NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 106

Hör genau!

In diesem Podcast lernst Du, wie Du anderen Menschen in einer zweiten Ebene lauschst.

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In dieser Folge

Darum geht es

Dabei verraten sie Dir auf unterbewusste Weise mehr über ihr Gefühlsleben, das sich gelegentlich hinter Gesten und Inhalt verbirgt. Die wenigsten Deiner Gesprächspartner verwenden den Klang, die Tonhöhe, die Geräuschebene, die Dynamik oder das Tempo ihrer Stimme nämlich bewusst. Meist „passiert“ der Klang ihrer Stimme einfach. Wenn Du Dein Gehör darauf trainierst, diese feinen Signale ihrer Seele mitwahrzunehmen, bekommst Du ein mehrteiligeres Klang-Bild von ihrem Seelenzustand und kannst sie noch gezielter unterstützen. Und vielleicht ist dieser Podcast auch ein wertvolles Instrument für Dich, um eigene „Auffälligkeiten“ in Deiner Sprache plötzlich wahrzunehmen und gezielter einzusetzen. Was bedeutet denn ein „Kloß im Hals“, ein auffälliges Räuspern an bestimmten Stellen, ein schnelleres oder langsameres Sprechtempo? Miri und Florian kommen in dieser Folge mit einem sehr funktionalen Podcastthema um die Ecke und wünschen jetzt schon spannendes Dazulernen und tolle Hör-Experimente nach dem Genuss dieser Sprachzauberfolge.

Am Anfang steht eine echte Geschichte: ein Makler, dessen Stimme immer genau dann nach oben kippt, wenn es um die problematischen Stellen im Haus geht. Daran entlang zeigen Miriam und Florian, worauf du beim Zuhören achten kannst — Sprechtempo, Tonlage, Rhythmus, Räuspern, Seufzen, Füllworte wie „gell“ oder „ne“. Es geht ums Wahrnehmen, ums Testen eines Musters (ist der Husten themengebunden oder einfach eine Erkältung?) und darum, warum du dieses Feedback besser für dich behältst statt es dem Gegenüber offen zu sagen. Wer NLP, aktives Zuhören, Stimmwahrnehmung und paraverbale Kommunikation üben möchte, findet hier konkrete Übungsimpulse.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Die Sache mit dem Makler
  2. Was auf der Stimme mitschwingt
  3. Tempo, Tonlage, Rhythmus — worauf du achten kannst
  4. Füllworte, Räuspern und Atem
  5. Wahrnehmen, testen — und was du damit machst
  6. Und jetzt hör dir selbst zu

Ein Makler führt euch durchs Haus, alles frisch renoviert, alles kein Problem — und dann kippt seine Stimme an genau den Stellen nach oben, wo es später teuer werden könnte. Miriam und Florian haben das gehört. Die meisten Menschen hätten es überhört. Genau darum geht es hier: das, was jemand sagt, und das, was seine Stimme nebenbei mitverrät — Tempo, Tonlage, ein Räuspern an der falschen Stelle. Ein Übungsfeld für dein Gehör.

Die Sache mit dem Makler

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.

Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.

Miriam: So, klingt ein bisschen nach... Müt. Stimmt. Dabei ist es so ein cooles Thema heute.

Florian: Was ist denn das coole Thema heute? Hör genau.

Florian: Hör genau? Hör genau.

Miriam: Und ich meine jetzt nicht dieses, du hörst mir nicht richtig zu. Sondern tatsächlich aus Kommunikationssicht ist das, was die meisten Menschen tatsächlich wieder lernen möchten, anderen aufmerksam zuhören.

Florian: Oh, da fällt mir unsere neue Lieblingsstory ein zum Thema Stimme.

Miriam: Stimme, ja großartig.

Florian: Ja, wir sind hier im Rheinland so nebenbei ein bisschen auf der Suche nach Häusern. Also wir finden... Ja, im Moment sind wir noch so ein bisschen auf der Suche. Ich bin mir tatsächlich auch noch nicht so ganz sicher, was wir wollen. Wir gucken uns verschiedene Objekte immer wieder an und der eine Aspekt oder der andere Aspekt und daraus finden wir dann unser Traumhaus zusammen, ist mein Eindruck.

Florian: Ja, das stimmt. Und ein Makler, mit dem wir jetzt schon zweimal Kontakt hatten. Ganz großartig. Ein sehr netter Mann, sehr gut gekleidet, hat uns auch immer sehr freundlich in Empfang genommen und uns dann durchs Wohnzimmer geführt. Ja, hier im Wohnzimmer ist alles frisch renoviert, natürlich im Haus kein Problem, neue Heizung, neue Rohre.

Miriam: Und die Elektrik ist auch gut.

Florian: Und wenn sie rausgehen in den Garten, dann ist da quasi nichts zu tun. Sondern es ist alles einfach gut und sie können direkt einziehen.

Miriam: Das ist nicht übertrieben. Und wir haben uns beim ersten Mal, als wir diesen Mann kennenlernten, haben wir uns beide angeguckt, während er mit uns sprach und wir dachten das Gleiche. Warum kippt seine Stimme in die obere Lage, wenn er bestimmte Informationen gibt? Das war wirklich auffällig. Und uns ist dann aufgefallen, nachdem wir genau diese Sachen uns genauer angeguckt haben, bei denen seine Stimme nach oben kippte, dass das die problematischen Stellen in den Häusern jeweils waren. Also wo wir tatsächlich noch hätten Geld in die Hand nehmen können.

Florian: Das ganze Haus ist ganz großartig.

Miriam: Und der Keller hat es auch frisch gemacht. Dann sind wir direkt in den Keller gegangen beim zweiten Mal, als wir ihn getroffen haben. Und ich habe in Florians Augen auch sowas gesehen wie, ich möchte ihm gerne, darf ich dem das sagen?

Florian: Ja, das stimmt.

Miriam: Und wir haben es dann nicht gemacht.

Florian: Nein, ich kam nicht umhin, ein paar hypnotische Sprachmuster zu werfen in Richtung, vielleicht möchte er sich da einfach rein entspannen. Und auf der anderen Seite ist das natürlich auch toll für die anderen Kunden, weil mindestens auf einer unterbewussten Ebene nimmst du ja die ganzen Sachen wahr, die da um dich herum sind. Die Frage ist, wie viele Menschen da draußen hören das?

Miriam: Das hätte mich auch, da wäre ich neugierig drauf gewesen. Menschen, die sich das Haus auch angeguckt haben, nach uns vor uns zu fragen, ist euch das aufgefallen? Und meine These ist den wenigsten, vermutlich. Weil ich oft feststelle, dass sehr markante, stimmliche Zeichen, die Menschen von sich geben, offensichtlich nur mir auffallen in einem Meeting oder in einer Besprechung oder also gerade wenn eben auch mehrere da sind. Wenn ich zum Beispiel sage, es ist euch aufgefallen, dass der sich an bestimmten Stellen vorher deutlich geräuspert hat, bevor der was gesagt hat oder gehustet.

Was auf der Stimme mitschwingt

Florian: Manche Menschen machen auch so Wortdopplungen rein, ohne dass es andere Menschen wahrnehmen. Superspannend. Oder Miriam hat ja schon auch in anderen Podcasts erzählt, dieses ein Muss durch ein Darf ersetzen und es fällt einfach niemandem auf. Also es ist weder auf der Inhaltsebene, noch auf, und das ist ja der Podcast dann heute, noch auf dieser Ebene von, was passiert mit der Stimme, was ist mit dem Räuspern oder an welchen Stellen wird es vielleicht kratzig oder schöner, was ist mit der Tonlage, was ist mit dem Tempo, mit dem jemand spricht.

Miriam: Ganz spannend.

Florian: Alles so analoge Markierungen auf der Sprache drauf, die vielleicht das eine oder andere bedeuten können oder vielleicht auch nicht. Nur beim NLP hören wir ja ganz genau hin und überlegen uns, was ist die Struktur dahinter? Also was ist das, wenn jemand irgendwas immer wieder an den gleichen Stellen tut, dann kann ich davon ausgehen, an anderen Stellen, wenn ich das gleiche Signal höre davor, dass es vielleicht wieder das gleiche bedeutet, auch wenn es mir sonst nicht so aufgefallen wäre, was da gerade passiert.

Miriam: Und also rein spaßeshalber könntest du, wenn dir sowas auffällt, mal testen. Also es kann ja sein, dass die These unbegründet ist, dass derjenige tatsächlich einfach nur erkältet ist an dem Tag und es ansonsten gar nicht passiert. Oder dass es wirklich an bestimmten Stellen passiert, dass dieses Räuspern kommt oder dieses Genäselte, so ein bisschen Gepresste war auf einmal oder so ein... oder dass die Stimme tiefer wird und sanfter oder auf einmal gerade bei den Frauen so ein bisschen halsiger und so ein bisschen schneller, so ein bisschen aufgeregter?

Florian: Die Sternenjäger, angelehnt an den Roman Der Sternenwanderer.

Miriam: Wird großartig und so wie es im Moment aussieht, stehen Florian und ich gemeinsam auf der Bühne. Tickets gibt es ab dem 20. September, meine ich, auf der Homepage www.tgass.de.

Florian: Theatergruppe Assenheim.

Miriam: Ja, könnt ihr uns sehen, wenn ihr wollt. Ja, gut, und das ist nebenbei. Also dieser Podcast hat folgenden Sinn. Ich glaube, dass es erstens die Wachheit schult, wenn wir sagen, heute konzentrieren wir uns beim Zuhören nebst Inhalt, ich will ja wissen, was derjenige sagt, klar, im beruflichen Kontext, im privaten Kontext wichtig. Ich nehme mal einen kleinen Teil meiner Konzentration und packe den auf, wie klingt derjenige, wenn er über bestimmte Themen spricht oder diejenige. Und da kommen erstaunliche Erkenntnisse. Dieser Podcast ist im Grunde ein Geschenk. Florian und ich sind schon sehr trainiert darauf, diese Feinheiten wahrzunehmen. Und oft geht es gar nicht mal um so arge Feinheiten. Das Beispiel von dem Makler, von dem wir erzählt haben, das war offensichtlichst, das war so ein riesen Unterschied auch von seiner normalen Sprechstimme nach dieser gekippten Tonlage, wenn es um irgendein Problem in dem Haus ging. Oft sind die Zeichen sehr deutlich, nur wir sind so beschäftigt mit dem Inhalt oder mit dem, was wir als nächstes sagen wollen. Dass wir darauf gar nicht mehr achten und es gibt so viele Hinweise, ohne jetzt die Worte zu nehmen. Also ich will gar nicht eintauchen, in welche Worte wählt jemand, wie muss, darf, hin und her. Sondern tatsächlich dieses, wie klingt die Stimme und da gibt es ein paar wichtige Anhaltspunkte. Würde ich nicht alles auf einmal machen.

Tempo, Tonlage, Rhythmus — worauf du achten kannst

Florian: Okay, und jetzt mal Butter bei die Fische. Los geht's.

Miriam: An einem Tag achte mal aufs Sprechtempo.

Florian: Also nur, ob jemand irgendwie besonders schnell spricht oder ob jemand eher sich Zeit lässt.

Miriam: Und an welchen Stellen ändert sich das bei einer Person? Wann spricht eine Person schneller über Dinge und wann wird sie langsamer? Zum Beispiel.

Florian: Kannst du noch einen Tipp geben, worauf das hindeuten könnte? Also Begeisterung wäre sicherlich sowas und...

Miriam: Ich glaube auch, dass eine schnellere Sprache einen höheren Energiewert auf jeden Fall hat. Ob das jetzt aus Anspannung heraus entsteht oder aus totaler Freude, Euphorie, ist sicherlich auch dann an anderen Sachen zu merken. Also zum Beispiel, über was spricht derjenige gerade?

Florian: Und vielleicht das Gesicht.

Miriam: Wie authentisch sozusagen untermalt sein Sprechtempo das Thema. Ja, genau. Also alles wahrnehmende Organismen. Da sollte noch ein bisschen mehr Information hinter sein. So, dann die Lage der Stimme. Also die Tonalität. Ist es tiefer, weicher Klang? Ist es ein gepresster, höherer Klang? Bei Männern ist das schärfer oder ist das weicher, was die von sich geben? Bei Frauen geht es in die Höhen auch. Also gibt es spitze Klänge bei bestimmten Themen. Ist es themenunabhängig? Macht eine Frau das permanent? Wechselt sich die Tonlage überhaupt mal ab? Oder ist die immer gleich? Sehr, sehr schön. Auch würde ich mir einen Tag vorknöpfen.

Florian: Was noch?

Miriam: Was noch? Wir hatten schon Tempo, wir hatten die Tonhöhe, das finde ich sind so die einfachsten. So ein bisschen mehr für die Profis vielleicht schon Metrik-Rhythmus.

Florian: Da wird es jetzt wirklich, genau, in welchem Rhythmus spricht jemand, ist das ein sehr gleichförmiger Rhythmus, in dem die Person immer wieder die Betonung an die gleichen Stellen setzt oder völlig rhythmusfrei an den einen oder anderen Stellen mal, wie auch immer.

Miriam: Sehr cool, ja genau. Es gibt auch Menschen, die reden wirklich wie so eine Marschkapelle. Wenn es um das Wichtige geht. Sehr cool, auch da mal drauf zu achten. Ja, den Stimmklang, die Stimmfarbe hatten wir schon drin. Das Tempo ist ganz wichtig. Ansonsten ist beim Hören eben auch noch diese Geräusche, die sind ganz spannend. Haben wir auch schon angesprochen.

Florian: Was meinst du jetzt genau?

Miriam: Weiß ich noch nicht. Ich bin noch am drüber nachdenken, welche Beispiele ich da jetzt noch geben könnte. Ja. Oh, voll gut. Ja, ich habe so viele verschiedene Beispiele und die sind so markant, dass ich, wenn ich jetzt Beispiele gebe, glaube ich, werden die zu erkennen für einige Hörer. Deshalb lasse ich das.

Füllworte, Räuspern und Atem

Florian: Ich war mal sehr gut befreundet mit jemand aus Sachsen und habe mir auch das Nö angewöhnt. Nö. Was dieses Zustimmende, also ich bin an dem Gespräch weiter beteiligt und ein Zustimmendes. Ja, sehr spannend.

Miriam: Da gibt es einige Worte, die so um Zustimmung, manche sagen ja Nö. Nö. Hinten dran mache ich auch öfter, ist mir aufgefallen. Nö. Oder Gell in Hessen, Gelle.

Florian: Ja. Ja.

Miriam: Und das wären schon wieder Worte, so Füllworte wie ähm, gell, ne? Und ich meine dieses Räuspern, Hüsteln.

Florian: Und es hat oft so eine ähnliche Funktion wie Räuspern oder Hüsteln haben kann, ne? Also so unterschiedlich ist es vielleicht dann gar nicht. Es sind noch keine richtigen Worte, ne?

Miriam: Ja, und beim Hüsteln oder beim Räuspern passiert was mit dem Atem. Also das ist auch ein Ventil, das zum Beispiel einen Überdruck öffnet, wenn sich was angestaut hat. Ja, bei diesen Atemgeräuschen ist es spannender. Ein Seufzen, ein tiefes Einatmen. Manche haben richtig Schnappatmung, bevor sie sprechen. Die machen vor jedem Satz sowas. Hörbar. Nicht ganz so übertrieben, wie ich es jetzt gemacht habe, gibt es. Also dieses Atemgeräusch in Form von Husten, Räuspern, lautes Atmen, Seufzern, das sind auch Sachen, auf die darfst du achten. Kommen die an einer bestimmten Stelle? Sind die gerade krankheits- oder allergiebedingt? Das ist sehr cool.

Wahrnehmen, testen — und was du damit machst

Florian: Gibt es wirklich, also ist es wirklich ein Plan machen, heute achte ich auf das und dann du achtest auf die Geräusche, die deine Gegenüber machen oder wie die was sagen? Also gibt es noch einen anderen Trick außer dieses Konzentrierte?

Miriam: Am Anfang nicht, ne? Ne? Wirklich, wenn jemand sowieso schon sehr trainiert ist und ich weiß, wir haben diverse Hörer, die ihre Sprachkenntnisse trainieren und Zaubersprache üben und sowieso sehr wach sind oder in einem sehr kommunikativen Beruf arbeiten, die können sich natürlich auch alles auf einmal auf den Plan tun und einfach wacher sein. Einfach, wenn sie jemandem zuhören, im Thema bleiben, klar, ich möchte demjenigen aus Höflichkeit oder wahrem Interesse folgen und gleichzeitig diese ganzen anderen Zeichen der Stimme, des Hörbaren bemerken. Und vielleicht wiederholt sich das eine oder andere an bestimmten Stellen und dann gibt einem das Gegenüber einen sehr, sehr schönen Hinweis von da ist vielleicht eine besondere Anspannung oder da ist eine besondere Entspannung.

Florian: Und das wäre Schritt 2. Also Schritt 1, erstmal wahrnehmen und sich freuen. Das merke ich ja auch bei dir, Miriam. Du freust dich einfach, wenn dir das das erste Mal jetzt auffällt, heute im Laufe des Tages oder so. Und dann das Zweite ist, versuchen das zu verknüpfen oder die Verknüpfung finden mit, was bedeutet es denn bei diesen Menschen, an welchen Stellen kommt es immer wieder hoch, das Muster zu finden.

Miriam: Das bei dem Makler war total nützlich für uns, weil wir konnten direkt in dem Haus bestimmte Plätze uns sehr genau anschauen. Wir haben das irgendwann gemerkt, es gab einen Test und der Test ist wichtig, weil wie gesagt, ein Husten kann auch erkältungsbedingt sein oder weil derjenige gerade eine Fliege verschluckt hat. Da darf ich sehr wach sein als Zuhörer, bin ich sehr wach sowieso und du, der du es übst, eben auch. Wenn dir Zeichen auffallen, die häufiger kommen, dann teste. Ist es wirklich immer vor einem bestimmten Thema, wenn derjenige anfängt über seine familiären Verhältnisse zu sprechen oder über seinen Chef oder über sein Auto oder was auch immer. Ist es themengebunden? Ist es stimmungsgebunden? Wenn derjenige entspannt ist, passiert es weniger, dass er hustet, hüstelt, räuspert. Auch das kann sein.

Florian: Und dann gehe ich mit den Informationen direkt an die Person ran und gebe Feedback, oder?

Miriam: Anderes Thema. Ja, direktes Feedback. Vielleicht hat der ein oder andere Hörer das ja auch schon getan. In bester Absicht jemandem zu sagen, du hör mal, deine Stimme kippt immer nach oben, wenn du die Leute... Ich weiß nicht. Ich weiß nicht. Anderer Podcast, ne? Ja, anderer Podcast. Das würde ich erstmal nicht machen. Nee, ich würde es gar nicht machen.

Florian: Stille Freude über neue Wahrnehmung für mein Gegenüber?

Miriam: Genau.

Florian: Und wenn du etwas tun möchtest, was gut ist für deine Kollegen oder deine Freunde oder so, oder Partnerinnen oder Partner, dann kannst du ja mal schauen, wenn dir so ein Muster auffällt, ich glaube identifiziert zu haben, dass jetzt gerade irgendwie was Stressiges passiert. Oder die Stimme macht das, dem ich gerade die Bedeutung gebe, das ist gerade ein bisschen stressiger, dann eben dafür zu sorgen, dass es in irgendeiner Form ein bisschen entspannter wird.

Miriam: Ja, besser so.

Florian: Du entspannst dich einfach ein bisschen mehr und du sprichst ein bisschen tiefer oder wie auch immer. Was auch immer für dich an der Stelle gut ist, um dann deinem Gegenüber so zu helfen, anstatt das offen und transparent zu machen. Weil für viele Menschen die Stimme und die Klangfarbe, diese ganzen Zusatzinformationen gar nicht bewusst gesteuert sind.

Und jetzt hör dir selbst zu

Miriam: Wird genauso selbstverständlich verwendet wie viele Sprachmuster, die wir benutzen. Und deswegen ist es vielleicht auch spannend, nach diesem Podcast auf dich selbst an der Stelle zu achten. Was passiert bei dir vor bestimmten Äußerungen, Themen? Gibt es überhaupt da irgendwas Markantes, worüber du dich selbst vielleicht ein bisschen amüsieren könntest? Ich bin nicht nur sehr trainiert im anderen Lauschen, sondern mir selbst auch. Und oft gibt es hier noch die allergrößten Erkenntnisse, weil ich kann ja sofort hinterfragen, mache ich das mit dem Räuspern jetzt gerade, weil ich aufgeregt bin oder habe ich tatsächlich einfach ein Kloß im Hals? Und wenn es ein Kloß im Hals wäre, hätte der ja tatsächlich so eine Bedeutung wie, uiuiui, vielleicht ist an dem Thema was, vielleicht ist die Situation unentspannt, vielleicht kann ich jetzt gerade was für mich tun, damit ich entspannter bin. Das sind die, ja, deswegen ist es für uns so wichtig, das haben wir gesagt, wir schieben dieses Thema mal mit rein in den Podcast, weil das genaue Zuhören schult ja auch deine Wachheit im Bereich Gehör. Und da ist es immer gut zu trainieren. Scharfes Sehen, gutes Hören, eine gute Wahrnehmung. Auch kleinste Zeichen wieder wahrnehmen zu können.

Florian: Und bald der nächste Teil. Fühl dich wohl. Das kommt ja dann auch noch.

Miriam: Das stimmt. Gut. War das heute ein kompakter Podcast.

Florian: Das stimmt. Ein neuer Kurzzeitrekord.

Miriam: Das wollen wir nicht so haben.

Florian: Also, dann erzählen wir einen. Für heute sind wir durch. Wir hören uns nächste Woche wieder. Richtig. Wenn es da heißt.

Miriam: Die zwei Gehirne mit dem einen Aufnahmegerät.

Florian: Genau. Oder so ehrlich. Bis dann.

Miriam: Bis dann, tschüss. Tschüss. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss bis nächste Woche. Bis zum nächsten Podcast.

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