Du fängst was Neues an — und schon kommt die Frage: "Warum machst du das eigentlich?" Und zack, hörst du dich selbst erklären, aufzählen, verteidigen. Genau da schnappt die Rechtfertigungsfalle zu. Miriam und Florian nehmen das Wörtchen "Recht-fertig" auseinander und probieren an einem echten Beispiel aus, wie sich das anfühlt, wenn man einfach nicht mitspielt.
Erst der Aufruf: Deine Themen für den Podcast
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Ihr Lieben, es geht mal wieder los. Wir haben eine Runde freie Wahl für, was war das früher, ZDF Wunschkino. Du bist eingeladen, uns bei der Themenfindung dieses Podcasts zu unterstützen und es ist ein Angebot, das wir schon einmal gemacht haben. Damals waren wir wohlgemerkt etwas überfordert mit der Vielzahl an Themen, die dann doch eingereicht wurden und wir haben die alle abgearbeitet tatsächlich. Über mehrere Folgen und in diesem Fall heißt es wieder, jeder der uns ein Thema, ein ernst gemeintes Thema, ein ernst gemeintes Thema schickt, der wird auch eine Podcast-Folge dazu hören, was wir uns dieses Mal allerdings ganz offiziell vorbehalten ist, Themen zusammenzufassen. Also wenn jetzt jemand fragen würde, wie komme ich besser mit meiner Schwiegermutter klar, wäre ein Thema und das andere wäre, was kann ich gegen meine Schwiegermutter tun, dann würden wir das sozusagen zusammenfassen zu einem Schwiegermutter-Thema.
Florian: Liebe Grüße.
Miriam: Liebe Grüße an alle Schwiegermütter. Es fiel mir gerade nichts besseres ein. Ich habe eine total süße Schwiegermutter.
Florian: Also das ist nicht für heute für die Episode, weil an dieser Stelle haben wir ja normalerweise das Thema für die Episode heute. Nur das ist der Aufruf gewesen für Themen für die nächsten Episoden.
Miriam: Schreib uns an info-at-kontext*denken.de zum Beispiel, gib auf unserer Homepage eine Nachricht ab, kontext*denken auf Facebook zum Beispiel auch.
Florian: Und jetzt, was ist mit heute? Was machen wir denn heute für ein Thema?
Miriam: Heute wird's super. Heute wird ein ganz strittiges Thema, heute geht's um Rechtfertigung.
Florian: Warum haben wir denn überhaupt so angefangen? Also hätten wir nicht erst ein Thema vergeben müssen und dann, wieso hast du denn erst mit dem Thema, also erst mit dem Aufruf angefangen, obwohl es doch viel mehr Sinn ergeben hätte, erst mit dem Thema anzufangen, Miri? So geht es doch nicht.
Miriam: Das stimmt. Und ich liebe, wenn Menschen sich bei unserem Podcast beteiligen.
Florian: Das ist ein tolles Gefühl. Nur sinnvoll ist das doch nicht. Oder warum hast du denn so angefangen? Also jetzt mal wirklich. Also was waren denn deine Beweggründe, so anzufangen und nicht irgendwie anders?
Wie die Rechtfertigungsfalle zuschnappt
Miriam: Seht ihr, was da passiert? Das ist die große Rechtfertigungsfalle da draußen. Hier schnappt sie zu. Da stellt jemand in Frage, warum du mit bestem Wissen und Gewissen irgendetwas in deinem Leben tust.
Florian: Und manchmal wäre die richtige Antwort darauf, naja, ich hab halt einfach irgendwas gemacht.
Miriam: Oder ich habe mich da voll für entschieden. Irgendwie war da was.
Florian: Es sah nach der besten Wahl aus. Oder es hat sich nach der besten Wahl angefühlt zu dem Zeitpunkt.
Miriam: Und das wäre ja, viele Menschen, also was ich immer wieder lese, höre, im Coaching mit Klienten oder auf den Facebook-Seiten, wenn Menschen mir schreiben, ist dieses, ich will mich nicht immer rechtfertigen müssen oder ich will mich dafür nicht rechtfertigen.
Florian: Ja, das ist ja auch ein super aktuelles Thema bei Miriam gerade. Falls du es noch nicht gehört hast, also gehört hast du es vielleicht nicht im Podcast bisher. Es startet ein großes neues Projekt.
Miriam: Ich will mich dafür nicht rechtfertigen.
Florian: Ja, jetzt sagen wir erstmal, was das Projekt ist und dann fragen wir, warum?
Miriam: Warte mal, um was geht es überhaupt? Achso, ja, genau. Bei den ganzen vielen Projekten, die wir haben, darf ich erstmal kurz nachdenken. Ja, genau. Ja, genau. Ich will mich nicht rechtfertigen müssen.
Florian: Am 30.03. geht Miri wieder on-air, ist wieder zu sehen im Fernsehkaufhaus, allerdings auf HSE24.
Miriam: Ist ein sehr schönes Fernsehkaufhaus, die Farben sind orange und weiß.
Florian: Wie die Kontext-Agil-Farben, sehr schön.
Miriam: Das ist der Geschäftsbereich, den ich in unserer Firma hauptsächlich unter meinen Fittichen habe. Warum machst du das überhaupt? Das ist doch völliger Blödsinn, neben NLP und allem, was du sonst noch machst, auch noch dieses agile Thema ständig mit dir rumzufuhrwerken.
Florian: Das ist das, wo ich mit Teams zusammenarbeite, wo ich in Organisationen coache, wo ich NLP ganz viel in der Praxis anwende. Eben ganz anders als Miriam nicht im Verkauf oder im 1-zu-1-Coaching mit Privatkunden, sondern hauptsächlich im Bereich mit Führungskräften, mit Teams, mit Organisationen.
Miriam: Achso, NLP geht nicht mit Führungskräften?
Florian: Natürlich geht es mit Führungskräften.
Miriam: Also ich glaube nicht, dass das geht.
Florian: Das ist ja gut für dich, dass du das glaubst. Nur, hä?
Miriam: Ich dachte, du fängst jetzt an, dich zu rechtfertigen und verstehst meinen Vorwurf nicht. Das ist natürlich was anderes.
Florian: Ich habe mich gerade gefragt, warum eine NLP-Trainerin in Frage stellt, warum NLP...
Miriam: Ich wollte dich auch mal aus der Reserve locken. Das geht bei Florian echt ganz, ganz schwierig.
Florian: Dafür bin ich dann zu stumpf an der Stelle. Was?
Miriam: Florian macht einfach sein Kram.
Florian: Also ich benutze das NLP-Zeug mit Führungskräften. Wenn das bisher bei manchen Menschen nicht funktioniert hat, dann würde ich sagen, wir bieten wieder Practitioner und NLP-Master und NLP-Coaches an dieses Jahr. Da können wir das gerne, also tatsächlich, wir machen unsere gesamte Schatzkiste auf in den Seminaren. Und du erfährst einfach all die Dinge, wie wir sie tatsächlich in der Praxis auch machen und üben die mit dir in allen Spielarten.
Miriam: Jetzt haben wir natürlich dieses Rechtfertigungsthema nochmal, ne?
Florian: Ja, so, warum jetzt wieder Fernsehkaufhaus und warum jetzt, das ist doch... Warte mal, das mit dem Fernsehkaufhaus und dieser Veränderung ist das eine.
Miriam: Um mich jetzt nicht zu rechtfertigen dafür, dass ich mich dafür entschieden habe, würde ich gerne erstmal die Begrifflichkeit Recht und Fertig, würde ich gerne erstmal genauer unter die sprachliche Lupe nehmen, weil dies ist ein NLP-Podcast.
Florian: Und manchmal würden Menschen sagen, dass es sprachlich gewandt ist jetzt. Das ist wieder nämlich so eine Rauswieselnummer jetzt hier. Nicht auf die Frage zu antworten, sondern erstmal irgendwo anders hin abzulenken. Wir behalten mal in Erinnerung, dass da noch Fragen offen sind.
Miriam: Florian hat gerade diese Memo-an-mich-Funktion gestartet, der wird nachher nochmal drauf zurückkommen, da ist übrigens Verlass drauf.
Recht und Fertig — was steckt sprachlich drin?
Miriam: So und jetzt geht es ja um was anderes, jetzt geht es mal kurz um den Einstieg in das Thema Recht und Fertig. Also wir rechtfertigen, Menschen rechtfertigen ihr Verhalten, ihre Vorhaben, ihre Pläne, ihre, was auch immer sie tun, ihre Erziehungsweise und ihre Beziehungsweise.
Florian: Und es hat sehr viel mit diesem Wörtchen Warum zu tun.
Miriam: Und mit Verteidigen. Da ist was echt Kriegerisches drin. Da geht es um das Recht. Also wer hat Recht und wer ist am schnellsten damit fertig? Weil Recht und Fertig. Rechtfertigen. Oder? Habe ich das nicht richtig verstanden?
Florian: Doch. So, und jetzt?
Miriam: Ja und viele Menschen behaupten, dass sie das nicht gerne tun oder am liebsten gar nicht. Oder vielleicht sagen sie sogar sowas wie, ich rechtfertige mich schon lange nicht mehr für das, was ich mache. Da gibt es ja auch solche. Und ich erlebe es wirklich, dass sie 30 Sekunden später anfangen, irgendwas zu rechtfertigen in ihrem Leben, was sie machen. Was übrigens meistens nicht dazu führt, dass andere Menschen sagen, wow.
Florian: Jetzt habe ich es verstanden, endlich.
Miriam: Ich würde das auch so machen. Sondern es ist eher so ein, aha, ja, okay, gut. Also immerhin weißt du, warum du es machst so. Oder vielleicht auch nicht.
Florian: Oder es werden eben die Gründe angegangen dann. Oder die Vorgehensweise.
Miriam: Ich erlebe dieses Rechtfertigen immer als eine große Verteidigungsaktion. Menschen verteidigen sich, Menschen verteidigen das, was sie tun, ihre Entscheidungen, ihre Pläne. Oder auch warum sie nichts dafür können, dass es so läuft, wie es gerade läuft.
Florian: Es steckt auf jeden Fall dieses, es gibt irgendwie ein richtig und ein falsch drin. Ja. Also und das richtig muss verteidigt werden oder kann gemeinsam erörtert werden. Und aus der Sicht vom neurolinguistischen Programmieren ist das vielleicht schon was, wo wir sagen würden, ja da haben wir eine andere Annahme darüber, wie die Welt funktioniert oder wie Kommunikation funktioniert. Weil Menschen ja dann doch unterschiedliches Verständnis dafür haben, wie die Landkarte von der Welt aussieht oder wie sie so verstehen, wie die Welt im Innersten zusammenhält. Also was ist denn das, was geht in der Welt und was nicht geht und was der Grund ist für das eine oder das andere oder was glauben Menschen darüber, was passieren wird, wenn sie das eine oder das andere machen und da sind wir eben Gott sei Dank auch unterschiedlich unterwegs. Also an der einen oder anderen Stelle glauben Menschen halt, dass bestimmte Sachen gehen oder auch nicht.
Miriam: Wollen wir erstmal die entlasten, die uns jetzt zuhören und sagen, ich liebe Rechtfertigung. Ich könnte den ganzen Tag, könnte ich mich rechtfertigen, von morgens bis abends, wenn die Leute mich nur oft genug, warum ich das mache, frage, lege ich Schluss. Und dann? Die sind ja raus, die können ja weitermachen, die wissen, wie es geht. Da würde ich jetzt einfach sagen, es ist nicht die richtige Folge. Ich empfinde Rechtfertigen als etwas sehr Mühsames. Ich habe das noch nie als etwas Einfaches empfunden.
Florian: Und jetzt sind wir bei Glaubenssätzen. Also das sind Glaubenssätze von Miriam zu Rechtfertigung. Und jetzt?
Miriam: Warum behaupten denn so viele Menschen, dass sie sich nicht rechtfertigen wollen? Wenn es so viel Spaß machen würde, würden sie es doch hoffentlich tun, oder?
Florian: Also auch meine Erfahrung ist, so viel Spaß macht das nicht, habe ich das Gefühl. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass es so zielführend ist. Und dann sind wir eben bei der anderen Frage, dieses... Was ist das Ziel in dieser Situation? Manchmal geht es glaube ich darum, etwas klarzustellen. Also wenn in einer Diskussion oder einem Diskurs oder einem Projektvorschlag in einem Unternehmen, wenn etwas in einer bestimmten Art und Weise präsentiert wird und dann jemand anders sagt, ja das ist nur nicht so und dann Fakten auf den Tisch gelegt werden, um zu sagen, naja das ist doch so. Wer blöd, sich da nicht zu rechtfertigen, oder?
Miriam: Ja, das ist ja der Grund, warum viele Menschen dann auch wirklich loslegen. Noch viel schlimmer ist es ja, wenn sowas in der Öffentlichkeit stattfindet, wenn irgendwelche Behauptungen aufgestellt werden, meinetwegen auch von irgendwelchen Zeitungen oder von irgendwelchen, also ganz in der Öffentlichkeit. Und dann fangen irgendwelche Politiker oder irgendwelche Prominente an, sich zu rechtfertigen für das Verhalten, was sie an den Tag gelegt haben oder lassen sich das sogar vorformulieren.
Florian: Manchmal den einen oder anderen Rückzug auch, wo dann plötzlich jemand öffentlich zugeben muss, das war zu weit oder zu wenig weit oder was auch immer.
Die beste Option: Warum Menschen so entscheiden, wie sie entscheiden
Miriam: Also dafür ist es ja letztlich da und ich, wie gesagt, für mich oder ich persönlich und das ist Miris, Miris, Miris Anschauung. Ich empfinde dieses Rechtfertigungsding als etwas sehr, sehr mühsames. Wir kommen ja da im NLP nicht nur auf Nominalisierung, also Rechtfertigung, was ist das überhaupt? Ist es etwas, was einfach so da ist? Kann ich fünf Kilo Rechtfertigung vertragen oder vielleicht lieber zehn? Rechtfertigung als Hauptwort, das überhaupt nicht greifbar ist, das ich nicht mal malen kann. Wie sieht denn Rechtfertigung aus?
Florian: Eigentlich ist das ja ein Vorgang, also etwas, was Menschen eben tun.
Miriam: Und dann kommt das Nächste, das ist dieses, es gibt im NLP Grundannahmen, die würden besagen, Menschen handeln immer in ihrer besten Option. Also Menschen tun sozusagen immer gerade das in ihrem Leben, was sie gerade für am besten halten. Selbst wenn da vielleicht von außen Kritik kommen könnte oder wenn andere sagen würden, ja, das hätte ich ganz anders gemacht. Nur wir gehen ja davon aus, dass ein menschliches, normales Gehirn weder sich noch anderen Böses will, sondern dass es eben aus dem... aus der Erfahrung, aus dem Lernen, aus den Dingen, die es weiß und glaubt, heraus eben die bestmögliche Entscheidung zu dem Zeitpunkt trifft. Das ist schon krass behauptet, nur ich finde, das entschärft dieses ganze Thema von Alles ist in Stein gemeißelt und es kann ja sein, dass ich, wenn ich überlege, wie viele Ehen in Deutschland geschieden werden, dass in vielen Paaren da draußen vermutlich sowas wäre wie, ja, im Grunde haben die sich damals für den Partner entschieden, neben dem die morgens, aber da liegt halt der Karl Wilhelm oder das Lässchen. Und irgendwann vor 10, 12, 15, 30 Jahren Das war eine bewusste Entscheidung. Es hat sie niemand gezwungen, zum Standesamt zu gehen und diesen Wirsching darunter zu setzen. Die meisten haben das voll zum klaren geistigen Verstand gemacht. Auch wenn sie vielleicht heute das Gegenteil behaupten wollen würden. So und dann stellt sich ja die Frage, war das damals dann eine nicht überlegte Entscheidung? Nein, es war damals offensichtlich die beste Option, das zu tun. Irgendwas hat ja dafür gesorgt, dass das als gut erschien. Oder die Menschen haben geglaubt, dass es gut ist.
Florian: Das spielt dann tatsächlich genau in das rein, was ich auch in Organisationen verwende, weil wir auch da so ein ähnliches Konzept haben. Da heißt es dann eben, dass wir davon ausgehen, dass jeder zu jedem Zeitpunkt die bestmögliche Entscheidung getroffen hat. Nur wenn wir jetzt zurückblicken auf damals, dann haben wir jetzt vielleicht mehr Informationen, als wir damals hatten. Nur das heißt nicht, dass damals nicht die richtige Entscheidung getroffen wurde. Vielleicht war es damals genau die richtige Entscheidung. Nur jetzt mit mehr Daten, mit mehr Informationen, jetzt nachdem wir anderthalb Jahre oder vielleicht 15, 20 Jahre in der Zukunft sind, wollen wir sagen, okay. Das sah damals so aus, nur jetzt ist es eben anders. Und dann ist ja die spannende Frage und dann kommen wir eben auf das, wozu machen wir das eigentlich, was ist das Ziel, was wollen wir denn jetzt erreichen? Also jetzt haben wir vielleicht die Erkenntnis, dass an der einen oder anderen Stelle was nicht so gelaufen ist, wie wir es uns gedacht hatten. Jetzt ist die Frage, wo gehen wir denn hin von hier aus oder wo wollen wir denn gemeinsam hinschauen, worüber unterhalten wir uns denn jetzt in Zukunft?
Miriam: Ich finde es wirklich ein ganz, ganz tolles sprachliches, kommunikatives Thema. Weil wir können jetzt wieder in Ziele abschweifen und es wäre ja so ein, dann ruckeln wir raus aus diesem Rechtfertigen. Nur für mich gilt erstmal, jemand tut was, jemand macht was, jemand trifft eine Entscheidung, jemand geht zu seinen Eltern und sagt, ich werde, keine Ahnung, nicht Jurist, so wie ihr das seid, sondern ich werde Zirkusclown. Und dann kommt eben dieses, was, wieso? Und dann darf sich derjenige rechtfertigen dafür, dass er diese Entscheidung für sich getroffen hat. Begründen, rechtfertigen, gute Gründe liefern, damit für was? Damit alle das gut finden? Werden alle in der Familie die Entscheidung gut finden, wenn derjenige sagt, ich werde Zirkusclown? Das ist ein krasses Beispiel, nur kann ja passieren.
Florian: Wobei das bei einem jungen Menschen jetzt ja auch tatsächlich eine spannende Frage ist, weil in Unternehmen und tatsächlich lässt sich das viel auch auf Familien dann übertragen oder eben auf die eigene Karriere übertragen. Die Frage ist ja so, wenn jemand jetzt nicht genau wüsste, was er oder sie tun möchte in einer Situation, warum dann nicht etwas ausprobieren, wenn das, was man ausprobiert, tatsächlich in einem Rahmen ist, dass es auch wieder gut zu machen ist, falls es nicht klappt. Also wenn jetzt jemand mit 20 sagt, ich möchte jetzt mal Zirkusclown werden, geht dann an eine Clownschule hier in Deutschland und probiert es aus, um herauszufinden, ob das was ist für ihn oder sie. Warum nicht? Also was ist dann das, was im schlimmsten Fall verloren gehen würde? Und was ist das, was vielleicht sogar zu gewinnen wäre?
Miriam: Und das sind ja jetzt deine Glaubenssätze, weil was spricht dagegen, dass ich das mit 40 mache? auf eine Clown-Schule gehen. Gibt wahrscheinlich in beiden Lebensabschnitten irgendwie fürs und widers und es gibt Menschen, die behaupten das und welche, die behaupten das und vielleicht gibt es, ja.
Florian: Was spannend ist, immer Experimente oder so, sind Herangehensweisen, Entscheidungen, die, wo es, wo wir einfach eine, ein Zurückrollen auch drin haben. Also wo die Entscheidung so klein ist, dass wir sagen können, ja und im Zweifel gehen wir halt den anderen Weg. Nur wir haben was Neues gelernt, über was da draußen irgendwie gut funktioniert oder nicht. Wir haben das bei unseren beiden Kindern hier jetzt auch schon erlebt, dass die unterschiedliche Sportarten ausprobiert haben. und das kennen sicherlich viele Eltern. Am Anfang macht es mega viel Spaß und dann kommt irgendwann der Punkt, gerade wenn es bei den beiden geht, um asiatische Kampfkünste auch, wo es vielleicht mal um mehr Training geht. Und jetzt ist die Frage, ist der Punkt erreicht, um was Neues zu machen, um was zu verändern? Ist es dann der... Ja, warum jetzt unbedingt Judo oder warum Karate oder warum Taekwondo und nicht irgendwas anderes? Und dann kann man da viele Begründungen für finden. Und die Frage ist ja, ist es überhaupt sinnvoll, da jetzt was dran zu verändern in dem Status? Oder gibt es bestimmte Zeiten, zu denen man was ändern möchte? Oder wie wollen wir mit so einer Veränderung eigentlich umgehen? Und dann sind wir für mich schon wieder bei der Frage, wozu sollte sich jemand rechtfertigen oder was ist das Ziel einer Rechtfertigung? Geht es darum, einen Entscheidungsprozess klar zu belegen, um zu sagen, folgenden Prozess hatte ich in der Entscheidung drin und dann zu überlegen, was könnten wir in der Zukunft besser machen an solchen Entscheidungsprozessen? Oder geht es tatsächlich darum, jemanden nur zu grillen? Manchmal habe ich das Gefühl, darum geht es. Ja.
Vom Warum zum Wozu — und wie ein Traum sichtbar wird
Miriam: Und wenn ich jetzt im Business-Kontext bleibe, wo viele Menschen vielleicht auch wissen dürfen, warum irgendjemand eine Entscheidung trifft in irgendeiner, und selbst das wird ja häufig nicht klar kommuniziert, sagen wir es wäre idealerweise so, dass eine Entscheidung in einem großen Unternehmen eben aus bestimmten Gründen getroffen würde. Dann wären diese Gründe ja im besten Fall vor jeder Warum-Frage schon klar. Also dann hätten ganz viele Menschen im Unternehmen das mitgefühlt und miterlebt, dass jetzt eine Veränderung notwendig ist oder dass jetzt bestimmte neue Arbeitstechniken eingeführt werden, damit eine Veränderung möglich ist. So, das wäre ja idealerweise schon, bevor diese finale Entscheidung dann als Konzept vorgestellt wird, oder da drin wäre das schon enthalten. Wenn das Sinn macht. Und dann ist das für mich auch in Ordnung. Ich nehme das nicht generell als was Schlechtes auf. Vielleicht möchte unser Gehirn auch einfach manchmal Gründe haben. Also es möchte wissen, warum wir bestimmte Dinge tun. Und wenn es nur für uns selbst ist. Also wenn du dein Warum klar hast, wäre das ja schon toll. Noch viel mehr liebt übrigens unser Gehirn, wenn es das wozu klar hat. Also wozu machst du das? Weil warum deutet als Fragewort stets in die Vergangenheit. Das heißt, aus den Fehlern, die wir gemacht haben, haben wir gelernt oder aus den Zahlen in der Vergangenheit subsumieren wir jetzt dieses neue Vorgehen, wohingegen ein wozu immer in die Zukunft weist. Das heißt, Was wünschen wir uns damit, dass wir das jetzt tun? Und da steckt dann viel das Ideal drin. Da verstehe ich besser, warum Menschen irgendwas machen. Wozu möchte dieser junge Mann Clown werden? Vielleicht möchte er einfach Kinder und Erwachsene im Zirkus gut unterhalten.
Florian: Wenn ich solche Geschichten höre, bleib an deinem Traum dran. Also bleib einfach an deinen schönen Gedanken dran. Das ist das, was ich dir am liebsten sagen würde.
Miriam: Ja, wozu macht das Unternehmen solchen Kokolores vielleicht so in dem einen oder anderen Blickwinkel? Vielleicht möchtest du Arbeitsplätze erhalten oder neue schaffen, vielleicht möchtest du weiterhin bestehen am Markt, was auch immer. Das wären dann Hinzumomente, die eine Rechtfertigung, diese klassische Rechtfertigung, dieses Verteidigen von einem Plan gar nicht mehr brauchen. Weil wenn wir sagen, okay, Wenn Florian und ich jetzt eben dieses Seminar-Business so sehr lieben und wissen, dass wir in weiteren fünf Jahren hunderte von Menschen in die Sprachzauberei eingeweiht haben werden, dann reicht es für uns, um jetzt bestimmte Entscheidungen zu treffen. Weil es cool ist, sich vorzustellen, wie viele das jetzt schon sind. Wenn wir all die Menschen, die jetzt schon bei uns Sprachzauberei gelernt haben, mal in einem einzigen Zimmer versammelt hätten, wäre das ein sehr, sehr volles Zimmer.
Florian: Zimmer geht gar nicht mehr.
Miriam: Nee, geht nicht. Und das ist wirklich cool, wenn ich mir vorstelle, wie viel mehr das noch in den nächsten Jahren oder im Jahr 2020, im Jahr 2021 werden. Und wenn wir neue Pläne machen oder wenn wir Veränderung erzeugen in unserem Leben, dann ist es für mich spannender und prickelnder zu fragen, wozu? Und dann kommen da diese, ja, da sind Schönheiten, da sind Bilder, die ich mir vorstellen kann, Ideale. So was wie Visionen, die da sind, das ist wirklich schön. Und da hört für mich Rechtfertigung auf. Dann brauche ich es nicht mehr. Weil ich zu jeder Tages- und Nachtzeit, selbst wenn jemand angrifflich, und das wäre ja sozusagen die schlimmste Annahme, da wo Menschen Rechtfertigung als am unangenehmsten empfinden, wenn jemand kritisch hinterfragt, so wie Florian das am Anfang dieses Podcasts gemacht hat. Er war... Das ist ja unangenehm. Das kann dann überhaupt nichts mehr tun.
Florian: Vielleicht ist das tatsächlich auch eine schöne Antwort da drauf. Also warum hast du denn das denn jenes gemacht? Folgendes und dann einfach eben in das damalige wozu reinzugehen oder in das wozu, was vielleicht heute noch existiert. Nämlich das, was ich tun möchte, ist eben mehr Spaß haben im Leben oder mehr Zeit haben mit den Kindern oder mehr ein tolles Projekt auf die Beine stellen, um neue Kunden anzuwerben und mit neuen Kunden viel Geld zu verdienen. Irgendwie sowas als... Das zuerst mal in den Raum reinzustellen und das ist das Ziel von der Maßnahme gewesen oder das ist eben das Ziel gewesen von dem, was wir getan haben. Und jetzt die Frage, was haben wir damals gedacht, was waren die Glaubenssätze vielleicht oder was ist da passiert? Mit diesem wozu zu starten ist dann, das nimmt nämlich ganz viel, an der Stelle können wir uns dann vielleicht auch mit jemandem gegenüber einigen drauf, dass das ein gutes wozu ist und dass wir nur unterschiedliche Wege zum gleichen wozu genommen haben.
Miriam: Und ich spreche jetzt eben von den Entscheidungen, die du deshalb triffst in deinem Leben oder auch früher getroffen hast, weil du das Beste für dich und alle Beteiligten damals geplant hast. Und das unterstellen wir einfach mal jedem Menschen, dass er das gern würde, dass unsere Eltern das gerne für uns wollen, dass in jedem, ich klammer pathologische Fälle aus, also in jedem normalen menschlichen Gehirn sowas stattfindet wie, wir wollen doch das Beste für uns und für andere. Warum sollten Menschen sich selbst Blödsinn antun, wenn sie ein normal tickendes Gehirn haben?
Florian: Und es kann eben sein, dass jemand anders sehr andere Glaubenssätze hat als wir. Natürlich. Oder sehr andere Erfahrungen gemacht hat als wir.
Miriam: Auch Empfinden darüber, was gut ist. Also was Menschen, was ihnen selbst und anderen besonders gut tut. Oder was überhaupt ein gutes Ziel ist.
Florian: Eines der Themen, die ich zum Beispiel immer mal wieder mitbekomme, ist, dass andere Menschen andere Erfahrungen gemacht haben mit Selbstständigkeit oder mit eben ein eigenes Unternehmen führen. Für manche ist das ganz natürlich. Ich bin von meinem Vater tatsächlich so erzogen worden. Mein Vater hat Mein ganzes Leben über war der selbstständig, hatte seine eigene GmbH, hat immer mal wieder zwischendurch auch was anderes gemacht, nur es war immer sein Unternehmen. Und für andere Menschen, mit denen ich mich da draußen unterhalte, manchmal sagen die ja völlig alles in einer Anstellung, zum Teil in unheimlich hohen Positionen, also eben auch Vorstand oder Geschäftsführer in irgendeinem Unternehmen, nur immer in einem Angestelltenverhältnis drin. und dann das eine oder das andere kaum vorstellbar, wieso jemand das machen würde. Und beide mit der gleichen Intention, nämlich sicher zu sein im Leben oder eine sichere Einnahmequelle zu haben, möglicherweise auch viel Spaß und viel Freude mit Arbeit zu generieren, einen positiven Effekt zu erzeugen im Leben. Beides gleiche Intention, völlig andere Wege da dran zu kommen. So, was ist denn jetzt? Jetzt haben wir hier so eine riesen Schleife gelaufen. Ja, das ist super. Was ist los?
Miriam: Wie, was ist mit was los?
Florian: Warum jetzt hier neues Fernsehkaufhaus?
Miriam: Ja, weißt du, ich erfülle mir da einen riesen Traum. Wirklich. Ja? Ja. Einen, von dem ich eine Zeit lang sogar dachte, dass es keinen Sinn mehr macht, über ihn nachzudenken.
Florian: Okay.
Miriam: und wie das manchmal so ist im Leben, wenn Menschen sehr viel tun, sehr rührig sind, irgendwie doch ab und zu mal dranbleiben oder zurückdenken, was sie als Kinder schon geträumt haben oder als junge Menschen oder ganz zu Beginn ihrer Karriere, warum sie Medizin studiert haben irgendwann mal oder warum sie angefangen haben zu beraten in großen Unternehmen. So ähnlich ist es jetzt auch passiert, dass ich bei HSE24 die Chance und das Angebot bekommen habe, einen Traum anzufassen, von dem ich gedacht hätte, dass ich ihn, so wie im Moment die Fernsehkaufhauslandschaft gestrickt ist, niemals verwirklichen werde. Und da ich noch nicht alles sagen darf zum Zeitpunkt dieser Podcast-Folge, zum Zeitpunkt der Aufnahme, möchte ich es dabei belassen und mich weiter freuen über das, was ich da parallel zu unserem wundervollen Seminar-Business jetzt erleben darf. Hoffentlich mit sehr vielen anderen Menschen, Frauen, Männern zusammen vor laufender Kamera. Bald ist es soweit. Bald ist es soweit. Am 30.03. um 23 Uhr werden wir das Baby live im Fernsehen aus der Wiege heben. Dann am 31.03. in sehr vielen Sendestunden weiter pflegen und hegen. Und ich bin so gespannt. Ich bin so derartig gespannt. Jetzt atme ich mich erstmal wieder runter. Und es ist alles gut.
Florian: Weil oft ist es ja so, dass wir tatsächlich sehr viel länger im Hintergrund an bestimmten Themen arbeiten oder uns Sachen bewegen im Leben. Wir haben ja dieses Jahr 2020, ist ein ganz witziges Jahr für Miriam und mich.
Miriam: Witzig ist ein komisches Wort dafür.
Florian: Unsere Seminarräume, an denen wir jetzt fünf Jahre lang gearbeitet haben, wo wir erst ja in ganz anderen Räumen drin waren und auch schon dachten, wir hätten oder wir haben einen Traumort gefunden und sind jetzt einmal umgezogen noch in unsere Räumlichkeiten rein, die wir jetzt eben so gestalten können. Dann haben wir geheiratet, dann ist jetzt ein neuer Abschnitt bei HSE, dann ganz viele neue Seminare und ganz viele Veränderungen dieses Jahr noch. Ich bin gespannt. Dürfen wir nächste Woche schon davon erzählen, was es genau ist?
Miriam: Du darfst es nächste Woche dann rechtfertigen.
Florian: Warum das?
Deine Themen sind gefragt — und die Frage fürs Leben
Miriam: Und wir freuen uns, wenn ihr völlig ungerechtfertigt einfach eure Themen einreicht. Also wenn du uns, vielleicht hast du ja gerade was auf dem Herzen und wir lassen das anonym, wenn du das möchtest. Also das heißt, dein Name wird nicht genannt im Podcast, sondern wir nehmen uns dein Thema vor. Wenn du uns ein bisschen mehr Informationen dazu stiftest, dann freuen wir uns, weil wir einfach dann deutlicher uns im NLP orientieren können, wo wir da am besten ansetzen dran. Und du kannst uns das einfach per E-Mail schicken an info at kontext*denken.de
Florian: oder auf kontext*denken.de slash kontakt oder einfach auf die Webseite gehen und oben auf Kontakt klicken, dann kommst du auch zu dem Formular oder per E-Mail.
Miriam: Und dass wir diesen Aufruf starten, das rechtfertigen wir jetzt auch nicht, da haben wir gar keinen Bock drauf.
Florian: Vielleicht gehen uns die Themen aus. Wir machen das einfach. Da könnte man ja jetzt denken, vielleicht gehen uns die Themen aus.
Miriam: Achso, ja, vielleicht ist es, weil uns die Themen ausgehen.
Florian: Weißt du, was daran super ist? Dass ich dann in die Liste der Themen reinschaue und mir denke, warum möchte Miriam jetzt unbedingt noch mehr Themen haben?
Miriam: Weil ich bitte wissen möchte, was euch da draußen bewegt.
Florian: Vielleicht ist die Intention eine andere, genau.
Miriam: Ja, es tut uns so gut, wenn wir ein bisschen andocken dürfen an dich, an euch. Und auch bei der letzten Aktion, es klappt super. Kein Name, keine Adresse, wenn du das nicht möchtest. Und wenn doch, wenn du denkst, ich habe so ein brillantes Thema für alle Menschen da draußen und da soll mein Name draufstehen, dann promoten wir dich eben mit.
Florian: Eine wunderschöne Woche wünschen wir dir.
Miriam: Von ganzem Herzen. Achte mal drauf, wie das ist bei dir.
Florian: Wann rechtfertigst du dich?
Miriam: Hast du dich bis jetzt gerechtfertigt? Genau. Und vielleicht geht es besser übers Wozu.
Florian: Und wie wäre es, wenn du mal mit einem Wozu startest? Also wozu hast du die Dinge getan, die du getan hast?
Miriam: Voll gut. Dann ihr Lieben, bis nächsten Dienstag.
Florian: Bis nächsten Dienstag.
Miriam: Tschöchen. Ciao. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.