NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 200

Hypnose selbst gemacht

Du tust es mehrfach am Tag und nennst es anders.

Jetzt anhören

Direkt hier starten oder später im Transkript weiterlesen.

In dieser Folge

Darum geht es

Du tust es mehrfach am Tag und nennst es anders. Hypnose wird mit den Kommunikationsmodellen des NLP immer wieder in Verbindung gebracht. Zurecht. Denn die Sprachmuster, die Menschen dazu bringen, auf eine geistige oder innere Reise zu gehen, werden überall und im Alltag verwendet. Viele Menschen wissen nicht, dass das Verpassen der grünen Ampelphase, tagträumend, im Geiste schon beim kommenden Termin oder beim Abholen der Kinder in der Schule, ein Trancezustand ist. Einer, den wir in einer therapeutischen Hypnose einfach gezielt und mit Absicht herbeiführen können. Nur – wozu ist er nützlich? Grundsätzlich scheint unser Gehirn sich einfach mehrfach am Tag „kurz zu verabschieden“. Es wird unaufmerksam in Gesprächen, hört für einen Moment im Gespräch mit einem anderen Menschen nicht richtig zu oder träumt sich in Bilder einer vergangenen oder zukünftigen Situation. So, als wolle es sich kurz dem Reiz der Umgebung entziehen und uns „in Ruhe lassen“. Gleichzeitig scheint es beinahe so, als schöpften wir Menschen in diesem Zustand Kraft und neue Konzentration für das, was da kommt oder ist. Diese natürliche Eigenschaft unseres Geistes bewusst einzusetzen, also „bewusst mit unserem Unbewussten“ zu arbeiten, ist Ziel und Sinn einer intendierten Hypnose. Abgesehen vom klinischen Kontext, zum Beispiel während einer Zahnarztbehandlung zur Schmerzminimierung, nutzen beispielsweise Sportler die Techniken der Hypnose, um leistungsstärker in ihre Wettkämpfe zu starten. Diese Podcastfolge gönnen wir uns. Weil wir die Hypnose als Instrument schätzen, um uns im Ganzen zu fühlen und mehr von dem wahrzunehmen, was wir tun und was da draußen wirklich los ist. Wir erklären Dir, wie das geht. Und Nebenwirkungen von leichter Entspannung sind während dieser Folge keineswegs ausgeschlossen. Miriam und Florian sprechen über die Milton-Sprachmuster von Milton H. Erickson, über den Unterschied zwischen Hypnose, Meditation und Fantasiereise und über die Frage, ob man in Trance wirklich die Kontrolle verliert. Es geht um hypnotische Phänomene wie Katalepsie, positive und negative Halluzinationen (das Lavendelfeld, der verschwundene Schlüssel) und um Selbsthypnose im Alltag – vom Klavierüben bis zum verpassten Grün an der Ampel. Wer wissen will, wie sich hypnotische Zustände als Ressource im Coaching, vor Wettkämpfen oder zwischen zwei Musicalshows nutzen lassen, ist hier richtig. Konkrete Übung inklusive: einmal bewusst die eigenen Füße spüren.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

Spring direkt zu einem Kapitel oder lies die Folge von Anfang an.

Kapitel dieser Folge
  1. Ein ernstes Thema mit Spuren von Entspannung
  2. Kontrollverlust? Von wegen – die Aufforderung zum Tanz
  3. Wie oft du am Tag schon in Trance bist
  4. Halluzinationen, verlorene Schlüssel und ein Lavendelfeld
  5. Meditation, Fantasiereise oder Hypnose – der Unterschied
  6. Körper und Geist – ein Stoff, eine Verlängerung
  7. Das Archiv der schönsten Postkarten im Kopf
  8. Ein Molekülchen mehr Entspannung

Du verpasst die Grünphase an der Ampel, weil du in Gedanken schon beim nächsten Termin bist. Genau in diesem Moment bist du in Trance – nur nennst du es anders. Miriam und Florian zeigen dir, wie oft dein Gehirn am Tag „kurz abtaucht" und was passiert, wenn du diesen Zustand nicht dem Zufall überlässt, sondern gezielt nutzt.

Ein ernstes Thema mit Spuren von Entspannung

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.

Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.

Miriam: Dieser Podcast ist geeignet für: Du sitzt irgendwo oder machst so Tätigkeiten wie Wäsche zusammenlegen. Zu Hause.

Florian: Genau, also nebenbei bitte diesmal nichts, was deine Aufmerksamkeit erfordert, wie irgendwelche Maschinen bedienen, Autofahren oder sonst irgendwas, wo es sich lohnen würde, dass deine Aufmerksamkeit tatsächlich im Außen ist.

Miriam: Weil wir über Entspannung sprechen und es kann sein, dass dieser Podcast Spuren von Entspannung enthalten könnte, auch für den Hörer.

Florian: Und wäre ja gut.

Miriam: Grundsätzlich gut. Es ist keine geführte Meditation oder sowas, machen wir nicht. Also machen wir schon manchmal, nur nicht jetzt. Machen wir nicht jetzt. Und du merkst ja, Florian und ich sind auch beide noch hellwach, was auch gut ist jetzt zu Beginn dieses Podcasts, denn es ist ein ernstes Thema. Das Thema Entspannung, Hypnose im Zusammenhang mit NLP wird ja auch immer ganz gerne kritisch beleuchtet oder von manchen Menschen, um Gottes Willen, von vielen eben auch sehr positiv gewertet. Und wir sind bereit, uns dieser Diskussion zu stellen, ohne dass irgendeiner mit uns darüber diskutiert natürlich.

Florian: So wie immer. Wir sind bereit, uns den ganzen kritischen Fragen zu stellen, die wir uns ausgedacht haben.

Miriam: Ich glaube, machen wir einen Podcast, weil da gibt es keinen Widerspruch. Das ist super. Das ist die beste Idee überhaupt gewesen, einen Podcast dafür zu machen.

Florian: Miriam at kontext*denken.

Miriam: Deutschland entspannt sich. Das war mal ein Werbeslogan von einer deutschen Frauenzeitschrift vor einigen Jahren, bei dem ich Teil sein sollte der Kampagne als damals Homeshopping-Prominente. Als entspannte Homeshopping-Prominente. Kaufen Sie jetzt! Ja, das war eine sehr, ja. Also ich fand es mutig und toll.

Florian: Dass sie dich gefragt haben oder dass sie das Thema gemacht haben?

Miriam: Ja, dass sie das Thema gemacht haben und dass sie mich gefragt haben. Und ich hätte vor fünf Jahren das Wort Hypnose nicht in den Mund genommen diesbezüglich. Also da hatte ich viel zu viele Glaubenssätze, negative Vorannahmen, die was mit Kontrollverlust zu tun haben und so weiter. Also hätte ich mich mit Händen und Füßen gesträubt.

Kontrollverlust? Von wegen – die Aufforderung zum Tanz

Florian: Das ist ja tatsächlich auch eins der Themen, wenn es dann tiefer in die Hypnose reingeht oder wenn du dich tiefer damit beschäftigst, wo es wirklich darum geht: Ist das ein Verlust der Kontrolle? Also welchen Teil hältst du dann selber noch in der Hand oder welchen Teil nicht? Wenn wir darüber sprechen, wozu ist Hypnose überhaupt da? Also tut es überhaupt irgendwas anderes? Dann mag ich ganz gerne das Beispiel, das wir schon in Practitionern hatten, in Master Practitionern hatten, also in vielen unserer Kurse. Nur in Hypnose ist das eins der Phänomene, das sich relativ leicht hervorrufen lässt und das für viele Leute sehr stabil funktioniert. So ein anderes Gefühl in der Hand zu entwickeln, also weniger wahrzunehmen, wenn von außen Druck draufkommt oder wenn was ist. Tatsächlich wird es ja dann auch medizinisch genutzt zum Teil.

Miriam: Bei Zahnärzten.

Florian: Das ist die Vorstufe dazu. Und das ist das, wofür Hypnose dann ja sehr praktisch ist, dass wir eben auf unwillkürlichem Prozessweg oder auf einem unbewussten Weg sehr viel mehr Zugriff auf innere Ressourcen haben und in Zustände hineinrutschen können, die viele Leute nicht bewusst verwenden können.

Miriam: Das zu verstehen, das ist jetzt sehr theoretisch, das zu verstehen, wie viel – erstens, wie viel Hypnose da draußen stattfindet, zu jeder Zeit, in jedem Gespräch, in jedem Werbespot. Und auf der anderen Seite wahrzunehmen, wenn sie bewusst und gezielt eingesetzt wird, wie wundervoll kraftstiftend diese Maßnahme ist. Ja, eine konversationelle Maßnahme. Es passiert über eine Anleitung, ein sich einlassen aufeinander. Du hast es so schön in unseren Practitioner-Kursen erklärt mit dem Bild vom Tanz, zum Tanz auffordern. Das liebe ich total, weil jedes Gespräch, das wir führen, ist eine Aufforderung zum Tanz.

Florian: Und jede Kontrollabgabe ist ja auch eine freiwillige Kontrollabgabe. Weil wir, wenn jemand zu mir sagt: Florian, stell dich doch mal woanders hin. Dann habe ich ja immer die Wahl, das entweder zu tun oder nicht zu tun. Und die Frage ist: Vertraue ich der Person, die mich da bittet, irgendwas zu tun, so sehr, dass ich mich woanders hinstelle? Oder ist mein Ziel, so sehr in diese Person... Und dann zu gehorchen oder die Anweisung zu befolgen oder was auch immer. Oder vielleicht einfach auch einer Bitte zu folgen, dass ich sage: ja, alles klar, ich bewege mich. Und das ist ja das, worum es dann in dem gleichen Modell in Hypnose geht. Nämlich, dass es eine Aufforderung zum Tanzen gibt und ob jemand dann wie sehr mitmacht oder nicht, hat sehr viel damit zu tun, wie ist denn die persönliche Beziehung zwischen dem Hypnotiseur und dem Hypnotisierten.

Miriam: Und viele, viele Vorstellungen von: Da sind Gehirne ausgeschaltet und jemand anders übernimmt die komplette Kontrolle – und hey, was wäre möglich, wenn das wirklich geht? Also das wäre ja krass, wenn wir da überhaupt keine Möglichkeiten hätten, uns in Anführungszeichen zu wehren. Und das stimmt eben auch einfach nicht. Also wir erleben ja nun eine Menge Hypnose. Morgen zum Beispiel beginnt unsere Hypnose-Masterclass und heute, wenn der Podcast erscheint, beginnt die Hypnose-Masterclass-Ausbildung, in der es hauptsächlich im Coaching-Bereich, im therapeutischen Bereich um den Einsatz von Hypnose geht, wo viel, viel Gutes bewirkt wird in der Zusammenarbeit mit Menschen und in der Konversation über diesen Weg, über diesen sehr besonderen. Und ich habe mich mittlerweile einmal um die eigene Achse gedreht, was meine Einstellung dazu betrifft. Ich bin unterdessen großer Fan davon geworden, mir meine Veränderungen, die ich mir wünsche, einfacher zu machen. Und ja, ich kenne natürlich auch – erstens habe ich einen der besten Hypno-Coaches an meiner Seite. Das ist natürlich großer Luxus mit Florian. Und zum anderen kenne ich jetzt eben auch einige Menschen, die das sehr gekonnt und sehr wundervoll einsetzen. Und ich habe an mir selbst an so vielen Ecken und Enden gemerkt, wie ich Dinge so schnell anders und noch besser mache. Krass.

Florian: Und der Einstieg da rein ist halt oftmals eine Entspannung, also einen entspannten Zustand hervorzurufen. Woran auch immer du das merken würdest, dass ein bisschen mehr Entspannung im Raum ist. Also für manche Leute ist es ja die Atmung oder es ist eben, dass die Muskeln an der einen oder anderen Stelle ein bisschen loslassen oder der Blick defokussiert oder... Manchmal richtet sich ja alleine der Blick nach innen, um einmal wahrzunehmen, wie entspannt bist du denn gerade schon. Und das ist ja oftmals so ein Einstieg in einen Zustand, der gleichzeitig irgendwie fokussiert und entspannt ist und den wir dann eben Hypnose nennen.

Wie oft du am Tag schon in Trance bist

Miriam: Ich habe das mal kennengelernt als den leichtesten Bereich der Hypnose, wenn jemand zum Beispiel gerne strickt oder Modelleisenbahn baut oder ein Instrument übt, dass diese Menschen in einem Trance-Zustand sind und zwar messbar. Also das heißt, mich beim Klavierüben zu beobachten, bedeutet mich in einer ziemlichen Versunkenheit zu erleben. Und Florian kennt das auch schon, wenn ich Klavier übe oder Texte schreibe, bin ich quasi nicht ansprechbar, obwohl ich wach bin.

Florian: In der Wohnung kann ich hier Tänze veranstalten, da passiert überhaupt nichts bei Miri.

Miriam: Und das ist, also das zu kapieren, dass ich sowieso über den Tag an der einen oder anderen Stelle in so einen Zustand gerate, wo auch die Zeit plötzlich eine andere Rolle zu spielen scheint, also wo ich die Uhr nicht mehr so fühle, sondern wo ich nach einer Stunde auf die Uhr gucke und denke: ups, ich dachte, es wären zehn Minuten und es ist schon eine Stunde vergangen. Das sind alles Anzeichen für eine sogar schon gehörige Portion Trance.

Florian: Da sind wir ja bei dem ersten Paradox, dass Hypnose ja schon beim Mesmer angefangen, also beim Mesmerismus, da wo es noch darum ging, dass man in Menschen was tun kann mit Magnetfeldern und was möglicherweise dann Scharlatanerie war oder was, wie auch immer. Also seit vielen hundert Jahren wird Hypnose in verschiedensten Formen beobachtet, betrachtet, verwendet von vielen Menschen, inzwischen eben auch wissenschaftlich untersucht. Und so eine richtig schöne Definition von Hypnose gibt es gar nicht.

Miriam: Ja, ich wundere mich manchmal, dass auch ich ein Thema habe, eine Herausforderung. Ich finde ja normalerweise immer sehr schöne Worte. Vielleicht dürfte ich mich da auch noch mal intensiver mit befassen. Ich habe das die ganze Zeit jetzt, also die Jahre über, in denen ich das jetzt für mich entdecken durfte im Alltag, wo ich das quasi von alleine mache und eben auch im Zusammenhang mit einer gezielten Anleitung, zum Beispiel durch Florian, dass ich das wie so ein Schatz für mich gehütet habe und es auch im Außenbereich gar nicht an die große Glocke hänge. Also ich gehe nicht zu meiner besten Freundin und sage: heute hatte ich wieder eine tolle hypnotische Erfahrung, sondern ich habe gemerkt, welche Ressourcen ich in mir, also welche Kräfte ich aktiviere in solchen tief entspannten Zuständen und gleichzeitig tief fokussierten Zuständen.

Florian: Und das ist einer der großen Unterschiede, die in den hypnotischen Zuständen bei uns, oder so wie es im NLP ja von Richard Bandler auch gelehrt wird, so wie es in der Tradition von – das ist eben einer der großen amerikanischen Hypnotiseure des 20. Jahrhunderts von Milton H. Erickson ist. Weil der Klient oder die Person, die sich entspannt, tatsächlich in die Arbeit mit eingespannt wird. Also ganz anders als bei so einer Bühnenhypnose, wo es tatsächlich so aussieht, als würde die Person einfach die Zügel locker lassen und der Hypnotiseur ist der, der bestimmt oder der, der sagt, wo es lang geht. Das wäre ja so, wenn wir das übertragen würden auf einen Coaching-Kontext, so als würde der Coach für die Lösung aller Probleme sorgen. Und dabei ist es eben in dieser Tradition von Milton H. Erickson ganz elementar, dass die Person, die die Veränderung haben möchte, auch einen Teil der Arbeit tut, also sich selbst mit einbringt. Und dann ist das eben nicht nur etwas, was jemand gemacht bekommt oder wo es nur darum geht, etwas zuzuhören, sondern wo tatsächlich auch eigene Energie mit reingesteckt wird oder vielleicht auf einer unbewussten Ebene eben auch Arbeit stattfindet, um sich damit zu beschäftigen, was hier gerade ist.

Miriam: Und was ist bewusst und was ist unbewusst? Also vielleicht habe ich sogar einen viel griffigeren Zugriff, vielleicht habe ich viel mehr Zugriff auf etwas, was sonst total unterm Radar läuft. Und die Erfahrung habe ich zum Beispiel machen dürfen, dass eben diese ganzen Kräfte, diese meinetwegen Ressourcen oder über was auch immer wir sprechen wollen, plötzlich anfassbar sind von mir selbst persönlich und ich nicht mehr darauf angewiesen bin, dass die zufällig funktionieren. Wir haben das in vielen Kontexten auch ausprobiert, Florian und ich, also wir sind da sehr experimentierfreudig, Florian beherrscht alle Techniken. Und zum Beispiel haben wir das vor Theateraufführungen zwischen zwei anstrengenden Musicalshows, die jeweils drei Stunden dauerten, mit viel Bühneneinsatz und so weiter, haben wir mich wirklich auf eine ganz andere Art, als ich das kannte bis dato, wieder auf die Beine gestellt. Also mal ohne x Tassen Kaffee und irgendwie noch eine Kopfschmerztablette, war ich für die zweite Show wieder völlig da und so, als wäre ich frisch geduscht von zu Hause gekommen. Und das ist etwas, was ich als kleines Wunder und großes Geschenk meines Körpers betrachten möchte. Und es soll kein Werbepodcast werden für hypnotische Erfahrungen, obwohl es fast so klingt, weil ich glaube, dass Menschen, die sich das wünschen oder die spüren, dass da noch mehr in ihnen steckt, als sie das bisher bewusst wahrnehmen können, dass die sowieso irgendwann diese Straße gehen. Nur ich finde es wichtig, dass wir das Thema mal so besprechen, wie wir das aus einer lehrenden Sicht – also wir sind ja auch Lehrer in dem Kontext – und einer Erfahrungsseite eben tun können. Und was da so an Magischem und so drin ist, das erlebe ich nicht. Ich erlebe es nicht.

Halluzinationen, verlorene Schlüssel und ein Lavendelfeld

Florian: Also tatsächlich, es ist eben dieses von Zauberern oder Bühnenhypnotiseuren, es ist dieses Angefütterte, ne? Und die American Psychological Association hat sich mal in einer kleinen Untergruppe der Definition von Hypnose gewidmet. Und dann kam folgende Definition raus. Ein Bewusstseinszustand, der fokussierte Aufmerksamkeit enthält. Reduziertes peripheres Wahrnehmen, also weniger wahrnehmen, was im Außen passiert, und der charakterisiert ist bei einer erweiterten Kapazität für Reaktionen auf Suggestionen.

Miriam: Ja, da geht mein Gehirn schon aus. Da bin ich im Kopf schon woanders unterwegs. Jetzt könnten wir sagen, das ist schon Hypnose.

Florian: Also die wesentlichen Teile: Es geht irgendwie um Bewusstseinszustand, es geht um fokussierte Aufmerksamkeit, weniger wahrnehmen, was im Außen passiert. Also das ist das, was die Kinder eben auch beim Spielen zum Teil haben, dass die weniger mitbekommen, was passiert im Außen. Und dann eben diese erweiterte Fähigkeit, auf Suggestionen zu reagieren. Und dann sind wir bei dem Beispiel, was ich ganz am Anfang gebracht habe. Nämlich diese Suggestion, dass möglicherweise bestimmte hypnotische Phänomene auftreten. Zum Beispiel eben beim Zahnarzt weniger wahrzunehmen, was da passiert in einem bestimmten Bereich, dass eine Zeitwahrnehmung verzerrt ist, dass irgendwie weniger Berührung oder weniger Druck auf irgendwas drauf ist.

Miriam: Auch dass wir unseren Körper in einer seltsamen Haltung vor einem Computer haben und es nicht merken, dass wir da irgendwie eine Stunde total schief sitzen.

Florian: Körperkatalepsie fast schon. Und dann Katalepsie eben als stehender Begriff in der Hypnose für...

Miriam: Die meisten unserer Zuhörer, wenn sie hundertmal sagen würden: Ich habe mit Hypnose gar nichts zu tun gehabt bis jetzt – haben hypnotische Phänomene schon oft und immer öfter in ihrem Leben gehabt, ohne es als solche wahrzunehmen. Weil es ein natürlicher Zustand ist, den unser Gehirn zu quasi jeder Zeit starten kann.

Florian: Was gehört noch dazu? Positive und negative Halluzinationen. Also manchmal positive Halluzinationen. Das ist ziemlich einfach.

Miriam: Wir können uns jetzt alle – also Florian, die Kinder und ich waren vor zwei Jahren im Urlaub in Südfrankreich. Und wir haben uns für die Provence entschieden, also nicht für diese überfüllten Strände, sondern für das Hinterland, wo eine unfassbar schöne, beinahe Vietnam-gleiche Natur zur Verfügung steht. Und hier sind diese riesigen Lavendelfelder. Diese Lavendelfelder, die sich bis zum Horizont erstrecken, ein Meer aus einem leuchtenden Lila, das, wenn du da mit dem Auto durchfährst, einen Duft erzeugt, der durch die Fenster durch ins Innere des Autos kommt und der tatsächlich so wahrnehmbar ist, dass wir angehalten haben, haben die Fenster runter gemacht und sind dann auch alle aus dem Auto ausgestiegen, um uns einmal in diesem Lavendelfeld zu baden.

Florian: Da waren wahnsinnig viele Bienen auch.

Miriam: Hummeln.

Florian: Hummeln.

Miriam: Hummeln, keine Bienen und Kolibris. Und es ist verrückt, das wahrzunehmen. Und in dem Augenblick, wo dein Gehirn jetzt meiner Geschichte gefolgt ist in dieses Lavendelfeld, hast du dir vielleicht ein Lavendelfeld vorgestellt, obwohl du in deinem Leben noch nie eins gesehen hast. Oder du hast schon mal welche gesehen, warst schon mal drin und hast die Erinnerung daran abgerufen, weil ich jetzt angefangen habe, über Lavendelfelder zu sprechen. Und das ist schon eine positive Halluzination, weil wir uns vor unserem geistigen Auge etwas vorstellen, was definitiv jetzt hier nicht ist. Florian und ich sitzen in unserem kleinen Homestudio. Hier ist kein Lavendelfeld. Schade.

Florian: Auch mit negativer Halluzination haben die meisten von uns schon irgendwelche Erfahrungen gemacht. Das ist dieses: Wo ist denn eigentlich mein Schlüssel? Dringend will ich los hier, wo ist denn mein Schlüssel? Und dann lag er die ganze Zeit irgendwie auf der Theke. Oder die Brille, die auf dem Kopf vergessen wurde, die Brille, die manche Menschen auf der Nase haben, wenn sie nach ihrer Brille suchen. Das ist dann, da ist einfach nur was nicht mehr im Aufmerksamkeitsbereich, also die internen Prozesse. Oftmals sind es ja dann Momente, wo es irgendwie schnell gehen soll, wo es irgendwie stressig ist, wo irgendwie viel passiert und der Fokus so stark auf irgendwas liegt, was noch gar nicht da ist und wo es so viel einfacher wäre, vielleicht kurz zu innen zu halten und zu entspannen, und dann merken wir es ja auch oftmals wieder. Also wenn so ein Zustandswechsel stattfindet und du dann plötzlich irgendwie entspannst in so einer Situation. Bei positiven Halluzinationen kann es dann sein, dass du eben viel schönere Bilder siehst und viel mehr in diesen Bildern in der Geschichte versinken kannst. Ich erinnere mich auch daran, manchmal, wenn ich Bücher gelesen habe, von manchen Büchern habe ich Filme im Kopf, wie die passiert sind. Dabei sind es ja Buchstaben auf offener Seite. Und was ist das denn anders als ein hypnotischer Zustand? Und bei negativen Halluzinationen eben manchmal das, was weg ist, was da doch liegt. Und wenn jemand anders dazukommt, sagt so: Da ist er doch. Da ist doch genau das, wonach du gesucht hast. Und das sind tatsächlich klassische, hypnotische Phänomene. Kennen wir aus dem Alltag.

Miriam: Also jeder von uns, und das ist die These, die wir in diesem Podcast verfolgen wollen, erlebt die Hypnose oder hypnotische Zustände –

Florian: Oder Trance.

Miriam: Trance-Zustände mehrfach am Tag. Unser Gehirn erzeugt die auch einfach. Ich habe manchmal das Gefühl, und das ist jetzt ganz allein Miri-These, ich habe manchmal das Gefühl, dass mein Gehirn das auch macht, um sich eine kleine Pause zu gönnen. Also um mal diese ganze Reizüberflutung, die gelegentlich da draußen stattfindet, irgendwie abzuschalten und mal kurz nach innen abzutauchen, in meine eigenen Kopfwelten, in mein eigenes Kopfkino, so dieses Tagträumen. Das schaffe ich sogar kurz vor einer Fernsehsendung, wenn im Studio alle rumwuseln und gleich geht's live und da ist irgendwie viel Stress. Da merke ich, dass mein Gehirn das unbedingt möchte. Wenn ich dem Impuls dann nachgebe – und da sind wir wieder bei der Aufforderung zum Tanzen – dann drifte ich ab und bin auf einmal in Florians Armen, an den schönsten Stellen, wo wir jemals waren, und denke daran und erinnere mich. Oder ich denke an die beiden Kinder oder ich denke an die tollen Pläne, die wir demnächst haben, und bin kurz wie weg. Als würde mein Körper noch da sitzen, nur mein Kopf ist irgendwo.

Florian: Und wenn wir dem bewusst nachgeben, dann ist das vielleicht schon sowas wie eine Selbsthypnose.

Miriam: Das kann sein. Ich bin die weniger große Expertin dafür. Ich spreche da jetzt sehr aus der Erfahrung, die ich gesammelt habe. Und nochmal, ich habe mittlerweile auch fantastische Erfahrungen mit der angeleiteten Hypnose gemacht und ich bin Florian sehr dankbar dafür.

Meditation, Fantasiereise oder Hypnose – der Unterschied

Florian: Eine Frage, die wir an der Stelle auch quasi jedes Mal bekommen, ist dieses: Wie unterscheidet sich das denn von einer Meditation oder wie unterscheidet sich das von Fantasiereisen? Also was ist da der Unterschied? Wie könnten wir den Unterschied wahrnehmen? Zumindest in der Art und Weise, wie wir das im NLP machen, da differenzieren wir dann eben stark darauf, was sind denn die Suggestionen, die wir geben oder wie laden wir jemand anders zu einem bewusster fokussierten Zustand ein. Also was ist das, was dann tatsächlich gesagt wird und wie wird das Ganze aufgebaut? Das ist das, wo für mich der Hauptunterschied drin liegt. In der Meditation, sei es buddhistisch oder in irgendeiner anderen Tradition, hat es ja häufig was damit zu tun, dass eben entweder bestimmte innere Rituale verfolgt werden, sowas wie ein Mantra innerlich sagen, das irgendwie eine tiefere Bedeutung hat, schon seit Jahrhunderten, oder vielleicht für eine innere Stille sorgen, einmal diesen inneren Quell der Gedanken und all dieses Ding, das da im Kopf manchmal so rumspült, einfach mal kurz innezuhalten und eine innere Ruhe zu genießen. Ah, schön. Dahingegen hat Hypnose, so wie wir es dann eben auch im Coaching verwenden, ist tatsächlich zielorientiert. Also da geht es darum, Zugriff zu erhalten auf bestimmte Ressourcen in einem sehr entspannten Zustand, sich wieder daran zu erinnern: Wo warst du denn schon mal entspannt zum Beispiel? Also wo hast du schon mal so richtig tolle Momente der Entspannung drin? Das wäre was, was ich tatsächlich in einem Coaching jemanden fragen würde, wenn wir über Entspannung sprechen oder wenn Entspannung ein größerer Teil wäre. Also erstmal ein bisschen entspannen über den Körper, über bestimmte Techniken, die dazu dienen, dass du dich tiefer entspannst, und dann eben zum Beispiel Zugriff zu haben auf vergangene Situationen der Entspannung und dafür zu sorgen, dass die in Zukunft immer dann, wenn du sie brauchst, dass du einfach Zugriff auf diese Ressourcen hast und dass du die da verwenden kannst. Das ist so ein Aufbau für eine Coaching-Session mit Hypnose. Also erstmal einen entspannten Zustand herstellen und dann eben irgendwelche Ressourcen einsammeln. Manchmal ist es ja auch ein Mut, den du brauchst, oder eine Zuversicht oder so.

Miriam: Manchmal ist es auch Fokussiertheit oder Konzentriertheit. Viele Sportler nutzen das vor ihren Wettkämpfen, um dann umso klarer da zu sein, am Punkt abzuliefern, alle Ressourcen des Körpers zu aktivieren, um auch die letzten Meter des Marathons noch zu gehen. Das sind wundervolle Techniken, die eben auch zum Beispiel bei einer Musical-Aufführung zwischen zwei langen Shows dafür sorgen, dass ich bei der Aufführung Nummer 2 mich in der gleichen Kraft fühlen kann wie eben auch schon in Show Nummer 1. Und genau das gleiche Ressourcengefühl habe. Das ist verrückt. Das ist verrückt. Weil definitiv habe ich, wenn wir den Energie-Amount messen, den so eine Musical-Aufführung braucht –

Florian: Habe ich da schon eine Menge an dem Tag durch. Und das ist eben das – also was ist das Ziel? Ich bin begeistert davon. Das ist das, was uns dann umtreibt. Was ist das Ziel? Was hätte jemand gerne? So nutzen wir das dann im Coaching. Sehr, sehr bewusst auf dem Ziel.

Miriam: Also was hättest du denn gerne? Wo würdest du dich denn gerne stabiler aufstellen? Wo würdest du gerne aus mehr Ressourcen schöpfen? Wo würdest du dich gerne ein Stück besser kennenlernen noch? Weil auch das ist ein Weg, den wir unter Hypnose wunderbar beschreiten können, weil dieser Körper und dieser Geist – manche Menschen hoffen und denken ja bis heute, dass die voneinander getrennt sein. Also dass wir diesen Körper haben, um den...

Körper und Geist – ein Stoff, eine Verlängerung

Florian: Der Descartesche Dualismus.

Miriam: Der Descartesche Dualismus. Ach, wie schön, Florian, wieder.

Florian: Komm, gib her. Aus der Zeit ist das ja noch. Das ist ja die Idee, dass wir eben eine Seele haben, die unabhängig ist von dem Körper. In der Philosophie des Geistes geht es inzwischen viel mehr darum, dass wir eben ein Stoff sind. Und dass wir in einem Monismus also nur eine einzige Stofflichkeit haben und da drin irgendwie diese ganzen Gedanken sind und das ist auch unser Körper. Also wir können, oder wollen das vielleicht auch gar nicht trennen. Wir haben ja so viele Nervenzellen auch einfach im Darm, die ja auch was damit zu tun haben: Wie geht's uns, wie fühlen wir uns, wie funktioniert dieser Organismus. Dann im Kopf eben unsere ganzen Gedanken wie: Wer bin ich, was tue ich, was habe ich als nächstes vor. All das ist ja tatsächlich auch getrieben von dieser Energie, die einfach in dem Körper drinsteckt. Das zu trennen, ja, war mal eine Idee.

Miriam: Wir haben bei einem ganz platten Gespräch im Verkauf über eine Fußcreme, über die Miri-Fußcreme, um genau zu sein, haben wir festgestellt, meine ganz wundervolle Moderatorin in der Sendung, Katja, und ich, dass unsere Füße so eine Art fühlende Verlängerung unseres Gehirns darstellen, wenn wir zum Beispiel barfuß über bestimmte Untergründe laufen und die Füße sehr klare Signale an unser Gehirn geben, wann wir besser ausbalancieren dürfen, weil der Boden zum Beispiel uneben wird oder sich in bestimmte Richtungen querneigt, oder auch, wann wir vorsichtiger laufen dürfen, weil eben der Boden Unebenheiten aufwirft, die uns sonst verletzen könnten. Und das geht in einer rasenden Schnelle über eine ganz schöne Distanz. Das heißt, wir haben beide uns mit großen Augen angeschaut in der Sendung und dachten: boah, was für eine Erkenntnis. Im Grunde ist dieser ganze Körper eine Verlängerung des Gehirns und andersrum.

Florian: Solche Signale gehen ja zum Teil gar nicht bis zum Gehirn erstmal, weil die Feedback-Schleife viel zu lange wäre. Das heißt, ein Teil darf einfach auch dezentral passieren von dem ganzen Processing.

Miriam: Ich finde es super, mach weiter, komm, das ist verständlich, wir alle kennen Processing.

Florian: Also ein Teil der Verarbeitung von den ganzen Informationen, die da draußen sind, darf einfach auch außerhalb des Gehirns passieren, weil wir es ansonsten allein von den Signalwegen her zu lange brauchen würden, um einmal ins Gehirn zu kommen, da eine Entscheidung zu treffen bewusst und wieder nach unten zu gehen. Das ist einfach dann schon, da gehen halt Millisekunden drauf. Das braucht einfach Zeit.

Miriam: Und es wäre ja fatal, wenn unser Körper nicht imstande wäre, das alles zu tun. Es wäre auch in meiner Welt eine absurde Annahme, dass wir nicht auf all diese Funktionen über unser Gehirn Zugriff haben. Weil, was soll das sonst? Also natürlich kann ich mich bewusst mal auf meine Füße konzentrieren, was ich den meisten Teil des Tages nicht mache. Bewusst wahrnehmen, wo stehen die jetzt gerade, wie fühlen sich vielleicht die Schuhe oder die Socken an, die ich anhabe, wie fühlt sich der Boden an, auf dem ich stehe. Und wenn du jetzt gerade diesen Podcast hörst, kann es ja sein, dass deine Füße hoffentlich irgendwo sind, also dass du die gerade dabei hast. Da kannst du dich ja kurz auf dieses Spiel mal einlassen und das mal ganz bewusst wahrnehmen. Das ist eine tolle Übung, weil die ganze Zeit, während du uns zugehört hast, waren die vermutlich nicht in deinem Fokus, die Füßchen. Die waren halt irgendwo da. Also wir sind uns sicher, dass die da sind, auch wenn wir nicht dran denken. Und es ist cool, das mal klar zu haben. Und genauso können wir unsere Aufmerksamkeit auch von dort wieder weglenken, weil es jetzt keine so große Rolle spielt, und viel mehr nach innen gehen.

Das Archiv der schönsten Postkarten im Kopf

Miriam: Was denken wir denn über diese Themen? Wie oft entspannst du dich am Tag bis jetzt bewusst? Wie oft gibst du dir die Gelegenheit dazu, einmal tief durchzuatmen oder eben einen Moment dir zu gönnen, wo du an die schönsten Bilder denkst, die dein Kopf abgespeichert hat? Ich sage, wir haben alle so ein Archiv von geheimen Postkarten im Kopf. Von den schönsten Ausblicken, die wir jemals hatten, von irgendwelchen Türmen oder Bergen herunter, wo wir über Städte geschaut haben, über Landschaften, wo wir die Weite dieser Welt ganz anders wahrgenommen haben. Manche Menschen haben dort Postkarten abgelegt von Blick aus dem Flugzeug in wunderschöne Sonnenuntergänge oder über Wolkengebilde von oben betrachtet. Das ist schon geil. Also das sind einfach wunderschöne Zugriffsmöglichkeiten, die jeder von uns hat, um 1, 2, 4, 5 Mal am Tag oder auch genau dann, wenn wir früher uns stressigen Situationen ausgeliefert gefühlt hätten, genau dann innerlich Stopp zu rufen und eine dieser Postkarten zu ziehen. Eine dieser schönsten Postkarten. Florian hat so ein irres Arsenal von wunderschönen Postkarten. Da ist Grand Canyon mit drin. Du bist durch Asien gereist an Stellen, wo normalerweise kein Tourist hinkommt. Ich will gar nicht wissen, was für Aussichten du da hattest.

Florian: Das Beeindruckendste waren tatsächlich für mich – viele Bilder da sind aus dem Grand Canyon. Weit, weit weg von irgendwelchen anderen Menschen, weit weg von der nächsten Siedlung, weit weg von Wanderwegen. Wir sind den Grand Canyon nach unten gepaddelt auf Schlauchbooten und hatten alles, was wir für 15 Tage paddeln brauchten. Ich habe unter freiem Sternenhimmel da auch geschlafen, weil es schön warm draußen war und sich ganz sicher angefühlt hat, auch an der Stelle. Und das war der Teil, wo mir wirklich klar wurde, wieso wir die Milchstraße nennen. Was ich hier in Deutschland einfach so in der Form noch nie wahrgenommen habe. Also tatsächlich haben wir viel zu viel Licht hier dann auch im Raum drin, um das in dieser Tiefe und in dieser Klarheit auch wahrzunehmen.

Miriam: Würde so gerne manchmal ein Mäuschen sein bei unseren Hörern und Hörerinnen, was die jetzt für Postkarten ziehen.

Florian: Was so in deiner Erinnerung auch einfach drin ist. Vielleicht sind es ja einfach – möglicherweise ist es ja eben auch ein sehr naher Urlaub oder diese schöne Stelle, die du nah in deiner Umgebung kennst, also wo du tatsächlich vielleicht sogar häufiger hingehst. Ich weiß, dass viele Menschen, die ja einen Hund haben und regelmäßig Gassi gehen, auch Lieblingsrunden haben und Stellen daran besonders mögen. Und das einfach sehr genießen, an der einen oder anderen Position kurz innezuhalten. Als ich in München gewohnt habe, gab es da auch sowas. Da sind wir auch viel an der Isar lang gelaufen und da gibt es einfach wunderschöne Ecken. Also es ist tatsächlich, manchmal – es braucht ja gar nicht so weit weg sein.

Miriam: Das hat auch jeder von uns. Das haben wir hier auch im Rheinland. In Düsseldorf am Rhein.

Florian: Nicht in Köln am Rhein, in Düsseldorf. Schau, da sind schon wieder Befindlichkeiten im Raum.

Ein Molekülchen mehr Entspannung

Miriam: Warum tun wir das? Weil wir dir mit diesem Podcast wieder mal einen einfachen Weg zeigen wollen, wenn du daran Interesse hättest, wie du mit diesen Ressourcen oder dieser Art und Weise, den Kopf und den Körper zu vereinen und zu nutzen, arbeiten kannst. Und ja, Florian und ich sind schon in der Laune, weil eben wie gesagt heute, wenn der Podcast erscheint, auch diese wunderbare Hypnose-Masterclass beginnt und wir so einen Bock darauf haben.

Florian: Wir freuen uns schon auf mehrere Tage der bewussten Entspannung dann auch hintereinander, um eben das nochmal mehr zu verankern und zu schauen, was passiert denn da noch, auf welche Ressourcen haben wir da noch Zugriff, was können wir damit noch tun, was ist noch alles möglich in diesen Zuständen. Die uns ja auf der einen Seite so vertraut sind und auf der anderen Seite eben doch eine bewusstere Sprache benötigen oder wo es sich lohnt, bestimmte Muster kennenzulernen, einen bestimmten Umgang damit kennenzulernen. Der eben auch, und das ist ja der interessante Teil – so kamen Miriam und ich ja beide dazu auch – eben Teil vom neurolinguistischen Programmieren ist. Und in den letzten Jahren möglicherweise ja immer ein größerer Teil geworden ist. Also diese Sprachmuster – wir hatten den Namen ja Milton H. Erickson, der große amerikanische Hypnotiseur, den hatten wir ja schon im Podcast.

Miriam: Und Hypnotherapeut auch. Der war auch Psychologe. Heute wird ja in Deutschland nach seiner Methode gelehrt.

Florian: Und die Milton-Sprachmuster, also die Art und Weise, wie er gesprochen hat, um andere Menschen in einen tieferen Entspannungszustand oder in einen anderen Bewusstseinszustand hineinzuführen, das ist eben etwas, was im NLP abmodelliert wurde und was damit auch lehr- und erlernbar gemacht wird für andere Menschen. Also wo es auch darum geht, wie könntest du das bei jemand anders machen, wenn du das machen wollen würdest? Ja, und ansonsten eben ein ganz wertvolles Coaching-Tool, ein ganz tolles Werkzeug in der Coaching-Werkzeugkiste, um eben auch in der Lage zu sein, an bestimmten Stellen die eine oder andere Veränderung bei jemandem hervorzurufen.

Miriam: Wir wissen ja auch, dass unser Gehirn in einem entspannten Zustand – also in einem gestressten, gehen wir mal den anderen Weg, in einem gestressten Zustand eine Entscheidung zu treffen, in einem gestressten Zustand eine Tätigkeit sinnvoll zu verrichten, in einem gestressten Zustand hohe Qualität zu erzeugen in dem, was wir vielleicht kreieren wollen. Sei das jetzt egal ob es um eine Bilanz geht, einen Jahresabschluss oder einen Roman, den wir schreiben wollen. Ich empfinde das als sehr viel mühsamer. Da darfst du dich jetzt einfach mal selbst hinterfragen. Und du bist der größte Experte für dich, wie das in deinem Leben bis jetzt war. So richtig aufgeregt wie so ein aufgescheuchtes Huhn. Also da habe ich bis jetzt nicht den Impact rausgebracht aus mir, egal ob auf der Bühne, vor der Kamera, im Alltag, in der Beziehung, in der Erziehung mit Kindern. Es ist anstrengender, das Ergebnis ist meist nicht so, wie wenn es mir gelingt, mich, was sagen wir so schön, in meine Mitte zu holen und das Gefühl dieses ganzen Körpers herzustellen, tief zu atmen, das Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen. Meine Gedanken, meine Gefühle deutlicher wahrzunehmen und aus dieser Klarheit heraus dann zu schöpfen, was zu schreiben, was zu verkaufen, eine Traumbeziehung zu leben, mit meinen pubertierenden Kindern klarzukommen. Also all das gelingt mir viel besser, wenn ich in einem fokussiert entspannten Zustand bin.

Florian: Das ist ja auch...

Miriam: Das schließt sich fast logisch, ne?

Florian: Das passt ja auch zu dem, wie wir als Säugetiere eben gebaut sind. Unter Stress gibt es eben die Reaktionen entweder Flucht oder Kampf oder Totstellreflex. Und das ist ja auch tief in unserem Stammhirn verwurzelt. Und das ist glaube ich was, was wir auch als Menschen uns ja teilen, in die Entspannung reinzugehen und mit vielen Ressourcen in Situationen reinzugehen. Dann ist plötzlich was, was im Außen passiert, auch gar nicht mehr so tragisch. Also dann haben wir eben eine Wahl, wie wir darauf reagieren. Und wenn ein Tag sowieso schon sehr hektisch war, dann ist vielleicht eine eher automatische Reaktion – wenn ein Tag sehr entspannt angefangen hat und du hast angefangen, dich vielleicht schon an der einen oder anderen Stelle zu entspannen, hast das eine oder andere Schöne für dich schon getan, bist in einem guten Zustand, was auch immer das für dich bedeutet, fühlst dich gut, hast ausreichend geschlafen – oder bist gerade total unausreichend ausgeschlafen, weil es ist ja auch Frühling.

Miriam: Guck mal, es ist ja auch Frühling.

Florian: Die Bienchen und die Blümchen fliegen ja auch.

Miriam: Ach herrlich, was wir da im Moment wieder beobachten. Ja, wir haben im Moment frisch verliebte Pärchen um uns. Es ist eine Freude.

Florian: Es ist ja ganz anders als in den letzten Jahren noch. Und es geht. Und in solchen Momenten das dann eben zu erleben auch, wie viel Ressourcen plötzlich in einer Person drinstecken, wie viel Toleranz gegenüber anderen Menschen, wie viel Verständnis oder eben auch ein gemeinsames Miteinander da drinsteckt, dass wir einfach entspannt durch die Welt gehen. Das ist was, weshalb wir auch dafür sorgen, dass Entspannung ein Teil des Practitioners ist.

Miriam: Und nicht nur ein Teil des Practitioners, ein Teil unserer gesamten Arbeit. Und wir glauben, dass es da draußen – wenn wir es jetzt so in Relation setzen würden – dann ist da draußen genug Verspannung und genug Stress sowieso. Das heißt, für was wir eher aktiv sorgen dürfen, vielleicht du auch in deiner Familie, für dich selbst, im Kollegenkreis, mit den Menschen, mit denen du umgehst, ist ein Mühlchen, ein Molekülchen mehr Entspannung? Vielleicht wäre das ja schön, die nächsten Tage, dass du bewusst darauf achtest, wie entspannt du bist und wie entspannt du dich halten möchtest und was du da vielleicht auch nicht nur dir, sondern auch anderen Gutes tust in dem Zusammenhang. Why not?

Florian: Genau. Und falls du noch kritische Fragen hast, die wir nicht beantwortet haben: miriam at kontext*denken.de

Miriam: Ich halte es total entspannt. Also ich atme da einmal durch, sende voll die positiven Vibes zu euch.

Florian: Wir freuen uns wahnsinnig über dein Feedback. Klar. Wir freuen uns auch darüber, wenn du uns bewertest auf Google oder bei den Podcasts, jetzt konkret bei Apple, bei iTunes, wenn du uns da eine starke Bewertung gibst. Spotify. Bei Spotify Bewertung – ich glaube, ja. Das habe ich noch gar nie.

Miriam: Ah nee, Followerschaft, glaube ich. Da steht irgendwie so: so viele Menschen folgen diesem Kanal oder so. Ja, dann folge uns da doch bitte, wenn du sowieso schon dabei bist.

Florian: Wir sind sowieso auf wahnsinnig vielen Plattformen verfügbar. Du kannst auf YouTube den Podcast anschauen oder auf Spotify hören oder eben bei uns auf der Seite auf kontext*denken.de auf den Button drücken zum Abonnieren.

Miriam: Vielleicht hörst du uns ja jetzt auch schon eine geraume Zeit zu und hast dir jetzt gerade überlegt, aus diesem entspannten Zustand heraus: Ich will die NLP-Ausbildung doch machen. Im August geht es wieder los bei uns mit dem nächsten Practitioner. Du kannst dich gerne auf www.kontext*denken.de erkundigen, weil dort sind alle Informationen für dich zusammengefasst.

Florian: Jo, und die Mehrwertsteuererleichterung geben wir natürlich auch weiter.

Miriam: Selbstverständlich. So wie einiges auf unserer Seite im Moment tolle Angebote. Vielleicht auch nochmal ein Hinweis auf unsere ganzen Besonderen. Es lohnt sich im Moment, da hinzugehen. Auch außerhalb vom Podcast. Ja, dann senden wir entspannte Grüße nach da draußen. Wir entspannen uns jetzt weiter.

Florian: Tief. Allerdings.

Miriam: Und starten morgen in unsere Hypnose-Masterclass.

Florian: Bis dann. Tschüss. Bis dann.

Miriam: Tschüss. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

Weiterdenken

Wenn es etwas Neues gibt, geben wir dir Bescheid.

Im Newsletter landen neue Episoden, Seminartermine und Gedanken, die sich auch ohne Kopfhörer weiterdrehen.

Zum Newsletter