NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 81

Frühjahrsputz im Kopf

Endlich ist er da, der Frühling. Zeit richtig aufzuräumen und sauber zu machen - vor allem im Kopf.

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In dieser Folge

Darum geht es

Heute bearbeiten wir wieder eine Leserinnenfrage: "Sollten wir auch im Kopf Frühjahrsputz machen?" Darauf ist ja leicht mit "ja" zu antworten. Nur... wie? Darum kümmern sich Miriam und Florian heute gewohnt amüsiert. Den Feudel für's Gehirn, den gibt's ab nächster Woche dann im Onlineshop und bis dahin unsere Tipps in diesem Podcast. Passt perfekt zum Frühjahrsputz in anderen Teilen der Wohnung! Wir freuen uns, wenn du uns auch deine Frage schickst. Hier ist die passende Facebookseite: https://www.facebook.com/MiriamundFlorian/ Du möchtest uns persönlich kennen lernen? Oder international zertifizierter NLP Practitioner oder Master werden? Für Deine Anmeldung oder Dein Info-Gespräch zur Ausbildung im NLP besuche gerne unsere Seite: http://www.kontext-denken.de oder schreib uns eine E-Mail: miriam@pergaudiaadastra.de Bewerte diesen Podcast bei iTunes. Du findest ihn unter "kontext*denken - zwei Gehirne, ein Podcast". Wir freuen uns, wenn Du mit Deiner Sterne-Vergabe noch mehr Menschen das Finden dieses wöchentlichen Hörwerks erleichterst. Und wenn Du uns öffentlich Deine Meinung sagen möchtest: http://fb.me/Miriam.Deforth.kontext.denken http://fb.me/Florian.Gross.kontext.denken Unseren Video-Podcast (mit bewegten HD-Bildern in Farbe) findest Du hier auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=RxU_DlbWrqg&list=PLfj4P7lArPJDwiEArD6euHknuqZzbA3EX 

Konkret geht es um drei Wege, den Kopf im Frühjahr freizuräumen: sich neu verlieben und Frühlingsgefühle zulassen, jeden Abend drei gute Dinge des Tages aufschreiben (die Dankbarkeitsübung aus einer niederländischen Studie, die sogar an Körperwerten wie Sauerstoff im Blut messbar wurde) und bewusst die Perspektive wechseln — anderer Platz am Esstisch, neue Route zur Arbeit, mit der anderen Hand Zähne putzen. Außerdem: die Neujahrsziele nach dem ersten Quartal nochmal ehrlich prüfen und entweder beerdigen oder frisch durchstarten. Wenn du nach positiver Psychologie, Dankbarkeitsritual, mentalem Frühjahrsputz oder kleinen Übungen fürs Gehirn suchst, findest du hier ganz alltagsnahe Ansätze aus dem NLP.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Ein Frühjahrsputz — aber nicht in der Wohnung
  2. Tipp eins: Verlieben und Frühlingsgefühle reinlassen
  3. Tipp zwei: Drei gute Dinge am Abend aufschreiben
  4. Tipp drei: Perspektive wechseln, Plätze tauschen, andere Wege gehen
  5. Neujahrsziele nochmal prüfen — und was der Aufräumtag noch findet

Eine Leserin fragt: Sollten wir eigentlich auch im Kopf mal Frühjahrsputz machen? Klar — aber wie? Einen Feudel fürs Gehirn gibt es ja nicht. Miriam und Florian tasten sich stattdessen an drei ganz konkrete Wege heran, vom Verlieben über eine kleine Abendübung mit Zettel und Stift bis zum Platzwechsel am Esstisch.

Ein Frühjahrsputz — aber nicht in der Wohnung

Miriam: Willkommen bei kontext*denken.

Miriam: Zwei Gehirne, ein Podcast.

Miriam: Mit den Themen, die das Leben so schreibt.

Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.

Miriam: Jetzt ist dieser Podcast, also wir haben jetzt einen Podcast, dessen Themen, oder nein, anders. Ich fange nochmal an. Es geht um Frühjahrsputz.

Florian: Es geht um Frühjahrsputz.

Miriam: Das Thema hat uns eine Leserin auf Facebook gestiftet. Dort auf der kontextdenkenseite auf Facebook habe ich einen Aufruf gestartet und wir freuen uns riesig, wenn du uns auch noch dein konversationelles Thema stiftest. Denn um Kommunikation geht es in diesem Podcast und wir haben dort einen Raum geschaffen. Wir steuern ja auf den hundertsten Podcast zu mittlerweile und ich fände es mega, wenn wir die nächsten 20 Folgen mit Zuhörerthemen pflastern.

Florian: Cool.

Miriam: Und der erste, wie gesagt, den haben wir uns ausgesucht, weil es zeitlich toll passt. Da kamen auch drei tolle Themenvorschläge schon und wir freuen uns riesig, wenn du da mitmachst. Also die Aufforderung steht und der ist jetzt Frühjahrsputz und da geht es jetzt nicht um das Schrubben von der Diele, dem Bad und die Gardinen waschen, sondern es geht um den Frühjahrsputz im Kopf.

Florian: Sollen wir es denn überhaupt machen? Weil ich hatte mich jetzt eher darauf vorbereitet. Ich habe hier schon mein Sprühfläschchen.

Miriam: Gardinen waschen ist nicht mit Sprühfläschchen.

Florian: Nicht?

Miriam: Nein. Frühjahrsputz ist nicht: Ich huschel mal schnell durch die Wohnung und tu so, als wäre es ein bisschen sauberer. Der Frühjahrsputz, da wird richtig ausgeräumt. Da werden die Schränke ausgeräumt, innen alles geputzt. Da geht es richtig ab, beim klassischen Frühjahrsputz.

Florian: Gott sei Dank geht es um den nicht.

Miriam: Doch, um den geht es.

Florian: Du hast gesagt, es geht nicht um den klassischen Frühjahrsputz.

Miriam: Ja, und nicht in der Wohnung.

Florian: Ach so.

Miriam: Im Kopf. Mit Gedanken.

Florian: Um gedanklichen Frühjahrsputz.

Miriam: Ja, mal groß reine machen mit Blödsinn, sozusagen. Und da bist du ja Meister drin, habe ich gedacht, an der Stelle, wenn ich es anmoderiert habe, überlasse ich dir das Feld.

Florian: Wieso würde ich es denn nur im Frühjahr machen?

Miriam: Sehr cool, dass du das jetzt schon gesagt hast, wollte ich am Ende vom Podcast bringen.

Florian: Lassen wir schon, das ist der spannende Gedanke dieses Podcasts. Wieso nur im Frühjahr drum kümmern? Weil es außen ganz gut dazu passt?

Miriam: Also ich finde, die Zeit ist ganz cool dafür. Wir haben ja sogar diese Annahme, dass der Körper im Herbst und im Frühjahr so eine Art Eigeninitiative ergreift und sich entschlackt und dafür sorgt, dass die Zellerneuerung noch mal schneller funktioniert. Und viele Menschen merken das auch, dass sie plötzlich sich vitaler fühlen oder Lust haben auf bestimmte Lebensmittel. Und von daher, ja, der Körper macht einen Frühjahrsputz, der Frühjahrsputz in eine Bude. Wie kommst du jetzt auf Erdbeeren?

Florian: Weil die gibt es nur im Frühjahr. Da haben plötzlich ganz viele Menschen Lust drauf.

Miriam: Spargel entwässert.

Florian: Das stimmt.

Miriam: Zum Beispiel. Wir freuen uns schon wieder auf Spargel, sehe ich gerade. Du bringst mich ständig vom Thema ab.

Florian: Gut, was war jetzt, wo warst du denn gerade?

Miriam: Also wenn es jetzt bei dem einen oder anderen Hörer da draußen irgendwelche blöden Gefühle, Sorgen, Nöte, schlechtes Gewissen, Dinge, die aus dem Winter noch übrig geblieben sind, an To-Dos, die sehr unangenehm sind, wenn es das gäbe im Kopf oder aus noch längerer Vergangenheit heraus, dann wäre jetzt sozusagen die Idee dieser Leserin, wir machen einen Frühjahrsputz und — nur wie. Nur wie. Also wenn es dafür einen Feudel gäbe, glaubt mir ihr Lieben, wir würden ihn bei QVC verkaufen.

Florian: Jetzt on air hier, wir haben im kontext*denken-Shop haben wir einen Kopffeudel. Kopffeudel, wie sich das anhört.

Miriam: Nein, nein, nein, nein, nein, nein. Das geht ganz sanft.

Florian: Kopf über in der Dusche duschen, damit alles runterlaufen kann. Damit alles rauspurzelt. Rauspurzelt, ja genau.

Miriam: Rauspurzelt aus dem Kopf. Vielleicht kann es, vielleicht, ich weiß nicht, so aus dem Fenster hängen, Kopf über mal, aber nur mit Sicherung.

Florian: Ja.

Miriam: Ne? Also vorher festgebunden.

Florian: Mal mit der Zahnbürste die Nase putzen.

Miriam: Mit der Zahnbürste die Nase putzen? Was mit den Ohren?

Florian: Oder die Ohren. Und. Das stimmt. Und.

Miriam: Gut, also offensichtlich mit Schrubberei, glaube ich, wird das nix. Da ist unser Gehirn auch ein zu großes Sensibelchen für, finde ich.

Tipp eins: Verlieben und Frühlingsgefühle reinlassen

Florian: Oh, es gibt für viele Menschen da draußen, glaube ich, jetzt im Frühling eine Möglichkeit, wie sie einen großen Frühjahrsputz machen können.

Miriam: Oh, ich hab's doch gewusst.

Florian: Ja, weil jetzt im Frühling fängt ja auch wieder die Zeit der Verliebten an. Der frisch Verliebten. Da draußen sprießt und drängt es sich. Und dann, bald laufen sie wieder rum, die verrückten Verliebten.

Miriam: Meinst du?

Florian: Ich glaube schon. Was machst du dann mit denen? Manche nerven die ja. Ja, und wenn Menschen einer von denen oder eine von denen sind.

Miriam: Ach, sich verlieben.

Florian: Sich verlieben.

Miriam: Das ist dein Tipp.

Florian: Das ist doch ein einfacher Trick jetzt im Frühling, oder?

Miriam: Ja, also...

Florian: Damit hast du jetzt nicht gerechnet, ne?

Miriam: Damit hab ich nicht gerechnet und ich hab da echt Glaubenssätze, was so sich verlieben angeht. Also bei mir geht das nicht so mal eben hoppl... Obwohl, obwohl, warte, warte, warte, warte, warte, warte. Es ist nicht so, dass ich jetzt draußen rumlaufe und mich in jeden Spaziergänger verliebe, das stimmt. Und ich merke schon, dass ich gerade auch in der vergangenen Woche, wo das Wetter von extrem kalt nach viel schöner frühlingshafter wechselte, ich deutlich Frühlingsgefühle für dich wiederentwickelt habe, Florian.

Florian: Und das ist doch mal schön, die Frühlingsgefühle wieder reinzulassen. Das ist schon der erste Schritt zum Frühjahrsputz.

Miriam: Okay, also wenn du einen Partner zu Hause hättest?

Florian: Dann geht es natürlich auch noch mit dem.

Miriam: Und wie können Partner das füreinander machen, dass sie sich auf einmal so in Richtung Frühjahrsputz im Gehirn bewegen, indem sie Liebesgefühle füreinander wieder neu anschüren?

Florian: Vielleicht ist es ja so einfach wie mit der Partnerin morgens ans Bett wieder einen Kaffee bringen. Mal wieder einen Kaffee bringen oder mal im Bett zusammen frühstücken oder irgendwas wieder machen, was schon lange nicht mehr passiert ist. Also mal wieder ins Kino gehen oder in was auch immer. Ich habe Tulpen bekommen am Samstag.

Miriam: Das stimmt. Großen Strauß Tulpen habe ich bekommen. Ja, so schöne Gesten. So die Kleinigkeiten. Also klar.

Florian: So erster Anfang von einem Frühjahrsputz im Kopf.

Miriam: Voll schön.

Florian: Ja.

Miriam: Gut, wenn jetzt einer sagt, ich habe gar keinen Partner zu Hause.

Florian: Dann wäre es Zeit, rauszugehen.

Miriam: Und das ist ein anderes Thema wahrscheinlich. Gut, also du sagst, außer verlieben kein Frühjahrsputz.

Florian: Habe ich überhaupt nicht so gesagt.

Miriam: Es gibt ja auch Menschen, die möchten gar keine Partnerschaft.

Florian: Wie machst du denn Frühjahrsputz im Kopf?

Miriam: Ja, ich verliebe mich in dich. Und dann überlasse ich dir den Rest.

Florian: Und dann gehe ich mit meinem kleinen Gehirn vor.

Miriam: Weiß nicht, wie du es machst. Also, ich sage mal jetzt ganz platt, knutschen mit dir ist schon okay.

Florian: Das hilft, ne? Und Frühling ist eine tolle Zeit. Ich finde es auch großartig.

Miriam: So, also, habe ich jetzt so... Erste Variante wäre jetzt mal zu gucken.

Florian: Erste Variante wäre das, oder flirten.

Miriam: Flirten geht auch, braucht ja nicht gleich die Beziehung sein.

Florian: Ja.

Miriam: Flirten ist auch super.

Tipp zwei: Drei gute Dinge am Abend aufschreiben

Miriam: Und dann gibt es noch andere Sachen, finde ich, für Frühjahrsputz im Kopf.

Florian: Ja, was denn?

Miriam: Ja, ich finde, dieses Training, sich auf gute Sachen zu konzentrieren, fällt im Frühjahr leichter, weil es die Natur einem so einfach macht.

Florian: Ah, weil da draußen so schön ein Blümchen hier zu sehen ist und ein Sprösschen da.

Miriam: Genau. Ich habe jetzt gerade wieder einen größeren Artikel geschrieben für eine Fachzeitschrift in Deutschland, wo es um positive Gedanken und daraus resultierend auch Auswirkungen auf unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit geht. Da gibt es ja mittlerweile wirklich groß angelegte wissenschaftliche Studien. Leute, Leute, also ich war wieder mal bass erstaunt, was unser positives Gedankengut, was das ganz bewusste Fokussieren auf die guten Dinge im Leben, was das macht. Und es ist nicht schwer, das bedeutet nicht den ganzen Tag nur jetzt auf jedes Blümchen am Wegesrand zu achten. Es gibt eine Forschungsreihe aus Holland, aus den Niederlanden, von einer psychologischen Forscherin, die mit Patienten zusammenarbeitet, die schwere Erkrankungen haben. Und die hat mit einer bestimmten Gruppe jeden Abend folgende Übung gemacht, die haben jeden Abend drei gute Sachen aufgeschrieben, drei. Kleinigkeiten, die am Tag okay waren. Und das waren zum Teil auch wirklich schwer depressive Menschen.

Florian: Erstmal okay Sachen.

Miriam: Genau, also erstmal okay Sachen. Es ging nicht jetzt um wow, sondern Sachen, die zumindest schon mal nicht schlecht waren. Und diese Übung haben die gemacht. Jeden Abend drei Sachen mit einem Stift und einem Zettel, den jeder zu Hause hat. Es brauchte keine Maschine, gar nichts. Und die Ergebnisse davon sind im Internet nachlesbar. Das ist unglaublich, was in dieser Gruppe passierte und zwar binnen kürzester Zeit. Die konnten erste große Fortschritte, messbare Fortschritte und zwar nicht nur im Gehirn und im allgemeinen Befinden, was die Leute geschildert haben, sondern im Blut, in den Körperwerten feststellen nach sieben Tagen. Nach sieben Tagen mehr Sauerstoff, deutlich mehr Sauerstoff im Blut, nach sieben Tagen, so, eine einfache Übung, ein Schatz.

Florian: Einfach ein bisschen Dankbarkeit in den Tag zu integrieren. Das ist auch eine schöne Geschichte, genau. So ein Dankbarkeitsritual zu schaffen und jetzt mal sich bis, wie lang ist die Fastenzeit noch, bis Ostern? Bis Ostern, es sind noch drei Wochen. Das wäre ja auch mal gut, das einfach testweise zu machen in dieser Zeit. Einfach nochmal ein bisschen dankbar zu sein für was auch immer da ist, um das mal auszuprobieren, wie das dann deine Werte verändert oder wie viel besser du dich schon fühlen kannst bei so kleinen Übungen.

Miriam: Das ist echt super cool. Ich habe das übrigens, weil wir ja gesagt haben, Frühjahrsputz im Kopf. Jetzt könnte ja der eine sagen, okay, bei mir geht es um finanziellen Kram, beim anderen geht es vielleicht um familiären Kram, beim dritten geht es um Business, beim vierten geht es um Partnerschaft. So. Dann, ich habe die Übung selbst ausprobiert und habe das zum Beispiel mit Menschen gemacht, wo ich das Gefühl habe, im Moment sind nicht viele, nur so eins, zwei, da habe ich nicht so einen richtigen Zugang zu. So im Kollegenkreis oder so. Und dann habe ich mich abends hingesetzt und habe drei tolle Sachen an diesem Menschen gefunden. Toll in Anführungszeichen.

Florian: Jeden Abend? Drei neue?

Miriam: Genau. Und das habe ich mal vier Tage hintereinander gemacht. Danach sah der Mensch anders aus in meinem Kopf. Ist total lustig. Also das funktioniert wirklich super gut. Wenn du dich auf die Übung einlässt, trainierst du deutlich diesen sogenannten Glücksmuskel. Und davon sprechen sehr, sehr viele NLPler. Da sind wir dann wieder bei unserem Thema. Davon spricht allerdings auch diese Professor Doktor Peters in Holland.

Florian: Es gibt ja auch positive Psychologie, das ist ja genau das.

Miriam: Ja, und es scheint was dran zu sein, weil sie es körperlich messen können mittlerweile. Also es ist nicht einfach nur dieses, die Leute sagen, dass es ihnen besser geht, sondern sie messen es körperlich.

Florian: Und es ist nicht nur Folklore oder irgendwie Gewäsch, dass die Leute sich dann irgendwie besser fühlen, aber es ist nur Placebo oder was auch immer, sondern es ist tatsächlich messbar. Naja, wie heißt das, The Secret-Bestellung beim Universum, was auch immer. Wo man vielleicht sagen, wo vielleicht der eine oder die andere Hörerin sagt, damit kann ich überhaupt nichts anfangen, das ist mir nicht wissenschaftlich genug. Nee, das ist mir auch nicht wissenschaftlich genug. Das ist nicht fundiert genug in irgendwas, sondern das ist einfach nur Schönrederei und das ist einfach nicht so.

Miriam: Es hat direkte Auswirkungen auf den Körper, selbst wenn du das, was du da aufschreiben würdest, auf diesem Zettel gar nicht fühlst. Also wenn du einfach nur sozusagen sagst, okay, der Kuchen heute in der Bäckerei war schon mal ganz lecker. Also es geht um diese Kleinigkeiten, drei Stück am Tag, drei zu dem Thema, das dich gerade bis eben noch beschäftigt hätte, wo es darum geht, bei deinem persönlichen Frühjahrsputz, mach die Übung, ist ein Angebot.

Florian: Cool, und dann ändert sich gleich auch noch dieses Thema, ne? Ja, witzig. Es tut sich was.

Miriam: Und zwar auf beinahe magische Weise. Es ist total cool. Ich liebe das. So, das wäre meine Idee zu Frühjahrsputz. Florian hat gesagt, verlieb dich.

Florian: Ja, dann haben wir ja schon zwei Ideen.

Miriam: Reicht.

Florian: Reicht? Also. Was willst du noch mehr Ideen hier preisgeben?

Tipp drei: Perspektive wechseln, Plätze tauschen, andere Wege gehen

Miriam: Naja, ich finde die Idee nochmal zu nehmen von geht das überhaupt?

Florian: Geht was überhaupt?

Miriam: Ein Frühjahrsputz von innen, ein Frühjahrsputz im Kopf. Dass es im Körper geht, wissen wir. Wenn ich Barbara Klein, unsere liebe Freundin aus München und auch Ernährungswissenschaftlerin fragen würde, Ernährungsexpertin, die würde hier ein dickes, fettes, goldenes Ja auf diesen Podcast setzen. Also die sagt, jetzt, genau jetzt, Darmsanierung, jetzt beim Fasten, Rohkost, viel gesundes Essen, deutlich viel Wasser trinken, viel Kräutertee.

Florian: Und da gibt es ja erstaunlich viele Ratgeber und für jeden irgendwas.

Miriam: Ja, also körperlich geht es und offensichtlich auch die Koryphäen im Bereich Gehirnforschung sagen, auch im Gehirn geht das. Und was auch funktioniert, sind Perspektivenwechsel.

Florian: Was meinst du denn jetzt mit Perspektivenwechsel?

Miriam: Das ist so was ganz Kleines im Grunde, was viele Menschen oft unterschätzen oder dann wieder vergessen, weil unser Gehirn so gerne automatisiert. Und wenn ich mich in so einem, ja, etwas drüschen, die Rheinländer sagen drüsch, ne, in so einem drüschen Winterding befinden würde jetzt noch. Würde sagen, es ist ja jetzt Frühling und ich hätte gern so eine Art Frühjahrsputz im Gehirn. Soll was anders werden. Genau. Dann darf ich anfangen, kleine Dinge, die ich bis jetzt gemacht habe, zu verändern. Mein Gehirn hat dann echt eine Herausforderung wieder. Das fängt an zu arbeiten.

Florian: Ach, du meinst so Kleinigkeiten wie mit der anderen Hand Zähne putzen?

Miriam: Auf eine andere Stelle am Tisch setzen. In vielen Partnerschaften und Familien sitzen alle immer am gleichen Platz beim Essen. Und es ist total cool, hier einfach mal zu rotieren.

Florian: Und das fühlt sich am Anfang vielleicht ein wenig seltsam an.

Miriam: Weil es so gewohnt ist, dass Papa rausguckt aus dem Fenster, Mutter in der Küche, das eine Kind gegen das Bild an der Wand und das andere Kind irgendwie in den Raum. Geht auch zu zweit sehr gut. Achtet mal drauf, zu Hause sitzt ihr immer am gleichen Platz. So diese Lieblingsplätze, ne? Auf der Couch, beim Fernsehen. Ruhig mal woanders hinsetzen. Ganz tolle Übung. Geht ganz schnell und macht richtig.

Florian: Ich kenne da auch Familien, wo die Plätze richtig festgelegt sind auf der Couch, wo schon richtig so die Liegespuren sind von, wo der Papa mal liegt. Ja, genau.

Miriam: Sondern es ruhig mal gemeinsam beschließen und sagen, bis Ostern rotieren wir mal. Machen wir mal so ein, wenn es gut tut, machen wir ruhig weiter. Oder wenn, Weg zur Arbeit.

Florian: Wir haben uns doch den effizientesten Weg zur Arbeit ausgesucht. Den, wo wir effektiv hinkommen, also wirklich mal ankommen irgendwann und der, der am schnellsten ist.

Miriam: Ja, und da erinnere ich mich immer gerne an meinen lieben Freund Thorsten, der Skiabfahrten nach der Schönheit der Landschaft ausgewählt hat und nicht nach dem Schwierigkeitsfragen. Ich war ja jetzt nicht so die Ober-Mega-Skifahrerin. Ich habe sehr spät angefangen und war als die lebende Lawine von Ischgl bekannt. Und wenn ich mit Thorsten unterwegs war, wir waren dann in einer ganzen Gruppe unterwegs, meistens die ganze Band damals, haben wir zusammen Skiurlaub gemacht. Dann hat er immer irgendwo an so einem Grat gestanden und ich habe schon runtergeguckt und dachte, das ist für einen Anfänger, ist das schon, für einen Anfänger sieht das so aus, als wäre das, da gibt es Herausforderungen. Und er steht neben mir und sagt, Miri, das ist eine landschaftlich schöne Abfahrt, freu dich drauf. Ich dachte, ja, okay, mal schauen, wie viel ich von der Landschaft sehe. Und ja, das funktioniert auch bei der Fahrt zur Arbeit. Das Thema ist sozusagen, morgens zehn Minuten früher aufzustehen, weil vielleicht die Alternativroute, die aber durch den Wald geht oder über Wiesen oder an schönen Hügellandschaften vorbei, dass die eben zehn Minuten länger dauert.

Florian: Ja, um dann einfach mal diese Veränderungen zu machen. Vielleicht gibt es ja auch die neue schnellste Route.

Miriam: Oder die neue schnellste Route. Weil meine Eltern in Frankfurt rum sind, die haben neue Straßen gebaut, bis zum geht nicht mehr. Hast du das mitbekommen?

Florian: Was da jetzt die schnellste Variante ist, weiß ich im Moment auch nicht.

Miriam: Ich fahre zu meinen Eltern zu Besuch und finde den Weg nicht mehr. Ich habe mich auf meinem letzten Weg dahin verfahren, weil die neue Schnellstraße.

Florian: Die haben lauter neue Umgehungsstraßen in diese Region gebaut. Das ist unglaublich. In Sekunden habe ich das Gefühl. Ich weiß nicht, wie die das gemacht haben. Ja, weil die immer nur das Anschlussstück noch bauen.

Miriam: Ich stehe auf einmal in Okarben, das ist so ein Kaff Richtung Frankfurt raus dann und denke, jetzt bin ich doch an dem Dorf meiner Eltern vorbeigefahren. Sehr lustig, weil ich habe mal wieder ganz neue Seiten meiner Heimat kennengelernt. Sehr cool. Also mal was austauschen im Gehirn, mal was anderes machen. Und dann in dem Augenblick, wo diese neuen Schnellstraßen mir klar wurden, also wir waren dann vier, fünf Tage da und ich bin dann eine Zeit lang da durch diese neuen Schnellstraßen bei Tageslicht gekurvt, die sind wirklich schneller. Die sind auch besser zum Fahren, es gibt weniger Ampeln.

Florian: Das stimmt.

Miriam: Also, ne?

Florian: Deswegen machen die die.

Miriam: Und deswegen machen die die.

Florian: Wäre ja blöd, wenn es langsamer wäre.

Miriam: Durch diese wirklich engen, kleinen, hessischen Dörfchen da in der Wetterau. Das sind ja echt mittelalterliche Landschaftsbilder da.

Florian: Am Anfang fühlt es sich komisch an.

Miriam: Am Anfang fühlt es sich komisch an. Ja, sehr, sehr cool. Und es geht dann am Ende viel schneller. Das stimmt. Es ist so ein bisschen auch wie mit diesem Zuhause die Plätze anders setzen.

Neujahrsziele nochmal prüfen — und was der Aufräumtag noch findet

Florian: Wie lange ist eigentlich Neujahr her?

Miriam: Frohes neues Jahr wünsche ich Ihnen, sagt der Herr Jung immer.

Florian: Weil das ist ja jetzt auch schon eine Weile her und vielleicht ist ja noch das ein oder andere Ziel übrig. Ja jetzt, wenn wir beim Frühjahrsputz sind. Ach, dass du es gleich noch mitnimmst. Habe ich gerade so überlegt, was ist denn mit den Zielen, die du dir für dieses Jahr vielleicht gesetzt hast, wo du dir gesagt hast, ein Neujahr, das ist was, was ich machen möchte. Da gibt es doch diese Aufnahmestatistiken und die Anwesenheitsstatistiken in den Fitnessstudios, die irgendwie in den ersten zwei Wochen von Neujahr ganz furchtbar sind, wo alle Leute, die sowieso ins Fitnessstudio gehen, dann sagen, na, da gehe ich lieber nicht. Und danach ist wieder genauso leer wie vorher. Und es kann ja sein, dass du dir das eine oder andere Ziel für dieses Jahr vorgenommen hast. Und dann wäre ja spannend zu wissen, wie sieht es denn aus? Weil das erste Quartal, das ist jetzt dann rum.

Miriam: Da kommt der Franke raus. Habt ihr das gehört? Ganz kurz. Ganz kurz war der Franke in Florian zu hören.

Florian: Und da kann man ja dann auch schon mal gucken. Ja. Wie sieht es denn aus? Weil vielleicht ist es ja ein Ziel, wo du inzwischen festgestellt hast, lohnt sich auch gar nicht mehr. Dann würde ich es jetzt auch einfach mit dem Frühjahrsputz beerdigen. Oder es ist eins, wo du sagst, ah, das wäre schon noch immer schön. Dann lohnt es sich vielleicht nochmal durchzustarten.

Miriam: Mit frisch geputztem Kopf.

Florian: Nach der Ehrenrunde im Februar vielleicht, jetzt im März nochmal zu sagen, ja, ich mache nochmal.

Miriam: Frisch auf ans Werk.

Florian: Frisch auf ans Werk.

Miriam: Sehr gut. Da auch noch, siehste. Das war also ein Riesenthema jetzt. Wir kommen ja von einem aufs andere hier, wenn eh schon Kopf geputzt wird.

Florian: Wenn wir schon beim Putzen dabei sind, ist doch wie, Miri hat am Wochenende auch die ganze Wohnung hier einmal auf den Kopf gestellt. Das stimmt. Und das ist ja auch so, ne? Das ist auch so. Plötzlich standen überall Berge von Schuhen rum, die wir schon lange nicht mehr angezogen haben.

Miriam: Das ist mega, das macht total Spaß.

Florian: Und Kleidung und dann ist da dieses Fach noch und dann ist plötzlich da mehr Platz und dann haben wir dieses kleine Schätzlein entdeckt und benutzen das vielleicht mal wieder, das ist super.

Miriam: Ja, das ist großartig. Wer weiß, was du alles findest, wenn du Kopfputz machst. Lauter Schätze.

Florian: Ja, lauter Schätze. Lauter schöne Erinnerungen noch.

Miriam: Also mal Perspektive verändern, toller Tipp. Dann haben wir gesagt, hier die guten Gedanken üben. Jeden Abend drei schöne Ereignisse des Tages oder drei schöne Dinge über den Menschen, mit dem es vielleicht bis eben Konflikte gab, aufschreiben. Dann haben wir gesagt, das war dein Tipp, verlieb dich, verlieb dich in dich, verlieb dich in deinen Partner, verlieb dich in das Leben, nutzt es früher, ganz viel romantische Musik, Kuschelrock.

Florian: Ja, Kuschelrock.

Miriam: Auf Ohren, gibt's doch, ne? Gibt's noch. War das Bravo Kuschelrock? Früher gab's Kuschelrock. Oh, jetzt hab ich mich geoutet, ne, als Old Fashioned.

Florian: Als vor 2000 geboren.

Miriam: Ja.

Florian: Ja. Ich glaube, es gibt es noch. Keine Ahnung. Doch, es gibt es noch.

Miriam: Das war das letzte Mal, dass ich sowas gehört habe, war es in den hohen 30ern, glaube ich. Gibt es nur als Download oder so. Immerhin, Hauptsache romantisch, oder?

Florian: Ja, eben.

Miriam: Ramontisch.

Florian: Hauptsache ramontisch.

Miriam: Ja, in diesem Sinn.

Florian: Ja, laden wir dich ein zu einem kleinen Frühjahrsputz in deinem Kopf.

Miriam: Und freuen uns schon auf nächstes Mal.

Florian: Ab nächster Woche auch der Feudel für den Kopf bei uns im Onlineshop.

Miriam: Vielleicht schreibe ich es in meinen Newsletter. Mal näher ist ein anderes Thema diese Woche.

Florian: Oh, was machst du denn?

Miriam: Verrate ich nicht. Ist ja für die Newsletter-Abonnenten.

Florian: Auf www.kontext*denken.de kannst du dich überall abonnieren.

Miriam: Florian hat es eingerichtet, kostenlos, selbstverständlich. Bekommst du einmal in der Woche einen Brief von uns. So. Ja. So, das war's.

Florian: Dann war's das.

Miriam: Für diese Woche.

Florian: Wir hören uns nächste Woche wieder.

Miriam: Richtig. Mit einem brandneuen Thema aus dem Bereich Zwei-Gehirne-Ein-Podcast.

Florian: Waren es jetzt Zwei-Gehirne-Ein-Podcast oder Ein-Gehirne-Zwei-Podcast? Oder wie war's? Ja.

Miriam: Tschüss. Bis nächste Woche. Ciao, ciao. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

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