Immer die gleichen Leute im Stau, immer die gleichen Eltern zu spät vor der Kindergartentür. Zufall? Miriam und Florian drehen die Frage um: Vielleicht sagt dein zu spät kommen mehr über deine Lust auf den Termin als über die Verkehrslage im Rheinland. Ein Gespräch über Pünktlichkeit, ehrliche Ausreden und die Frage, wann du morgens wirklich schwungvoll aus dem Bett kommst.
Stau, Puffer und die Frage nach dem Zeitmanagement
Florian: Jetzt wird es aber Zeit, dass wir den neuen Podcast machen.
Miriam: Oh, das fängt ja schon gut an.
Miriam: Hallo da draußen, sitzt du auch pünktlich vor deinem Podcast-Player?
Florian: Es ist Dienstagnacht, 0 Uhr 1.
Miriam: Und wir erwarten.
Florian: Hast du dir schon einen Kalendereintrag gemacht?
Miriam: Ja, Hörerwunsch. Der kommt uns ja wie gelegen. Florian sitzt hier im Hemd mit Krawatte und einem Organizer auf den Knien und wird gleich einen Alleinvortrag über Zeitmanagement halten, weil ich hab's nicht.
Florian: Wir hatten letzte Woche ja schon das Thema, dass wir gesagt haben, dass Miriam plötzlich hinter dem Berg hervorgekommen ist und hat gesagt... Ja, Tagespläne, mach sie mir.
Miriam: Oh, wenn ich jemanden hätte, der mir das macht.
Florian: Ich kam noch nicht dazu, ich mach das jetzt bald.
Miriam: Um so und so viel Uhr öffnest du die Tür vom Autosteig sein und fährst los. Übrigens inklusive der Berechnung der aktuellen Verkehrslage hier im Rheinland. Ich finde die Verkehrslage hier im Rheinland ist unberechenbar.
Florian: Ja, du weißt gar nicht genau, wann du einsteigen sollst.
Miriam: Da kann doch keiner pünktlich kommen.
Florian: Also ich merke manchmal schon so Muster. Also wenn ich von Düsseldorf nach Köln fahre am Montagmorgen, ist schlimmer als am Freitagmorgen. Habe ich schon gemerkt. Also, nee, nicht schlimmer. Dauert länger, mehr Zeit Podcast zu hören.
Miriam: Ja, okay. Du bist ja auch ein Profi in dem Bereich. Du hast ja eine Ausbildung, die bedingt, dass du ganz guten Überblick hast.
Florian: Ja, habe ich.
Miriam: Hast du mir mal gesagt.
Florian: Du hast gesagt, als Scrum Master und Facilitator hast du das ziemlich gut im Blick, was die Teams in den... Nein, ich mache regelmäßig halt mir Gedanken darüber, wie wir bestimmte Arbeitsaufgaben abarbeiten in Firmen und dann gucke ich drauf, dass wir ungefähr in der Zeit bleiben.
Miriam: Das macht Florian auch bei unseren Seminaren. Wenn du mal zu einem unserer Seminare kommst und ich bin dran.
Florian: Ja, da rumpel ich dann regelmäßig in den Raum rein und sage so, wow, vor zehn Minuten wollten wir schon Pause haben.
Miriam: Ich weiß nicht, liegt das in den Genen? Bin ich ein hoffnungsloser Fall? Ja. Was? Hast du eben ja geantwortet. Die drei Menschen, die sich gerade bei uns neu zum Coaching anmelden wollten, haben es sich gerade anders überlegt.
Florian: Das ist Training. Du kannst das auch voll gut. Das ist einfach nur, wenn dir Sachen wichtig sind, bist du auch pünktlich da. Bist du schon mal zu spät gekommen, also bist du, liebe Miriam, schon mal zu spät gekommen zu einer Opernaufführung? Selbstverschuldet. Ich kenne den einen Fall, wo du es mal warst, selbstverschuldet. Nee. Oder wenn du ein Theaterstück besucht hast.
Miriam: Nee. Hm.
Florian: Komisch, oder? Oder du hast letzte Woche ja auch schon erzählt, dass du bei QVC nur ein einziges Mal in neun Jahren nicht pünktlich da warst. Stimmt. Oder nicht pünktlich on-air warst.
Miriam: Ich bin ja zu meiner Scheidung zu spät gekommen.
Florian: Ja?
Miriam: Da könnten Menschen sehen, wie die, ich stand voll im Stau. Und ich bin mit Puffer losgefahren. Kam zu spät.
Florian: Mit Kartoffelpuffer.
Miriam: Mit Kartoffelpuffer.
Florian: Und gleich, gleich.
Miriam: Mit Zeitpuffer gibt es doch, oder? Ja. Werden die auch mit Apfelmus gegessen, die Zeitpuffer? Oh je. Ja stimmt, zu manchen Terminen bin ich echt extrem pünktlich.
Florian: Ja.
Miriam: Und bei anderen nicht so ganz, meistens. Komm, jetzt guck mich nicht so an. Wie ist denn das bei dir da draußen? Tun wir doch mal die Frage nach dem Zeitmanagement.
Florian: Wir stellen die ans Publikum, genau.
Miriam: Ja, so, deine Antwort hören wir eh nicht, von daher.
Florian: Schreib uns gerne eine Mail an miriam at kontext*denken.de
Zu spät kommen als Feedback: Wie wichtig ist der Termin wirklich?
Miriam: Ich glaube, dass viele Menschen sich schon mal geärgert haben über andere, die zu spät kommen zu irgendeinem Termin.
Florian: Ja.
Miriam: Also da lebe ich in der Firma zum Beispiel viel. Ja. Es gibt so ein Ding, wenn mir der Termin besonders wichtig ist und da kommen Menschen dann zu spät hin, empfinde ich das als sehr, sehr respektlos.
Florian: Echt jetzt?
Miriam: Ja. Da habe ich da ein bisschen was zu tun mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, um mich in einem guten State zu halten. Ja.
Florian: Ich finde das ganz spannend. Für mich ist das an der Stelle dann tatsächlich einfach nur ein Feedback darauf, wie spannend ich die Termine mache oder wie wichtig jemand das Thema ist. Weil ich das genauso sehe, gerade im Beruf, wie wir das eben besprochen haben. Wenn dir was extrem wichtig ist oder du extrem viel Spaß dran hast, dann kommst du da auch pünktlich hin, oder? An Weihnachten! Wenn wir wie in Amerika die Geschenke morgens auspacken lassen würden von unseren Kindern, dann habe ich ja eine These, wann die uns morgens aus dem Bett klopfen. Da ist dann nichts mit morgens verschlafen, wie an einem Schultag oder morgens erstmal geweckt werden dürfen, sondern da ist dann morgens, da stehen die aber beide um halb fünf Spalier und sind auch beide wach.
Miriam: Mhm. Ja, mag sein. Ich fühle mich gerade bedrängt. Ja, wir sehen. Ich fühle mich gerade so ein bisschen unter Druck gesetzt, was... Ich komme ja nicht mit Absicht irgendwo hin zu spät.
Florian: Das ist ja noch schlimmer.
Miriam: Was?
Florian: Ja. Wir haben immer eine Regel in unseren Seminaren. Nur absichtlich Leute warten lassen.
Miriam: Finde ich sehr spannend. Da kommt nämlich immer das erste Veto von Teilnehmern. Florian schreibt das immer ganz toll auf bei den Seminarregeln.
Florian: Andere nicht unabsichtlich warten lassen schreiben.
Miriam: Andere nicht unabsichtlich warten lassen, den darfst du dir zu Hause mal im Gehirn zergehen lassen, den Satz, der ist wirklich großartig. Heißt es, es ist eine Legitimation, wenn ich irgendwo zu spät komme, mach die Tür auf, alle sitzen schon, ich störe deutlich die Gruppe, ich komme rein und sage, ich habe mich gerade entschieden, noch mit meiner Schwiegermutter zu telefonieren.
Florian: Wenn das wichtig war, um in den Zustand zu kommen, um dann sinnvoller in diesem Termin teilzunehmen, ja warum denn nicht?
Miriam: Was würden denn die meisten tun? Entschuldigung, es war Stau.
Florian: Ja, genau. Lieber lügen, als die Wahrheit sagen.
Miriam: Ich glaube nicht, dass der Stau gelogen ist. Hier im Rheinland kannst du zu jeder Tages- und Nachtzeit sagen, es ist Stau und es stimmt.
Florian: Ja, nur ich kann auch einfach früher losfahren. Zum Theater bist du dann auch einfach früher losgefahren, oder?
Miriam: Ja, das stimmt. Also da sind wir jetzt schon an so einem Knackpunkt.
Florian: An einem Knirschpunkt.
Miriam: Knirsch, genau. Ich bin zumindest, was das zu spät kommen angeht, zu Terminen, die mir offensichtlich dann nicht so wichtig sind wie andere.
Florian: Und das ist ja fair. Also ich meine, wir haben einfach tausend Sachen zu tun.
Miriam: Also wenn ich das als Grundannahme nehme, und ich glaube, es gäbe von einigen Hörern da draußen jetzt ein Veto, wenn sie das könnten. Ja, zum Glück können sie es nicht. Ja, voll gut. Nicht direkt, also nur indirekt.
Florian: Keine direkte Leitung in unseren Podcast.
Miriam: Ich bin nicht mit Absicht zu spät gekommen oder weil ich es nicht mag zu der Familienfeier. Und dann würde ich mit meinem Finger das rechte Auge ein Stückchen runterziehen und fragen, wirklich Riesenspaß an der Familienfeier?
Florian: Weil wenn Riesenspaß da ist, dann stehen wir auch morgens um halb fünf auf. Geschenke auspacken geht auch mit zwei Stunden Schlaf. Ja. Ja, auf jeden Fall. Warum überhaupt schlafen gehen?
Miriam: Warum überhaupt, genau. Sind es denn dann wirklich immer nur Ausreden, wenn jemand zu spät kommt und sagt, es war deswegen, deswegen, deswegen?
Florian: Ich glaube, manchmal kann auch irgendwas dazwischen kommen. Also den würde ich bei mir in Teams auch durchgehen lassen. Nur über viele, viele, viele Mitarbeiter in vielen verschiedenen Firmen, das sind immer die gleichen. Also es sind immer die gleichen Mitarbeiter, die morgens im Stau hängen. Wirklich immer. Immer, immer. Also jetzt auch wenn du schon sprachzauberfähiger bist, da schiebe ich absichtlich einen immer ein. Es wäre auffällig vielleicht. Und wir Menschen sind so, gerade hier im Rheinland, so dran gewöhnt, dass mal jemand zu spät kommt oder dass mal was nicht klappt und das wird einfach akzeptiert. Also Stau ist eine akzeptierte Ausrede.
Die Kindergartenregel und was sie über Prioritäten verrät
Miriam: Ich weiß, es gab mal im Kindergarten vom Ältesten eine Regel, die wurde eingeführt, während wir da waren, dass wenn die Kinder nicht bis halb neun in der Gruppe sind, kamen die nicht mehr in den Kindergarten.
Florian: Und warst du immer pünktlich, oder?
Miriam: Weil vorher gab es die Ansage, bis halb neun sollen bitte alle Kinder da sein, weil dann beginnt das erste Gruppenritual. Und an diese Zeit haben sich viele Eltern nie gehalten. Und es waren immer die gleichen Eltern, lustigerweise, die mit ganz vielen wichtigen Gründen nicht pünktlich um halb neun mit dem Kind vor der Tür standen.
Florian: Und das ist das Befreiende daran, wenn jemand etwas Besseres zu tun hat, wenn jemand sagt, mich begeistert gerade irgendwas anderes viel mehr, ich möchte eigentlich viel lieber was anderes machen und uneigentlich erst recht. Dann noch lieber das andere machen und vielleicht einfach absichtlich zu spät kommen oder gar nicht.
Miriam: Ist das an der Stelle, wenn es darum geht, dass das Kind pünktlich im Kindergarten ist und es ja im Kindergartenalter noch deutlich an den Eltern hängt. Also da entscheidet das Kind nicht, wann es aufsteht oder es kann noch nicht mal die Uhr lesen. Das heißt, das Kind hat keine Ahnung, wann halb neun ist.
Florian: Ja, das stimmt.
Miriam: Wenn das immer und immer wieder passiert, dass das Kind zu spät in die Gruppe kommt, obwohl es die, und das ist ja in der Firma auch so, wenn ein Teammeeting ist oder wenn eine Veranstaltung ist und stört mit dem zu spät kommen regelmäßig den Ablauf in dieser Veranstaltung. Weil die Aufmerksamkeit ist ja erstmal bei dem, der dann die Tür aufmacht und reinkommt. Das ist so.
Florian: Auch wenn wir Seminare machen. Wir starten ja dann auch, wir möchten irgendwann starten. Und wenn dann noch ein Teilnehmer oder zwei Teilnehmer auf der Straße hängen von 20.
Miriam: Was ist, ich frage mich gerade, was ist die Alternative? Die Mutter, die ganz ehrlich sagt, ich will morgens mit meinem Kind ganz entspannt in den Tag gehen, in Ruhe frühstücken und halb neun ist uns zu früh. Nur dann kommt sie nicht mehr rein oder dann ist es eben blöd für die Gruppe. Das ist ein Zwiespalt, oder? Denn die Kindergartenöffnungszeit ist nun mal kein... Jetzt in unserer heutigen Gesellschaft kein Wunschkonzert oder zumindest nicht in den Kindergartenformen.
Florian: Viele von den Sachen, wo wir mit anderen Menschen zusammenarbeiten oder wo wir in Gruppen zusammen sind, sind eben auch Verabredungen unter vielen Leuten. Auch wann fängt das Fußballtraining an? Stimmt. Oder wann fängt die Judo-Klasse an? Oder das Fußballspiel. Ja, oder das Fußballspiel. Und auch da schaffen es Menschen, pünktlich zu sein. Und dann ist die Frage, wieso geht es beim Kindergarten morgens vielleicht nicht? Und ich habe da so eine These.
Miriam: Ich auch. Also auf jeden Fall gab es große Aufschrei in der Elternschaft.
Florian: Wenig Menschen haben, glaube ich, ein Begeisterungsfeld da drin, morgens ihr Kind schneller aus der Tür rauszukriegen. Weil das ist ja auch ein Abschied von dem kleinen Mitmenschen. Und danach geht es vielleicht in die Arbeit und dann ist die Frage, habe ich da wirklich Lust zu oder nicht? Mal ganz ernsthaft drüber nachdenken. Wie möchte ich, dass mein Tag funktioniert?
Ehrlich mit sich selbst: der Müll, das Telefonat und der Snooze-Knopf
Miriam: Also mittlerweile bin ich schon zumindest so weit, dass ich, wenn ich mich verspäte, wenn ich mich früher mal verspätet habe, ich werde ja immer besser. Wenn ich mich früher mal verspätet habe zu irgendeinem Termin und habe das auch auf der Hinfahrt schon gemerkt, dass es knapp wird, ich kann die Uhr lesen mittlerweile, dann habe ich mich schon während der Fahrt noch gefragt, wie ich das jetzt hinbekommen habe, dass ich jetzt so knapp dran bin. Das ist schon ein Schritt für mich gewesen, weil früher hätte ich das auch deutlich auf äußere Faktoren geschoben. Also ich hätte gesagt, der Stau war heute länger als sonst. Oder zu Hause kam noch ein wichtiges Gespräch dazwischen.
Florian: Ja. Das ich auch nicht verschieben ließ.
Miriam: Und es war auch wichtig, dass ich noch den Müll runter trage, bevor ich losfahre, weil sonst hätte es in der Wohnung gestunken, wenn ich wiederkomme. Also es gab fünf oder sechs Faktoren.
Florian: Innerhalb von drei Stunden geht der Müll von alles ist in Ordnung in das ist Kompost.
Miriam: Ja nun, soll vorkommen. Und ich habe mir diese Frage sehr ehrlich gestellt dann. Im Auto, alleine für mich. Manchmal kam ich dann zu dem Schluss, ja, es schien so, als seien mir andere Sachen wichtiger gewesen als dieser Termin jetzt, nämlich zu Hause erst noch diesen blöden Müll runtertragen. Das hat mich deutlich nochmal drei Minuten zurückgeworfen, weil die Mülltonnen woanders stehen. Oder das Gespräch mit meiner Mutter ist auch so weit aus, sie hatte wichtige Themen nur. Ich hatte auch einen wichtigen Termin. Ich hätte ja auch sagen können, wir sprechen heute Abend weiter. So, ich habe das zugelassen. Es war schon mal ein Schritt, zu sagen, ich habe das zugelassen und es war meine Verantwortung. Oder ich bin zu spät aufgestanden oder wie auch immer. Habe noch dreimal auf Snooze gedrückt. Mache ich ja gerne, Florian kennt den. Also es gab dann, wo ich gemerkt habe, okay, da habe ich scheinbar unbewusst rausgezögert, dass ich jetzt nicht pünktlich losgefahren bin. Oder ich habe dann sowas Witziges gefunden wie, ich bin ja jetzt auch zum ersten Mal in Paderborn unterwegs mit dem Auto, vielleicht wollte ich mir die Stadt einfach nochmal in Ruhe angucken, wenn ich mich zum Beispiel verfahren habe. Nur ich habe es nicht mehr auf äußere Faktoren geschoben. Das heißt, ich habe dann auch, ich habe mich entschuldigt beim Veranstalter und habe gesagt, scheinbar wollte ich mir erst Paderborn nochmal ein bisschen angucken, ist mir übrigens geglückt.
Florian: Das ist ja schon mal wirklich gut. Und das Witzige ist, ich bin für mich, ich überlege mir gar nicht mehr, warum ich das jetzt gemacht habe oder was da genau passiert ist, sondern ich nehme das für mich einfach, wenn ich, vielleicht beim ersten Mal noch nicht, nur wenn ich zweimal in der gleichen Firma zu dem gleichen Termin zu spät komme, dann nehme ich das für mich als Feedback dafür, dass ich offensichtlich keine Lust habe auf den Termin, selbst wenn ich es vielleicht selber noch gar nicht gemerkt habe. Also ich nehme das als Meta-Feedback auf mein eigenes Verhalten und überlege mir dann, okay, was kann ich denn tun, damit ich mehr Lust auf diesen Termin habe. Ich möchte gar nicht wissen, was da passiert ist oder warum. Alles völlig egal, alles auch nur im Kopf, sondern es ist mehr ein, ich gucke mir an, was ich tue und überlege dann, ob das dazu passt, was ich denke, wie es sein sollte. Jetzt habe ich Miriam gerade total verwirrt. Also, wir haben morgens um 9 Uhr bei einem meiner Kunden, am Montagmorgen, hatten wir eine Terminserie liegen.
Miriam: Immer montags um 9?
Florian: Immer montagmorgens um 9. Und wenn ich in der Moderation aktiv war, dann habe ich das gerade so mit 5 vor 9 da reingeschafft. Und dann bin ich schon auch beschäftigt, dann auch schnell die Moderation und einen Flipchart vorbereiten und was da noch alles zu tun war. Und dann habe ich mir überlegt, macht mir das so Spaß? Und dann habe ich mir gedacht, nein. Und dann habe ich mir die Frage gestellt, was könnte ich denn ändern an der Stelle, dass das vielleicht entspannter wird? Und eine Variante, und das ist das, was wir jetzt auch gemacht haben, weil tendenziell kamen auch ein paar der Teilnehmer zu spät, das ist Schritt Nummer 1 gewesen und Schritt Nummer 2 ist, dass ich mir Gedanken gemacht habe darüber, wie dieser Termin eigentlich ist, weil, wenn es mir wahnsinnig viel Spaß machen würde, wäre ich doch pünktlich da, oder?
Miriam: Ja, da sind wir jetzt wieder bei dem Geschenke auspacken am Morgen.
Florian: Ja, genau.
Miriam: Wo früh aufstehen plötzlich.
Florian: Wenn ich morgens bei dem Kunden einen Haufen Geschenke auf dem Tisch finden würde, die mich total begeistern würden, wo ich sagen würde, wow, dann wäre ich doch da schon um sechs, nicht erst um neun.
Miriam: Wir beide können den ganzen Tag im Bett verbringen.
Florian: Das stimmt. So kennen wir nichts. Und wir können auch ganz professionell zur richtigen Uhrzeit am richtigen Ort sein.
Über Highlights zur Pünktlichkeit: Was dich morgens aus dem Bett holt
Miriam: Ich finde das Thema übrigens total spannend gerade. Ich finde das irre. Auch die Ideen, die jetzt schon da sind, finde ich toll. Vielleicht hast du als Hörerin auch noch Ideen, wie machst du es? Wie bist du pünktlich? Das würde uns interessieren, vielleicht auch noch andere Hörer, die das Thema mit dem zu spät kommen haben.
Florian: Wie bist du unpünktlich?
Miriam: Wie machst du es und wie machst du es, wenn du pünktlich bist?
Florian: Viel interessanter, wie machst du es, wenn du pünktlich bist?
Miriam: Und dieses Aufstehen, dieses schwungvolle Aufstehen morgens gelingt mir sehr oft, weil ich am Tag so viele schöne Sachen habe. Es sind auch mal ein paar Gurken drin. Also ich reiße mich nicht um, wie gesagt, Steuererklärung, Zahnarztbesuch oder sonst was. Nur, es sind meistens Highlights oder mindestens eins am Tag, auf das ich mich jetzt schon freue. Deswegen stehe ich morgens meistens sehr pünktlich auf. Weil ich mich sofort, wenn der Wecker klingelt, daran erinnere, dass heute dieses und dieses und dieses Highlight auf mich wartet. Also da habe ich schon mal einen guten, das muss nicht der erste Termin sein an dem Tag.
Florian: Nur du hast dieses Highlight, wo du sagst, du begeisterst dich für das eine Highlight am Tag.
Miriam: Und weil ich jetzt schon so lange mit Highlight-Fokussierung arbeite, habe ich am Tag drei, vier, fünf Highlights. Ich freue mich dann morgens schon auf den schönen Abend mit dir, dass wir Videopodcast aufzeichnen, dass wir Zeit zusammen haben, weil ich keinen Spätdienst habe, solche Dinge. Das ist ein Highlight für mich. Ich freue mich auf die bestimmte Sendung bei QVC sehr. Ich freue mich auf... Manchmal freue ich mich sogar auf den Wocheneinkauf.
Florian: Ich habe gerade überlegt, als du erzählt hast, dass manche Menschen machen das anders. Manche Menschen machen das über dieses Professionelle. Ich muss zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein. Das fühlt sich so hart dann an. Ja, genau. Mit sich selber. Und in diesem Modus oder aus diesem Modus bin ich... Ausgestiegen oder den mag ich nicht mehr gerne für mich selber, weil ich merke, das tut mir nicht gut. Und dann geht es eben über die Begeisterung. Dann bin ich vielleicht in manchen Terminen heute gar nicht mehr drin, in denen ich früher drin gewesen wäre. Nur an der anderen Stelle geht es mir deutlich besser damit.
Miriam: Ich möchte auch nochmal anmerken, dass das bei mir nicht immer so war.
Florian: Also wenn wir jetzt Hörer haben, die sagen, ja, ich bin noch dran. Veränderung am pünktlich kommen ist möglich.
Miriam: Haben mir so tolle Frauen wie Marianne Halkur und Barbara Klein, die bei QVC sehr erfolgreich sind, haben mir gesagt, das ist nie zu spät.
Florian: Nie zu spät für was? Für Veränderung.
Miriam: Für Veränderung, ja. Es gibt ja bei manchen Menschen Glaubens, also ich kann mich ab 40 nicht mehr verändern.
Florian: Das sind immer so tolle Geschichten, wenn jemand mit Paaren 80 anfängt Klavier zu spielen zu lernen oder so. Krass.
Miriam: Einfach so aus Gaudi. Wir lernen ja Menschen kennen, die sich mit 90 entscheiden, nochmal NLP-Trainer zu werden. Wo ich davor sitze und denke, wow, mit Ausbildung, mit allem.
Florian: Und einfach nur, weil Message weitergeben. Sehr schön.
Miriam: Also ich möchte da nur sagen, es war ein bisschen Übung und es ist nach wie vor ein sehr bewusstes bei mir, ich konzentriere mich auf die guten Sachen und das müssen jetzt keine riesen Brocken sein. Das kann auch was ganz Kleines sein.
Florian: Ja, zur Begeisterung hatten wir in verschiedenen Podcasts schon Sachen.
Miriam: Nur damit wir uns da ungefähr einig sind. Dafür gibt es ja auch unsere Coachings und unsere Seminare, wenn Menschen nämlich sagen, ich habe das Gefühl, ich komme alleine jetzt nicht aus dem Quark an der Stelle.
Florian: Wenn du das üben möchtest, genau.
Miriam: Wenn du das professionell üben möchtest. Und bei mir hat es zu ganz vielen tollen Dingen geführt, zum Beispiel dieses leichtfüßigere Aufstehen morgens, weil ich weiß, da freue ich mich schon drauf, da freue ich mich schon drauf und das wird auch noch cool.
Florian: Ja, und wenn du das dann kannst, perfekt, ja.
Miriam: Die Folge daraus ist, dass die Zeitplanung sich beinahe unbewusst sehr gut richtet danach. Auf der anderen Seite ist es so, wie du sagst, wenn mehrere Menschen involviert sind, gibt es auch eine Vorgabe. Das heißt, meine Sendung beginnt nun mal um Punkt Null Null. Also die Sendung beginnt bei uns immer zur vollen Stunde. Und die wird nicht von einem Menschen gesteuert, sondern mittlerweile von einem komplexen Computersystem. Es gibt keinen drinnen. Dieser Computer schaltet auch im Lehrerstudio. Wenn da keiner sitzt, senden wir ein Bild mit leerem Tisch und leerem Stuhl.
Florian: Ja, interessant. Und das ist ja oftmals, sind das die Sachen, die mir noch viel mehr Spaß machen, wenn andere Menschen involviert sind und wo es dann einfach zu einer bestimmten Zeit geht.
Sanft statt hart: Liegestütze, Harry-Potter-Bohnen und der Kalender
Miriam: Was machst du mit Menschen, die oft zu spät kommen, direkt dann? Also wir hatten es ja vorhin auch, manche regen sich ja eher über andere auf, sind selbst sehr pünktlich und regen sich über andere auf, die zu spät kommen. Wie gehst du mit Menschen um, die in deine Veranstaltung, das finde ich nämlich auch sehr spannend, die in deine Veranstaltung öfter zu spät kommen?
Florian: Sehr sanft.
Miriam: Ich habe auch schon harte Vorgehensweisen an der Stelle selbst erlebt.
Florian: Ich treffe für mich immer die Entscheidung, stört es den Termin tatsächlich oder nicht. Es gibt im Moderations-, im Trainings-Business sogenannte Schwammaufgaben, die ich an den Anfang setzen kann, wo ich damit umgehen kann, dass Menschen dann da noch rein stolpern. Das heißt, ich lege keine extrem wichtige Aufgabe an den Anfang. Da habe ich dann akzeptiert, dass es in bestimmten Kulturen, in bestimmten Firmen einfach nie pünktlich starten wird. Sondern da ist einfach die Kultur so, dass es geht immer um 5 nach los, da kann ich mich dann dagegen auflehnen und viel Zeit damit verbringen. Oder ich gehe mir halt um Punkt auch einen Kaffee holen, so wie alle anderen. Und das ist ja eine Entscheidung, die ich treffen kann. Und die Alternative ist, wenn wir tatsächlich so enge Termine haben, also so Viertelstundentermine, wo es einfach wichtig ist, dass Menschen pünktlich kommen, dann erstmal mit der Person sprechen und es dann an die Gruppe übergeben. Und da kommen dann so lustige Ergebnisse raus wie... Ich hatte in Teams schon, die haben dann eine Liegestütze pro Minute gemacht, die sie zu spät kamen. Das ist witzig. Und das ist dann immer teamabhängig. In einem Team, mit dem ich zusammengearbeitet habe, die haben sich die Regel gegeben, dass die so Harry Potter komische Bohnen essen durften. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt. Bei Harry Potter gibt es so zwei so verrückte Jugendliche, die ganz crazy Sachen machen und die haben... Das wurde in der richtigen Welt jetzt nachgebaut, so Jelly Beans, so Gelee-Bohnen. Und die Hälfte von denen, die sehen alle gleich aus, nur die Hälfte schmeckt dann nach Popel und die andere Hälfte schmeckt nach Limone. Und ich weiß es halt nicht, was ich nehme. Und dann dürfen Menschen, die zu spät kommen, dürfen eine von den Bohnen nehmen. Das ist für die anderen dann auch sehr lustig. Da ist dann so eine kleine Komponente, die weg von motiviert, also das möchte die Person dann vielleicht nicht jeden Tag haben und auf der anderen Seite auch etwas sehr Lustiges. Also wir haben als Team dann auch da Spaß dran, wenn jemand zu spät kommt. Genauso wie mit den Liegestützen auch.
Miriam: Weißt du, was wir noch überhaupt gar nicht in diesem Podcast besprochen haben und unsere Hörer würden das zu Recht anmarken jetzt.
Florian: Was denn?
Miriam: Kalender führen.
Florian: Kalender führen?
Miriam: Ganz klassisch, uralt.
Florian: Ja, das stimmt. Achso, das ist ja so normal.
Miriam: Guck mal, Florians Gesicht hat sich sowas von Langeweile gerade breit gemacht. Führt heutzutage noch irgendjemand einen ordentlichen Kalender? Meine Mutter.
Florian: Ja, wir beide auch.
Miriam: Wir beide im Handy.
Florian: Auf dem Telefon, eben.
Miriam: Das Smartphone ist eine tolle Sache, was das angeht. Der merkt sich so viele Sachen, dem kann ich ja sogar sagen, dass er mich darauf hinweisen soll. Und zwar so, dass es für mich entspannt noch geht mit dem Einrichten von einem Termin. Eine Stunde vorher, zwei Stunden vorher.
Florian: Wenn ich Termine habe, die in vier oder fünf Monaten in der Zukunft liegen, dann mache ich mir einfach mehrere Alarme da drauf und sage, der erste Alarm soll einen Monat vorher sein, weil da darf ich dann einfach nochmal drüber nachdenken, dass dieser Termin jetzt irgendwann bald ansteht. Oder es gibt ja auch dieses Muster, dass ich mir am Anfang des Monats anschaue, was passiert denn eigentlich alles in diesem Monat, das kommt auch noch dazu.
Miriam: Also ich hatte, bevor ich dich kennengelernt habe, hatte ich auch immer ein sehr hübsches Buch als Kalender, was ich sehr geliebt habe. Das habe ich immer mit mir rumgetragen, schriftlich. So die klassische Kladde. Und die habe ich schwersten Herzens, habe ich die losgelassen damals. Ich weiß nicht, ob du dich erinnerst, weil du meintest, wir haben es einfacher, wenn wir gemeinsam den Kalender in unserem Smartphone haben. Gerade auch aufgrund unserer gemeinsamen beruflichen Tätigkeiten. Und ich habe wirklich, ich habe mich sehr gesträubt gegen dieses Ding, gegen dieses elektronische Kalender-Ding auf dem Handy. Mittlerweile bin ich der größte Fan, der größte Fan von dieser Art Kalender-Film.
Florian: Ja, das ist einfach praktisch, ne?
Miriam: Boah, das ist der Hammer, wenn Florian einen Termin einträgt, sehe ich das sofort, egal wo ich gerade bin. Und trage das in meinen Kalender auch mit ein. Das Handy fragt mich, ob ich den auch mit drin haben will. Ich drücke einfach nur auf OK und ich sehe, an dem Tag ist Florian in Buxtehude Nord beim Training. Er ist nicht da. Ich kann ihn nicht einplanen für Podcast, Coaching, was auch immer hier stattfindet. Kinderbetreuung. Auch das.
Florian: Ja, oder eben an dem Tag machen wir, hast du Zeit für irgendwas anderes? Das ist das Schöne, ja.
Miriam: Es ist wirklich, also es gibt ganz viele tolle Alternativen, vermutlich auch für Firmen, Teams, Organisationen, um sich zeitlich ganz transparent zu schalten.
Florian: Das ist witzig, im Job hat das glaube ich sowieso jeder.
Miriam: Da gibt es auch diese gemeinsamen Kalender.
Florian: Interessant, dass das für dich noch so spannend ist. Ja, weil mein Gesicht ist wirklich in den Schlafmodus gegangen eben so. Ja, das ist ja Standard, ne?
Miriam: Ja, genau.
Florian: Und für mich ist es Standard, weil ich mache das halt den ganzen Tag immer.
Miriam: Also nur für alle, die das noch nicht kennen, das ist eine Freude. Diese Idee im Smartphone ist eine große Freude.
Florian: Ich glaube, wenn ich alleine wäre, würde ich es auch auf Papier machen oder wenn ich nicht tausend Sachen hätte. Dann ist Papier doch echt wunderschön, die Kladde und mit einem schönen Stift da was aufzuschreiben, sehr schön. Und für Teams und Organisationen ist es einfach unerlässlich, wenn ich mehrere Leute habe.
Miriam: Weißt du, was ich auch super finde? Ich kann ja die Kalenderfunktion mit der Weg-Funktion kombinieren und ich kann meinem Handy sagen, zeig mir die drei Highlights des Tages schon an. Und die, die bei mir mit einem Sternchen markiert sind, die Sachen sind ja die Highlights im Kalender. Also da geht richtig was. Das ist toll, um das zu üben und das zu unterstützen.
Florian: Ja, genau. Um es noch einfacher zu machen, dass du an das alles denkst, was heute dein Highlight ist.
Miriam: Sich wirklich darauf zu freuen oder das wichtig zu nehmen. Sehr cool.
Dein Leben selbst in die Hand nehmen: Verhalten statt Ausrede
Miriam: Und wenn dieses zu spät kommen, ich glaube wirklich, es gibt immer noch, also ich habe eine Freundin, die kam zu spät zu meiner Hochzeit, wo wir es eh schon mal davon hatten. In einer wichtigen Funktion. Und ich glaube noch nicht mal, dass ihr das unwichtig war, der Termin. Oder sie würde es zumindest strikt weg abstreiten, wenn ich sie jetzt fragen würde, kann das sein, dass dir meine Hochzeit nicht wichtig war?
Florian: Ja, und dann würde ich mal gucken in dem Leben, von der Freundin, gibt es Dinge, wo sie immer pünktlich ist? Dann würde ich sagen, vermutlich findet sich irgendwas und dann die Frage stellen. Also das eine ist das, was ich sage oder was ich empfinde, wie es ist. Und das andere ist halt das Verhalten, das ich an den Tag lege. Und das war das, was ich vorhin meinte. Dann mache ich für mich den Abgleich. Haben die beiden Sachen was miteinander zu tun?
Miriam: Sind wir wieder an dem Punkt ehrlich mit mir selbst? Natürlich will ich andere nicht vom Kopf stoßen und natürlich will ich nicht als derjenige dastehen, der mit Absicht zu spät irgendwo hinkommt. Ganz im Gegenteil. Das ist ja so eine Geschichte in der Gesellschaft. Wir schreiben bei unserem Seminar nicht, wie sagst du, nicht unabsichtlich, sondern wenn dann mit Absicht. Wenn ich einen guten, gewichtigen Grund habe, dann abzusagen, die Verspätung anzukündigen, wie auch immer. Und zu sagen, ja, ich habe mich dafür entschieden, dass jetzt Müll runterbringen wichtiger war für mich.
Florian: Ja, genau.
Miriam: Aus. Oder im Vorfeld schon sich dessen bewusst sein, vielleicht ist es jetzt nicht der Megatermin beim Steuerberater und der ist so wichtig, dass ich das jetzt so händle, wie ich es mache, wenn ich pünktlich komme.
Florian: Ja. Und da hatten wir ja auch ganz viele Tipps schon, über Musik zu arbeiten oder über Begeisterung irgendwas zu machen, dass das einfach schöner wird und dann wird es auch leichter.
Miriam: Und du wunderbarer Hörer, sei lieb zu dir. Weißt du, mir ist das jetzt auch vor kurzem eben passiert, dass ich zu spät zu einem wichtigen Termin kam. Was weiß ich, was mein Unterbewusstsein mir da für Schnippchen geschlagen hat. Es ist meistens witzig und es ist okay. Ich entschuldige mich bei den anderen, weil ich finde, es hat was mit Respekt vor der Zeit der anderen auch zu tun und ich werde immer besser.
Florian: Und das war das, wo ich vorhin meinte, mich interessiert es überhaupt nicht, warum ich wegen irgendwas zu spät gekommen bin, sondern es ist diese ganze Komponente von den ganzen Blödsinn rausnehmen, von Schuld oder was weiß ich was und einfach zu sagen, ich lege ein bestimmtes Verhalten an den Tag und ich gucke mir mal selber zu beim Tun. Und überlege, was sagt das über mich? Und dann darf ich mir halt Gedanken machen. Und dann darfst du dir Gedanken machen und darfst mal schauen, wie bist du so?
Miriam: Zu spät, zu spät. Ich komme viel zu spät. Das ist das kleine weiße Kaninchen bei Alice im Wunderland.
Florian: Ja, genau, bei der Disney-Verfilmung.
Miriam: Das wollen wir nicht sein. Der hetzt ja nur durch diesen Film. Der ist ja kaum zu sehen.
Florian: Ja, genau. Möchte ich so jemand sein? Und wenn nicht, dann komme ich halt entweder zu spät oder ich mache weniger Termine. Und ich glaube, manche Menschen haben sich unbewusst dafür entschieden, einfach überall zu spät zu kommen. Und vielleicht wäre es viel einfacher und viel stressfreier, wenn sie das einfach, wenn sie sagen würden, ja, das ist halt aktiv so. Mache ich halt so.
Miriam: Das mache ich halt so oft. Wie das ist das denn? Stell dir mal vor.
Florian: Du kennst doch auch die Geschichten, oder? Wenn andere Leute schon sagen, ja, der kommt immer zu spät. Ich komme jetzt auch immer schon eine Viertelstunde. Also wir verabreden uns immer.
Miriam: Oh, das ist witzig, ja. Ich sage dem immer schon eine halbe Stunde vorher von der Zeit, damit wir dann...
Florian: Wie cool, ne?
Miriam: Ja, da managen das dann wieder andere für einen.
Florian: Ja, genau. Will ich das auf Dauer? Ah, na, komm. Nee, sondern einfach... Wenn du dein Leben selber wieder in die Hand nimmst und an der Stelle einfach sagst, so bin ich und so möchte ich in Zukunft vielleicht sein und du entscheidest dich dann einfach was dafür zu tun. Super.
Miriam: Sehr schön. Also, nimm es in die Hand. Zeitmanagement ist kein Studiengang, sondern hat was damit zu tun, wie wichtig ist der Termin und wie gut kannst du die Uhr lesen. Ja, das dreijährige Kindergartenkind kann es eben noch nicht. Das heißt, das Kind kommt nicht in Wahrheit zu spät. Ja und die Regelung wurde dann übrigens später, also es gab Aufschrei bei den Eltern, als diese Kindergartenregelung da war und noch größere Aufschreie, als sie sie durchgezogen haben, weil es standen dann tatsächlich Eltern mit ihren Kindern vor verschlossenen Türen und kamen nicht rein. Die durften sich dann mit einem Fall lassen, was sie an dem Tag machen.
Florian: Ein Weg übrigens auch in Meetings. Das funktioniert schon.
Miriam: Und dann wurde die Zeit nach hinten verschoben, weil sich herausgestellt hat, es gibt viel mehr Eltern, die erst um zehn auf der Arbeit sein müssen, als Eltern, die schon um halb sieben auf der Arbeit sein müssen.
Florian: Tatsache.
Miriam: Ja.
Florian: Dann wurde es als Feedback-Instrument genutzt.
Miriam: Ja.
Florian: Sehr gut.
Miriam: Und seitdem klappt es besser. Wahrscheinlich auch, weil die, die notorisch zu spät kommen, sich dann gesagt haben, okay, jetzt haben sie eine Stunde nach hinten geschoben, jetzt wird es echt peinlich, wenn ich zu spät komme oder so. Also es klappte dann. Es klappte dann. Und ich merke, dass ich, ich bin früher viel häufiger zu spät gekommen, jetzt bin ich grundsätzlich sehr pünktlich und wenn es ab und an mal passiert war dann in den letzten zwei Jahren, dann wusste ich auch im Grunde immer gleich warum und es war sehr witzig. Es war sehr witzig für mich erst mal. Und ich nehme es als respektvolle Handlung dann eben zu sagen, sorry.
Florian: Sind wir dann jetzt fertig?
Miriam: Ja. Cool. Außer, du möchtest dich jetzt noch, also du Hörerin, möchtest dich zu einem unserer Seminare anmelden?
Florian: Oder in Kontakt mit uns kommen, uns Feedback geben?
Miriam: Das geht kostenlos.
Florian: www.kontext*denken.de Da stehen auch unsere beiden E-Mail-Adressen auf der Seite unter Kontakt. Ja, unter Kontakt kannst du uns direkt schreiben oder miriam.at oder florian.at
Miriam: Genau. Und du findest uns auf YouTube mit der Beziehungskiste, wenn du noch mehr möchtest. Die Beziehungskiste ist ein Paarungs-Podcast.
Florian: Äh, Paar-Podcast. Podcast, genau.
Miriam: Ist auf YouTube, nicht auf Internet. Der ist mit V, der ist mit Video.
Florian: Video. Da sind wir zu sehen. Visuell.
Miriam: Und sprechen über Paar-Themen.
Florian: Nur kein Paar-Coaching.
Miriam: Nee. Und die Kurve habe ich jetzt eben schon bekommen. Ja. Cool. Dann habt einen tollen Tag mit vielen Highlights.
Florian: Danke fürs Zuhören.
Miriam: Ja, unbedingt. Und für dein Däumchen hoch oder dein Abo bei YouTube oder den Besuch unserer Website.
Florian: Oder bei iTunes.
Miriam: Oh, iTunes, ein Lob.
Florian: Podcast-App, sowieso gute Idee.
Miriam: Mit iTunes-Lob machst du uns ein Weihnachtsgeschenk. Ja. Gerne auch morgens.
Florian: Da stehe ich für auf. Dann steht Miriam mal auf. Dann bekomme ich einen Kaffee zum Aufstehen.
Miriam: Das stimmt. Vielen Dank, bis nächste Woche.
Florian: Bis dann, tschüss.
Miriam: Tschüss.