NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 96

Dran bleiben oder ablenken lassen?

Ooooh... was glitzert denn da drüben so schön?

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In dieser Folge

Darum geht es

Wer kennt das Phänomen nicht? Hier hat sich ein beflissener Mensch endlich hingesetzt und mit seiner Steuererklärung begonnen. Und dann klingelt das Telefon und Tante Erna sagt, dass dieser Mensch UNBEDINGT an ihrem 75. Geburtstag die Laudatio halten soll und der Geburtstag ist schon kommenden Samstag. Und dann? Dann ist die Steuererklärung plötzlich halb so wichtig und derjenige sammelt schon mal seine Gedanken für das Verfassen der anstehenden Rede. Und dann? Dann kommt diese E-Mail über Smartphone rein, dass ein wichtiger Kunde sich nun doch für morgen eine Retro im Projekt wünscht und Tante Erna hat leider kurzfristig verloren... Eine Kette von Verschiebungen? Dranbleiben unmöglich? Vom Äppelchen zum Birnchen? Von Gehirn zu Gehirn? Dieser Podcast wird anstrengend, das ist Miri und Florian schon vorher klar. Und witzig. Logo. Wie immer.

Im September gibt es noch Plätze für die Ausbildung zum NLP Practitioner mit Miri und Florian in der Trainer-Position und der international anerkannten Zertifizierung über die Society Of NLP unter Dr. Richard Bandler. Mehr Infos findest Du unter www.kontext-denken.de

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Unseren Video-Podcast (mit bewegten HD-Bildern in Farbe) findest Du hier auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=RxU_DlbWrqg&list=PLfj4P7lArPJDwiEArD6euHknuqZzbA3EX

Es geht um die Frage, warum die Steuererklärung liegen bleibt, während die Spülmaschine ausgeräumt wird — und was der Begeisterungsgrad damit zu tun hat. Miri und Florian sprechen über Prioritäten setzen, Multitasking und ablenkendes Ping vom Smartphone, über Weg-von-Motivation und Aufgaben, die durch ständiges Unterbrechen gefühlt immer größer werden. Konkret werden Techniken wie die Pomodoro-Technik, strukturierte Prokrastination (Structured Procrastination) und Deep Work nach Cal Newport, außerdem Rituale wie feste Arbeitsorte und ein bewusstes Nein am Telefon. Wenn du wissen willst, wie du an einer unliebsamen Aufgabe dranbleibst, ohne dich vom nächsten Anruf komplett aus der Bahn werfen zu lassen, bist du hier richtig.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Erst mal die Sache mit dem Unterbrechen
  2. Die Steuererklärung und das Eichhörnchen Scratcher
  3. Wo bist du eigentlich konsequent — und wo nicht?
  4. Auslagern, strukturierte Verschieberitis und Deep Work
  5. Rituale, Räume und die Sache mit dem Nein-Sagen
  6. Pomodoro, Entscheidung und ein Eichhörnchen, das nicht loslässt

Du sitzt an der Steuererklärung — und dann klingelt das Telefon: Tante Erna wünscht sich für ihren 80. Geburtstag eine Festrede. Kaum sammelst du erste Gedanken für die Rede, piept eine E-Mail: ein Kunde braucht bis morgen ein Angebot. Und dann meldet sich auch noch die Spülmaschine. Miri und Florian nehmen sich einen Hörerwunsch vor und fragen: Ist das eine Prioritätensache, ist es Multitasking — oder kann man da überhaupt was tun?

Erst mal die Sache mit dem Unterbrechen

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.

Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Was ist das Thema diese Woche?

Miriam: So, warte mal, also Podcast, klar, bevor wir den Podcast… Wir haben einen Jingle am Anfang. Ja, bevor wir den Podcast heute… Was ist das Thema? Ja, gleich, bevor wir den Podcast starten, noch was Wichtiges, und zwar unser Practitioner vom 25.09. bis zum 5.10. hat noch Plätze frei. Werbeunterbrechung. So, jetzt Podcast? Nein, nein, nein.

Florian: Wenn du jetzt mit dem Thema angefangen hast, dann wir geben im Sommer auch einen ersten Master.

Miriam: Das stimmt.

Florian: Und auch da hätten wir noch Plätze frei für Menschen, die selbst den Practitioner noch nicht bei uns gemacht haben. Wow. Dann kontaktiere uns bitte. Was ist das Thema?

Miriam: Bevor wir zum eigentlichen Thema kommen, habe ich noch was Wichtiges zwischen uns beiden zu klären. Wir haben eine Zuschrift bekommen, die sagt, wir sollen uns gegenseitig nicht so oft unterbrechen. Echt jetzt?

Florian: Die hast du mir gar nicht gezeigt.

Miriam: Ich soll dich nicht so oft unterbrechen, weil das, was du sagst, immer so lehrreich sei.

Florian: Wir haben auch das Gegenteil schon mal bekommen gehabt.

Miriam: Das stimmt. Und diese letzte Zuschrift hat mich schon getroffen.

Florian: Und ich möchte an dieser Stelle... Ich war nicht fertig.

Miriam: Das mir nicht signalisiert, wenn du aufhörst zu reden, denke ich, du bist fertig.

Florian: Ja, manchmal mache ich schöpferische Pausen.

Miriam: So.

Florian: Ja, die ich brauche, um zu denken. Können wir ein Zeichen vereinbaren, wann die vorbei sind? Ich mag das. Tatsächlich, ich habe das in Teams ja auch immer wieder. Die Frage für mich ist, wie wäre das denn in einem idealen Team? Oder in unserem idealen Podcast? Würden wir einander dann aussprechen lassen? Und in meiner Idealvorstellung lassen sich die Menschen nicht aussprechen, sondern wenn jemand so einen Impuls hat, was zu sagen, dann gibt es halt die Großzügigkeit, an der einen oder anderen Stelle den anderen Vorrang zu lassen und an anderen Stellen nicht. Ich weiß nicht, wie ist das bei dir? Ja. So ähnlich, oder?

Miriam: Es ist ein natürliches Gespräch.

Florian: Exakt.

Miriam: Und gerade wenn du was sagst, mein geliebter Traummann Florian, dann kommen in meinem Gehirn plötzlich Impulse. Ich weiß auch nicht, wie du das machst. Das ist wie Zauberei. Kenn ich sonst gar nicht von.

Florian: Das ist ja auch zwei Gehirne, ein Podcast.

Miriam: Richtig. Also das Thema, das wir heute haben, ist... Das Thema, das wir heute haben.

Florian: Bevor wir jetzt zum Thema kommen, wir haben sicherlich noch irgendwas, was wir jetzt einwerfen könnten. Offensichtlich ist das Thema nämlich, dass wir irgendwie nicht zum Thema kommen, oder was?

Miriam: Es ist noch komplexer.

Florian: Und ganz ehrlich, ich kenne das Thema vorher nicht, meistens.

Die Steuererklärung und das Eichhörnchen Scratcher

Miriam: Alle Gehirne da draußen aufgemerkt, bis zum 100. Podcast, Hörerwünsche. Dies ist der Hörerwunsch eines Gehirns, bei dem ich nicht weiß, ob ich ihm gewachsen wäre. Nur, wir stellen uns der Herausforderung. Hier ist jemand bei einer wichtigen Arbeit. Nehmen wir die Steuererklärung. Das Thema war schon längst da. Nehmen wir die Steuererklärung. Dann klingelt das Telefon und es ist Tante Erna dran und sagt, wir planen in vier Wochen unseren 80. Geburtstag und wir wollen dringend, dass du die Festrede hältst.

Florian: Oh, so eine Festrede zu halten ist gar nicht so einfach. Richtig. Und Tante Erna hat ja auch nur einmal Geburtstag.

Miriam: Richtig. So und dann lässt derjenige quasi die Steuererklärung stehen und liegen. Wie das deutsche Sprichwort so schön sagt. Und beschäftigt sich erst eilig und voller Hektik mit dieser Festansprache.

Florian: Würde er, jetzt ich rate mal, würde er, wenn dann nicht jemand anders anrufen würde, würde sagen, oh, ich brauche von dir bis morgen noch das Angebot.

Miriam: Exakt, das heißt die ersten vier Sätze dieser Festrede sind geschrieben, dann piept es.

Florian: Vermutlich sind nicht mal die ersten vier Sätze geschrieben, sondern das mentale Setup ist gemacht. Also mal zur Kaffeemaschine gelaufen, einen Kaffee in die Hand genommen, gesagt, jetzt kümmere ich mich um die Festrede zu Tante Erna, wieder an den Schreibtisch gesetzt und dann kommt diese E-Mail wegen, oh bis morgen brauche ich noch das Angebot.

Miriam: Und dann piepst die Spülmaschine, weil sie fertig ist.

Florian: Ja, exakt.

Miriam: Und das Geschirr vom Abendessen stapelt sich noch in der Spülmaschine.

Florian: Und wir reden eigentlich nicht über einen Menschen, sondern wir reden über eine Elster, die irgendwo was blitzen sieht oder so ein Eichhörnchen, das so von Nuss zu Nuss rennt. Wie dieses... Oh, Scratcher. Scratcher, genau.

Miriam: Scratcha ist der coolste. Scratcha verursacht ständig Katastrophen dadurch, dass er zu seiner Nuss...

Florian: Wir reden über den Film Ice Age. Die Filme.

Miriam: Das ist ein steinzeitliches Eichhörnchen-Modell.

Florian: Und da ist immer diese Nuss.

Miriam: Und er jagt während der gesamten 18 Episoden Ice Age, die es schon gibt, eine einzige Nuss, die ihm immer wieder auskommt und auf seiner Jagd verursacht er Kontinentalplattenverschiebungen, Satelliten, nee, wie heißen die Dinger, die aus dem Weltall runter, Kometen, nee, die, die auf die Erde, Meteoriteneinschläge, was weiß ich, ja, exakt. Ja genau, davon sprechen wir in diesem Podcast. Und derjenige, der uns das Thema geschickt hat, hat sich selbst gefragt und uns damit auch, ist es jetzt eine Prioritätensache, oder ist es Multitasking oder kann ich da überhaupt was gegen tun? Ja. Danke, dann war's dann. Vielleicht war gemeint und da werden wir in unserem Practitioner ja sehr genau mit Sprache. Diese Frage ist eine sogenannte geschlossene Frage. Das heißt, wir könnten die jetzt easy peasy mit Ja oder Nein beantworten. Wir könnten auch sagen Nein hoffnungslos und aufhören. Florian sagt ja und ist dabei belassen, vorausgesetzt, dieser Hörer schickt uns nicht noch eine genauere Nachfrage. Also wenn es jetzt eine offene Frage wäre, was genau kann ich denn tun, damit ich zum Beispiel mal was fertig bekomme oder damit ich bei einer Sache bleibe, von der ich glaube, dass sie wichtig ist.

Florian: Prioritäten setzen.

Miriam: Wie geht das? Manchen Menschen fällt es schwerer als anderen.

Florian: Das stimmt.

Miriam: Wie gut bist du denn in Prioritäten setzen? Was hat denn überhaupt Priorität? Emotional betrachtet ist es bei mir so, dass die Steuererklärung ungefähr die geringfügigste Priorität hätte.

Florian: Wie würde die denn die Priorität verändern? Also bei der Steuererklärung würde ich erwarten, da kommt ja, also einmal gibt es diesen sanften Hinweis Richtung Mai rum. Und dann gibt es den Steuerberaterhinweis nochmal Richtung Juli, August rum, dass jetzt eine gute Zeit wäre und dann meldet sich ja irgendwann Richtung Ende des Jahres nochmal das Finanzamt und mahnt dann nochmal an, je nachdem in welchem Programm man, also wie wichtig die Steuererklärung ist, wie viele Sachen man schon im letzten Jahr hatte und so. Und dann gibt es ja, glaube ich, noch bei Freiberuflern dieses, dann setzen wir jetzt was fest. So als letzte Variante, dann schätzen wir jetzt. Also Daumenschrauben. Daumenschrauben, genau. Wird es dann irgendwann von der Priorität her bei dir so wichtig, dass du es dann machst? Ja. Ab welchem Zeitpunkt?

Miriam: Daumenschraube. Ab Daumenschraube. Wir sind ja hier unter uns, ne?

Florian: Und aus dem Modell des NLP heraus können wir da auch was tun, wenn es uns stört. Wenn nicht, dann ist alles gut. Offenbar scheint es diesen Hörer zu stören, sonst hätte er... Mein Steuerberater schickt mir jetzt schon immer alles vor, ausgefüllt und fertig und bittet mich nur noch um Durchsicht und sagt dann hier und jetzt auch zurückschicken bitte und fertig.

Miriam: Und du hast vorher irgendwelche Unterlagen dahin geschickt, damit es überhaupt vorgef... Nee. Nein.

Florian: Noch schlauer, noch schlauer, das ist der Steuerberater, der auch die ganzen Firmensachen macht. Das heißt, der hat meine ganzen Gehaltsbelege sowieso schon gehabt. Ja, hervorragend. Ja, ich finde das auch sehr brillant. Das ist... Das kostet auch Geld, das lasse ich ihn einfach machen.

Miriam: Ja, alles gut. Und bei manchen ist es ja so, dass die Steuererklärung sehr händisch ausgeführt wird von einem Menschen, der sowieso auch für sich selbst noch nebenbei arbeitet, um überhaupt Steuer zahlen zu können. Und da ich jetzt sowieso nicht so ein zahlenintensiv begeisterter Typ bin, ist Steuererklärung für mich ungefähr so wie...

Florian: Haben wir Miri jetzt in seinen Steuerberater gebracht, der ins gleiche Programm jetzt fährt?

Miriam: Also ich kann die Situation total gut nachvollziehen. Wenn ich mich hinsetze, um die Steuerunterlagen allein schon zusammenzufinden, dann... Und es klingelt das Telefon und es ist jemand dran und sagt, ich habe Liebeskummer, kannst du schnell vorbeikommen und mir ein Coaching anbieten? Dann bin ich sofort auf dem Weg und dann räume ich noch nicht mal den Schreibtisch auf. Es bleibt dann alles so liegen. Dann war das auch gefühlt war das tausendmal wichtiger oder die Spülmaschine auch zur Not. Zur Not funktioniert die auch. Und ich kann sehr schnell von der Aufgabe ablassen, wenn sich emotional betrachtet eine größere Priorität findet.

Wo bist du eigentlich konsequent — und wo nicht?

Florian: Spannend, weil ich habe schon erlebt, dass Miriam die Spülmaschine tatsächlich abends sehr, sehr konsequent ein- und ausräumt noch. Also, du liebe Miriam, du lässt die Spülmaschine nicht gerne für morgens liegen. Das ist mein Eindruck. Also ich habe es in der Zeit, in der wir jetzt zusammenleben, und es sind ja schon ein paar Jahre, ich habe es noch nie erlebt, dass du morgens die Spülmaschine einräumst. Oder? Doch. Und? Und sehr, sehr selten.

Miriam: Ja, die Spülmaschine hat mir auch schon manchmal steuererklärungstechnisch das Leben gerettet. Ja, die...

Florian: Ja, nur die Spülmaschine, du räumst die morgens ein, wenn du die abends so voll gemacht hast, dass die nachts lief. Ja, genau. Dann räumst du die morgens ein. Soweit es geht, ist die Spülmaschine eingeräumt, bevor du ins Bett gehst. Wo ist der Unterschied zur Steuererklärung?

Miriam: Die Spülmaschine ist spannender als die Steuererklärung. Und überleg mal, was das heißt. Ich tue mir gerade selber leid, merke ich. Ja.

Florian: Weil das wären so typische Fragen auch aus dem Modell des NLP heraus. Wie schaffst du das eine? Weil offensichtlich, also ich kenne sehr wenig Menschen, die jetzt nackig auf die Straße gehen. Also die morgens die Prioritäten so verschieben, dass sie sagen, für Anziehen hatte ich heute Morgen keine Zeit. Sondern die meisten Menschen, die ich erlebe, sind dann schon angezogen, haben oft auch irgendwie über die Lebenszeit, gibt es ja irgendwie präferiertes Frühstück, also bei den einen ist es eben Kaffee oder bei den anderen ist es ein größeres Frühstück. Viele Menschen schaffen es auch, das so einzubauen, dass sie tatsächlich das Frühstück haben, was zumindest okay ist für sie. Ob es ein großartiges Frühstück ist, wer weiß, nur haben irgendwie was im Magen und sind angezogen und wahrscheinlich auch gewaschen.

Miriam: Okay, das heißt, grundsätzlich haben sie die Fähigkeit...

Florian: Genau, es ist kein Defekt, also sie sind nicht kaputt an der Stelle.

Miriam: Das wäre schon mal tröstlich.

Florian: Allerdings.

Miriam: Dann kann ich ja so weitermachen.

Florian: Wenn es dich nicht stört?

Miriam: Doch.

Florian: Echt? Bei der Steuererklärung stört es dich?

Miriam: Ja, weil im Grunde bin ich ja total happy, wenn ich solche Tätigkeiten hinter mir habe. Steuererklärung fühlt sich so an wie Christbaum abschmücken. Das mag ich überhaupt nicht und ich bin halt froh, wenn ich es hinter mir habe. Also ich freue mich dann später, wenn ich es erledigt habe. Und das ist bei der Steuererklärung auch so und ich würde jede Gelegenheit nutzen oder bis jetzt hätte ich jede Gelegenheit genutzt, diese Tätigkeit zu unterbrechen.

Florian: Es gibt noch so ein paar Sachen, wo ich das kann.

Miriam: Ja, also ich kann das total verstehen und ich wundere mich selbst auch, weil ich kann sehr konsequent sein und ich kann auch sehr dranbleiben an was. Also ich kann nächtelang durchmachen, um was fertig zu bekommen, ohne mit der Wimper zu zucken und auch ohne das zu unterbrechen, selbst wenn was wäre, außer es geht um Leben und Tod. Dann kann ich ziemlich vieles ignorieren und bei ziemlich vielen Sachen sehr einfach sagen, jetzt nicht. Das mache ich dann später. Und wenn ich mich jetzt so hinterfrage, dann hat es was mit dem Begeisterungsgrad für die Tätigkeit zu tun.

Florian: Ich hatte das früher mit Fotoprotokollen.

Miriam: Ja, das ist auch was, was ich gerne mache.

Florian: Also gerade jetzt in den letzten vier Wochen, ich bin jede Woche drei Tage in irgendeinem Training unterwegs. Also war ich am Anfang nicht, weil wegen anderen Gründen nur. Jetzt kommt so eine Phase, jede Woche drei Tage Training und die ganzen Flipcharts und Post-its, die wir verwenden, fotografiere ich dann ab und darf sie in die richtige Reihenfolge bringen und so. Und früher wäre mir das sehr schwer gefallen und das ging mir auf den Keks. Und deswegen habe ich da jetzt vor kurzem was geändert, weil ich auch einen sehr spannenden Artikel dazu gelesen habe, wo jemand die These hatte, ich unterbreche den Florian jetzt nicht, wenn wir solche Aktivitäten, also wie zum Beispiel die Steuererklärung, dann auch noch unterbrechen, dann werden die nicht kleiner oder nicht weniger schlimm, sondern dann werden die noch schlimmer. Und beim Fotoprotokoll aus meiner Vergangenheit kann ich es eindeutig so sagen. Also es war eindeutig so. Ich habe dann angefangen, habe ich aufgehört, war die Hürde noch höher nochmal anzufangen. Und da, als ich das gelesen habe und so drüber nachgedacht habe, was passiert da gerade und mich überlegt habe, wie möchte ich das ändern, da habe ich mir dann gedacht, jetzt hört es auf. Also noch schlimmer möchte ich es einfach nicht haben. Ist ja Quatsch. Nee, das ist es nicht bei mir.

Miriam: Ich fühle gerade in mich rein.

Florian: Das wäre spannend, weil das hieße dann, die Steuererklärung würde immer schlimmer, also das würde immer dringend, also ein immer größerer Berg werden, jedes Mal, wenn wir anfangen und aufhören. Und so die Metapher in dem Artikel, weil wir unserem Kopf immer signalisieren, oh, es ist noch schlimmer als gedacht. Also ich hatte schon komische Vorstellungen dazu und dann habe ich es gemacht und ich wurde nicht mal fertig mit dem kleinen Brocken, den ich mir vorgenommen habe und deswegen und habe dann zwischendrin auch noch aufgehört und was anderes gemacht und es ist wirklich so, also und den möchte ich nicht mehr haben. Deswegen möchte ich solche Aufgaben nicht mehr haben, weil die Steuererklärung und die oder Fotoprotokolle, wir machen es ja sowieso.

Miriam: Ja, das stimmt.

Florian: Also wieso es dann nicht einfach tun?

Miriam: Ja, fühlt sich noch nicht so an, als würde das greifen jetzt. Ich verstehe das.

Florian: Ja, voll gut. Rational ist ja schon mal gut.

Miriam: Rational ist schon mal gut. Da ist was dran, was du sagst. Wobei ich das mit diesem, das ist dann noch blöder und noch größer, wenn ich es einmal unterbrochen habe. Die Erfahrung habe ich nicht gemacht.

Florian: Das wäre sowas wie, da steht noch der geschmückte Christbaum und das ist jetzt der 7. Januar. Genau. Und jetzt ist quasi, also jetzt, dann wird es ja auch irgendwann, also wenn es am 7. noch nicht gemacht ist, dann können wir es ja auch am 8. noch machen.

Miriam: Ja, ich mache es auch da kurz vor Press, weil ich sozusagen irgendwann von der Stadt eine Benachrichtigung bekomme, dass die am 8. die Bäume abholen. Und dann mache ich das in der Nacht vom 7. auf den 8. Und da lasse ich mich dann auch nicht unterbrechen, weil ich dann sage, die holen das morgen, wenn der Baum bis dahin nicht abgeschmückt ist, holen sie ihn wahlweise mit meinem teuren Schmuck.

Florian: Oder gar nicht.

Miriam: Oder nicht. Und dann steht er da bis nächstes Jahr. Und das wäre noch blöder, weil er ist eh jetzt schon nicht mehr schön. Also es gibt dann sozusagen da schon eine Motivation, das zu tun.

Florian: Eine Weg-von-Motivation, ne?

Miriam: Ja. Oder eben dieses auf Druck, ne?

Florian: Also dass da jemand Druck macht von außen. Eine Weg-von-Motivation.

Miriam: Bei der Steuererklärung habe ich es schon ganz oft so hinbekommen, dass ich es auf den letzten Drücker mit Androhung von irgendwas dann hinbekommen habe. Und dann auch durchgezogen habe. Und ich hätte ja Monate vorher schon die Möglichkeit gehabt, das entspannt zu tun.

Florian: Und jetzt gibt es manchmal die Theorie, dass wir da eine Präferenz haben oder dass wir sagen, wir funktionieren immer gleich von der Struktur her. Und dann kann ich bei Miriam echt sagen, das ist nicht bei allem so.

Miriam: Nee.

Florian: Also bei manchen Sachen super konsequent. Also manche Projekte, die wir machen, da hechle ich dann hinterher. Da denke ich mir schon, wow, ich bin super gut dran und dann gucke ich, was die Miriam macht und wurde links überholt. So mit, wie du hast deinen Teil schon gemacht. Ich habe meinen Teil auch schon angefangen. Hallo?

Miriam: Und der Gedanke tut voll gut. Also daran zu denken, dass ich das grundsätzlich schon kann, auch bei anstrengenden Tätigkeiten. Zum Beispiel mag ich es gar nicht so sehr, Seminarpläne runterzutippen. Ich mag es total gerne, Seminare mit Florian zu planen. Und was ich dann nicht so mag, ist mich hinzusetzen und das in Excel oder in Word irgendwie zu parken, damit wir es eben abrufbar haben. Was durchaus sinnvoll ist, zumindest für mein Gehirn. Und das mache ich trotzdem mit aller Konsequenz, sobald wir fertig sind. Weil es irgendwie zu dem Erfolg beiträgt, den wir haben. Wo ist der Unterschied zwischen dem und Steuererklärung? Genau, und das habe ich noch nicht rausgefunden. Und ich weiß, im NLP gibt es durchaus Methoden, das auch zu verbinden. Also hier sozusagen eine Brücke zu bauen von, grundsätzlich habe ich diese Fähigkeit, auch die unangenehmeren Seiten eines Jobs konsequent und am Stück durchzuziehen und auch priorisiert zu halten. Und ich bin noch dran, da noch besser zu werden. Ich wende das dann an den ganz unangenehmen Polen auch an. Wie gesagt, ich bin voller Verständnis für diese Hörerfrage.

Auslagern, strukturierte Verschieberitis und Deep Work

Florian: Und manchmal ist es vielleicht bei dem einen oder anderen Thema gar nicht so wichtig, das auf diese Art und Weise zu lösen, sondern vielleicht kann ich es auch auslagern. Das ist jetzt meine Steuerberaterlösung. Du kannst ja mal drüber nachdenken, welche Aufgaben du gar nicht machen brauchst, sondern du könntest jemand anders die machen lassen.

Miriam: Sehr cool.

Florian: Und vielleicht lohnt sich das einfach. Okay. Ein anderer Gedanke ist, ich habe mal einen super lustigen Artikel von einem Professor gelesen, da ging es um Structured Procrastination. Strukturierte Verschieberitis. Sein Ansatz im Leben war, immer so eine eklige Aufgabe ganz oben auf der To-Do-Liste zu haben, um sich dann um die Aufgaben zwei bis fünf auf alle Fälle zu kümmern.

Miriam: Das hatten wir schon mal in einem Podcast. Ja, das ist ein ganz toller, lustiger Trick. Das ist tatsächlich cool.

Florian: Die Steuererklärung liegen zu lassen, um dann eben den Rasen zu mähen, die Garage aufzuräumen, den Dachboden mal sauber zu machen und diese ganzen Sachen, die echt schon lange liegen geblieben sind, um die dann endlich mal zu machen.

Miriam: Ich glaube, es gibt noch einen anderen Aspekt in dieser Frage, nämlich dieses Spontan-Verschieberitis zu praktizieren. Also ich kann sozusagen so eine Liste haben, mir tut es übrigens auch tatsächlich gut, das klappt bei mir. Also zu sagen, noch schlimmer wäre es ja jetzt, wenn ich jetzt die Gardinen waschen würde. So, dann mache ich lieber erst Wäsche zusammenlegen oder Wohnzimmer aufräumen oder was auch immer. Und ich glaube, dass hier noch eine andere Energie schwingt in dieser Frage, nämlich dieses ständig in diesem, jetzt ruft einer an, jetzt piepst irgendwo eine Maschine und da sofort eine Aktion draus zu bauen, statt zu sagen, kannst du mich in zwei Tagen anrufen, dann sprechen wir in Ruhe über diese Festrede. Oder die Spülmaschine kann jetzt noch zwei Stunden warten, weil die stirbt ja nicht, wenn ich die jetzt nicht ausräume. Und wir haben noch genug Kaffeetassen im Schrank, dass sich jeder, der jetzt einen Kaffee trinkt... Und ist das schlimmer geworden in den letzten Jahren durch die Smartphones, die wir haben?

Florian: Und ich kann ständig meine E-Mails checken, ich kann ständig bei Facebook schauen, ob sich jemand gemeldet hat. Ich kann ständig mich um diese Kleinigkeit oder jene Kleinigkeit kümmern. Ist das dieses Multitasking, was jetzt viel zu schlimm geworden ist in den letzten Jahren? Können sich deswegen Kinder nicht mehr konzentrieren in der Schule?

Miriam: Das wird jetzt ein großer Podcast.

Florian: Das stimmt.

Miriam: Wir machen jetzt noch ein anderes Thema auf.

Florian: Cal Newport nennt es Deep Work, also tiefe Arbeit. Und er sagt, der Eindruck ist, es gibt halt manchmal, lohnt sich es und bei mir, also ich habe ein Luxusbeispiel zu Hause, wirklich. Wenn Miriam Theaterstück schreibt, dann setzt sie sich hin hier an den Küchentisch und schreibt zwei Stunden lang und wenn ich sie zwischendurch was frage, kann es sein, dass sie mich gar nicht hört, weil sie so konzentriert in dieser Arbeit drin ist. Und es gibt sicherlich Arbeiten, wo es sich lohnen würde, sehr konzentriert, fokussiert an etwas zu arbeiten und an der Stelle darf ich, glaube ich, einfach auch sehr diszipliniert sein und sagen... Ich möchte jetzt keine E-Mails checken, keine Telefonanrufe, kein Facebook, kein sonst irgendwas, sondern es ist eben der Word-Prozessor auf und Microsoft Word ist offen und das ist das Einzige und ich checke da nebenher nicht noch x Sachen.

Rituale, Räume und die Sache mit dem Nein-Sagen

Miriam: Weißt du, was cool ist? Fällt mir gerade dazu ein. In meinem Fernsehjob, den ich im Moment habe, werden wir ja geschminkt immer. Das dauert so eine halbe bis dreiviertel Stunde, je nach Haarpracht. Bei mir eine halbe Stunde. Für die Damen. Die Herren übrigens zwölf Minuten. Echt jetzt? Ja. Also für die Damen eine halbe bis dreiviertel Stunde. Und in der Zeit sitzen wir ja nun mal fest mit unserem Hintern auf irgendeinem Schminkstuhl und werden bearbeitet, tut sehr gut, ist sehr schön, machen einen noch schöner, ist total toll, absoluter Luxus und während dieser Zeit genieße ich es zum Beispiel auch einfach nur entspannt die Augen zu schließen in der Gewissheit, wenn ich sie wieder öffne, bin ich noch schöner als vorher und ich lasse einfach mal diese Mädchen oder diese jungen Frauen da zaubern, die da arbeiten. Und tatsächlich passiert es oft, dass genau diese dreiviertel Stunde vor der Sendung, da wird nochmal irgendwas im Team besprochen, was ich da nicht mitbekomme oder es kommt noch eine Änderung rein für die Sendung, dann klingelt in dieser Maske das Telefon, da ist dann ein Redakteur dran oder jemand von Studio Producing und dann, wir wollen die Miriam sprechen, Miriam, pass auf, das ist noch passiert. Das ist dann wie so ein Rausreißen aus diesem schönen entspannten Zustand, mich jetzt alleine diesem äußeren Wandel in die Fernsehmoderatorin zu widmen oder mich da reinfallen zu lassen. Und das war beim hessischen Rundfunk früher komplett anders, denn die Maske war eine Zeit, die heilig war. Ein Moderator, der in der Maske war, war nicht ansprechbar und die Maske hatte die Türen zu und kein Telefon im eigentlichen Schminkraum. Die hatten ein Telefon in einem anderen Raum und die Moderatoren, die geschminkt wurden, waren während dieser halben Stunde nicht verfügbar, weil auch die Maskenbildner gesagt haben, wir wollen die hier entspannt sitzen haben und wir machen hier auch zusammen einen Job. Und da hat das jetzt nichts verloren. Die sollen so pünktlich ins Haus kommen, dass sie das alles vorher schon erledigt haben. Oder es dann danach noch machen, wenn das vorbei ist. Und das habe ich dort zum ersten Mal erfahren, dass sowas quasi angeordnet ist. Dass eine Zeit, in der jetzt, außer dass jemand schön gemacht wird, nichts Produktives geschieht für eine Sendung.

Florian: Und das ist ja sehr produktiv.

Miriam: Und das ist sehr produktiv, klar. Es ist am Ende sehr produktiv.

Florian: Das ist ein visuelles Medium.

Miriam: Absolut, ich bin voll bei dir. Es schien mir am Anfang schräg, dass also das Wichtige an dieser Sendung ist der Inhalt. Und wenn über den Inhalt es irgendwas zu sagen gibt, dann hat das immer eine Prio. Und diese Maskenbildner, die waren da super konsequent. Die haben gesagt, nein, das ist hier schon seit 30 Trilliarden Jahren so. Der Hessische Rundfunk gehört zu den ältesten Sendeanstalten in Deutschland. Maske ist heilige Zone, wie im Theater. Hier kommt keiner rein, der nicht was mit der Schminkerei oder der Perücke zu tun hat. Und es war eine sehr gute Zeit vor der Sendung, weil so eine Fernsehsendung hat viel Außeneindrücke und ist sehr intensiv vom Konzentrationsaufwand und es war klasse, diese halbe Stunde in Ruhe, in Stille, ganz in diesem Körperding zu haben, mit dem ich ja dann auch später arbeite, der ja mein Instrument ist. Von der Stimme bis hin zur Haltung, Charisma. Und das hat mich gerade daran erinnert, dass es das auf Ansage gab. Den Luxus habe ich jetzt nicht und es ist okay, ich komme damit gut klar, nur da habe ich mich gerade daran erinnert. Vielleicht für sich selbst so eine Art Ansage zu machen, das ist jetzt einfach dieser Augenblick, diese Stunde. Du hattest auch mal in einem anderen Podcast gesagt, ich brauche ja nicht immer alles auf einmal zu machen, nur die Dreiviertelstunde oder Stunde, die ich mir jetzt vornehme für die Steuererklärung, die mache ich auch für die Steuererklärung. Und da ist es legitim, dass wir sich ja nicht trauen würden, das Handy auf Flugmodus zu stellen in der Zeit.

Florian: Beziehungsweise es ist die Unterstützung, von der ich weiß, dass ich die brauche, um das zu machen. Einer meiner neueren Tricks, auch für diese Fotoprotokolle, früher habe ich die oft dann unterwegs im Hotelzimmer gemacht. Und dann habe ich die entweder abends nach dem Seminar gemacht und es war mal so, ja... Jetzt hätte ich auch gerne mal, also da sind mir sehr viele Sachen im Kopf rumgegangen und da ging es sehr rund vom Tag noch. Und dann habe ich gemerkt, ja abends mache ich die nicht so gerne, sondern lieber morgens vor dem Seminar. Und dann habe ich die oft morgens im Hotelzimmer noch vor dem neuen Seminartag, habe ich das letzte noch von letzter Woche, die Fotos schon mal sortiert oder irgendwelche Kleinigkeiten gemacht. Und es war auch so, hat manchmal funktioniert und manchmal ging es nicht gut. Und mein neuer Trick ist, ich gehe dann einfach deutlich viel früher in mein neues Seminar rein, in den Seminarraum schon oder in ein Café, das da in der Nähe ist und setze mich da dann eine Stunde hin, hole mir einen Kaffee, hole mir irgendwas zum Frühstücken und mache das dann nicht an dem Ort, an dem ich dann auch entspanne oder wo auch andere Sachen sind, wo ich mich dann auf meine Kleidung für die nächsten Tage kümmern kann oder so. Sondern geh dann schon in einen Arbeitsort rein. Ich glaube, das ist das, weshalb viele Leute, auch wenn sie zu Hause arbeiten könnten, so ein Coworking-Space haben. Wo sie sagen, das ist ein Büro, da gehe ich hin und da sind dann andere Rahmenbedingungen. Und ich glaube, es wäre sehr sinnvoll, aus ritueller Sicht zu sagen, in meinem Büro mache ich kein Facebook oder in meinem Büro lese ich bestimmte Sachen einfach nicht, weil ich diesen Raum sauber halten möchte.

Miriam: Und mal gelingt uns das vielleicht und mal gelingt dir das besser.

Florian: Und du kannst ja dann die eine oder andere, wie Gunter Schmidt sagen würde, Ehrenrunde drehen. Das ist ja so...

Miriam: Das stimmt. Und? Was ich auch für mich gemerkt habe, ist, wenn wir jetzt nochmal auf die Situation vom Anfang des Podcasts zurückgreifen, also hier sitzt jemand an irgendeiner wichtigen Aufgabe, sei es die Steuererklärung, dann klingelt das Telefon, da ist jemand dran, der sagt, oh, das ist jetzt voll dringend, ich brauche morgen. Dann habe ich für mich überlegt, dass ich sowas mache wie, ich nehme das Telefon vom Ohr, ganz bewusst, wechsel das in die andere Hand und halte es von der anderen Seite nochmal an meinen Kopf.

Florian: Um es nochmal von der anderen Richtung zu hören.

Miriam: Und dann, nee, das ist einfach nur, damit ich körperlich irgendwas tue, was dieses Muster unterbricht, was da jetzt normalerweise bei mir stattgefunden hätte. Um dann mit einem tiefen Atemzug zu sagen, wir können gerne um 16 Uhr telefonieren.

Florian: Ja.

Miriam: Und dann verstehe ich auch, was du willst. Entweder ich begründe es noch oder ich sage einfach, ich habe mich jetzt entschieden, eine Stunde lang mal an meinem Projekt zu bleiben. Das geht. Und bis jetzt war das Feedback einwandfrei. Es war nie so, dass derjenige gesagt hat, oh Gott. Sondern eher, achso, ja gut, Entschuldigung, das wusste ich ja nicht. Dann sage ich, kannst du ja auch nicht. Kannst ja nicht durch die Telefonleitung gucken.

Florian: In Entwicklerteams, wenn ich mit Softwareentwicklern zusammenarbeite, manchmal gibt es so Regeln wie, wenn jemand einen Kopfhörer auf hat, ist er gerade nicht anzusprechen.

Miriam: Ah, sehr cool.

Florian: Um dann die Möglichkeit zu haben auch, dass sich jemand wirklich mal auf was konzentriert und ganz viel Kontext ins Gehirn reinlädt. Weil manche Aufgaben sind einfach anspruchsvoller und ich vermute, das spielt bei der Steuererklärung halt auch mit rein. Das ist ja nicht sowas, was ich nebenbei einfach mal mache, sondern dann möchte ich auch drüber nachdenken, dann habe ich die Unterlagen alle da liegen, dann fange ich an drüber nachzudenken, was war denn da eigentlich alles, welche Reisen, welche... Was waren dann noch an irgendwelchen Werbekosten, die da noch reingingen? Was haben wir an Kapitalerträgen noch dazubekommen und so? Dass das alles korrekt ist und sauber ist. Und dann ist es ja eine gute Idee, wenn du dich einfach sauber fokussierst.

Pomodoro, Entscheidung und ein Eichhörnchen, das nicht loslässt

Miriam: Wenn du jetzt während des Podcasts vielleicht auch schon an die Situationen gedacht hast, in denen du durchaus imstande bist, Dinge von A bis Z durchzuziehen, dann nimm dir ruhig so eine Situation mal vor Augen und am Ende des Tages trifft dann eine Entscheidung. Für mich klingt das sehr nach Entscheidung treffen. Also zu sagen, ich entscheide mich jetzt ganz bewusst, die nächste Stunde, die nächsten 90 Minuten mit dieser einen Sache zu verbringen. Telefon auf lautlos. Und Fein.

Florian: Es gibt ja diese Pomodoro-Technik. Hatten wir schon. Über dieses Thema weiß ich tatsächlich zu viel, weil es so viel mit Teams zu tun hat und mit Zusammenarbeit und mit Workflow. Es gibt ja diese Pomodoro-Technik. Ich weiß nicht, ob 90 Minuten am Anfang zu lang sind. Die Empfehlung daraus ist, 25 Minuten zu nehmen, einen Wecker zu stellen und zu sagen, 25 Minuten nur dieses Thema. Wenn mir was anderes zwischendrin einfällt, einfach notieren an der Seite. Du darfst ja dann nachher einfach wieder drüber nachdenken. Nur diese 25 Minuten einfach sauber zu halten. 25 Minuten Steuererklärung. Punkt aus. Und dann nach 25 Minuten wieder zu entscheiden, gibt es jetzt was Wichtigeres, ansonsten einfach die nächsten 25 Minuten zu machen. Und die konsequent durchzuziehen. Es gibt Zeiten, in denen ich entscheide, was ist das nächste, was ich tue. Nämlich immer dieses Zwischendrin. Und es gibt Zeiten, in denen ich dann einfach meinem Plan folge, für den ich mich entschieden habe. Und wenn diese Durchführungszeiten kurz genug sind, also wenn es nur darum geht, mal 20 Minuten den Fokus zu halten auf der Steuererklärung, dann ist das vielleicht auch viel einfacher, als zu sagen, 16 Stunden Projekt.

Miriam: Und andere Menschen reagieren, das ist die Erfahrung, ich habe es wirklich getestet, reagieren deutlich positiv, wenn jemand Konsequenz zeigt. Weil das ist ja dann auch verlässlich fürs nächste Projekt. Wenn mir jemand sagt, jetzt nicht und gerne um 17 Uhr, um 18 Uhr.

Florian: Oder in den Pomodoro-Beispiel eben in 25 Minuten. Also ich bin da gerade jetzt in was drin. In 15 Minuten melde ich mich wieder. Richtig. Weil dann habe ich wieder, dann gibt es wieder diesen Zeitpunkt, wo ich entscheiden kann, ist es jetzt wichtig? Ja, vielleicht ist der Anruf von Tante Erna ganz wichtig. Voll gut. Nur jetzt die nächsten 18 Minuten, die noch übrig sind, bleibe ich da einfach dran.

Miriam: Bevor wir jetzt diesen Podcast beenden, noch eine kleine Zwischenanmerkung.

Florian: Was, wir müssen, ja?

Miriam: Wir kommen jetzt gleich zum Ende dieses Podcasts.

Florian: Ja, echt schon? Wir sind erst bei 31 Minuten. Dieses Thema haben wir noch nicht in ausreichender Tiefe behandelt.

Miriam: Ich weiß, weil es auch eine Präferenz ist. Es ist auch wichtig für Business. Also es ist total wichtig für Business, dieses Thema.

Florian: Und da gibt es so viele verschiedene Perspektiven drauf und es gäbe noch so viele NLP-Tricks, die wir dann erst im Practitioner besprechen. Richtig.

Miriam: Ab Podcast-Folge 101 legen wir ja die Themen wieder fest.

Florian: Oh, dann können wir ein Teilthema davon nehmen. Natürlich.

Miriam: Können wir richtig in Medias res gehen mit Zeitmanagement, Projektmanagement.

Florian: Glaubst du, es interessiert jemanden?

Miriam: Oh, ich habe den Eindruck schon.

Florian: Weil über Priorisierung haben wir jetzt auch zum Beispiel noch gar nicht. Woher weißt du denn, was das Wichtigste ist?

Miriam: Oh, das ist ein spannendes NLP-Thema. Ja, stimmt. Manchmal darfst du dich auf dein Gefühl verlassen.

Florian: Oder auf die Stimme des Steuerberaters. So, voll schön. Wie Scratcher, wir rennen jetzt weiter der Nuss hinterher, oder wie?

Miriam: Ja, ohne Scratcher wäre Ice Age halb so witzig, oder?

Florian: Das stimmt.

Miriam: Halb so witzig. Der macht 50% der Comedy dieser Filme aus.

Florian: Von der Screen-Time her, also von der Zeit, die am Bildschirm ist, vielleicht 5%.

Miriam: Verrückt, ne?

Florian: Ja, das stimmt.

Miriam: Und es sind die Highlights. Da geht ein Ruck durchs Kino, wenn die kleinen Sequenzen mit dem kommen. Mittlerweile gibt es Scratcher-Specials, Zusammenschnitte seiner besten Szenen. So soll es sein. Bisschen Spaß zwischendurch ist auch erlaubt.

Florian: Was? Ja. Ich dachte, wir sind hier bei einem ernsten Thema. Sind wir auch. Zu Recht, wenn es um Ernas 80. Geburtstag geht.

Miriam: Bekommen wir schon in die Festrede? Ja, klar.

Florian: Noch so irgendwo zwischengedrückt.

Miriam: Ach, nachts um drei.

Florian: Notfalls Impro-Festrede.

Miriam: Das ist auch toll. Oder die Leute rufen Worte rein und du baust die ein.

Florian: Blutwurst.

Miriam: Ja, Erna.

Florian: 1914. So, Schluss jetzt. Mein Gehirn macht echt Sachen. Ja, ich weiß auch nicht, was 1914 mit dem Blutwurst zu tun hat. Ich auch nicht. Ja, offensichtlich.

Miriam: Gut, dann beenden wir doch diesen unseligen Podcast jetzt. Was war nochmal das Thema?

Florian: Das Thema, genau.

Miriam: Und danke, dass du mich nicht unterbrochen hast.

Florian: Danke, dass du mich nicht unterbrochen hast.

Miriam: Danke, dass ihr ununterbrochen zugehört habt.

Florian: Ist ja auch schon ein Teil. Wissen wir ja gar nicht. Vielleicht hat jemand es ja ein Stückchen gehört. Immer mal wieder. Und dann mit gutem Grund. Und zwischendurch dann Notizen gemacht, kurz angehalten, Notizen gemacht und dann wieder weitergehört.

Miriam: Wäre eine noch größere Konsequenz an den Tag gelegt. Fantastisch. Ich liebe diesen Podcast. Habe ich das oft genug gesagt? Weiß ich nicht. Florian so, das sagt man nicht. Stimmt. Ach, ich mach das einfach mal. Gesagt ist gesagt. So. Wir freuen uns auf nächste Woche.

Florian: Eine wunderschöne Woche. Ja. Bis zur Folge 97. Heftig.

Miriam: Glaub ich, ja. Noch drei Folgen bis zur 100. Da wird gefeiert.

Florian: Und wie gesagt im Sommer Master oder im Herbst Practitioner. Und dann gibt es ganz große Neuigkeiten, die dann danach noch kommen.

Miriam: Allerdings.

Florian: Schön. Wir freuen uns auf dich nächste Woche. Sollen wir nicht noch ein zweites Thema einfach hinten ran machen?

Miriam: Du hast mir mal gesagt, wir wären gern bei 20 Minuten Länge.

Florian: Ja.

Miriam: Da sind wir ja jetzt schon weit drüber.

Florian: Wie so ein Eichhörnchen, der so noch eine andere Nuss sieht.

Miriam: Es gibt keine andere Nuss bei dem Eichhörnchen, es gibt immer nur die eine. Und da gibt es auch keine Abweichung von. Ich glaube nicht, dass Scratcher sich von irgendetwas auf dieser Welt... Bis nächste Woche! Tschüss! Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

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