, was da so ist. Und dann, und das steckt ja hinter diesem, hier sind Zitronen, mach da Limonade draus. Irgendwie was Gutes draus zaubern. Da gibt es noch mehr so geflügelte Worte und Sprüche. Ich finde den ganz nett, der ist ganz witzig und der ist halt schon wahnsinnig ausgelutscht wie so eine Zitrone halt.
Florian: Ja, so richtig was in Deutschland ergibt es auch nicht so wahnsinnig viel Sinn. Wir haben wenig Zitronenständer an der Straße.
Miriam: Ja genau und ich weiß gar nicht, wie viel Zitronenlimonade getrunken wird da draußen. Vor allen Dingen selbstgemacht. Die ist ja ganz lecker. Wenn wir asiatisch essen gehen, da haben viele von den Restaurants, die wir schätzen, haben so selbstgemachte Limonade. Also so Hauslimonade. Und das ist schon ein Highlight. Also wenn die die selbst aus Limetten und Zitronen machen oder da noch Kräuter reintun und schön mit Eis.
Florian: Hat das was mit dem Thema jetzt diese Woche zu tun? Nein. Okay.
Miriam: Du hast das ja nochmal ganz anders aufgezogen.
Florian: Inwiefern?
Miriam: Naja, also wir bereiten uns ja auf so einen Podcast vor, tüchtig wie wir sind. Und es gibt ja im Leben, gab es zumindest früher Augenblicke, die sehr dazu verführen würden, sich hinzusetzen und nichts zu tun. Oder wenn höchstens dann vielleicht zu schieben.
Der Practitioner vor Ort — und die Frage, ob man überhaupt was tun soll
Florian: Also vielleicht als Hintergrund, wir haben gerade unseren Practitioner gestartet und es fühlt sich ganz anders an als die letzten Practitioner, die wir hatten.
Miriam: Practitioner-Ausbildung ist die Grundausbildung im NLP. Dauert zehn Tage roundabout und danach können die Leute NLP, das ist die Grundannahme.
Florian: Ja, genau. Und wir haben, nachdem wir die Wahl hatten, ob wir das Ganze online oder also virtuell per Videokamera und Internet machen oder ob wir das Ganze vor Ort machen, haben wir jetzt erfahren, ja, es geht vor Ort. Die Regeln ändern sich, im Moment ändern sich ja die Regeln jeden Tag. Ja, das stimmt. Und haben angefangen, das jetzt zu machen. Natürlich mit einer Mini-Gruppengröße und natürlich mit mega viel Abstand zwischen den einzelnen Stühlen und mit Übungen, die wir jetzt auch noch anpassen müssen. Das hätten wir uns alles viel einfacher machen können.
Miriam: Ja, wir müssen nicht eben, wir hätten ja auch anders entscheiden können. Wir hätten ja entscheiden können, dass wir es online machen.
Florian: Oder gar nicht.
Miriam: Oder gar nicht. Gar nicht ist schon, also gar nicht.
Florian: Das wäre, wenn das Leben dir Zitronen gibt, dann setz dich hin und spiel Ukulele oder so.
Miriam: Was machst du dann? Mit dem Berg Zitronen sie auf andere Leute schmeißen. Warten, bis sie schön faul sind und dann und mal so, weißt du, Frust ablassen. Das ist ja fast Gestalttherapie. Kannst den Zitronen noch einen Namen geben. Herbert! Ja, also wenn wir in dieser Metapher bleiben wollen mit den Zitronen, dann hatten wir eine Menge davon zu Hause, um sie auszupressen plötzlich.
Florian: Ja, allerdings.
Miriam: Gefühlt, weil wir es auch ganz anders gewohnt sind, mit Menschen direkt zu arbeiten und zu trainieren und ja, wir durften uns selbst erstmal anfreunden oder einen Weg finden, was heißt anfreunden, so einen Weg finden, wie wir damit klarkommen, dass da jetzt ganz viele Veränderungen in unseren Trainingsabläufen drin sind. Also was ich zum Beispiel festgestellt habe, ist, dass Sterilium ein besseres Handpeeling ist als Sagrotan. Und dass ich sehr froh bin, dass ich meine Miri-Handcreme überall hinstellen kann. Dass wir da in einem gewissen Überfluss sind gerade. Uiuiuiuiui.
Florian: Ja, nur, warum denn überhaupt was tun? Oder warum das tun? Also, das ist ja auch irgendwie, da ist ja auch so ein Geschmäckle drin von den Regeln nachgeben. Also da hat irgendjemand Regeln gemacht und dann gibt man denen irgendwie nach, ohne sich dagegen aufzuwehren oder zu versuchen, die zu erweitern.
Miriam: Aufzuwehren finde ich gut. Die Aufzuwehrer.
Florian: Ja, die Aufzuwehrer. Aufzulehnen und zu wehren. Aufzuwehren.
Miriam: Ja, kannst ja auch auswandern.
Florian: Stimmt.
Miriam: Kannst ja irgendwo besser. Wohin? Wohin? Grönland oder Island. Ja? Ja, ja. Island wäre gut. Ich liebe Island. Ich war noch nie da und ich weiß, dass ich es liebe.
Florian: Ja.
Miriam: Auf meiner To-Do-Liste. Im Moment darfst du glaube ich nicht nach Island. Echt? Ja. Auch nicht?
Florian: Ne, weil die sind da durch schon. Durch was? Die sind durch diesen Coronavirus durch.
Miriam: In Island? Wie haben die das gemacht?
Florian: Da ist das mit der Quarantäne einfacher.
Miriam: Ach so, okay. Ja, also gut, geht nicht. Vielleicht geht im Moment Auswandern nicht so einfach wie sonst. Nur wir könnten es uns ja im Nachgang überlegen.
Rahmenbedingungen als Ausrede — und wo das überall auftaucht
Florian: Und das tatsächliche Thema ist ja, es ist ja nur ein Beispiel tatsächlich, weil ich kenne dieses Gefühl. Also tatsächlich ist das gar nicht so anders vom Gefühl her, wie wenn ich in einen großen Konzern reinkomme und in dem Konzern mit Coachees zu tun habe.
Miriam: Coachees darfst du vielleicht kurz erklären als Begriffe.
Florian: Also die Menschen, für die ich dann eingestellt werde zum Coachen. Und manchmal habe ich dann den Auftrag, eben mit denen was zu entwickeln. Also ein Programm für interne Führungskräfte, Fortbildung zu entwickeln zum Beispiel. Und dann kommt schon mal einer von denen und sagt... Ja, bei uns hier unter den Rahmenbedingungen können wir gar nichts tun. Also das lohnt sich nicht mal, was mit denen zu machen. Weil wir müssten ja alles umstellen hier. Also es geht ja überhaupt nicht, was wir da alles an Absprachen bräuchten und wen wir in den Raum reinholen wollen. Und ich habe mit den meisten schon von ihnen gesprochen und die haben da auch gar keinen Bock drauf und die wollen das alles auch gar nicht. Und das hat hier eigentlich überhaupt keinen Sinn und ich weiß gar nicht, was wir machen sollen.
Miriam: Das gibt es auch an anderen Lebensstellen und in anderen Bereichen, dass Menschen irgendwo Rahmenbedingungen nicht erkennen, die ihnen schmecken oder die irgendwie passen und dann geht gar nichts. Wir haben das ja auch häufig, wenn Menschen... So ein Traum hätten, so ein Ziel, so was tolles. Bei vielen ist das zum Beispiel ein Buch schreiben oder es gibt so Träume. Oder ein eigenes Unternehmen aufmachen oder selbstständig machen oder Erfolge im Freizeitbereich erzielen. Und dann stellen sie zum Beispiel fest, sie bräuchten vielleicht eine gute Homepage dafür, damit das Business läuft und sind selbst nicht imstande, sowas zu programmieren und es ist auch kein Geld da, um jetzt jemanden damit zu befassen und damit geht gar nichts. Also damit geht auch alles nicht.
Florian: Damit ist der Traum dann vorbei.
Miriam: Hatten wir auch schon, also hatten wir schon bei Teilnehmern in unserer Masterausbildung, geht es ganz viel um Ziele und Zielfixierung und Zielfestigung.
Florian: Und welche Hürden es tatsächlich gibt oder welche auch nicht. Ja.
Miriam: Und das sind die Argumente, ja. Ich habe keine Homepage, also kann ich nicht starten. Oder ich habe ja noch keinen E-Mail-Verteiler mit über 2000 Menschen, also kann ich nicht starten.
Florian: Darunter lohnt es sich gar nicht.
Miriam: Darunter lohnt es sich gar nicht anzufangen.
Florian: Nur dann, der ist ja gar nicht aufzubauen.
Miriam: Nee, dann passiert, also wenn ich nichts tue, baut sich auch kein E-Mail-Verteiler, klar. Rational betrachtet sozusagen von außen, und da werden uns wahrscheinlich viele Hörer jetzt recht geben, ist das natürlich totaler Blödsinn. Weil uns fallen ja von außen betrachtet ganz viele Kleinschrittigkeiten ein, die schon auf ein Ziel einzahlen könnten, die wir schon machen könnten, die wir schon in Angriff nehmen könnten, die auch gehen ohne Geld oder die auch gehen ohne Unterstützung von jemand anderem.
Das Online-Musical und die Kerntätigkeit
Florian: Ein guter Freund von uns hat jetzt, ist Musical-Darsteller und hat jetzt die Zeit auch genutzt, um mit anderen Musical-Darstellern zusammen ein Online-Musical eben zu machen.
Miriam: Ja, und das allererste, was es gibt überhaupt, das ist wirklich ein Musical. Also es ist nicht ein, wir singen ein paar Lieder vor der Kamera, sondern es ist ein richtiges Musical mit Erzählstruktur und mit Aufwand und mit Kostümen, mit Requisite.
Florian: Mit Episoden.
Miriam: Mit Episoden, genau. Total crazy. Die hatten jetzt auch erstmal die Herausforderung, ne?
Florian: Ja, nur sozusagen, wäre es nicht einfacher oder wäre es nicht sinnvoller gewesen, da nichts zu tun dann? Weil an der Stelle ist ja dann tatsächlich auch, natürlich ist das irgendwie ganz anders als das, was Musical-Fans auch gewohnt sind, oder?
Miriam: Was Musical-Darsteller auch gewohnt sind.
Florian: Ja, die sind ja erstmal, also es geht ja um Kunden an vielen Stellen auch, oder?
Miriam: Achso, achso, es geht gar nicht um die Darsteller. Weil weißt du, was ich bei dem für ein Gefühl hatte? Der macht einfach wahnsinnig gerne Musical.
Florian: Der singt auch gerne.
Miriam: Der singt auch richtig gerne. Also da ist an irgendeiner Stelle sozusagen dann Hauptsache es gibt Musical. Und wenn er zu Hause in seinem Wohnzimmer dieses Musical aufnimmt, Hauptsache es ist Bühne. Also Hauptsache es ist dieses Gefühl von Musical da drin. Das kann schon auch sein, es kann schon so einen inneren Beweggrund geben von die Begeisterung für eine Sache ist so groß, dass verrückte Lösungen gefunden werden oder verrückte Ideen dann umgesetzt werden oder auch mal was ganz Neues ausprobiert wird, das geht schon, auch im allerkleinsten Rahmen und da war jetzt nicht viel Geld im Spiel, also gar keins.
Florian: Ja, Tatsache. Zum Teil haben die Schauspieler dann mit ihrem eigenen Handy eben zu Hause mit den Requisiten, die sie haben, die Story aufgenommen, die Szene aufgespielt. Und das ist natürlich anders, als wenn...
Miriam: Im Theater eine große Requisite da ist und es wird alles vorbereitet und das Kostüm hängt gewaschen und gebügelt irgendwo auf dem Ständer und das ist schon cooler, finde ich auch. Und auf der anderen Seite, um was geht es wirklich, also was ist die Kerntätigkeit von einem Musical-Darsteller und wo findet der sich sozusagen dann wieder? Und na klar, also auch wenn wir jetzt in so einen großen Konzern schauen, jetzt unabhängig von irgendwelchen äußeren Geschichten oder unabhängig von was weiß ich, wenn jemand ein Unternehmen gründen will, dann dürfen wir uns ja zu Recht die Frage stellen, was können wir denn jetzt tun, um schon so ein bisschen in diese Richtung zu gehen?
Florian: Es ist halt ein anderer Ansatz. Es ist ein sehr viel mehr ressourcenorientierter. Also was ist das, was wir im Moment zur Verfügung haben und was können wir damit tun? Wenn wir eben diese Zitronen haben, die sprichwörtlichen, dann machen wir vielleicht einen Zitronenstand oder Zitronenlimonadenstand auf. Ist das das, was wir wirklich tun wollen?
Miriam: Ja, es gibt da schon immer wieder Kritik. Also ich habe ja auch lange Zeit in einem großen Konzern gearbeitet und streckenweise, je nachdem, was wir da gerade für eine Führung hatten oder so, war es eben schon auch so, dass wir das Gefühl hatten, dass wenn nicht jeder einzelne Mitarbeiter unten im Studio dafür sorgt, dass das Ding läuft, läuft es nicht mehr. Weil sozusagen wenig Support kam, weil wenig Wertschätzung kam, weil wenig Möglichkeit kam. Es war auch wenig Ressource da, um sich technisch zum Beispiel passend auszustatten und dann mitzuhalten mit anderen Anbietern, mit Mitbewerbern und so schien quasi unmöglich, wenn nicht wirklich Leute von zu Hause Requisiten mitgebracht hätten oder eine eigene Ausstattung oder was auch immer, um das Bild zum Beispiel schöner zu machen oder um... Für ein anderes Erlebnis zu sorgen oder sich eben auch gegenseitig zu unterstützen an Gewerken, wo keiner ausgebildet war für. Es gibt solche Strecken.
Randbedingungen ändern — oder erst mal tun?
Florian: Wir können ja mal ein Angebot machen, weil wenn ich so jetzt drüber nachdenke, was ist denn das, wo ich auch merke, da reibt sich was in mir an diesem, das dann unter diesen scheiß Bedingungen irgendwie dann trotzdem zum Fliegen zu bringen. Dann merke ich, dann ist es dieses, es wäre doch so viel besser, wenn wir bessere Bedingungen hätten. Und wir sollten, anstatt die Zeit damit zu verbringen, dass wir was tun, sollten wir lieber dafür sorgen, dass unsere Bedingungen besser werden. Und ich würde den tatsächlich gerne auftrennen und würde sagen, naja, die Arbeit an den Randbedingungen ist das eine Thema, das wir haben, nur das Tun ist tatsächlich das zweite Thema und dieses Tun... Miriam und ich merken seit fünf Jahren, seit wir zusammen durch dieses Leben schweben, wie sehr dieses Tun auch tatsächlich immer wieder dafür sorgt, dass wir Randbedingungen überhaupt erst ändern können.
Miriam: Stimmt.
Florian: Also wir haben an der einen oder anderen Stelle, wenn du dir die ersten Podcast-Folgen anhörst zum Beispiel, oder um Gottes Willen, bitte geh nicht auf YouTube und schau dir die Beziehungskiste 1 und 2 an. Leider sind es unsere meistgeklickten Episoden in der Beziehungskiste. Und in der ersten, ungelogen, wir hatten keinen Platz hier in der Wohnung, wo wir es schön machen konnten. Wo wir ein schönes Aufnahmebild für... Oh, schön machen konnten im Beziehungskiste. Ja, weiter. Ja, ähm, und nur, was wenn wir gemerkt hätten bei der ersten Episode, ja, das hätte uns überhaupt keine Freude gemacht oder so. Dann hätten wir am Ende hier Kameras gehabt und Greenscreens und Hintergründe und hätten für all diese Sachen gesorgt, die dann gar nicht notwendig gewesen wären. Das stimmt. Ich glaube, das ist das für mich Paradoxe, was da drin steckt in diesen harten Randbedingungen, die sich manchmal so anfühlen von außen als, warum sind denn jetzt diese blöden Randbedingungen da?
Miriam: Also wenn wir den Anspruch gelebt hätten und ich meine, ich habe zu dem Zeitpunkt ja auch schon viele Jahre beim Fernsehen gearbeitet, dass ich gerne Hochglanz veröffentlichen würde, weil es ging ja da auch ein Stück weit mit um mein Image. Also ich war ja in der Öffentlichkeit zu dem Zeitpunkt auch schon, dann hätten wir durchaus sagen können, wir blasen das ganze Projekt, also wir machen keine Beziehungskiste. Also wir machen diese Reihe auf YouTube nicht, diese Videoreihe, weil das Equipment einfach so schlecht war, dass wir hier zur Verfügung hatten, dass das für mich nicht imagetauglich gewesen wäre, nicht genug. Und das war ein Argument, was wir im Raum hatten.
Florian: Tatsächlich haben wir das damals diskutiert. Und dann sind wir genau wieder an diesem Kern dran. Weil manchmal sind die Randbedingungen, die wir uns eben auferlegen, welche, die wir uns selber gegeben haben. Manchmal sind die Natur gegeben. Es ist einfach schwierig, jetzt ein Panoramabild oben vom Gipfel des Mount Everest zu machen. Also es fällt uns nicht so einfach, Miriam und mir gerade. Ja, weil manchmal sind Sachen einfach naturgegeben. Das ist einfach, da oben ist wenig Luft, es ist anstrengender hochzulaufen, es gibt auch gar nicht so viel Platz und so. Also manche von diesen Sachen, so Schwerkraft und es gibt bestimmte physikalische, naturgegebene Randbedingungen, wo ich es viel cooler fände, wenn die nicht da wären. Ich würde zum Beispiel wahnsinnig gerne mal einen Podcast in den Wolken machen.
Miriam: Ja.
Florian: Nur ist halt eine Randbedingung, die gegeben ist, dass wir das nicht tun können. Im Flugzeug? Wir könnten einen Podcast im Flugzeug machen, ja. Nur wie cool wäre es mal auf so einer Wolke zu schweben und einen Podcast aufzunehmen? Geht das? Nein, eben nicht. Weil diese blöde Natur sich Regeln einfallen hat lassen, die nicht mit meinen Wünschen übereinstimmen.
Miriam: Jetzt wirst du unverschämt, mein Freund, finde ich. Also das ist schon hart. Jetzt so eine Wolke dafür verantwortlich zu machen, dass du da keinen Podcast drauf machst. Das klingt jetzt schon ein bisschen hanebüchen, ne? Also es klingt jetzt schon ein bisschen sehr weit ausgeholt.
Florian: Und von der Idee her ist es, finde ich, schon das Gleiche. Es ist nur ins Extrem getrieben. Nämlich dieses, manchmal sind, also von den Randbedingungen, manche sind eben selbst ausgesucht, manche sind von anderen Menschen ausgesucht, manche sind einfach gegeben in dem Universum, in dem wir leben. Und ich kann mich gegen all die auflehnen oder kann versuchen, daran was zu ändern oder ich kann eben innerhalb dieser Randbedingungen spielen.
Miriam: Ist die Frage, die sich dann stellt, was das Ziel ist? Also wozu wir das machen wollen würden? Spielt es damit rein? Weil ich habe uns schon in den letzten fünf Jahren sehr getrieben gesehen von, wir haben wirklich eine Vision. Also wir zusammen, Florian und ich, haben eine Mission und eine Vision entwickelt. Dafür steht kontext*denken, dafür steht unsere GmbH, dafür arbeiten wir beide auch noch in anderen Bereichen und sind sehr fleißig. Und wenn wir uns zusammensetzen und die Zeit nehmen und über diese Mission, diese Vision nachdenken, dann fühle ich immer diesen Pioniergeist, dann fühle ich immer so dieses, dafür lohnt es sich morgens aufzustehen und Dinge zu tun und auch mal Sachen in Kauf zu nehmen, wenn die schwieriger werden. Also wir haben sehr leichte Strecken erlebt in der Planung und Umsetzung unserer Unternehmensziele und wir hatten Wirklich auch harte Strecken. Also wo wir nicht wussten beide, wie lange wir das noch durchhalten, ob das noch weiterlaufen wird. Ja, wir können NLP, wir können uns in einem ziemlich guten Bereich von State-Management halten. Also wir schaffen es dann doch immer mal wieder zwischendurch auch zu lachen, zu schmunzeln, uns gegenseitig zum Lachen zu bringen. Nötigenfalls mit billigen Tricks. Ich möchte es nur erwähnt haben für euch da draußen. Weil Florian kitzelt mich einfach.
Florian: Manchmal machen wir so Witze-Podcasts oder so. Und wir fahren an Stellen, an denen es uns schon richtig gut ging oder wo wir schöne Erlebnisse hatten.
Miriam: Also wir nutzen diese Werkzeuge, die wir da können, um uns sozusagen bei Laune zu halten in diesem ganzen Prozess und selbstverständlich nehmen wir wahr, wenn wir strugglen oder wenn es plötzlich Hindernisse gibt, mit denen wir 0,0 gerechnet haben und die finden schon statt seit fünf Jahren. Also es gibt seit fünf Jahren immer mal so einen Augenblick, wo ich dachte, was ist das denn jetzt? Das hat uns Und jetzt hat uns niemand darauf vorbereitet. Und jetzt stehen wir hier und dürfen dringend so ein YouTube-Ding machen über Beziehungen, weil das ein festes Thema für NLP-Coaches einfach auch darstellt und ein sehr beliebtes. Und nehmen uns das vor. Und jetzt hat uns keiner ein Studio gebaut. Es hat uns niemand ein Studio gebaut.
Florian: Wie witzig das wäre, wenn wir dann einfach sagen könnten, was wir brauchen ist ein Studio. Und dann macht kling und ein Studio steht da.
Miriam: Das wäre cool. Wir brauchen eine Mary Poppins hier bei uns in der Firma. So, das ist jetzt eine Stellenausschreibung. Falls so. Falls du zaubern kannst daraus. Und ungefähr alles kannst. Ja, nur, was tun wir dann am Ende? Also tatsächlich sind Florian und ich ziemlich meisterlich, finde ich, da drin, unseren goldenen Hintern in Bewegung zu bringen und was auf die Strecke zu bringen. Also wir veröffentlichen dann eben, und das kannst du gerne auf YouTube nachgucken, eine Folge 1, in der wir original vor unserem eigenen Schrank sitzen und den noch abgeklebt haben mit irgendwelchen weißen Papieren.
Florian: Bitte sag's nicht.
Miriam: Doch, ich sag's. Damit wir hinter einer komplett weißen Oberfläche sitzen und nicht die Knöpfe zu sehen sind, an denen der zu öffnen ist, also die Griffe. Und diese Folge ist tatsächlich eine der erfolgreichsten und sie ist auch inhaltlich, ist sie absolut abnehmenswert. Also ich mag die bis heute sehr gerne. Und ja, da ist ein Stück weit auch Überwindung drin, weil natürlich hätten wir es beide lieber in Perfekter gehabt.
Florian: Hey, ich konnte das damals noch gar nicht in Perfekter.
Miriam: Auch das stimmt. Die erste Folge ist übrigens mit dem Handy aufgenommen. Mit meinem, um genau zu sein. Ja? War das mit dem Handy noch?
Florian: Ja, mit meinem Handy. Weil wir sind dann irgendwann umgestiegen auf eine Kamera natürlich oder auf einen Camcorder und irgendwann haben wir dann auch einen Greenscreen gehabt und da habe ich tatsächlich dann das erste Mal angefangen, mich damit zu beschäftigen, wie Greenscreen funktioniert. Das wusste ich vorher gar nicht. Und so kamen wir von einem Thema aufs andere. Dann hat der Ton plötzlich nicht gestimmt. Also irgendwann war das Bild besser als der Ton. Also es ging ein bisschen und dann hatten wir das Bild besser als den Ton. Und dann dachten wir uns so, jetzt dürfen wir am Ton noch was machen. Und plötzlich waren wir drin so, wie kann man denn überhaupt was am Ton machen? Gott sei Dank, Miriam hat ja viel Erfahrung von der Bühne. Und so dieses Erarbeiten auch der Themen, wenn ich mir vorstelle, dass wir das alles beim ersten Dreh auf einmal gehabt hätten. Oh, oh, oh. Wäre das nie getan. Wenn ich gewusst hätte, worauf wir uns sozusagen einlassen, also wenn es beim ersten Mal der Anspruch gewesen wäre. Weißt du, dass das da befreiend war, dass das Bild so schrottig war? Also schrottig ist jetzt meine liebevolle Umschreibung für das, was wir damals... Ja, ist es auch gar nicht. Deutlich schaubar.
Miriam: Es ist schaubar, klar. Wir sind ja auch zu sehen. Eben. Wahre Schönheit kann vor jedem Hintergrund. Ja, du hast recht. Also wir konnten bei unseren Projekten oft auch sehr in was hineinwachsen. Also uns strecken und dehnen und noch mehr lernen und noch mehr können. Das passiert ja im Moment auch wieder. Dass wir zum Beispiel viel mehr wissen über Social Media, dass wir viel mehr wissen über Live-Streaming, dass wir viel mehr technisches Know-How haben für ein Heimstudio, dass wir auch da uns ausgebaut haben und Neuigkeiten gefunden haben für uns, dass wir wirklich neue Fähigkeiten jetzt haben. Und ja, das hat immer was damit zu tun gehabt, dass wir irgendwann gesagt haben, egal jetzt.
Florian: Wir machen jetzt was.
Miriam: Wir machen das jetzt mal und dann gibt es ein Feedback da draußen. Ja. Und auf das warten wir mal. Und wenn das durch ist, dann entscheiden wir, machen wir das weiter, lassen wir das, machen wir es anders weiter. Das sind ja alles Optionen, die dann bestehen, nur es ist ein ewiges Wachsen und ein ewiges Ausprobieren von, was können wir als nächstes tun, was können wir jetzt tun, um unserem großen Ziel noch näher zu kommen. Und wir sind tatsächlich beide ziemlich gut in auch größere Ziele erreichen. Wenn ich mir überlege, wenn ich mir unser gemeinsames Leben anschaue, Dann haben wir auch unsere Strategien immer weiter verbessert und verfeinert, um eben das nächste und das nächste und das nächste Ziel zu erreichen. Und es hatte was mit dranbleiben zu tun und immer mal wieder, nicht ständig, immer mal wieder auch die Einstellung zu haben, aus diesen fucking Zitronen irgendwas Hübsches zu machen. Die irgendwie einzubauen, wenn sie nun mal da waren. Und damit irgendwie umzugehen. Florian kann jonglieren. Nötigenfalls könnten wir das tun. Also ich könnte Florian filmen, wie er damit jongliert. Florian hat mal mit Mandarinen jongliert. Ging das mit Zitronen überhaupt?
Florian: Klar.
Miriam: Zitronen jonglieren, obwohl die sind ja nicht alle gleich groß.
Florian: Bestimmtes Highlight der Show bei Zitronen ist sicherlich, wenn ich dann in eine Zitrone beiße. Ja genau, das tut was mit den Zuschauern, da lässt sich bestimmt irgendwas draus. Und das ist halt der, das ist im Endeffekt dann schon irgendwo der Ansatz. Inzwischen kann ich das auch besser erklären. Also ich brauche ja, wenn ich in einen Konzern reingehe und jetzt mit Führungskräften spreche oder mit Geschäftsführern spreche, mit Topmanagern spreche, da geht es ja nicht mehr so auf, komm wir machen aus Zitronen einen Zitronenlimonadenstand.
Effectuation — was erfolgreiche Unternehmer anders denken
Florian: Das zieht wenig und Gott sei Dank gibt es inzwischen auch Studien zu dem Thema. Eine Dr. Sarasvathy hat nämlich eine ganz neue Form von Gedankenmodell gemacht, dass sie abmodelliert hat an erfolgreichen Unternehmern, die zum Teil auch schon häufiger Firmen gegründet haben und häufiger Firmen eben auch in einen finanziellen Erfolg reingeführt haben, also dass die Firmen über längere Zeit auch bestanden haben. Und die hat bei denen ein paar Modelle herausgefunden, ein paar Gedanken über die Welt nachzudenken, die tatsächlich, die die alle zusammen hatten und die sinnvoll waren in diesem unternehmerischen Kontext. Und das Witzige ist, eins davon ist eben dieses Limonadenprinzip auch. Deswegen sind wir da auch drauf gekommen wieder, weil wir manchmal nicht wissen, wenn wir halt jetzt zufällig Zitronen bekommen, dann lass uns halt einen Zitronenlimonadenstand machen. Weil wenn sowas von außen kommt, dann nutzen wir das in irgendeiner Form auch. Ein anderes Prinzip, was sie da abmodelliert hat, ist, wenn wir einen Spatz in der Hand haben und es gibt die Taube auf dem Dach, dann lass uns erstmal mit dem Spatz in der Hand arbeiten. Ist so ähnlich, ne?
Miriam: Ist so ähnlich, ja das stimmt. Natürlich habe ich am Anfang noch kein tolles Kamera-Equipment vielleicht oder ich habe noch keine professionell programmierte, für mich ausgelegte Homepage. Und wenn ich überlege, ja wir hatten ein iPhone, genau. Und auch unsere eigene Website, also wenn ich darüber nachdenke, wie sich unsere Website entwickelt hat über die Jahre, wir haben wirklich mit einer sehr günstigen Variante von einem Internetanbieter begonnen, der so feste Baukästen macht. Und haben da eben was draus gebaut, weil wir hätten auch gar nicht die Kohle gehabt, um jemanden zu bezahlen, der uns das programmiert. Woher denn? Wir haben ja gerade gestartet. Und deswegen ist es, für mich ist das sozusagen ein ganz normales Handeln, ein fast selbstverständliches.
Florian: Und dann aus dem NLP heraus, das was uns dann morgens dazu bringt, das trotzdem zu tun ist, dass wir an die Taube auf dem Dach denken. Also dass wir uns die immer wieder vorstellen, wie schön es wäre oder daraus Kraft ziehen, mit dem Spatz in der Hand aktuell was zu tun. Das ist für uns dann dieser Kniff auch an der Geschichte und es klingt gar nicht so magisch in dem Moment.
Miriam: Ist es ja auch nicht. Es ist nur etwas, was sozusagen ins Bewusstsein darf von Menschen, dass es in Ordnung ist, wenn sie ab und zu und zwischendurch und ein, zwei Mal am Tag an ihr Ziel denken, wenn da eins wäre. Also ich weiß, dass manche von unseren Hörern tolle Ziele haben. Und da mal dran zu denken, auch wenn es noch lange nicht da ist, wenn noch lange nicht das Endergebnis erreicht ist. Nur das ab und zu mal abzurufen und sich dann so ein bisschen, so einen Moment, so eine Sekunde lang drüber zu freuen und dann wieder zurückzugehen nach, was kann ich denn jetzt tun mit dem, was da ist. Das schon so ein bisschen in die Richtung geht, weiter in die Richtung geht und noch ein bisschen weiter und noch ein bisschen weiter. Und neue Sachen auszuprobieren, bei anderen zu schauen, die es schon haben. Wie machen die das? Was machen die so?
Florian: Ich darf jetzt leider nochmal eine Vollbremsung reinziehen bei dir, Miriam. Ja, weil wir sollten über die anderen Prinzipien auch noch reden, die in Effectuation drin ist, weil tatsächlich höre ich das jetzt viel in den Diskussionen. Das ist das Schauspielhaus Stuttgart.
Das Schauspielhaus Stuttgart, Pilot sein und die Facebook-Gruppe
Miriam: Das war mein Highlight diese Woche. Wenn ich ein Wochenhighlight verkünden dürfte, wäre es das Schauspielhaus Stuttgart. Die Schauspielhäuser, ja. Mich erreichte eine Nachricht, also ich habe das große Vergnügen, jemanden persönlich zu kennen, der eine wichtige Funktion hat im Schauspielhaus in Stuttgart und der verteilte Nachrichten in dieser Woche, dass, ja, das Schauspielhaus wieder öffnet und zwar nicht erst im September, so wie viele Schauspielhäuser in Deutschland das machen, weil sie eben sagen, das lohnt sich jetzt nicht unter den Bedingungen, bla bla bla, wissen wir ja auch alle, sondern die machen jetzt auf und da wurde ich schon stutzig.
Florian: Wie denn?
Miriam: Genau, weil ich dachte, what? Also, wie jetzt? Das einzige Schauspielhaus, von dem ich gehört habe, das jetzt öffnet, noch vor der Sommerpause wieder einen Spielbetrieb aufnimmt. Sondern eine wunderschöne Inszenierung steht an, die jetzt gespielt wird im Juni. Florian und ich haben leider keinen, also wir haben wirklich den Terminplan voll. Mit Seminaren, mit Zeug. Wir werden nach Stuttgart gefahren. Wirklich. Und wir werden nach Stuttgart fahren und werden uns was anderes angucken. Die Inszenierung heißt Der Stoff, aus dem die Träume sind. Und da haben quasi alle Stuttgarter Bühnen, also die Oper, das Ballett und auch das Schauspielhaus, haben gemeinsam produziert. Und die Zuschauer werden von einem ins andere Haus geführt an einem Abend und erleben quasi im Zeitraffer jeweils ein Highlight aus diesem Bereich. Sie erleben eine Kurzversion der Zauberflöte in der Oper. Sie erleben eine Kurzversion von einem modernen Ballett im Tanzhaus. Und sie erleben in der Oper eine Kurzversion von irgendwas, im Schauspiel, ich glaube Dostojewski wird gespielt, nur im Zeitraffer sozusagen, sodass die binnen 60 Minuten einen ganz bunten, wunderschön ergreifenden Theaterabend erleben und wieder zurückgeführt werden in die Welt, die es da gibt, in die Möglichkeiten, die es da gibt. Und dadurch können die an einem Abend, wenn die um 18 Uhr anfangen und um 22 Uhr aufhören, vier Gruppen insgesamt da durchfahren und haben dadurch eben auch einen entsprechenden Zuschauerstrom.
Florian: Obwohl sich das für die anfühlt wie eine Aufführung. Wenn 300 Leute normalerweise in den Raum reinpassen, gehen jetzt vielleicht einfach 40 rein. Nur sie füllen diesen Raum halt viermal und nutzen dann, und das wäre jetzt die Taube, oder das wäre der Spatz, den die eben in der Hand haben, dass sie mehrere von diesen Räumen haben, die sie dann eben etappenweise verwenden können. So und das Spannende ist, dass eines dieser Effectuation-Prinzipien auch, die eben abmodelliert wurden, ist die, dass wir nur Dinge tun sollten, die innerhalb von unserer Reichweite sind, also die nicht dafür sorgen, dass unsere Firma untergehen könnte. Dass der Teil, in den wir uns reinstrecken, auch tatsächlich was ist, was innerhalb der Firma gemacht werden kann und selbst wenn es nicht klappen würde, würden wir trotzdem weiter überleben können als Unternehmen. Das ist eben auch etwas, worauf Unternehmer schauen. Und das ist da ganz spannend. Natürlich sind die Schauspielhäuser in Stuttgart wahrscheinlich auch finanziert, sehr vom Land oder von der Stadt.
Miriam: Ja, alle staatlichen Schauspielhäuser bekommen Subventionen und haben eben die Eintrittsgelder normalerweise zur Verfügung.
Florian: So, und jetzt ist die Frage, also sie können dieses Experiment machen, ohne dass ihnen was passieren kann an der Stelle.
Miriam: Das stimmt.
Florian: Also die sind in der Lage und das ist ja auch was, was Miriam und ich uns dann fragen durften, mit weniger Menschen im Practitioner drin oder mit weniger Menschen in unseren Seminarräumen drin, wollen wir das dann tun? Also ergibt das noch einen unternehmerischen Sinn? Und wie können wir dem Ganzen noch unternehmerisch Sinn ergeben? Und da dürfen wir natürlich genau rechnen. Also das steckt da schon auch mit drin. Nur dann gleichzeitig was zu tun und eben auch zu nutzen, was wir vielleicht an wunderbaren Menschen kennen und wo wir anfangen können, jetzt aus dieser Situation irgendwas zu tun, das ist eben auch eines dieser Prinzipien. Das nennt diese Forscherin dann, sie macht so eine Patchwork-Decke daraus. Weil viele Menschen kennen ja Menschen, die irgendeine Kleinigkeit kennen, die ihnen helfen würde. Und dann eben, wir tun etwas für jemand anders und jemand anders tut vielleicht etwas für uns. Und das ist auch eins dieser Prinzipien, die in dieser Zeit ganz praktisch sind. Also beim Beispiel von unserem Coachee, von jemandem, der in der Coachausbildung oder in der Masterausbildung eben ist und sagt, ich kann nicht ohne eine Webseite. Ja, vielleicht kennst du jemanden, der eine Webseite machen kann. Also vielleicht kannst du einfach jemanden fragen und vielleicht kannst du was, was diese Person braucht. Vielleicht geht es um den Text oder vielleicht geht es um ein schönes Logo gestalten oder Fotos machen. Es gibt so viele Möglichkeiten, wo mehrere Sachen dann zusammenkommen und wo wir eben auch die Gemeinsamkeiten nutzen können. Und das letzte Prinzip, und dann haben wir den Bogen einmal nämlich gedreht in diesem Podcast auch, ist, dass wir wie ein Pilot in einem Flugzeug agieren. Bestimmte Sachen sind einfach planbar. Wir können bestimmte Sachen uns vornehmen, zum Beispiel, dass im August unser nächster Practitioner wieder vor Ort hier in den Seminarräumen stattfindet. Und wir können uns bestimmte Sachen einfach, können wir tatsächlich planen und bestimmte Sachen haben wir gut in der Kontrolle. Und andere Sachen, wie das Wetter ist bei einem Piloten, der ein Flugzeug fliegt, das ist was, was von außen einfach vorgegeben ist. Und damit dürfen wir uns dann befassen, wenn wir da hinkommen. Und bis dahin kümmern wir uns an der Stelle auch nur insofern drum, dass wir uns vorbereiten auf die Dinge. Nur, wir möchten ja trotzdem abheben. Also wir wollen ja trotzdem unseren eben weiter Seminare geben oder trotzdem weiter Dinge tun. Und das heißt, dass wir was machen.
Miriam: Boah.
Florian: Du wusstest gar nicht, dass wir so viele Gedanken da hinter dem Tun haben.
Miriam: Ja, die hat mich gerade erwischt, weil tatsächlich fühlt sich das manchmal so an wie ein Pilot. Ich habe das jetzt zum ersten Mal von Florian gehört, diese Piloten-Metapher. Und ich finde die wunderschön, weil ich sowieso sehr gerne fliege. Also tatsächlich, klar, es gibt ganz viele Dinge, die nicht dem Piloten obliegen, sie zu bestimmen oder nach denen er sich dann einfach zu richten hat, wenn sie von außen so sind.
Florian: Also was ist gestaltbar, ne?
Miriam: Ja genau, was ist gestaltbar und was ist einfach da und womit darf ich sozusagen das Beste draus machen, den schönsten Flug ermöglichen, den es irgendwie gibt.
Florian: Und ein Pilot darf eben auch bestimmte Sachen sicherstellen, also dass eben, dass auch eine Sicherheit da drin ist, für die Passagiere und für die Leute, die einfach vielleicht eine gute Zeit haben wollen oder die, oh wie schön wäre das wieder jetzt in der Vorstellung, in den Urlaub zu fliegen und wieder Dinge tun zu können, eine Freiheit nutzen zu können an der Stelle und dann eben die Möglichkeit zu haben, bestimmte Sachen, auf bestimmte Sachen sollten wir einfach eingestellt sein im Moment, nur trotzdem wollen wir ja was tun. Und dann eben das, was da drin ist, den Gestaltungsrahmen tatsächlich auch zu nutzen. Dadurch sind dann unsere Facebook-Livestreams auch entstanden oder jetzt unser Training am Mittwoch, dass wir eben diese kürzeren Seminare online geben und zum Teil macht uns das so einen Spaß und was ich wirklich gut finde, ist, dass wir, wir hatten früher häufiger die Anfrage, wann seid ihr mal in Hamburg oder wann seid ihr mal in...
Miriam: München, Stuttgart, Berlin, Dresden wurde angefragt.
Florian: Und da ging es bei mir im Kopf dann los, oh Gott, die Reisezeit dann sozusagen für einen Abend oder für einen Tag, voll gut und gleichzeitig, wow, die Reisezeit überwiegt dann ganz schön. Und jetzt haben wir einfach eine Möglichkeit gefunden, jetzt haben wir plötzlich Kunden von überall, wir haben sogar aus Österreich Kunden, die einfach beim Online-Training dabei sind.
Miriam: Wie cool ist das denn? Ja, die nicht aus Wien bis nach Krefeld anreisen brauchen. Was für eine Errungenschaft, wie viele Menschen. Wir haben eine Facebook-Gruppe, ihr Lieben, das ist das Geschenk des Jahres 2020. Das sind fast 500 Leute da drin und ich bin in vielen Facebook-Gruppen. Diese Gruppe ist witzig, die ist liebevoll, da geht's rund, es ist so cool.
Florian: Da hat Miriam viel dran gearbeitet, ja.
Miriam: Und wir beide und alle, die da drin sind und wir treffen uns da einmal in der Woche und machen NLP zusammen und jeder kann da mitmachen, das ist kostenlos. Da geben wir was in die Gruppe rein und ich weiß, wir bekommen ja jetzt schon Sachen zurück. Wir bekommen Geschenke geschickt zum Teil, das ist irre. Wir können unser Glück an vielen Stellen nicht fassen. Und ja, natürlich kann es sein, dass aus dieser Gruppe auch Menschen ein Seminar bei uns buchen oder dass die irgendwann dann zu uns kommen und sagen, ich will das jetzt richtig lernen. Nur wir haben einfach hier etwas aufgetan, wo wir nicht drauf gekommen wären, wenn wir nicht auf einmal gefordert gewesen wären. Und wir haben das oft erlebt in unserem Leben, dass in dem Augenblick, wo wir uns gefordert gefühlt haben, unsere beiden Gehirne auch angefangen haben, richtig loszulegen. Im Sinne unseres Ziels, im Sinne unseres Wozus, wozu sind wir hier, wozu machen wir das?
Was wir gelernt haben — und wie viel Zitronen jonglieren
Florian: Und gleiche Story wie vor fünf Jahren, ehrlich gesagt. Das erste Facebook Live hat Miriam an ihrem Handy im Kinderzimmer gemacht. Und das Handy balancierte auf mehreren Spielen drauf.
Miriam: Ja, ich habe Spiele aufeinander gestapelt, damit das die richtige Position hat für mein Gesicht. Auf dem Schreibtisch vom Kind, ich saß auf dem Kinderstuhl. So lustig. Und jetzt sitze ich mit Florian zusammen in einem richtigen Studio. Wir haben ein richtiges Fernsehstudio, weil diese Trainings am Mittwoch ja auch viel aufwendiger sind. Und wir richtig online Trainingsraum aufmachen. Wie cool. Wenn ich ein Buch schreiben dürfte über die vergangenen zwölf Wochen, das hätte jetzt schon über 400 Seiten. Weil es so viel zu erzählen gibt. Weil es so viel Neues gibt.
Florian: So viel Neues auch und so viel anderes. Und klar, manche Sachen sind irgendwie ein bisschen seltsam.
Miriam: Und haben sich am Anfang auch nicht besonders toll angefühlt. Und jetzt mittlerweile wirklich von ganzem Herzen kann ich sagen, wenn ich ein Statement abgeben darf und wir sind immer noch dran, wir sind noch gar nicht fertig mit dem Prozess. Wow, was haben wir gelernt. Was haben wir gelernt. Mein Gehirn dürfte jetzt doppelt so groß sein als vorher. Ich weiß nicht, was so ein Kopf aushält an Gehirnmasse. Krass, wirklich krass. Und das hat mit Zitronen gar nicht so viel zu tun, bis auf die Tatsache, dass ich das mit dem Jonglieren immer noch ganz cool finde.
Florian: Mit Zitronen jonglieren?
Miriam: Ich würde es gerne mal sehen. Echt, ich habe zwei. Ich habe zwei hier.
Florian: Ja gut, das ist ja nicht so schwer dann.
Miriam: Ja, zwei sind zu wenig. Ich kaufe morgen mal noch ein paar. Kann ich die dir dann so reinwerfen?
Florian: Das ist ja schnell erledigt.
Miriam: Wollen wir das auf Facebook posten? Ich lasse dich jonglieren mit Zitronen und wir posten es.
Florian: Dann sollten wir das limitieren, weil mit umso mehr Zitronen, das ist ja auch eine Lebensweisheit, mit umso mehr Zitronen du jonglierst, umso wahrscheinlicher ist es, dass eine runterfällt. Nee, dann lass mal lieber.
Miriam: War es so eine Traumzahl zum Jonglieren? So eine sichere Zahl?
Florian: Ja, einfach sind drei oder vier.
Miriam: Drei oder vier ging gut. Ja, ihr Lieben, was für ein Podcast. Das war jetzt mehr als philosophisch. Ich selbst habe schon wieder das Gefühl, auch was wir sind im Moment einfach am Lernen, Florian. Und ich habe ganz viel gelernt eben während dieser Folge. Fühlt sich sehr cool an. Wir freuen uns über euer Feedback auf info@kontext-denken.de. Kommt gerne auf unsere Homepage www.kontext-denken.de. Dort findet ihr alle Informationen zu unseren aktuellen Online-Trainings.
Florian: Und wir freuen uns... Und auch zu denen, die jetzt wieder vor Ort stattfinden.
Miriam: Und auch zu denen, die jetzt wieder vor Ort stattfinden, genau. Und ja, wir freuen uns sowieso, wenn wir euch alle irgendwann mal persönlich kennenlernen. Hoffentlich, wenn wir uns wieder umarmen dürfen.
Florian: Das wäre gut.
Miriam: Ich bin ja so touchy. Also Florian nicht so. Ich schon.
Florian: Und ich, ja, es ist anders im Moment.
Miriam: Ja, es ist anders im Moment. Das stimmt. Macht's gut, ihr Lieben. Bis nächsten Dienstag.
Florian: Ciao.
Miriam: Ciao. Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.