NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 23

Frisch verliebt und was kommt danach?

Warum glauben viele Menschen so fest daran, dass nur "allem Anfang ein Zauber innewohnt" und sich Motivation und Energie dann irgendwann abnutzen, wie ein alter Reifen?

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In dieser Folge

Darum geht es

Miriam spricht mit ihrem Lebensgefährten und Geschäftspartner Florian Groß über ein spannendes Thema: Viele Menschen glauben, dass alles anfänglich schneller geht und eine besondere Energie hat. Beispiele dafür sind das Schreiben eines Buchs oder das Erlernen einer Fremdsprache oder eines Instruments. Oder das "Frischverliebtsein", dessen rosarote Wolken sich nach kurzer oder längerer Zeit verziehen um einen nebelgrauen Regenhimmel frei zu geben. Sind das Volkswahrheiten oder wissenschaftlich belegbare Prozesse? Oder gibt es eine Möglichkeit, die tolle Energie des "Neustarts" über Monate, Jahre und für immer zu halten? Und wenn ja, wie können wir unserem Gehirn ein bisschen auf die Sprünge helfen, sich immer wieder neu in einem alten Hut zu erfinden? Wie immer plaudern die TV-Moderatorin und Kommunikationstrainerin und der NLP-Trainer und Hypnocoach humorvoll aus dem eigenen Erfahrungsnähkästchen. Und aus ihren Seminar-Inhalten. Und aus der Beziehungsschublade. Und aus purem Spaß am gehirnvollen Podcasten. Viel Spaß beim ERNEUERN und ENERGIE halten! Viel Freude beim Hören.

Konkret geht es um den Endorphinabfall nach dem halben Jahr Verliebtsein, um die Frage, warum die ersten 30 Buchseiten leicht fließen und dann Schluss ist, und um zwei sehr unterschiedliche Strategien: neue Facetten und Anreize entdecken versus schon jetzt ins fertige Zielbild im Kopf springen. Miriam und Florian erzählen von Blumen mit Hintergedanken, vom Vorschlafen für die Zeit nach der Nachtsendung und vom Klavierüben zwischen "Alle meine Entchen" und Mondscheinsonate. Wenn du danach suchst, wie du dich langfristig motivierst, dranbleibst und Begeisterung in Beziehung und Projekten wach hältst, findest du hier Anknüpfungspunkte — inklusive Hermann Hesses "Stufen".

Lesefassung

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Kapitel dieser Folge
  1. Neues Equipment und ein Anfang mittendrin
  2. Frischverliebtsein und die Frage: Muss das enden?
  3. Bewusst investieren: Blumen, Theater und Vorschlafen
  4. Ins Zielbild springen: die Begeisterung aus der Zukunft holen
  5. Kleine Ziele, großer Humor: dranbleiben im Alltag
  6. Abschied mit Hermann Hesse

Frisch verliebt fühlt sich alles leicht an — wenig Schlaf reicht, nichts anderes zählt. Aber was passiert, wenn nach einem halben Jahr der Endorphinspiegel sinkt und aus dem zarten Pflänzchen ein alter Hut wird? Miriam und Florian fragen sich, ob dieser Zauber vom Anfang wirklich verfliegen muss — beim Verlieben, beim Bücherschreiben, beim Klavierlernen. Und sie verraten, mit welchen ganz eigenen Tricks jeder von ihnen die Begeisterung wieder ins Hier und Jetzt holt.

Neues Equipment und ein Anfang mittendrin

Miriam: Das neue Jahr hat schon einige Wochen neu angefangen. Und jetzt beginnt ein neuer Podcast. Denn ein neuer Dienstag hat uns erreicht. Herzlich willkommen da draußen. Ein epischer Anfang für ein episches Thema.

Florian: Was ist das Thema heute, Miriam?

Miriam: Erstmal schön, dass du auch wieder mit mir Podcast ist, lieber Florian.

Florian: Hallo. Wie lange möchten wir unsere Hörer noch? In Spannung halten.

Miriam: Ich wusste, dass du das machst. Schaust du auf die Uhr? Hallo, sind schon 20 Sekunden um. Der Anfang ist schon fast um. Bevor wir zum Thema kommen, wir haben ein funkelnagelneues Equipment. Das liegt an Florian. Die ganze Zeit hatte ich ein kleines, kompaktes Gerät, das in meine Hand passte und da konnte ich mit einem einzigen Knopfdruck die Menschen und mich recorden, die ich zu meinem Podcast eingeladen habe. Ich brauchte keine Kabel zu stecken, gar nichts.

Florian: Habe ich schon Hallo gesagt? Hallo!

Miriam: Habe ich schon Hallo gesagt? So wird das doch nichts. Also wir haben, wenn du es sehen könntest. Was ist das für ein Anfang? Ich wünschte manchmal, wir würden Videos machen, damit du siehst, wie professionell ausgestattet wir jetzt Podcasts aufnehmen. Wir haben Kopfhörer auf.

Florian: Dafür bin ich zuständig. Wir sehen aus.

Miriam: Dankeschreiben bitte an florian.kontext*denken.de. Vielleicht hast du es schon am satten Klang unserer Stimmen gemerkt. Nein, wir haben Kopfhörer auf. Wir sehen aus wie Hubschrauberpiloten.

Florian: Das ist toll. Das ist wie früher im Tonstudio. Sieht total professionell aus, auf alle Fälle. Und ich habe auch ein kleines Case mitgenommen auf Reisen heute. Wir sind unterwegs und es war deutlich viel zu schleppen. Ich verstehe, warum du dieses kleine Gerät sehr...

Miriam: Übrigens witzig, als Florian mir gesagt hat, ich möchte uns besser ausstatten für diesen tollen Podcast, der übrigens vielen Dank an alle da draußen sehr erfolgreich ist. Wir bedanken uns für viele, viele Downloads, tolles Feedback, viele Fragen, die gestellt werden. Und da hat Florian gesagt, wir machen es jetzt noch besser. Und ich hole neues Equipment und ich war erstmal so, oh nein, das kann ich nicht bedienen.

Florian: Nicht erstmal, ganz lange.

Miriam: Und jetzt ist es da und es ist okay?

Florian: Es wird immer besser.

Miriam: Es wird immer besser. Und da fiel mir das Gedicht ein. Hallo von Hermann Hesse. Ich weiß gar nicht genau, wie es heißt. Und in jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. In jedem Anfang. Also überall da, wo was neu beginnt. Und der Podcast ist nicht mehr ganz neu. Der läuft seit letztes Jahr August. Nur mit diesem neuen Equipment hat er jetzt nochmal so eine Art von neuer Qualität bekommen.

Florian: Das heißt, das ist ein Anfang in der Mitte.

Miriam: Mittendrin.

Florian: Mittendrin.

Miriam: Nochmal neu gedacht. Und weil viele Zuschriften uns auch immer wieder erreichen zu diesem Thema, wie kann ich dranbleiben, warum ist es am Anfang toll, kennen wir von vielen Projekten, jetzt gerade zum Jahresanfang ein tolles Thema, viele Menschen haben jetzt gerade tolle Pläne.

Florian: Oder auch in den Frühling hinein, Frühlingsgefühle, vielleicht findet der eine oder die andere von euch eine neue Beziehung und auch da gibt es ja... Das hartnäckige Gerücht, dass der Anfang ganz anders sei als die Mitte.

Frischverliebtsein und die Frage: Muss das enden?

Miriam: Jetzt polarisierst du aber. Mein lieber Freund. Ja, es ist doch so. Also das habe ich von Anfang an gelernt. Am Anfang trägt sich eine Beziehung von ganz alleine. Da ist alles neu, da ist alles zauberhaft, um bei Herrn Hesse zu bleiben. Da gibt es nichts anderes als die Beziehung. Menschen kommen mit einem Minimum an Schlaf aus, wollen nichts anderes als sich sehen und so nach einem Jahr... Forscher sagen, nach einem halben Jahr lässt der Endorphingehalt im Blut. Ist das lustig?

Florian: Was ist denn daran lustig? Lustig ist, ich hätte jetzt gedacht, dass die Menschen sagen, nach sechs Wochen, nach drei Monaten.

Miriam: War das bei dir immer so?

Florian: Ähm, ich... Also was ich jetzt gelernt habe, ist, dass ich das beliebig verlängern kann, wenn ich das möchte. Also das läuft am Anfang sehr automatisch, glaube ich, oder lief am Anfang sehr automatisch bei mir. Und ich kann das beliebig verlängern, wenn ich das tun möchte und wenn mir das wichtig ist. Und das ist, glaube ich, die Veränderung, die ich wahrgenommen habe bei mir. Wenn was Neues beginnt, dass ich diese gleiche Begeisterung, die ich am Anfang habe, einfach auch weiter in die Mitte hinein zaubern kann, wenn ich das möchte.

Miriam: Und der aufmerksame Hörer würde an dieser Stelle fragen, wie machst du das? Weil, keine Ahnung, ich habe angefangen ein Buch zu schreiben, die ersten 30 Seiten liefen mir so aus der Feder, dann war irgendwie Schluss und ich konnte mich nicht mehr so motivieren.

Florian: Ich glaube, das ist spannend, dass wir tatsächlich uns beide jeweils die Frage stellen, weil ich glaube, du machst das anders als ich. Ich mache das, indem ich immer wieder etwas Neues entdecke, indem ich etwas Neues damit reinbringe. Dann habe ich, so wie bei dem Podcast-Equipment, eben den neuen Anfang in dem schon bestehenden Projekt oder in dem bestehenden drin. Das ist tatsächlich ein Teil, der mir dann sehr leicht fällt. Da fällt es mir leicht, die Begeisterung wieder genauso zu erleben.

Miriam: Also wenn ich ein Buch schreibe, neuer Laptop.

Florian: Zum Beispiel.

Miriam: Wer bei dir?

Florian: Würde bei mir sehr gut, neuer Laptop ist eine hervorragende Idee.

Miriam: Oh nein, nein, nein, stopp, stopp, stopp.

Florian: Ich habe da eine Budgetfreigabe gehört. Nein.

Miriam: Moment. Wobei, du bist der Geschäftsführer. Nein, bei mir würde das zum Beispiel nicht funktionieren. Also nicht aufgrund einer neuen Maschine, die da steht. Oder wenn ich Klavier lernen wollte, neues Klavier. Das ist ja auch eine Frage.

Florian: Wie oft brauche ich das?

Miriam: Brauche ich quasi jede Klavierstunde ein neues Klavier? Und wie leiste ich mir das? Für mich, also ich habe überlegt, wie das bei mir funktioniert. Erstens ja, es darf sozusagen immer neue Anreize geben. Also ich gehe ja mit großer Begeisterung, großem Spaß an ein neues Projekt an.

Florian: Und wenn ihr Miriam mal im Fernsehen gesehen habt oder im Seminar gesehen habt oder live erlebt habt irgendwo, es ist tatsächlich so. Da ist kein Unterschied zwischen der Person, die im Fernsehen zu sehen ist und der Privatperson. Also das ist wirklich so. Miriam ist einfach... Wahnsinnig lange begeistert oder ist einfach begeistert von Sachen, die sie tut. Das ist unglaublich schön anzusehen. Einfach toll.

Miriam: Ja, ja, stimmt. Wie machst du es? Du warst gerade dabei zu erzählen. Stimmt. Jetzt fange ich an, drüber nachzudenken. Jetzt weiß ich es auf einmal nicht mehr. Nein, ich weiß es schon, weil ich ganz viele Dinge aufgrund unserer Trainertätigkeit und aufgrund meines Jobs, der ja auch diese Begeisterung ein Stück weit verlangt auch, bin ich mir da dessen sehr bewusst, was ich mache und wie ich es mache. Und es ist nicht so, dass ich mich jetzt grundsätzlich für alles Neue begeistern kann. Also wenn eine neue Waschmaschine kommt, weil die alte kaputt ist, heißt es nicht, dass ich mit einer neuen Begeisterung ans Wäsche waschen gehe zum Beispiel. Das ist schon eine Frage, was tue ich da? Wenn es ein Projekt ist, an dem ich grundsätzlich Spaß habe, Podcasten, nehmen wir den Podcast, der jetzt, keine Ahnung, bei der wievielten Folge wir sind, ich habe es nicht verfolgt und irgendwo in den Zwanzigern sind wir. Es ist immer noch genauso spannend und genauso witzig und so voller Begeisterung wie bei Folge 1. Bei Folge 1 war ich richtig aufgeregt, weil ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Podcast aufgenommen habe. Ist übrigens auch sehr schön zu hören. Und jetzt bin ich nicht mehr so aufgeregt. Dafür entwickle ich durch die Entspanntheit, die sich eingestellt hat für das Projekt, entwickle ich noch mehr Spaß und noch mehr Kreativität und nehme noch mehr wahr von meinen Gesprächspartnern, von dem Thema.

Florian: Und genauso eine große Begeisterung für das Ganze. Genau. Also super spannend. Es ist für mich immer toll zu sehen, wie du diese Begeisterung einfach weiterlebst. Das ist ganz großartig, das zu sehen. Und mein Trick wäre eben, wie gesagt, immer etwas Neues zu entdecken oder eine neue Facette wahrzunehmen. Wir haben vorhin ja mal mit der Beziehung auch angefangen und diese Frage, wie kann ich diese Erstverliebtheit, die ja viele von den Hörern auch kennen werden, viele von euch kennen werden. Wie kannst du die weiterleben in der Beziehung? Und für mich ist es immer dieses andere Facetten wahrnehmen, mich nochmal darauf konzentrieren, meinen Fokus darauf legen. Also bei mir ist es ein sehr bewusstes mich weiter begeistern an Dingen.

Bewusst investieren: Blumen, Theater und Vorschlafen

Miriam: Findest du das anstrengend?

Florian: Es ist noch nicht automatisch. Also es ist bei mir sehr bewusst. Das ist was, was ich mir bei dir tatsächlich abgeguckt habe. Also wo ich gemerkt habe, es gibt da draußen Menschen, die das können und dann möchte ich das auch können und du kannst das genauso. Das ist einfach nur, dass ich möchte auch begeistert übersehen sein.

Miriam: Ich finde, du machst tolle Sachen, um unsere Beziehung auch so schön verliebt zu halten. Ich genieße das sehr.

Florian: Und das ist sehr bewusst bei mir. Also ich mache das, weil ich das gerne möchte.

Miriam: Du bringst mir mit Hintergedanken Blumen mit? Allerdings.

Florian: Habe ich jetzt was verraten? Nein. Oder ich gehe mit Hintergedanken mit dir ins Theater, weil ich weiß, dass dich das wahnsinnig freut und wenn es dich freut, weiß ich, dass es mich freut.

Miriam: Hey, dafür schaue ich mir mit dir Hacker Jeopardy an. Nicht fragen, was das ist, bitte. Frag nicht da draußen. Die Computerfreaks, die uns zuhören, lachen sich jetzt ganz gut.

Florian: Oder wir gehen zusammen in Science-Fiction-Filme.

Miriam: Ja, das stimmt. Und ich genieße es wirklich. Ich gehe mit Florian in den neuen Star Trek-Film.

Florian: Star Wars.

Miriam: Ne, wir waren auch in Star Trek.

Florian: Wir waren auch, stimmt.

Miriam: Entschuldigung, 3D-Originalton in Englisch. Ich verstehe nicht mal die Hälfte.

Florian: Der Marsianer.

Miriam: Oh, der Marsianer waren wir auch in Englisch.

Florian: Da war das Beste, dass die 3D-Brille kaputt war und der ganze Film dreht sich auf ein kaputtes Equipment. Das war sehr lustig.

Miriam: Also auch da ist es genau wie bei dir. Ich sehe und fühle deine Begeisterung und bin sofort mitbegeistert und ich erweitere dadurch auch wieder meinen Blickwinkel auf alles, was du bist. Und das ist auch ein sehr schönes Gefühl. Und du machst es mir auch einfach.

Florian: Inwiefern?

Miriam: Indem du bestimmte Dinge zulässt, also Begeisterung zum Beispiel zulässt. Indem du mir Zeit schenkst.

Florian: Okay, ja.

Miriam: Indem wir gemeinsam neue Dinge ausprobieren, denn wenn einer in der Beziehung beschließt, wir machen jetzt mal was ganz verrücktes, wir gehen ins Theater, das haben wir schon seit 15 Jahren nicht mehr gemacht, darf ja der andere Ja sagen, weil Sack über den Kopf ins Auto schmeißen, ins Theater fahren, keine gute Idee.

Florian: Eine Sache, die zum Beispiel auch sehr bewusst ist, wenn du das jetzt sagst, kommt mir das gerade, die, wenn du Nachtschichten hast, also wenn du, Miriam, bis ein Uhr arbeitest, on air bist und dann um halb zwei, zwei nach Hause kommst zu uns, dann ist es oft so, dass ich vorschlafe. Stimmt. Boah, wie toll. Also dass ich mich zwei Stunden, drei Stunden abends einfach schon hinlege und vorschlafe, um dann die Zeit nach deinen Sendungen noch zu genießen, weil ich weiß, dass es dir gut gefällt, mir dann erzählen zu können, was ist passiert, was war und dann einfach diese Zeit gemeinsam noch zu nutzen, während du viel Energie hast. Das ist tatsächlich sowas, das ist für mich ein bewusstes, aktives in unsere Beziehung investieren. Und ich glaube, dass das auch an anderen Stellen geht. Und ich weiß, dass es auch an anderen Stellen geht, weil ich das an anderen Stellen im Beruf auch mache.

Miriam: Es ist auch ein sich dafür entscheiden, immer wieder diesen Zauber am Leben zu erhalten, den zu gießen wie so ein kleines Blümchen, der angeblich und laut Hermann Hesse in jedem Anfang wohnt.

Florian: Ja, genau. Dann ist es eben kein zartes Pflänzchen mehr, sondern es wird zu einer immer größeren und immer stärkeren Pflanze. Nur für mich braucht die trotzdem ein bisschen Pflege und das ist einfach etwas, das ich haben möchte und deswegen entscheide ich mich, das zu tun.

Ins Zielbild springen: die Begeisterung aus der Zukunft holen

Miriam: Ich gehe jetzt nochmal zurück auf neue Projekte, die jetzt vielleicht nicht unbedingt etwas mit der Beziehung zu tun haben, sondern nehmen wir mal einfach jetzt, nehmen wir kein Business-Projekt, wir haben demnächst auch ein Team-Business-Podcast, wird sehr spannend, da wird Florian mehr reden als ich.

Florian: Genau, wenn du über das Business gefragt hättest, dann hätte ich gesagt, ich bin oft auch begeistert, weil es mit anderen Menschen zu tun hat. Das ist so, wie ihr vielleicht in den Fußballverein geht oder in den Kegelclub oder wie die Arbeit mit anderen eben auch nochmal eine ganz andere Komponente hat. Da kann ich auch begeistert sein, weil es mit anderen Menschen was zu tun hat.

Miriam: Und wenn ich jetzt sage, okay, also ich nehme das Beispiel mit dem Klavierspielen, am Anfang Riesenpower, eine Folge hat es gegeben, ich kann die ersten kleinen Stücke spielen, dann wird vielleicht auch das Üben ein bisschen anstrengender, die Sachen werden schwieriger, ich brauche mehr Zeit, keine Ahnung woran es liegt. Dann wäre es ja sozusagen auch, es ist eine bewusste Entscheidung zu sagen, ich mache weiter, nur wenn der Spaß sich quasi nicht mehr von alleine einstellen will. Da habe ich mich gerade gefragt. Also wenn wir jetzt mit diesem neuen Equipment arbeiten und ich gehe damit nicht mit dir podcasten, sondern nehme das mit zu jemand anders und verwechsel vielleicht am Anfang die Stecker. Nein, mache ich nicht. Aber wäre so. Und ich wäre darüber gefrustet. Und dann würde ich sagen, ich will das nicht mehr. So. Was würde ich dann tun?

Florian: Alleine wenn du dir das jetzt vorstellst, und ich würde gerne beim Klavierbeispiel bleiben, weil es vielleicht einfacher zu machen ist. Ja, wenn ich mir vorstellen würde, wie ich stundenlang am Klavier sitze und Fehler mache, dann hätte ich auch keine Lust mehr darauf, Klavier spielen zu lernen.

Miriam: Ah, sehr cool.

Florian: Ich glaube, der Trick ist dann tatsächlich, in dieses fertige Bild reinzugehen oder in diesen fertigen Film im Kopf reinzugehen und zu sagen, ich möchte dieses Stück spielen. Film im Kopf? Was heißt das? Mir vorzustellen... Das hat ja mit der Realität gar nichts zu tun, sondern einfach schon in dieses fertige Bild reinzuspringen und zu sagen, wie hört sich das denn an, wenn ich das fertig spiele?

Miriam: Oder wie fühlt sich das an? Also nehmen wir Mondscheinsonate, Traum, dass ich das irgendwann mal spielen kann. Jedes Stück auf dem Weg dahin bringt mich zum Beispiel auch diesem Stück näher oder wenn ich dann an dem Stück bin, dass ich gerne können möchte, irgendein...

Florian: und daraus dann die Kraft zu ziehen und zu sagen, das ist die Motivation. Wie cool, wenn ich das kann. Wie cool, wenn ich das kann und diese Begeisterung quasi aus der Zukunft schon jetzt ins Hier und Jetzt zu ziehen. Und wenn du sagst, ich bin so begeistert, wenn ich das spielen kann, ich ziehe das jetzt ins Hier und Jetzt.

Miriam: Ich bin oft im Kopf, in meinem Ziel, in meinem Traum. Wie das Ideal ist, also wo ich den größtmöglichen Spaß aus irgendwas generiere. Ich stelle mir vor, wie nach den Podcasts die Zuschriften kommen, dass Menschen mir schreiben, wie sie mit uns gelacht haben oder sich wiedererkannt haben oder was von dem, was wir gesagt haben, gemacht haben und dann klappte irgendwas besser. Eine Kleinigkeit vielleicht nur, da freue ich mich jetzt schon wie Bolle drauf. Wenn mir jemand sagt, nach dem Podcast, den ich gehört habe, habe ich mir das Gedicht von Hermann Hesse ausgedruckt, habe es mir über das Klavier geklebt und jetzt habe ich an jedem Tag einen neuen Zauber in meinem, nee, einen Anfang in meinem, nee, den Anfang im Zauber. Jetzt zaubere ich mir einen Anfang. Jetzt zaubere ich. Hey, ho, abrakadabra.

Florian: Ja, wenn du diese Begeisterung einfach schon vorweg nimmst und jetzt schon spürst und dann auch spürst in der Situation später, ist das einfach ganz herrlich. Und ich weiß nicht, wie schnell du dich da tatsächlich überrascht hast, als du dir, oder bei dir war das ganz automatisch, ne?

Miriam: Ja, war schon immer so. Eine super Strategie. Es war schon immer so, dass ich mich mit acht Jahren gesehen habe, wie ich Fernsehansagerin bin.

Florian: Ja, spannend. Und dann wurdest du Fernsehansagerin beim hr.

Miriam: Und auch mit den kleineren Sachen, die in meinem Leben sind. Ich sehe es fertig vor mir im Kopf, wenn ich die Augen zumache noch besser. Ja.

Florian: Ich finde das spannend, weil so natürlich wie das für dich kam, so in Anführungszeichen unnatürlich kam das glaube ich für mich. Und so viel Bewusstheit ist da für mich auch noch drin, dass ich sage, es fällt mir sehr leicht, mich dann auf den Prozess zu konzentrieren oder es fiel mir sehr leicht in der Vergangenheit. Und umso mehr ich das übe, umso leichter fällt es dir, dass du auch in diesen Prozess mit reinspringst. Und das ist einfach... Für mich immer wieder eine Entscheidung im jeweiligen Moment zu sagen, ja, ich gehe in den Zielzustand rein. Und es fällt mir eben leichter, wenn ich einen neuen Aspekt auch wahrnehme an dem Ganzen. Dann ist der Prozess für mich leichter und gleichzeitig ist der Sprung ins Zielbild leichter.

Kleine Ziele, großer Humor: dranbleiben im Alltag

Miriam: Und es geht, glaube ich, bei diesem Podcast auch Schwerpunktmäßig jetzt nur um dich, also diesen einen Menschen, nicht, weil, wie gesagt, wir sprechen auch nochmal über dieses, wie ist das, wenn andere Menschen im Boot sind, fängt ja schon zart bei der Beziehung an, wo es zumindest zwei sind, die einen glücklichen Zustand da auch hervorrufen oder die diesen Zauber erhalten wollen, wo jeder einmal am Tag mit der Gießkanne zum Blümchen läuft und das gießt, ne, so. aus purer Freude daran, dass das weiter wächst und eine Mitternachtsblume wird und immer noch schöner wird und noch mehr Facetten und noch mehr Farben und noch mehr Blütenkelche bekommt. Und so darf das bei jedem Projekt sein. Und vielleicht gibt es eben diese kleinen Motivationen, die sehr individuell sind, wie bei dir. Ich besorge mir ein kleines neues Equipment oder einen neuen Stift, mit dem mir das Schreiben dann wieder Spaß macht. oder neues Papier, wenn ich beim Schreiben bleibe.

Florian: Das Neue oder mir fällt es echt einfacher, wenn ich mit anderen Menschen zusammen arbeite, dran zu bleiben. Und wie gesagt, darüber sprechen wir später nochmal genauer. Nur das wäre auch sowas. Also was Neues, was mit anderen Menschen zusammen machen, das macht es mir einfacher. und ich kann das auch, wenn ich mich bewusst auf das Zielbild konzentriere oder bewusst in mein Ziel hereinspringe, in das, was ist das, was ich gerne hätte. Und das können wirklich ganz kleine Sachen sein. Also es braucht nicht irgendwie was sein wie Mondscheinsonate spielen, sondern es kann auch einfach sein... Alle meine Entchen. oder ich komme abends nach Hause und habe vielleicht acht Stunden Trainings gegeben und bin einmal jetzt noch mit dem Zug nach Hause gefahren und das war jetzt echt, ich habe viel Energie schon gebraucht an dem Tag, um mir dann die Frage zu stellen, wie möchte ich denn eigentlich. Ja, ja. Also das kann wirklich was ganz Kleines sein. Das kann auch sein, wenn ich mich mit den Kindern, wenn wir kurz mal eine Situation hatten, die vielleicht anders lief, als wir es ursprünglich geplant hatten und dann wieder an diese Intention zurückzudenken und zu sagen, okay, wie möchte ich das gerne, dass ich das habe. Auch das ist für mich dranbleiben, weil es halt ein längerfristiges Dranbleiben ist. Also es gibt da ein großes Ziel und es gibt vielleicht auch kleine Ziele auf dem Weg dahin. Wie möchte ich eigentlich leben? Wie möchte ich. Welche Gefühle möchte ich haben? Was möchte ich in meinem Leben so spüren?

Miriam: Was für mich auch wichtig ist für diese Begeisterung ist Humor. Also vor allen Dingen auch über mich selbst lachen zu können. Wenn ich diesen Kopfhörer erstmal falsch rum aufsetze und das Mikrofon hängt hinter meinem Kopf und Florian sagt, da stimmt was nicht.

Florian: Das stimmt.

Miriam: Und dann lache ich mich echt erstmal fünf Minuten weg und dann setze ich mir den Kopfhörer richtig rum auf. Ja, ist so.

Florian: Ja, das ist tatsächlich so.

Miriam: Und das sind die Geschichten, die ich dann wieder erzählen kann, also auf dem Weg. Sozusagen ein Erlebnis gar nicht so frustrierend zu empfinden, sondern das eher eine, ja, ich darf wieder was dazulernen.

Florian: Und umso öfter du das übst, umso leichter wird es dir auch fallen. Und das ist, umso mehr du das zulässt, umso einfacher geht es auch.

Miriam: Dieses Lachen darüber? Ja. Schön.

Florian: Und das ist so wahnsinnig gut, weil das auch so ein tolles Beispiel für andere wieder ist. Und zu sagen, wenn ich über mich lachen kann, dann fällt es anderen vielleicht auch leichter, über sich zu lachen. Dann haben wir gemeinsam einfach mehr Spaß. Das freut mich dann immer.

Abschied mit Hermann Hesse

Miriam: Ja, ihr Lieben, was soll man jetzt an der Stelle sagen? In jedem Zauber wohnt ein Anfang. Nein, ich habe tatsächlich das Gedicht herausgesucht und einen Teil dieses Gedichts lese ich als Abschiedsworte zu diesem Podcast. Deshalb sagen wir beide jetzt schon mal vorausgreifend auf Wiederhören.

Florian: Au revoir.

Miriam: Au Revoir und freuen uns, wenn du diesen Podcast bewertest auf iTunes. Da darfst du uns die Sterne vom Himmel holen und sie in Form deiner Bewertung zu Computer bringen.

Florian: Kontakt zu uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Da gibt es oben einen Button, der heißt Kontakt. Da könnt ihr uns E-Mails schreiben oder in info at kontext*denken.de.

Miriam: und dort gibt es auch alle anderen Podcast-Folgen zum Anhören. Wenn du sagst, ich habe eine längere Autofahrt als 20 Minuten, dann, wir haben jede Menge spannender Themen, die wir in dem letzten halben Jahr aufgenommen haben. Ein großes Repertoire und es gibt jeden Dienstag ein neues.

Florian: Dankeschön und bis bald.

Miriam: Danke fürs Zuhören und hier kommt jetzt der Original Hermann Hesse. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben. Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen. Der Weltgeist will nicht fesseln und uns engen, er will uns Stuf um Stufe heben, weiten. Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen. Nur wer bereit zu Aufbruch ist und reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen. Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen Räumen jung entgegensenden. Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden. Wohl an dein Herz. Nimm Abschied und bis so.

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