Ein roter Berg klingelt an der Tür, eine Glocke bimmelt, und manches Kind fängt an zu weinen — Florian Harz kennt diesen Moment. Seit über 20 Jahren zieht er in Darmstadt als Nikolaus von Haus zu Haus, und weiß genau, was seine Stimme dabei können muss. Wie macht man aus einer sonoren Männerstimme eine, die wärmt statt erschreckt? Und warum hilft ein angeklebter Bart, der Figur zu glauben?
Wie ein Schauspieler zum Nikolaus wurde
Miriam: Ho, ho, ho! Wer feiert heute Nikolaustag? Bestimmt alle da draußen. Herzlich willkommen zum Miri-Podcast an diesem Dienstag, an dem alle irgendwas aus einem großen verzauberten Sack bekommen. Ach ne, was sag ich denn da? Nein, auf jeden Fall habe ich mich heute entschieden, den Sprach-Podcast mit dem Nikolaus persönlich zu führen, denn der darf ja mit seiner Stimme kraftvoll überall hinkommen, über Marktplätze, über Häuser und ich erzähl schon wieder Mist. Ich habe natürlich einen leibhaftigen Menschen vor mir sitzen und das ist kein geringerer als mein super lieber, witziger, toller, begnadeter Schauspielkollege Florian Harz aus Darmstadt, mit dem ich schon ganz viele Live-Events zusammen moderieren durfte. Wir haben schon viel zusammen erlebt. Florian arbeitet im Kikeriki-Theater als Puppenspieler und hat deswegen auch ein Leben, das für mich die Headline besonders bekommen würde. Herzlich Willkommen, lieber Florian!
Florian Harz: Herzlich Willkommen, danke, dass ich dabei sein darf.
Miriam: Florian, warum habe ich wohl dich ausgewählt für den Nikolaus-Podcast?
Florian Harz: Na, weil ich den Nikolaus jetzt, glaube ich, schon über 20 Jahre mache in der Weihnachtszeit. Ich habe den Job von meiner Mutter, muss man sagen, wohlgemerkt übernommen, die damals, als ich Kind war im Kindergarten, bei uns den Nikolaus gemacht hat und ich dann, als ich alt genug war, so mit 20... und sie das nicht mehr machen wollte und die haben jemanden gesucht, habe ich da tatsächlich auch meinen ersten Nikolaus-Auftritt gehabt und habe das über die Jahre immer weiter und immer professioneller gemacht, habe mir ein Kostüm selbst nähen lassen, arbeite mittlerweile schon seit mehreren Jahren mit einem richtigen Theaterbart, der angeklebt wird. Das ist das Erste. Und das Zweite ist dann natürlich eben auch die Stimme. Die natürlich sonor und nett und freundlich sein sollte, trotzdem natürlich so eine Art Respektsperson auch rüberbringen soll.
Miriam: Du hast ja schon ganz viele Dinge vorweggenommen, denn wenn sich wirklich jemand da draußen heute fragt, was der Nikolaus im Sprachpodcast verloren hat, na also, das ist ja die besonderste, verzaubertste Männersprache, die es überhaupt gibt einmal im Jahr, finde ich. Jetzt ist natürlich spannend für uns nicht nur, inwieweit du deine Stimme dafür verwendest oder auch anders ausrichtest als normalerweise. Das machst du ja als Puppenspieler sowieso sehr professionell, weil du ständig mit deiner Stimme irgendwelche sehr schrägen Wesen leben einhauchst, sondern... Wenn du schon gesagt hast, der braucht eine sonore Stimme und die Kinder haben keine Angst, kommt es nie vor, dass ein Kind dich sieht und anfängt zu heulen? Komm, sei ehrlich.
Wenn Kinder Angst bekommen
Florian Harz: Nein, das gibt es logischerweise schon. Das hat aber vor allen Dingen mit der Gesamterscheinung zu tun. Deshalb, wenn mich Leute auch anrufen, ob ich denn zu ihnen kommen möchte als Nikolaus, dann frage ich immer erst, wie alt das Kind ist. Und in 50 Prozent der Fälle ist das Kind einfach zu jung. Also zweijährige Kinder... Also ich sage immer Kindergartenalter Minimum, denn Kinder müssen auch ein bisschen was wegstecken. Man stelle sich vor, es klingelt an der Tür und da kommt ein riesiger roter Berg zur Tür mit einem großen weißen Bart, der dann noch mit von draußen, vom Walde komme ich her, anfängt, dabei noch eine große Glocke bimmelt. Selbst wenn man noch gar keinen Satz zu dem Kind selbst gesagt hat, können da Kinder logischerweise Angst bekommen. Aber das hat meistens einfach was mit dem Alter zu tun. Ansonsten ist es wirklich so, mir kann man als Nikolaus ins Gesicht gucken, man sieht meine Äuglein blitzen, ich kann mit dem Schnurrbart wackeln. Also die Kinder sehen einfach, dass da ganz viel Freundlichkeit auch in dem Gesicht drin ist, was eben bei so manch anderem relativ einfach verkleideten Nikolaus, sag ich jetzt mal, eben leider nicht so ist. Also ich habe nur ganz selten den Fall, dass Kinder Angst haben. Sage dann aber auch den Eltern immer, zwingen Sie Ihr Kind auf gar keinen Fall zu irgendwas. Ich habe jetzt meinen ersten Auftritt gehabt am ersten Adventssonntag auf einem Weihnachtsmarkt. Und dann wollen natürlich die Leute, mittlerweile auch jeder, dass man ein Foto mit dem Kind macht. Aber es gibt Kinder, die wollen einfach eben nicht zum Nikolaus so nah hingehen. Und dann sage ich, bitte zwingen Sie das Kind nicht, denn Sie möchten ja, dass Ihr Kind noch länger Lust und Spaß am Nikolaus hat. Und das wollen wir immer nicht zu so einem kleinen doofen Moment verderben.
Miriam: Also großartig. Ich kenne dich ja auch als Mensch und weiß, du bist der beste Nikolaus. Garantiert. Du bist ja selbst auch Papa. Also kannst du es noch mehr nachvollziehen als vorher. Kennt deine Tochter dich als Nikolaus oder macht es dann für deine Tochter jemand anders, weil die das sonst rauskriegt?
Florian Harz: Mittlerweile weiß meine Tochter, dass ich der Nikolaus bin und findet das auch ganz toll. Die ist ja mittlerweile acht Jahre alt. Das heißt, die... Aber sie glaubt noch ans Christkind und sie glaubt auch an den richtigen Nikolaus. Und sie weiß eben, dass der richtige Nikolaus natürlich nicht wirklich so viel Zeit hat, um alle Kinder auf der Welt persönlich zu besuchen. Und deshalb gibt es eben ein paar Leute, die sich verkleiden und das dann eben machen. Und sie findet das ganz toll. Und wenn wir irgendwo sind, sie hält auch immer wirklich den Mund und verrät es niemandem. Das funktioniert wunderbar. Es gibt allerdings eine schöne Geschichte. Als ich das erste Mal für meine Tochter den Nikolaus gemacht habe, da war sie nämlich drei. Und wir haben extra auch so lange gewartet. Und wir haben eine ganz große Feier gemacht mit ganz vielen Freunden. Es waren, glaube ich, 20 Kinder da. Und ich habe meine Nikolaustour am 6. Dezember beendet und bin relativ später hingekommen. Und ich komme da rein und sage mein Gedichtlein auf. Meine Tochter steht auf und kommt zu mir gelaufen und streckt die Hand aus und sagt, hier Papa, ich habe dir ein Bild gemalt. Dann hat sie sich aber wieder hingesetzt und dann habe ich angefangen mit den Kindern zu reden und alles ganz normal und da war kein Wort mehr von Papa. Also das ist, wenn wir wieder zum Thema Sprache zurückkommen, ist wahrscheinlich eine unterbewusste Geschichte gewesen, dass sie meine Stimme, obwohl ich sie natürlich verstellt habe, wahrscheinlich erkannt hat, ist in dem Moment dann zu mir gekommen, hat gesagt, hier Papa, ich habe dir ein Bild gemalt. Danach war ich aber wieder der Nikolaus. Also es gab hinterher auch keine Nachfragen ihrerseits, ob der nicht der Nikolaus gewesen wäre.
Was die Stimme des Nikolaus ausmacht
Miriam: Also nochmal, um jetzt auf einfach das Geschenk für den heutigen Nikolaustag an unsere Hörer zurückzukommen. Du bist sprachlich einer der besten Profis, die ich kenne. Allein deshalb, weil eben nicht du mit deinem Körper auf der Bühne stehst und deine Gestik und Mimik noch zur Verstärkung, zur Verfügung hast, sondern in einem irrsinnig erfolgreichen Theater, das über Jahre ausgebucht ist, tatsächlich selbstgebauten Puppen auf irrsinnige Weise deine Stimme verleihst. Wenn du den Nikolaus gibst, was veränderst du dann genau an deiner Stimme? Denn du hast eine sehr männliche, sonore Stimme von Natur aus.
Florian Harz: Ja, also man muss ja immer sehen, wie lange kann man sowas auch durchhalten. Also wenn man natürlich so eine kurze Geschichte hat in irgendeiner Familie, dann kann man das ganz, ganz tief anlegen, wenn man das möchte. Kommt natürlich immer auch darauf an, treffe ich jetzt Menschen, die mich kennen oder treffe ich Kinder, die mich kennen, dann muss ich mir mehr Mühe geben. Ansonsten ist meine Stimme eigentlich schon ganz liebevoll und sonor und dann muss ich das nicht so sehr machen. Was ich immer mache, ist, dass ich mit der Geschwindigkeit auf jeden Fall nach unten gehe. Das heißt, der Nikolaus ist ein bedächtiger, alter Mann, der sich natürlich Zeit lässt, mit den Kindern zu reden und den Kindern auch zuzuhören und dann natürlich auch ganz bedächtig sein goldenes Buch aufschlägt und dort dann nachliest. Was die Kinder so alles erlebt haben in diesem Jahr und ob sie brav gewesen sind. Also das ist eher so die Nummer, dass ich versuche mit der Intonation und mit der Geschwindigkeit das Ganze noch ein bisschen anders zu gestalten als mit der Stimmfarbe. Dadurch, dass der Bart auch angeklebt ist und ich von unten den Vollbart habe und von oben drüber nochmal den Schnorres, kann ich den Mund auch gar nicht so weit öffnen beim Sprechen. Leider auch nicht zum Trinken oder Essen. Das heißt, ich muss mich da immer so ein bisschen reindenken. Also wenn ich wirklich war dann bei meinem Patenkind und da versucht man natürlich die Stimme dann ganz extrem nochmal anders einzufärben und ganz tief zu werden. Was man natürlich dann aber... Also man muss immer schauen, dass man es eben auch durchhalten kann. Denn wenn der Nikolaus ganz tief anfängt und irgendwann ganz normal redet, ist es natürlich auch blöd. Also ich mache das eigentlich intuitiv so von Fall zu Fall.
Miriam: Findest du auch, oder das erlebe ich im Theater, dass das Kostüm mir dabei hilft sogar. Also du hast eben den Bart angesprochen. Also sobald ich mein Kostüm trage beim Musical, fällt es mir noch leichter, den Charakter auch körperlich und stimmlich zu performen.
Florian Harz: Ja, ja, auf jeden Fall. Also wenn ich das Kostüm anhabe, dann bin ich der Nikolaus. Dann glaube ich auch selbst daran, dass ich der Nikolaus bin. Ich erzähle den Kindern ja auch immer ganz viele Geschichten oben aus dem Himmel und wie sie ihren Wunschzettel noch wegschicken können und wie die Englein auf sie aufpassen und so weiter. Und das ist wirklich, ich habe das dann selbst vor Augen und wenn ich mich im Spiegel anschaue, freue ich mich jedes Mal wieder, dass ich der Nikolaus sein darf. Und ich glaube mir das selbst. Und im Theater ist das ganz oft so, als Beispiel, wenn wir ein Stück länger nicht gespielt haben und dann machen wir vielleicht nochmal so einen Textdurchlauf und wenn wir dann einfach nur dastehen und den Text versuchen aufzusagen, dann klappt das vielleicht nicht so gut. Dann steht man aber auf der Bühne und hat dann zwar kein Kostüm an, wie du gesagt hast, sondern du nimmst dann die Puppe in die Hand und hältst die Puppe nach oben und stehst an der Stelle, wo du zu diesem Zeitpunkt des Textes stehen musst. Und auf einmal ist der Text wieder da. Also es ist ganz eng verbunden mit der Darstellung oder mit der Figur.
Miriam: Das stimmt. Ich glaube, dass es den Effekt auch gibt bei andersartigen Vorträgen. Also wenn Dinge irgendeine Art von Ritual entwickeln, dann passt sich Umfeld, Kontext, Zeitpunkt, was weiß ich, das passt dann alles zusammen und ergibt dann eben ein immer wiederholbares Ding. Also das kenne ich auch von unseren Seminaren oder so. Wenn ich vor dem Flipchart stehe, dann passiert dies und jenes. Und wenn ich auf meinem Hocker sitze, dann ist es so und so. Also das kenne ich auch so. Und wie gesagt, das Kostüm jetzt im Fall vom Nikolaus, das ist ja bei den meisten Menschen doch positiv belegt, weil der Kerl am Ende ja dann doch ein Geschenk auspackt. Also zumindest war es in meinem Leben so. Mein Vater erzählt da noch andere Geschichten.
Pädagogik in der Weihnachtszeit
Florian Harz: Es gibt leider immer noch den Fall, dass Eltern versuchen, ich bewege mich jetzt mal auf dünnes Eis, ihre Erziehung und so weiter und so fort. Also ich habe dieses Jahr jetzt mal so ein kleines Infoblatt rausgegeben an meine Eltern, zu denen ich komme als Nikolaus und habe dann auch mal explizit auch reingeschrieben, dass der Nikolaus eine positiv besetzte Figur ist, auf die die Kinder sich auf jeden Fall freuen sollten und die nicht mit irgendwelchen Repressalien besetzt werden sollte. Denn es ist einfach so, der Nikolaus schlägt keine Kinder, der Nikolaus steckt auch keine Kinder in den Sack. Der Nikolaus ist auch historisch gesehen einfach eine positive und hilfsbereite Figur gewesen. Und so sollte man das, denke ich, auch behandeln.
Miriam: Ich denke auch. Also da ist die Frage, wie erklären Eltern ihren Kindern den Nikolaus? Was soll da am Ende bei rauskommen? Ich mag das auch sehr, wie das in dem Kindergarten meiner beiden Söhne gehandhabt wird. Das ist also auch eine schöne Tradition, dass der Nikolaus sich sehr positiv... und nicht abstraft, sondern an die guten Dinge, an die guten Charakterzüge, an die Erfolge erinnert im vergangenen Jahr. Das wäre ja so dieses Stärken-Stärken. Jetzt wird der Podcast auch noch pädagogisch, Herr Harz. Das hast du ja geschickt eingefädelt, hör mal. Also, ihr könnt auch gern so einen richtigen Rumpelwicht engagieren, der ordentlich auf die Kacke haut.
Florian Harz: Natürlich. Für alle Nikoläuse da draußen, wenn die Eltern zu viele negative Sachen aufschreiben, dann lasst die einfach weg und denkt euch positive Sachen aus. Das habe ich auch schon gemacht. Wirklich in Familien, wo die wirklich gedacht haben, sie könnten jetzt hier mal die ganze lange Liste der bösen Taten ihrer Kinder mir unterjubeln und dann habe ich einfach die Hälfte weggelassen und habe mir irgendwas anderes Schönes ausgedacht. Und das Kind war hinterher glücklich und die Eltern haben mich mit sehr großen Augen angeschaut.
Miriam: Ja, ich find's gut. Also ich, wie gesagt, deswegen, ich mochte ja auch oder mag die Arbeit mit dir zusammen auch so irrsinnig, weil da eben so viel Witz und so viel Verschmitztheit auch dann immer mitschwingt. Um einen Nikolaus glaubhaft zu performen, haben wir gerade schon gehört, gilt es, die Stimme etwas tiefer zu machen, etwas zu verlangsamen. Das fühlt sich für mich immer ein bisschen schräg an, dass wir jetzt nicht diskriminierend werden, nur wenn Frauen den Nikolaus spielen. Deine Mama hat das ja auch gemacht. Dann funktioniert das in meiner Welt bei kleineren Kindern noch. Bei meinem Neunjährigen wäre das schon ein Kriterium, um... Darf recht zu werden an der Stelle?
Florian Harz: Ja, nein, meine Mutter hat das damals eben wirklich auch nur für Kinder im Kindergartenalter gemacht. Ja, da war nichts Älteres dabei. Und die war aber auch total schmerzbefreit. Die hat sich den Bart umgehängt und hat sich mit Uhu-Watte auf die Augenbrauen geklebt, damit die auch noch weiß waren. Boah, aua. Damals ist X noch nicht bekannt, zumindest nicht bei meiner Mutter. Das hat funktioniert, weil sie auch die dementsprechende körperliche Statur hatte. Wie sie das jetzt stimmlich angelegt hat, kann ich dir gar nicht mehr sagen. Also da war ich auch einfach zu klein, um mich daran zu erinnern. Aber ich denke auch, auch in Zeiten der Genderfreiheit, der ich wirklich sehr positiv gegenüberstehe, aber der Nikolaus ist einfach eine männliche Figur und denke ich, sollte dann auch so von einem Mann dargestellt werden.
Miriam: Glaubst du noch an ihn? Nein. Hast du dir dieses Jahr vom Nikolaus was gewünscht?
Florian Harz: Nein, ich lasse mich immer gerne überraschen. In mein Stiefelchen raus und mal schauen, ob mir ein paar nette Englein was reinzaubern. Mal gucken. Aber da der Nikolaus ja selber so viele Plätzchen bäckt und sowieso schon einen etwas dickeren Bauch hat, braucht er gar nicht mehr so viel. Weil ich selbst ja beruflich schon so viel mit Weihnachten zu tun habe, bin ich selbst da immer ganz, ganz, ganz bescheiden.
Weihnachten am Theater und ein Schlusswort
Miriam: Ja, das heißt, ihr feiert im Theater auch Weihnachten?
Florian Harz: Nein, feiern tun wir es nicht, sondern wir haben ein spezielles Kinderweihnachtsstück, den Weihnachtsbängel, der sich mit dem Thema Weihnachten und der Hektik rund um Weihnachten, der ja die gesamte Menschheit dann anheimfällt, auseinandersetzt. Und das ist sehr, sehr erfolgreich, spielen wir sehr oft in der Vorweihnachtszeit. Und da ist dann hinterher alles ganz wunderschön erleuchtet. Und da kommt man auch, wenn man... Gut, die Arbeit, die ich mache, ist ja keine Arbeit eigentlich, aber da kommt man auch selber schon in Weihnachtsstimmung. Und dadurch, dass wir im Theater auch so viele geschlossene Weihnachtsfeiern abends haben, also wir selbst im Theater machen keine Weihnachtsfeier für uns.
Miriam: Wir haben genug Weihnachten. Am 6.12., also heute, spielt ihr da ein normales Stück für Erwachsene und oder kommt da dann der Nikolaus drin vor? Macht ihr da einen kleinen Gag drauf?
Florian Harz: Nein, nein, nein. Für Erwachsene machen wir da gar nichts. Also logischerweise, wir sind ja dafür bekannt, dass wir relativ viel improvisieren in unseren Stücken. Wir sagen ja immer, in erster Linie spielen wir erstmal für uns selbst, denn wenn man das sechs Abende in der Woche macht, dann muss es einem jeden Abend Spaß machen, damit man das glaubhaft rüberbringen kann. Und natürlich kommen da in der Weihnachtszeit dann vielleicht auch irgendwelche weihnachtlichen Gags mal mit rein, ganz spontan. Aber dass wir da ein spezielles Stück für Erwachsene hätten, das nicht. Also wir spielen heute Nachmittag den Weihnachtsbänger, ganz normal um 15 Uhr. Vorher bin ich schon als Nikolaus unterwegs, danach dann eben auch wieder und abends spielen dann meine Kollegen den Faust. Unsere Adaption dieses Goethe-Klassikers.
Miriam: Toll! Also nochmal für dich da draußen, wenn du irgendwie an Darmstadt vorbeireitest, dann guck mal, ob es meistens spontan nicht möglich im Kikeriki-Theater, nur manchmal gibt jemand seine Karte abends zurück und es lohnt sich darauf zu warten. Das ist wirklich das coolste und lustigste, was ich im Bereich Puppentheater kenne. Ganz fantastisch gemacht. Allein schon die Geschichte dieses Theaters ist erlebenswert und das findet dort statt. So, jetzt noch ein Schlusswort vom Nikolaus an unsere Hörer, lieber Florian.
Florian Harz: Ich kann nur alle Leute, die den Nikolaus treffen oder die sich vielleicht auch selbst einen Nikolaus nach Hause bestellt haben, ganz herzlich dazu einladen, diese eigentlich sehr analoge Unterhaltung. Es ist ja eine ganz traditionsreiche Figur. Und genießen Sie das zusammen mit Ihren Kindern oder ihr mit euren Kindern. Ich weiß gar nicht, ob wir per Du oder per Sie sind mit den Hörern. Wir sind per Du. Also, denn es ist ja mittlerweile, haben wir uns ja angeboten, dass nichts auf der Welt darf ja, es muss ja alles fotografiert oder gefilmt werden. Sonst ist es ja nicht passiert mittlerweile. Genießt lieber diese Zeit, nehmt euer eigenes Kind auf den Schoß, hört dem Nikolaus zu, was er sagt. Es ist am Ende des Nikolausbesuches jetzt immer genug Zeit, um Fotos zu machen, um vielleicht auch ein kleines Filmchen zu drehen. Aber es ist für die Kinder ganz wichtig, dass sie dieses schöne Erlebnis mit ihren Eltern zusammen teilen können und dass sie nicht ihre Eltern angucken und die Eltern gucken sich den Nikolaus nur durchs Display von ihrem Handy an. Es passt irgendwie nicht so zusammen, diese Tradition des alten Nikolauses und diese ganz moderne Technik. Ich mache sehr gerne Bilder mit den Kindern, aber gerne erst am Ende. Das ist so mein persönlicher Aufruf an alle da draußen. Genießt die Zeit, haltet die Erlebnisse und vielleicht auch die Stimmen, die ihr dort hört, in euren Köpfen fest. Denn das sind die schönsten Erinnerungen und die schönsten Bilder, die man sich schaffen kann, sind die im eigenen Kopf. Die auf dem Handy, die hat man bald wieder vergessen, aber die im Kopf, die bleiben.
Miriam: Oh, wie schön. Dann kommt jetzt das, was am Podcast-Ende immer kommt. Wir laden unsere Hörer ein, dich im Netz auch noch anderweitig zu finden und mehr über dich zu erfahren, als in den 20 Minütchen. Wie lautet der Name deiner Homepage, wenn du ihn nennen möchtest, oder wo finden wir dich auf Facebook, Social Media?
Florian Harz: Also, auf Facebook findet man mich unter Florian Harz. Harz, wie das Gebirge geschrieben, also ohne T. Meine Website kann gerne besucht werden, ist leider aber extrem veraltet. Ich arbeite an einem Relaunch, kann allerdings noch ein bisschen dauern. Da ist die Internetadresse www.publikumsliebling.com. Aber wirklich nicht böse sein, wenn man da auch so ein bisschen veraltete News findet. Da geht es dann eher um die Kontaktaufnahmen. So bin ich zu finden.
Miriam: Das Kikeriki-Theater finden unsere Hörer auch.
Florian Harz: Ja, natürlich. Und zwar unter comedy-hall.de. Da ist alles, denn unser Ort, in dem wir spielen, heißt Comedy Hall, aber die Theatergruppe, die spielt, ist das Kikeriki-Theater. Oder einfach Comedy Hall oder Kikeriki-Theater googeln, da findet man es auf jeden Fall.
Miriam: Lieber Florian, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast zwischen Weihnachtsaufführung und, ich weiß, Kulissenbau und allem, was ihr im Moment noch tut, bevor du dann sogar nochmal auf Tournee gehst. Ich danke dir von ganzem Herzen für den schönen Nikolaus-Podcast und wünsche mir, dass wir beide uns auch ganz, ganz schnell wiedersehen.
Florian Harz: Ja, vielen Dank, mir hat es sehr viel Spaß gemacht und eine schöne Weihnachtszeit für euch alle da draußen.
Miriam: Vielen Dank, ho ho ho, von raus und weg.
Florian Harz: Ja, tschüss. Ciao.