NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 209

Helfen wider Willen?

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In dieser Folge

Darum geht es

Hast Du es, oder hast Du es nicht? Dieses „Ungefragte-Hilfe-Verhalten“? Gleich mal ein Storno vorweg: Wir möchten, dass Du weiterhin Menschen hilfst, die in realer Not sind. Das ist edel und gut und wundervoll. Wir möchten in dieser Podcast-Folge auf etwas anderes aufmerksam machen. Nämlich das ungefragte Verteidigen, Helfen und Beratschlagen von anderen Menschen. Dann, wenn sie es nicht eingefordert haben. Sondern einfach nur, weil Du bisher glaubtest, sie retten oder ihnen das Leben einfacher machen zu müssen. Und warum? Weil Du glaubtest, die Situation besser im Griff zu haben oder die anderen für unmündig zu erklären. Punkt. Das ist die bittere Wahrheit. Natürlich könntest Du jetzt argumentieren: EY! Ich liebe diesen Menschen. Ich wollte, dass es ihm oder ihr besser geht oder schneller gelingt oder sie/ er nicht in ihr/ sein Unglück rennt. Stimmt. Und die Wahrheit dahinter ist: Du hattest ein überlegenes Gefühl von einem Besserwisseranfall und das macht bei dem Menschen, der ihn hat, dolle Endorphin-Empfindungen. Glaubst Du uns nicht? Dann höre und staune. Und wenn Dich das nächste Mal einer ungefragt retten will, dann erinnere Dich an jedes Wort. Dies ist eine der Mütter allen Beziehungsgnatsches – by the way. Miriam und Florian arbeiten sich am ganz alltäglichen Stoff ab: dem Einkaufszettel am Kühlschrank, den Facebook-Fans, die zum Anwaltsschwarm werden, der besorgten Privatnachricht mitten in der Nacht und der Frage, ob man den eigenen Teenager beim Vokabellernen drängen oder loslassen soll. Es geht um ungefragte Ratschläge, um die positive Absicht dahinter, um das „in die Glaskugel schauen“ aus dem Meta-Modell des NLP und um die einfache Zwischenlösung: erst fragen, dann helfen. Wenn Du Dich in Beziehungen, Familie oder Team dabei ertappst, andere retten zu wollen, obwohl sie nicht darum gebeten haben, findest Du hier konkrete Gedanken zu Grenzen, Vertrauen und offenen Angeboten.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Ein Podcast über zwei Städte hinweg
  2. Der Einkaufszettel und das Übergriffshelfen
  3. Facebook-Anwälte und Sorgen um Miri
  4. Ratschlag oder Rat-Schlag: die Sache mit dem Coaching
  5. Fragen statt Retten — und andere ihre Erfahrungen machen lassen
  6. Vertrauen, Loslassen und die hohe Kunst des Miteinanders

Der Kühlschrank ist voll, der Einkaufszettel hängt an der Wand — und trotzdem hat sich keiner darum gebeten. Kennst du das? Dieses Kümmern, das aus Liebe kommt und beim anderen trotzdem seltsam ankommt? Miriam und Florian nehmen genau diesen Moment auseinander: das ungefragte Helfen, Beraten und Beschützen. Und die überraschend ehrliche Frage dahinter — geht es eigentlich um den anderen oder um mich?

Ein Podcast über zwei Städte hinweg

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.

Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.

Miriam: Ein herzliches Willkommen heute zu dieser Podcast-Folge aus Bayern, aus München, jawohl!

Florian: Nein, nein, nein, nein, Sekunde, Sekunde, Sekunde. Wir sind gar nicht in München. Ich bin in Krefeld. Ein herzliches Willkommen aus Nordrhein-Westfalen also.

Miriam: Kann doch nicht wahr sein. Wir hätten mal so einen besonderen und exotischen Anfang gehabt.

Florian: Einen exotischen Anfang mit München.

Miriam: Wenn ihr euch jetzt wundert, weil ihr ja unsere beiden Stimmen hört, das hier ist ein kleines technisches Wunder für Miris Gehirn zumindest.

Florian: Idealerweise hört ihr uns beide sogar ganz großartig, nur das werden wir erst in der Post-Production feststellen. Also dann, wenn wir die Datei schon aufgenommen haben und wenn alles schon fertig ist.

Miriam: Uiuiui. Ich kann nämlich mit dem Florian einen Podcast aufnehmen, obwohl der auf der Welt ganz woanders sitzt als ich.

Florian: Soll ich dir was sagen? Wir könnten sogar noch was viel cooleres machen. Vielleicht machen wir das beim nächsten Mal dann. Wir könnten sogar On-Air gehen, dann könnt ihr uns live zuhören, wenn wir diesen Podcast aufnehmen.

Miriam: Das ist nicht wahr. Warum machen wir das denn jetzt nicht?

Florian: Dafür ist dieser On-Air-Button da, weil wir niemanden haben, der dann zuhören würde.

Miriam: Das stimmt überhaupt nicht. Du würdest dich wundern, würdest du dich... Boah, ist das toll. Warum haben wir das denn nicht gemacht? Immerhin hat sich einer darum gekümmert, dass wir erstens einen Podcast aufnehmen können, das war der Florian, und zweitens, dass es so eine Möglichkeit gibt. Das war die Crew von irgendeiner App, die... Ich weiß gar nicht, Studiolink heißt.

Florian: Das sind die ganz großartigen Köpfe rund um Sendegate auch und um Ultraschall-FM, die tatsächlich es geschafft haben, Podcast-Equipment und Podcast-Technologie in Deutschland tatsächlich ganz weit nach vorne zu bringen. Mit all den Tools, die es da gibt. Podigy, Auphonic, ganz großartig.

Miriam: Dass sie sich ungefragt um unser Glück gekümmert haben.

Florian: Ja, da mag ich das auch mal. Was ist denn heute das Thema?

Der Einkaufszettel und das Übergriffshelfen

Miriam: Das ist heute das Thema. Ich habe mir ja schon Sorgen gemacht, weil du und die Jungs ja alleine dann sind, wenn ich nicht da bin. Also in meiner Welt seid ihr dann total alleine. Und deswegen habe ich mir Sorgen gemacht, dass auch alles Mögliche bei euch im Kühlschrank ist, damit ihr nicht a. nicht verhungert, das wäre das Worst-Case-Szenario und b. gesunde Sachen esst.

Florian: Ja, deswegen ist, als Miriam am Samstag losgeflogen ist, wir haben sie natürlich standesgemäß zum Flughafen gebracht und tränenreich verabschiedet und als wir dann zurückkamen, hatten wir in der Küche ein großes Post-it hängen mit Einkaufsliste und mit To-Liste für den ersten Tag, um in die Schule zu kommen. Ich bin so gut, wirklich, ich bin brillant. Also was wir auf jeden Fall nicht gemacht haben, ist das kaufen, was da drauf steht.

Miriam: Merkt ihr was, ihr Lieben zu Hause? Das ist ein ganz schlimmes Schicksal, das ich da erfahre. Ja, weil ich kümmere mich.

Florian: Das ist ungefragtes Helfen. Das ist Übergriffshelfen ist das.

Miriam: What?

Florian: Ja.

Miriam: So, jetzt gibt's Kasala. Ich weiß genau, was passiert, auch bei unseren Hörern. Weil wenn sich eine Mutter mütterlich kümmert, eine Traumfrau traumfreulich kümmert, um ihren Traummann, um ihre beiden wundervollen Söhne, und die Hilfe und die Liebe wird nicht angenommen.

Florian: Und wenn sie tatsächlich so tut, als wären die anderen Menschen nicht lebensfähig in ihrer Umgebung, dann ist das übergriffig.

Miriam: Ich weiß genau, dass ihr lebensfähig seid. Ich glaube, ihr esst nur Chips, wenn ich nicht da bin. Und ich weiß, die Männer, die diesen Podcast hören, werden jetzt sagen, ja, ist doch gut so. Leute, das geht nicht. Ich habe mal gelesen, dass ein Wochenende nur mit Steaks und Chips, dass da schon Menschen dran verraucht sind.

Florian: Fleisch ist unser Gemüse gewesen. Na klar.

Miriam: Was ist denn jetzt das Thema von dem Podcast?

Florian: Ja, ungefragt helfen. Wir nehmen das mal. Also was, wenn du denkst, du weißt es doch besser für jemand anders. Der andere hat da einen Kaffeefleck oder einen Kakaofleck auf der Backe und du nimmst dein Taschentuch, machst ein bisschen Spucke dran und dann wischst du den weg. Ungefragtes helfen.

Miriam: Wenn ich einen Zettel schreibe.

Florian: Das kannst du doch nicht vergleichen mit Spucketuch. Das ist doch gemein. Ich wollte mal den Vergleich in den Raum reinholen, nur mal um so zu sehen, wer mir da zustimmt.

Facebook-Anwälte und Sorgen um Miri

Miriam: Mir ist das zweimal letzte Woche passiert und ich habe nichts gelernt draus.

Florian: Ja? Wo ist es dir denn noch passiert?

Miriam: Du, ich habe ja wirklich wundervolle Fans. Also nur falls eins von denen jetzt diesen Podcast mit auch anhört. Ich habe die besten Fans der Welt und meine Kosmetiklinie hat die besten Fans der Welt. Und meine Fans kümmern sich um mein Wohl. Das ist natürlich manchmal super, weil zum Beispiel auf meiner Facebook-Seite, wenn da irgendwann, das passiert ja ganz selten, die Miri-Facebook-Seite oder die normale Miriam Deforth-Facebook-Seite? Die normale Miriam Deforth, nehmen wir mal. Da mischt es sich ja. Da sind ja Fans von unserem Kommunikationstraining und Fans von Miri-Kosmetik und Fans von uns und alles mögliche. Und wenn da jetzt sich mal jemand hinverirrt, das ist ja eine öffentliche Seite, und schreibt irgendwie Kritik. Sowas wie, die neue Haarfarbe steht dir aber gar nicht eh.

Florian: So was passiert da?

Miriam: Früher ist es häufiger passiert, jetzt passiert es nur selten. Nur früher ist dann noch was anderes passiert, dann hat sich nämlich ein Schwarm von meinen Fans auf diese arme Seele gestürzt und hat den in Grund und Boden gebasht.

Florian: Wow.

Miriam: Ja. Sowas macht man nicht, das ist doch Miriams Sache, wie sich ihre Haare färbt, das stimmt auch. Die Miri hat immer tolle Haarfarben, die hat das Recht drauf.

Florian: Das heißt, du hast eine ganze Community voller Anwälte gehabt an der Stelle.

Miriam: Ja, Facebook-Anwälte.

Florian: Facebook-Anwälte, die sich darum gekümmert haben, dass dir nichts passiert. Ist doch schön, oder?

Miriam: Das ist super, weil deswegen wird das auch immer weniger, dass da jemand mal was Kritisches gibt. Das ist ja auch Hardcore, also da schreibt mal einer, das gefällt mir nicht. Und das passiert auch andersrum. Also das ist ja irgendwie noch ganz nett, weil da brauche ich gar nichts machen. Ich würde eh nichts machen. Also ich bin das ja gewöhnt sozusagen. Jedem Tierchen sein Pläsierschen. Wenn ein anderer Mensch beschließt, dass ihm meine Haarfarbe nicht gefällt, dann gefällt ihm meine Haarfarbe nicht. Da kann ich ja auch nichts dran machen. Ich kann ja auch nicht jedem einreden, dass ein rosa Kleid toll ist.

Florian: So relevant ist das tatsächlich auch nicht, oder?

Miriam: Nee, also Florian würde jetzt auch keine rosa Kleider tragen. Nur weil ich sage, mach mal. Auf der anderen Seite finde ich das natürlich auch total nett, dass die sich so für mich einsetzen und mich so beschützen wollen, diese Menschen. Also dass die mich so bewahren wollen vor Angrifflichkeiten.

Florian: Ich kann den Impuls verstehen. Da sind wir ja voll im Modell von NLP drin. Das ist ja jetzt in die Glaskugel geschaut. Also da sind wir im Meta-Modell der Sprache drin, in diesem ersten Werkzeug, das Richard Bandler und John Grinder damals vor vielen, vielen Jahrzehnten auf die Beine gestellt haben und abmodelliert haben, um dann die Werkzeugkiste NLP zu schaffen. Und das, was Miriam eben gesagt hat, ist völlig dieses in die Glaskugel schauen, dass die sie bewahren wollen oder beschützen wollen, Angriffe abwehren wollen, weil wir wissen ja gar nicht, warum die Menschen das machen.

Miriam: Ja, oder was das mit mir macht. Fragt mich mal einer. Nö. Weil die Leute empfinden dann irgendwas als, und es ist lustig, es sind ja mehrere, die das so empfunden haben. Das ist nicht nur einer, der in die Glaskugel geguckt hat und hat was für sich entschieden, sondern in dem Fall waren es mehrere. Dieser, dass einer in die Glaskugel guckt, hatte ich auch. Und das hatte ich ganz konkret letzte Woche mal. Da habe ich sowas gepostet wie, ich mache jetzt dies und das und jenes. Ah, nee, genau. Es war ein lustiges Posting in meiner Welt. Also in meiner Welt war es lustig. Ich habe geschrieben, zwischen der Morgensendung und der Mittagssendung bei HSE24 wollte ich meine E-Mails beantworten, mit Florian telefonieren, einkaufen fahren, ein Video drehen und meine Parfum-Tests bearbeiten. Was ich getan habe, Doppelpunkt, frühstücken und dann schlafen.

Florian: Und ich fand das ganz lustig.

Miriam: Und dann habe ich unten drunter geschrieben, kennst du das? Nur mal kurz die Füße hochlegen und dann schnarch. Und dann kamen auch tatsächlich ganz viele lustige Geschichten von Menschen, die das auch kennen. Also die sozusagen, die haben wirklich super lustige Sachen geschrieben. Sowas wie... Ja, wenn auf einmal du die Augen aufmachst und der Anschluss im Film stimmt nicht mehr, weil es ist schon der zweite Film anderthalb Stunden später. Ganz andere Darsteller auf einmal.

Florian: Ich kenne das auch mit den Kindern. Wenn so ein schlafendes Kind oder so ein atmendes Kind dann irgendwie auf meinem Bauch liegt, das ist auch fünf Minuten.

Miriam: Das stimmt. Und da schrieb dann ein ganz wunderbar lieber Mensch drunter, Miri, überarbeite dich nicht. Wenn dein Körper so sehr Schlaf einfordert, dann ist es auch dringend nötig. Pass gut auf dich auf, ich mache mir Sorgen.

Florian: Und dann?

Miriam: Und dann lese ich das und bin so zwischen mich dafür bedanken, dass sich da ein Mensch, den ich ja gar nicht persönlich kenne, so was Liebes denkt. Ja, voll schön. Das ist ja von Herzen liebevoll. Und auf der anderen Seite, dass überhaupt nicht auf meine Befindlichkeit zutrifft. Also ich finde es auch nicht schlimm, dass ich jetzt dieses Video nicht gedreht habe.

Florian: Ist das tatsächlich das, was diese Hilfe in einen seltsamen Modus reinbringt? Weil so geht es mir auch, wenn du Miriam mir so ein Post-it hinterlässt, auf dem dann Sachen draufstehen zum Einkaufen. Dann denke ich mir, Einkaufen ist jetzt nicht die Herausforderung, Grundsätzlich sind wir drei Jungs hier auch alleine lebensfähig. Wir haben auch genug Essen, um einfach die nächste Woche überhaupt nichts einkaufen zu gehen und trotzdem was essen zu können. Und das ist was, wo ich mir denke, ja, wozu? Nur ich weiß ja, dass es grundsätzlich ein Liebesbeweis ist. Also dass da grundsätzlich eben, genauso wie du eben gesagt hast mit den Fans eben auch auf der Facebook-Seite, dass da grundsätzlich wahrscheinlich eine positive Intention dahinter steckt. Also dass da jemand sich was wünscht oder eben Sorgen macht.

Miriam: Du, ich sehe das noch einen Schritt weiter. Projiziere ich da vielleicht etwas, vor was ich mich selbst fürchte, in andere hinein, die dieses Problem gar nicht so haben oder für sich in Anspruch nehmen? Es kann ja sein, dass ich sozusagen eine Befürchtung habe, ich könnte in Bezug auf die Kinder und dich wichtige Sachen beim Einkaufen vergessen. Oder ich könnte nicht genug dafür sorgen, dass ich genug Vitamine esse. Vielleicht esse ich im Moment auch einfach nicht genug Vitamine. Ich bin ganz viel auf Reisen. Heute war ich dann einkaufen und habe mir den Kühlschrank voller Avocados und Tomaten gepackt und heute Abend werde ich mir nach der Aufnahme vom Podcast noch einen richtig großen Avocado-Tomaten-Salat machen. Nur vielleicht sind das meine Befürchtungen, die ich da in euch hinein...

Florian: Die du sehr viel mehr bei dir hast.

Miriam: Ja, genau, weil sonst würde ich die ja nicht so fühlen oder sonst wären die für mich nicht so wichtig, dass ich so einen Zettel schreibe. Und da darf ich mich so ab und zu mal in meine Glaskugel gucken und die kann ich ja lesen. Ich kann mich ja selbst hinterfragen, was bringt mich jetzt dazu? Und ich will ja auf der anderen Seite auch nicht in diesem Podcast proklamieren, bitte, bitte nicht, dass irgendein Mensch da draußen nicht mehr bereit ist, anderen zu helfen oder andere zu unterstützen, wo er eine Not wahrnimmt. Weil da gibt es ja auch einen Zwischenweg. Es gibt einen sehr einfachen Zwischenweg. Ich lasse unseren Hörern jetzt auch einen Moment Zeit, mal drüber zu hirnen. Es sind ja zwei Gehirne und ein Podcast und ganz viele Gehirne da draußen. Was könnten wir als Zwischenlösung tun? Und dem anderen sowas schreibe wie, oh um Gottes Willen, pass gut auf dich auf. Diese Frau hat mir auch mal geschrieben, du fällst irgendwann um. Hat die mir geschrieben.

Florian: Echt?

Miriam: Ja, wo ich dann lösche, weil sowas will ich überhaupt nicht haben. Das ist super lieb gemeint. Was wäre dazwischen? Dazwischen wäre ja zum Beispiel eine Frage. Also ich könnte euch fragen, ob ihr euch meine Unterstützung wünscht für die Restorganisation des Sonntags und des Montags, wo die Schule anfängt, wo ich nicht da bin.

Florian: Dann ist die ganz klare Antwort nein. Wir haben uns alle drei auf ein Männerwochenende gefreut und darauf, dass wir genau die Sachen machen können, auf die wir Lust haben und dass die niemand vorstrukturiert.

Miriam: Das macht mir gerade nicht so gute Gefühle und da darf ich ja dann wieder mit klarkommen.

Florian: Das stimmt.

Miriam: Dass ich da so rausgevotet werde dann. Wenn ich die Frage stelle, dann darf ich mit der Antwort klarkommen. Ja, das stimmt. Sonst schreibe ich halt einen Zettel und ihr könnt ihn verbrennen, wenn er euch nicht gefällt. Wäre ja auch eine Lösung.

Ratschlag oder Rat-Schlag: die Sache mit dem Coaching

Florian: Weil das ist ja auch manchmal das, gerade wenn wir, falls du liebe Hörerin oder lieber Hörer, falls du auch eine Coaching-Ausbildung hast, manchmal gibt es ja diesen Ansatz zu sagen, oh, ich gebe keine Ratschläge mehr meinen Coaches. Also selbst wenn ich eine gute Idee habe, ich behalte die lieber für mich, damit ein Coach, ein Coachee, also die Person, die gecoacht wird, jemand, der kommt und eben eine Herausforderung hat und irgendwas auflösen möchte oder weiterkommen möchte. Das ist etwas, was viele Menschen eben nicht tun.

Miriam: Sondern sofort mit ihrem Rat Schlag. Und da finde ich dann das Wort Schlagen ganz metaphorisch passend. Also sie erschlagen sozusagen andere mit ihrem sicher gut gemeinten und vielleicht auch sehr schlauen Wissen. Vielleicht möchte der andere seine Erfahrungen selbst machen. Vielleicht hat jeder Mensch sogar so ein bisschen das Recht darauf, seine Erfahrungen selbst zu machen. Vielleicht ist es für uns Menschen manchmal schwer... gerade die, die wir mögen und die wir lieben, dabei zu beobachten, wie sie ganz offensichtlich etwas tun, wo wir wüssten, wie es besser, leichter, einfacher geht.

Florian: Dann sind wir jetzt mitten in einem spannenden Thema drin, weil die eine Sache, die wir ja bei den Kids im Moment auch haben, ist, wir haben einen Teenager, der gerade ins Teenager-Alter übertritt und der natürlich jetzt auch seine eigenen Erfahrungen in der Schule macht und mit dem Lernen und mit den ganzen Themen, die so schulische Stoffe aufarbeiten. Und da ist es auch eine spannende Frage, die ich seit ein paar Wochen in meinem Herzen bewege. Möchte ich an der einen oder anderen Stelle, weil ich denke, dass ich es besser weiß, für eine bestimmte Struktur sorgen und einen bestimmten Druck ausüben, dass zum Beispiel Englisch-Vokabeln regelmäßig gelernt werden oder machen wir eine gemeinsame Unterhaltung und eventuell ja sogar so ein Training und wir bringen die Kinder an den Punkt ran, dass sie alle Ressourcen in sich zur Verfügung haben, um selber zu lernen. Und dann sagen wir, wenn du Hilfe brauchst, dann komm gerne vorbei, wir unterstützen dich super gerne und ab da ist es seine Verantwortung.

Miriam: Das hat bei mir schon zum Ein- und Ausatmen geführt. Vielleicht können wir ja auch dazu sagen, dass unsere Kinder an so einem Super-Learning-Workshop teilgenommen haben und wir danach auch ein Gespräch hatten, alle zusammen mit den Kindern und den Coaches.

Florian: Das beschäftigt mich seitdem auch immer noch, Tatsache, ja.

Miriam: Und das war ein sehr spannendes Gespräch und da wurde eben auch an mich die Herausforderung getragen oder die Anforderung getragen, dass ich diese beiden Kinder ein Stückchen weit mehr in Ruhe lasse. Zumindest was das Lernen angeht, ne? Genau, sie hineinwachsen lasse in diese natürliche Verantwortung für sich selbst, bestimmte Dinge eben in die Hand zu nehmen und dann durchzuziehen.

Florian: Und da fängt es dann tatsächlich für mich an. Also ich habe auch Beispiele aus dem Teamkontext, im beruflichen Kontext, wo es eben darum geht, irgendwie andere im Team in irgendeiner Form irgendwie dazu zu bringen, Dinge anders zu machen oder auf bestimmte Fallen aufzupassen. Gerade im IT-Kontext, wo dann das eine oder das andere beschützt werden soll. Also tatsächlich habe ich es im beruflichen Kontext auch und ich finde der Kontext mit den Kindern ist halt so anschaulich plakativ, weil ich mich tatsächlich an meine Schulzeit auch zurückerinnere. Und ich an der einen oder anderen Stelle genötigt wurde, zu lernen von meinen Eltern und ich gute Freunde hatte, bei denen das noch viel, viel mehr der Fall war. Also die tatsächlich ein riesiges Programm zu Hause durchgefahren haben, um da zu lernen und wo die Mama und Papa mit dem Kind irgendwie eine Stunde am Tag da saßen und Vokabeln gepaukt haben, egal was da sonst so war. Und dann ist ja die Frage, ab wann ist es sozusagen eine Hilfe, wo man sagen würde, vielleicht wäre es gut, das vorher anzubieten. Hat das was mit dem Menschen zu tun, dem ich dieses Angebot mache? Also ist das zum Beispiel bei Kindern eben anders, weil die vielleicht noch gar nicht erkennen können, dass er sich vielleicht mit 17 bedankt, unser Großer, dass er einfach vier Jahre Vokabellern-Vorsprung hat? Oder führt das sowieso zu nichts? Das sind ja sehr spannende Fragen dann, genauso wie mit dem Post-it, das jetzt hier an der Wand hing mit dem Einkaufszettel. Ist das dann was, was, kaufe ich dann das, was da draufsteht oder nicht oder hätte ich sowieso gekauft? Wie gehen wir dann da mit anderen Menschen um? Dann sind wir ja mitten auch in dieser Kommunikation drin und in diesem, wie möchten wir unsere Kommunikation, unsere Gespräche, unsere Beziehungen zu anderen Menschen gestalten?

Miriam: Ja, da ist ja auch die Frage drin, wie viel traue ich anderen zu? Also wie viel traue ich mir selbst zu, wie sehr will ich mich und andere kontrolliert sehen, die Zukunft kontrollieren, das Verhalten anderer Menschen kontrollieren und liebevoll. Also ich unterstelle immer, dass da was ganz Liebevolles dahinter ist.

Florian: Also die Intention ist sicherlich positiv, das ist ja sowieso eine der NLP-Grundannahmen dann auch, also im neurolinguistischen Programmieren, falls du das erste Mal zuhörst. Miriam und ich sind beide Trainer und nehmen das als unseren kommunikativen Werkzeugkasten. Und eine der Annahmen ist eben, dass jeder Mensch aus der Position und aus dem Weltbild heraus, die er oder sie hat, dass da eine positive Intention ist bei allen Handlungen oder bei allem, was gesagt wird. Nur von außen gesehen.

Fragen statt Retten — und andere ihre Erfahrungen machen lassen

Miriam: Ja, kommt es eben auch aufs Gegenüber ein Stückchen weit an. Kommunikation zwischen Menschen bedeutet, da sind zwei Gehirne am Werk und die ticken unterschiedlich und haben vermutlich auch eine ganz andere Einstellung zu bestimmten Dingen. Und so wie meine Fans auf Facebook ja bemerken oder auch eben feststellen, dass ich in vielen Situationen sehr entspannt bin und die mir das auch schreiben, boah, wie kannst du da nur so entspannt bleiben? Genauso sehr machen sich eben auch manche Sorgen um mich, dass sie irgendwie denken, dass allein mit Entspannung kommt sie da jetzt nicht durch. Oder das wird sie nicht überleben. Das war auch so, als ich von einer Followerin, die sehr spannende kosmetische Fragen gestellt hat, also wirklich mal spannende Inhaltsstofffragen, und da habe ich mich gerne darauf eingelassen, Die Zeit nehme ich mir, wenn ich sie habe übrigens, also wenn ich das Gefühl habe, ich kann das jetzt investieren und habe mal sieben, acht Fragen von ihr wirklich in Ruhe auch schriftlich auf Facebook in der Gruppe dann beantwortet. Und dann kam sozusagen schon eine kleine Privatnachricht an von einer anderen Followerin, die mich fragte, ist es noch in Ordnung für dich oder belästigt die dich zu sehr? Und dann dachte ich so, hallo, also ich bin schon groß und sofort kam mir auch der Gedanke, warte, warte, bevor ich jetzt schreibe, ich kann das schon selbst entscheiden, ich bin über 18, das ist weit über 18, dachte ich, ne Moment mal, die meint das gerade total lieb. Also die sieht einfach, wie viel ich arbeite und wie viel ich mache und das jetzt mitten in der Nacht ist und dass ich da jetzt Fragen zu irgendwelchen Parabenen oder irgendwelchen Hyaluronsäurearten und Molekülen beantworte. Und dann habe ich sie beruhigt und habe ihr geschrieben, dass alles gut ist, dass mir das Freude macht und dass ich mich gerade dazu entschieden habe, meinen Abend nicht vor Netflix, sondern mit Molekülen zu verbringen. Dann lachte sie auch wieder und alles war gut und ich glaube, dass eben viele Menschen oder die meisten Menschen, und es geht ja auch gar nicht anders, gehen mit anderen so um, wie sie mit sich selbst und in ihrer Welt eben umgehen.

Florian: Ja, na klar.

Miriam: Und da sind immer die eigenen Befürchtungen, die eigenen Erfahrungen, Was verbinde ich selbst mit Lernen? Wo habe ich Lernunterstützung bekommen? Wo glaube ich, dass meine eigene Kraft nicht gereicht hat, um in der Schule irgendwas zu erreichen oder später auch im Studium? Wo glaube ich, dass mir selber schlecht gehen könnte? Wo sind meine Ängste versteckt, wenn da noch welche wären? Und Florian und ich haben mit den Methoden und auch den Formaten des NLP viel gearbeitet, um gerade an diesem Angstzustand was zu drehen, weil ich mir vorgenommen habe und es ist eine Entscheidung, die ich getroffen habe, so entspannt und fröhlich durchs Leben zu gehen, wie nur irgendwie möglich und auch so viele entspannte und fröhliche Momente zu generieren, wie nur irgendwie möglich und mich Herausforderungen stelle mit ganzer Kraft und mich dann auch feiere, wenn ich die gemeistert habe. Und das unterscheidet sich natürlich dann von der Welt von anderen Menschen an der einen oder anderen Stelle ganz gravierend. Und dann gibt es eben noch so die persönlichen Befindlichkeiten. Das, was uns eben zu individuellen kleinen Schneeflöckchen macht. Zum Beispiel, dass ich eben eine Mutter bin und Florian ein toller Leibhaber. Und wir beide sehr unterschiedlich unseren Job auch in diesem Rudel betrachten. Ich koche total gerne für das Rudel. Ich sorge gern für die. Ich mache denen gerne tolle Sandwiches und dekoriere die fein und decke einen Abendbrottisch und stelle ein Kerzchen dazu. Das mag ich einfach. Und ich weiß, dass es für die Jungs nur halb so wichtig ist, ob das so da ist oder nicht. Also die freuen sich da schon auch drüber, nur wenn es nicht da ist, ist es auch nicht schlimm. Dann gibt es eben Steak. Ohne Kerze.

Florian: Dann haben wir alle so ein kleines Holzbrettchen vor uns und da liegt ein Stück großes Fleisch drauf und dann... Und dann gib ihm. Ja.

Miriam: Und das liebe ich. Und wenn ich nochmal zurückdenke jetzt an die Tatsache, dass wir beide ja auch mögen, wenn sich da draußen jemand drum kümmert, wenn wir eine Herausforderung irgendwo sehen oder wahrnehmen. Zum Beispiel, wie können wir einen Podcast aufzeichnen, wenn einer in München hockt und einer von uns in Krefeld?

Florian: Ja, ich finde halt, gerade bei dieser Podcast-Software ist es halt großartig, dass jemand das Angebot macht. Und das ist ja genau das, was auch passiert, wenn ich diese Frage stelle. Sag mal, ich hätte da eine Idee oder ich hätte da einen Tipp, für was anzunehmen. Und plötzlich wird es viel einfacher auch. Merke ich dazu, Ja zu sagen. Und wir kennen die Beispiele ja auch aus den verschiedensten Leuten aus unserem Umfeld und Freunden und Bekannten. Manche nehmen einen Ratschlag, wenn er ungefragt gekommen ist, auf jeden Fall nicht an. Also egal, was sie danach tun, es ist nicht das. Fast schon trotzig, selbst wenn es sehr brillant ist.

Miriam: Ja, wir kennen da ein paar Menschen. Florian und ich gehören da natürlich nicht dazu.

Florian: Na, um Gottes Willen. Nur, wir kennen ein paar.

Miriam: Und ja, ich sehe auch eine... Es gibt ja sozusagen, das ist die zweite Möglichkeit, die erste wäre, ich gehe aktiv zu jemandem hin und frage den, möchtest du meine Unterstützung? Das wäre ja von Studio Link, wenn die bei uns Werbung machen würden. Also wenn die uns aktiv anschreiben würden und würden sagen, hör mal, ihr macht einen tollen Podcast, wir haben diesen Service für euch. Wollt ihr den nutzen? Das wäre ja von denen sozusagen gefragt. Andersrum ist es ja, wenn wir die Herausforderung wahrnehmen und wenden uns dann aktiv an einen Spezialisten wie Studio Link oder das Team dahinter und sagen, habt ihr eine Lösung für uns? Und die sagen ja und wir sagen hey Bombe.

Florian: Ja, das passiert schon. Also die sind halt einfach aktiv in Foren und die sind aktiv auf Plattformen. Also ich bin ja auch über die gestolpert, weil die darüber sprechen, was sie da Tolles geschaffen haben. Es ist ja nicht so, dass ich irgendwie 24 Stunden damit verbracht habe, im Internet nach irgendwas zu suchen. Sondern ich bin natürlich auf ein spezialisiertes Forum gegangen und habe geschaut, was haben denn andere Leute für Lösungen da und habe eine Handvoll an Sachen durchgelesen. Es gibt auch noch ein paar andere Lösungen. Es gibt auch kommerzielle Lösungen, wo wir was für zahlen könnten. Und die könnten wir natürlich auch verwenden. Sie reden auf jeden Fall drüber. Also tatsächlich ist das Angebot schon im Raum. Und die ganze Community ist ja auch sehr offen an der Stelle da was zu tun.

Miriam: Mhm.

Florian: Also so ähnlich, ich glaube, so ähnlich wie wenn du dann eben per PN angeschrieben wirst, ob du da Hilfe möchtest oder nicht. Und dann kommt es eben, und da sind wir halt voll beim Kommunikation als Tanzen, dann kommt es eben sehr darauf an, welche Schritte ich mache, ob ich meinem Gegenüber erstmal auf den Fuß gehe, ob ich am liebsten Salsa tanze und mein Gegenüber allerdings gerade Wiener Walzer tanzen möchte und wir dann so eine komische Mischform, so ein Wortpartinger machen. Oder ob ich mich eben mal einlassen möchte und kann, damit dann auch eben eine Runde Walzer zu tanzen. Also wie ist das kommunikativ? Kannst du dich auf dein Gegenüber einstellen und dieses Gedankenlesen erstmal ein Stück weit zurücklassen auch und erstmal die erste Frage tatsächlich sehr neutral lassen von einem, sag mal, mir ist aufgefallen, ihr schreibt ganz viel, möchtest du da Unterstützung haben? Oder eben bei Miriam hier, sag mal, mir ist aufgefallen, unser Kühlschrank ist leer. Darf ich euch aufschreiben, was ihr aus meiner Sicht brauchen könntet?

Miriam: Ja, finde ich auch schöner. Hätte ich netter gefunden von mir.

Florian: Fühlt sich für mich auch leichter zu akzeptieren an, tatsächlich. Und die Herausforderung entsteht immer, wenn ich auch mit vielen schlauen Ideen durch den Tag gehe und bei irgendeinem Kunden bin und solche Fragen stelle und dann kommt eben ein, ne, interessiert mich gerade nicht. Weil dann plötzlich, ja, gut.

Miriam: Ja, das ist dieses ernst gemeinte Fragen stellen. Vielleicht kann man da nochmal einen separaten Podcast zu machen, aus welchem Impuls heraus wir Menschen Fragen stellen zum Teil. Wollen wir einfach nur das hören, was wir sowieso schon glauben, was richtig wäre? Oder wollen wir tatsächlich eine Interaktion haben? Das geht ja dann auch in aktuellste Themen rein. Und den möchte ich jetzt nicht mehr aufziehen, weil ich finde die Lösung so schön, wirklich offenen Herzens ein Angebot zu machen. Und nach diesem Podcast sollte das ja möglich sein, nach dem Hören dieser Folge. Offenen Herzens dieses Angebot zu machen und wenn Florian und die Kinder dann sagen, wir wollen deinen Einkaufszettel nicht, wir wollen selber einen malen, dann einfach zu sagen, prima, da habe ich weniger Zeit damit zu tun, dann mache ich andere Sachen. Oder auch beim Lernen mit den Kindern. Das ruhig mal denen zuzutrauen, da zu sein, das Angebot in den Raum zu stellen, jederzeit ansprechbar zu sein und zu helfen und zu unterstützen und dieses Aktive denen zu überlassen, die sind dazu schon in der Lage, du bist dazu in der Lage, Menschen sind dazu in der Lage zu einem anderen hinzugehen und zu sagen, Du machst das so toll mit diesen Podcasts, würdest du mir mal einen Tipp geben dazu? Und wir lieben das, weil in unserem Netzwerk, bei unseren Teilnehmern zum Beispiel, auch bei kontext*denken in den Seminaren, da entwickelt sich eine fantastische Kultur untereinander von wir nutzen die Expertisen, die da im Raum sind. Wir wissen einfach, da gibt es jemanden, der macht tollen Gesangsunterricht, da gibt es jemanden, der ist ein fantastischer Schauspieler und Regisseur und da gibt es jemanden, der ist ein wunderbarer Friseur und da gibt es jemanden, der ist was auch immer und wenn wir da eine Frage hätten in dem Bereich, dann ist es ein Anklopfen per WhatsApp, weil das Angebot ist da und wie schön ist es, sich da mal rein zu entspannen und sich zu freuen, dass andere Menschen eben dann auch die Wahl haben. Die sagen, ja, ich will deinen Tipp oder ich will ihn eben nicht. Oder andersrum selbst aktiv dafür sorgen.

Vertrauen, Loslassen und die hohe Kunst des Miteinanders

Florian: Und dann eben zu akzeptieren, dann möchte jemand eben nicht und dann zu sagen, ja, okay. Und dann ist ja eine spannende Frage, und dann mitzugehen sozusagen. Also was mache ich denn jetzt, wenn ich unserem Großen das anbiete jetzt mit irgendwie 13? So, jetzt sage ich, pass mal auf. Hier Super-Learning-Workshop und ganz viele Techniken. Miriam und ich haben genauso viel gelernt wie die Kinder, habe ich das Gefühl. Also ganz großartig. Wirklich, unsere Empfehlung ist, schickt eure Kinder dahin, weil die Techniken könnt ihr genauso nehmen für alles mögliche. So, jetzt sagt er, alles klar, ich weiß, dass ihr da seid und ich entscheide mich jetzt trotzdem dafür, was anderes zu machen.

Miriam: Unterstütze ich dann noch dabei?

Florian: Obwohl ich doch in eine andere Richtung will.

Miriam: Ich glaube, es ist dieses Vertrauen, also den anderen Menschen Vertrauen schenken. Und Vertrauen in, vielleicht braucht der ein oder andere eben seine Erfahrungen, um dann neue Entscheidungen treffen zu können.

Florian: Ja, manchmal auch Erfahrungen, die tatsächlich...

Miriam: Die wir uns für den anderen nicht wünschen würden.

Florian: Die wir uns ersparen wollen würden, wo Zeit und Geld rein investiert werden, wo viele Stunden vielleicht sogar reinfließen. Nur im Job kenne ich das tatsächlich auch, dass eben gerade wenn ich mit Programmierern zusammenarbeite und jemand eine tolle Idee hat und sagt, oh, er möchte das mal anders machen und dann kommt ein Teammitglied an und sagt, wir haben das schon mal probiert hier im Unternehmen. Vor einer Weile in dem gleichen Kontext, zum Beispiel, was hatte ich denn da schon, wenn es um so Verkaufsseiten von Produkten geht, also sowas wie wenn du auf die Amazon-Produktseite gehst, um da auf kaufen zu drücken und jemand sagt, oh, ich hatte da eine super tolle Idee, was wir auf jeden Fall zu dem Foto noch zusätzlich haben sollten. ist die Benutzung von einem Kunden. Also wir machen ein Foto von einem Kunden, wie er oder sie das Produkt benutzt. Bei einem Buch wäre es zum Beispiel, hält das Buch in der Hand. Wo dann jemand anders aus dem Team kommt und sagt, du, wir haben das schon mal ausprobiert vor einem Jahr, das hat nicht geklappt. Und dann eben trotzdem so, was machen wir, wenn dann die Person sagt, jo, ich möchte es trotzdem mal ausprobieren. Stehen wir dann dahinter, investieren wir dann gemeinsam auch als Team diese Zeit. Was ich total toll finde an diesem Impuls, dass jemand was ausprobiert, an der Stelle es nämlich, oder mal diese Erfahrung selber macht ist, und ich mag es ja fast gar nicht sagen, manchmal machen die dann eine andere Erfahrung, als ich gedacht hätte, dass die machen.

Miriam: Das habe ich ja ganz am Anfang des Podcasts gesagt. Wir beurteilen die Welt eben aus den Erfahrungen heraus, die wir gemacht haben. Die ich gemacht habe in der Grundschule in den 80ern. Oder eben auch in den 90ern dann in der Oberstufe. Das war eine andere Zeit, da ging es auch anders zu. Und es kann sein, dass unsere Kinder jetzt und in den 2020ern eben ganz andere Erfahrungen sammeln, einem ganz anderen Schulsystem und anderen Lehrern, einer anderen Generation von Lehrern gegenüberstehen. Und ich frage mich dann auch manchmal, wie sehr vertraue ich mir, und in dem Maß, wie ich mir vertrauen würde, würde ich gern auch anderen vertrauen. Und vielleicht darf ich da einfach an meinem eigenen Vertrauen noch ein bisschen schrauben, das weiß ich nicht. Dieses Gefühl von Vertrauen, das ist, glaube ich, die Grundlage für all das. Also, dass Dinge auch zweimal gemacht werden können. Beim zweiten Mal haben die vielleicht einen ganz anderen Outcome. Das wäre ja nochmal ein anderes Thema. Hier kommen ganz viele Themen auf für andere Podcasts. Wie oft... Will ich was probieren? Bei einem Team haben wir ja auch nochmal einen anderen Hintergrund.

Florian: Definitiv, nur um mal einen geschäftlichen Kontext da auch reinzugeben. Ist das für mich so eine ähnliche Situation da drin?

Miriam: Also hat das noch was mit ungefragter Hilfe zu tun oder ist es dann eher ein, wir diskutieren ja im Team eben über Sachen und jeder darf sozusagen seine Meinung oder seine Ideen da einbringen, weil das Angebot vorher schon da ist. Also weil wir so einen Raum öffnen dafür. Und weil dann auch Platz ist, dass jeder seinen Rat in die Runde gibt. Mhm. Und das wäre ja dann auch wieder eben nach einer Aufforderung. Also wir machen ein Meeting, wo jeder seinen guten Rat loswerden kann. Und vielleicht ist da ja auch wirklich was Gutes dabei, also wer weiß.

Florian: Und manchmal ist es eben einfach so, wie Miriam gesagt hat, also manchmal ändern sich die Situationen eben auch oder eine kleine Veränderung in dem Design von irgendwas kann dazu führen, dass plötzlich was, was vorher nicht funktioniert hat, plötzlich funktioniert und wir eben eine tolle Erfahrung machen. Und deswegen bin ich inzwischen sehr dabei, eben den Menschen auch den Raum zu geben, ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Das heißt halt an der einen oder anderen Stelle, Dass ich mir innerlich einfach sage, lass los, entspann dich und dann tatsächlich auch, eben wenn es geht, die Unterstützung zu geben an der Stelle und zu sagen, dann ziehen wir jetzt, wenn ich nicht ein komplettes Veto dagegen habe, dann zu sagen, cool, wenn ich grob mitgehen kann mit der Entscheidung, die jemand anders getroffen hat, egal ob das jetzt im familiären Kontext oder in der Arbeit ist, dann eben auch volle Energie dahinter zu stellen, um einfach zu sehen, was passiert.

Miriam: Das ist schon Größe. Ich habe mir überlegt, ob ich interveniere bei diesem Schwarm von Anwälten auf Facebook, wenn da einer mal schreibt, die Haarfarbe ist nicht so gut. Und dann habe ich mir gedacht, nö, ich sage da nichts zu, weil ich finde es im Grunde ja total witzig. Ja, das ist die Herausforderung. Das ist so eine Art von Etikette, also von wir sind weiterhin höflich miteinander. Ja, genau. Und selbst wenn wir vielleicht die Welt des anderen nicht so verstehen, dass wir dann trotzdem irgendwie unsere Kritik mehr als Frage vielleicht formulieren oder uns überlegen, wie das wäre, wenn uns das ein anderer sagt oder schreibt. Und da auf uns gut zu achten, finde ich, ist eine sehr gute Idee. Nach wie vor. Und Angebote machen ist toll. Ja, dann war es das jetzt für heute, ne?

Florian: Ja, ich glaube auch.

Miriam: Herrlich. Ihr Lieben, habt ihr was gelernt wieder, ne? Schön Angebote machen und erstmal fragen.

Florian: Und uns interessiert natürlich auch, wie empfindest du das denn? Wie siehst du das? Oder was ist das, was du dazu sagen würdest? Weil tatsächlich, also wir können mit... So nutzen wir NLP im Alltag dann. Also tatsächlich mit eben dieser großen Vorannahme im Raum, dass andere Menschen uns was Gutes tun wollen an der Stelle. Dass die Intention positiv ist, weil plötzlich dadurch entspannst du dich und du nimmst vielleicht einen tiefen Atemzug erstmal und denkst dir, okay, die... Voll gut. Ich liebe dieses Thema.

Miriam: Und es ist schon die hohe Kunst des Miteinanderseins.

Florian: Deswegen lohnt sich ja diese ganze Kommunikation und deswegen habe ich tatsächlich das Gefühl, je mehr wir über das NLP, das ja jetzt schon seine 40 Jahre auf dem Buckel hat, je mehr wir darüber lernen, umso spannender finde ich das tatsächlich auch, weil es ergeben sich halt immer wieder neue Tiefen, neue Themenbereiche, neue Möglichkeiten, die Welt und die Menschen um mich herum wahrzunehmen.

Miriam: So. Abschieben wir uns total friedvoll. In dieser kommenden Woche sind nächsten Dienstag wieder für euch da mit einer neuen Podcast-Folge.

Florian: Dann wieder Seite an Seite, glaube ich.

Miriam: Denkt ans Gewinnspiel. Ihr könnt noch gewinnen. Bis zum 31.08. nehmen wir eure Zuschriften an. Dazu hört ihr bitte unseren Jubiläumspodcast mit der Nummer 208.

Florian: Genau. Da schreibst du dann eine E-Mail an podcast.kontext*denken.de und da darf was Besonderes rein.

Miriam: Richtig.

Florian: Und dann kannst du gewinnen, entweder ein NLP Basic, die Teilnahme am NLP Basic im Dezember, oder eine Lizenz für unser NLP Kompakt, also für dieses Online-Training, was wir anbieten.

Miriam: Wunderbar. Dann würde ich sagen, sagen wir Tschüss.

Florian: Bis nächste Woche.

Miriam: Ich auf München.

Florian: Ja, und dich aufs Krefeld. Ich gehe jetzt grillen. Ich habe Hunger.

Miriam: Ich esse jetzt Avocado. Tschüss. Bis dann. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

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