NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 68

Harmoniebedürftig - Bedürfnis, Ausrede oder Angst?

Nur, weil ein Mensch von sich sagt, dass er oder sie gerne ein Leben ohne Streit, Häme, Konflikte - eben Disharmonie leben möchte?

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In dieser Folge

Darum geht es

Eine geheime Botschaft? Nur, weil ein Mensch von sich sagt, dass er oder sie gerne ein Leben ohne Streit, Häme, Konflikte - eben Disharmonie leben möchte? Florian und Miriam schnappen sich dieses vielgesagte Zitat deutscher Sprachkunst und schauen mal hinter die Kulissen dieser "Forderung". Viele Menschen sagen, sobald es zu Konflikten mit anderen kommt, dass sie doch "in Wahrheit einfach nur sehr harmoniebedürftig seien" und deswegen an vielen Stellen klein bei geben und wenn sie es mal nicht tun, mindestens schlecht schlafen. Was steckt hinter dieser berühmten "Harmoniebedürftigkeit". Welches gesunde Gehirn wünscht sich nicht Harmonie statt Knatsch oder Beef? Also - sind wir alle sehr harmoniebedürftig? Oder haben die meisten Menschen einfach nur Angst davor, nicht mehr geliebt zu werden... Du möchtest uns persönlich kennen lernen? Oder international zertifizierter NLP Practitioner oder Master werden? Für Deine Anmeldung oder Dein Info-Gespräch zur Ausbildung im NLP besuche gerne unsere Seite: http://www.kontext-denken.de oder schreib uns eine E-Mail: miriam@pergaudiaadastra.de Und wenn Du uns öffentlich Deine Meinung sagen möchtest: http://fb.me/Miriam.Deforth.kontext.denken http://fb.me/Florian.Gross.kontext.denken Unseren Video-Podcast (mit bewegten HD-Bildern in Farbe) findest Du hier auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=RxU_DlbWrqg&list=PLfj4P7lArPJDwiEArD6euHknuqZzbA3EX 

Miriam erklärt Harmonie erst mal aus ihrer Musikausbildung heraus — harmonische und disharmonische Klänge, der Septim-Akkord, der ein Stück erst spannend macht. Dann geht es ans Zwischenmenschliche: klein beigeben im Team, das ehrliche Feedback des Regisseurs im Chor, die Sie-oder-Du-Frage im Training, Konsequenzen bei Kindern. Immer wieder landen die beiden bei der Frage nach der Angst hinter dem Harmoniebedürfnis — der Angst, nicht mehr geliebt zu werden — und bei dem Gedanken, dass Liebe sich nicht entziehen lässt. Wenn du dich selbst als harmoniebedürftig kennst, Konflikte scheust oder wissen willst, wie man Kritik und Beziehung trennt, findest du hier reichlich Stoff zum Weiterdenken.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Ein viel zu harmonischer Anfang
  2. Harmonie kommt aus der Musik
  3. Harmonie zwischen Menschen — und Atlantis West
  4. Der Regisseur, der Tacheles spricht
  5. Die Angst dahinter: nicht mehr geliebt zu werden
  6. Liebe ist nicht entziehbar
  7. Reibung, Wärme und das Meer der Liebe

"Ich bin halt einfach sehr harmoniebedürftig." Diesen Satz hört Miriam ständig — von einer Bekannten, die nachts nicht schläft, wenn irgendwo ein Mini-Konflikt schwelt, und die am Ende meistens klein beigibt. Aber ist das wirklich ein Bedürfnis nach Harmonie? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter — die alte Angst, nicht mehr geliebt zu werden? Florian und Miriam nehmen den Begriff auseinander, von der Musiktheorie bis zum Feedback im Team.

Ein viel zu harmonischer Anfang

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.

Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.

Miriam: Es ist voll schön, dass wir hier zusammen sitzen und dass wir Podcast machen. Heute war wunderschönes Wetter. Es hat geschneit. Das erste Mal dieses Jahr. Wir haben weiß verschneite Wälder.

Florian: Der erste Advent ist gerade herum.

Miriam: Der erste Advent und Schnee und du bist wunderbar.

Florian: Und du bist auch wunderbar. Ja. Wir ertrinken in Harmonie. Ja, was? Wie geht das denn? Das ist ein viel zu harmonischer Anfang für meinen Geschmack gewesen.

Miriam: Ja, jetzt unsere Hörer, die uns schon länger kennen, sind auch enttäuscht, wenn du so abgehst. Die wollen ja hören, was du so sagst dazu. Ist ja nicht der klassische Florian.

Florian: So, was ist denn das Thema heute, liebe Miriam?

Miriam: Ich habe eine liebe Bekannte getroffen und die hat mir erzählt, dass sie ein Riesenthema hat mit ihrer großen Harmoniebedürftigkeit. Sie sagt, dass sie ganz viel Harmonie um sich herum braucht und dass sie sehr ins Straucheln gerät, wenn auch nur an einer klitzekleinen Stelle in der Firma, in der Familie irgendwo einer gerade, was sie betrifft, ein Problem entwickelt oder wo es vielleicht einen Mini-Konflikt geben könnte. Und dann schläft sie nachts nicht, dann macht sie sich Gedanken, dann scheut sie sich vor Aussprachen und oder wenn die dann stattfinden, ist es meistens noch schlimmer und dann ist sie wieder so harmoniebedürftig, dass sie dann klein beigibt und am Ende dann sagt, komm wir machen es so wie du willst, weil dann ist wenigstens Friede.

Florian: Kannst du kurz dieses, wir machen es so, wie ich es will, das merken wir uns kurz, ne?

Miriam: Äh, nein.

Florian: Nein, wie nein? Bist du nicht harmoniebedürftig, liebe Miriam? Doch, ganz schön.

Miriam: Ich glaube, mehr als manche Leute das glauben würden. Deswegen, ich konnte das super nachvollziehen.

Florian: Ja, ich auch.

Miriam: Ich mag es auch, wenn ich zumindest das Gefühl habe, dass gerade alles stimmt. Also, dass alle lieb sind.

Harmonie kommt aus der Musik

Florian: Ist das Harmonie für dich? Was heißt denn Harmonie?

Miriam: Harmonie kommt ja ursprünglich aus einem ganz anderen Bereich. Harmonie ist ein musikalischer Begriff.

Florian: Und wofür steht es? Wir haben ja jemanden hier, der sich damit auskennt, die sich damit auskennt. Guck, das sind harmonische Klänge. Von was war es? Kulturatorium, nein, wie heißt das? Reservatorium.

Miriam: Wo warst du früher? Genau.

Florian: Observatorium, du hast andere Menschen von außen gesehen.

Miriam: Dr. Hochs Konservatorium in Frankfurt am Rhein.

Florian: Ach so.

Miriam: Stipendiatin.

Florian: Das heißt, wir haben eine Musik-Expertin, eine Klang-Expertin hier im Podcast. Harmonie.

Miriam: Es gibt harmonische Klänge und disharmonische Klänge. Davon hat vermutlich auch jeder unserer Hörer schon mal was gehört. Und ein disharmonischer Klang kann im ersten Augenblick schräg klingen oder auch gar nicht zusammenpassen, wenn also zum Beispiel Töne, am Klavier ist das sehr gut zu verdeutlichen, wenn Töne angeschlagen werden, die sehr dicht nebeneinander liegen. Also wenn ich einfach... Auf der anderen Seite werden diese Klänge gerade eingesetzt, wenn es spannend wird, in Filmen zum Beispiel, also in Gruselfilmen. Wenn, so alle kennen Alfred Hitchcock. Da werden disharmonische Klänge ganz bewusst benutzt, wo sich reibende Töne drin sind oder auch an Stellen, wo eine musikalische Überleitung stattfindet, in einen harmonischen Klang. Also die klassischen Sept-Akkorde, Septim-Akkorde.

Florian: Würdest du jetzt sagen, dass ein Musikstück, das nur aus harmonischen Klängen besteht, deswegen langweilig ist dann?

Miriam: Nö, das ist so Hänschen klein, ging allein. Das ist so ganz gerade.

Florian: Weil wir hatten es ja auch schon ein paar Mal gerade in Richtung Musik, dass es Menschen gibt, die Spaß haben, auch Dinge zu hören, wo wir sagen, dass so gute Laune macht auf Dauer oder dass so eine gute Stimmung reinwirft oder nicht. Wer weiß, wer weiß. Das ist eine andere Stelle.

Miriam: Wir sprechen nicht von Dur und Moll. Also wir sprechen nicht von diesem Geschlecht, sondern wir sprechen von einem Klang, der sich beißt.

Florian: Das heißt, ich kann fröhliche Musik haben, die völlig disharmonisch ist?

Miriam: Nicht völlig. Ich glaube, dass ein Musikstück dadurch spannend wird, dass es beides hat.

Florian: Das heißt, Töne, die zusammenpassen, sind harmonisch, die gut zusammen klingen.

Miriam: Ja, und das Ohr des Menschen ist auch da wieder unterschiedlich empfänglich. Also ja, und es gibt Festlegungen. Also es gibt auch Regeln in dem Bereich. Das ging jetzt zu weit in die Musiktheorie, nur ich glaube, es kann sich jeder was darunter vorstellen, wenn ich sage, ein Klang, der sich reizt.

Harmonie zwischen Menschen — und Atlantis West

Florian: Was heißt denn dann harmoniebedürftig für dich?

Miriam: Und dieses Wort der Harmonie zwischen Menschen, das kennen wir ja auch so aus Liebesromanen oder so, wenn die perfekte Harmonie zwischen einem Paar sichtbar wird. Oft, ja, Sissi-Filme, ne? Also so Kaiser Franz und Sissi, die hochgradig, jetzt hör auf das zu veräppeln, das sind mit die schönsten Filme, die es gibt auf diesem Planeten. Und sie sitzen auf einer Alpenwiese mit Blümchen, halten sich im Arm.

Florian: Ja, oder wie heißt sie, Rosamunde Pilcher, ja.

Miriam: Oh, echt? Wird die Englisch so?

Florian: Na, keine Ahnung.

Miriam: Rosa, naja, hier.

Florian: Die hat immer diese englischen Filme.

Miriam: Rosamunde Pilcher, die schreibt über Südengland.

Florian: Ja, genau. Ja.

Miriam: Ist die das doch eine Deutsche, oder?

Florian: Wahrscheinlich schon. Wobei es konsequent wäre, oder?

Miriam: Rosamunde. Ja, zum Glück machen wir beide zusammen Podcasts. Neue Maßstäbe für Rosamunde-Pilcher-Filme. Pilcher, ja. Pilcher. Pilcher. Hui! Ja, also dieses Harmonie zwischen Menschen in einer Familie, in einem Team, da sind wir ja jetzt eher in deinem Gewerk. Vielleicht ist es auch ein Wunsch, der ab und zu in Teams ausgesprochen wird. Wir wünschen uns mehr Harmonie. Weiß ich nicht, ob der Begriff immer mal kommt.

Florian: Ja.

Miriam: Also es ist scheinbar ein Thema zwischenmenschlich. Und ich finde es okay, dass wir es in dem Podcast haben, weil ich oft, ganz oft in meinem Leben Menschen sagen höre, ich bin halt einfach sehr harmoniebedürftig. Das höre ich ganz oft. Manchmal höre ich es als Ausrede, manchmal höre ich es als Lebenseinstellung, jeweils wie der Kontext eben ist. Und deswegen finde ich es okay, dass wir darüber sprechen.

Florian: Ich finde auch okay, dass wir darüber sprechen. Ich bin immer noch so ein bisschen dabei, ob das... Atlantis West.

Miriam: Erik der Wikinger heißt der.

Florian: Ja, genau. Ich dachte gerade Monty Pythons, oder? Nein, nicht Monty Pythons, aber viele von denen.

Miriam: Die kreieren auf Atlantis so ein Völkchen, wo ständige Harmonie herrscht, wo gar nichts anderes geht außer Liebe. Und wer ein böses Wort sagt, fliegt von der Insel. Also es ist wirklich alles liebevoll. Und das Lustige ist, dass als Atlantis dann versinkt, die auf diesem letzten Stein irgendwie zu acht hocken und immer noch singen, wir sinken nicht, wir sinken nicht. Sehr, sehr lustiger Film.

Florian: Und die Wikinger bieten noch an, sie zu retten.

Miriam: Für alle, die schrägen Humor lieben, schaut euch den Film gerne an, falls ihr ihn noch nicht gesehen habt. Es ist ein schönes Werk für lange Winternächte.

Florian: Weil in dieser Individualität der Menschen ist ja was Schönes. Und ich verstehe das auch, dass manchmal in Teams der eine oder die andere bestimmte Werte hat, bestimmte Vorstellungen davon hat, wie das funktionieren soll, wie die Welt funktioniert, wie wir bestimmte Sachen angehen wollen. Und es ist schön, wenn wir das zum Ausdruck bringen. Und manchmal führt ein zu großes Harmoniebedürfnis wohl dazu, dass die Menschen das nicht sagen, sondern sie so tun, als würden sie hinter einer Lösung stehen, die die Gruppe gerade bevorzugt, nur tun sie gar nicht.

Miriam: Ja, und da ist ja dann die Frage, was würde passieren, wenn sie die Hand heben?

Florian: Ja, zumindest mal was anderes, als wenn sie die Hand nicht heben.

Miriam: Ich fand es ganz lustig, es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich auf Facebook ein Zitat gepostet. Wenn du niemals kritisiert werden möchtest in deinem Leben, dann gibt es dafür nur eine Möglichkeit. Tu nichts, sage nichts, sei nichts. Naja, also irgendwo an der Stelle kommen wir dann an.

Der Regisseur, der Tacheles spricht

Florian: Was mich jetzt nachhaltig in Trainings beschäftigt ist, wie kann ich den Raum so kreieren, dass wir sinnvoll in den Kontakt kommen. Zum Beispiel hatte ich es jetzt mehrfach in Trainings für Großkonzerne, wo am Anfang ein Sie herrscht. Und ich habe mich gefragt, wie kann ich denen einen sicheren Raum bieten, in dem wir kurz am Anfang darüber reden können, ob wir uns jetzt hier alle duzen. Und wenn ich das nicht in einer dreistündigen Diskussion enden lassen möchte im Moment, also drei Stunden mit wir stimmen geheim ab über sie oder du und wir holen das in den Raum rein, sondern einfach nur, wenn ich in den Raum reinfrage, sag mal, ist es okay für uns, für euch, wenn wir uns jetzt hier duzen oder möchten sie lieber beim sie bleiben? Dann kamen hinterher bei mir jetzt schon Teilnehmer an und meinten, ja, da kann ich doch auch gar nicht Nein sagen. Und dann frage ich mich, wie soll ich die Frage denn dann stellen? Also wenn die Menschen so, wenn ich ehrlich in den Raum reingehe und sage, es ist beides völlig okay, wir können beim Sie bleiben oder wir können gerne zum Du gehen, voll gut, also es ist beides für mich äquivalent, nur ich würde es gerne wissen und das Du ist halt was, wo wir uns oft näher sind, wenn dann Menschen im Raum sind und sagen, ich fühlte mich nicht frei in dieser Wahl und das Harmoniebedürfnis deswegen habe ich, oder das ist meine These, dass ich wegen des Harmoniebedürfnisses auch nicht aufmerken.

Miriam: Ist dieses Harmoniebedürfnis nicht in Wahrheit, das war so mein Gedanke, ist es nicht in Wahrheit ein, ich möchte immer von anderen Bestätigung haben, dass alles okay ist? Also ich möchte geliebt werden? Und wenn mich irgendeiner mal kurz nicht liebt, dann hängt die Welt schief.

Florian: Und wenn ich was sage, was gegen die Gruppe ist oder wenn ich was sage, wo jemand anders mich für kritisiert, dann ist es schade.

Miriam: Ich erlebe das sozusagen sehr intensiv in dieser Theatergruppe, in der ich einmal im Jahr bin, weil da wirklich die unterschiedlichsten Heinzchen und Blümchen zusammen arbeiten.

Florian: Es sind alles individuelle Schneeflöckchen.

Miriam: Genau, ja, sehr schön.

Florian: Ich auch.

Miriam: Ja.

Florian: Wir sind alle individuell.

Miriam: Also ganz viele individuelle Schneeflöckchen, die da sich einmal im Jahr treffen und dann gemeinsam, da sind tolle Künstler dabei, da sind Menschen dabei, die das erste Mal auf der Bühne stehen, da sind Profis mit drunter und eben auch ganz unterschiedliche, wie würden wir sagen, Charaktere. Und ich erlebe es in der Probenzeit immer mal, dass zum Beispiel auch einer der Regisseure, die da arbeiten, deutlich Tacheles spricht oder der musikalische Leiter. Der dann da wirklich so, wo selbst ich, wo selbst mir der Atem stockt, der mal so einen Satz in diese Gruppe schickt, wo ich denke, holla, das ist jetzt schon, also da haben jetzt einige was mit zu tun.

Florian: Zum Beispiel?

Miriam: Zum Beispiel, wenn ein Chorgesang disharmonisch klingt, der harmonisch klingen sollte, dass dann so ein radikales Stop kommt und dann, jetzt würde ich gern mal wissen, wer jetzt hier verantwortlich war für diesen schlimmen Sound, den wir da gerade hatten. Und das war jetzt noch höflich formuliert. Und ich halte kurz die Luft an und denke, hm... Ah, jetzt vor der Gruppe einen rausfischen oder zwei und die da so an den Pranger stellen und denen dann da auf den Kopf hauen. Nur was passiert, merke ich immer in so einem Augenblick, es ist unangenehm und es passiert was. Und ich mag nicht Fortschritt durch Schmerz. Also das ist nicht was, was ich bevorzuge. Ich mag lieber, wenn es mit einer Vision oder mit einem Ziel funktioniert und wenn alle positiv aufgestellt sind und wenn sich jeder in seinem Tempo entwickeln darf. Und klar, wenn es einen Termin gibt, wo die Premiere stattfinden soll und wo die Presse da ist und wo alle Verantwortlichen eben auch Bestleistung haben wollen. Dann kann es auch mal sein, dass da zwischendurch so eine Stelle ist, wo die sagen, jetzt darf es dann klappen. Jetzt spätestens wäre es so weit, dass, keine Ahnung, jeder wenigstens seinen Text kann oder so. Ja, die Schwingung, die dann in dieser Gruppe plötzlich da ist, ist nicht mehr so schön wie auf Atlantis West. Das stimmt. Da ist auf einmal dann Gemoser, auch hinter den Kulissen, wenn die Probe dann eine Pause hat, rennen manche raus und sind dann ganz sauer, erzählen es zwar nicht die musikalischen Leiter selbst, sondern nur untereinander. Nur es fühlt sich dann nicht mehr so harmonisch an.

Florian: Und er tut es ja, um ein besseres Ergebnis insgesamt zu erreichen.

Miriam: Das stimmt.

Florian: Und wir haben uns da auch schon drüber unterhalten, was wenn jetzt da jemand wäre, der oder die das einfach nicht mitbekommt sonst. Also singt jemand total schief im Chor mit und alle hören es, nur die Person nicht. Und jetzt wollen alle die Person auch nicht verletzen und sagen deswegen nichts. Nur dann ist das Ergebnis doch scheiße.

Miriam: Oh, du hast das Wort mit sch gesagt. Im Podcast. Ja, du hast vollständig recht. Und dadurch, dass ich klassisches Balletttraining hatte und klassische Klavierausbildung am Doktor-Hochs-Konservatorium, weiß ich, wie Lernen durch Schmerz funktioniert. Das kannst du mir glauben. Also, den habe ich durch.

Florian: Und wir sind uns einig, in weiten Teilen bevorzugen wir Lernen durch schöne Visionen, durch das Läuftgut und so. Und manchmal ist es einfach... Ja, weiß ich nicht. Manchmal möchte ich auch Menschen einfach Feedback geben an einer bestimmten Stelle oder merke auch, da läuft was nicht, weil jemand etwas Bestimmtes tut.

Die Angst dahinter: nicht mehr geliebt zu werden

Miriam: Ich glaube, dass wir das alle in unserer Kindheit irgendwann lernen. Die einen mehr, die anderen weniger. Nur dieses... Benimm dich, dann ist alles gut. Hier wird nicht gestritten, es gibt keinen Stress, es gibt kein Geheule, es gibt kein Gemotze. Da ertappe ich mich bei, dass ich auch unsere Kinder unterbreche, wenn sie in so ein, ich will das jetzt nicht Ding verfallen, es ist auch ein Aushalten können von sowas. Und ich habe als Kind auch gelernt, dass es besser ist, alles harmonisch zu haben. Nur dadurch bin ich auch an vielen Stellen in meinem Leben echt in dieser Situation gewesen, die mir meine Freundin geschildert hat. Dass es eben, wenn es dann mal nicht harmonisch war, dass für mich eine ganze Welt zusammengebrochen ist. Von heute auf morgen. Ich weiß, du kennst es nicht so, nur ich habe das extrem gehabt. Das ist schon besser geworden.

Florian: Ja, ich merke das in letzter Zeit auch, wenn die, also tatsächlich ist das eins der Themen, die mich sehr beschäftigen in den letzten Monaten. Und meine Fähigkeit, ein wenig Disharmonie auszuhalten oder viel Disharmonie auszuhalten, ist in den letzten Monaten auch größer geworden. Weil ich tatsächlich merke, dass manchmal ist da was zu klären für manche Menschen drin. Man weiß noch nicht so genau. Vielleicht hat es damit was zu tun, dass die glauben, dass das der einzige Weg ist oder dass das der beste Weg ist. Ich finde es inzwischen auch nicht mehr tragisch. Also nur weil jemand, so wie beim Beispiel mit dem Du und dem Sie, nur weil mir jemand sagen würde, Herr Groß, lassen Sie uns bitte beim Sie bleiben, wäre für mich noch kein Grund, dass es unharmonisch wird an der Stelle. Sondern es ist einfach erstmal nur ein, okay, cool, machen wir so. Genauso wie wenn irgendein Teammitglied bei mir im Team sagt, boah, können wir nicht an der Stelle bitte das und jenes machen, oder wir haben das letztes Mal schon ausprobiert, das hat letztes Mal schon nicht geklappt, wir machen das jetzt bitte nicht. Wo ich dann aussagen würde, hey, fair enough, wir lassen uns drüber reden. Und dann machen wir das in die eine oder andere Richtung. Da finden wir einen gemeinsamen Weg, der das inkorporiert, was uns beiden wichtig ist. Und ich glaube, an manchen Stellen haben sich manche Menschen da, so wie du eben sagtest, angewöhnt, dass sie sowas nicht aushalten wollen oder dass das schlimm ist.

Miriam: Oder dass das eben sofort ist und das ist ja dann ein unterbewusster Vorgang eher.

Florian: Dass wir aus der Gruppe ausgeschlossen werden oder aus dem, dass gleich irgendwas ist.

Miriam: Ja, das ist dieses Mama hat mich nicht mehr lieb Ding. Also ich finde, das ist dieses, doch, das Gefühl, ich habe, ich habe, wirklich mal reingefühlt, das ist dieses Gefühl.

Florian: Das ist dieses Ding?

Miriam: Das Gefühl ist es. Es ist natürlich nicht meine Mutter, die dann mit mir spricht, sondern es ist eben irgendein Arbeitskollegio, so was völlig Verrücktes oder auf der Bühne oder ein Regisseur oder ein was weiß ich wer, der irgendwas Kritisches sagt.

Florian: Da liebt mich jemand und jetzt sag ich da was.

Miriam: Und dann liebt er mich.

Florian: Das heißt, unsere Empfehlung an der Stelle ist, dass wir sagen, ganz klar machen, dass es da eine inhaltliche Ebene gibt, eine Arbeitsebene, wo wir sagen, wow, das ist ein Arbeitsergebnis, das ich nicht haben möchte. Das ist was, was nicht geht. Was gibt es für ein Beispiel? Jetzt kenne ich da noch viele. Margot, du singst einfach schief. Das ist nicht der richtige Ton, den du im Chor singst. Und gleichzeitig auf der Ebene unten drunter klar zu machen, unsere Beziehung ist einfach sauber. Oder wir sind uns im Reinen, ich mag dich, du magst mich. Es ist alles gut, nur es ist dieses eine Ding, wo wir sagen, jetzt dürfen wir dafür eine andere Lösung finden.

Miriam: Vielleicht gehört sich das einfach auch ausgesprochen. Ich fand das eben sehr schön, als du das gesagt hast. Es fühlte sich für mich ganz gut an.

Florian: Weil ich bin ja spät zu schon sehr erwachsenen Kindern gekommen. Also nein, erwachsen nicht. Ich bin spät zu Kindern gekommen, die schon ganz schön groß waren, als sie in mein Leben kamen. Und so mache ich das mit den Kindern. Es gibt Dinge, bei denen ich nicht bereit bin, die zu akzeptieren. Also manchmal probieren die Sachen aus, wo ich sagen würde, das war jetzt das einzige Mal, dass wir die ausprobiert haben. Also voll gut. Ich bin voll dafür, dass wir alle möglichen Dinge mal ausprobieren. Und manche Experimente lassen wir dann nach dem ersten Mal. Und gleichzeitig möchte ich Ihnen immer klar machen, dass es alles gut ist. Also wenn irgendwas passiert, dass es keine langfristigen Auswirkungen auf unsere Beziehung hat. Sondern es hat, also zumindest nicht, wenn Sie jetzt nicht regelmäßig versuchen, was passiert, wenn Sie mit dem Hammer Nägel an alle Stellen dieser Wohnung nageln. Also einmal ist... Okay? Und dann machen wir das einfach nicht mehr.

Miriam: Ich möchte bemerken, dass sie das niemals getan haben.

Florian: Du möchtest sie an der Stelle verteidigen, ne? Ich möchte sie verteidigen. Und ich weiß, was du meinst. Um das konkreter zu machen. Wir hatten es zum Beispiel, dass der Große kümmert sich inzwischen so ein bisschen selber um seine Hausaufgaben und darum, dass er die macht. Und dann gibt es einfach so den Wunsch, abends nochmal eine Runde Computer zu spielen oder so und wenn dann bestimmte Sachen nicht gemacht waren, gab es das einfach nicht. Und dann gab es am Anfang vielleicht ein großes Drama hier, ich will aber doch noch Computer spielen und es ist mein Lieblingsspiel und wir hatten darüber gesprochen, dass ich es machen kann und dann ist es einfach ein...

Miriam: Das ist ein Konsequenzthema. Ich finde, dass das nochmal ein anderes Podcast-Thema wäre.

Florian: Ich glaube, dass das bei vielen Müttern oder bei vielen Vätern genau das gleiche Ding ist, nämlich genau dieses, jetzt ist mein Kind unglücklich mit mir. Und jetzt haben wir plötzlich eine Disharmonie hier. Also es ist jetzt plötzlich so, wow, jetzt mag mich mein Kind vielleicht nicht mehr oder mein Kind hat den Eindruck, dass ich es nicht mehr mag. Weil das ist das, was beim ersten Mal passiert ist, als wir das hatten.

Miriam: Das ist, und wirklich Florian, ich bleibe jetzt nochmal dabei, das ist dieses Geliebtwerden-Thema.

Florian: Ja, genau. Weil Eltern Angst haben, sie werden von ihren Kindern nicht mehr geliebt. Ich liebe ihn genauso wie vorher. Auch in Beziehungen kennen wir das. Nur kein Computer heute Abend. Also alles gut.

Liebe ist nicht entziehbar

Miriam: Da habe ich in meinem Leben ein einziges spannendes Ding zugehört und da zitiere ich ihn jetzt nochmal. Ich finde nicht alles gut, was er macht und da finde ich ihn brillant, den Robert Betz, weil er dieses Thema sehr intensiv aufgreift mit diesem Geliebtwerden und sich nicht mehr geliebt fühlen und Angst haben, dass da nicht genug Liebe ist. Und er sagt, das was wir auf diesem Planeten wirklich bis zum Abwinken genug haben im Moment ist Luft zum Atmen und Liebe. Liebe ist nämlich einfach überall. Liebe ist in jedem Baum da draußen, in jedem Vogel, der übers Haus fliegt, in jedem Sonnenstrahl und in jedem schönen Tag, an dem es schneit im Advent. Überall ist Liebe versteckt. Jeder Mensch hat so viel Zugriff auf Liebe, das ist unendlich. Und in unserer Erziehung, in unserer Gesellschaft wird so getan, als sei Liebe eine Zahlung, eine Devise, die ich mir erarbeiten kann, dadurch, dass ich mich als Kind gut benehme oder dass ich nicht aufmucke.

Florian: Das ist für mich der Punkt gewesen.

Miriam: Und er sagt, in Wahrheit leben wir nicht in einem Land auf, sondern in einem Puff, in dem es wirklich darum geht, Liebe zu erwerben. Und ja, das ist ziemlich provokant und es stimmt. Und dieser Gedanke, den der da bringt, auch in dieser Rede, die er da hält, die sehr hörenswert ist, finde ich, gibt es als Hörbuch. Das hat mich so berührt und es hat mir vieles klar gemacht in der Ratio, weil ich finde, ja, er hat recht und ab und zu fällt es mir zum richtigen Zeitpunkt ein, wo ich denke, es geht jetzt nicht darum, dass ich, Miriam, nicht geliebt bin. Ich bin immer geliebt. Ich liebe mich, ich werde von Menschen geliebt.

Florian: Das heißt, der kleine Junge, der gerne Computer spielen möchte, nur es gab eine andere Absprache, es gibt jetzt eine Konsequenz auf irgendwelches Verhalten, heißt null, dass er nicht geliebt wird, sondern es gibt halt Konsequenzen. Und die Sängerin oder der Sänger auf der Bühne, der falsch im Chor singt, wird trotzdem geliebt, wird genauso geliebt wie vorher auch. Wie die, die richtig singen, nur wir reden drüber, das ist nicht die richtige Note gerade. Der Mitarbeiter, der, wir hatten es ja in einigen Podcasts schon, der irgendwie morgens regelmäßig zu spät kommt zu irgendwelchen Team-Meetings, das wird nicht übergangen, sondern es wird angesprochen, weil wir sagen, der ist uns genauso wichtig wie alle anderen. Es gibt einfach ein Verhalten, das der an den Tag legt, wo wir sagen, das möchten wir nicht haben. Nur lieben unten drunter oder mögen unten drunter ist beim Mitarbeiter vielleicht eher mögen, ist trotzdem da.

Miriam: Und das, was ich meine, es ist immer noch die schiere Angst, nicht geliebt zu werden, selbst da. Und ich weiß, das Wort Liebe ist an der Stelle groß, nur das ist ja auch einer dieser für mich fehlgeleiteten Erziehungsgeschichten. Dass eben die Liebe als etwas dasteht, was weggehen kann, was plötzlich nicht mehr da ist, es stimmt einfach nicht. Punkt. Liebe ist immer und für alle Menschen in einem riesigen Ausmaß zu jeder Tages- und Nachtzeit vorhanden. Jetzt ist der Schritt dahin schwierig, wenn über, keine Ahnung, 20 Jahre konditioniert wird, dass das Liebesentzug, es wird ja Liebesentzug gelebt. Die Leute machen als Strafe für ein Verhalten, was nicht so ist, wie sie es gern hätten, Liebesentzug. Auch in Firmen. Du kannst es beobachten.

Florian: Zum Beispiel?

Miriam: Liebesentzug bedeutet ja schon, indem ich dann, wenn ein Kind sich nicht richtig benimmt und eine Mutter oder ein Vater würden dann eben zum Beispiel nicht mehr mit dem Kind sprechen, bis es sich wieder richtig benimmt. Ja. Ich finde es noch nicht mal lustig. Ja doch, in der Vorstellung schon. Ich habe ja selbst solche Situationen erlebt. Es gibt noch andere Maßnahmen, die immer in diesem Liebesentzug sind.

Florian: Ist das sowas wie, ich verstehe mich mit meinem Kollegen nicht, also ich bin mit meinem Kollegen uneins wegen irgendeinem Projektinhalt oder wegen irgendwas, keine Ahnung, wie ein Prozess funktioniert oder wie wir mit dem Kunden umgehen sollen oder so. Und deswegen lade ich ihn dann auch abends nicht zum Feierabendbier ein oder kommt nicht auf die Weihnachtsfeier oder geht straflich mehr mit zum...

Miriam: Und da steckt was drin von dem, was dann stattfindet, wenn jemand sagt, ich bin harmoniebedürftig und deswegen mag ich es gerne, wenn alle um mich rum liebevoll zu mir sind und ich das spüre und so. Da ist eine Angst dahinter. Da ist die Angst, genau diese Angst steckt dahinter. Nichts anderes. Denn selbstverständlich wird der Regisseur, der auch mal mitten reinfährt in so eine Gruppe, immer noch geliebt. Nur das Gefühl, das sich einstellt, wenn die sich alle abwenden plötzlich, ist eben ein, ich werde nicht mehr geliebt.

Florian: Weißt du, was witzig ist? Vielleicht sogar noch mehr geliebt. Oder noch mehr. Weil jemand sagt, was die ganze Gruppe schon dachte oder vielleicht die Person selber sogar befürchtet hat. Das kommt ja noch dazu, wenn es jetzt so ein Falschsingen wäre.

Miriam: Und es hat mit Liebe nichts zu tun. Die Liebe ist immer da.

Florian: Ja.

Miriam: Und Liebe ist für mich auch schon ein Superlativ. Ich kann nicht noch mehr geliebt werden, ich werde geliebt, Punkt. Wenn ich geliebt werde, reicht es schon.

Florian: Schön, ja.

Miriam: Das ist genau das, um was es geht. So.

Reibung, Wärme und das Meer der Liebe

Florian: Was machen wir jetzt?

Miriam: Könnte ich gerade verrückt werden, weißt du, bei dem Thema. Ich schmeck's. Das geht so tief.

Florian: Ich schmeck's.

Miriam: Florian sagt auch gerade, der Podcast wird zu lang.

Florian: Das stimmt, wir sind bei Minute 28. Oh, guck mal da. Guck mal da. Also viel dabei.

Miriam: Ich möchte nur noch mal ganz kurz, weil ich es am Anfang angesprochen habe, auch auf die Beziehungen gehen an der Stelle.

Florian: Ja, ich denke mir auch, wir dürfen noch so wenige Tipps und Tricks.

Miriam: Eins ist wichtig. Neulich hatten wir auch einen kleinen Konflikt, wir beide. Und der Augenblick, als du, Florian, mir gesagt hast... Auch nachdem wir uns etwas, ich möchte mal liebevoll kabbeln, als wir uns gekabbelt hatten.

Florian: Ja, jetzt hier im Podcast oder? Nee, außerhalb. Also Situation außerhalb.

Miriam: Außerhalb vom Podcast.

Florian: Das heißt, ihr braucht nicht Nachhöre, gell?

Miriam: Nein, es gibt keine Folge, wo wir uns kabbeln. Wir kabbeln uns nicht offiziell.

Florian: Wir kabbeln uns nur, wenn überhaupt, dann offline, nicht im Podcast. Wir sollten uns auch mal im Podcast einfach streiten, einfach um zu zeigen, wie wir da wieder rauskommen.

Miriam: Nein, ich will nicht. Guck hier, harmoniebedürftig.

Florian: Ich dachte auch gerade.

Miriam: Du hast dann irgend sowas gesagt mit, das hat doch nichts mit unserer Beziehung zu tun oder damit, dass ich dich liebe. Ich liebe dich immer. Egal, wo gerade wir vielleicht mal nicht einer Meinung gewesen wären. Völlig egal. Und an der Stelle habe ich gemerkt, wie sich in mir alles entspannt hat, wie witzig. Es gibt dieses Thema. Und es darf sozusagen, also ich bin schon besser geworden, wir sind beide unglaublich wach, wir spüren uns ja auch selbst sehr deutlich an der Stelle und ich hinterfrage mich da sehr, weil ich mir dann sage, okay, ich mache jetzt hier kein Fass auf, weil ich weiß, ich werde geliebt. Ich liebe mich und ich werde geliebt. Und es brauchen mich eben auch nicht alle Menschen zu lieben. Schön wäre es, wenn wir schon in dem Punkt wären, nur es ist alles gut.

Florian: Das ist unabhängig davon. Ich lese gerade ein Buch, wo sie auch davon sprechen, dass sie sagen, Liebe ist so ein großes Wort und dann sagen, kleiner ist vielleicht das Wohlwollen gegenüber anderen Menschen und der Wille, gemeinsam zu arbeiten. Schön. Vielleicht ist das die kleinere Version davon.

Miriam: Ja.

Florian: Und ja, das ähm...

Miriam: Also diese Harmoniebedürftigkeit, wenn du die auch hast in deinem Leben, dann darfst du dich hinterfragen, wo die Angst wäre, die dahinter stecken könnte. Ist es die Angst, dass dich nicht alle Menschen lieben könnten oder dass dir Menschen ihre Liebe entziehen könnten? Und Liebe ist nicht entziehbar. Ein Mensch kann sich einem Gespräch entziehen oder einer Situation oder einer Autofahrt oder einer bevorstehenden Arbeit. Nur Liebe ist nicht entziehbar. Nicht wirklich. Und das ist was sehr Tröstliches und was sehr Schönes und ich mag den Gedanken sehr. Und ich kann mich da fast so ein bisschen reinkuscheln, wenn so alte Muster an der Stelle da sind manchmal. Und immer weniger werden.

Florian: Und auch gerade die Menschen, wenn ich mir so vorstelle, ich mag jemanden besonders gerne. Dann wünsche ich mir ja auch von meinem Gegenüber, dass er mir sagt oder sie mir sagt, wenn einfach was nicht passt. Also dass wir das ganz schnell und einfach lösen. Und dass du einfach aussprichst, was dich gerade beschäftigt und wir dann dafür eine Lösung finden. Weil wenn mir Menschen besonders am Herzen liegen, möchte ich ja auch, dass es ihnen gut geht. Und wenn es dir gut geht, darfst du das auch einfach fühlen. Und ja. Hm.

Miriam: Und Harmonie ist schön, wenn sie in der Symphonie stattfindet.

Florian: Wirklich. Ja, das stimmt.

Miriam: Und wenn es sich zwischendurch mal so ein bisschen reibt, also wenn da so ein kleiner Septim-Akkord drin ist, dann macht es ein Musikstück spannend. Die Musikstücke, die wirklich spannend sind und die auch mitnehmen und die berühren, die bestehen nicht nur aus einem C-Dur, F-Dur und G-Dur-Akkord.

Florian: Ja, anders noch. Im Endeffekt würden wir höchstens in der Harmonie immer sein, wenn wir alle gleich wären. Dann wären wir gar nicht diese individuellen Schneeflöckchen.

Miriam: Das stimmt.

Florian: Also die Grundvoraussetzung oder das, was daraus einfach entsteht, dass wir unterschiedliche Menschen sind, heißt auch einfach, dass wir an manchen Stellen einfach ein bisschen Reibung haben.

Miriam: Jo. Ja, cool.

Florian: Dadurch öffnen sich ja auch Horizonte oder wir lernen uns einander besser kennen. Voll gut.

Miriam: Und es entsteht Wärme.

Florian: Und durch Reibung entsteht Wärme. Jetzt ist das in dem Bild der Schneeflöckchen, dann schmelzen die halt.

Miriam: Den habe ich jetzt gar nicht so auf dem Schirm.

Florian: Ja doch, hatte ich schon drüber nachgedacht. Und dann packt man die einfach wieder in die Froste ein und dann hat man wieder ein Stückchen Eis.

Miriam: Oh, das ist dann ein großes Meer der Liebe.

Florian: Wir treffen uns dann im Meer der Liebe.

Miriam: Jetzt wird es Florian auch ein bisschen zu hippiemäßig. Let the sunshine in, ihr Lieben. Immer schön harmonisch. Ich sage mal Peace.

Florian: Das heißt, diese Woche, die Woche der Reibung.

Miriam: Reib dich an jedem, den du triffst. Ja, reib dich an den Menschen, was? Also, Florian, stopp!

Florian: Und wie immer mit einer großen Prise Humor ist alles einfacher.

Miriam: Das stimmt, das stimmt. Auch das unharmonische Feedback. Ja, es ist okay, dass es das alles gibt, weil dadurch entsteht vielleicht auch ein Stückchen weit Wachstum und wie du sagst, die Möglichkeit auch zu reflektieren.

Florian: Ist auch gut. Bis nächste Woche.

Miriam: Immer wieder dienstags. Oder bis Arnsberg.

Florian: Oder bis Arnsberg, genau.

Miriam: 26.01. bis 05.02. Meld dich bei uns. Wir sind da und schmeißen mit Schneebällen und bauen einen Schneemann. Den größten Schneemann, den das Sauerland je gesehen hat.

Florian: Wir machen Erholungsseminar.

Miriam: Erholungsseminar. Kommunikation und Erholung in einem einzigen Seminar. Mach mit uns Winter- und Sprachurlaub. Wir sehen uns dort. Alle Informationen auf unserer Homepage.

Florian: Wieso sagst du Homepage und nicht Homepage?

Miriam: Homepage.

Florian: Homepage www.kontext-denken.de. Es ist nicht Homepage.

Miriam: Homepage ist, glaube ich, nur eine von allem.

Florian: Tschüss, bis nächste Woche.

Miriam: Florian hat jetzt Schluss.

Florian: Ja, das stimmt.

Miriam: Okay, bis dann.

Florian: Ciao.

Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

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