NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 224

Gähnende Online-Meetings - das tun!

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In dieser Folge

Darum geht es

Online Meetings. Gibt’s da eigentlich auch andere Worte für? Ich kann’s… nä, ich will‘s nämlich nicht mehr hören. Und lesen auch nicht mehr. Virtuelles Treffen. Internet Daily. Und wenn endlich alle da sind, und zwei von 10 haben ihre Kamera an, dann geht’s auch richtig ab. Äh, pardon, an. Das Powerpoint. Oder das Excelsheet. Sehr viel zu klein auf dem Bildschirm und reihenweise Zahlen. Und manch ein Nicht-Moderator eines solchen Web-Events wundert sich dann, dass Menschen sich zunehmend schwerlich motivieren, sich allmorgendlich oder mittäglich vor ihre Glasfaseranschlüsse zu setzen und ihr Gesicht zu kontrollieren. Über Ton- und Bildqualität in der einen oder anderen Überlastungsphase der hauseigenen Leitung wollen wir gar nicht erst schreiben oder sprechen. WAS TUN? Diese Podcastfolge hören und endlich… rebellisch werden. Anarchisch. Eskalativ.

https://www.tgass.de https://miro.com

Miriam und Florian sprechen darüber, warum so viele Online-Meetings ermüden und was du konkret dagegen tun kannst: die erste Frage nach dem Wozu, das gemeinsame Arbeiten am virtuellen Whiteboard Miro statt PowerPoint-Starre, und kleine Kniffe fürs Moderieren — Kekse mitbringen lassen, Stille aushalten, mehr Energie senden. Miriam erzählt von Nikolausmütze, einem kleinen Groot auf der Schulter und Konfetti vor der Kamera, Florian von seinem Kampf gegen Mausparkplätze. Wenn du Meetings über Zoom oder Microsoft Teams lebendiger moderieren, interaktiver gestalten und die Kamera kreativ nutzen willst, findest du hier reichlich Anstöße.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Warum uns Online-Meetings so ermüden
  2. Die erste Frage: Wozu treffen wir uns?
  3. Kreativ mit der Kamera: das virtuelle Theater
  4. Miro: endlich gemeinsam an einer Fläche arbeiten
  5. Nikolausmütze, Groot und Konfetti: Energie ins Meeting bringen
  6. Kekse, Stille aushalten und keine Mausparkplätze

Zehn Stunden am Tag in die Kamera schauen, zwei von zehn haben ihr Bild an, und irgendwer scrollt gerade durch ein Excel-Sheet, das viel zu klein ist. Kennst du. Miriam und Florian nehmen sich genau diese müden Online-Meetings vor — und zwar rebellisch. Mit Nikolausmütze, Konfetti, einem kleinen Groot auf der Schulter und einem Whiteboard-Tool namens Miro, auf dem plötzlich alle gleichzeitig malen dürfen. Und mit der einen Frage, die vieles abkürzt: Wozu treffen wir uns eigentlich?

Warum uns Online-Meetings so ermüden

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Sind wir jetzt online?

Florian: Für einen Online-Podcast dürften wir jetzt erstmal alle verwirrt in der Gegend rumschauen und keiner sagt irgendwas. Weil wir noch auf Teilnehmer warten.

Miriam: Oh cool, du hast jetzt schon, du machst Foreshadowing. Ja. Herzlich willkommen da draußen. Dies ist eine digitale Folge von einem Online-Format, zu dem keiner, na Quatsch.

Florian: Was?

Miriam: Das stimmt aber gar nicht. Nur es ist wirklich so, dass Menschen im Moment aufgrund der täglichen vielen Online-Meetings, ich habe heute mit einem Geschäftsführer gesprochen, der 18 Stunden gestern online war. Weil der gerade, ja, weil der ist nämlich in Amerika und hat Übersee-Meetings, das heißt, bis 4 Uhr morgens hat der Meetings gehabt.

Florian: Das heißt, er hat den ganzen Tag über in Amerika. Ja, genau. Und nachts in Deutschland. Nee, vorher.

Miriam: Davor in Deutschland, genau.

Florian: 18 Stunden in die Glotze gucken. Selbst schuld.

Miriam: Selbst schuld, was willst du denn machen?

Florian: Das Erste, was man bei Meetings immer machen sollte, sich die Frage stellen, ob man es durch eine E-Mail ersetzen könnte.

Miriam: Auch analog dann, meinst du?

Florian: Auch analog, ja.

Miriam: Das ist ja hart.

Florian: Also ich weiß nicht, wie es dir, lieber Hörer oder liebe Hörerin, da draußen geht. Ich verbringe bei Kunden im Moment auch Stunden und Tage in irgendwelchen Online-Konferenzen. Und bei manchen von denen frage ich mich schon, was ist der Sinn des Ganzen? Das ist ja die erste Frage, die du dir stellen sollst. Wozu eigentlich? Also wieso treffen wir uns? Und was soll das Ganze? Da geht es doch schon los.

Miriam: Ja, ich bin voll bei dir. Du nimmst gerade diesem Podcast sowas von den Wind aus den Segeln. Wer will denn jetzt noch Online-Meeting machen?

Florian: Wieso?

Miriam: Oder weißt du, was das Schlimmste, was passieren könnte, wenn einige unserer Hörer, hoffentlich nicht so viele, morgen beim ersten Online-Meeting die Frage stellen, wozu treffen wir uns?

Florian: Dann habe ich schon gewonnen.

Miriam: Ja, bestimmt, dann hast du gewonnen. Also das ist ja niemand mehr gewohnt. Die Leute treffen sich super selbstverständlich, hocken sich dann halt irgendwie vor ihre Glotze und wir machen mal Worst Case. Komm, das macht uns ja auch so eine Freude. Worst Case ist erstmal, die Hälfte der Truppe kommt zu spät.

Florian: Allerdings nur so krumme Uhrzeiten zu spät. Ja, ja, manche sind super pünktlich da, manche kommen um drei nach und dann trödeln noch zwei um sieben oder um acht nach rein, die allerdings wichtig sind für das inhaltliche Thema. Wodurch so ein komischer Sog in diesen Online-Meetings entsteht von, sollen wir überhaupt anfangen, solange die nicht da sind? Wart mal, ich guck mal, ob ich die anchatten kann, dass die reinkommen. Oh, ich hab ihn jetzt nicht erreicht. Ja, dann fangen wir halt doch schon an. Dann kommen die, exakt drei oder vier Minuten, nachdem es dann doch endlich losgegangen ist, und dann fangen wir nochmal von vorne an.

Miriam: Das hab ich heute auch gerade wieder erlebt, deswegen bin ich so still. Da war ich allerdings die, die zu spät gekommen ist. Ja, waren glaube ich auch nur sieben Minuten.

Florian: Also die Gemengelage ist glaube ich klar. Im Moment finden in Deutschland so viele Online-Meetings so schlecht moderiert wie noch nie statt.

Miriam: Ja, woher denn auch die ganzen professionellen Moderatoren nehmen?

Florian: Wir haben ja jetzt neun Monate Übungszeit fast. Also es könnte langsam besser werden, finde ich.

Miriam: Was ist denn das Problem, sag mal? Was ist deine Analyse? Komm, du bist doch noch viel mehr da drin als ich.

Florian: Was die Herausforderung an der Stelle ist, ich glaube, dass 80% aller In-Persona-Meetings schon nicht stattfinden sollten. Tatsächlich. Und die finden jetzt alle auch noch online statt. Und weil wir an vielen Stellen das Gefühl haben, die anderen Menschen nicht mehr so genau zu sehen oder nicht mehr so in Kontakt zu sein, habe ich das Gefühl, in manchen Organisationen hat sich die Meetinglast einfach verdoppelt. Also die meisten Meetings, die wir übernommen haben aus der alten Welt ins neue, digitale, in Microsoft Teams, in Zoom, in GoToMeeting, in all diese witzigen Tools, die alle so langweilig sind. Und das ist ja das Schlimmste noch, die, die in großen Unternehmen erlaubt sind, sind wirklich die langweiligsten Tools überhaupt. Bei Zoom kann man sich ja inzwischen wenigstens so ein Hasenöhrchen machen.

Miriam: Fernsehhintergründe selber basteln.

Florian: Das geht in den meisten. Das geht in den meisten Tools. Nur, ja. So, das wäre mein Grund. Also wir waren schon nicht wahnsinnig gut da drin, in Persona-Meetings zu machen, nur da haben wir uns wenigstens gesehen und konnten irgendwie Witze machen und Kaffee trinken und Keks essen. Also da waren ja typische Ideen waren ja tatsächlich, ich habe in Trainings, in Meetings, habe ich ja auch Spielzeug auf den Tisch gestellt manchmal. Und hatte dann da Sachen, Überraschungseier, um die dann, dann haben halt Teilnehmer, die gerade nicht so engaged waren, haben ein Überraschungsei gebaut und wenn sie dann nach einer halben Stunde doch mal dran waren, haben die kurz hochgeschaut, haben ihren schlauen Satz gesagt und haben dann wieder mit der kleinen Blume und dem Nilpferd gespielt.

Miriam: Wir sprechen schon von erwachsenen Menschen, also es ist nicht so, dass du im Kindergarten arbeitest.

Florian: Nee, nur manchmal haben wir ja solche Termine gehabt, wo einfach klar war, da sind jetzt irgendwie, aus irgendwelchen Gründen haben wir halt Strecken drin, wo Menschen mal eine halbe Stunde eigentlich nichts zu tun haben da drin. Nur schwierig, die dann an eine Kaffeepause zu schicken und die anderen arbeiten weiter oder so, weil so peripher was mitzubekommen war schon gut. Also so im Raum zu hören, einfach worüber reden die, wie ist die Stimmung, das fällt ja jetzt auch echt weg.

Miriam: Findest du, dass das ganz wegfällt? Das wäre ja so einer der klassischen Glaubenssätze. Also wir nehmen uns nicht mehr so wahr, wir sind so weit voneinander, dass wir ein bisschen Fernsehen gucken.

Florian: Nicht in allen Teams. Also manche Teams schaffen das, finde ich, sehr gut. Manche Teams blühen jetzt richtig auf, habe ich das Gefühl, weil plötzlich eine ganz andere Art der Kommunikation da ist. Viele von uns sind glaube ich nicht gewöhnt daran, eben über Chat zu kommunizieren, über Video zu kommunizieren, über Whiteboards miteinander zu sprechen, sondern manche sind halt wirklich exakt die Sachen gewöhnt, die sie schon immer gewöhnt waren und die gibt es halt jetzt nicht mehr.

Miriam: Ja, und sie werden irgendwie so in dieses neue Medium schon auch mit übernommen. Oder ich hätte beinahe gesagt reingepresst, was ich jetzt nicht so, ich meine das nicht so hart.

Florian: Also das Schlimmste im Moment finde ich, wenn zwölf Leute auf ein Excel-Sheet draufschauen. Das fand ich schon schlimm, wenn wir in einem Meetingraum drin saßen. Wenn dann noch das Licht ausgemacht wurde im Meetingraum. Und dann Menschen, die auf Excel-Sheets starren. Kannst du nochmal auf die andere Seite wechseln und dann sieben Zeilen nach oben scrollen? Ah, nee, doch nicht.

Miriam: Kannst wieder zurück. Merkt ihr was? Wenn wir Florian jetzt weitermachen lassen, dann kommen noch mehr Details und Florian rantet sich richtig hoch.

Florian: Das stimmt.

Miriam: Gut, also jetzt wissen wir schon, was alles irgendwie nicht so spannend ist.

Florian: Ja, und jetzt geben wir auf.

Miriam: Jetzt geben wir auf. Telefoniert doch wieder miteinander, so mit so Wählscheibentelefonen.

Die erste Frage: Wozu treffen wir uns?

Florian: Ich habe, ungelogen, also ich beschäftige mich wirklich im Moment viel damit und einer der großen Vorteile, die wir beim Telefon haben, ist, dass wir die Latenz rausholen. Also bei Online-Meetings, eines der großen Themen ist ja auch, wann spricht jemand? Und wie weiß ich, dass mein Vorredner fertig ist und ich jetzt was sagen kann? Und dann fangen ja oftmals eben Menschen an, übereinander zu reden und dann entschuldigen die sich und das nimmt halt super die Dynamik raus. Beim Telefon gibt es das nicht. Das heißt, ein Trick ist tatsächlich aufs Telefon zu wechseln.

Miriam: Telco.

Florian: Eine Telco zu machen.

Miriam: Da geht es ja schon los mit den Tipps. Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass wir da so schnell hinkommen. Weil wir uns natürlich für dich wünschen, lieber Hörer. Vielleicht hast du dich jetzt gefragt, warum haben die jetzt hier irgendwie fast zehn Minuten die ganzen Dinge aufgezählt, die ich auch schon kenne. Und was wollen die denn jetzt mit dem Podcast? Also zum einen möchten wir auch eine Lanze brechen.

Florian: Ein Lenzlein.

Miriam: Ein Lenzlein brechen für die Möglichkeit mit Bildtelefonie sozusagen miteinander in Kontakt zu sein, also andere Menschen auch eben zu sehen, so ein bisschen eine Idee zu bekommen, wie gut geht es einem gerade, hat er tiefe Schatten unter den Augen oder nicht, weil die Kameraübertragung ist doch bisweilen gut genug, um solche Unterschiede auch festzustellen und sich gegenseitig eben auch mal in die Augen zu gucken. Zumindest andere menschliche Augen zu sehen und seine eigenen Augen zur Verfügung zu stellen. Das ist schon so eine Art und Weise, wie ich da dran gehe. Also ich freue mich einfach, die Leute zu sehen. Ich freue mich wirklich, die zu sehen. Ich freue mich, da mache ich auch Komplimente fürs T-Shirt oder für die Frisur, die neue.

Florian: Ich finde es total interessant auch, was die Leute so im Raum stehen haben. Also ich finde es fast schon immer schade, wenn der Hintergrund... Du sagst mir jetzt nicht wirklich, dass du ein Wohnzimmer-Stalker bist. Heißen die so?

Miriam: Ja.

Florian: Natürlich.

Miriam: Das sind die, die dann auch sagen, oh, was ist das für eine Vase hinter dir? Vielleicht wollen die Leute gar nicht drüber sprechen.

Florian: Dann können sie ja den Hintergrund blurren, also verwischen oder einblenden. Manche machen das ja auch.

Miriam: Ja, manche machen das.

Florian: Heute bin ich in einem großen Training drin gewesen mit 25 Teilnehmern auch, online. Und da hatte einer ein wunderschönes Sonnenbild, so eine Plastik hinter sich. Da habe ich auch komplimentiert. Dann habe ich erfahren, dass es von einer Straßenkünstlerin ist, die so große Installationen macht. Und da hat er einen Teil mal bekommen. Super spannend, also finde ich schön.

Miriam: Natürlich ist das schön. Es gibt anderen Gesprächsstoff.

Florian: Ja, genau. Und so kommen wir dann halt in Kontakt. Das wäre ja normalerweise dieses, oh sag mal, wo hast du denn den Stift her? Oder was hast du denn für einen Ring an? Oder das, was wir im normalen Leben halt auch machen würden. Absolut.

Miriam: Okay, also es gibt ein paar andere Dinge zu bemerken, ein paar andere Dinge auch zu verkomplimentieren. Und dann fängt ja irgendwann auch der Ernst des Meetings an.

Florian: Ja, und die erste Frage wäre, wozu sind wir da?

Miriam: Also realistisch schaffst du das einfach nicht. Nee, weil dann brauchen die die Zeit des Meetings, um nicht rauszufinden, wozu alle da sind. Das Witzige ist, also so...

Florian: Wie würde ich den in der Moderation anleiten, dass wir den trotzdem machen können? Und wir kommen gleich noch auf einen Tipp, wie wir es schriftlich machen können. Nur von der Anleitung her mache ich das so, dass ich sage, lasst uns nur mal kurz, wir gehen einfach mal reihum und jeder sagt, wozu wir hier sind, was der Zweck dieses Meetings ist und was das ist, was wir produzieren in diesem Meeting. Weil wenn alle die gleiche Antwort geben, haben wir super schnell festgestellt, dann sind wir in zwei Minuten durch, dann haben wir einfach festgestellt, super, wir sind alle in die gleiche Richtung ausgerichtet, easy, let's go. Wenn wir merken, wir sind sowieso alle in andere Richtungen ausgerichtet und jeder denkt was anderes in diesem Meeting, dann sollten wir das wirklich als erstes besprechen. Sehr gut. Und dann fange ich an. Und das ist tatsächlich etwas, was vielen Leuten einleuchtet. Also wo die dann zumindest mal diese zwei Minuten investieren können, weil die anfängliche Idee ist ja, dass alle das gleiche Verständnis haben.

Miriam: Alle sitzen da und wissen genau, um was es geht und wozu sie im Raum sind. Ja, hervorragend. Gut, also das ist schon mal ein toller Tipp.

Kreativ mit der Kamera: das virtuelle Theater

Miriam: Jetzt können wir ja auch, da bin ich jetzt ganz die Fernsehfrau, weißt du. Dieses in die Kamera sprechen und die Kamera nutzen und die Möglichkeiten auch, die es da gibt, finde ich persönlich sehr cool. Das bedeutet, natürlich können wir auf Zoom unseren Bildschirm teilen und können PowerPoint zeigen oder Excel oder Word oder was auch immer einblenden. Das finde ich noch mitunter das langweiligste, was wir tun können, weil das könnte theoretisch auch jeder für sich selber angucken. Ich finde es viel besser, diese anderen Dinge zu tun, die eben vor der Kamera möglich sind.

Florian: Was meinst du da genau?

Miriam: Naja, wir probieren das ja gerade sehr stark aus mit dieser virtuellen Theateraufführung, an der wir beide mitbeteiligt sind. Also ich bin ja schon lange Mitglied bei einer Theatergruppe, die Amateure und Profis vereint, der Florian ist auch Mitglied, die jedes Jahr normalerweise ein großes, sehr aufwendiges Weihnachtsmusical gibt, mit 20 Mann, Orchester, Riesenkulissen.

Florian: Und 70 Schauspielern und Tänzer und Sängern.

Miriam: Und dieses Jahr eben nicht.

Florian: Tausende Menschen.

Miriam: Logisch, ja. Also 10.000. Mittlerweile fünfstellige Besucherzahlen bei diesem... Pro Jahr. Pro Jahr, genau. Und die... Natürlich war der Frust groß, als das abgesagt wurde. Und wie immer gab es ein Dorf von unbeugsamen Galliern, die entschieden haben, wenn die uns das verbieten, machen wir gerade was. Und das Einzige, was eben im Moment geht, sinnvollerweise, ist eine virtuelle Live-Online-Aufführung. Wir eröffnen eine virtuelle Theaterbühne. Und da sich Menschen nicht in der Masse treffen dürfen, eröffnet die jeder bei sich zu Hause im Wohnzimmer. Und verrückt ist, also ich weiß nicht, ob du, das ist am 5.12. um 19.30 Uhr, also 5.12.2020 um 19.30 Uhr, Tickets gibt es auf www.tgass.de, wir schreiben das nochmal unter die Show Notes. Wenn du dabei bist, siehst du, was da geht, also was die zum Teil gemacht haben, die haben sich regelrechte Kulissen aufgebaut, ganze Welten.

Florian: Wir haben Gesang und Tanz, wir haben Interaktionen von Menschen, die nicht am gleichen Standort sind, also auch witzige Geschichten. Ja. Alles mögliche, was irgendwie geht. Wir loten mal aus, was so tatsächlich möglich ist.

Miriam: Wir gehen auch an die Grenzen von Zoom, also bisweilen das, was da eben geht.

Florian: Wir nehmen YouTube, den YouTube-Chat mit rein. Wir machen ein Quiz draus, damit du mitraten kannst an bestimmten Stellen. Es gibt auch was zu gewinnen. Richtig. Also wir ziehen dir das große Register.

Miriam: Ja, und natürlich ist es auf der einen Seite ein riesen Experiment. Wir haben keine Ahnung, wie es sich ausgehen wird am Samstag. Aus der Proben-Situation her können wir sagen, wir werden was senden, ihr werdet was sehen und ihr werdet auch was hören. Das ist das, was wir schon wissen. Wer auf meiner Facebook-Seite mal gucken will, ich habe einen kleinen Trailer da veröffentlicht. Ja, also wenn wir die Online-Möglichkeiten nutzen wollen und das tun diese Darsteller natürlich fantastisch. Also die turnen ja vor der Kamera, die verschwinden von rechts nach links, von oben nach unten, die tauchen ab, die tauchen wieder auf und die Kamera bleibt die ganze Zeit an einer Stelle. Keiner von denen hat einen Kameramann, der die Kamera führt.

Florian: Ja.

Miriam: Viele arbeiten sogar mit ihrer Notebook-Kamera.

Florian: Oh Gott.

Miriam: Also jetzt wirklich unter uns Gebetsschwestern. Keine 100.000 Euro Ausstattung mit Technik.

Florian: Ich habe ja kurz überlegt, ob wir das machen können. Also ich würde wirklich gerne mal mit so Sendewagen oder es gibt ja inzwischen die Möglichkeiten, also wirklich riesen Events zu machen. Auf der anderen Seite, und das ist glaube ich das, was gleich spannend wird, ist, wie können wir denn ohne jetzt irgendwie 50.000 Euro, 100.000 Euro auszugeben, weil im Büro geht das halt auch nicht. Kann ich mit meinem kleinen Entwicklungsteam hier mit sieben Mann sagen, wir investieren jetzt mal 20.000 Euro in neue Videokonferenz-Technik. Okay. Noch nicht. Noch nicht. Also vielleicht wäre es gut, ne? Ja, ja, genau. Vielleicht hätten wir das schnell drin.

Miro: endlich gemeinsam an einer Fläche arbeiten

Miriam: Richtig. Also wenn wir jetzt einfach davon ausgehen, dass diese Online-Meetings eben unter den normalen technischen Bedingungen stattfinden, was gibt es denn dann für kreative Tools, Werkzeuge, die Teamleads, die die Moderatoren von diesen Meetings benutzen können, um den Laden ein bisschen aufzumischen, gerade wenn es um kreativere Themen geht, vielleicht auch ein bisschen angespannte Themen, sodass da ein bisschen was passiert? Florian, natürlich frage ich dich, du bist doch hier unser Godfather of Tools und Gadgets.

Florian: Das erste, was für mich absolut, das ist nicht mal mehr eine Diskussion wert, ist Miro, ganz allernotfalls Konzeptboard. Würdest du für unsere Newbies was dazu sagen?

Miriam: Das sind Werkzeuge, das sind virtuelle Whiteboards, die das zum Teil lustiger machen als tatsächliche Whiteboards oder Metaplanwände oder Post-it-Boards oder wie auch immer man die im richtigen Leben genannt hat. Also es ist eine große unendliche Fläche und diese ganzen Werkzeuge können da eben Post-its draufkleben und Rahmen drum machen und Formen zeichnen und jeder kann von zu Hause aus da drauf irgendwas markieren, kleben, sonst irgendwas machen.

Miriam: Das heißt, wer das Miro-Board besitzt… kann alle Leute, die im Meeting sind, darauf einladen?

Florian: Die langweiligen Meetings, die ich auch schon erlebt habe damit, sind die, wo jemand gesagt hat, andere Menschen können mir jetzt beim Miro-Bedienen zuschauen. Das wäre typischerweise das Meeting früher gewesen, wo vorne jemand irgendwas gezeigt hat. Also das ist nur eine kleine Stufe über PowerPoint. Das ist so der Professor, der an der Tafel seine Formeln aufschreibt. Super gut, als Student komme ich schon besser mit klar, als wenn ich eine Folie nach der anderen sehe. Sehr gut. Also schon besser. Und gerade was ich sehr gerne mag, ist No Limits. Also ich gebe meinen Teilnehmern volle Editierrechte auf diese Boards drauf. Die können alles machen, was ich auch machen kann. Ich nagele auch nichts fest auf denen. Ich lege keine Formen fest oder sonst irgendwas. Sondern es geht einfach darum, kreativ rauszufinden, was wäre denn jetzt eine gute Visualisierung dafür. Und meistens fangen wir mit irgendwelchen Post-its an und dann wandern halt Post-its auf diesen Boards. Und das Schöne ist, dass jeder gleichzeitig schreiben kann, jeder kann gleichzeitig Dinge tun.

Miriam: Malen, Zettel aufhängen, Tabellen draufmalen, formen.

Florian: Zusätzliche Informationen irgendwo her kopieren, passiert häufig.

Miriam: Von seinem Arbeitsplatz, es ist fantastisch. Ich habe jetzt gerade eine Kanban-Ausbildung gemacht, sensationell mit diesem Miro-Board. Also es hat so eine Freude gemacht, auch immer wieder, wenn wir in Gruppen gearbeitet haben. Der Spaß, dieses Ding zu bedienen, war so groß, dass wir uns immer sofort überlegt haben, das machen wir auf jeden Fall auf dem Miro-Board, auch wenn es nur darum ging, drei Fragen zu beantworten.

Florian: Und wir haben halt eine Fläche, um gemeinsam zu arbeiten.

Miriam: Und du sitzt nicht einfach nur vorm Bildschirm und glotzt, sondern du tust was. Du bist interaktiv, dein Team tut was, alle tun gemeinsam was.

Florian: Und das ist geil. Das ist der Teil, der mir besser gefällt als in realen Schulungen, weil in realen Schulungen gibt es ja meistens vorne irgendwo Bühne, wo ich einen Flipchart habe. Und jetzt hat plötzlich jeder einen Stift auf meinem Flipchart.

Miriam: Ist das gut.

Florian: Das ist richtig gut. Also ich liebe das, wenn plötzlich irgendwie auf meinem Bildschirm, während ich irgendwas, wenn ich was vorstelle oder so, taucht plötzlich ein riesen Post-it auf, weil jemand irgendwas entweder nicht geschafft hat oder weil er halt ein riesen Post-it platziert und da steht eine Frage drauf, während ich rede oder während jemand anders redet, kommen plötzlich so Zusatzinformationen rein, ganz neue Arten und Weisen zusammenzuarbeiten.

Miriam: Ja, also von der Idee her, es gibt solche Tools, die so Interaktionen möglich machen und du kannst dich da natürlich noch ein bisschen schlau lesen, sprechen drüber, auch den Miro-Link könnten wir ja mal unter diesem Podcast mit drunter posten, zusammen mit dem Theater-Link, weil das, was ich geschildert habe, war ja, du bist kreativ mit der Kamera, du setzt dich mal näher dran, mal weiter weg, du probierst mal ein bisschen was aus.

Florian: Da dürfen wir noch mehr machen, da geht noch viel mehr.

Miriam: Ja.

Florian: Also eine gemeinsame Arbeitsfläche zu haben. Was ich schön finde auch, da lassen sich auch PowerPoint-Präsentationen hochladen und da kann man sich die eben gemeinsam anschauen, nur es kann auch jeder individuell blättern. Wir können einzelne Seiten rausnehmen und die highlighten, wir können was unterstreichen, was markieren, Schlüsse ziehen. Plötzlich arbeiten wir wirklich gemeinsam in einem großen Canvas. Wirklich eine großartige Idee, das so zu machen. So, ähm... Und trotzdem, manchmal in so Vorträgen, in Moderationen, in Trainings oder so, ist ja trotzdem manchmal dann weniger Interaktion drin. Also es gibt ja auch mal so Energiewellen, dann war irgendwas highly engaging und jetzt plötzlich geht die Energie vielleicht so ein bisschen runter. Und dann kommt nämlich dieses Schauspiel-Ding rein von Miriam.

Nikolausmütze, Groot und Konfetti: Energie ins Meeting bringen

Miriam: Ja, weil ich dich auffordere, das ist ein rebellischer Podcast.

Florian: Ein Rebellen-Podcast.

Miriam: Ich möchte dich zur Anarchie aufrufen in Online-Meetings, weil ich beste Erfahrungen damit gemacht habe. Nun darf ich vielleicht auch zu deiner persönlichen Verteidigung sagen. Kennt nun das Arbeiten vor der Kamera, irgendwie gefühlt seit ich reden kann. Und ich habe, als ich 21 war, meine erste Fernsehsendung in der ARD moderiert. Das heißt, ich bin schon ewig vor der Kamera. Was, seit fünf Jahren schon? Ich habe quasi keine Hemmungen, was das angeht. Dann stehe ich eben auch schon ewig auf der Bühne. Ich habe auch keine Hemmungen, mich ordentlich zum Brot zu machen für meine Teilnehmer. Ich weiß, dass in einer Gruppe von 20 Menschen, die mich kennenlernen, vermutlich in den ersten 10 Minuten die Hälfte sich fragt, was ist das? Was macht die da? Nur ich schwöre dir auch so weiche Sitze. Bei mir schaltet keiner seine Kamera aus. Und ich habe sofortige Interaktion, wenn ich dazu aufrufe. Manche flüchten in die Interaktion, glaube ich. Manche sind vollends begeistert und ich kann damit leben. Weil das Schlimmste, was uns Menschen passieren kann in einer Welt, in der es nicht um existenzielle Nöte geht, ist Langeweile. Das ist das Schlimmste. Und das möchte ich so gut es geht verhindern. So, jetzt möchte ich dir natürlich die Version Light geben. Also ich verkleide mich vor der Kamera, heute war der... Das erste Türchen vom Adventskalender zu öffnen. Das heißt, ich hatte natürlich einen Adventskalender in verschiedenen Farben bei mir. Ich hatte eine Nikolausmütze bei meinen Meetings heute dabei, die ich zwischendurch heimlich aufgezogen habe und auch wieder abgezogen habe. Das heißt, mein Bild hat sich ab und zu verändert.

Florian: Und manche Teilnehmer haben es gemerkt. Richtig.

Miriam: Dann haben es die anderen auch gemerkt. Also sobald einer gequiekt hat, haben es dann alle gesehen. Ich bin ja totaler Fan von Guardians of the Galaxy. Und ich habe einen kleinen Scrooge aus Amerika, äh Groot, Entschuldigung, was rede ich denn? Ich bin noch auf der Theaterbühne. Die Weihnachtsgeschichte von Dickens kommt auch vor bei der Theateraufführung. Ich habe einen kleinen Groot und den hat mir der Florian in Amerika gekauft und der hat einen Magnet am Popo.

Florian: Der hat so ein Schulterpolster im Endeffekt drin, das unter die Kleidung kommt und dann sitzt der eben auf der Schulter drauf.

Miriam: Der sitzt fest auf der Schulter drauf. Der hüpft dann mit, der bewegt sich mit und das sieht total lebendig aus. Auch das mache ich zwischendurch. Das heißt, ich biete sozusagen den Köpfen, Florian hat gesagt, der hat früher Spielzeug hingestellt. Ich kann denen kein Spielzeug hinstellen, nur ich kann denen zeigen, dass alles okay ist. Also, dass wir natürlich zwischendurch die ernsten Dinge besprechen, nur ich kann meinen Teilnehmern, das möchte ich auch, ich möchte das Gehirn so ein bisschen in diesem kreativen Raum halten. Und wir sprechen teils über sehr ernste Themen.

Florian: Lachen ist halt zwischendurch einfach super gut, weil es ein Stück weit entspannt, weil es uns klar macht, wir sind hier nicht, es ist nicht bierernst, sondern es geht drum, dass wir eben auch Spaß haben. Klar kommt immer mal ein wichtiges Thema dran, nur wir können auch lachen und über die Entspannung, die dabei entsteht, kommen eben die kreativeren Ideen, kommt ein schönerer Austausch, kommt mehr Energie in das Meeting rein, voll gut.

Miriam: Meine Klienten im Coaching, die Gruppen, mit denen ich häufiger arbeite, adaptieren das übrigens erstaunlich schnell. Als hätte ich auch nicht gedacht. Die finden das so klasse, dass da auch mal ein bisschen was anderes passiert, dass die sich jetzt so Sachen einfallen lassen. Heute zum Beispiel hatte ich eine Klientin, die gerade ihr Sales-Business groß aufbaut und ich coache die da durch und sie hat jetzt wirklich riesen Erfolge zu feiern gehabt heute. Wir wussten das auch beide schon. Ich kannte nur die Kennzahlen noch nicht. Die wollte sie mir dann heute zeigen, aufgrund der Methodik, die sie jetzt angewendet hat. Und sie hatte sich dann eben mit ihrem Mann verabredet, dass der Konfetti schmeißt und Luftschlangen reinwirft, während sie mir das präsentiert.

Florian: Also es war kurz. Schon kindisch.

Miriam: Ja, ich weiß. Was haben wir gelacht, ne?

Florian: Also so wie ich es wahrnehme, ich habe das Gefühl in der Moderation, um ein Lachen wirklich auf 25 Gesichter zu zaubern, darf ich mehr Energie noch geben als auf der Bühne. Also manchmal so im direkten Austausch mit den Leuten gehen auch so kleine Zwischentöne ganz gut. In diesen Online-Meetings habe ich das Gefühl, da ist manchmal wirklich, da darf... Wirklich, das darf sichtbar sein, das darf lustig sein, gib richtig Gas, manchmal so richtig Energie rein, um dass da was rüberkommt. Um auch zu verstehen, das ist hier wirklich lustig und du kannst dich hier wohlfühlen, dir geht's hier gut, alles ist fein, komm wieder, hab Spaß hier, bleib dabei. Um all diese Sachen zu transportieren, da hab ich das Gefühl, es ist wirklich viel mehr senden. Ähm, als ich es früher gewohnt war, also früher gingen auch die Zwischentöne mal so ein kleiner Blick oder ein kleines, also so was Subtiles, wo ich dann ja kalibrieren konnte, kam das an oder nicht, die meisten subtilen Sachen hier, ich bin ja nur Briefmarken groß auf manchem Laptop-Bildschirm drauf, das heißt, es darf sichtbar sein, ne.

Miriam: Was wir ja wollen ist, dass die Menschen, wenn das Wozu stimmt, also wenn es wirklich was Wichtiges zu besprechen gibt gemeinsam, wenn da wirklich was Konstruktives passieren soll, egal ob das jetzt ein Training ist oder ein Meeting zu irgendeinem Zweck, dann ist es ja gut, wenn die ganze Zeit auch Energie da ist, wenn Aufmerksamkeit da ist von den Menschen, wenn jeder zu jeder Zeit auch sein Fachwissen einbringt und nicht irgendwann weggeschnarcht ist während der Nummer.

Florian: Das war ja das Feedback auch nach der Kanban-Schulung, die mein Kollege und ich ihm gegeben haben. Was ich sehr schön fand ist, wir haben das als Abendveranstaltung gemacht von 18 Uhr bis 21.30 Uhr und regelmäßig war das Feedback. Als ich reingekommen bin, dachte ich schon so, boah, jetzt nach dem langen Tag noch irgendwie jetzt drei Stunden Meeting. Und jetzt geht es mir viel besser. Und das ist ja das, was wir haben wollen. Also vielleicht ist das zusätzlich zu diesem, wozu machst du das Meeting, auch noch ein, wie hättest du denn gerne, dass die Leute da rausgehen, vielleicht mit mehr Energie, als sie reingekommen sind. Und dafür darfst du dann was tun.

Kekse, Stille aushalten und keine Mausparkplätze

Miriam: Und das geht super, wenn es zum Beispiel keine gemeinsame Keksdose gibt. Das sind jetzt so Kleinigkeiten, die wir machen können. Ist vorher eine Nachricht rausschicken. Jeder möge sich doch was zum Knabbern mitbringen, weil es der erste Advent ist. Und es ist egal, ob das eine Gurkenscheibe ist oder wirklich schon das erste selbstgebackene Plätzchen. Und dann haben das heute eben auch mal alle gezeigt in der Kamera, was sie jetzt zum ersten Advent knabbern. Da waren wirklich ganz tolle selbstgebackene Plätzchen dabei, wo mir das Wasser im Mund zusammengelaufen ist. Ich darf allerdings auch... Vielleicht darauf aufmerksam machen, dass es mir gelungen ist, zum ersten Mal seit gefühlt 370 Jahren am ersten Advent selber auch Plätzchen zu backen. Meine sind nicht schön, nur die sind sehr lecker.

Florian: Wir haben Vanillekipferl.

Miriam: Wir haben Vanillekipferl und wir haben Butterplätzchen. Also ist ja alles da, was das Herz begehrt, möchte ich sagen. Also da gibt es so ein paar schöne Sachen. Jeder bringt einen persönlichen Gegenstand mit. Ich weiß, das klingt so ein bisschen nach, wir machen einen Stuhlkreis und werfen mit Wattepäuschchen, nur... Leute, so wahr ich hier sitze, es gibt Menschen da draußen, die zehn Stunden am Tag vor der Glotze sitzen, dieser Tage. Zehn Stunden.

Florian: Bitte mach's dir schön.

Miriam: Beschäftige dich mit solchen Tools wie Miro. Das ist so gemacht, dass sogar jemand wie ich das verstehe. Achtung, Boomer-Bashing. Nur ich kapiere das auch. Ich kann mittlerweile selbst und alleine eine Miro-Board-Präsentation machen. Ich hätte niemals gedacht, dass ich so einsteigen kann in diese Materie.

Florian: Vor allem was wir auch gemerkt haben ist, das ist halt eine Investition, die sich lohnt in die Zukunft. Also wenn ich mich mit Gruppen regelmäßig treffe, dann lohnt sich das halt ab dem zweiten Termin, funktioniert es gut, dass die Leute irgendwie schon Bescheid wissen, ah okay, jetzt sind wir irgendwie jetzt Gedanken lesen, jetzt muss ich halt wieder Post-its da machen, damit irgendwie was weitergeht und so. Ja, ist halt so. Also tatsächlich, wir haben eine gemeinsame Arbeitsfläche, so als würden wir am Tisch sitzen und als würden wir gemeinsam auf dem Tisch oben rummalen.

Miriam: Super gut. Ah, wie schön. Das heißt, dann kann so ein Online-Meeting zwischendurch, bei dem du besonders viel Kreativität einbringst oder einen Online-Termin, der kann eben richtig lustig und richtig spannend und richtig schön werden?

Florian: Falls zwischendurch mal die große Stille auftaucht übrigens. Da gibt es auch einen Trick, den ich von Miri gelernt habe. Wenn du eine Frage stellst und dein Publikum nicht antwortet, dann darfst du einfach länger warten. Weil irgendjemand, garantiert irgendjemand, hat eine ganz kurze Geduldsspanne und wird dann was sagen. Und das Witzige ist, das ist ein, zwei, dreimal eingeübt mit den Leuten, dann wissen die schon, dass wir es ernst meinen mit Fragen stellen. Und dann kommt eben schneller was. Also dann wird klarer, es ist interaktiver. Das wäre ja auch was, was wir regelmäßig jetzt machen. Am Anfang von so einem Meeting ziemlich schnell in die Interaktivität reingehen. Also eine kleine Geschichte, die am Anfang schon zeigt, wir wollen hier gemeinsam was machen.

Miriam: Wir sollten mal ein Training am Mittwoch machen für so einfach nur so Online-Tools. Mit dir ein bisschen üben, dass du so Anmoderationen, witzige, pfiffige, überraschende Anmoderationen kennenlernst, dass wir dir Miro in Ruhe erklären. Ich glaube, das wäre ein großer... Bitte melde dich doch, wenn du da Bock drauf hättest. Die Trainings am Mittwoch kosten ein Appel und ein Ei und Florian und ich geben unsere ganze Intention da rein. Die finden online statt. Wenn dann eben mittwochs, nicht jeden Mittwoch und wenn dann mittwochs zu speziellen Themen und ich glaube, dass das wirklich pressiert, also dass ganz viele Menschen da draußen mit großer Dankbarkeit diese Möglichkeiten entgegennehmen und ich verspreche dir, ich lasse die Elchhörner zu Hause, die Nikolaus Mütze bringe ich mit.

Florian: Und ich verspreche dir, es wird keine Mausparkplätze geben. Könnte ich die Wand hochgehen, wenn ich das sehe. Endlich haben wir ein geiles Tool, wo wir gemeinsam arbeiten können und dann führt irgendjemand so einen Mausparkplatz ein, wo alle ihren Mauszeiger hinfahren müssen. Hast du das noch nie gesehen?

Miriam: Bei meinen Meetings kommt sowas gar nicht auf.

Florian: Endlich haben wir das, dass wir gemeinsam online super... unkoordiniert alle gleichzeitig an einem Canvas arbeiten können. Und endlich hat jeder ständig die Möglichkeit. Jeder hat einen Stift in der Hand. Also jeder Teilnehmer kann auf meinem Flipchart mit seinem eigenen Stift einfach rummalen. Und das Erste, was ich mache, ist, wenn ich rede, sage ich, ne, legt mal alle eure Stifte beiseite, bitte. Ihr werdet den Teufel tun. Bei mir gibt es keine Mausparkplätze.

Miriam: Ihr merkt schon, das ist ein Reizthema, ihr Lieben, ein reizendes Thema im besten Sinne. Vielen Dank fürs Zuhören, vielen Dank für das Engagement, das du offensichtlich bringst für deine Online-Meetings. Viel Spaß beim Erkunden dieser Möglichkeiten, beim Ausprobieren von kleinen Nettigkeiten.

Florian: Wir sind doch erst bei Tipp 7 von 27.

Miriam: Florian, das ist ein 30-Minuten-Podcast. Manchmal machen wir auch 48. Ja, das stimmt. Zum Beispiel bei den Frequently Asked Questions, die gibt es dieses Jahr auch wieder zwischen den Jahren. Das ist immer unser Zwischen-den-Jahren-Podcast.

Florian: Du möchtest das jetzt wirklich abmoderieren, ne?

Miriam: Ich möchte das jetzt abmoderieren, ja?

Florian: Ja, bis nächste Woche.

Miriam: Bis nächste Woche. Komm in die Facebook-Live-Gruppe, da ist auch lustig.

Florian: Das stimmt.

Miriam: Tschüss.

Florian: Tschüss.

Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche. Bis zum nächsten Podcast.

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