NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 32

Frust – und wer rettet Dich?

War er bei Dir auch schon mal plötzlich da? Der Frust? Weil irgendjemand irgendetwas sagt? Oder weil Dinge nicht (so schnell) funktionieren, wie Du es gerne gehabt hättest?

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In dieser Folge

Darum geht es

Im diesem Podcast wird nicht lange rumgefrustet - wir nehmen diesen ungeliebten Gast und packen ihn in den Schredder. Wie das geht? Darüber philosophieren wir, Miriam und Florian, wie immer humorvoll und mit großem poetischen Tiefgang (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) über diesen bekannten Fröhlichkeitsverhinderer. Klar - Du darfst Dich fühlen, wie Du willst. Jeder darf das. Doch Frust fühlt sich für die meiste Menschen weder kreativ noch gut an. Und bestenfalls kommst Du schnell wieder raus - aus einer Frustphase. Braucht es dafür einen Prinzen auf edlem Ross, der mit wehender Fahne naht, um den Frust aus Deinem Leben zu vertreiben? Oder die bildhübsche gute Fee, die die unangenehmen Gefühle einfach weg zaubert? Oder gilt die alte preußische Weisheit: Ohne Frust keine Lust? Wir geben - wie immer - Tipps aus unserem eigenen Leben und aus unserer Tätigkeit als Trainer und Coaches. Und klar: Wir wissen immer alles besser. Außer, Du schreibst uns Deine Meinung dazu. Auf facebook. Oder auf youtube. Viel Spaß beim Frustschreddern. :-)

Miriam und Florian streiten sich am fiktiven Beispiel von Gertrud durch die Frage, wer eigentlich verantwortlich ist für dein Gefühl: der Kollege, der morgens etwas Doofes sagt — oder du selbst? Es geht um die Verantwortung für die eigenen Gefühle, um den Weg vom Opfergefühl zur aktiven Rolle. Ganz konkret gibt es Tipps zum Rausholen aus dem Frust: der Witz vom Olli, das mechanische Lächeln mit hochgezogenen Mundwinkeln (Stichwort Serotoninausschüttung), die aufgerichtete Körperhaltung aus der Schauspielerei und gute Musik zum Stimmungswechsel. Wenn du nach Impulsen suchst, wie du Frust, schlechte Laune und negative Gefühle bewusst verändern kannst, findest du hier eine humorvolle Runde zum Thema.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Willkommen, ihr Seelefanten
  2. Vom Opfer der Gefühle zur aktiven Rolle
  3. Den Frust in den Schredder
  4. Wer ist verantwortlich für Gertruds Gefühle?
  5. Auf Kommando gute Laune: Witze, Musik und Körperhaltung
  6. Fortgeschritten: Verliebtsein und geplanter Frust
  7. Verabschiedung

Ein braunes, wuscheliges Tierchen, das sich auf deine Schulter setzt — so beschreibt Florian den Frust. Und Miriam kennt die andere Seite: das Warten darauf, dass irgendwer, irgendwas dich da rausholt. Das Universum, ein Engel, ein Ritter in weißer Rüstung. In dieser Folge wird gestritten, gelacht und geschreddert — über die Frage, wer eigentlich verantwortlich ist für dein Gefühl. Und ob du es selbst in die Hand nehmen kannst.

Willkommen, ihr Seelefanten

Florian: Ja, es geht los. Hast du ein Thema ausgesucht? Oder sollen wir nochmal Stopp machen?

Miriam: Nee, ich hab ein Thema ausgesucht.

Florian: Oh ja, sag mal.

Miriam: Ein trauriges Thema.

Florian: Das ist nicht lustig. Ist es so traurig?

Miriam: Ja, noch trauriger.

Florian: Du bist bei Star Wars. Ich habe es erkannt. Ja, das stimmt. War so gut.

Miriam: Jetzt bin ich gar nicht mehr so frustriert wie eben noch. Ich war so schön traurig. Kennst du den Seelefanten bei...

Florian: Den Seelefanten?

Miriam: Den Seelefanten, der heißt wirklich Seelefant, bei Urmel aus dem Eis.

Florian: Der so eine Seele hat?

Miriam: Ja.

Florian: Nein, den kenne ich nicht.

Miriam: Achso, doch, der ist immer alleine auf seinem Felsen und singt traurige Lieder. Herzlich willkommen da draußen, ihr Seelefanten.

Florian: Hallo da draußen, ihr fröhlichen Menschen. Auch. Auch und ihr anderen.

Miriam: Das ist der Podcast von Miri und von Florian und unser Thema heute ist Frust. Wer rettet mich?

Florian: Sollen wir das wirklich machen, das Thema? Ja. Okay. Und was machen wir damit jetzt? Okay, wir sollten mal loslegen.

Miriam: Okay, du klingst auf einmal so.

Florian: Was ist denn jetzt, also Frust, wer rettet dich?

Miriam: Ja, früher habe ich gedacht, es kommt irgendwie zumindest, wenn kein Mensch kommt und mich rettet, kommt vielleicht...

Florian: Das Schicksal.

Miriam: Ja.

Florian: Eine Naturkatastrophe.

Miriam: Das Universum.

Florian: Ein Engel.

Miriam: Ja, und rettet mich.

Florian: Ein Ritter in weißer Rüstung. Auch. Ein Deus Ex Machina.

Miriam: Mir wäre alles recht gewesen in manchen Lebenslagen. Egal.

Florian: Die Hand Gottes.

Miriam: Der Leibhaftige. Hauptsache Rettung. Hauptsache Rettung. Ja. Ich war schon gut unterwegs gelegentlich.

Vom Opfer der Gefühle zur aktiven Rolle

Florian: Wenn du jetzt früher sagst, dann hat sich daran schon etwas geändert, oder?

Miriam: Das stimmt. Das stimmt.

Florian: Wie ist das denn jetzt?

Miriam: Jetzt... Jetzt bin ich aktiv geworden im Bereich meiner Gefühle. Früher hatte ich den Eindruck, dass ich das Opfer meiner eigenen Gefühle bin in vielen Lebenslagen. Das heißt, ich konnte mich nicht wehren gegen Frust, Ärger, Stress, Traurigkeit. Es gibt diese ganzen Gefühle und es ist gut, dass es sie gibt. Die sind auch energetisch. Ich hatte das Gefühl, dass wenn ich mal richtig gefrustet war, dass ich einfach nichts dagegen tun konnte.

Florian: Dann warst du einfach richtig gefrustet? Ja. Und dann bist du ins Bett gegangen, hast dich ausgefrustet?

Miriam: Nein, ich habe erstmal alle anderen Menschen um mich herum auch noch frustriert, damit ich nicht so alleine war.

Florian: Und wenn ihr Miri nur ein bisschen kennt, dann wisst ihr, dass die ist wirklich ansteckend. Also versprochen. Das ist nicht nur on air so, das ist auch wirklich im privaten Leben so.

Miriam: Und ich war ja, also ich halte mich für eine rechte Frohnatur. Ich war in den meisten Fällen meines Lebens war ich fröhlich und guter Dinge und optimistisch und habe auch in Lebenslagen, die mir schwer fielen, immer noch einen guten Aspekt gesehen. Und ich hatte früher deutlich Etappen, wo ich mehr frustriert als fröhlich war.

Florian: Okay.

Miriam: Und ich hatte nicht das Gefühl, da etwas tun zu können. Dass ich etwas tun kann, dass es mir besser geht.

Florian: Sondern es war tatsächlich dieses Abwarten, bis der Frustikus dich verlässt.

Miriam: Zum einen wusste ich ja immer, wer schuld war und das war gewiss nicht ich.

Florian: Ja.

Miriam: Es waren immer andere Menschen oder Umstände.

Den Frust in den Schredder

Florian: Ja, der Frust verfolgte dich. Nee. Der Frust ist ein kleines, wuscheliges, braunes Tierchen, ungefähr 30 cm hoch. Der setzt sich dann auf deine Schulter und kackt dir drauf.

Miriam: Oh, ist das eklig.

Florian: Ja, der Frust.

Miriam: Ja. Ja.

Florian: Und schlau ist, ihn möglichst schnell von der Schulter runter zu suchen. Fotzen.

Miriam: Uiuiui. Ja, und wenn es so wäre, also wenn es mir damals so einfach vorgekommen wäre, hätte ich das sicher getan. Und es kam mir damals nicht so einfach vor, dass ich einfach den Frust nehmen und in die Ecke schmeißen kann.

Florian: Ja, gegen die Wand.

Miriam: Gegen die Wand und dann wird ein Prinz.

Florian: Wir waren in Amerika und da gibt es ja was ganz Tolles. In der Spüle gibt es diese, auf Englisch heißt es Food Processor, diese kleinen Schredder, die eingebaut sind, mitten in der Spüle. Den Frust von der Schulter nehmen und einfach in den Schredder. Cool.

Miriam: Ja, stimmt, die gibt es da wirklich. Für so Salatblätter.

Florian: Und Frust.

Miriam: Oder Brotreste.

Florian: Und Frust.

Miriam: Und für Frust steht dran. Nicht zu viel Frust auf einmal. Häppchenweise schreddern.

Florian: Immer schön häppchenweise den Frust schreddern. Ein Frust nach dem anderen schreddern.

Miriam: Jetzt sprechen wir ja vom normalen Frust. Der pathologische Frust, der gehört ins Coaching.

Florian: Der pathologische Frust, was tust du uns denn in die Köpfe? Dieses kleine Kackvieh gehört in den Schredder.

Miriam: Ja, ist recht. Und ich habe wirklich, wenn wir so ein Thema nehmen und ich steige da ein und erinnere mich, wie das war. Und tatsächlich ist es nicht so, dass ich heute ein Leben lebe. Ich habe Fortbildungen gemacht, ich habe an mir gearbeitet, ich habe Coachings genossen. Ich habe einen Mann an meiner Seite, der deutlich weiß, wie Leben Coaching geht, sogar Hypno-Coaching. Ich habe viele Möglichkeiten, neue Möglichkeiten entdeckt, einen Frust in den Schredder zu schmeißen. Und es gibt ihn.

Florian: Und dann steckst du ihn in den Schredder.

Miriam: Ja, jetzt wo du es so sagst und jetzt wo wir hier gemütlich sitzen.

Florian: Ja, okay. Und was ich dir jetzt durchgehen lassen würde, ist, dass wenn du sowas sagst wie und manchmal fühle ich in mir Frust oder mache in mir das Gefühl von Frust. Nur wenn der Frust dich verfolgt, dann pack ihn dir und steck ihn in den Schredder.

Miriam: Gut, und in dem Augenblick, wo ich mir Frust mache?

Florian: Ja.

Miriam: Gut, wenn das die bessere Idee ist, dann sage ich in Zukunft, ich mache mir gerade Frust. Cool.

Florian: Dann wissen wir wenigstens schon, wer verantwortlich ist.

Miriam: Ach so, ja stimmt, da ändert sich auch was. Nur ist es so, dass ich mir Frust mache, wenn es im Grunde, ich spreche jetzt mal von einer Freundin, die immer frustriert ist über einen Arbeitskollegen, den sie hat. Der sich schlecht benimmt in dem kleinen Büro, in dem sie zu zweit sitzen, der da Dinge macht, die ihr nicht gefallen und sie ist täglich mindestens einmal frustriert, weil der sich so benimmt.

Florian: Also sie frustriert sich, weil er irgendwelchen Quatsch macht.

Miriam: Die würde uns jetzt vehement widersprechen.

Florian: Ja, die hat einen kleinen Frust auf der Schulter, den nimmt sie und...

Miriam: Florian, wir kommen so nicht weiter.

Florian: Ja, nur wenn der Frust im Schredder ist und sie macht sich einen neuen Frust, dann wissen wir, wer verantwortlich dafür ist.

Wer ist verantwortlich für Gertruds Gefühle?

Miriam: Du möchtest jetzt auf die Verantwortlichkeit für eigene Gefühle raus.

Florian: Ja. Wer macht's denn? Deine Freundin. Es ist ja nicht so, dass die Fruste da draußen automatisch entstehen. Die werden ja nicht geboren und suchen sich dann jemanden, an den sie sich dranhängen können.

Miriam: Also, ich gehe mal ein Stückchen weit jetzt nicht mit.

Florian: Okay, sehr gut.

Miriam: Ich provoziere dich mal und ich weiß, dass es gefährlich ist. Hongarde. Wenn jetzt jemand sagt, ich komme... Schlaf. Nein, wach, wach, wach. Ich komme morgens ins... Oh, jetzt lass mich doch mal.

Florian: Ich stelle mir jetzt vor... Du kommst gar nicht in dieses Gefühl von Frust rein, ne? Komisch, oder?

Miriam: Ich stelle mir meine Freundin vor, die morgens fröhlich ins Büro kommt. Und dann sagt dieser Kollege irgendwas Doofes. Zum Beispiel... Du hast gestern Abend den Schreibtisch wieder nicht aufgeräumt. So kann ich nicht arbeiten. Und sie ist gefrustet, weil er das gesagt hat.

Florian: Also sie frustet sich, weil er das gesagt hat.

Miriam: Sie fühlt sich frustriert, weil er das gesagt hat. Dann würde sie doch nicht jetzt sagen, ja stimmt, ich mache mir das ja selbst. Ich war ja fröhlich, als ich ins Büro gekommen bin.

Florian: Das heißt, er ist verantwortlich dafür. Das heißt, er gehört in den Schredder, oder was?

Miriam: Vielleicht wäre das eine Maßnahme.

Florian: Ihr braucht einen größeren Schredder dann dafür. Ist das tatsächlich, dass deine Freundin an der Stelle total, also sie ist völlig Opfer, möchtest du sagen? Opfer des Befrustetwerdens von ihrem Kollegen.

Miriam: Nehmen wir es neurowissenschaftlich. Du hast es ja sogar studiert. Wenn ein Gefühl im Körper entsteht, warum entsteht es dann? Entsteht es durch einen inneren Auslöser oder durch einen äußeren Auslöser? Also gibt es so eine Art Trigger? Ist es eine Konditionierung oder ist es ein Gefühl, was einfach kommt? Oder was ich mache?

Florian: Also ich glaube schon, dass es äußere Auslöser gibt. Also ich gehe davon aus, dass da draußen, wenn andere Menschen etwas tun, das schon Dinge in mir auslöst. Nur wie ich dann damit umgehe, ist doch meine Verantwortung. Also ich kann... Im Beispiel deiner Freundin würde... Jetzt brauchen wir einen Namen, der nicht so häufig vorkommt. Tatjana. Tatjana?

Miriam: Nee, nicht Tatjana. Die war es auch nicht. Nehmen wir Gertrud.

Florian: Gertrud. Gut, also eine fiktive Gertrud. Ja. Gertrud... Würde da reinkommen und dann sagt ihr Kollege was. Und natürlich kann der schöne Sachen sagen und kann Sachen sagen, wo sie aufblüht morgens schon. Und das sind ja die Sachen, die du auch in deinem Leben erleben darfst. Nur, vielleicht sagt der auch irgendwas, wo Gertrud jetzt nicht unmittelbar positiv drauf reagiert. Alles klar. Nur irgendwann ist doch die Verantwortung für die Reaktion darauf, wie sie damit umgeht, schon wieder bei Gertrud, oder? Oder ist sie völlig ausgeliefert ihrem Kollegen?

Miriam: Ich habe gerade in meinen Coachings, die ich gebe, den Eindruck, dass Menschen zuallererst diese vollständige Einstellung haben. Dass sie vollständig ausgeliefert sind. Dass sie der Sache ausgeliefert sind.

Florian: Ja, das glaube ich auch. Also aus meinen Coachings kenne ich das auch, ja.

Miriam: Gut. Und wo ist jetzt der Turn? Also was kann ich aktiv tun?

Florian: Den Frust nehmen und ihn in den Schredder packen.

Miriam: Gut.

Florian: Wenn dich ein Frust verfolgt, kauf dir einen Schredder.

Auf Kommando gute Laune: Witze, Musik und Körperhaltung

Miriam: Gibt es in deinem Leben Augenblicke, an die du dich erinnerst, wo du dir ganz bewusst selbst gute Gefühle gemacht hast?

Florian: Ja.

Miriam: Gut. Und die hast du dir ganz alleine gemacht. Also ich meine...

Florian: Wenn ihr Miri jetzt sehen könntet, sie wird sogar rot. Ja, es gibt Situationen, also... Ich mache das zum Beispiel, indem ich mir Witze auf YouTube anschaue. Ich glaube, wir haben ihn schon erwähnt, auch im Podcast. Es gibt den Witz vom Olli. Wenn ich dem zuschaue, dann fange ich tendenziell an zu lachen. Und inzwischen schaffe ich es auch, das in Situationen zu machen, in denen ich mich nicht nach Lachen fühle.

Miriam: Okay.

Florian: Ja, und das erfordert ein wenig Disziplin oder das erfordert ein wenig Verantwortungsübernahme dafür, wie fühle ich mich. Und was mir dabei unglaublich hilft ist, dass wenn ich zum Beispiel aus der Arbeit nach Hause fahre, dass ich zu Hause gute Laune haben möchte. Also ich möchte mit guter Laune durch die Tür reinkommen, weil an dem Ort zu Hause sind die Menschen, die mir am allerwichtigsten auf der Welt sind. Das heißt, für die möchte ich gute Laune haben und dann schaue ich mir im Zweifel in der S-Bahn oder im Zug die ganze Zeit Witze an, um dann hier wieder in einem anderen Zustand zu sein.

Miriam: Ich kenne das auch, dieses aktiv etwas dafür tun, dass es mir gut geht. Es gibt sogar einen Podcast von mir, der heißt Auf Kommando Gute Laune, wo ich das auch nochmal erkläre, ganz explizit, wie ich das mache. Zum Beispiel vor einer Fernsehsendung oder im Umgang mit den Kindern oder mit dir. Dass es mir wirklich gut geht, auch wenn es vorher vielleicht nicht so gut war. Das heißt nicht, manche Menschen sagen ja, willst du jetzt nur noch positiv denken und gar keine schlechten Gefühle mehr und traurig sein ist nicht erlaubt, das stimmt nicht. Ich hatte zum Beispiel vor ein paar Tagen erst wieder den Augenblick, wo ich dir auch gesagt habe, ich will jetzt mal eine Stunde traurig sein. Ich will jetzt mal eine Stunde, wie hast du vorhin gesagt, gegen die Wand kacken. Das hat auch echt nicht gut funktioniert, darf man dazu sagen, weil da hat sich echt auch ein anderer Kommunikationstrainer daneben gesetzt und Miri zum Lachen gebracht.

Florian: Das war total lustig.

Miriam: Warum erzählst du denn jetzt meine Geschichte zu Ende? Da kam ja dann doch jemand und hat mich gerettet. Ja, das stimmt.

Florian: Ich dachte mir, ich gebe dir diesen Raum, wenn du eine Stunde frustriert sein möchtest und das nicht in meiner Nähe machst. Weil wir hatten gerade keinen Schredder da. Ja.

Miriam: Es stimmt. Also es gibt schon Möglichkeiten, aktiv was zu tun. Die Frage, die ich mir stelle, ist, will ich mich jetzt schlecht fühlen wegen eines anderen Menschen oder wegen einer Situation, mit der ich aktiv nichts zu tun hatte? Also wenn ich mich nicht aktiv entschieden habe, ich möchte heute einen Tag komplett frustriert verbringen. Ist übrigens lustig. Ich höre öfter von Menschen, wenn ich mal heulen will, dann will ich in Ruhe heulen. Also lass mich gefälligst. Warum hat alle Welt was dagegen, dass ich mal frustriert bin? Ich höre fast nie das Gegenteil. Das ist okay. Ich frage mich dann, wie gut fühlt sich das an? Wie kreativ bin ich, wenn ich frustriert bin? Wie viele Dinge gelingen mir, wenn ich frustriert bin? Wie gut gelingen die mir? Und sie tun es scheiße nicht. Also das heißt, im frustrierten Zustand bin ich ganz... Eingeschränkt. Für mich, das Gefühl ist eingeschränkt. Ich fühle mich dann eingeschränkt in allem, was ich gerne tun würde.

Florian: Das heißt, du möchtest loswerden. Und das ist ja einer dieser Schritte, um zu sagen, ich will jetzt endlich, das soll sich jetzt ändern.

Miriam: Das ist ein bewusster Schritt, ein sehr bewusster Schritt vor allen Dingen. Es ist mal ein bewusster Schritt, damit umzugehen. Ja, eben gerade hat mich vielleicht ein Mensch beleidigt. Ja, mag sein. Und vielleicht hat er auch einen Punkt erwischt, an dem ich empfindlich reagiere. Kann sein. Und dann ist meine, und dann komme ich, dann komme ich ins Boot, dann ist es meine bewusste Entscheidung, möchte ich das jetzt so lassen, das Gefühl, das in mir ist, oder will ich es verändern? Und jetzt kommt meine Frage an den Coach, der mir gegenüber sitzt, ein brillanter Coach übrigens, kann ich denn Gefühle überhaupt verändern?

Florian: Ja, haben wir doch schon vorhin besprochen.

Miriam: Einfach in Schredder schmeißen?

Florian: Ja, das alte Gefühl in den Schredder, das neue Gefühl rein. Witz vom Olli. Oder an was Schönes denken. Wir reden, wenn wir sowas machen, sprechen wir auch oft von Zeiten, wo wir wunderbare Sachen erlebt haben. Wie wir Achterbahn fahren gegangen sind oder was wir Tolles erlebt haben. Das holt ja alles die Gefühle aus dieser Situation wieder hoch. Und es gibt sicherlich auch tolle Tipps und Tricks aus dem Theater, die du teilen kannst. Weil beim Theaterspielen ist es ja genau das gleiche. Da geht eine Rolle, wechselt von einem Gefühl ins nächste, von einer Szene zur nächsten. Weil ja zum Teil auch Zeitsprünge mit drin sind. Und viel schneller Gefühle durchlaufen werden und viel schneller vom Frust in den Spaß reingesprungen wird, als das normalerweise nötig wäre, weil einfach ein Teil der Handlung fehlt. Und weil vom Frust in den Spaß direkt rein und wieder zurück und wieder hin, ist ja dann einfach was, was du können darfst als Schauspielerin.

Miriam: Übrigens finde ich es vom Frust in den Spaß im Theater sehr einfach. Es ist ein ganz einfacher Trick.

Florian: Ja?

Miriam: Was machst du da? Lächeln und mich aufrichten.

Florian: Nein, das ist die andere. Diese Schwarzhaarige mit den Locken. Die hat auch manchmal einen Psychologenstand. Und er fragt sie, was er tun kann, weil er immer so traurig ist. Und dann sagt sie, Gesicht hoch, nach oben schauen und Arme hoch. Und dann probiert er es aus und meint dann eben, nee, ich lass das lieber. Dann bin ich ja nicht mehr traurig.

Miriam: Also diese Körperhaltung ist so effektiv. Wirklich, auch wenn es gar nicht sich so anfühlt, so wie du sagst, manchmal habe ich gar keine Lust auf Witze und mache das gar nicht so sehr für mich, sondern dafür, dass ich in einem guten Zustand zur Tür reinkomme.

Florian: Sportler können das glaube ich auch manchmal, wenn die in ihre Vortrainingsroutine reingehen, wenn die anfangen sich zu dehnen, dass dann plötzlich ihr Gefühl sich auch verändert und dass du dich plötzlich besser fühlst, das ist ganz natürlich dann.

Miriam: Also die Mundwinkel nach oben. Ist ein uralter Trick und funktioniert, weil an der Stelle Hormone ausgeschüttet werden. Lustigerweise. Also es gibt eine Serotoninausschüttung, wenn du deine Mundwinkel nach oben zu den Ohren ziehst. Kannst du auch mit den Fingern machen. Also würde ein Schauspieler tun. Und aufrichten. Schultern zurück, Kopf hoch. Und dann über bis zu, am besten einmal am Kopf.

Florian: Schade, dass das jetzt kein Videopodcast ist, weil wir haben uns beide jetzt aufgerichtet. Also wenn du dich jetzt aufgerichtest, ist super.

Miriam: So funktioniert das im Theater fantastisch, weil es ein echtes Gefühl gibt, weil es nicht ein gespieltes Ding ist dann.

Florian: Ja genau, das habe ich von dir eben gelernt, dass mindestens eine Theaterschule sagt eben, dass es tatsächlich die Gefühle, die auf der Bühne transportiert werden sollen, auch Gefühle im Körper der Menschen drin sein sollen. Das heißt, es ist wirklich erlernbar.

Miriam: Ja.

Florian: Und es bedarf vielleicht etwas Übung?

Miriam: Dass die Mundwinkel hoch tun, nicht. Es gibt andere Sachen, die bedürfen Übung.

Florian: Ich würde vielleicht auch nicht mit dem, also wenn wir wieder beim Beispiel von Gertrud sind und der Kollege ärgert sich schon seit, was weiß ich, zehn Jahren.

Miriam: Wobei, stell dir vor, Gertrud würde sich dann ins Büro stellen und sich helfen und mit beiden Fingern ihre Mundwinkel nach oben ziehen.

Florian: Das würde auf alle Fälle etwas ändern.

Miriam: Und zwar direkt.

Florian: Allerdings.

Miriam: Wir hätten eine Art Schredder-Effekt. Auf beiden Seiten wahrscheinlich.

Florian: Ja, komisch, ne?

Miriam: Weil auch bei ihrem Kollegen würde glauben.

Florian: Und die Frage ist nur, ist der Punkt schon erreicht, wo Gertrud die Nase voll hat und sagt, jetzt, ich will jetzt. Jetzt geht's los.

Miriam: Ich nehme das selbst in die Hand. Hat das auch was mit einem entspannten Zustand zu tun?

Florian: Manchmal, manchmal nicht. Für mich manchmal ja, manchmal nein. Manchmal habe ich auch diesen Frust und dann denke ich mir so, jetzt habe ich die Schnauze voll von meinem Frust haben. Das meinte ich mit dem Frust in den Schreddertun. Der Frust ist jetzt lang genug auf meiner Schulter mit mir rumgeritten. Jetzt kommt er weg. Ja. Das Ende des Frusts. Und solche Entscheidungen passieren ja von Augenblick zu Augenblick. Dass du plötzlich zu dir sagst, ich habe jetzt die Nase voll davon, ich sorge jetzt dafür, dass ich ein besseres Leben bekomme an der Stelle.

Miriam: Ist dann wieder diese alte Weisheit, dass es nur einen Menschen auf dieser Erde gibt, der am besten weiß, was für dich jetzt gut ist?

Florian: Ich glaube schon.

Miriam: Und ist das dann der Mensch, der dich in jeder Situation retten kann?

Florian: Der Mensch, den du morgens beim Aufwachen im Spiegel siehst?

Miriam: Na, beim Aufwachen noch nicht.

Florian: Also beim Zähneputzen. Beim Zähneputzen. Beim Rasieren.

Miriam: Beim Rasieren. Beim Pickel ausdrücken. Oh, es war so schön die Stelle gerade. Du und ich. Du im Spiegel und ich.

Florian: Ja, du machst das so gut.

Miriam: Ja, das stimmt.

Fortgeschritten: Verliebtsein und geplanter Frust

Miriam: Gut, dann ist das im Grunde ja auch schon, also wir sind schon weit über die Tipps hinausgegangen. Also wir haben gesagt, der Witz vom Olli ist nach wie vor eins unserer Lieblingsrezepte. Das Lächeln, das mechanische Lächeln, ohne sich wirklich danach zu fühlen, dass wirklich was bringt. Solltest du jetzt auch nur die Spur da draußen, der du uns zuhörst, die du uns zuhörst, den Gedanken haben, das kann doch nicht funktionieren. Das ist immer das, da bin ich echt auch in unseren Workshops. Ich frage, hast du es schon mal probiert? Denn auch in der Schauspielschule hatten wir den Fall, dass einige Schauspielstudenten gesagt haben, das kann ja nicht gehen. Und ausprobiert und es klappt. Es klappt. Mechanisches Lächeln und die Schultern zurück. Klappt. Das ist 100%.

Florian: Es gibt genug Berufe, die davon abhängen, dass es diese Tricks gibt.

Miriam: Es funktioniert fantastisch. Und? Gute Musik. Musik, die fröhlich macht. Wir haben mehrere Podcasts, in denen Musik eine Rolle spielt. Unter anderem auch, wie manipulativ ist Musik oder Soundtrack fürs Leben. Das hilft. Musik, die dir gute Laune machte in anderen Bereichen, macht dir auch gute Laune, wenn du glaubst, dass du dich frustrig fühlst. Und Dann sind wir schon bei Fortgeschritten, dieses Glauben, ich kann das komplett selbst beeinflussen. Das ganze Register an Gefühlen.

Florian: Ja.

Miriam: Also bis hin zu ausgelassen, euphorisch.

Florian: Jubilierend. Ja.

Miriam: Frühling.

Florian: Oh, es wird ja jetzt auch Frühling. Das ist doch gut. Da ist es ja nochmal einfacher. Die alten Fruste im alten Jahr.

Miriam: Und das Training ist noch ein bisschen leichter.

Florian: Ja. Vielleicht kommt ja auch so ein Gefühl von frisch verliebt wieder auf. Oder wird wieder stärker.

Miriam: Ah, schön. Es gibt Augenblicke im Leben, das wäre dann noch der weitere Tipp, an die ich mich erinnern kann in solchen Situationen, wo es mir richtig gut ging, wo ich vielleicht auch in solchen Situationen ganz entspannt und gelassen und witzig reagiert habe und es anwenden kann in dem Augenblick. Das heißt, Gertrud könnte zum einen mechanisch lächeln, sich deutlich davor entscheiden, das Gefühl gar nicht erst so groß werden zu lassen, wie normalerweise. Und Vorsorge zu treffen, dass was da ist, was wirklich lustig ist. Entweder auf dem Smartphone Olli schon durchgeladen. Brauche ich nur noch abfeuern, den Witz. Oder gute Musik. Kopfhörer. Also wirklich lustige.

Florian: Und wenn man dann die Mundbewegungen vom Gegenüber sieht.

Miriam: Eher so, I'm walking on sunshine. Wow. Wow.

Florian: Ja, zum Beispiel. Es gibt ja jetzt diese kleinen Kopfhörer, die kaum zu sehen sind.

Miriam: Stimmt. Ich glaube, es gibt kleine Funk-Kopfhörer, sogar schon gar nicht mehr zu sehen.

Florian: Schummel-Kopfhörer. Schummel-Kopfhörer. Wenn ich weiß, dass aus meinem Sitznachbarn in der Arbeit nur Grütze rauskommen, wozu dann zuhören? I'm walking on sunshine.

Miriam: Cool. Also ihr Lieben.

Florian: Fortgeschritten, deutlich.

Miriam: Deutlich fortgeschritten und teuer.

Florian: Und sich im Frühling wirklich dieses Verliebtsein wieder gönnen.

Miriam: In sich selbst, in die Welt, in das Leben, in die guten Gefühle.

Florian: Ja, in die längeren, wunderschönen Tage.

Miriam: Genau. Wenn überhaupt Frust, dann geplant.

Florian: Genau. Und falls... Doch, mir fällt noch was ein. Wenn jemand jetzt dachte, da können die Gefühle von außen kommen, der Frust, der kann da kommen. Dann würde ich sagen, das Verliebtsein steht direkt hinterm Frust und springt dich an, bevor du es wusstest. Und dann ist es da. Und fürs Verliebtsein... Da gibt es nur eins.

Miriam: Da darfst du durch. Schön.

Florian: Ja doch, das ist ja das Schöne. Also wenn es da draußen das eine gibt, gibt es auch das andere. Und dann geht es rund.

Verabschiedung

Miriam: Das war ein sehr schöner Podcast mit dir.

Florian: Mit dir auch.

Miriam: und mit dir da draußen. Du darfst uns gerne mögen auf Facebook, auf iTunes freuen wir uns besonders. Du darfst uns mögen. Ja, auf iTunes darfst du uns mögen und darfst uns eine 5-Sterne-Bewertung schenken. Bewertungen überhaupt finden wir toll, auch geschriebene. Wir freuen uns über Feedback. Du findest ganz viele Informationen zu uns beiden und zu unserer Arbeit auf unserer Website www.kontext-denken.de Du findest unseren Video-Podcast, unseren brandaktuellen Video-Podcast.

Florian: Kistenbeziehung.

Miriam: Beziehungskiste.

Florian: Ach so, deswegen war ich so verwirrt, als wir ihn aufgenommen haben.

Miriam: Das ist auch nur ein Gefühl.

Florian: Das stimmt. Es wurde auch anders als wir.

Miriam: Ja, stimmt. Und es ist, ja. Ich habe es anders gemacht. Vielen Dank fürs Zuhören. Vielen Dank fürs mit uns lachen.

Florian: Ja, Dankeschön.

Miriam: Und wer noch keinen Schredder hat da draußen.

Florian: Schreibt an miriam-denken.de Ich verlinke irgendeinen Amazon-Schredder hier unten drunter, einen Frust-Schredder. Frust-Schredder. Ja, ich finde einen. Wir haben da schon mal auf Alibaba was vorbereitet. Nein, noch nicht. Das ist eine gute Idee. Das stimmt.

Miriam: Ein Frust-Schredder.

Florian: Es kommen lauter tolle Geschäftsideen. Ich hatte da schon mal so eine. Ja, das stimmt. Ablassbriefe. Ablassbriefe, genau. Hat sich auch noch niemand gemeldet. Also, falls du noch Sünden hast.

Miriam: Wir wünschen dir einen tollen Tag. Einen ganz wunderbaren Tag. Bis zum nächsten Dienstag. Tschüss.

Weiterdenken

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