NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 238

Erwartungen über Erwartungen

Und dann kommt die Enttäuschung!

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In dieser Folge

Darum geht es

Und dann kommt die Enttäuschung! „Auf eine Erwartung erfolgt Enttäuschung. Aus Enttäuschung wird Befürchtung. Und das ist ja wieder eine Erwartung.“ Hape Kerkeling hat diese schlaue Äußerung von sich gegeben – so wie der Legende über Zitate glauben möchten. Wie nun kannst Du in Zukunft reagieren, wenn sich Erwartungen nicht erfüllen? Und dieser Situation vielleicht sogar schon vorbeugen? Miri und Florian nehmen sich in ihrem NLP Podcast die Freiheit dieses Themas zur Brust und natürlich gibt's ein paar schnell umsetzbare Kommunikations-Tipps. Randnotiz: Eigentlich sollte dieser Podcast ein Facebook LIVE Training werden. Justament an dem Abend, als alles auf LIVE eingerichtet war, fiel Facebook komplett aus und Miri und Florian saßen da. Aus Zeitmangel gibt's deshalb jetzt eine Sonderpodcastfolge von einem Podcast, der derzeit offiziell still gelegt ist. Wir enttäuschen also alle, die derzeit keine Podcast Folgen erwarten und erfüllen all jenen ihre Erwartung, die längst schon wieder mal mit einer neuen Episode geliebäugelt haben. Viel Spaß bei dieser Folge, die's gar nicht wirklich gibt. Es geht um den Unterschied zwischen einer unausgesprochenen Erwartung und einer echten Vereinbarung — vom Müllbeutel über den vergessenen Hochzeitstag bis zum Umsatz-Forecast in der TV-Verkaufssendung. Miriam erzählt ihr Sockenexperiment, bei dem sie einfach mal keine Wäsche mehr einräumte, und was das über die verschiedenen Landkarten von Welt verrät. Aus NLP-Sicht bekommst du drei konkrete Tipps: Verschiedenheit anerkennen, Wünsche klar äußern und dort, wo es dir wirklich wichtig ist, Verbindlichkeit schaffen. Wer nach Enttäuschung in Beziehungen, unerfüllten Erwartungen und Kommunikation in Partnerschaft und Team sucht, ist hier richtig.

Lesefassung

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Kapitel dieser Folge
  1. Ein Facebook-Live, das nie stattfand
  2. Vom Müllbeutel bis zum Teams-Meeting: Wo Erwartungen überall stecken
  3. Zen-State oder auf den Mond fliegen?
  4. Die Landkarten von Welt: warum Erwartungen zu lose sind
  5. Das Sockenexperiment
  6. Die Tipps: Verschiedenheit, Wünsche äußern, Verbindlichkeit schaffen
  7. Erst durchatmen, dann reden — und Großzügigkeit

Der Müll steht da und stinkt — und trotzdem trägt ihn keiner runter. Der Hochzeitstag rutscht durch. Und du fragst dich: Warum merken die anderen das nicht von allein? Genau um diese unausgesprochenen Erwartungen geht es hier, angefangen bei einem Abend, an dem ausgerechnet Facebook streikte und Miri und Florian geschniegelt vor der Kamera saßen.

Ein Facebook-Live, das nie stattfand

Florian: Das ist unglaublich.

Miriam: Das glaubt uns keiner. Die, die jetzt diesen Podcast eingeschaltet haben, die denken, das kann ja nicht sein. Die überprüfen dreimal ihre Anlage oder wo auch immer sie es drüber hören, ihren Computer. Die denken, das ist jetzt eine Fata Morgana.

Florian: Vielleicht können wir transparent machen. Als erstes wussten wir auch gar nicht mehr, wie das geht.

Miriam: Ja, wir sitzen hier wie die Eichhörnchen. Jetzt allerdings machen wir es einfach. Wir nehmen eine Sonderepisode von unserem kontext*denken Podcast auf, weil gestern etwas super... Pass auf, jetzt passt alles so gut zusammen. Florian und ich haben erwartet, gestern Abend, dass wir wie jede Woche auf Facebook live gehen und ein kostenloses Training dort machen. Ja. Das hat ja dieses Podcast-Aufnehmen ersetzt so ein bisschen bei uns. Und dann wollten wir gestern live gehen und wir wissen, da kann auch immer mal was dazwischen kommen. Einer ist heiser oder keine Ahnung, einer fehlt. Nur gestern konnten wir einfach kein Facebook live machen, weil Facebook aus war. Also es war nicht aus, Florian hat es mir erklärt, Facebook war gestern Abend weg.

Florian: Die BGP-Router sind ausgefallen.

Miriam: Wahrscheinlich hat es jeder auch schon mitbekommen. Nur, verstehst du, wir sitzen geschniegelt und lackiert, weil das ja mit Kamera ist, hier zu Hause und warten auf unseren Moment um 20 Uhr und dann geht es aus dem Grund nicht. Das hat alles, was ich bis jetzt an Erwartungen gehabt hätte für ein Facebook Live, torpediert. Also besser hätten wir uns eine Einleitung zu einem Facebook Live, nee, zu dem Thema unerfüllte Erwartungen oder Enttäuschungen nicht bauen können.

Florian: Als dass Facebook nicht da ist.

Miriam: Ja, das hat doch irgendeiner geschneitert.

Florian: Normalerweise starten wir die Facebook Lives immer damit, dass wir die Menschen begrüßen, die ganz großartig um uns herum sich um alles kümmern.

Miriam: Das nutzt ja nichts, die sind ja jetzt nicht da. Machen wir dann beim nächsten Facebook Live wieder. Jetzt möchte ich erstmal kurz das tun, was wir beim Facebook Live auch immer machen, nämlich darauf hinweisen, dass es bei uns aktuell in diesem Jahr 2021, wenn der Podcast erscheint, noch Seminare zum Buchen gibt. Unter anderem ein Social Media Training im November. Unter anderem ein Schlagfertigkeitstraining am Mittwochabend. Unter anderem der NLP Deep Dive für die Pros.

Florian: Also wirklich ab Master aufwärts.

Florian: Genau, NLP Master und aufwärts.

Miriam: Also Leute, schaut nach und bucht Florian und mich noch wie verrückt bis kurz vor Weihnachten. Dann sehen wir uns in der Akademie. Da erwarten wir eine Menge von euch. Mal schauen, ob ihr unsere Erwartungen erfüllen könnt. Und in unserer Facebook-Gruppe gibt es eine junge, hübsche Frau, die heißt Sabine Biene dort. Und die hat sich das Thema gewünscht, Erwartungen, also wie mit Erwartungen umgehen sprachlich, die nicht erfüllt werden.

Florian: Schreib doch mal in den Chat, was für dich Erwartungen sind.

Miriam: Wir haben jetzt keinen Chat, Florian. Schreib uns eine Mail.

Florian: An info at kontext*denken.

Vom Müllbeutel bis zum Teams-Meeting: Wo Erwartungen überall stecken

Miriam: Na, wie soll man sprachlich mit umgehen? Also, gehen wir mal von den klassischen Erwartungen im Alltag aus. So Menschen haben Erwartungen. Zum Beispiel, sie erwarten, dass ihr Partner, ihre Partnerin den Müll von alleine drüber nachgedacht runterbringt. Oh ja. Weil der da steht und stinkt. Und es ist ganz offensichtlich, dass der irgendwie weg muss.

Florian: Und dann, wenn das nicht passiert, dann auf jeden Fall truff, truff, truff. Hochzeitstag.

Miriam: Einer von beiden erwartet, dass der andere daran denkt, dass es Hochzeitstag ist. Und auch unseren Kennenlerntag. Hast du auch vergessen.

Florian: Unseren Hochzeitstag habe ich gar nicht vergessen. Das ist mein Geburtstag.

Miriam: Ja, das stimmt. Nur wir haben deinen Geburtstag gefeiert, nicht unseren Hochzeitstag.

Florian: Doch.

Miriam: Haben wir auch. Kennenlerntag hast du definitiv vergessen dieses Jahr. Ist auch okay. Florian hat viel zu tun. Nur, verstehst du, das sind so Momente, da fragst du dich und das geht auch.

Florian: Da fragst du dich, wieso machst du eigentlich einen Podcast?

Miriam: Das geht auch beruflich. Also wir ziehen das ja ganz gerne auch mal in Florians Segment rein. Mir ist spontan eingefallen, so die eine Kollegin erwartet, dass die andere den Kalender weiter pflegt, wenn sie im Urlaub ist und dann ist es nicht passiert. Oder in Teams gibt es bestimmt auch Erwartungen, die nicht erfüllt werden.

Florian: Ah ja, ganz viele. Das sind so Klassiker. Dass sich Leute kurz halten oder lang halten oder Informationen weitergeben oder nicht weitergeben.

Miriam: Super. Oder auch dieses emotional-gesundheitliche, jemand kommt auch mit dem Kopf unterm Arm in die Firma und findet es dann natürlich ganz furchtbar oder erwartet es im Grunde heimlich von anderen auch. Nur wenn dann einer wegen Schnupfen zu Hause bleibt, dann ist das schon... Eine unerfüllte Erwartung.

Florian: Manche Menschen erwarten auch, wenn sie mit dem Kopf unterm Arm früher in die Arbeit gegangen sind, ich vermute, dass sich das jetzt alles geändert hat. Wenn jemand jetzt mit Schnupfen in die Arbeit kommt, dann ist er sofort heim. Nichts mehr mit Heldentum. Nichts mehr mit Heldentum, genau. Die erwarten, dass das Heldentum war. Also, dass sie gepampert werden.

Miriam: Das ist auch so ein Feedback, dass es so ein Feedback gibt auch da drauf, von Dankbarkeit, von Wertschätzung. Also wir, und wahrscheinlich während du diesen Podcast jetzt gerade hörst, fallen dir auch 1000 Beispiele ein. Also wir Menschen gehen offensichtlich nicht erwartungslos durch unser Leben. Und ich finde es ganz spannend, da mal über einen anderen Weg heute dran zu gehen. Vor allen Dingen die Frage, die ja gestellt wurde, ist, wie gehe ich denn mit so einer unerfüllten Erwartung um? Schimpfe ich die Leute? Rüge ich die? Bitte ich um Besserung? Wünsche ich mir konkret was und erwarte dann das dafür? Also tausche ich die Erwartung aus oder mache es deutlicher? Da werden wir heute drauf eingehen. Natürlich sind bei uns immer auch ein paar Tipps dabei. Wenn du bis zum Ende dieses Podcasts durchhältst, hast du die dann auf der Matte. Damit du die Tipps überhaupt umsetzen kannst allerdings, wäre es ganz sinnvoll, jetzt auch kurz mal in die Psychologie, also wir gucken heute mal richtig durch Psychologenglas, ich schwöre. Ich habe ein ganz süßes Zitat gefunden von H.P. Kerkeling.

Florian: Also du guckst tief in die Psychologie rein und nimmst als Beispiel ein Zitat.

Miriam: Nein, als Einleitung.

Florian: Als Teaser.

Miriam: Ich möchte mich auch amüsieren, während ich diesen Podcast produziere, bitte. Also der hat nämlich gesagt, der Legende nach hat er gesagt, Erwartungen führt zu Enttäuschung. Enttäuschung führt zu Befürchtung und Befürchtung ist wieder eine Erwartung. Also ich befürchte sozusagen dann, also wenn der Müll nicht runtergetragen wurde, dann enttäuscht mich das und dann befürchte ich, dass das beim nächsten Mal nicht passiert, was auch wieder eine Erwartung ist. Fand ich sehr clever. Das ist ja wie so ein Teufelskreis.

Florian: Oh Gott! Wenn man einmal angefangen hat, Mann und Frau und alle, wenn sie angefangen haben mit Erwartungen, dann ist das ein Teufelskreis.

Zen-State oder auf den Mond fliegen?

Miriam: Dann wäre es ja cool, wenn wir jetzt das Gegenteil mal nehmen, so Idealzustand. Das Land, in dem Milch und Honig fließen. Wenn wir alle in so einem Zen-State wären.

Florian: Was überhaupt keine Erwartungen mehr.

Miriam: Nichts. Wir erwarten nichts.

Florian: Das, was passiert, ist ein… Das, was vom Leben geliefert wird, ist genau das, was geliefert werden muss.

Miriam: Ja, genau.

Florian: Oder was geliefert werden muss.

Miriam: Wertfrei als Angebot für inneres Wachstum annehmen, was da kommt. Nur, also Florian lacht schon. Das läuft ja so nicht.

Florian: Also wir würden… Weißt du, was ich bei sowas immer frage? Also ich verstehe, also ich mag den Ansatz, wirklich, ich mag den Ansatz in vielen Teilen des Lebens. Ich frage mich, ob wir jemals auf den Mond gekommen wären, so.

Miriam: Im Ernst? Den Quantensprung mach ich jetzt grad nicht.

Florian: Mal so, mal so, heute regnet es, morgen nicht. Wir akzeptieren das einfach alles, wie es ist. Wäre dann irgendjemand mal auf die Idee gekommen, über den Atlantik zu fliegen, auf den Mond zu fliegen?

Miriam: Was hat denn das mit Erwartungen zu tun? Das hat doch was mit Visionierung.

Florian: Wenn wir einfach zen-like im Leben sind und an der Stelle keine Wünsche, keine Ziele haben, sondern einfach nur so, alles was kommt, ist super.

Miriam: Ja, Wunsch und Ziel ist für mich was anderes als Abwarten. Das ist für dich was anderes? Voll.

Florian: Das ist was völlig... Weil in diesem Zen-like-Zustand hätte ich auch gesagt, dadurch, dass wir immer an das annehmen, was kommt, ist ja die Frage, habe ich dann überhaupt noch Ziele? Weil das Ziel passt ja eventuell auch nicht zu dem, was kommt. Dann bin ich ja auch in so einer komischen...

Miriam: Das war eine Frage, die habe ich im Internet dazu gelesen. Und zwar, wie sind das dann so mit Vorfreude oder Spannung?

Florian: Also, darf ich dann noch Erwartungen an Weihnachten haben? Die heißen da anders, ne?

Miriam: Ich glaube, das ist ein Wunschzettel.

Florian: Meine Erwartungsliste an den Weihnachtsmann.

Miriam: Wie geil. Da machen wir das irgendwie anders. Nur soll ich dir was sagen?

Florian: Lieber Weihnachtsmann, dieses Jahr erwarte ich von dir...

Miriam: Es gibt unerfüllte Erwartungshaltungen beim Beschenktwerden. Also gibt es schon. Auch was das Weihnachtsfest selbst angeht. Weil wir kennen das ja sogar zwischen Paaren, dass der eine sich irgendwie am liebsten irgendwo auf der Welt verstecken würde, wo es kein Weihnachten gibt. Und der andere so mit der ganzen Sippe am liebsten am Tisch hockt und Opa zum hundertsten Mal die Geschichte erzählen hört von Weihnachten 1950. Und wenn das eine oder das andere nicht erfüllt wird, gibt es ja sogar dann quasi auf der Sub-Ebene Kasala. Finde ich schon krass.

Die Landkarten von Welt: warum Erwartungen zu lose sind

Miriam: Ich habe, wie gesagt, wir wollen ja mal psychologisch gucken und die Psychologie im sozialen Bereich unterscheidet zumindest bei Erwartungen, dass, wenn wir die Erwartung an sich definieren würden, die ist ja vom NLP aus, das ist ja ein NLP-Podcast, betrachtet ist das eine Nominalisierung. Also ein Wort, was jeder irgendwie mit eigenem Zeug füllen kann. Deswegen war ja bei dir auch vorhin, oder wo wir beide gemerkt haben, ja Ziel hat bei mir jetzt gar nichts mit Erwartungen zu tun. Also und bei dir irgendwie schon.

Florian: So, das dürftest du für dich selber zu Hause auskaspern, was Erwartungen für dich bedeutet.

Miriam: Nur in der Psychologie, da gehen wir in eine andere Schleife und sagen, eine Erwartung ist oft etwas, was wir aus unserer Welt, also das, was wir aus unserer eigenen Sichtweise aufs Leben in andere hinein projizieren, ohne es ausreichend ausgesprochen und oder erklärt zu haben für die Welt des Anderen.

Florian: Das heißt, weil manchmal werden ja Erwartungen auch erfüllt. Richtig. Das heißt, da haben wir Glück gehabt, weil das, was wir dachten, wie jemand anders funktioniert, ist zufällig auch so wie jemand anders oder vielleicht auch unzufällig.

Miriam: Oder ist kongruent mit seinem Wertebereich, also dass zum Beispiel eben Müll runterbringen auch was Wertvolles ist für den anderen. Dass das zu seiner Welt auch dazugehört als feste Amtshandlung im Haushalt. Und wenn das nicht so ist, dann erklären das Menschen, also diese Erwartung, dass der Müll runtergetragen wird, scheint für die Menschen selbst so selbstverständlich, dass ein anderer das auch so fühlt, sieht, wahrnimmt, dass die das nicht ausreichend erklären. Und anders als zum Beispiel eine Vereinbarung, die einem Vertrag gleichkommt, ist die Erwartung hier zu lose. Also da ist zu wenig Verbindlichkeit drin.

Florian: Weil es ja schon praktisch ist. Also wenn es klappt, hat man natürlich Energie gespart. Hä? Im Vergleich zu einer Vereinbarung. Also wir haben weniger Aufwand reingestellt.

Miriam: Oder Menschen fangen an, an Gedanken lesen, Telepathie zu glauben. Ja, ich brauche nur denken.

Florian: Weil das ist nah dran, ne? Dieses, ich glaube, dass der andere das und das machen wird. Also wenn er das nicht merkt, genau. Oder wenn er das nicht merkt, das bedeutet, oh, da sind wir auch schnell drin, ne? Ja. Oh, das macht der dann absichtlich. Ja.

Miriam: Ja, um mich zu ärgern oder ist vielleicht einfach doof. Kann ja sein, also dass sowas dann passiert.

Florian: Ja, nicht brauchbar.

Miriam: Nicht brauchbar. Unser Gehirn möchte natürlich da auch dann eine Wertung machen und... Manche Menschen tun ja so, als könnten sie rational mit so Erwartungen umgehen. Nur in dem Augenblick, wo eine Erwartung nicht erfüllt ist, also es zu einer Enttäuschung kommt, was auch wieder so ein nebulöses Wort ist, dann haben wir ja Emotionen im Karton. Also unser System reagiert eben mit Emotionen auf Reize. Und an so einer Stelle sind ja selbst Kommunikationsprofis, wie jetzt auch Florian und ich, gefragt, mit uns selbst zu arbeiten. Ich kenne dieses Gefühl der Enttäuschung, wenn ich was erwartet habe und es passiert nicht. Ich kenne das auch im Vertriebskontext. Ich meine, es gibt riesen Erwartungen an jede einzelne TV-Verkaufssendung, die ich mache. Da gibt es einen Forecast. Das ist eine Zahl. Da ist ziemlich genau messbar, bin ich drauf, drunter oder drüber. Und alle um mich rum erwarten es und ich auch. Verstehst du, das ist eine Gruppenerwartung. Das ist noch viel schlimmer, finde ich.

Florian: Ich wollte eben schon mit einer Meta-Erwartung.

Miriam: Naja, es ist eine Gruppenerwartung. Da erwartet ein ganzes Rudel irgendwas. So wie wenn die ganze Family an Weihnachten erwartet, dass du, Florian, kommst.

Florian: Das ist ja schon ausgesprochen. Was fehlt dir da zu einer Vereinbarung?

Miriam: Also es gibt keinen Vertrag dazu.

Florian: Bei den meisten Vereinbarungen gibt es keinen konkreten Vertrag dazu. Und bei den Erwartungen an die Sendung ist es ja schon sehr konkret ausgesprochen, was das Ziel ist.

Miriam: Ja, und es gibt keinen Vertrag, der verbindlich festlegt, dass ich bestimmte Zahlen erreichen muss, sozusagen. Das gibt es nicht. Also es gibt es einfach nicht.

Florian: Nur das Enttäuschungsgefühl... Ich finde, das ist schon eine andere Art der Erwartung. Also wenn du das zusammenwirfst, ist das für mich eine andere... Also da ist ja schon konkret, da steht eine konkrete Zahl im Raum, da hat man drüber gesprochen, dann erreicht man die oder auch nicht.

Miriam: Ja, und der Unterschied ist, dass die Vereinbarung fehlt. Die denkt sich halt irgendjemand aus, der das gut kann. Also der denkt die sich nicht aus, sondern der berechnet die irgendwie.

Florian: Das heißt, wenn du im Prozess mit drin wärst, wärst du gut genug, oder wie?

Miriam: Wenn ich im Prozess mit drin wäre, genau, dann wäre es anders. Dann würden wir uns ja gemeinsam committen auf die Zahl, die wir erreichen wollen. Nur hier ist das nicht der Fall. Das ist so ein bisschen wie, was wäre anders? Also eine Vereinbarung im privaten Bereich zum Beispiel ist, wir verabreden uns auf ein Eis um 15 Uhr in der Stadt. So, dann ist das eine ganz andere Erwartungshaltung, die du haben darfst mir gegenüber, wenn ich nicht komme, wenn ich nicht erscheine um 15 Uhr und du stehst dir da irgendwie die Füße in. Da darfst du sie haben, weil wir gemeinsam beschlossen haben, ja, um 15 Uhr treffen wir uns. Also so würden wir das jetzt psychologisch betrachtet, sozialpsychologisch betrachtet, würden wir das unterscheiden. Deutlich.

Florian: Weil es explizit gemacht wurde und wir unsere beiden Landkarten mal abgeglichen haben und gesagt haben, ah okay. Dann kann es immer noch zu Missverständnissen kommen, ne?

Miriam: Sicher. Und wenn wir beide, also wenn sozusagen eine WhatsApp-Nachricht da steht, wo steht am 25.10. um 15 Uhr am Eissalon schwububbeldiwupp, dann ist das schon sehr wie ein Vertrag. Und dann besteht sozusagen auch eine viel höhere Verpflichtung von beiden Seiten, daran zu denken, abzusagen, falls es nicht klappt und so weiter. Also auch darüber zu sprechen und die Erwartungshaltung nicht auflaufen zu lassen, sondern wenn was dazwischen kommt, das zu kommunizieren und so weiter. Das wäre also sozusagen anders, wenn wir einen Haushaltsplan aufstellen würden.

Florian: Und würden sagen, Miriam trägt immer den Müll runter.

Miriam: Nee, Florian trägt immer den Müll runter.

Florian: Und das würde dann stehen und wir beide... Und wir beide würden sagen, Miriam trägt immer den Müll runter. Und wir unterschreiben es dann beide.

Miriam: Nee, wir würden beide beschließen, dass du immer... Ach, ist auch egal. Also wir würden das irgendwie gemeinsam entscheiden und es auch beide durchwinken. Also beide einvernehmlich sagen, das ist jetzt unser Plan für die nächsten vier Wochen.

Florian: Dann kann, auch bei sowas kann es schief gehen, ne?

Miriam: Kann schief gehen, nur dann könnte sozusagen eine, dann könnte, dann wäre diese Erwartungshaltung im Bereich, wir haben uns gegenseitig da auch, also wir dürfen uns mehr Feedback geben, ist eben größer. Ja.

Florian: Und auch berechtigter. Die Herausforderung ist, dass wir Erwartungen für alles mögliche verwenden.

Miriam: Das stimmt. Das durchmischt sich vollkommen richtig. Das Wort ist einfach an vielen Stellen völlig deplatziert. Ich kann sozusagen nicht erwarten, dass jemand ahnt, wie es mir gerade geht und dass ich wahnsinnig gerne frischen Pfefferminztee trinke. Außer, es ist Florian, kennt mich sehr gut.

Florian: Möchtest du ein Pfefferminztee haben?

Miriam: Nee, jetzt nicht.

Florian: Okay.

Miriam: Du weißt doch, was ich mag.

Florian: Jetzt, wo ich es gesagt habe, möchte ich es nicht mehr.

Miriam: Was? Nein, das war nur ein Beispiel. Mensch, lass mich euch immer auflaufen lassen. Ich meine diese unausgesprochenen Erwartungshaltungen. Ein gutes Beispiel, das ich in so einem sozialpsychologischen Pamphlet gefunden habe, war dieser Generationslag. Also, dass zum Beispiel ältere Menschen, und ich meine jetzt nicht mich, sondern noch ältere,

Florian: Oh, der Blick schon wieder.

Miriam: Lars Kugelges, Florian hat bestimmt gedacht, also die Miri. Nein, dass noch ältere Menschen als ich, sagen wir so 80-jährige Menschen, dass die generationsmäßig erwarten würden, dass bestimmte Umgangsformen ihnen gegenüber gezeigt werden. Eine ordentliche Begrüßung, respektvoller Umgang, das Anbieten eines Sitzplatzes, was auch immer. Und da ist eine viel jüngere Generation, also wo zwei, drei Generationen zwischenliegen, diese Art von Umgang miteinander schon längst nicht mehr lebt, dass das auch gar nicht mehr wichtig ist.

Florian: Ich kenne das aus vielen Firmen, in denen ich arbeite. Tatsächlich habe ich in einem Team, in dem ich arbeite, bin ich mit allen Paaren 20 per Du von Anfang an. Und eine Person gibt es, eine ältere, mit der ich per Sie sind, bin. Und... Fast alle im Team sind auch per si mit dir. Und bei allen anderen ist es so, du duzt den, okay, dann duzt mich auch. Also es gab nie eine Diskussion zu dem Punkt.

Miriam: Ja, also es gibt da ganz, also allein schon über Generationen oder wie sind Menschen aufgewachsen und so weiter, gibt es da unendlich verschiedene Erwartungen, die wir ja nur erfüllen können, wenn uns jemand aufschlaut. Das wäre so, wie wenn ich jetzt nach Japan reise und kenne bestimmte Riten im Umgang miteinander nicht und es erzählt mir auch keiner. Dann kann ich nur auflaufen sozusagen. Und diese Unterschiedlichkeit in den Welten von Menschen, die wird halt dramatisch unterschätzt, wenn wir diese unerfüllten Erwartungshaltungen betrachten. Also Menschen ticken verschieden, haben unterschiedliche Sachen gelernt, haben unterschiedliche Wichtigkeiten in ihrem Leben erkoren. Über ihr Wertesystem zum Beispiel. Also was ist Florian wichtig im Haushalt, was ist mir wichtig im Haushalt. Über den Müll haben wir uns ziemlich gut committed, das läuft. Also bei uns vergammelt zumindest selten was.

Das Sockenexperiment

Miriam: Nur, ich habe zum Beispiel mal ein Experiment gemacht, das ist sehr spannend, das erzähle ich normalerweise in einem anderen Kontext, nur hier passt es auch super. Und zwar habe ich mich häufig geärgert darüber, dass ich die Einzige bin, die Wäsche, wenn sie getrocknet ist, also ich wasche nicht als Einzige, nur Wäsche, die getrocknet ist, vom Ständer nimmt, die zusammenlegt und in den Schrank sortiert. Bügeln habe ich schon gelassen, nur das mache ich noch. Und ich dachte, das ist so Grundqualität von menschlichem Zusammenleben, dass Wäsche nicht überall in Wäschekörben in der Wohnung sauber getrocknet rumsteht. Irgendwann habe ich mich so frustriert gefühlt, dass ich dachte, jetzt lasse ich es einfach drauf ankommen. Ich räume meine Sachen in den Schrank und die von den drei Kerlen, die lasse ich einfach in den Wäschekörben. Die sind sauber, die sind gewaschen, die sind trocken, nur ich rühre die nicht an. Und irgendwann... wird die Sockenschublade fucking leer sein. So und der Tag kam, also der Morgen. Ich sitze am Tisch mit meiner Tasse Kaffee und weiß, der Erste, der jetzt seine Schublade aufmacht, wird keine Socken finden in der Schublade. Und das war Florian. Florian macht seine Schublade auf, guckt mich schon an und sagt, wo sind denn die Socken? Und ich zeige auf fünf verschiedene volle Wäschekörbe mit gewaschener Wäsche, die in unserer Wohnung rumstehen, sag da und da und da links und da vorne und im Treppenhaus steht auch noch eine. Und dann geht der völlig ohne mit der Wimper zu, der hat nicht mal eine Augenbraue hochgezogen. Das ist aber unglaublich. Geht der zu einem der Wäschekörbe, zieht sich zwei unterschiedliche Socken raus, zieht die an und geht zur Arbeit. Und genau das gleiche Theater hatte ich mit den beiden Jungs, nämlich keins. Das war der Hammer. Ich sitze da und denke, jetzt kommt der Aufschrei, jetzt kommt die Wut-Explosion, der Vulkanausbruch. Endlich werden sie merken, was es bedeutet, mit Mutter herumzumessen. Und dann passiert eben nichts. Die sind völlig entspannt, alle drei, mit nicht zusammen passenden, aber sauberen Socken, einfach losgezockelt. Es hat sich nicht mal einer beschwert. Es war nicht mal ein so-kann-ich-nicht-arbeiten-Ding da drin. Und das hat mich zutiefst geschockt. Dann waren die alle weg. Dann saß ich mit meinem Kaffee am Tisch und habe die bittere Erkenntnis in mir bewegt, dass ich offensichtlich die Einzige bin, der es wirklich was bedeutet, dass dieses Zeug im Schrank liegt. Das war wirklich bitter. Ich weiß nicht, ob es irgendeiner außer mir schon mal wirklich durchgezogen hat. Nur diese Erkenntnis war bitter. Diese Art von Umgang mit Wäsche ist nur in meinem System verankert. Nur bei mir. In diesem Rudel. Auf der anderen Seite, als ich dann zehn Minuten lang abgeraucht war sozusagen, habe ich dann festgestellt, dass wenn ich gerne möchte, dass die Wäsche einsortiert im Schrank liegt, dass das offensichtlich für den Rest meines Lebens bei mir bleiben wird und dass das okay ist. Weil es gibt andere Dinge, die dem Rudel wichtig sind, die ich hier dann besser erwarten kann, als dass irgendeiner von sich aus an den Korb marschiert und Wäsche zusammenlegt. Und wenn ich möchte, dass das jemand anders macht, dann darf ich das wahrscheinlich mehrfach adressieren oder als Vereinbarung in dieses Rudel reinstecken. Sehr explizit. Und diese Explizitiertheit, die fehlt bei ganz, ganz vielen unerfüllten Erwartungen.

Die Tipps: Verschiedenheit, Wünsche äußern, Verbindlichkeit schaffen

Miriam: Jetzt sind wir nämlich auch bei Tipp 1. Oder anders. Wir kommen jetzt zu den Tipps. Wir haben ja auch kurz über den Wunsch noch gesprochen. Denn ein Wunsch ist was anderes als eine Erwartung, wenn wir die Begrifflichkeiten mal wirklich genau unter die Lupe nehmen. Bei einem Wunschzettel an Weihnachten zum Beispiel oder am Geburtstag ist nämlich dem Autor des Zettels völlig klar, dass nicht alles in Erfüllung gehen wird, sondern etwas davon. Das macht auch das Sortieren leichter. Weil dann können wir sozusagen die Wünsche alle mal lesen und dann überlegen, wenn jetzt das Christkind random macht, und halt irgendwas davon zieht. Und es ist das nicht dabei, wäre es schade. Und da habe ich meine Einkaufszettel schon gekürzt, meine Wunschzettel an Weihnachten als Kind, weil ich dachte, so vier, fünf Geschenke bekomme ich auf jeden Fall. Ja? Ja. Zwei von Eltern, eins von Oma eins, eins von Oma zwei. Weißt du, da bin ich dann so im Kopf so durch. Eins von Tante. Also fünf Geschenke haben wir. Dann streiche ich einfach die Sachen, die prio weniger sind. Und wenn dann einer... Hat super geklappt. Dann habe ich alles bekommen. Dann habe ich alles bekommen. Das ist einfach eine Taktik, umzugehen damit. Nur Wunsch ist eben was anderes als Erwartung. Tipp 1 liegt genau darin, was ich eben gesagt habe, wenn es um diese Wäsche zusammenlegen geht. Das ist dieses entspannt Verschiedenheit von Menschen anzuerkennen.

Florian: Im Kommunikationsmodell, was wir lehren, das neurolinguistische Programmieren, da würden wir das wahrscheinlich wirklich über die verschiedenen Landkarten von Welt erklären. Also dass es eben sehr unterschiedlich ist, was wirklich notwendig ist und was nicht.

Miriam: Was Menschen für wichtig halten.

Florian: Also es ist immer noch ein totales Rätsel für mich. Es gibt Menschen, die ihren Ketchup auf dem Küchentisch lagern. Also den Ketchup nicht in den Kühlschrank stellen. Ich mache immer mal wieder die Frage, auch in unseren Seminaren, weil es gibt Menschen, für die gehört es nicht in den Kühlschrank, obwohl da drauf steht, gekühlt lagern. Und für die ist das ganz normal. Das gehört zu deren Welt.

Miriam: Da ist Essig und Zucker drin, das ist haltbar, weißt du?

Florian: Ja, genau. Also wahrscheinlich passiert da in den ersten zwei Wochen nichts. Ja. Und wir tun immer so, oder es fühlt sich so richtig an für mich, die Art und Weise, wie ich Dinge tue. Ja. Das ist genau der richtige Weg, die Dinge zu tun und die bittere Erkenntnis oder eigentlich die süße, tomatige Erkenntnis, die für mich in der Ketchup-Flasche steckt, ist, dass das allen anderen Menschen auch so geht.

Miriam: Und ich glaube, dass das schon ein ganz schöner Schritt ist, anzuerkennen, dass zum Beispiel, also wenn wir bei dieser Hochzeitstagnummer bleiben, dass das vielleicht für den einen wirklich ein ganz wertvoller Tag ist, den es gilt zu zelebrieren und darüber nachzudenken, wie das war und für den anderen, das nicht so eine Relevanz hat angesichts der übrigbleibenden 300, wie viele Tage hatten wir? 65. 65 Tage. Wenn wir das Glück und die Freude haben, einen Partner zu haben, der bei uns bleiben möchte, die wir genauso feiern sollten, weil jeder Tag ist ja krass. Also jeder Tag, an dem ein Mensch freiwillig bei dir ist, einfach weil du so bist, wie du bist, ist ja geil. Und jetzt ist es wirklich wichtig, diesen einen Tag zu feiern, so ein bisschen wie Muttertag auch. Also möchte ich an einem bestimmten Tag gefeiert und ansonsten vernachlässigt.

Florian: Ist das die Wahl? Das ist ja eine falsche Akkorde.

Miriam: Ja, das stimmt. Nur ich habe es mal als krasses Beispiel in den Raum geholt, weil beide Sichtweisen wären verständlich. Das explizit dann auszusprechen, da kommen wir gleich noch zu, ist dann sozusagen Tipp 2. Ich schiebe mal einen Tipp dazwischen. Das ist wieder Wünsche äußern lernen. Menschen machen anderen häufig ihre Wünsche nicht wirklich klar. Und da liegt schon einer der Knackpunkte drin, kommunikativ, die wir bei Erwartungen haben.

Florian: Falls du noch nie bei einem unserer Facebook Lives dabei warst, würde ich dich mal einladen, dir einfach nur mal den Schluss anzuschauen. Weil da steckt für mich sehr viel drin, da habe ich von Miriam wahnsinnig viel gelernt, wie einfach es ist, Wünsche erfüllt zu bekommen, wenn wir sie äußern. Miriam hat in der Gruppe mal transparent gemacht, dass sie Applaus sehr gerne mag. Und jetzt ist am Ende jeden Facebook-Lives geht so eine Applaus-Salve durch die Kommentarzeilen auf Facebook durch. Und das ist ja so ein Wunsch. Miriam freut sich immer wie so ein kleines Kind, wenn das passiert.

Miriam: Ich habe gerade daran gedacht und habe schon wieder Freude in den Knochen. Ja, ist total lustig. Ja, voll gut.

Florian: Und das ist so einer der Wünsche, die dir, glaube ich, regelmäßig erfüllt wird, Äußere deine Wünsche, ist der Trick. Wirklich. Ja. Sag, was dir guttun würde und die anderen Menschen an der einen oder anderen Stelle erfüllen sie dir einfach.

Miriam: Ja, manche Menschen tun das dann einfach. Und das ist total...

Florian: Manchmal ist es ja, also ich kenne das von mir auch, manchmal sagt jemand, oh, könnten wir das bitte so und so machen? Und ich denke mir, ja okay, dann machen wir das halt so und so. Also auch null Präferenz an bestimmten Stellen, ne?

Miriam: Ja, genau. Manche Sachen sind einfach nicht so wichtig.

Florian: Also mir nicht so wichtig? Ja. Bei Firmentrainings habe ich das zum Beispiel. Manchmal meldet sich am Anfang jemand vorsichtig und sagt so, ich habe nachher um 10.15 Uhr, könnten wir da bitte eine Pause machen? Und klar können wir um 10.15 Uhr eine Pause machen. Wenn es euch wichtig ist, wann wir eine Pause machen, machen wir eine Pause da, wo ihr es gerne hättet. Wenn es euch unwichtig ist, dann machen wir eine Pause da, wo es sich gut ergibt. In die eine oder in die andere Richtung. Geht beides.

Miriam: Und gut, dass jemand drüber gesprochen hat, weil sonst wäre es ein Glücksspiel gewesen. Auf was findet der Trainer so?

Florian: Und an der Stelle Gedanken lesen, also wann es gut wäre, eine Pause zu machen für die Teilnehmer, keine Ahnung.

Miriam: Florian und ich sind ja auch ein Stück weit in unserem Element, wenn wir dozieren. Habt ihr vielleicht schon gemerkt. Ja, also Wünsche äußern, so Tipp 1 war Verschiedenheit akzeptieren, Tipp 2 war Wünsche äußern, üben und Tipp 3 dann eine Verbindlichkeit schaffen, die beide verstanden haben.

Florian: Wenn es wichtig ist.

Miriam: Wenn es wichtig ist, genau. Also wenn dieser Hochzeitstag eine Wichtigkeit hätte, wenn dieser Müll, der runtergebracht wird, zum Wertesystem gehört, dann ist es wichtig, das dem anderen Menschen klipp und klar zu machen und zwar so, dass es… Dass es dann zu einer verbindlichen Vereinbarung kommt, an die beide sich zumindest dahingehend halten, dass dann der, der es nicht tut gerade, auch Bescheid zu sagen hat. Das heißt, es gibt zumindest ein bewusstes dran denken plötzlich. Und ich glaube, dass das wirklich hilft. Also für die, die noch kein NLP können und sich noch nicht so in diesen ganzen Wortgewandtheiten bewegen.

Florian: Damit ersparen wir uns den Rest in der Kommunikation und erleichtern uns das Leben so sehr, weil plötzlich an der einen oder anderen Stelle kommt halt raus, wow, achso, das, was gemeint ist, voll gut.

Miriam: Wenn ich weiß, was in meinen Sendungen von mir erwartet wird, also an Umsatz, dann habe ich sogar den Eindruck, ich bin eine Vollblut-Vertrieblerin. Ich liebe es zu verkaufen. Und wenn ich weiß, wo es hingehen soll, dann kann ich mich sogar regelrecht darauf programmieren, habe ich den Eindruck. Wenn mir das niemand sagt, dann schwimme ich halt irgendwo im Universum rum.

Florian: Dann kann ja erst dieser Send-Zustand eintreten.

Erst durchatmen, dann reden — und Großzügigkeit

Miriam: Und wenn jetzt die Enttäuschung, also der Frust entstanden wäre schon, also diese unschönen Gefühle, was nicht passiert, was wir erwartet hätten, dass es passiert, dann empfehlen wir dringend, erstmal durchzuatmen. Aufgrund auch deines Wissens, was du jetzt nach diesem Podcast hast vielleicht und für so eine Verabredung oder Vereinbarung mit einem anderen Menschen, bitte einen ruhigen Moment abwarten. Nicht im Eifer des Gefechts, also wenn sowieso gerade irgendwie der Müllstreit entbrannt wäre, früher der große. sondern warten, bis beide mal wieder entspannt zusammensitzen oder auch das Team oder um was es auch immer geht und dann das Thema aufs Tablett bringen und dann zusehen, dass es eine einvernehmliche Verständniserklärung gibt, so wie wenn wir uns an der Eisdiele verabreden. Also genau so.

Florian: Das ist dann auch gut, weil wir können so viele Erwartungen über den Tag hinweg haben, die unausgesprochen sind, nur wenn es dann verbindlicher wird, dann ist klarer, was zu tun ist und es sind vielleicht nicht so viele. Sondern es sind die, die uns wirklich wichtig sind. Also was ist dir denn wirklich wichtig im Leben und worauf kommt es an? Und welche Teile von irgendwelchen Sachen, die andere Menschen tun, kannst du einfach abhacken unter du bist großzügig mit den anderen um dich herum. Und wenn du liebevolle und nette Menschen um dich hast und die sich seltsam verhalten, dann ist das ja vielleicht eher ein Grinsen oder ein Schmunzeln wert. Und beim nächsten Mal ist vielleicht ja schon ganz anders.

Miriam: Denkt dran, am 26.11.2021 erwarten wir Großes. Was erwarten wir denn da? Am Black Friday. kontext*denken macht wieder Black Friday. Da gibt es noch mehr Informationen zu. Jetzt erst mal das Datum genannt, damit sich alle committen können.

Florian: Hätte ich den Werbeblog ankündigen müssen? Werbeblog.

Miriam: 26.11. ist auch bei uns wieder Black Friday! Und am Black Friday, da gibt's bei uns, da purzeln die Seminarpreise ins Bodenlose! Was?

Florian: Darüber reden wir nochmal.

Miriam: Achso. Oh, stimmt, Florian ist der Geschäftsführer. Hab ich jetzt halt.

Florian: Ich mach die Buchhaltung.

Miriam: Da, schon wieder eine Erwartung verpufft. Ihr seht, entspannt und vielleicht ein bisschen fröhlich.

Florian: Ihr hört. Ich nehm die mal. Wir freuen uns drauf, euch wieder zu sehen.

Miriam: Ja, ich glaube, Facebook geht wieder. Ciao. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss bis nächste Woche. Bis zum nächsten Podcast.

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