NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 205

Einsiedlerkrebs oder Partykracher?

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In dieser Folge

Darum geht es

Können diese beiden „Typen“ sich verstehen? Ist das gesellige Verhalten angeboren und das „Lieber allein sein“ auch? Können Einsiedlerkrebse sich umerziehen? Damit sie ENDLICH mehr socializen? Und andersherum auch? Oooch, ein bisschen was geht da sicherlich. Nur – wozu? Wenn Du für ein solches Training keinen triftigen Grund in Dir selbst hast, lieber Hörer, dann würden wir mit dem Blick durch die NLP Brille heraus eine These haben. Und die lassen wir mal hintenanstehen – in dieser Podcast-Folge. Denn uns interessiert in den 30 Minuten, die unsere Podcast-Sendungen in etwa dauern, eher, was Du unmittelbar tun kannst, wenn Dein/e Partner/in das eine oder das andere ist und Dich für das Gegenteil hältst. Denn – unter uns Gebetsschwestern (und -brüdern) – es gibt diese Pole nun mal in Beziehungen, in Freundschaften oder in Familien. Ja, sogar in Kollegenkreisen kann eine solch unterschiedliche Verhaltensweise zu Konflikten führen und dann ist guter Rat vielleicht in der Kommunikation darüber verborgen. Florian und Miri geben in diesem Podcast einige Tipps für den Umgang mit der Tatsache, dass einer Seite in einer Beziehung vielleicht sehr gerne „unterm Volk“ ist und die andere nicht so gerne. Und da es sich bei diesem Thema nicht um ein tödliches Dilemma handelt, sondern lediglich um zwei unterschiedliche Vorlieben, kannst Du, und das ist die gute Nachricht, tatsächlich direkt etwas dafür tun, dass beide Seiten sich gut aufgehoben und wahrgenommen fühlen. Miriam und Florian erzählen von eigenen Erfahrungen: von der Beziehung, in der einer sich auf Partys unwohl fühlte, von der Freundin, die jedes Wochenende die Wohnung voller Gäste hat, und von der Frage, warum Florian Menschen am liebsten „zweckgebunden“ trifft. Es geht um introvertiert und extrovertiert in Partnerschaft, Freundschaft und Team, um das Ende des „Du musst dich ändern“ und die Idee, Verschiedenheit wie ein gut aufgestelltes Team zu nutzen. Konkret wird es beim Abgleich gemeinsamer Paarziele, einer Prise Humor und der Szene mit der Kindergärtnerin und ihrem Satz „Vielfalt ist ein Geschenk“.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. 205, 208 und eine Party mit Feldern
  2. Das eigentliche Thema: den anderen ändern wollen
  3. Party mit 80 Gästen und Aftershow-Fluchten
  4. Verschiedenheit als Teamvorteil
  5. Gemeinsame Ziele, eine Prise Humor und Entspannung
  6. Vielfalt ist ein Geschenk

Der eine will das Wochenende voller Gäste, die andere sehnt sich nach einem stillen Abend auf der Couch. Was, wenn beide zusammenleben — oder befreundet sind, oder im selben Team arbeiten? Miriam und Florian nehmen sich das gesellige und das zurückgezogene Naturell vor und fragen nicht, wer sich ändern muss, sondern was du konkret tun kannst, wenn du und dein Gegenüber da unterschiedlich ticken.

205, 208 und eine Party mit Feldern

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Also es wäre doch mal was, wenn wir die 208. Podcast-Folge, die feiern wir.

Florian: Bei welcher sind wir denn überhaupt?

Miriam: Da fragst du mich was, 205?

Florian: 204, 205?

Miriam: 205. Wenn wir die 208. Podcast-Folge groß feiern, weil das ist ja schon krass, also vier Jahre jede Woche eine Podcast-Folge, wir sind schon ganz schön unterwegs. So, wenn wir das richtig groß feiern, dann gibt es ja eine Überraschung für unsere Hörer, ist klar, als Dankeschön. Echt? Erzählt das ruhig weiter jetzt schon, dann bekommen wir noch mehr Hörer.

Florian: 205.

Miriam: Ja, so war ich doch gut. 205. Folge, das heißt in drei Folgen feiern wir ganz groß vier Jahre kontext*denken-Podcast, die zwei Gehirne der NLP-Podcast mit Miriam Deforth.

Florian: Indem wir irgendwas ganz anderes machen und das Format wechseln oder was auch immer.

Miriam: Was auch immer Florian da noch einfallen wird, sieht ihm ähnlich. Und da können wir doch mal das Haus voll machen. Weißt du, was ich meine? Da können wir doch mal eine richtige Party steigen lassen.

Florian: Jetzt ist leider gerade nicht die Zeit dafür, Meri.

Miriam: Mit Abstand. Wir haben ja große Räume. Wir können doch jedem so ein Feld einzeichnen, wo der oder diejenige...

Florian: Wo er oder sie stehen darf.

Miriam: Und es gibt Felderwechsel ab und zu. So wie so Speed-Dating. Dass jeder mit jedem mal gequatscht hat. Dass jeder jeden kennengelernt hat. Smalltalk. Smalltalk üben.

Florian: Ich fände das lustig. Ja, gut. Haben wir ein Thema heute oder ist es eher so...

Miriam: Ja, das Thema heißt Einsiedlerkrebs oder Partykracher.

Florian: Gut, also haben wir kein Thema.

Miriam: Wie, wir haben kein Thema? Wieso haben wir kein Thema? Das ist ein wichtiges Thema.

Florian: Wer will denn hier Partykracher sein?

Miriam: Du meinst, niemand von unseren Hörern ist gesellig und mag es gerne, wenn Gäste da sind?

Florian: Von unseren Hörern vielleicht schon, dann können die ja in den...

Miriam: Wir haben sogar ein Teammitglied, das ziemlich gesellig ist. Wir beide sind so, also ich weiß nicht, ich glaube, ich bin so in der Mitte. Oder nee, ich bin nicht in der Mitte, ich habe Tendenz.

Florian: Ich glaube auch nicht, dass du in der Mitte bist.

Miriam: Also wir wollen ja jetzt auch keine Psychoanalyse hier von uns beiden da irgendwie preisgeben, das wäre ja auch nicht in Ordnung, finde ich.

Florian: Nee, nur klar machen, worüber wir reden, also aus welcher Perspektive wir reden, weil es ist ja immer relativ.

Miriam: Das stimmt, das stimmt. Für so einen geselligen Menschen, der jedes Wochenende am liebsten sein Haus voll hätte, ist das glaube ich, was ich mache, immer noch Einsiedlerkrebs. Ja, glaube ich auch. Warum überhaupt dieses Thema? Ich meine, es gibt welche, die sind total gesellig, es gibt welche, die würden sich ihr ganzes Leben auch alleine sehr gut vergnügen und amüsieren.

Das eigentliche Thema: den anderen ändern wollen

Florian: Ich glaube, das Thema existiert nur, weil die einen den anderen sagen, du musst dich ändern.

Miriam: Ja. Das ist unser Thema heute.

Florian: Was du musst dich ändern.

Miriam: Dieses nach außen hindern.

Florian: Verändere dich.

Miriam: Den anderen verändern wollen. Also ich hatte schon eine Beziehung in meinem Leben, wo das ganz krass war. Also wo ich wirklich, da wäre ich die geselligste Person der Welt gewesen im Vergleich zu diesem Mann. Und es war auch, also es artete tatsächlich, auch wenn dieser Mann dann mal mitgegangen ist auf eine Geburtstagsparty oder wir Gäste hatten, gab es meistens sogar Stress dann irgendwann.

Florian: Ja.

Miriam: Ja, weil der auch wirklich Leute angegangen ist oder sich sehr schlecht benommen hat oder eben alleine irgendwo in der Ecke saß und alle mich dann fragten, ob es ihm gut geht. Was auch eine seltsame Situation ist. Also wenn einer so überhaupt nicht socializen mag. und dann auf eine Party geht. Am besten noch mit Menschen, die wir kennen. Weißt du, bei so einem Promi-Empfang oder so, wo ihr alle irgendwie anonym hübsch da rumstehen, das ist wurscht. Ich glaube, das hat dem sogar noch mehr Spaß gemacht, weil da konnte er sich halt mit einem guten Glas Champagner irgendwo hinstellen und niemand hat ihn beachtet, weil er sich nicht aufgespielt hat. Nur bei so Events, wo dann Freunde zusammen sind und alle erwarten auch so, dass man sich mal austauscht, was auch immer das heißt.

Florian: Und das kann ich tatsächlich nachvollziehen. Und es geht nicht um mich. Es geht nicht um dich, es geht generell um Menschen. Weil ich glaube, aus der Außenposition von manchen von unseren Kunden wirke ich auch schon so.

Miriam: Ja, wobei ich finde, dich beobachtend und mit dir zusammenlebend, finde ich, du hast einen sehr, sehr netten, liebevollen, achtsamen Umgang mit anderen Menschen.

Florian: Ich mag das total gerne zweckgebunden mit Menschen was zu tun. Und wenn es keinen Zweck gibt, dann mag ich es auch total gerne nichts mit Menschen zu tun.

Miriam: Ja. Das darfst du jetzt ein bisschen übersetzen, glaube ich.

Florian: Also ich habe den ganz, durch meinen Beruf habe ich, zumindest bis vor zwei, drei Monaten, war ich regelmäßig bei unterschiedlichsten Kunden und hatte über die Woche hinweg 60, 70 zum Teil fremde Menschen. In Trainings drin, die ich dann über den Tag hinweg begleitet habe und wo ich voll zur Verfügung stand und alle, wo wir sehr viele Arbeitsfreunde gemacht haben. Und das macht mir tatsächlich dann auch eine große Freude. Und da lässt sich relativ schnell, das fällt mir sehr leicht, dann Kontakt aufzubauen und eben über dieses Thema was zu machen. Und wenn ich abends nach Hause komme, dann mag ich es einfach, meine Kopfhörer aufzusetzen und ein Buch zu lesen.

Miriam: Und das stimmt. So jetzt ist es ja, das Thema wäre ja kein Thema, das hat Florian eben schon angedeutet, wenn es nicht zum Beispiel Beziehungen gäbe.

Florian: Also wenn es die nicht gäbe, die es falsch machen. Ja stimmt. Wenn es die Partykracher nicht gäbe, gäbe es überhaupt kein Problem. Wenn keiner eine Party machen würde, gäbe es niemanden, der hingehen muss, um sich dann dort schlecht zu benehmen oder zu langweilen.

Miriam: Das ist doch mal ein Aufruf jetzt.

Florian: Liebe Hörer dieses Podcasts.

Miriam: Und es würde mich nicht wundern, wenn die paar wenigen Freunde, die wir haben, uns jetzt auch nicht mehr einladen.

Florian: Doch Miriam macht das tatsächlich viel Spaß. Ja, das stimmt. Und ich erinnere mich, es gibt in bestimmten Zeiten, in bestimmten Firmen, in denen ich gearbeitet habe, mit bestimmten Teams zusammen, war ich regelmäßig abends unterwegs. Einen sehr, sehr guten Freund habe ich aus der Zeit tatsächlich auch noch. Wir treffen uns unregelmäßig regelmäßig, geben auch Trainings zusammen und bei dem war ich regelmäßig abends zu Hause und wir haben abends noch was gemacht.

Miriam: Ja, noch was gemacht. Also da ist dann schon wieder so dieses, ihr hattet was in eurem Kopf Sinnvolles miteinander zu tun. Also sich nur irgendwo zu treffen, um mal zu quatschen und manche machen das ja mit so einem Feierabendbier. Florian, wirklich, also nur wenn er muss. Also es ist kein Anreiz da drin.

Florian: Wobei es dann auch geht. Also ich erinnere mich dann auch daran, dann habe ich da eine Weile Spaß, nur inzwischen habe ich eben gemerkt, grundsätzlich ist das nicht das, wie ich meine Lebenszeit verbringen möchte.

Miriam: Ja, ich sag ja. Also wenn da ein höherer Zweck hinter ist, dann kann Florian da auch Spaß generieren. Das stimmt, deswegen ist es so angenehm mit einem Einsiedlerkrebs wie Florian zusammen zu sein. Der deutlich ab und zu mal seine Einsiedlerkrebs-Fühler ausstreckt, um eben doch auch die Außenwelt wahrzunehmen. Und als NLP-Trainer bleibt uns ja auch gar nicht viel anderes übrig. Also wenn da bei dir nicht ein Spurinteresse am Verhalten von anderen Menschen wäre... Ich finde andere Menschen großartig. Ich weiß. Solange sie dich in Ruhe lassen.

Party mit 80 Gästen und Aftershow-Fluchten

Florian: Zum Beispiel. Wir hatten bei, wir haben ja im Januar und vielleicht, falls du ganz neuer Hörer dabei bist, weißt du das noch gar nicht, im Januar haben wir einen Hattrick gemacht. Am 2. Januar.

Miriam: Das stimmt, das ist so eine ganz klassische Florian-Aktion. Damit sind übrigens die nächsten Partys für die nächsten 10 Jahre erledigt.

Florian: Weil wir haben geheiratet, ich hatte Geburtstag an dem Tag und wir haben unsere NLP-Akademie eröffnet. Und ich hatte einen Heidenspaß, wir hatten bestimmt 80, das dürften ja noch 80, 90 Leute in den Räumen über den Tag hinweg. Also es war wirklich voll, wir haben einen Teil auch so ein bisschen vortragig gemacht und dann sehr viel socialisen und essen. Es gab leckeres Essen. Ja, es gab sehr tolles Essen. Extra Sushi bestellt.

Miriam: Also wir haben richtig mal eine Party veranstaltet. Was uns beiden gar nicht so... Und um 10 Uhr? Um 22 Uhr hatten wir die Einladung geschrieben ans Schluss. Da werden sich jetzt einige unserer Hörer vor die Stirn kloppen. Das hätten wir ja von der Miri nicht gedacht.

Florian: Von der Miri nicht, beim Florian schon.

Miriam: Bei dir glaube ich auch. Und bei mir ist es oft eine Überraschung gewesen in meinem Leben. Wir hatten das ja schon mal in dem Podcast zu introvertiert in der Folge. dass viele Menschen, die mich auf Bühnen erlebt haben früher, live mit meiner Band oder auch bei anderen Events, so aufgrund des Auftretens dort eben dachten, dass ich voll die Partymaus bin. Also dass ich gut und gerne für die Aftershow-Party zu haben bin. Und ich war wirklich froh, wenn ich da nicht hin musste. Also wenn es keine Ansage vom Veranstalter oder vom Kunden gab, dass da Anwesenheitspflicht ist. Dann habe ich direkt nach dem letzten gesungenen Ton oder nach meinem letzten Wort auf der Bühne, habe ich meine Tasche gepackt und war weg.

Florian: Genau.

Miriam: und ich war so glücklich über jedes Wochenende, dass ich einfach zu Hause mal hatte, weil die meisten Events natürlich am Wochenende stattgefunden haben und ich jedes Wochenende von Donnerstag bis Sonntag irgendwie massenweise Menschen vor mir hatte auf der Bühne und es... Das Singen oder das Bespaßen, so wie bei Florian, oder auch das dann die Party anleiten oder das, was auch immer da von mir gefordert war.

Florian: Großartig, ne. Da ist auch eine Bereistung und eine Energie da bei mir.

Miriam: Voll. Und ich war da oder bin da ja auch nach wie vor richtig gut drin. Und wie gesagt, privat brauche ich das keinen Meter. Keinen Meter. Super dankbar, wenn ich mit Florian einfach hier mal auf der Couch liegen und einen Film gucken kann. Crazy.

Florian: Wenn wir dann aufeinander einschlafen, weil endlich mal so... Gerade nichts zu tun.

Miriam: Und nichts zu reden. Und die Herausforderung da drin, also wir haben keine, Florian und ich als Paar, weil wir da eben sehr ähnlich ticken. Und weil ich Florian samstagsabends garantiert nicht frage, ob wir irgendwie Clubbing machen. Und auch keine Bedürfnislage.

Florian: Wäre mal lustig.

Miriam: Jetzt ernsthaft.

Florian: Ja, einmal im Jahr.

Miriam: Jetzt ernsthaft. Wir haben das noch nie gemacht. Wir sind verheiratet, wir sind seit sechs Jahren zusammen, wir haben das noch nie gemacht.

Florian: Das stimmt und ich finde es gut, das grundsätzlich zu können, finde ich ganz witzig und ich glaube, das letzte Mal, dass ich in einer Disco war, ist wirklich lange her. Achso, jetzt bin ich jetzt zu alt.

Miriam: Deswegen hat das auch nur gesagt. Genau, also wo ist sozusagen die Herausforderung und was hat das mit einem NLP-Podcast zu tun? Weil du könntest ja jetzt, also die entspannteste Einstellung dazu wäre ja, wenn das in Paaren oder in der Familie oder in WGs oder unter Freunden so wäre. Das einfach jeder sagt, so wie in Köln, jeder Jeck ist anders.

Florian: Ja, Tatsache.

Miriam: Lassen wir die Leute halt in Ruhe. Also den einen lassen wir in Ruhe zu seiner Party gehen und machen keinen Stress, wenn er erst um drei Uhr morgens nach Hause kommt. Und den anderen nehmen wir nicht mit hin. Oder die andere. Weil da gibt es keine Geschlechterverteilung. Manche Frauen glauben ja, dass es nur männliche Einsiedlerkrebse gibt. Das ist nicht der Fall. Das ist immer wieder erstaunlich, wie sehr Menschen die Welt so aus ihrer Perspektive betrachten wollen. Also die gibt es überall, bei allen Geschlechterarten und sozusagen kritisch wird es immer nur dann, wenn da zwei sich gefunden haben oder wenn es eben Verbindungen gibt, wie gesagt auch bei Freundschaften, wo der eine das unheimlich liebt, am liebsten jedes Wochenende das Haus voll, wir haben eine Freundin oder eine Bekannte, seit ich die kenne und ich kenne die jetzt seit fast 20 Jahren, ist jedes Wochenende bei denen irgendein Event, die lässt sich in meiner Welt, aus meinem Blickwinkel lässt die sich jedes Wochenende die Wohnung zerlegen. Also die lässt da 20, 25, 30 Leute rein oder mehr und die Küche ist open, da ist Küchenparty, noch während sie irgendwelche Crepes macht oder so, stehen da alle drumrum, jetzt natürlich nicht bei Corona, nur so war das eben vorher immer und die liebte das, die liebte das. Und ich bin dann sozusagen, weil ich sie wirklich mochte und ich mochte lieber zweierlei, also mit ihr zu zweit allein irgendwo zu sein und in Ruhe reden zu können. und dann bin ich halt da hingegangen, weil es die einzige Möglichkeit war, sie zu treffen. Und weil sie mich auch irgendwann sonst geschimpft hat, wenn ich nicht so einmal, zweimal im Jahr dabei war bei diesen Events. Und da entstehen, da ist tatsächlich, also früher viel mehr als jetzt, war da eben ein Konfliktpotenzial drin, weil sie dann tatsächlich auch offen mit mir sprach irgendwann und sagte, ich habe dich jetzt zum achten Mal hintereinander eingeladen, du kommst dann nicht und also das war für sie ganz, ja.

Florian: Gut, dann sind wir jetzt fertig.

Miriam: Ich finde es gerade zu traurig, um fertig zu sein.

Florian: Ja, was machen wir denn dann? Was ist grün und schaut durch Schlüsselloch?

Miriam: Ein Spionat.

Florian: Das stimmt.

Miriam: Ja, da gibt es noch einen mit sowas, schaut durch Schlüsselloch. Habe ich vergessen.

Florian: Was ist gelb und schaut durch Schlüsselloch? Eine Spanane.

Miriam: Ja, den meine ich. So, was machst du denn jetzt?

Verschiedenheit als Teamvorteil

Florian: Also das Erste ist, wenn dir das Spaß macht in die eine oder in die andere Richtung, dann mach das halt so.

Miriam: Ja, das empfehlen wir dringend. Also tu das, was dir gut tut und was dir Freude macht. Was ist denn, wenn da jetzt immer so eine nörgelnde Partnerin oder ein nörgelnder Partner hockt?

Florian: Also tatsächlich kenne ich auch andere Beispiele. Eine gute Freundin, seit die ein kleines Kind bekommen haben, passt er regelmäßig auf ihre Tochter auf und sie geht in die Altstadt und feiert. Also so wie vorher auch schon. Nur vorher war er an seiner Playstation oder zu Hause eben am Computer.

Miriam: Also er lässt sie quasi feiern. Hat er schon immer gemacht und braucht nicht mit.

Florian: Und ist es okay für ihn, dass sie dann... Jo, dann kommt sie halt irgendwann wieder.

Miriam: Spannend, ne? Es geht. Also es wäre der Beweis dafür, dass es geht. Also ich weiß aus verschiedenen Coachings, die ich schon gemacht habe, da kann auch oder da konnte vielleicht früher Zündstoff drin gewesen sein in der einen oder anderen Beziehung. Und da wäre ja sozusagen, was können Menschen unmittelbar tun, vielleicht auch kommunikativ, um da irgendwie sich selbst und vielleicht sogar den Partner dann sogar mit zu entspannen. Weil der erste Schritt wäre ja bei mir selbst.

Florian: Eben mal entspannt mit dem eigenen Verhalten. Also erstmal wahrnehmen, wo sind die Begeisterungspotenziale oder wo nicht. Und dann ist es ja fast so, wie halt manche Menschen gerne Tischtennis spielen und andere spielen gerne Volleyball und manche gehen gerne schwimmen und manche machen Fußball und manche... Sitzen gern vor der Playstation, das ist auch in Ordnung. Manche machen E-Sports.

Miriam: Ach E-Sports, ja klar. Ja, guck hier, ein stolzes Grinsen. Oh nee.

Florian: Ja.

Miriam: Ja.

Florian: Es ist ein ernsthafter, inzwischen wird es immer eine größere Industrie. Ja.

Miriam: Ist ja auch gut so. Also wenn unterschiedliche Begeisterungsfelder da sind, für was auch immer.

Florian: Go spielen, bei einem guten Glas Rotwein Schach spielen. Also es gibt da ja tatsächlich, und das ist das, was ich dann auch zum Beispiel an unseren Vätern toll finde, dass die eben irgendwann festgestellt haben, oh, das ist was, was mir gefällt und das ist was, was mir gut tut. Und dann das einfach auch zu akzeptieren und zu sagen, jo, okay, das ist gut, dann mache ich das jetzt. Jemand Gleichgesinntes zu finden und dann zu sagen, ja, dann ist es eben Schachspielen.

Miriam: Also das mit jemand anderem zu machen, statt mit der Partnerin oder dem Partner.

Florian: Möglicherweise. Also eben über die Computersachen. Meine Ursprünge sind ja in der IT-Industrie. Das heißt, ich kenne tatsächlich, bin ich im Vergleich zu manchen Menschen, die ich da kenne, bin ich ein Partykracher. Wirklich.

Miriam: Ja, das stimmt.

Florian: Weil es ist ja immer relativ zu, wen hast du um dich herum und was passiert gerade? Und wie weit kannst du deine Komfortzone in die eine oder in die andere Richtung tatsächlich auch benutzen, wenn du das mal wollen würdest?

Miriam: Und was ich vielleicht auch noch vorher sagen möchte, ist, wir reden hier über eine relative Zone. Also was kann eine Beziehung oder was, nee, nicht was kann, eine Beziehung kann ganz schön viel ertragen. Nur was wollen die Beteiligten einer Beziehung gerne haben? Also wo ist sozusagen die Glücksschwelle, dass beide sich glücklich fühlen können? in der Beziehung, mit der Beziehung und mit allem, was da so drumherum ist. Das wäre die Frage, die sich so ein Pärchen zum Beispiel stellen könnte oder die sich Freunde miteinander stellen könnten.

Florian: Also... Ich finde da tatsächlich die... Grundsätzlich ist das eine gute Idee, da sehr verschieden zu sein. Ah, cool. Ich habe das... Vielleicht ist es einfacher im Team-Kontext, weil das ist halt in der Arbeit und da... Ja. Wenn ich lauter Teamos in meinem Team habe, dann habe ich halt ein Team, was lauter Teamo-Probleme lösen kann. Mhm. So, also, dann kann ich wahnsinnig viele Timo-Probleme gleichzeitig lösen vielleicht, mit jedem Timo, den ich im Team habe, nämlich eins mehr. Nur, was ich nicht gut lösen kann, sind Steffi-Probleme oder Lars-Probleme oder Maria-Probleme, weil da ist Timo vielleicht nicht gut drin. So, das heißt, wenn ich möglichst flexibel sein möchte in dem Team, dann ist es vielleicht eine gute Idee, da auch noch Menschen drin zu haben, die anders denken, die da anders drüber was tun. Und dann ist halt die Frage, möchte ich wirklich in so einen Teamsport rein wechseln? Also möchte ich sowas wie Fußball haben oder wie Volleyball, wo eben mein Erfolg auch abhängt von was anderem? Und bei Teams ist es ja ganz einfach und sicher darüber nachzudenken, weil es darf ja ein Stück weit weg sein von der eigenen Beziehung. Und da lohnt es sich eben oft auch in so ein Stück weit ein klein bisschen Reibung zu haben, weil wir so unterschiedlich sind. Weil dann sind wir natürlich insgesamt viel flexibler und können mit sehr komplexen Problemen, die von außen auf uns draufgehen, können wir vielleicht oder die wir uns holen, die können wir dann sehr, sehr einfach lösen. Wieso sollte das in der Beziehung nicht so sein?

Miriam: Ich liebe das Bild von diesem sehr unterschiedlichen Team. Also wo einfach ganz viele verschiedene funktionierende Gehirne, also Gehirne funktionieren immer gleich, grundsätzlich eben verschiedene Menschen mit verschiedenen Perspektiven, verschiedenen Erfahrungen, verschiedenen Ausbildungen vielleicht sogar, zusammensitzen und dadurch viel mehr Input kommt auch, also viel mehr Lösungsenergie.

Florian: Und es hat beides was, ne? Auf der einen Seite können wir eben wahnsinnig schnell so ähnliche Probleme parallel lösen und auf der anderen Seite sind wir eben sehr breit aufgestellt, können sehr viele verschiedene Probleme lösen. Ja, stimmt. So, in beiden ist was drin und beides kann sich für dich ja tatsächlich auch gut anfühlen. Ich glaube, wir dürfen uns einfach bewusst sein, in welcher Art von Spiel wir sind oder welche Art von Beziehung wir haben, welche Art von Team wir haben. Ist es ein Mannschaftssport oder ist es eher ein Individualsport? Wie siehst du deine Beziehung? Wie hättest du das gerne? Ist es eher die Klinke in die Hand geben? Wir haben ja einen Sohn, der tatsächlich Judo macht, auch auf einem höheren Leistungsniveau. Und wenn die im Verein zusammen sind, trotzdem macht er nicht die Kämpfe für die anderen Teilnehmer oder für die anderen Vereinsmitglieder. Also könnte er ja auch sagen, solange jemand anders kämpft, ist mir das doch wurscht, gehe ich raus, gehe ein Eis essen. Und dann, ich weiß ja wieder, in zwei Stunden bin ich wieder dran, dann komme ich halt zurück. Tun die allerdings nicht.

Miriam: Nee, nee, die stehen als Team geschlossen und feuern ihre...

Florian: Obwohl die gerade nichts tun können an der Stelle, genau. Ja, genau. Also, oder vielleicht doch.

Miriam: Ja, ne. Ein bisschen was hat es ja auch damit zu tun. Ja, voll schön. Ja, also erstmal diesen Team-Gedanken zu haben, finde ich super. und diesen Teamgedanken von unterschiedlichen Qualitäten, unterschiedlichen Fähigkeiten und die kommen eben auch durch unterschiedliche Lebenseinstellungen, unterschiedliche Vorlieben. Wir gehen davon aus, dass wir jetzt von Beziehungen sprechen, wo viel Gesundes drin ist, also wo beide Partner wissen, du liebst deinen Partner, deine Partnerin, ihr seid gern zusammen, ihr habt auch Berührungspunkte, also da vielleicht einfach Sachen, die ihr sowieso gerne zusammen macht oder die zusammen stattfinden, so was in so einer Beziehung eben so alles geht und auch da gibt es ja eine riesen Bandbreite. Und dann gibt es eben vielleicht dieses Party und dieses Einsiedler-Ding. Und da dann eben, wenn ansonsten eine stabile Beziehung darunter liegt, da ist ja so der Grundgedanke dahinter auch, da haben wir sogar, glaube ich, eine alte Beziehungskiste irgendwo auf YouTube stehen, alles zusammen machen. Also alles gemeinsam machen. Wenn Tanzkurs, dann muss der andere mit. Und beim Tenniskurs auch. Es kann einer alleine nicht, geht nicht. Sieht nicht gut aus.

Gemeinsame Ziele, eine Prise Humor und Entspannung

Florian: Und die spannende Frage ist dann einfach, was ist die gemeinsame Intention? Also was sind die Ziele, die wir gemeinsam haben? Was sind die Ziele, die ihr gemeinsam habt? Miriam erzählt es ja immer mal, dass ich meinen Kopf manchmal auf ihren Schoß lege und sie mir dann davon erzählt, wie sie unsere Trainingsakademie in drei, vier, fünf Jahren sieht oder wie sie eben die Entwicklung der Kosmetikmarke sieht, um einfach einen gemeinsamen Abgleich zu haben, ein gemeinsames Ziel zu haben. Für uns beide, Miriam und mich, war das jetzt tatsächlich wichtig, dass wir anfangen, mehr Zeit gemeinsam zu arbeiten und mehr Zeit miteinander zu verbringen, an vielen Stellen das zu machen. Dann haben wir jetzt ein paar Jahre daran gearbeitet, um das mehr zu haben. Jetzt mögen wir halt beide auch noch diese Arbeit gleichzeitig und dieses Zweckding und was erledigen. Deswegen ist es, glaube ich, sehr da, kam das sehr daher. Und wir sind sehr gerne ins Phantasialand zum Beispiel gefahren und haben Achterbahnen abgehakt.

Miriam: Ja, das stimmt. Ja, das stimmt, voll gut. Ja, wichtig auch für uns. und diese Entspannung zu haben, dass zum Beispiel Florian eben, also wo ich jetzt so diesen Moment empfinde, Florian bildet sich noch sehr viel stärker und weiter fort als ich. Also wir sind beide ganz rührig in dem Gebiet und Florian nimmt sich ein-, zweimal im Jahr auch eine größere Fortbildung, die für ihn ganz wichtig ist und wo ich garantiert nicht immer mitfahre. Also das ist einfach so. Wir haben ja auch noch die zwei Kinder.

Florian: Schon alleine aus Interesse.

Miriam: Und auch da sind Themen dabei, wo ich sagen würde, wozu? Also das ist wirklich nicht… Und dann ist Florian eben auch zwei, drei, manchmal vier Wochen weg von mir. Das ist, glaube ich, für uns beide gefühlt, hat das deutlich emotionale Nachteile, die wir auch beide spüren. Also wir sehen uns dann nacheinander und vermissen uns. Das ist gut. Das ist gut, das auch zu fühlen, dass es so ist. Und ich weiß, wie wichtig Florian das ist. Und deswegen ertrage ich das sozusagen. Ja, für mich fühlt sich das an, wie ich halte es durch, weil ich das Florian so sehr gönne, dass er das erlebt und dass er dann eben zurückkommt und ist beseelt und voller neuer Eindrücke und hat neue Impulse und bringt davon ja dann auch ganz viel wieder in unsere Beziehung ein und in unser Geschäftsmodell und wir profitieren am Ende dann immer beide sehr stark davon, dass Florian das macht. Und ich brauche ihm das nicht zu erlauben, weil ich habe den Eindruck, dass wir beide da ein sehr liberales Modell leben von, also wir leben ein sehr eigenständiges Leben beide in unterschiedlichen Begeisterungsfeldern und lieben es, uns diese Welten auch zu teilen. Also da eben auch ein Stück weit zu öffnen und den anderen da einzuweihen und ich stelle Florian dann auch sehr gern Fragen und lasse mir von ihm erzählen, was er da so gelernt hat und was da alles stattgefunden hat. Und das ist etwas, was wir so tun. Ich glaube nicht, dass es ein Rezept gibt. Das wünschen sich ja so viele, wenn sie unseren Podcast hören. Eine Blaupause. Dass wir dann so was haben wie, könnt ihr euch downloaden? Natürlich. Immer wenn ich sage, es gibt keins, gibt es garantiert eins.

Florian: Ja doch, es gibt eins. Ein gemeinsames Ziel für, wie soll es in zwei, drei, vier oder fünf Jahren sein. Das stimmt.

Miriam: Wenn wir das als Rezept bezeichnen wollen, dann stimmt das.

Florian: und eben erstmal gemeinsam überlegen, wie hättest du denn gerne, wie hättet ihr beide gemeinsam gerne denn die Beziehung in zwei, drei, vier, fünf Jahren, um dann eben regelmäßig Sachen zu machen, die darauf einzahlen.

Miriam: Also was auch immer der Unterschied zu jetzt ist. Weißt du, dass ich kaum ein Paar kenne, das das bewusst macht, sich einmal im Jahr oder zweimal im Jahr hinzusetzen und abzugleichen, was sind unsere Paarziele? Viele machen das beruflich, also viele können das auch mit Vision Board und mit allen möglichen Techniken und so und die wenigsten nutzen das privat und wundern sich, dass einer so in die Richtung los sprintet und der andere in die, weil die Ziele nicht klar sind. Voll gut. Also was macht ihr jetzt, wenn ihr das nachmachen wollen würdet? Und das geht übrigens auch bei Freundschaften, das geht auch mit Ursprungsfamilien, also im Bereich von Opa, Oma, Mutter, Vater, wie auch immer, Schwester, Bruder.

Florian: Lustiger finde ich es ja, wenn beide Partner erstmal separat sich überlegen, was sie gerne so als Ziel hätten und es dann, wenn du es zum Beispiel aufschreibst, also zumindest so ein paar Stichwörter, dass du es hinterher austauschen kannst und dein Partner oder deine Partnerin eine Idee hat und das dann mal gemeinsam zu erzählen und eben zu erkunden, wo kann das denn hingehen. Am Anfang, weil wozu kann es führen? Wenn es sehr unterschiedlich ist, ist es vielleicht ein Moment einfach da, um mal herzhaft zu lachen, wie lange das schon her ist, dass wir uns zum Beispiel darüber unterhalten haben oder wie lange das jetzt so gelaufen ist und dann gemeinsam zu finden, was ist denn das größere Gemeinsame? Also wofür tust du das denn? Wofür gehst du denn zum Beispiel auf eine Party oder wofür? Hast du denn die Zeit, wo du dich zurückziehst und sagst, jetzt lieber Einsiedlerkrebs. Was ist denn das, was du damit erfüllen möchtest? Und vielleicht lässt sich unter diesem größeren gemeinsamen Stern ja was finden, was dann beide tun wollen.

Miriam: Und wo alles andere auch drunter Platz hat. Ja, genau. Also wo das alles möglich ist. Das ist eine sehr, sehr schöne Maßnahme übrigens. Ja. Vielleicht noch eine Spur. Also wenn ich dem Rezept noch was hinzufügen würde. Eine Prise Humor.

Florian: Humeur.

Miriam: Also mal wieder gemeinsam lachen über diese Unterschiedlichkeit an der einen oder anderen Stelle. Viele Paare haben das vielleicht schon jahrelang nicht mehr gemacht, was am Anfang vielleicht ganz amüsant war, sogar in dieser Kennenlernphase und in so diesen Unterschiedlichkeiten zu spüren, die auch spannend sind und sexy. Also da ist ja auch Zunder drin. Und dann eben auch diese, also eine Prise Humeur. Auf jeden Fall französischen Humeur nehmen. Der ist sehr elegant. Und vielleicht so ein Löffelchen Entspannung.

Florian: Ja gut, das ist natürlich hilfreich an der Stelle.

Vielfalt ist ein Geschenk

Miriam: Also wann hast du dich zum letzten Mal bewusst entspannt in deine Beziehung hinein oder in die Partnerschaft, die Freundschaft, vielleicht den Teamspirit, der ja auch in Vereinen eine wichtige Rolle spielen kann, in diese Verschiedenheit? Ich erinnere mich an eine Szene mit unserem größeren Sohn, als der noch zum Kindergarten ging und dieser Kindergarten hatte eine feste Zeit, wo Kinder gebracht werden durften und danach haben die kategorisch die Tür zugeschlossen, weil die dann angefangen haben, so einen Morgen...

Florian: Ein Zaun hindert mich nicht. Soll ich dir was sagen?

Miriam: Ich war jahrelang sehr pünktlich.

Florian: War cool. War ja sehr gut.

Miriam: Einmal erlebt.

Florian: Einmal das Kind wieder mitgenommen.

Miriam: Richtig. Und die Konsequenz daraus. Und brauchte ich dann nicht. Und Kindergarten war alles ja frei. Also die hatten das sehr kategorisch, weil es gibt Kindergärten, die halten das nicht so kategorisch. Und da war es eben so. und diese Zeit, diese eine Stunde Bringzeit, also in diese Range konnten die Kinder gebracht werden, die wurde nach früher verlegt, weil sehr viele Eltern eben angemeldet hatten, dass sie früher zum Job dann fahren morgens und das nicht schaffen mit der angegebenen Stunde, wo die Kinder gebracht werden dürfen, die wollten früher. Also haben die nicht die Zeit ausgedehnt nach früher, sondern die haben die Stunde genommen und haben sie um eine halbe Stunde nach früher verschoben. Und das wurde von der Vorständigkeit da festgelegt und dann war das erledigt. So und an dem ersten Tag, als dann diese neue Uhrzeit griff, kam ich mit unserem Sohn morgens in den Kindergarten und habe ihm ganz normal geholfen, seine Hausschuhe anzuziehen und so. Und um die arme Kindergärtnerin in seiner Gruppe rum stand eine wütende Meute aus Eltern, die das offensichtlich nicht wollten, dass diese Stunde vorverlegt wird. Und scheinbar auch die ganzen Briefe, die vorher verschickt wurden und die E-Mails nicht gelesen hatten, ich weiß es nicht. Nur auf jeden Fall regten die sich auf, als wäre das jetzt eine riesen Überraschung, dass diese Stunde vorverlegt wurde. Es war angekündigt, es war lange angekündigt. Und also die redeten durcheinander auf diese arme Kindergärtnerin ein und lustig, die konnte ja gar nichts dafür, weißt du? Also die hat es ja nicht bestimmt, sondern die durfte ja jetzt auch eine halbe Stunde früher anfangen zu arbeiten da in diesem Kindergarten. und dann gingen die irgendwann und dann habe ich mich getraut, meinen Sohn in die Kindergartengruppe reinzuschieben und habe so ganz leise gerufen, gut Morgen und wollte dann ganz schnell auch wieder weg, damit die endlich ihre Ruhe hatten. Dann hat die mich so angelächelt, es war so ein ganz entspanntes, ruhiges, leuchtendes Lächeln. Ich weiß auch, die hat ganz blaue Augen gehabt, diese Kindergärtnerin und die leuchteten so mit bei diesem Lächeln und die atmete auch ganz ruhig. Dann sagte sie, Frau Deforth, Vielfalt ist ein Geschenk. Und dann bin ich fast so ein bisschen kleinlaut, bin ich aus diesem Kindergarten raus, weil ich gemerkt hatte, wie diese Woge von sich beschwerenden Eltern bei mir sowas gemacht hatte wie, boah, ich geh da jetzt rein und, ne. Sondern es war so, es war so entspannt. Und das, ja, da habe ich gedacht, ja, ich sollte vielleicht, also was ich mache, ich arbeite an meiner Entspannung.

Florian: War gut. Ja.

Miriam: Und das gehört, glaube ich, mit dazu, solche Gespräche auch führen zu wollen. Also dieses, ich gebe dem anderen dann auch Raum für seine oder ihre Einzigartigkeit. Für ihre oder seine, genau, ja.

Florian: Tja, dann einsiedeln wir jetzt mal wieder ins nächste Thema oder Partykrachen ins nächste Thema rein. Was würdest du tatsächlich sagen?

Miriam: Wie hättest du es denn gerne da draußen? Also wir verraten natürlich dann auch irgendwann mal, was wir zu dieser 208. Folge so machen.

Florian: 208.

Miriam: 208. Folge und genau, wie du da mitmachen kannst.

Florian: Ansonsten hören wir uns nächste Woche wieder. Das stimmt. Wenn es heißt?

Miriam: Zwei Gehirne.

Florian: Und ein neues Motto.

Miriam: Richtig. Bis dann.

Florian: Tschüss.

Miriam: Tschüss. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss bis nächste Woche. Bis zum nächsten Podcast.

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