NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 33

Kritik – hast Du was an mir auszusetzen oder was?!

Gut gemeinte Kritik von anderen kann bei manchen Menschen durchaus zu Stressmomenten führen. Wir verstehen das - denn gerade Miri hatte einige Situationen, in denen sie auf Kritik wie eine gezündete Handgranate reagierte.

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In dieser Folge

Darum geht es

Der aktuelle Podcast beschäftigt sich mit einem der turbulentesten Kommunikationsthemen überhaupt. Einer macht etwas, ein anderer findet's nicht gut. Und sagt das auch noch!! Und vielleicht hast Du die Situation auch schon anders herum erlebt: Du hattest berechtigte Kritik am Verhalten eines anderen Menschen vorzubringen - und derjenige war völlig beratungsresistent. SOWAS! Mit dem passenden Maß an zwinkerndem Auge kritisieren Miri und Florian drauf los. In diesem Podcast. Und sie geben alle Tipps, die sie auf die schnelle gefunden haben, wie aus Trainer- und Coachsicht Kritik gegeben und angenommen werden könnte. Lern beim Hören vielleicht die eine oder andere neue Herangehensweise, trainiere Dein Gehirn auf die gewohnt lustige Weise zu mehr Wahrnehmung im Bereich "Kritik" oder hab einfach Spaß. Denn auch dafür ist dieser Podcast gut geeignet. Und wenn Du Fragen oder Anregungen hast, freuen wir uns auf Deine Zuschrift unter Miriam@pergaudiaadastra.de

Miriam erzählt, warum Kritik am meisten weh tut, wenn man selbst dachte, man war richtig gut — und wie ein zerpflücktes Theaterstück oder ein missglückter Bandauftritt sich völlig anders anfühlen als erwartet. Es geht um den Unterschied zwischen Kritik, Feedback, Lob und Rezension, um die positive Intention hinter jeder Rückmeldung und darum, warum sie mit der NLP-Ausbildung gelernt hat, im ersten Moment nicht mehr auszurasten. Konkret gibt es Tipps: durchatmen, erstmal Danke sagen, notfalls ein Ablenkungsmanöver fahren und Meckertanten aus dem Weg gehen. Wer nach Wegen sucht, entspannter mit Kritik umzugehen, Feedback anzunehmen oder selbst über Förderung durch Lob und den Vergleich mit sich selbst besser zu geben, findet hier reichlich Stoff.

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Kapitel dieser Folge
  1. Kritik, Feedback, Lob — oder doch Rezension?
  2. Wenn die Bombenshow zerpflückt wird und der Fehltritt gefeiert
  3. Was sich mit NLP verändert hat: die positive Intention
  4. Konkrete Tipps: durchatmen, Danke sagen, Ablenkung fahren
  5. Förderung durch Lob — und der Vergleich mit sich selbst

Einer macht was, dem anderen passt's nicht — und er sagt es auch noch. Genau an diesem wunden Punkt setzt diese Folge an. Miriam und Florian starten prompt selbst mit Kritik am gewählten Thema, und schon sind wir mittendrin: Warum kratzt Kritik so? Und warum tut es manchmal am meisten weh, wenn wir gerade richtig gut waren?

Kritik, Feedback, Lob — oder doch Rezension?

Florian: Wer hat das Thema denn ausgesucht?

Florian: Wieso das denn?

Miriam: Weil ich es gut finde und wichtig.

Florian: Bitte?

Florian: Ausgerechnet dieses Thema willst du heute dran bringen?

Florian: Wirklich?

Florian: Ist dir nichts besseres eingefallen?

Miriam: Also ich finde schon, dass ich mir immer ganz gute Themen auswähle und auch ausdenke.

Miriam: Aha.

Florian: Liebe Zuhörer, diese Woche ist das Thema Kritik.

Florian: Und ganz ehrlich, was ist das denn für ein Thema?

Miriam: Hallo da draußen.

Miriam: Ich freue mich, dass du da bist und zuhörst.

Miriam: Und unsere Hörer haben sich gewünscht, dass wir beide über Kritik sprechen.

Florian: Kritik.

Miriam: Ich finde es übrigens nicht gut, dass du mich gleich am Anfang des Podcasts kritisierst.

Florian: Ich hätte dich erst am Ende kritisieren sollen.

Miriam: Nein, wenn keiner mehr zuhört.

Florian: Ich finde das unmöglich.

Florian: Ach so, Kritik, die nicht in der Öffentlichkeit stattfindet, ist besser als Kritik?

Miriam: Finde ich schon mal besser.

Florian: Und wenn wir die Kritik dann noch Feedback nennen?

Miriam: Ist es das Gleiche?

Miriam: Oh, ich glaube nicht.

Miriam: Oh, da würden uns Feedback-Spezialisten jetzt ganz schön ein... Liebe Feedback-Spezialisten da draußen, wir haben das nicht böse gemeint.

Florian: Wo ist denn der Unterschied für dich?

Miriam: Also wenn ich jemanden darum bitte, mir ein Feedback zu geben, dann möchte ich ja, dass er mir sagt, was er denkt oder sie denkt über das, was ich gerade getan habe oder was ich vorhabe.

Miriam: Und dann ist es für mich, Feedback kann ja positiv und negativ sein.

Florian: Es gibt auch gute Kritiken.

Miriam: Also Kritik hat für mich so einen negativen Touch.

Florian: Wow, dein Theaterstück hat wieder gute Kritiken bekommen.

Florian: Das ist ein Lob.

Florian: Das stimmt.

Florian: Und das heißt so?

Miriam: Also offiziell, wenn ein Journalist ein Theaterstück bewertet, ich habe ja tatsächlich Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften studiert.

Florian: Also nicht Journalismus, ja.

Miriam: Dann heißt es Rezension.

Florian: Ja.

Miriam: Eine Rezension schreiben, eine Beurteilung schreiben.

Florian: Ja, das sagt man doch so, oder?

Florian: Gute Kritiken bekommen.

Miriam: Ja, in der Theatersprache.

Miriam: Nur sag mal jemandem, der ein Bild gemalt hat und jemand anders stellt sich daneben und sagt, was ist denn das für ein schrottiges Ding?

Miriam: Dann wäre das für mich keine gute, also das ist Kritik.

Miriam: Wenn er sagt, wow, du kannst ja toll malen, das ist ja ein wunderschönes Bild, dann ist das für mich ein Lob.

Miriam: Für mich ist Lob und Kritik sind Antipoden.

Florian: Sind Pole.

Miriam: Ja.

Miriam: Aha.

Miriam: Und den Begriff von guter Kritik kenne ich nur tatsächlich im künstlerischen Bereich.

Miriam: Woanders taucht der bei mir gar nicht auf.

Miriam: Und das Feedback?

Miriam: Ich wollte das ganz anders aufziehen.

Miriam: Einige Hörer haben mir geschrieben, dass sie sich fragen, wie wir zum Beispiel mit Kritik umgehen, weil sie sehr schwer mit Kritik umgehen können.

Florian: Ja, wir bekommen nur Lob.

Miriam: Ja, das stimmt.

Miriam: Nein, bei unserem Videopodcast haben wir einen Daumen nach unten.

Florian: Echt?

Miriam: Ja.

Miriam: Sonst nur Daumen nach oben und einen Daumen nach unten.

Florian: Bei YouTube.

Florian: Showkritik.

Miriam: Oder negatives Lob.

Miriam: Gut, dann ist der Podcast ja jetzt auch schon wieder beendet.

Miriam: Dadurch, dass du gleich am Anfang des Podcasts immer gleich alles schon in ein Bäckchen backst, passt es ja.

Miriam: Also ich denke, dass Kritik stattfinden kann im privaten Bereich, Kritik kann stattfinden im Business-Bereich.

Florian: Dann nennen wir es Feedback und geben es ungefragt.

Florian: Was möchtest du jetzt kritisieren, wie ich mit dem Thema Kritik umgehe?

Miriam: Naja, du schawenzelst da so drumrum.

Florian: Das ist halt für mich alles ein Brei.

Wenn die Bombenshow zerpflückt wird und der Fehltritt gefeiert

Miriam: Gut, was machst du, wenn jemand zu dir kommt und sagt, du hast da Scheiße gebaut?

Miriam: Ich bin jetzt mal ganz platt.

Miriam: Ich finde das fürchterlich, was du da gemacht hast.

Miriam: Das, was du da abgeliefert hast an Arbeit, kannst du gerade noch mal von vorne anfangen.

Miriam: So geht das nicht.

Florian: Dann kommt es ja schon mal darauf an, wer ist das und um was geht es.

Miriam: Okay.

Florian: Weil zum Beispiel, und mein, viel von dem Job, den ich tue, sind ja Workshops designen oder Trainings designen und die dann auch halten.

Florian: Und bei manchen von den Trainings ist es mir wirklich egal, was die Teilnehmer davon gehalten haben und ob die das gut fanden oder nicht, weil mein Ziel ist, irgendetwas zu vermitteln oder in einen bestimmten Zustand zu kommen.

Florian: Freue ich mich, wenn es da leicht hingeht und wenn wir viel Spaß dabei haben und wenn jemand zwischendurch, also das Ziel erreicht, nur zwischendurch vielleicht kurz gestresst war oder es gibt Teile, wo jemand was Neues lernt oder neue Fähigkeiten lernt und deswegen mal kurz nicht gut drauf ist, dann nehme ich das einfach hin.

Miriam: Okay, also scheinbar ist Kritik auch so ein bisschen kontextabhängig oder das Empfinden für Kritik.

Miriam: Es gibt ja, also ich erinnere mich zum Beispiel, dass ich es früher ganz furchtbar fand, sogenannte Tape Reviews zu machen.

Miriam: Das nennt sich, das wird im Theater und auch im Fernsehen, ist das normal, dass wenn eine Sendung fertig ist und die Sendung funktioniert?

Miriam: Dass sie dann nochmal angeguckt wird und dann gibt es, meinetwegen nennt es Feedback, in Wahrheit ist es eine Kritik.

Miriam: Das heißt, es setzt sich jemand daneben.

Florian: Es ist nicht so, dass ihr die guten Sachen auch highlightet, sondern es ist hauptsächlich das, was du falsch gemacht hast.

Miriam: Mittlerweile wird ja in vielen Unternehmen Feedback-Kultur oder Kritik-Kultur geschult.

Miriam: Das heißt, erst kommt mal Lob.

Miriam: Und dann geht es darum zu verbessern.

Miriam: Und das ist so eine landläufige Auffassung ja auch, damit ich mich verbessern kann, darf mir eben auch aufgezeigt werden, was habe ich denn oder wo sieht es nicht so gut aus.

Miriam: Ich konnte früher mit solcher Art von Kritik, also sagen wir mal auch nach einer Theateraufführung, und es kam der Regisseur und hat gesagt, du hast die Szene zu schnell abgespielt.

Miriam: Oder wir haben das Gefühl gehabt, dass sich das Publikum nicht mehr versteht, weil du so schnell gesprochen hast.

Miriam: Oder die Emotion kam nicht rüber, weil du drüber gehuscht bist.

Miriam: Solche Sachen.

Miriam: Da habe ich mich früher extrem persönlich angegriffen gefühlt.

Miriam: Und ich war richtig sauer.

Miriam: Wenn das ein bezahlter Job war und ich den Regisseur nicht persönlich kannte, habe ich mir verkniffen, direkt auszurasten.

Miriam: Das habe ich dann später erst gemacht, wenn ich alleine war.

Florian: Also wenn du ihn kanntest, bist du auch direkt ausgerastet.

Florian: Sehr lustig.

Miriam: Ich bin streckenweise auch direkt ausgeflippt.

Miriam: Und ich bin sehr auch in die Offensivhaltung gegangen, um mich zu verteidigen.

Miriam: Warum ich das gemacht habe, manchmal hat es gar keinen Grund, den habe ich mir dann ausgedacht.

Florian: Ist ja meistens so.

Miriam: Ach so, echt?

Miriam: oder dass ich dann angefangen habe, zurückzukritisieren im Sinne von, ich finde es nicht gut.

Florian: Mit einem richtigen Regisseur hätte das auch gut geklappt.

Miriam: Zum Beispiel, oder ich finde es nicht gut, welche Worte du benutzt, um mich zu kritisieren.

Miriam: Das war schon auch eine meiner Strategien, war das.

Miriam: Und ich habe gemerkt, dass es mir richtig wehtat zum Teil.

Miriam: Das ist nicht schön, ne?

Miriam: und dass ich es nicht eingrenzen konnte auf diesen Augenblick im Theater, sondern dass ich mich als Schauspielerin generell, als Performerin, als Miriam zum Teil, sehr angegriffen gefühlt habe.

Miriam: Also extrem persönlich, extrem rein.

Miriam: Und ich glaube, das ist die Stelle, wo Kritik sowas ist, wo mich beißt es heute noch.

Miriam: Ich mache gern Sachen so gut, dass viele Menschen mir dann sagen, es war toll.

Florian: Hast du denn dein Verhalten dann positiv verändert?

Florian: Also da hat dir jemand gesagt, da war nicht genug Emotion drin und beim nächsten Mal war es dann besser?

Miriam: Lustig ist, meine beste Freundin in der Grundschule hatte einen sehr redegewandten Vater.

Miriam: Und der hat sich sehr gut mit meinem Vater verstanden und die beiden haben oft Schach gespielt und haben miteinander auch viel geredet.

Miriam: Und ich habe mal so im Vorübergehen, als da war ich vielleicht elf oder zwölf, habe ich mir aus dem Kühlschrank einen Schokopudding geholt und währenddessen redeten die gerade über uns.

Miriam: Und dann sagte dieser Freund, dass er...

Miriam: Der Vater meiner Freundin sagte, dass er ihr schon sagt, wenn ihn was stört, also dass sie im Moment ein bisschen aufmüpfig ist und frech oder manche Dinge auch nicht so richtig macht in der Schule und so.

Miriam: Und dann sagt er ihr das und dann gibt es erstmal richtig Gegenwort von ihr und dann macht sie es doch, also dann ändert sie was.

Florian: Also Strategie funktioniert.

Miriam: Die Strategie funktioniert.

Miriam: Das habe ich mitbekommen als Kind und das rauscht so an mir vorbei.

Miriam: Ich habe dann später festgestellt, dass ich das tatsächlich auch mache.

Miriam: Also ich nehme Kritik nicht gut an im ersten Augenblick und mache dann doch was draus.

Miriam: Das ist anstrengend für beide Seiten.

Miriam: Erstmal.

Miriam: Okay.

Miriam: Meistens habe ich dann sogar neue Fähigkeiten entwickelt.

Miriam: Nur darum geht es ja jetzt erstmal primär nicht, sondern primär geht es ja um den Augenblick, in dem Kritik passiert.

Miriam: Für mich.

Miriam: Jetzt.

Florian: Okay, wie ich damit leichter umgehen kann oder...

Miriam: Ja, oder wie ich in dem Augenblick dann für mich bessere Gefühle generieren kann, meinetwegen so.

Miriam: Wenn also jemand ankommt und kritisiert etwas, was ich getan habe oder meinetwegen auch wie ich bin, was ja noch heftiger ist.

Miriam: Schöner ist ja, wenn ich was getan habe, an Taten ist immer relativ schnell was zu rütteln.

Florian: Das hat ja auch so ein bisschen was mit dem Thema zu tun, wie zufrieden bin ich selber mit der Arbeit, die ich leiste, oder?

Miriam: Ja.

Florian: Also wenn ich selber sehr zufrieden bin mit dem, was ich mache, zum Beispiel in meinem Training, dann fällt es mir vielleicht leichter, wenn jemand sagt, irgendeinen Punkt kritisiert an dem Ganzen, dass ich dann sage, ja okay, ich ändere da nächstes Mal was dran oder ich experimentiere damit rum.

Miriam: Weiß nicht, fühlt sich seltsam an.

Miriam: Echt?

Florian: Ja.

Florian: Das heißt, wenn du selbst nicht so sehr zufrieden warst mit dem, was du getan hast, dann ist es leichter mit Kritik umzugehen?

Miriam: Es ist witzig.

Miriam: Ich habe zum Beispiel, also zwei Sachen.

Miriam: Immer dann, wenn ich das Gefühl hatte, es war eine Bombenshow, es war eine Riesenleistung, da habe ich echt mal richtig Gas gegeben.

Miriam: Das war cool.

Florian: Das hat funktioniert.

Florian: Ja.

Miriam: Und dann kam einer aus dem Busch gehüpft und hat gesagt, hör mal, an der Stelle, an der Stelle, an der Stelle, wir haben ein Thema.

Miriam: Da war ich wie vor den Kopf geschlagen.

Miriam: Also das war dann so, was?

Miriam: Und es tat mir fast noch mehr weh.

Miriam: Andersrum, ich hatte mal einen Bandauftritt, da haben wir einen Song gespielt, mit dem ich gesanglich schon immer Herausforderungen hatte.

Miriam: Also wo ich selbst wusste, der liegt bei mir an der Grenze der stimmlichen Kapazität, auch der...

Miriam: und der Song war gerade sehr angesagt und das Publikum wollte den hören und wir haben den gespielt und ich habe ordentlich versagt.

Miriam: Also ich möchte sagen, wenn Sänger im Publikum gewesen sind, dann haben die sich streckenweise die Ohren zugehalten.

Miriam: Dann habe ich auch noch Textstellen vergessen, weil ich so beschäftigt war mit, ich kriege die Töne, ich kriege die Töne, ich kriege die Töne.

Florian: Der Text ist nicht so wichtig, Hauptsache...

Miriam: Nach diesem Song wäre ich am liebsten im Erdboden versunken.

Miriam: Also schon bevor der letzte Ton von der Band gespielt war.

Miriam: Und das Publikum ist ausgeflippt.

Miriam: Die haben geklatscht und sind wahnsinnig.

Miriam: Und dann kamen ständig Leute und haben gesagt, das war das beste Lied, was wir jemals von dir gehört hatten.

Miriam: Ich hatte Gänsehaut.

Miriam: Ich auch, aber nicht deswegen.

Florian: Also...

Miriam: Also es deckt sich gelegentlich ja auch nicht die eigene Einschätzung von der Situation mit dem, was dann kommt.

Miriam: Und an der Stelle wird es besonders spannend, finde ich.

Miriam: Also da, wo alles tüpi-topi ist, ich weiß, ich habe irgendwie Fehler gemacht und dann kommt einer und hat die auch bemerkt, okay, dann überrascht es mich nicht so.

Miriam: Ich finde, da kann ich dann noch leichter mit umgehen.

Miriam: Wenn danach der Gitarrist gekommen ist und hat gesagt, Miri, was war denn das?

Miriam: Dann hätte ich gesagt, ja.

Florian: Na gut.

Miriam: Da ist noch Luft nach oben und vielleicht schmeißen wir den Song auch einfach so schnell wieder, wie es irgendwie geht, aus dem Programm.

Miriam: An der Stelle, wo ich besonders gut war und alle Welt kommt und sagt, boah, das war wirklich cool, deckt sich's ja auch.

Miriam: Dann passiert auch das, was ich erwartet habe.

Miriam: Und es ist da blöd, wo ich nicht damit gerechnet habe, dass irgendwas passiert.

Miriam: Im positivsten Sinne kommt dann einer und gibt einen super Lob, obwohl ich dachte, nö.

Miriam: Und im negativen Sinne wäre das eben, ich bin total begeistert von mir.

Miriam: Schau, was wir am Anfang für einen Knatsch hatten, als ich meine Blog-Texte oder E-Mail-Texte, Newsletter-Texte... Und jedes Mal, wenn ich, wie ich finde, ich habe vor Poesie nur so gestrotzt.

Florian: Die war auch auf dieses Blatt und auf die 17 Blätter, die dahinter lagen, war die ausgebreitet, die Poesie.

Miriam: Für dich, Florian, hat sofort gewusst, von was ich rede.

Miriam: Und statt dass Florian mir sagt, Miriam.

Florian: Wow.

Florian: Kannst du diesen Text statt in 17 Seiten auch in 25 Seiten fassen?

Florian: Ja.

Miriam: Hat er gesagt, das ist zu lang.

Miriam: Und ich dachte, ich kann da nichts rausstrahlen.

Miriam: Das nimmt die ganze Dramaturgie.

Miriam: Jedes Wort, jeder Satz ist Gold.

Florian: Ja, das stimmt.

Miriam: Heute kann ich tatsächlich humorvoller mit solchen Situationen umgehen und im ersten Augenblick kratzt es noch.

Was sich mit NLP verändert hat: die positive Intention

Florian: Wie hast du es gemacht, dass du jetzt humorvoller damit umgehen kannst?

Florian: Also was ist das, was du verändert hast bei dir?

Miriam: Diese Sache kam tatsächlich erst mit zum Beispiel der NLP-Ausbildung, die wir gemacht haben, die wir ja jetzt mittlerweile auch selbst anbieten, weil ich gelernt habe, mit meinen Gefühlen anders umzugehen.

Miriam: Das heißt, in dem Augenblick, wo es knirscht bei Kritik,

Miriam: Kann ich sehr schnell reagieren und das ändern, dass es sich für mich wieder stabil und gut anfühlt in mir selbst und dass ich es nicht als komplette Kritik an meiner Person werte oder fühle.

Florian: Das war das, was ich vorhin meinte, als ich sagte, ich glaube, mir fällt es tatsächlich leichter, wenn ich selber zufrieden bin mit dem, was ich gemacht habe, weil ich dann, dann bin ich entspannter und dann ist der Umgang mit Kritik auch einfacher.

Miriam: Bist du auch ein Mensch, der eher so in sich ruht, finde ich?

Miriam: Also ich bin schon so, ich bin so quirlig und so mal hier, mal da und ich probiere was aus und bin jedes Mal wie so ein kleines Kind begeistert davon.

Miriam: Ich weiß nicht, ob das auch was mit einer Typenfrage zu tun hat.

Florian: Ich glaube schon, ja.

Florian: Ob es mir sehr wichtig ist, dass von außen was Positives reinkommt oder ob es für mich nicht so wichtig ist, sondern es ist eher die eigene Referenz, dass ich mich mit dem vergleiche, wo ich gerne hingekommen wäre.

Florian: Und so geht es mir eher.

Florian: Also solange ich tatsächlich nicht das Gefühl habe, ich bin in der Nähe von dem, wo ich gerne gewesen wäre,

Florian: oder wo ich gerne bin, solange da noch ein Unterschied ist.

Florian: Also zum Beispiel, ich moderiere einen Termin und ich habe die Teilnehmer aus welchen Gründen auch immer zu lange reden lassen und wir sind vom Timing her einfach, das Timing hat irgendwie nicht gestimmt und

Florian: Ich denke mir so, ja, okay, nächstes Mal möchte ich das und das und das anders machen, weil damit es besser läuft, damit der Termin glatter ist, damit sich das besser für mich anfühlt und die Teilnehmer auch.

Florian: Da habe ich dann das Gefühl, wenn jemand reinkommt und sagt, hier, das und das hat nicht gepasst, also jetzt noch was anderes, dass ich dann denke, ja, naja.

Miriam: Also das streicht echt so an dir lang?

Florian: Ja, weil ich das Gefühl habe, die haben das gar nicht richtig erlebt, so wie ich das gedacht habe.

Miriam: Das heißt, die sind schuld.

Florian: Nee, die sind nicht schuld, nur keine sinnvolle Kritik am Gesamtkunstwerk möglich, weil das Gesamtkunstwerk noch gar nicht erlebt wurde.

Miriam: Es gibt ja allgemein hin die Auffassung oder viele Menschen haben die Auffassung, dass nur Kritik eine Verbesserung schafft.

Florian: Ja, das war das, was ich vorhin auch meinte.

Miriam: Das kenne ich auch von vielen Bekannten von uns oder von Freunden.

Florian: Und du hast ja gesagt, dass das sogar das Kritik bei dir schon zu besserer Leistung geführt hat.

Miriam: Es gibt den Ausdruck Manöverkritik im Theater.

Miriam: Also das ist Gang und Gäbe, dass durch Kritik Verbesserung erzielt werden soll.

Miriam: Von daher kenne ich das schon und dürfte aufgrund meiner langjährigen Erfahrung auf Bühnen und vor Kameras da sehr entspannt sein.

Miriam: Und ich mag es nach wie vor nicht so gerne.

Miriam: Und ich frage mich auch, ob es eine Alternative gibt zum Beispiel.

Miriam: Weil wenn wir in dem Podcast das Thema schon haben,

Miriam: und denken, auch ein Kind zum Beispiel, das zur Schule geht, kann nur durch Kritik besser werden.

Miriam: Indem ich ihm ständig sage, dass es da was Schlechtes gemacht hat.

Miriam: Oder dass es noch viel besser gehen würde.

Florian: Ja.

Miriam: Ich weiß es nicht.

Miriam: Deswegen gucke ich jetzt wieder dich an.

Miriam: Ihr seht es nicht.

Miriam: Ich gucke Florian an und frage.

Miriam: Die Frage unserer Hörer war ja, gibt es einen Weg, entspannter mit Kritik umzugehen?

Florian: Ja, selber in einem entspannten Zustand zu sein hilft.

Florian: Vielleicht ist es auch dieser Ansatz, dass wir ständig besser und besser werden möchten.

Florian: Also bei Workshops haben wir ja auch angefangen, uns aufzunehmen, uns das anzuschauen und zu überlegen, was ist das, was wir beim nächsten Mal anders machen möchten.

Florian: Also selber mehr daran zu arbeiten, eine stetige Verbesserung zu haben.

Florian: Vielleicht ist das auch das, was mich freut oder wo ich dann sage, damit kann ich einfacher umgehen.

Florian: Wenn dann Stefan zu mir kommt und sagt, das hast du richtig gut gemacht und dann ist es halt Lob oder an der Stelle probier doch mal das und das aus.

Florian: Super.

Florian: Ja.

Miriam: Okay.

Miriam: Ich denke gerade darüber nach, also ich bin ja anders als du auch in der öffentlichen Kritik-Situation.

Miriam: Allerdings.

Miriam: Das heißt, keine Ahnung, eine Moderatorin oder ein Moderator im Fernsehen heute, also früher als ich angefangen habe, damals beim Hessischen Rundfunk, haben Zuschauer noch Briefe geschrieben.

Miriam: Das heißt, es gab erstens eine große Zeitverzögerung, bis die überhaupt ankamen und dann auch eben so dieses...

Miriam: sich erstmal hinsetzen und so ein Ding schreiben.

Miriam: Es ist ja heute alles so schnell.

Miriam: Auf Facebook, über E-Mail sind ja Zuschauer-Feedbacks und Kritiken ganz schnell da.

Miriam: Ich glaube auch, dass es so eine Art vernünftige Idee gibt von, es ist gut, dazuzulernen und ständig besser zu werden.

Miriam: Ich mag es, an der Stelle, was du vorhin gesagt hast, den Vergleich auch nicht dann mit anderen zu suchen.

Miriam: Es gab es früher, dass Zuschauer mir geschrieben haben, mach das doch mal wie die Kollegin XY, die macht das viel besser als du.

Miriam: Nur die bist du nicht.

Miriam: Die bin ich eben nicht, genau.

Florian: Und in dieser Vielfalt ist ja ganz viel Wert drin, dass wir ganz unterschiedlich sind und das ist eben, ich mach das so und

Florian: Mein Kollege der Richard, der macht das ganz anders.

Florian: Und das ist ja toll, weil ich spreche einen bestimmten Teil so an und Richard spricht andere Leute an.

Florian: Voll gut.

Miriam: Das ist prima und wenn sich eben ein Mensch genau über den Punkt aufgeregt hat, ist es auch in Ordnung.

Miriam: Und an der Stelle eben auch wirklich, wie du schon sagst, sehr entspannt zu bleiben, einmal ein- und auszuatmen.

Miriam: Also ich bin ja auch einmal im Jahr immer in dieser Musicalproduktion.

Miriam: Und die Krux an der Sache ist, dass mein Vater der Regisseur ist dort.

Miriam: Das war früher echt Zündstoff.

Miriam: Das hast du, glaube ich, schon gar nicht mehr erlebt.

Miriam: Wenn ich da Kritik bekommen habe, nachdem ich irgendetwas gemacht, ausprobiert habe auf der Bühne, dann hättest du mich mal erleben sollen.

Miriam: Ich bin abgegangen wie ein Zäpfchen.

Florian: Nein, habe ich nicht erlebt.

Miriam: Wie ein Cayenne-Zäpfchen.

Miriam: Den willst du auch nicht erleben, ich weiß.

Miriam: Und heute ist es super, super, super entspannt, weil ich mich entspannt habe in dem Bereich.

Miriam: Weil ich auch einer negativ klingenden Kritik eine gute Idee unterstelle.

Florian: Ja, das stimmt.

Florian: Das kam natürlich auch noch dazu.

Miriam: Das kam auch mit der NLP-Ausbildung.

Miriam: Ich traue jedem Menschen zu, dass er mir gar nicht was Böses will, persönlich.

Miriam: Das erstmal zu verstehen, sondern dass es nicht um mich persönlich geht und nicht darum, mir jetzt einen reinzuwürgen oder so, sondern dass es darum geht, dass was besser wird, dass das Theaterstück besser wird, dass die Sendung besser wird, dass meine Sprache besser wird, dass mein Lächeln noch größer und strahlender wird, dass mein Charisma wächst, all das.

Miriam: Und es war ein Weg.

Miriam: Es war ein Weg.

Miriam: Für mich.

Florian: Ja, wenn jemand kritisiert, heißt es ja auch, da steckt irgendwie Energie drin.

Florian: Und witzigerweise auch Energie in der Interaktion.

Florian: Also eigentlich, oder nicht nur eigentlich, auch uneigentlich schön.

Florian: Da beschäftigt sich jemand mit dir.

Miriam: Ja.

Florian: Oder mit mir.

Miriam: Ja.

Miriam: Und hat sich zum Beispiel eben auch die Mühe gemacht, einen Facebook-Eintrag zu schreiben oder eine E-Mail oder einen Brief.

Florian: Oder ein 17-seitiges Pamphlet.

Miriam: Moment mal, das war kein Pamphlet.

Miriam: Das war auch keine Kritik, das war ein Blogpost.

Miriam: Jetzt geht alles durcheinander.

Florian: Das ist gut, weil wenn ich das mische mit der Kritik und dem Lob und das einfach alles Feedback ist, also alles, ich darf das aufnehmen, sehe die positive Intention, die dahinter steckt und nehme mir das raus, wo ich sage, das ist das, was ich beim nächsten Mal besser machen möchte.

Florian: Das ist das, wo es für mich sehr rund wird.

Konkrete Tipps: durchatmen, Danke sagen, Ablenkung fahren

Miriam: Welche konkreten Tipps?

Miriam: Dieser Podcast lebt auch davon, dass wir konkrete Tipps geben, die besser wie Saeke.

Miriam: Jetzt kommt sie.

Miriam: Also konkrete Tipps von uns aus Trainersicht, aus Coachesicht.

Miriam: Was kannst du machen, wenn du diese Herausforderung in deinem Leben kanntest und es ab jetzt anders erleben willst?

Miriam: Durchatmen.

Miriam: Durchatmen ist wirklich das Erste.

Florian: Ja, genau.

Florian: Erstmal tief durchatmen.

Miriam: Ist echt immer eine gute Hilfe.

Florian: Und manchmal vielleicht auch einfach Kritik stoppen oder Feedback stoppen und sagen, können wir das nachher bitte besprechen, ich habe meinen Kopf gerade woanders.

Miriam: Ist auch gut.

Florian: Oder diese Ablenknummer fahren, die du ja auch schon schön beschrieben hast.

Florian: Wenn es gerade nicht passt, weil manchmal bin ich auch, ich komme aus dem einen Meeting raus und gehe in zehn Minuten in ein anderes Meeting rein und mir möchte jemand noch eine wichtige Botschaft geben über das letzte Meeting, nur das ist nicht der richtige Moment, dass ich dann sage, jetzt nicht oder eben schon vorgreife auf das nächste, um einfach das Thema an der Stelle zu wechseln.

Miriam: Das ist auch gut.

Florian: Mit Humor nehmen ist für Fortgeschrittene.

Florian: Mit Humor nehmen, ja.

Miriam: und die ganz, ganz, ganz Erleuchteten unter unseren Hörern.

Florian: Jetzt kommt der Mega-Miri-Meister-Tipp.

Miriam: Die ganz, ganz, ganz Erleuchteten, die wirklich schon sehr weise sind, nehmen es mit Dankbarkeit an.

Miriam: Wobei das, also wer meine Facebook-Postings liest, ich bekomme sehr viel super Feedback auf Facebook.

Miriam: Ich bin sehr, sehr dankbar, sehr witzig, sehr aufgeräumt.

Miriam: Wahnsinnig gute Kritiken.

Miriam: Wahnsinnig gute Kritiken, genau.

Miriam: Tolle Hinweise, viel Spaß, viel Freude.

Miriam: Und ab und zu ist mal eins dabei, so eins, zweimal im Jahr passiert es, dass sich ein Leser, Zuschauer, wie auch immer, da mal kritisch äußert.

Miriam: Und ich schreibe als allererstes immer Danke.

Miriam: Danke, dass du dir die Arbeit gemacht hast, dich hinzusetzen und zu schreiben.

Miriam: Gar nicht, um denjenigen wirklich zu loben, sondern weil es mir gut tut an der Stelle.

Miriam: Weil ich dann nicht anfange, dagegen zu feuern.

Miriam: Ich finde, das ist ein ganz fantastischer Tipp.

Miriam: Selbst wenn ich es erstmal nicht so fühle.

Miriam: Also selbst wenn ich denke, boah.

Miriam: Ich schreibe als allererstes Danke, dass du dich hingesetzt und es geschrieben hast.

Florian: Und dann kommt ja einer der Geheimsprüche oder dieser geheimen Zauberformel, die du auch in deinen fünf Zauberformeln fürs Leben mal beschrieben hast.

Miriam: Den habe ich nicht drin, weil der doch ein bisschen komplexer ist vom Erklären.

Florian: Ah, doch.

Miriam: In meinem Buch, wenn es irgendwann mal fertig ist, wird der drinstehen.

Miriam: Und in unserem Wochenendseminar, Besser Denken, Besser Sprechen, übrigens gibt es noch freie Plätze am 18., 19., 4.

Miriam: Da haben wir, da machen wir das.

Miriam: Also, weil da kann ich es auch üben.

Miriam: Also, das ist eine

Florian: Weil der nächste Satz und das wäre dieses Vorgreifen, wäre zustimmen zu dem, was die Person gesagt hat.

Miriam: Und das ist sehr fortgeschritten.

Florian: Das ist sehr fortgeschritten und es hat was damit zu tun, dass die Perspektive meines Gegenübers halt an der Stelle auch einfach valide ist aus der jeweiligen Weltsicht heraus.

Miriam: Also ist die Frage, mit welcher Absicht macht er das?

Miriam: Will er mir was Gutes, so wie der Regisseur im Theater sicherlich eine gute Intention hat, wenn er sagt, an der Stelle will ich es anders.

Florian: Und manchmal kommt es halt bei manchen Menschen irgendwie ein bisschen krumm raus.

Miriam: Genau, und es kommt ein bisschen krumm raus oder er hat es wirklich aus dem Ärger heraus geschrieben, weil er sich über irgendwas geärgert hat und vielleicht noch gar nicht mal über mich.

Miriam: Wer weiß das schon.

Florian: Vielleicht hat er einen Frust auf der Schulter sitzen.

Miriam: Das wäre der letzte Podcast.

Miriam: Den empfehlen wir sehr an dieser Stelle.

Miriam: Dieses erstmal Danke schreiben tut mir immer gut.

Miriam: Es tut mir gut, auch wenn es sich nicht so anfühlt.

Miriam: Und es ist auch in einem Gespräch okay, zu sagen, danke, dass du dir die Zeit nimmst, mir das zu sagen.

Florian: Mindestens höflicher und gehört ja zu den Feedback, wenn man es professionalisieren möchte, zu den Feedback-Regeln auch dazu.

Florian: Dass wir in einen bestimmten Rahmen reingehen und in einen bestimmten Ritus auch entweder um Feedback bitten oder fragen, ob jemand jetzt gerade Feedback haben möchte oder nicht.

Florian: Und dann eben auch gehört ein Danke natürlich auch dazu.

Florian: Weil wir ja unsere Interaktion verbessern möchten.

Florian: Wir möchten ja unsere Gespräche verbessern, unser gemeinsames Handeln verbessern.

Miriam: Genau.

Miriam: Und dann kommt auch noch eine Stelle, wo ich ganz klar sagen würde, dann grätsch halt mal rein.

Miriam: Es gibt ja auch wirklich Meckertanten und Meckeronkels, die wirklich einfach immer nur meckern, um zu meckern.

Miriam: Und es ist okay.

Miriam: Nur da kann ich dann als erwachsener Mensch auch entscheiden, will ich mit denen überhaupt ein Gespräch führen?

Miriam: Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, vermeide ich das?

Miriam: Und da fahre ich dann auch wirklich klipp und klar Ablenkungsmanöver.

Miriam: Das heißt, ich fange dann an, über das Wetter zu reden oder über den letzten Urlaub, über was auch immer.

Florian: Oh, wie viele Minuten senden wir eigentlich schon?

Florian: Ah ja, okay.

Florian: Wunderbar, ja.

Miriam: Ja?

Miriam: Passt.

Florian: Ja, genau.

Miriam: Solche Sachen dann, ne?

Miriam: Ja, ach super.

Miriam: Ja, genau sowas.

Miriam: Richtig.

Miriam: Ja, oder was gibt es heute in der Kantine zu essen?

Miriam: Ich habe gar nicht nachgeguckt.

Miriam: Ich bin doch allergisch gegen Gluten.

Miriam: Oder so.

Miriam: Ja, irgendwie das Thema auf was anderes, wo das Gegenübergehirn einsteigt.

Miriam: Dann sind wir bei den Ablenkungsmanövern.

Miriam: Was auch sehr cool ist.

Miriam: Also wenn es einfach keinen Sinn macht.

Miriam: Ich finde auch, dass das ein wichtiges Thema ist und dass es schön ist zum Kommunizieren und dass Kritik, wenn sie dazu dient, Zustände oder auch Fähigkeiten zu verbessern, grundsätzlich gut ist.

Miriam: Und ich mag es viel lieber, wenn auf Stärken aufgebaut wird.

Förderung durch Lob — und der Vergleich mit sich selbst

Florian: Im Umgang mit Kindern merke ich es halt, dass Kritik an manchen Stellen oder dieses Fokussieren auf was ist alles falsch gemacht, dass das auch nicht hilft.

Florian: Also dass es ganz cool ist, ein junger Freund, den wir haben, der hat auch echt Herausforderungen manchmal in irgendwelchen Tests und dann frage ich auch, wie viele Wörter denn schon richtig geschrieben wurden.

Florian: Um einfach zu gucken, wo geht es denn voran, weil auf das zu fokussieren, wo es noch nicht vorangeht, bringt in dem Moment auch einfach nichts.

Florian: Macht auch niemanden gute Gefühle.

Florian: Sondern einfach zu fragen, alles klar, wie viele Wörter sind denn schon richtig geschrieben im Diktat?

Florian: Cool, nächstes Mal zwei mehr, ist doch schon Fortschritt.

Florian: Also dann gehen wir doch schon in die richtige Richtung und mit der Zeit wirst du besser und besser und besser.

Miriam: Das ist super.

Miriam: Oder wenn wir nochmal auf dieses Theaterbeispiel zurückkommen, habe ich jetzt auch gemerkt, wir haben jetzt einen jungen Regisseur unterdessen auch dabei, der eine tolle Feedback-Kultur hat, eine tolle Kritikkultur, der dann wirklich sagt, ich liebe es, wie intensiv du deinen Job machst und ich würde es gern mal sehen in langsamer, nur mal sehen, wie es wirkt.

Florian: Dann ist auch der Rahmen geschaffen, dass die Menschen sich das zutrauen.

Florian: Also dass sie es einfach mal tun ohne eine Erwartung, dass es jetzt besser oder schlechter oder was auch immer ist.

Miriam: Und da sind wir dann wieder beim Thema Zaubersprache.

Miriam: Wir alle, auch unsere Hörer, die sich damit beschäftigen und die Spaß an dem Thema haben, können dadurch, wie sie Dinge formulieren und wo sie ihren Fokus hinsetzen, deutlich bessere Gefühle stiften da draußen.

Miriam: Und das ist etwas, was ich an diesem Job am allermeisten liebe.

Miriam: Also anderen Menschen ein gutes Gefühl zu machen.

Miriam: Und wenn das angebracht ist, sie weiterzubringen mit einem guten Gefühl.

Miriam: Das schult auch das Fokussieren auf die guten Dinge, die schon da sind.

Florian: Ja, wenn du fühlst dich gut, dann ist alles besser irgendwie.

Florian: Ja.

Miriam: Deshalb, also Kritik annehmen, ja, da bin ich schon viel besser geworden, wenn ich mich mit mir vergleiche von vor fünf, sechs Jahren.

Florian: Vor allem und dann eben der Vergleich mit sich selbst.

Florian: Ja.

Florian: Ich vergleiche mich mit mir vor fünf, sechs Jahren, ich vergleiche mich mit dem, wo ich mal sein möchte, ich überlege mir, wie komme ich da Schritt für Schritt hin und alle anderen haben ihren eigenen Weg.

Miriam: Und Kritik geben, eben auch sehr bewusst und sehr ins Positive.

Miriam: Ich bin nach wie vor eine Freundin davon.

Florian: Und dann hast du vorhin gesagt, dass du das Lob nennst.

Miriam: Ja, ich nenne es Förderung durch Lob.

Florian: Witzig, es gibt auch Studien dazu, wie Interaktionen in Teams sind.

Florian: Also bei guten, hochperformanten Teams, wie viele positive Interaktionen zu negativen Interaktionen haben.

Florian: Und die haben tatsächlich dreimal so viele positive Interaktionen wie negative Interaktionen.

Miriam: Bei den erfolgreichen Teams.

Florian: Cool.

Florian: Da wird also auch gelobt oder es wird gescherzt oder es gibt eben auch Sachen, wo die sich über irgendwas Witziges unterhalten.

Florian: Was Gutes miteinander austauschen, miteinander in schönen Kontakt gehen und dann kann auch mal zwischendurch eine Kritik kommen.

Florian: Eine negative Kritik.

Florian: Genau.

Miriam: Also wir freuen uns auf die positive Kritik auf diesem Podcast.

Florian: Oder das Lob.

Miriam: Oder das Lob, gerne auf der Facebook-Seite oder unter www.kontext*denken.de oder bei iTunes, da freuen wir uns über Bewertungen in jeder Form.

Miriam: Wir lieben Sternebewertungen bei iTunes und bei YouTube, da freuen wir uns über das Däumchen hoch und auch da gibt es die Möglichkeit Feedback direkt unter dem Podcast zu schreiben.

Florian: Ja, genauso wie auf unserer Seite.

Miriam: Mit deinen Tipps, wenn es ums Thema Kritik geht.

Miriam: Vielen Dank, dass du, dass ihr uns dieses Thema gestiftet habt.

Miriam: Ihr habt gesehen, wir haben richtig die Zügel losgelassen und das Pferd galoppieren lassen.

Florian: Wir haben euer Feedback genommen und machen daraus Lob.

Miriam: Und Spaghetti.

Florian: Du bist echt super.

Miriam: Ja, durch so eine Spaghetti-Maschine.

Florian: Ja, vielen Dank, dass es dich gibt.

Miriam: Ja, gerne.

Miriam: Wir wünschen euch noch einen tollen Resttag, wo auch immer ihr den verbringt.

Florian: Oder eine tolle Restnacht.

Miriam: Und sagen Tschüss bis nächsten Dienstag, weil da gibt es den nächsten Podcast.

Florian: Tschüss.

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