NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 137

Innere Stimmen hören? Oh je. Der auditive Kanal.

VAKOG: heute zum Hören.

Jetzt anhören

Direkt hier starten oder später im Transkript weiterlesen.

In dieser Folge

Darum geht es

In unserer NLP-Erklär-Reihe widmen sich Miri und Florian in dieser Podcast-Folge ganz einem sehr gängigen und doch belächelten Phänomen. Hörst Du eine innere Stimme? Eine, die morgens in Deinem Kopf sowas von sich gibt, wie: „Spät dran! Mist!“ oder die Dir vorausdenkt, bevor Du etwas sagst? Wie genau machst Du es, wenn Du über Dinge oder Geschehnisse nachgrübelst? Die meisten Menschen schenken ihrer inneren Stimme wenig Aufmerksamkeit. Dabei ist sie stets am Werk. Nämlich immer, wenn wir uns „Gedanken über etwas machen“. Im NLP sprechen wir dann von einem inneren Dialog. Und klar gehört zur auditiven Wahrnehmung auch das „Außen“. Also, das was wir von unserem inneren Dialog über die Stimme ins außen lassen und das, was von außen auf unsere Ohren trifft und in unserem Gehirn zu sinnvoll Verständlichem verarbeitet wird. Das alles mal genauer unter die Hör-Lupe genommen sind zwar nette Erkenntnisse, doch wozu nutzen wir sie im NLP? Dies und noch einiges mehr über den Zauber des auditiven Weges legt diese Podcastfolge offen. Und: Es ist eine der interaktivsten Folgen. Miri und Florian machen einige auditive Experimente mit Dir – wenn Du magst. Viel Spaß beim genauen Hören.

Es geht um den auditiven Sinneskanal (das A im VAKOG), um den inneren Dialog und die Stimmen im Kopf – auch die von Eltern und Lehrern, die uns beim Klamottenkauf oder bei der Steuererklärung nachhallen. Du erfährst, was Subvokalisieren beim Lesen bedeutet, warum es beim Schnelllesen abgeschaltet wird und wie eine gute Rechtschreibstrategie im Deutschen visuell statt auditiv funktioniert. Außerdem: Tonlage, Sprechrhythmus, Stimmveränderungen als Hinweise (die Geschichte vom Immobilienmakler) und wie sich Klang, Vibration und Musik aufs Gefühl auswirken. Ideal für alle, die sich für NLP, innere Stimme, auditive Wahrnehmung und Modellieren interessieren.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

Spring direkt zu einem Kapitel oder lies die Folge von Anfang an.

Kapitel dieser Folge
  1. Schwermütig auf der Ukulele: Wovon reden wir hier eigentlich?
  2. Subvokalisieren: die Stimme, die dir das Buch vorliest
  3. Die innere Stimme bei der Arbeit: Texte, Chefstimmen und Mamas Rat
  4. Vom Nutzen im NLP: Strategien, Rechtschreibung und Modellieren
  5. Klang, der unter die Haut geht: Vibration, Tonlage und Rhythmus
  6. Erst denken, dann reden: was du daraus machen kannst

Morgens im Kopf: „Spät dran! Mist!“ – kennst du diese Stimme? Die meisten hören sie ständig und schenken ihr trotzdem kaum Beachtung. Miriam und Florian nehmen den auditiven Kanal aus dem VAKOG genau unter die Hör-Lupe, von Beethovens innerem Orchester über das Subvokalisieren beim Lesen bis zum Immobilienmakler, dessen Stimme an den heiklen Stellen verräterisch nach oben rutschte. Und weil das eine der interaktivsten Folgen ist, gibt es ein paar kleine Experimente zum Mitmachen – wenn du magst.

Schwermütig auf der Ukulele: Wovon reden wir hier eigentlich?

Miriam: Willkommen bei kontext*denken.

Miriam: Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Schwermütig beginnt dieser Podcast.

Florian: Was? Das ist eine Ukulele. Die kann nur lustig.

Miriam: Nee, nee, das war Moll.

Florian: Moll.

Miriam: Moll ist immer traurig.

Florian: Außer auf einer Ukulele. Auf einer Ukulele ist alles lustig.

Miriam: Nein.

Miriam: Nein? Nein. Nein, nein. Schwermütig.

Florian: Oh je.

Miriam: Melancholisch.

Florian: Miri macht den Podcast heute alleine.

Miriam: Nein.

Florian: Doch.

Miriam: Ich weine.

Florian: Wieso denn?

Miriam: Weil es so traurig ist.

Florian: Was ist denn das Thema heute?

Miriam: Wir sprechen heute über, oh, vor zwei Folgen gab es Farkok mit uns beiden. Wir erklären NLP-Begriffe. Heute ist das A aus dem VAKOG dran. V-A-K-O-G. A steht für Auditiv im NLP. Der Horschlappenkanal.

Florian: Es geht ums Zuhören.

Miriam: Ja, innen wie außen. Innen wie außen? Ja, die Stimmen in meinem Kopf, endlich sind sie mal dran. Auf diese Folge warte ich jetzt seit drei Jahren.

Florian: Ich lasse die alle raus heute.

Miriam: Ich habe einen Chor, einen Fischer-Chor.

Florian: Also V-A-K-O-G, visuell, das Sehen, A, wie auditiv, das Hören, K, wie kinesthetisch, das Fühlen, O, wie olfaktorisch, riechen und G, wie gustatorisch, schmecken.

Miriam: Die Sinne, mit denen wir primär arbeiten, um die Welt um uns herum zu erkunden.

Florian: Um die Welt zu erkunden und eben auch im Modell von NLP die Welt in uns drin zu repräsentieren. Also die Annahme, dass wir alles, was wir im Innenleben haben, dieses reiche Mysterium in dir, dass du das eben auch in deinen Sinnen ausdrückst.

Miriam: Das heißt, wir hören was in uns drin. Jetzt war das ja früher schon so, dass wenn jemand ständig Stimmen gehört hat, dann ist er zum Arzt, oder? Oder Musik. Ich glaube, Ludwig van Beethoven hat Musik gehört innerlich. Ja. Der war taub. Der wurde sehr früh taub.

Florian: Nur innen drin hat er Musik gehört.

Miriam: Ja. Und hat nicht nur zum Beispiel die 9. Sinfonie taub komponiert, also ohne, dass er am Klavier irgendetwas sich vorspielen oder abnehmen konnte. Hier, Freude, schöner Götterfunken. Taub. Taub komponiert. Das hat er nur in sich gehört, weil draußen ging nicht mehr. Und jetzt kommt der Knaller. Der hat es sogar bei der Uraufführung dirigiert, so sagt die Legende.

Florian: Naja, vielleicht hat er ja die Vibrationen gespürt.

Miriam: Ah ja, sicher bei so einem großen Orchester schon. Und ich glaube, es ist was anderes, als es jetzt wirklich komplett in Natur hören.

Florian: Ja? Ja.

Miriam: Der hat den Klang komplett vor seinen inneren Ohren abgefahren.

Florian: Vor seinen inneren Ohren.

Miriam: Und dann hat er das perfekt dirigiert. Und am Ende, pass auf, das ist die Geschichte, die sich darum am Ende als das Publikum applaudierte.

Florian: Hat er vergessen, sich umzudrehen, weil das hat er nicht gehört?

Miriam: Und dann hat ihn der erste Geiger umgedreht, damit er sieht, dass die Leute klatschen. Ist das eine rührende Geschichte zum Anfang eines Auditiv-Podcasts?

Florian: Allerdings.

Miriam: Ich bin so melancholisch heute, wirklich.

Florian: Wollen wir nochmal anfangen, wenn du die taube Geschichte mit einem visuellen Ende am Anfang eines auditiven Podcasts... Oh, herrlich.

Miriam: Ich liebe mein Gehirn, wirklich. Das macht so tolle Sachen. Ja, da verbinden wir doch alle Kanäle wieder. Du hast gesagt, es ist innen was zu hören.

Florian: Das stimmt.

Subvokalisieren: die Stimme, die dir das Buch vorliest

Miriam: Vielleicht wundert sich der eine oder andere oder vielleicht hören uns unsere Hörer gar nicht mehr zu im Außen, weil die jetzt alle drauf hören, was höre ich denn, wenn ich den Podcast höre innen.

Florian: Manche Menschen, und das ist was, was du bei dir selber relativ gut feststellen kannst sogar, manche Menschen subvokalisieren beim Lesen.

Miriam: Subvokalisieren. Jetzt wird's spannend.

Florian: Jetzt wird's. Hier, jetzt kommen die Fachbegriffe.

Miriam: Komm, Herr Groß, erklär uns Subvokalisieren.

Florian: Die Idee ist einfach, dass viele von uns gelernt haben, zu lesen, indem wir die Worte auf dem Blatt ausgesprochen haben. Und weil das dann in der Schule irgendwann nicht mehr cool war und wir das nicht mehr laut machen durften, haben wir angefangen, das nach innen zu machen. Und eine Variante rauszubekommen, ob man das tut oder nicht, ist, indem man summt. Während des Lesens. Während des Lesens summen.

Miriam: Noch nicht, noch nicht. Stopp, stopp, stopp, stopp. Erst Podcast zu Ende hören, dann Experimente machen. So was machen wir am Ende vom Podcast normalerweise. Wenn die dann alle losrennen wie die Bekloppten und sich ein Buch holen, um das jetzt mal zu testen.

Florian: Oder von 10 auf 1 runterzählen.

Miriam: Während des Lesens, das geht ja gar nicht.

Florian: Weil Lesen ist ja was Visuelles und die meisten Menschen mischen das mit was Auditivem. Innerlich. Innerlich.

Miriam: Weil die innen eine Stimme hören. Soll ich dir sagen, wie ich das mache? Ich bin voll auditiv unterwegs.

Florian: Was machst du denn?

Miriam: Wenn ich mir vorstelle, beim Lesen zu zählen, das geht nicht. Der Kanal ist voll.

Florian: Ja, genau.

Miriam: Ich höre meine Stimme, wie sie mir das Buch vorliest.

Florian: Und da sind wir auch mitten im NLP, weil wieso sollte uns das, also nette Theorie, hier V-A-K-O-G, auch innen, super, und was bringt mir dat? Ja. Zum Beispiel beim Schnelllesen. Manche Menschen können wahnsinnig schnell lesen. Und das Subvokalisieren, also dieses, ich lese mir innerlich noch was vor, hat einfach Grenzen. Also da gibt es Grenzen in der Geschwindigkeit, wie ich Laute in mir drin formen kann. Witzigerweise. Und deswegen geht es beim Schnelllesen, ist eine der Strategien, dieses Subvokalisieren abzuschalten. Also nicht mehr selber vorzulesen.

Miriam: Es gibt Schnelllesekurse, also nur, dass wir darüber gesprochen haben.

Florian: Die üben das. Und eine der Übungen ist zum Beispiel Summen.

Miriam: Oh, ich sehe Miris Gesicht. Und Menschen bekommen das hin, Stimmen in ihrem Kopf auch zu hören, wenn sie nicht lesen. Was? Also ich zum Beispiel.

Florian: Wann hörst du denn, jetzt wird es gemütlich, wann hörst du denn Stimmen?

Die innere Stimme bei der Arbeit: Texte, Chefstimmen und Mamas Rat

Miriam: Ich schreibe unendlich gerne Texte. Das hat ja sowas auch von lesend. So und jetzt rate mal, wie ich Texte schreibe. Ich höre eine Stimme, manchmal meine, manchmal die von jemand ganz anderem in meinem Kopf und diktiere mir das selbst.

Florian: Spooky.

Miriam: Ja, habe ich rausgefunden. Weil mich einige Leser des Blogs fragten, kannst du mir erklären, wie du so viele Texte in so kurzer Zeit schreibst? Und ja, ich habe eine blühende Fantasie und ich kann, wenn mir einer ein Wort gibt, kann ich daraus zwei Seiten Text machen und mir eine Geschichte ausdenken. Und das läuft bei mir voll über so eine innere Stimme. Wie so eine Märchenerzählerin oder ein Märchenerzähler. Oder gelegentlich höre ich, wenn ich Theaterstücke schreibe, die einzelnen Figuren in meinem Kopf. Die haben schon unterschiedliche... Oder das weiße Kaninchen, das lispelt dann auch.

Florian: Was schreibst du denn gerade, nur um es aufzuklären?

Miriam: Ich schreibe gerade eine Alice im Wunderland Adaption für die Schulklasse meines Sohns, die werden das aufführen. Und das ist eine Anlehnung, das ist nicht die Originalgeschichte, ich bearbeite das. Und da gibt es das weiße Kaninchen und das spricht dann so in meinem Kopf. Ob das später auf der Bühne so ist, ist das egal.

Florian: Das ist nur die Strategie für dich, um schnell schreiben zu lernen.

Miriam: Genauso übrigens gehe ich auch mit mir um, wenn ich Haushaltsarbeiten oder Büroarbeiten zu erledigen habe. Dann habe ich eine ziemliche Chefstimme in meinem Kopf, die sagt, und jetzt kommt E-Mail beantworten.

Florian: Und jetzt kommt E-Mail beantworten? Ja, genau. Und dann machst du das? Ja.

Miriam: Und es geht nicht von außen, es geht nicht von außen, es geht nur, wenn ich es in meinem Kopf habe. Da dürft ihr ganz wach sein. Florian, hör auf.

Florian: Weil es gibt ja auch diese schönen Laute, die viele Menschen machen. Ich habe mir fast angewöhnt, so ein Videospiel-Repertoire an Geräuschen zu haben, für Dinge, die fertig sind.

Miriam: Stimmt, Florian macht sowas oft.

Florian: Wenn ich was auf der To-Do-Liste abhake. Jetzt wäre natürlich spannend, was passiert, wenn man das von außen reinfüttert. Also wenn ich sitze so an meinem Schreibtisch und arbeite was ab und mache dann und gucke fröhlich, was passiert, wenn das von außen kommt. Oder bei Miri eben das... Das wären diese Experimente, die wir im NLP starten.

Miriam: Oder wenn jemand bei einem guten Essen, bevor er anfängt zu essen, immer sowas macht wie hmmm.

Florian: Apropos, wie sieht es denn mit der Stimme aus? Möchtest du dazu auch ein paar Töne sagen?

Miriam: Die Stimme ist das Organ im Körper, die dann das, was innen ist, nach außen transportiert. Wir sagen auch gerne Außenlautsprecher dazu. Also erst haben wir es meistens innen im Kopf, denn Sprache fängt im Kopf an. Menschen denken ja über irgendwas nach und wenn sie jetzt, sag ich mal, deutsche Muttersprachler sind, tun sie das in der Regel auf Deutsch. Und ich rede jetzt mal nicht von Ausnahmefällen, wenn jemand lange im Ausland gelebt hat oder oder. So, das heißt, es gibt also einen Gedanken auf Deutsch im Kopf und das nächste Experiment, das ist voll der Knopfhoff-Podcast hier.

Florian: Knopfhoff.

Miriam: Das nächste Experiment.

Florian: Oh, damit hast du dich auch gedatet, ja.

Miriam: Das macht nichts. Die Leute wissen doch, wie jung ich bin. Ja. Ja. Steht sogar in meinem Wikipedia, glaube ich.

Florian: Ja, das stimmt.

Miriam: Also es ist ein offenes Geheimnis. Wo war ich denn jetzt?

Florian: Bei Knopfhoff und dem nächsten Experiment.

Miriam: Genau. Nur da ging es ja um was. Genau. Wenn du dir irgendwas ausdenkst in deinem Kopf, wie nimmst du deine Gedanken dann wahr, die du denkst? Also wenn ich dich jetzt auffordern würde, darüber nachzudenken, was du vorhast, wenn du diesen Podcast zu Ende gehört hast. Was machst du dann als nächstes?

Florian: Bild.

Miriam: Pause. Erstmal nachdenken. Ich meine nicht dich, Florian. Du bist eine Außenposition, was anderes. Ich frage mich, ob du überhaupt eine innere Stimme hast.

Florian: Ja, habe ich. Hast du? Ja, na klar.

Miriam: Wann kommt die denn zum Einsatz?

Florian: Manchmal sage ich mir sowas wie, ich sollte jetzt mal die Steuererklärung machen.

Miriam: So, das sagst du dir selbst. Das heißt, es ist nicht auf dem Außenlautsprecher, weil ich höre solche Sätze nicht von dir in der Öffentlichkeit. Nicht mal in unserer intimen, zweisamen Öffentlichkeit höre ich das.

Florian: Und wir machen ja auch noch einen Podcast zum Meta-Modell der Sprache. Geübte Hörer könnten schon erraten, wie das funktioniert mit der Steuererklärung.

Miriam: Wenn du dir das selbst sagst, dieses, ich könnte jetzt mal die Steuererklärung machen.

Florian: Ich sollte.

Miriam: Ich sollte. Das ist ein klassischer Hinweis darauf, dass es nicht jetzt stattfinden wird. Ich sollte die Steuererklärung machen. Sagst du es dir auf Deutsch? In deinem Kopf?

Florian: Ja.

Miriam: Wie nimmst du es wahr? Da sind keine Bilder, wenn du was hörst. Florian sucht schon wieder nach Bildern. Inwiefern nehme ich was vor? Diese Stimme in deinem Kopf oder den Satz in deinem Kopf.

Florian: Die sitzt in meinem Kopf. Die sitzt in deinem Kopf. Die kommt nicht von außen, die ist innen drin.

Miriam: Hörst du da deine Stimme oder die von jemand anderem? Meine. Okay. Weil manche sagen, das ist so eine diffuse Stimme, die ist gar nicht einzuordnen. Manche sagen, das ist meine Stimme. Und es gibt Augenblicke, da höre ich nicht meine Stimme, ich höre sehr oft meine eigene Stimme zum Beispiel. Nur wenn ich im Winter losgehe zum Klamotten kaufen, äh Kleidung, Entschuldigung. Und ich sehe zum Beispiel eine weiße Jeans oder eine weiße Jacke, höre ich original die Stimme meiner Mutter, die sagt, im Winter weiße Klamotten, das macht man nicht. Die sind ständig dreckig und müssen dauernd in die Waschmaschine. Tatsache. Deswegen habe ich mir diesen Winter drei weiße Jeans gekauft. Und ich besitze mittlerweile zwei weiße Winterjacken.

Florian: Jetzt ist ja die spannende Frage, sind die ständig in der Wäsche?

Miriam: Ja, also im Hochwinter schon. Wenn es regnet und es sprühregnet und Autos an einem vorbeifahren, sind auf so einer weißen Hose die Spritzer schnell zu sehen. Schneller als auf einer dunklen Jeans. Da hat sie recht. Und mir gefällt es.

Florian: Und spannend, dass du die Stimme deiner Mutter mit dir herumträgst. Oder deines Vaters. Und vielleicht geht es dir als Zuhörer ja auch so.

Miriam: Manche hören den Lehrer. Wenn sie zum Beispiel die Steuererklärung machen und es gibt was auszurechnen. Der sagt Minus und Minus gibt Plus. Ja, also die Stimme von meinem Mathelehrer höre ich ungern und die zum Beispiel habe ich auch sehr diffus abgespeichert. Sehr cool, was in deinem Kopf so alles abgeht an Tönen und Klängen. Manche Leute, wenn die ein Lied anstimmen, hören auch die Original-Pop-Version in ihrem Kopf dazu, wie als hätten sie Kopfhörer auf. Also die hören dann den Anfang von, keine Ahnung, Michael-Jackson-Thriller. Echt jetzt? Ja, das Quietschen der Tür, die Schritte, ich zum Beispiel. Und ich weiß, dass ich nicht alleine bin damit. Ich hab zum Beispiel, der Regisseur der Theatergruppe macht das auch so. Der hört den kompletten Song laufen, während er mitsingt. Wenn der einen Song singt. Das ist auch ausgebildeter Sänger, sehr guter Sänger und der macht das auch so. Kann keine so schlechte Strategie sein, habe ich mir da überlegt, weil der singt wirklich grandios.

Vom Nutzen im NLP: Strategien, Rechtschreibung und Modellieren

Florian: Und das ist das, was wir eben beobachten wollen. Gibt's, wenn du das eine oder das andere tust, führt das eher dazu, dass du die Dinge bekommst, die du haben möchtest oder nicht? Also ist es nützlich oder nicht? Zum Beispiel im Deutschen, das ist auch eins der Standardbeispiele im NLP, die Rechtschreibstrategie, wie die Kinder lernen. Eine auditive Rechtschreibstrategie im Deutschen, also ein ich lese mir Wörter, ich versuche am Klang eines Wortes zu erkennen, wie es wohl zu schreiben ist, ist im Deutschen einfach keine gute Idee. Weil manchmal verstecken sich so Buchstaben. Die sind gar nicht, die sind im Wort selber gar nicht zu hören.

Miriam: Durch die Stimme von meinem Grundschullehrer. Ja. Wer nämlich mit H schreibt, ist dämlich.

Florian: Und dann haben wir solche auditiven.

Miriam: Mhm.

Florian: Eselsbrücken. Eselsbrücken, die das, die das Ganze kompensieren. Ich hab das auch, also ich hör das tatsächlich auch. Mhm. Da ist noch ein IE drin. Ja. Ja. Sowas, sowas. Dann gucken wir das Wort an und denken wir.

Miriam: Da ist noch ein IE drin. Mhm. Und wie wäre eine gute Rechtschreibstrategie?

Florian: Dann eben zu schauen. Also sich Bilder im Kopf zu haben davon, wie das Wort aussieht in richtig.

Miriam: Statt es sich vorzusprechen oder im Kopf vorzusprechen.

Florian: Und wir haben noch einen Podcast über Strategien auch und über Modellierung. Da tauchen wir da ein bisschen tiefer ein. Und dafür können wir das eben verwenden.

Miriam: Für was?

Florian: Rauszufinden, wie macht jemand in seinem Kopf eine bestimmte Aktion, eine bestimmte Arbeit, eine bestimmte Exzellenz. Miriam schreibt ja hunderte Seiten im Jahr an Texten. Ja. Ich beobachte das mal ganz gespannt. Das ist eine Schreibstrategie, in der Miriam extrem gut ist. Das heißt, vielleicht würde es sich lohnen, wenn ich mehr schreiben können möchte, das abzumodellieren.

Miriam: Bei mir abzugucken. Weil abmodellieren ist ja ein NLP-Begriff, der da draußen eher nicht...

Florian: Abzuhören, genau. Und da gehen wir nochmal näher in dem einen Podcast drauf ein. Nur das wäre, das ist eine der Anwendungen davon. Und dann natürlich, wir wollen genauer aufpassen, was es da draußen alles zu hören gibt. Wir waren jetzt so drin im Kopf, was es da für Geräusche gibt, nur draußen... Kannst du dich erinnern? Wir haben hier in Mönchengladbach, wir wollten ein neues Haus kaufen und wir hatten den einen Megamakler.

Miriam: Oh, ich liebe ihn. Den hatten wir schon mehrfach. Wir konnten schon Teststrecken fahren mit ihm. Komm, erzähl es nochmal.

Florian: Wir kamen in das Haus rein und er hat ganz entspannt erzählt. Hier, das ist das Wohnzimmer und es ist alles gut. Die Elektrik wurde erneuert. Und Miriam und ich haben uns angeschaut und haben uns gedacht, hatten wir gerade eine Verzerrung in der Stimme plötzlich.

Miriam: Und dann hat er ganz normal wieder weitergesprochen und zu sagen, die Terrasse darf noch neu gemacht werden, die ist noch alt unterbaut und da hatte der Vorbesitzer schon angefangen.

Florian: Nur sie können von hinten auch an das Gelände ranfahren. Und wir dachten so, wow, was ist da denn passiert?

Miriam: Das war wirklich der krasseste Aufschwung, den wir jemals erlebt haben in einer Stimme und dann wollten wir es wissen, weil als aufmerksame, bis an die Zähne ausgebildete NLP-Trainer haben wir natürlich beide dann gedacht, oh, wir dürften mal was ausprobieren und Florian sprach ihn nochmal auf den Keller an. Und dann kam wieder diese Stimme.

Florian: Und dann haben wir uns gedacht, hier... Da ist doch was anders. Bei dem, wie er über die Terrasse spricht oder wie er über das Wohnzimmer spricht und über die Elektrik und über den Keller. Und jetzt sind wir völlig erstmal... Nur experimentell unterwegs und wollen einfach nur wissen, was bedeutet denn dieser Unterschied? Und das eben zu hören, wie verändert sich die Stimme deines Gegenübers oder in einem Publikum, wie verändert sich die Stimme des Redners an bestimmten Stellen? Und was bedeutet das? Was ist die Veränderung auch entweder im Inhalt oder in dem, was der Redner in dem Moment ausdrückt, über die Körpersprache, über den Subtext, der dann unten drunter liegt? Was ist das? Was bedeutet das?

Klang, der unter die Haut geht: Vibration, Tonlage und Rhythmus

Miriam: Ton und damit auch Stimme, Musikinstrumente, alles was klingt da draußen, sind Schallwellen, die uns erreichen und die haben, wenn sie zum Beispiel in sehr bassige Lagen gehen, eine richtig deutliche Vibration, so wie wir das in der Beethoven-Geschichte vermuten, dass er da Vibrationen, es gibt auch den Song von Grönemeyer, sie mag Musik nur wenn sie laut ist. Also da geht es auch um, ich glaube, eine taubstumme Frau, die eben ihre Anlage voll aufdreht, damit sie die Musik wahrnehmen kann, dass der Boden unter ihren Füßen bebt. Und so lässt sich Musik auch erfahren. Also wir sind sehr gewohnt, uns da auf unsere Ohren zu verlassen. Und wenn wir uns in ein lautes Konzert begeben, es gibt ja richtig laute Rock- und Metalbands oder in eine Disco, nee, heißt ja nicht mehr Disco, heißt ja Club oder in Club. Wo eben über sehr, sehr große Anlagen sehr laut Musik gespielt wird, dann haben die Tänzer auf der Tanzfläche nicht mehr nur das rein auditive Wahrnehmen von Klang, sondern auch ein kinesthetisches. Und da vermischen sich dann die Sinneskanäle auf ganz spannende Weise und genauso verursachen auch leisere Frequenzen eine Schwingung. Nicht nur bei dem Menschen, der uns lauscht, sondern auch in uns selbst. Das kannst du wunderbar spüren, wenn du zwei Finger nimmst und die auf deine Lippen legst, weil hier schwingen die meisten Menschen am deutlichsten mit ihrer Stimme. Da kommen die Schallwellen direkt aus dem Kehlkopf an und wenn du dann mal die Finger locker auf die Lippen legst und sowas machst wie sa, sa, dann merkst du, wie die Lippen anfangen zu vibrieren unter dem Klang, der da rauskommt. Also der Ton verursacht auch eine Schwingung und diese Schwingung macht wiederum etwas mit unserem Gefühl. Wenn jetzt jemand die ganze Zeit in so einer hohen Lage rumgeigt und nicht aufhört damit, manche Frauen können das. Die haben sich das sehr angewöhnt, ganz in die sogenannten oberen Register zu gehen. Und zwar nicht nur, wenn sie aufgeregt sind, sondern immer. Dann kann es dazu führen, dass auditiv sensible Menschen irgendwann aufgeben. Also dass die dann nicht mehr zuhören.

Florian: Steigen dann aus. Im Kopf.

Miriam: Die bekommen Kopfschmerzen.

Florian: Und vielleicht ist es sogar unbewusst. Also vielleicht ist es einfach mit der Person ist irgendwie komisch.

Miriam: Ja, obwohl die ganz liebe Sachen sagt und sich total cool kümmert. Ja und deswegen, wenn du zum Beispiel einen anderen Menschen auditiv beeinflussen möchtest, wäre die erste Maßnahme zum Entspannen, zum Beruhigen eines Gesprächs, deine Stimme bewusst leiser und etwas tiefer zu machen, gerade als Frau. Und bei Männern ist es cool, Männer haben diese oberen Lagen, bis auf unseren Megamakler, jetzt nicht so sehr in der Mache normalerweise, also die bassern schneller. Und wenn die dann noch tiefer denken, noch brummiger, dann kommen die ganz schnell in diese Radiosprecherlagen, wo normalerweise noch mit Kompressoren draufgearbeitet wird, damit es so richtig sexy klingt und es beruhigt. Eine tiefe Männerstimme beruhigt. Guck mal, Florian guckt ganz groß.

Florian: Jetzt traue ich mich gar nichts mehr zu sagen.

Miriam: Ja, du mit deinem ewigen Bast, das ist ja schwierig. Also Auditiv ist für mich, ja.

Florian: Es fehlt noch was.

Miriam: Jetzt. Der Takt. Oh, der Rhythmus des Sprechens. Ja, da sind wir in Deutschland immer gut dabei.

Florian: Weil da kannst du auch etwas erkennen an der Sprache der Menschen und es hört sich vielleicht auch lustig an, wenn jemand in einem anderen Takt spricht.

Miriam: Wir sind sehr preußisch geprägt in Deutschland. Wir kommen sehr schnell in den sogenannten Befehlsduktus. Das ist tatsächlich irgendwie kulturell historisch. Das hat keine andere Sprache so sehr wie das Deutsche. Ich höre gerade, ich sehe und höre eine Dokumentation über die Deutschen, um meine deutschen Geschichtskenntnisse aufzufrischen. Und da habe ich hier Friedrich der Starke, der ganz Preußen da ausgebaut hat in alle Richtungen. Da war Befehlston. War Normalsprache. Und da sprechen die Leute immer schön auf die Eins und auf die Drei, weil dann kommt nämlich richtig was rüber. Gemerkt, ne? Bämme die Bam! So, wenn du in deiner Familie alle zum Strammstehen bringen willst, jetzt ist Zähnepunkt!

Florian: Das erinnert mich tatsächlich. Ich habe einige Aufnahmen aus den 40er, 50er, 60er Jahren von Rednern, die damals noch auf der Bühne standen und tatsächlich auch so gesprochen haben. Die ganze Zeit, anderthalb Stunden lang wird genau so... Artikuliert.

Miriam: Ja, da hätte die Militärkapelle vorher den Takt geben können.

Florian: Tatsache. Also sehr spannend, weil es ein großer Unterschied ist, wenn ich mir jetzt ein YouTube-Video von einem jungen Menschen anschaue, das ist sehr anders.

Miriam: Ja, genau. Weil wir jetzt auch auf Reggae sprechen können.

Florian: Reggae? Ja. Mach mal.

Miriam: Ah ja, das geht dann schon immer schön in die Richtung, wo die Synkope wäre. Ja, ein bisschen mit rum experimentieren. Und der Klang dessen, was du sagst, wird weicher und sympathischer, je mehr du in deinem Rhythmus weicher bist. Und nicht nur die 1 und die 3 und die schrumpf.

Florian: Was bei mir auch immer was tut und jetzt schön wach, wach, wach, ist den anderen Rhythmus in der Trance-Sprache zu haben. Also in dieser Entspannungssprache. Trance und Hypnose sind ja auch Teile von NLP. Und den da eben auch drin zu haben. Weil wenn du immer in diesem Rhythmus Dinge hörst, dann kann es sein, dass... Genau, den dürfen wir hier... und den schön sauber im Seminar. Das entspannt.

Miriam: Ja, dann kann es auch, wenn dann alle mit dem Kopf auf dem Tisch liegen.

Florian: Dann sind die Scheunentore schön geöffnet für die guten Botschaften.

Miriam: Ach, herrlich, oder? Ja. Exakt. So funktioniert das. Und bei mir eben auch mit dem Geschichtenschreiben. Ich kann mir die Geschichten auch laut aufsagen. Nach draußen, auf den Außenlautsprecher.

Florian: Du könntest sie auch als Märchen erzählen.

Miriam: Während ich sie schreibe.

Florian: Brauchst du sie dann überhaupt schreiben? Also was, wenn du nicht schreiben würdest derweil?

Miriam: Dann hätte ich sie erzählt.

Florian: Dann sind es einfach Erzählungen, dann erzählst du deine innere Stimme nach.

Miriam: Ja.

Florian: Witzig.

Erst denken, dann reden: was du daraus machen kannst

Miriam: Und die meisten Menschen reden ihrer inneren Stimme nach. Dann schau, wenn ich dich irgendwas frage, wo wohnst du, hast du erst den Gedanken und dann die Antwort.

Florian: Stimmt eben, ja.

Miriam: Das heißt, du diktierst dir selbst die Antwort, die du dann gibst. Und da kannst du was ändern.

Florian: Ja?

Miriam: Ja.

Florian: Da kann man umziehen?

Miriam: Wie geht der alte Spruch von der Oma? Erst denken, dann reden. Sie hatte recht. Es geht auch gar nicht anders. Der Augenblick des Redens könnte sich nur so lange verzögern, bis du beschlossen hast, dass das, was du da denkst, eine gute Idee ist, auf den Außenlautsprecher zu tun.

Florian: So, wieder aufwachen. Offensichtlich sind Worte, Sprache und dann eben die Art und Weise, wie sie gesagt werden, sind sehr spannend.

Miriam: Und wir beeinflussen uns damit. Und das ist vielleicht der letzte Tipp für diesen sehr hörreichen Podcast. Dadurch, dass wir fühlen, wenn wir etwas hören. Wir fühlen die Veränderung in einer Stimme. Wir haben ja dann den Test mit dem Megamakler auch erfolgreich beendet. Wir hatten sogar noch eine zweite Hausbesichtigung mit ihm und konnten so, wie heißt das dann, eine Kontrollgruppe aufmachen.

Florian: Auch da, an den Stellen, wo es seltsam wurde, ging die Stimme nach oben.

Miriam: Genau, da durften wir genau hinschauen. Sei wach, genau. Das heißt, wenn wir uns emotional beeinflussen lassen können und auch andere beeinflussen können mit der Wahl der Tonlage, mit dem Waldes Sprechrhythmus, dann geht das offensichtlich auch über Musik. Und kaum jemand widersteht Musik vollends. Ich kenne keinen Menschen, der sich nicht berühren lässt von einer besonders schön gespielten Musik, von seiner Lieblingsart von Musik. Da ist jeder Mensch anders. Der eine wird fröhlich, wenn er Schlager hört. Der andere wird fröhlich, wenn er Rockmusik hört. Das heißt, was ist deine Lieblingsmusik? Und ich meine jetzt nicht die traurigen Lieder, sondern ich meine die, die richtig vorwärts gehen. Ich meine die, wo du tanzt, wenn du es hörst, wenn der DJ die spielt. Oder früher, wo du früher getanzt hast. Und die würde ich mir mal in Ruhe zusammenbosseln auf so einen Sampler und den immer dabei haben für den Fall der Fälle.

Florian: Weil es gut ist, die zu hören nebenbei.

Miriam: Und sich damit selbst ein bisschen bessere Laune zu machen an der einen oder anderen Stelle. Wenn es Sinn macht. Nur wenn es Sinn macht. Das war's. Das war's. Das waren jetzt, wie viele Experimente haben unsere Hörer gemacht während dieser Podcast-Folge?

Florian: 20?

Miriam: Das reicht dann auch.

Florian: Mindestens mitgemacht.

Miriam: Mindestens mitgemacht. Das ist ein sehr kostbarer Podcast. Kannst du dir gerne nochmal anhören. Und nochmal mitmachen.

Florian: Zum Ohren schmeicheln.

Miriam: Ach, wunderbar. Nächste Woche geht es dann weiter mit dem kinästhetischen Kanal, da checken wir beide aus.

Florian: Ja, wieso?

Miriam: Da suchen wir uns jemanden, der kinästhetisch besonders gut kann.

Florian: Na gut, dann schauen wir mal, wo wir den finden.

Miriam: Oder wir hören vorher gute Musik. Es gibt noch zwei Plätze im My Practitioner, es gibt noch Plätze im September Practitioner und für alle, die schon NLP Practitioner sind, im Master im Sommer, der ist Ende Juli, Anfang August bei uns, gibt es auch noch Plätze. Ihr braucht euren Practitioner nicht bei uns gemacht zu haben, um daran teilzunehmen. Meldet euch einfach bei uns unter info-at-kontext-.de, deine NLP-Ausbildung mit den zwei Gehirnen, die auch einen Podcast produzieren.

Florian: Dann bis nächste Woche. Bis dann. Tschüss. Tschüss.

Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss bis nächste Woche. Bis zum nächsten Podcast.

Weiterdenken

Wenn es etwas Neues gibt, geben wir dir Bescheid.

Im Newsletter landen neue Episoden, Seminartermine und Gedanken, die sich auch ohne Kopfhörer weiterdrehen.

Zum Newsletter