NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 176

Dranbleiben - nur wie lange?!

Was ist denn nun mit den Zielen aus 2019? Ist endlich wieder Zeit zu wechseln?

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In dieser Folge

Darum geht es

Was ist denn nun mit den Zielen aus 2019? Ist endlich wieder Zeit zu wechseln? Erfolg über Nacht? In zwei Tagen 12 Kilo verlieren? In zwei Wochen Millionär? Watt wäre datt schön, würde der Rheinländer sagen. Und bleibt zu Hause vor dem Fernseher sitzen und lässt andere Menschen erfolgreich sein. Dran bleiben am Erfolgsplan – egal ob für berufliche oder private Ziele – bedeutet ja auf Zeit spielen, oder? Und wie lange dauert es, bis der gewünschte Erfolg oder das Erreichen des Ziels sich einstellen? Wochen? Monate? Am Ende sogar Jahre? Was glaubst Du? Wie lange oder kurz wird es dauern, bis Du Deine selbstgesteckten Ziele erreichst? Gibt es einen passenden Moment, um aufzuhören, und sich für etwas Neues zu entscheiden? Und wenn es den gäbe, wie können wir zielstrebigen Menschen ihn bemerken und richtig deuten? Du merkst schon, dieser Podcast hat einen ernsten Unterton. Werden Florian und Miri es schaffen, diesen Ton zu halten? Und was empfehlen die beiden aus der Sichtweise des NLP heraus zu diesem höchstbrisanten Thema anlässlich des Jahreswechsels 2019 / 2020? 100 Fragen für diesen Neujahrspodcast. Und wichtige Fragen, wie wir finden. Deshalb los und viel Spaß im neuen Jahr. Möge alles, was Du Dir wünschst, in Erfüllung gehen. Genau in dem Maße, wie es gut für Dich ist. Und wenn Du diese Folge mitten im Jahr hören solltest: Ist doch egal, wann Du mit einem neuen Jahr anfängst. Miriam und Florian erzählen von 16 Jahren Band – von den ersten drei zähen Jahren mit Auftritten vor 40 Leuten auf dem Dorffest bis zum einen entscheidenden Auftritt beim Altstadtfest in Friedberg. Sie sprechen über den Schneeball-Effekt beim Aufbau ihres Seminarunternehmens, über den Break-Even und darüber, wie du am "Moment des Abgleichens" nach innen und außen erkennst, ob ein Ziel noch trägt. Es geht um Dranbleiben statt ständigem Zielwechsel, um Abmodellieren aus dem NLP und um Cal Newports Traumjob-Lüge. Für alle, die zum Jahreswechsel überlegen, ob sie ein altes Ziel weiterverfolgen oder loslassen sollen.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Ein ernstes Thema zum Jahreswechsel
  2. Fünf Jahre Aufbau — und die Frage: Wäre es nicht einfacher?
  3. 16 Jahre Band: von der Dorffestbühne zum Durchbruch
  4. Der Moment des Abgleichens: nach innen und nach außen messen
  5. Der Schneeball, das Abmodellieren und das unendliche Spiel
  6. Bleib dran an dranbleiben — Abschied ins neue Jahr

Zwei Tage, zwölf Kilo weniger. Zwei Wochen, Millionär. Klingt gut — passiert nur nie. Miriam und Florian nehmen sich zum Jahreswechsel eine ehrliche Frage vor: Wie lange bleibst du eigentlich an einem Ziel dran, bevor es sich lohnt? Und gibt es einen Moment, an dem Aufhören die klügere Entscheidung ist? Sie erzählen von 16 Jahren Band, drei zähen Aufbaujahren und dem einen Auftritt, der alles verändert hat.

Ein ernstes Thema zum Jahreswechsel

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Das hier wird ein motivationaler Podcast für das neue Jahr 2020. Gibt es davon nicht genug?

Florian: Also wirklich? Ist das nicht das große Thema jetzt auf allen möglichen Plattformen?

Miriam: Entschuldigen Sie mal, Herr Groß. Können wir nicht was anderes machen? Wir launchen dienstags unseren Podcast dieses Jahr und nur im Jahr 2019 haben wir die Möglichkeit an Weihnachten und an Silvester, Punkt, unseren Podcast zu launchen. Was sollen wir denn sonst machen? Juhu!

Florian: Immer wenn wir an Weihnachten unseren Podcast launchen, launchen wir ihn auch an Silvester.

Miriam: Ja, nur, wann ist das denn wieder?

Florian: In ein paar Jahren?

Miriam: Ja, eben. Drum. Los geht's.

Florian: Welches Thema hast du dir denn heute ausgesprochen? Das ist ein ernstes Thema. Oh, ein ernstes Thema.

Miriam: Und das meine ich auch so, weil Florian und ich haben uns im Vorfeld zu diesem Podcast sehr ernst unterhalten.

Florian: Das stimmt.

Miriam: Über das Thema, was ist denn jetzt mit deinen ganzen Vorhaben im Jahr 2020?

Florian: Was ist denn mit denen aus dem Jahr 2019, die noch übrig sind?

Miriam: Genau, die noch übrig sind, die nicht fertig geworden sind.

Florian: Weil wir haben da die Herausforderung und das ist der kritische Teil, den ich jetzt einbringe und ich hoffe einfach, Miriam löst den brillant auf in den nächsten sieben Minuten oder so. Weil wir kennen in unserem Umfeld Menschen, wo wenn wir uns anschauen, was die tun, wo wir denken... Da wäre jetzt länger dranbleiben gut. Also da wäre jetzt bei den Zielen, die die haben, wir haben zum Beispiel sehr talentierte Sportler in unserem Umfeld, die auch in unseren Seminaren schon waren, in Workshops und wo es dann darum geht, in diesem Sport eben besser, besser und besser zu werden. Und da ist ja dranbleiben gefragt. Und dann haben wir auch manchmal den einen oder anderen Teilnehmer, wo wir schon mitbekommen, Konzentration auf ein Gebiet, wo es möglicherweise in einem sehr schwierigen Umfeld und schwierig nur deswegen, weil viele Leute sich vielleicht darum kümmern und viele Leute da aktiv sind und da schon klar ist, die Weltranglisten Top 5000 werden es nicht mehr. Obwohl sehr viel Fleiß und sehr viel Energie reinfließt. So, wann fleißig sein und dranbleiben? Wann aufhören?

Fünf Jahre Aufbau — und die Frage: Wäre es nicht einfacher?

Miriam: Das ist ja wirklich, es ist so, dieses Thema ist so klasse, weil wir uns auf unseren Wegen, die wir gegangen sind, Florian und ich, und wir sind jetzt seit fünf Jahren dran, unser Seminarunternehmen aufzubauen. Und wir sind mit jedem Dienstag, sind wir mit einem Podcast am Start. Wir schreiben Blogposts, wir geben selbstverständlich unsere Seminare, wir haben im letzten Jahr eine funkelnagelneue Homepage gelauncht, das war irrsinnig viel Arbeit und die ist noch nicht mal ganz und gar im Detail fertig. Sie ist jetzt wunderbar, wir bekommen viel Lob für sie und da ist immer noch was zu tun. Wir entwickeln uns ständig weiter, wir machen Fortbildungen, wir bieten neue Kurse an, wir fördern unsere Teilnehmer so gut wir das nur können und wir haben zwischendurch Momente gehabt, wo wir uns beide manchmal miteinander, manchmal unabhängig voneinander gefragt haben, ist es das wirklich? Wir stecken da so viel Arbeit rein, bis spät in die Nacht. Wir konzipieren, wir bereiten vor, wir arbeiten, wir arbeiten durch.

Florian: Wäre es nicht einfacher, das alles zu lassen?

Miriam: Ja, genau.

Florian: So, und jetzt die Frage ist natürlich, ist einfacher wirklich sinnvoller? Und dann sind wir wieder bei den Zielen, ne? Dann sind wir auch bei sowas wie Viktor Frankls, also dieser superbekannte Überlebende aus Konzentrationslager, ein jüdischer Psychotherapeut, der dann auch viel darüber geschrieben hat und eben auch die Logotherapie darauf entwickelt hat. Dieses, warum gibt es da draußen Berge, damit Menschen da hochkraxeln können? Warum wollen die da hoch? Weil es geht. Was ist das? Also gibt es diese Ziele, dieser Sinn im Leben? Kommt der eben daher, dass wir irgendwas erreichen wollen? Oder wäre es nicht besser, an der einen oder anderen Stelle zu chillen und zu grillen?

Miriam: Ich finde es so verführerisch, manchmal wirklich, wenn ich abends noch einen Berg E-Mails zu beantworten habe oder so. Es ist so verführerisch, dann einfach Netflix anzumachen, mich irgendwo auf die Couch zu legen und zu sagen, es reicht auch irgendwann mal. Wenn ich unser großes Ziel nicht hätte, wenn wir nicht eine Vision und eine Mission hätten, die wir spüren, die wir sehen, die wir vorahnen, dann wäre ich, glaube ich, nicht imstande, mich da noch hinzusetzen. Das ist ganz klar. Wenn ich nicht wüsste, wozu ich das mache, würde ich es nicht tun. Das habe ich in meinem Leben auch schon öfter durch. So jetzt wären wir mal an der Stelle und wir haben schon so viele Podcasts zum Thema Ziele gemacht, wir brauchen keinen weiteren. Jetzt wären wir mal an der Stelle, dass du als Hörerin, als Hörer weißt, was du willst. Im Großen wie im Kleinen. Dass du nicht jetzt nur zum Jahreswechsel neue Ziele baust, sondern schon welche mitnimmst, an denen du vielleicht schon länger arbeitest, die du schon seit Jahren bearbeitest, die du im Jahr 2019 entwickelt hast und jetzt mitnimmst ins Jahr 2020, weil es eben kein Ziel ist, dass es zum Beispiel in einem Jahr erreicht wird.

Florian: Ja, oder wäre es vielleicht sinnvoll, es zu canceln?

Miriam: Das ist die Frage, die wir in diesem Podcast stellen.

Florian: Und zu sagen, neue Ziele dieses Jahr, weil...

Miriam: Weil die Alten haben nicht getaugt. Oder ich habe gemerkt, da steckt kein Wumms drin. Das ist es doch nicht. Das kann ja auch passieren. Das kann passieren. Nur wann ist die richtige Stelle, um das festzustellen? Woran können wir es überhaupt merken? Das ist doch das Verrückte. Wir schaffen und schaffen und schaffen. Es gibt doch diese Kurve. Diese Kurve des Erfolgsanstiegs in einem Unternehmen. Die eine ganze Zeit lang sich knapp über dem Boden bewegt und so ganz zäh nur ansteigt. Steigende Kundenzahlen, steigende Umsatzzahlen, so ganz zäh. Und über eine lange Zeit sich so ein bisschen nach oben entwickelt. Manchmal wieder ein Stückchen nach unten, dann wieder ein bisschen nach oben. Und so nicht das Gefühl entsteht, boah, da sitzt der riesen Durchbruch.

16 Jahre Band: von der Dorffestbühne zum Durchbruch

Florian: Ich glaube, ein konkretes Beispiel wäre gut, ne? Ja. Aus deiner Slapshot-Zeit, also aus der Zeit, wo ihr die Band hattet. Wie war das denn da, als ihr angefangen habt, Auftritte zu spielen und auf...

Miriam: Also ich darf vielleicht dazu sagen, dass diese Band 16 Jahre lang existiert hat. Das ist eine lange Zeit.

Florian: Und am Schluss habt ihr gespielt?

Miriam: Wir haben Tourneen gespielt. Also wir waren wirklich wochenlang zum Teil unterwegs. Wir haben jedes Wochenende, donnerstags angefangen, sonntags aufgehört mit Auftritten. Unsere Auftritte waren so gut bezahlt.

Florian: Vor 30 Leuten oder?

Miriam: Nee, wir hatten, nee, also die kleinen Konzerte waren so 350, 400 Leute, die großen Konzerte waren 5.000, 6.000 Leute. Und wir waren eine Dienstleistungsband, wir haben keine eigenen Songs geschrieben, wir haben Top 40 gespielt und verschiedene Themenblöcke und so weiter. Wir haben uns am Anfang, wir wollten wirklich was Besonderes sein. Wir wollten in diesem Bereich, in diesem Bereich der Dienstleistungsband, wollten wir witzig, modern und fluffig auftreten und wirklich Menschen gut unterhalten über einen langen Zeitraum. Und wir hatten eine tolle Vorstellung davon, wie berühmt wir werden können damit. Und wir haben begonnen mit Auftritten tatsächlich in kleinsten hessischen Dörfchen bei irgendeinem Dorffest, zu dem wirklich 30 Leute, 40 Leute gekommen sind. Für die waren wir viel zu laut.

Florian: Die Feuerwehr hat euch spielen lassen oder wie?

Miriam: Die haben uns spielen lassen, genau. Und wenn wir Glück hatten, haben sie uns die Mikrofone gezahlt, die wir geliehen haben oder so. Also wir hatten echt Glück, wenn wir nicht draufgelegt haben bei den Auftritten. Und es sah die ersten zwei, drei Jahre, und es war wirklich so eine lange Zeit, sah es nicht so aus, als würden wir irgendwann der neue aufgehende Stern am Himmel der Dienstleistungsbands oder Coverbands werden.

Florian: Das ist ja auch das, was wir jetzt wieder mitbekommen haben mit dem Aufbau dieses Seminargeschäfts. Das nebenberuflich aufzubauen oder neben unserem Hauptberuf, neben dem, womit wir bis dahin mehr Geld verdient haben, aufzubauen. Wir haben uns ja zwischendurch auch mit sehr vielen Unternehmern unterhalten und immer wieder angeschaut, was passiert gerade, wie sind die Kurven. Und das ist das, was du, Miriam, ja vorhin meintest auch. Der Anstieg am Anfang ist zum Teil sehr, also das sind sehr kleine Schritte gewesen. Das war im ersten Jahr hatten wir, glaube ich, zweimal zwei Tage Seminar.

Miriam: Und waren schon richtig stolz.

Florian: Und waren schon richtig stolz und mit richtig vielen Teilnehmern. Also ich glaube, im ersten Seminar hatten wir 15 Teilnehmer, im zweiten irgendwie 13 oder 14. Und das waren ja schon für die Verhältnisse damals und so lange ist das noch gar nicht her.

Miriam: Und es ist eben doch was her, weil das unterschlagen viele auch in ihren Berichten über ihren Erfolg. Wann haben sie wirklich angefangen mit der Planung und der ersten Umsetzung ihres Unternehmens bis zu dem Zeitpunkt, wo das Ding angefangen hat, sie wirklich zu füttern. Also wo sie über diesen sogenannten Break-Even gekommen sind, wo sie über den Nullpunkt gegangen sind und haben plötzlich wirklich einen Gewinn gemacht mit dem, was sie getan haben, finanziell und auch in anderen Bereichen. Und da wird oft geschummelt, weil das fühlt sich danach so heldenhaft an. Wenn es erst mal läuft, meinst du, ich habe in der Band nach acht Jahren, als wir dann schon Management hatten und irgendwie mit einem richtigen Tourneebus unterwegs waren, meinst du, da habe ich mich noch gefragt, wie das war auf der Dordelweiler Kipp? Also jetzt wirklich, das war doch da kein Thema. Und die Leute haben uns bei Auftritten gesehen und gesagt, boah, wie habt ihr das hinbekommen? Wir hatten tolle Kostüme, wir hatten eine Riesenanlage, wir hatten eine mega Lightshow, wir hatten tolle Musiker, die Musiker wurden immer besser. Es war einfach, da war auf einmal so ein Schwung drin. Die ersten drei Jahre waren zäh, zäh, zäh.

Florian: Und einige Unternehmer hatten uns auch schon geraten zu unserem Seminargeschäft. Wir sollten das besser lassen. Also Konzentration auf, damals war es ja noch hier Fernsehkaufhaus bei Miriam und bei mir eben Organisationsentwicklung und Beratung. Und das wäre doch das, wo wir viel einfacher, viel schneller Umsatz, Geld generieren können und dann eben, ich weiß nicht so recht, was wir dann damit gemacht hätten. Also was wir dann, also was uns das jetzt so im Großen und Ganzen gebracht hat, weiß ich nicht so genau. Nur Umsatz oder Geld wäre drin gewesen und dann waren wir ja wieder, also da gab es deutlich Berater von außen, die gesagt haben, und dann haben wir mit anderen Unternehmern gesprochen und die haben uns deutlich gesagt, bevor wir nicht fünf Jahre da dran geblieben sind, brauchen wir uns überhaupt nichts anschauen und überhaupt keine Gedanken machen, weil fünf Jahre ist das, was es braucht, um den Schneeball den Hang runter zum Rollen zu bringen, dass da richtig mal ordentlich Schnee dran klebt.

Miriam: Und zwar fünf Jahre an einer Sache bleiben.

Florian: Also nicht fünf Jahre mal mal gucken, wann das Universum mich auf meiner Couch besucht, sondern fünf Jahre tatsächlich auch in deren Welt sehr konzentriert daran arbeiten.

Miriam: Und wir haben in dieser Zeit, dadurch, dass wir beide ja auch noch einen in Anführungszeichen Hauptberuf gefahren haben, haben wir doppelte Arbeitstage gemacht zum Teil. Dadurch, dass wir dann auch administrativ was zu tun hatten plötzlich, dass wir eine Homepage zu pflegen hatten, dass wir Podcasts produziert haben, also Inhalte, dass wir Werbung gemacht haben, sind wir nach einem 8- oder 9-Stunden-Tag nach Hause gekommen, um dann nochmal 5 oder 6 Stunden, teils gemeinsam, teils getrennt, an diesen Sachen zu arbeiten. Und ich erinnere mich, dass das bei dieser Band auch so war. Also da war wahnsinnig viel Arbeit drin am Anfang für ganz wenig Ertrag und ganz wenig Erfolg.

Der Moment des Abgleichens: nach innen und nach außen messen

Florian: Wieso das dann machen? Also jetzt mal ehrlich, weil das klingt so, wow, wie toll, nur wieso das tun? Und woran hätten wir gemerkt, dass das irgendwie, ja, ne?

Miriam: Und jetzt kommen wir an diese brisante Stelle. Erstens, es hat uns damals wahnsinnig viel Spaß gemacht. Das Musizieren, das Üben, das eigentliche Kerngeschäft. Das, womit wir auf die Bühne gegangen sind. Das Tun. Und es war egal damals, wie groß die Bühne war oder wie klein. Es war ein Teil, wir haben gefühlt, dass da etwas passiert, so wie wir es haben möchten, nur noch nicht so groß und noch nicht mit dem Erfolg, vielleicht auch mit dem Outcome, den wir uns für später gewünscht haben. Nur es war schon da. Wir hatten schon ein Publikum. Und im ersten Jahr waren das auch drei Auftritte. Wir hätten 365 zur Verfügung gehabt. Es waren fast alle Studenten in der Band. Wir hätten 365 Auftritte spielen können und hatten drei. Und die Hälfte des Publikums war Familie. Nur, wir hatten Aufschritte. Wir hatten sie. Und es gab Applaus und es gab Feedback und wir hatten kleine Bühnenerfahrungen.

Florian: Habt ihr dann gegen getestet, ob das das ist, was ihr haben möchtet?

Miriam: Ja, immer wieder.

Florian: Weil das ist ja möglicherweise einer der Wege, dann eben rauszufinden, ist das Feedback im kleinen Rahmen schon das, wie ihr es haben möchtet? Fühlt sich das tatsächlich so toll an, wie du denkst? Und wie wäre es, wenn davon mehr da wäre?

Miriam: Genau, es war spürbar in diese Richtung. Es war spürbar für uns und wir haben uns untereinander da auch immer wieder besprochen und klar sind wir super glücklich nach diesen Auftritten nach Hause gefahren. Wir waren so glücklich und ich weiß, damals haben wir uns dann, wir kamen um vier Uhr morgens nach Hause von so einem Auftritt, haben noch die ganzen Endstufen ausgeladen und so gemeinsam und dann noch Spiegelei gebraten und dann haben wir uns hingesetzt und haben gesprochen und fanden das einfach nur wunderbar. Dieses Leben. Und wir haben uns vorgestellt, wie das ist, wenn wir das nicht dreimal im Jahr machen, sondern 30 mal im Jahr oder 40 mal oder 50 oder 100. Und es waren tolle, tolle Vorstellungen. Und klar gab es dann Meilensteine. Es gab sozusagen, ich erinnere mich an jeden einzelnen in diesen 16 Jahren Bandgeschichte, die wichtigen Momente, die Momente, wo wir ein Level hochgegangen sind, wo wir Upgraded haben. Wo wir plötzlich, weil wir gespielt und gespielt und gespielt haben und weil wir bei anderen sehr erfolgreichen Bands geguckt haben, wie die es machen, das heißt wir haben auch abmodelliert, da sind wir jetzt beim NLP, haben also geguckt, wie machen die es, haben wir dazugelernt und wir haben plötzlich ein Angebot bekommen für einen Auftritt, der uns in eine andere Größenordnung Auftritte katapultiert hat. Und wir wussten, das ist jetzt wichtig, wir haben das alle gespürt, das ist jetzt wichtig, dass wir da abliefern, weil das jetzt die nächstgrößere Auftrittskategorie ist. Das ist jetzt nicht mehr das klitzekleine Dorffest mit 40 Leuten auf Bierbänken, sondern das ist jetzt eben schon das Stadtfest auf einem Marktplatz, wo eine kleine Gage fließt und wo 500 Leute da stehen, weil auch mehr gar nicht auf diesen Marktplatz passen und weil das richtig voll ist dann und weil die was erwarten, weil da jedes Jahr eine Band spielt, die ganz schön rockt. Und weil da auch Leute sind, die nach der Band gucken, um die weiterzubuchen.

Florian: Und was wäre davon jetzt übertragbar? Also dieses Meilensteine setzen? Weil möglicherweise hatte der eine oder die andere Hörerin ja tatsächlich für 2019, also es ist ja die typische Zeit jetzt, Ende des Jahres, 31.12., irgendwelche Ziele, Wünsche, Träume zu haben fürs neue Jahr und dann irgendwie ein Ziel gesetzt. So jetzt war das zwischendurch vielleicht schwierig. Also sei es Laufen gehen, Joggen gehen, Abnehmen, irgendeine neue Sprache lernen, irgendwas im Job machen, umorientieren, Haus bauen. Da gibt es ja ganz viele Projekte, sowohl beruflich als auch private Projekte, die jeder Mensch in seinem Leben so einfach hat. So ein Projekt heißen die jetzt nur bei mir so, weil... Das ist meine Organisationsentwicklungserfahrung. Manche Menschen nennen das einfach Leben. Also es passieren halt einfach Sachen, wo wir so bestimmte Dinge upgraden wollen. Und bei manchen von denen wäre es jetzt interessant dran, oder wäre es vielleicht 2019 auch spannend gewesen dran zu bleiben. Und an dem einen oder anderen ist vielleicht jemand nicht dran geblieben. Und einen Weg rauszufinden, ob es gut gewesen wäre, wäre über diese kleineren Schritte zu gehen und sich zu überlegen, was wäre ein möglicher kleiner Schritt in die Richtung eines Ziels, da darf es natürlich dieses große Ziel dann hinten dran geben, um dann zu checken, wie fühlt sich dieser kleine Schritt an.

Miriam: Es ist tatsächlich das, was du haben möchtest.

Florian: Um dann eben zu beschließen, jo, das geht in die richtige Richtung, da mache ich jetzt weiter, oder? Ja.

Miriam: Das war eine geschlossene Frage. Ja. Und ich glaube, dass es Momente gibt des Abgleichens.

Florian: Was ist ein Moment des Abgleichens? Eine MDA.

Miriam: Oh, wie schön, wir haben was Neues erfunden.

Florian: Ja, eine MDA, ein Moment des Abgleichens.

Miriam: Ein Moment des Abgleichens. Ein Moment des Abgleichens innen und außen. Also wie gut fühlt sich das immer noch für mich an?

Florian: Ja.

Miriam: Das wäre das Abgleichen nach innen. Sich vorzustellen, wie ist das Endergebnis. Und wie gesagt, dazu gibt es, ich weiß nicht wie viele Podcasts von uns. Also Ökologie des Ziels, Zielfindung. Schau bitte in den letzten Folgen, wir haben so viel über Ziele gemacht. Bitte hörst dir an, wenn das mit den Zielen ein Thema ist. Wenn du keins fühlst oder wenn du sagst, ich komme im Leben nicht weiter, weil ich auch gar nicht wüsste wohin. Das ist nicht das Thema dieses Podcasts. Wir gehen davon aus, dass du welche hast. Und es ist uns völlig egal, ob die dir klein oder groß erscheinen. So, da ist dieses Ziel, das dich glücklich macht, das dich freut, wo das Endergebnis mega wäre, wenn du es hättest. Dann zwischendurch in dieses Endergebnis wieder reinzufühlen und zu sagen, wie cool, wenn das fertig ist. Wie cool, wenn das läuft. Wie großartig, wenn das da... Und es ist egal, wie weit ich noch davon entfernt bin. Es ist so, der Gedanke daran macht mich glücklich. Das ist der Abgleich nach innen. Jetzt kommt der Abgleich nach außen. Und der ist nicht ganz unrelevant. Wir empfinden Menschen um dich herum, dein Arbeiten da dran. Wie beäugen die dich? Und da wird es sehr unterschiedliche Statements geben. Das ist sehr witzig. Manche Menschen werden sagen, ey, wie verrückt. Also das haben Florian und ich erfahren. Manche sagen, ihr seid ja wahnsinnig. Ihr seid doch verrückt. Ihr arbeitet wie die Geisteskranken gelegentlich, aus unserer Sicht. Und irgendwie, wann ist es denn soweit? Wann habt ihr denn, keine Ahnung, euer Haus in Puerto Rico? oder so, was auch immer die sich unter diesem Erfolg vorstellen. Oder habt ihr denn auch ordentlich in die Rentenkasse einbezahlt? Also das sind so diese Sachen, die dann kommen. Oder was kommt mehr? Kommt mehr so dieses, ich weiß nicht, oder kommt von vielen Menschen zu dir sowas wie, das ist fantastisch, was da rauspurzelt an Energie, an ersten Ergebnissen, an ersten Fortschritten, an Entwicklung auch? Entwicklung geht es voran. Woran könntest du es messen bei deinem Ziel? Wenn es Abnehmen ist, ist es klar, woran du es messen könntest. Wenn es mehr Laufen ist, ist es klar, woran du es messen könntest. Wenn es schönere Momente in der Partnerschaft schaffen, es wäre klar, woran du es messen könntest. Weil es ja dein Ziel ist. Und woran messen es andere? Welche Fortschritte sehen andere? Was bekommst du gespiegelt? Was sagen deine Kunden? Was sagt dein Partner? Was sagen deine Geschäftspartner?

Florian: Und wenn da kein Fortschritt wäre? Also wenn die sagen würden, naja, mit Streichhölzern... Also das eine ist ein messbarer Fortschritt. ...monumente nachbauen, das ist jetzt...

Miriam: Wir haben ja jetzt zwei Sachen. Das eine sind ja Meinungen und die heißen Meinungen, weil es nicht Deinungen sind. Also was Menschen so empfinden, wenn sie dich beobachten bei deinen ganzen Bestrebungen. Und zum anderen gibt es Messwerte. Die haben mit der Meinung von anderen Menschen nichts zu tun. So es gibt einfach Zahlen auf dem Papier, auf der Waage. Es gibt, keine Ahnung, Tage im Jahr, die du mit deinem Partner, mit deiner Partnerin verbracht hast. Es gibt, tatsächlich gibt es da Messwerte. Waren das mehr als 2018? Waren es mehr als 2017? Ja. Also da gibt es immer Messwerte. In jedem einzelnen Ziel gibt es kleinere Messwerte oder kleine Schritte, die einfach auch sichtbar, fühlbar, hörbar, schmeckbar sind.

Florian: Und dann anhand derer geht das in die Richtung deines Ziels. Zahlt es darauf ein, kommst du deinem Ziel näher.

Miriam: Und wenn es Zentimeter-Schritte sind, gefühlt, ist es dahin.

Florian: Ich mag das Simon Sinek, der dieses Frag immer erst wozu oder frag immer erst warum Thema hatte, dass wir eben mit diesem Warum tun wir etwas starten sollen, der hat auch diesen schönen Vergleich, der sagt, egal wenn jemand ins Fitnessstudio geht und am ersten Tag nach zwei Stunden Training in den Spiegel schaut, wird nichts anders sein. Also es ist nichts, außer vielleicht mehr Schweiß oder ein gerötetes Gesicht oder so, ist nichts anders. Es ist nicht zu sehen an dem Körper. An Tag 2 ist das übrigens genauso. An Tag 3 ist das auch genauso. Es ist gar nicht klar, an welchem Tag wird dieser Tag sein, wo was zu sehen ist, nur es ist ganz klar... Und es ist exorbitant.

Der Schneeball, das Abmodellieren und das unendliche Spiel

Miriam: In der Band war es exorbitant. Es war so, als hätten wir mit einem klitzekleinen Schneeball oben am Berg angefangen, kaum zu sehen, zwischen zwei Fingerchen haltbar, der am Anfang gar nicht rollen wollte, den wir wirklich mühevoll angeschoben haben durch den Schnee und der kaum wachsen wollte und wo der Schnee immer wieder runtergepurzelt ist und wir haben händisch noch ein bisschen dran geklopft und wieder ein bisschen gerollt und wieder ein bisschen geschoben, weil der so leicht auch war und gar keine Schwungmasse hatte, um diesen Berg richtig runterzukommen. Und wir haben an diesen kleinen Schneeball geglaubt. Es war ja auch genug Schnee draußen rum. Also wir wussten, wenn der noch ein paar Meter rollt, irgendwann greift der, irgendwann hält der selber. Und genau so war es auch. Genau so war es ab einem bestimmten Punkt. Und ich kann dir sagen, dass es ab dem vierten Jahr ungefähr war, in dem wir dran geblieben haben. Drei Jahre war wirklich, wirklich harte Arbeit und nicht schön. Und da habe ich auftreten gelernt unter widrigsten Bedingungen. Und ich weiß, wann unser Durchbruch war. Ich weiß genau, wann das war. Und ich weiß auch genau, was danach geschah. Und es war nicht nur von außen. Also dieser Auftritt... Genau, dieser Auftritt, das ist so, wie wenn eine Fußballmannschaft das erste Tor schießt und dann vom psychologischen Vorteil gesprochen wird. So war das plötzlich. Dass wir auf diesem Auftritt spielen durften, dass wir dort, und selbst wenn es dabei geblieben wäre, bitte glaub mir das, wenn es bei diesem Auftritt geblieben wäre, was es nicht ist, wir haben danach Folgeauftritte bekommen, genauso wie wir es uns vorgestellt hatten, nur allein auf dieser Bühne stehen zu dürfen damals, was war denn das? Das war das Altstadtfest in Friedberg, Hessen. Da haben sich die Bands in der Region damals drum gestritten. Die Veranstalter hätten nichts zahlenbrauchen für diesen Auftritt, an keine dieser Bands. Weil wer da gespielt hatte, gehörte zu den Bands.

Florian: Wer noch nie da gespielt hatte, war gekröse. War eine Musikformation. Ja, genau. Eine durchsichtige. Das, was du beschreibst, ist ja tatsächlich wieder, was ist ein kleiner, nächster sinnvoller Schritt.

Miriam: Und wir haben drei Jahre darauf hingearbeitet, fast vier, dass wir diesen Auftritt bekommen haben. Wir wussten, dass der wichtig ist. Und wir haben uns überall erkundigt. Wir haben gefragt, wir haben es andere Bands gemacht. Wir haben mit dem Veranstalter gesprochen, nach welchen Prämissen er seine Bands auswählt, was wir zu leisten imstande sein dürfen, um dort spielen zu können. Habt ihr vorher mit dem abgeklärt? Jawohl.

Florian: Und dann sind wir eben wieder bei dem, was wir vorhin fleißig genannt haben oder was vielleicht auch der Titel ja in diesem Podcast ist. Was ist denn dann das? Wie lange bleibst du sozusagen an so einem Traum auch dran?

Miriam: Wir haben uns definitiv nicht in unseren Probenkeller gesetzt und gebetet, dass der irgendwann... Ich habe es schon heimlich getan, nur wir haben das nicht offiziell gemacht.

Florian: Wir haben geprobt. Und das war nicht das Einzige, ne?

Miriam: Ja, genau.

Florian: Und manchmal ist das, und vielleicht kennst du es ja aus deinem Umfeld auch viel mehr, weil es bei anderen so viel einfacher zu sehen ist. Manchmal sieht es so aus, als ob die erste Schwierigkeit, die erste Hürde bei jemandem kommt, also tolle neue Pläne, dann kommt die erste Schwierigkeit, die neue Hürde und dann ist das erste, was passiert so ein, ah, habe ich kein Talent für, kann ich doch nicht, nee, war es doch nicht. Ah, ich habe nur dieses neue Ziel. Und das ist das, was ich eben auch finde, was vielleicht für den einen oder die andere in 2019, 2020 auch drin wäre. Da ist vielleicht noch dieses eine oder andere sinnvolle Ziel von 2014 oder 2015, das nie so richtig abgeschlossen wurde, das nie richtig zur Seite gelegt wurde. Nur, dass richtig Aufmerksamkeit bräuchte, wenn du was damit tun möchtest. Weil es bedingt ja auch, wenn ich nicht nur in meinem Bandkeller sitzen kann und einfach nur an meinem Lieblingsstück irgendwie rumzimbeln, dann heißt es ja tatsächlich auch an der einen oder anderen Stelle eben Dinge tun, um dann dieses Ziel zu erreichen. Und möglicherweise eben auch Dinge, die aus der Komfortzone rausgehen. Völlig. Veranstalter anrufen. Und im NLP, das ist ja das, was dann auch einer der tiefsten Kerne vom NLP ist, dass wenn eine Person irgendetwas kann auf der Welt, dass eine andere Person das von der lernen kann, wie das funktioniert und wir nennen das dann hochtrabend abmodellieren. Modelling. Darum geht es im Kern. Wenn jemand etwas, eine Fähigkeit hat, also zum Beispiel die Fähigkeit, fremde Menschen anzusprechen oder auf einer Bühne zu stehen und ganz locker zu sein oder Menschen zu begeistern durch Videoauftritte oder durch Podcasts oder durch Dinge, ein Buch zu schreiben. Großartig in Elektronik, in Technik zu sein oder noch ganz andere Dinge zu machen. Als hervorragender Handwerker einen wunderbaren Lebensunterhalt zu verdienen. Irgendwie sowas. Dass es dann darum geht, wie macht der andere oder die andere das und dann eben die gleichen Strategien zu verwenden und da genauso reinzukommen.

Miriam: Vielleicht sogar mit Spaß. Wir sind wieder beim Thema Tun. Weil dafür darfst du dich erkundigen, dafür darf dir klar sein, was der nächste Schritt eventuell wäre, dafür darfst du über deine Themen sprechen, dafür darfst du rausgehen in die Welt und mit anderen Leuten Kontakt aufnehmen, vielleicht sogar gleich Menschen finden, die das schon mal geschafft haben oder die das dauerhaft schaffen, die das ständig schaffen, was du gerne hättest und dich dann fragen, was machen die anders als ich. Und das machen ganz wenige Menschen. Weil das bedeutet Strategieänderung.

Florian: Ja. Das war an der einen oder anderen Stelle auch ungewohnt. Ja, allerdings.

Miriam: Und es passt in kein Buch, was wir in den letzten fünf Jahren gelernt haben, also wie viele Learnings drin waren, wie viel Scheitern auch drin waren, wie viele Fehlversuche, wie viele Dinge wir in den Sand gesetzt haben in den letzten fünf Jahren. Dafür, dass wir jetzt in ein Jahr starten, mit zwei knüppelvollen Seminaren, mit einem sowas von überbuchten NLP Basic im Januar, da passt kein Härchen mehr rein. Das Ding nimmt jetzt wirklich eine rasante Fahrt auf. Das ist wirklich cool. Und da war viel Durchhalten drin. Da war viel ständiges Wiederfinden und Widersuchen. Und ich bin so froh, dass Florian an meiner Seite ist, weil das der größte Spürhund dieses Planeten ist, den ich kenne. Florian ist immer dran, nochmal was Neues zu entdecken und wieder jemanden aufzutun, der bestimmte Dinge schon mal ganz anders gemacht hat und sehr erfolgreich. Und es ist so irre, wie wir dadurch an Informationen kommen, wie wir bestimmte Dinge tun. Es ist ein Dranbleiben, das nach innen und nach außen gemessen werden darf. Weil wir auch, und das ist diese Traumjob-Lüge, über die wir einen ganzen Podcast gemacht haben, weil wir dringend davon abraten, ständig irgend so einem Hirngespinst zu folgen und ständig wieder die Richtung zu wechseln und zu sagen, ach, jetzt habe ich eine neue Idee, ich habe mit dem und dem gesprochen, der macht das, jetzt mache ich mal das und dann drei Tage später treffe ich irgendeinen anderen Guru und der erzählt mir dies und jenes. Das führt aus den Erfahrungen heraus und auch aus dem Abmodellieren, was wir getan haben.

Florian: Ich habe das mal ausprobiert. Ich habe auch eine Weile in Berlin gewohnt und war kurz nach dem Studium und eben gut bezahlte IT-Jobs zu der Zeit schon für mich. Und habe mich dann selbstständig gemacht und war dann in einer Gruppe auch drin, wo es eben viele von den Leuten gab, die irgendwie so, ja, ich könnte ja Coach sein oder ich könnte Berater sein oder ich könnte programmieren oder Videoschnitt wäre ja auch spannend oder Audioschnitt oder ich könnte auch was ganz anderes machen und Homepages programmieren. Ich könnte auch, was auch gut wäre, wäre in der Kita irgendwie Kinder betreuen oder Hunde rausführen. Das wäre ja auch alles noch drin. Und was mich wirklich mal interessieren würde, wäre mit Holz zu arbeiten. Und die große Herausforderung dabei ist wirklich, dass eine Exzellenz und eine Expertise im Arbeiten so nicht, und das sind feste Glaubenssätze in mir, in Florian, also in meiner Welt, kommt so Exzellenz nicht zustande. Sondern Exzellenz kommt daher, dass wir etwas wiederholt tun, dass wir Erfahrungen sammeln in einem bestimmten Gebiet, entweder eine Ausbildung da machen oder über sehr viel persönliche Erfahrungen gehen. Wir haben einen wunderbaren Goldschmied kennengelernt vor ein paar Wochen, der sich das alles selbst beigebracht hat in 19 langen Jahren, der das so als nebenbei gemacht hat und der jetzt inzwischen davon lebt. Da war sicherlich viel... Da waren auch der ein oder andere, die ein oder andere Geschichte dabei, die nicht auf seiner Facebook-Seite auftaucht, den Fotos, würde ich vermuten. Und so sagt so, ja, das war jetzt mal ein Stück, da haben wir wieder was gelernt.

Miriam: Und ein bisschen teures Material versemmelt.

Florian: Genau, nur über die Zeit eben tatsächlich was gelernt. Und dann, um den ganz kurz, wir haben tatsächlich einen ganzen Podcast dazu gemacht, über Cal Newport und die Traumjob-Lüge. Der Trick und tatsächlich, da steckt viel Sicherheit drin, viel sicheres Vorgehen. In dem Job, in der Tätigkeit, die du jetzt hast, in der Expertise, die du jetzt hast, die du dir aufgebaut hast über viele Jahre, da drin zu sagen, welche Teile davon machen dir denn am meisten Spaß. Was ist das, wo du wirklich aufgehst? Und es kann sein, dass das noch ein sehr, sehr, sehr kleiner Teil dessen ist, was du im Moment tust. Und dann ist die Aufgabe, diesen Teil zu vergrößern. Ich habe das jetzt schon ein paar Mal in Unternehmen mit Coaches verwendet, wo es darum ging, dass zum Beispiel jemand, der bisher nicht in einer Führungsrolle war, sondern in einer Fachexpertisenrolle, also sich sehr gut auskannte zum Beispiel im Bankenumfeld und wie da einzelne Transaktionen laufen und wie das alles so ist und jetzt in eine Führungsrolle reingehen wollte. Wie kann ich dafür sorgen, dass das passiert? Wo geht das? Und dann eben zu sagen, ja, dann freiwillig melden für ein Projekt oder freiwillig mal an einer kleinen Ecke was übernehmen. Vielleicht in einem Verein mal eine kleine Rolle übernehmen, um die Erfahrung zu sammeln, um zu merken, ist das so, wie ich mir das vorgestellt habe? Passt das? Ist das vielleicht ganz anders? Was auch immer. Die Gelegenheiten beim Schopfe fassen. Und dann Erfahrungen sammeln und dann diesen Teil ausweiten. Mit Trainings kenne ich das zum Beispiel auch, wo eine super Kollegin von mir dann auch eben angefangen hat, erstmal Halbtagesseminare zu geben über ein Thema, in dem sie sich sehr gut auskannte. Da ging es um Inhalte kreieren. Das war gar nicht mehr das, was sie machen wollte, nur es ging, also wie zum Beispiel, was man auf dem Blog machen kann oder auf Facebook schreiben kann, das war ihre Expertise, darüber hat sie erzählt und darüber, über dieses Erzählen hat sie dann eben mehr und mehr das auch gemacht, dann war es nicht mehr nur ein halber Tag, sondern dann war es plötzlich mal ein ganzer Tag, dann wurden es plötzlich mehr Leute und dann ist ja dieser Sprung in eine Trainertätigkeit für sie, war viel einfacher, weil sie kannte einfach das alles schon. Nur es war generiert aus dem heraus, wo ihre Expertise lag.

Bleib dran an dranbleiben — Abschied ins neue Jahr

Miriam: Und dieses Tu, was dich glücklich macht und ergreif die Möglichkeiten, sorg dabei für das Umfeld, das du benötigst, um dich sicher zu fühlen, gut zu fühlen, was auch immer dazugehört. Das sind alles Schritte, die du gehst für dein Ziel. Und es lohnt sich, dran zu bleiben. Es lohnt sich, zwischendurch innezuhalten und zu messen, nach innen und nach außen. Es lohnt sich, das große Ziel immer wieder ins Auge zu nehmen und reinzufühlen, ganz bewusst und dir vorzustellen, wie es entfertigt ist. Das lohnt sich. Und als wir damals mit der Band die ersten Auftritte hatten, diese Mini-Auftritte, ich weiß noch, wir haben mal für ein Autohaus gespielt, wirklich vor diesem Glas.

Florian: Ja, wo die Autos dann drinstehen, oder?

Miriam: Wo die Autos drinstehen, vor Glas, das ist so vom Sound her. Und wirklich irgendwie morgens um 11 bis um 15 Uhr oder so, wo die Leute kamen und gingen vorbei, haben sich total gewundert, dass eine Band da so laut ist. Und selbst da, wenn ich daran denke, es war ein Tag, an dem wir gelernt haben, mit Mikrofonen umzugehen. Ein Tag, an dem wir hart gelernt haben, wie das Handling mit einem Mikrofon funktioniert, ohne Feedback zu erzeugen vor Glasfront, mit einer schlechten Anlage. Es war wirklich großartig. All diese Dinge haben dazu beigetragen, wie ich heute auf der Bühne stehe, wie ich heute performen kann. Und wir haben jede Gelegenheit genutzt. Und wir konnten am Ende von dieser Band leben. Ja, war gut. Tolle Zeit.

Florian: Es ist eben ein unendliches Spiel.

Miriam: Ein unendliches Spiel, ja.

Florian: Ich glaube, das ist auch wieder ein Glaubenssatz. Und wir haben einen Podcast gemacht zum Thema Glaubenssätze. Also was ist das, was Menschen über das Leben und die Welt glauben und was ist das, was da ist. Dass es sehr sinnvoll ist, das als sehr langes Spiel anzulegen. Und eben zu sagen, wenn dein Traum so groß ist oder wenn du was Schönes entdecken willst oder selbst wenn es im Moment eher diese kleinen Momente sind in deinem Job, wo du ein paar mehr von haben möchtest, dann ist es eben ein Auslegen auf, was passiert in drei Jahren, in fünf Jahren, in zehn Jahren, in 15 Jahren, weil da viel mehr möglich ist, als wir uns vorstellen könnten.

Miriam: Das stimmt. Und damit begleiten wir dich jetzt so ein Stückchen weit ins neue Jahr. Vielleicht hörst du uns ja auch, wenn das neue Jahr schon begonnen hat. Und wünschen dir, dass du ganz viel Spaß und ganz viel Erfolg, und zwar Erfolg in deinem Sinn erlebst, wie auch immer der aussieht und wie auch immer du dir den jetzt vorstellst für dich.

Florian: Bleib dran an dranbleiben.

Miriam: Bleib dran und dranbleiben, ja. Bleib dran. Weil wir können ein paar mehr glückliche Menschen auf diesem Planeten durchaus vertragen.

Florian: Das wäre auch, also mit Spaß wäre auch noch, also. Wäre super. Für Miri schon, für mich darfst du auch ernst dranbleiben. So.

Miriam: Ist ja auch ein ernster Podcast, haben wir gesagt. Wir haben gesagt, das ist ein Thema, seriös und ernst. Und damit wünschen wir allen, die diesen Podcast wirklich am 31.12.2019 hören, einen guten Rutsch.

Florian: Ja, ins neue Jahr. Genau. Einen guten Übergang.

Miriam: Übergang, wie es hier im Rheinland heißt, genau. Und wir treffen uns auf jeden Fall drüben im neuen Jahr, weil dienstags geht es weiter mit unserem Podcast. Wir bleiben dran.

Florian: Dann möglicherweise schon aufgenommen in den neuen Seminarräumen. Oh, ich kann es kaum erwarten.

Miriam: Zweiter, erster.

Florian: Falls das Mischpult noch...

Miriam: Wir bleiben dran.

Florian: Macht's gut, ihr Lieben.

Miriam: Und danke für dieses wunderschöne Podcast.

Florian: Danke euch. Bis nächstes Jahr. Tschö.

Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss bis nächste Woche. Bis zum nächsten Podcast.

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