NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 25

Die große Beeinflussung – gibt es echte Manipulation?

"Wer andere manipuliert, beeinflusst sie hinterrücks." Kaum ein psychologischer Begriff ist so negativ belastet, wie Manipulation. Wie funktioniert Manipulation im Verkauf oder im zwischenmenschlichen Bereich? Und gibt es sie überhaupt?

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In dieser Folge

Darum geht es

Zum Manipulieren braucht es immer zwei Pole: Einen, der manipuliert - und einen der sich manipulieren lässt. So weit, so gut. Doch wo im Leben findet Manipulation statt? Im Supermarkt? Im Kaufhaus? Vom Chef zum Mitarbeiter? Von der Mutter zum Kind? Vom Verliebten zur Verliebten? Oder manipulieren uns unsere Hormone und wir glauben, das ist unser Charakter? TV-Moderatorin Miriam Deforth spricht mit ihrem Geschäftspartner und Lebensgefährten Florian Groß über ein "brisantes" Thema. Ist Manipulation immer Absicht oder passiert sie auch aus Versehen? Wo ist Manipulation nützlich, sogar hilfreich? Und ist es lediglich der Begriff, der vielen Menschen bislang gruselig erschien? Wie kannst Du damit beginnen, positiv zu manipulieren? Und warum glaubt Miriam, dass Manipulation echte Zauberei ist? All diese Fragen beantwortet der Podcast in gewohnt leichter und humorvoller Manier. Und schmunzeln oder lachen ist nicht nur hochgradig manipulativ - es ist sogar viral! Lass Dich anstecken. Viel Spaß beim Lauschen.

Miriam und Florian gehen der Herkunft des Wortes nach (Manus – Hand, Pläre – füllen) und fragen, wo positive Beeinflussung anfängt: beim Teleshopping und Verkaufen im Fernsehkaufhaus, beim Schauspieler, der sich vor dem Auftritt in Stimmung bringt, bei der schön gedeckten Kaffeetafel oder dem Blumenstrauß im Seminarraum. Es geht um Wachheit und Bewusstheit als Schutz vor ungewollter Manipulation und darum, ob eine unabsichtliche Beeinflussung anders zu werten ist als eine bewusste. Zum Schluss gibt es konkrete Übungen: Geschichten und Witze erzählen und beobachten, was sie auslösen, den eigenen Zustand wahrnehmen und sich vor einem Gespräch die eigene Intention überlegen. Stichworte: NLP, Manipulation, Beeinflussung, Kommunikation, Verkaufen, gute Laune und Selbstbeeinflussung.

Lesefassung

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Kapitel dieser Folge
  1. Woher der Begriff kommt – und warum er so gruselig klingt
  2. Teleshopping, Kaufhaus, Fußgängerzone – Verkaufen als schlechtes Image
  3. Wachheit und Bewusstheit – wo Beeinflussung wirklich greift
  4. Schauspieler, Sternenhimmel und der Zauber der Beeinflussung
  5. Die Tipps: Wahrnehmen, ausprobieren und bewusst zur Tür reinkommen

Manipulation – bei dem Wort zucken viele erst mal zusammen. Doch was passiert eigentlich, wenn deine Mutter sonntags liebevoll die Kaffeetafel deckt? Wenn ein Schauspieler dich in seinen Bann zieht? Oder wenn du jemandem einen Witz erzählst und plötzlich lacht der ganze Tisch? Miriam und Florian nehmen einen aufgeladenen Begriff auseinander – und fragen sich, wo positive Beeinflussung anfängt und ob du sie überhaupt merkst.

Woher der Begriff kommt – und warum er so gruselig klingt

Miriam: Hier ist der neue Podcast.

Florian: Der investigative neue Podcast.

Miriam: Ich hätte es nicht besser formulieren können. Herzlich willkommen da draußen, du lieber Hörer. Lieber Florian, auch dir ein herzliches Willkommen.

Florian: Hallo auch von mir und herzlich willkommen Miriam Deforth.

Miriam: Florian hat sich kurz die Professorenbrille aufgesetzt. Habe ich? Ja, unser Thema beinhaltet ein Fremdwort.

Florian: Ein Fremdwort. Ja. Manipulieren. Beeinflussung.

Miriam: Heißt das mal, ist es wörtlich übersetzt, Beeinflussung? Ich glaube nämlich nicht.

Florian: Eigentlich Handhabung, ne?

Miriam: Handhabung?

Florian: Ja.

Miriam: Komm, wir wollten den gesamten Wikipedia-Artikel vorlesen.

Florian: Soll ich den gesamten Wikipedia-Artikel vorlesen?

Miriam: Jetzt haben die ersten 30 ausgeschaltet. Danke, Wikipedia kann ich selber lesen. Und woher kommt denn der Begriff Manipulieren?

Florian: Vom lateinischen Manus für Hand und Pläre für Füllen, also irgendwas in der Hand haben. Und tatsächlich ist es eben im Technischen auch die Manipulation. Also als technischer Begriff schon die Handhabung.

Miriam: Wie ich was benutze. Ja. Sehr witzig.

Florian: Und dann eher in der Kommunikation eben dieses, ich verändere die Meinung eines anderen entgegen seines Willens. Geht das? Weiß ich auch nicht so recht.

Miriam: Also bei dir geht es nicht. Ich probiere es jeden Tag hundert Mal.

Miriam: Du hast da schon Mittel und Wege. Ja gut, der Podcast bleibt jugendfrei. Ein Küsschen in Ehren kann niemand verwehren, möchte ich meinen. Das ist jetzt, für uns ist fast schon ein alter Hut, über das Thema Manipulation zu sprechen, denn das kommt immer mal auf, nach dem letzten Podcast, wo es darum ging, wie behalte ich meine gute Laune, wie bringe ich vielleicht andere Menschen in ein bisschen bessere Laune, natürlich noch stärker und dieses Manipulieren findet ja ständig statt.

Miriam: Ja, das stimmt. Also wenn Menschen miteinander sprechen.

Florian: Also so sehen wir das, so ist unser Verständnis dazu.

Miriam: Und dann ist einer, also ich kann jemanden trauriger machen, als er vorher war, ich kann jemanden fröhlicher machen, als er vorher war, je nachdem, was ich dem erzähle. Und dann fängt das schon an. Und deswegen war es sozusagen die logische Folge, dass wir beide uns heute ein bisschen manipulieren in diesem Podcast.

Florian: Ne, auch nicht. Mit der Hand. Das ist auch Manipulation.

Miriam: Ja, also wo fängt Manipulation an, wo hört sie auf, wo ist es legitim, wo nicht. Und es gibt keine, in meinem Verständnis von Kommunikation, von da, wo Menschen miteinander reden, gibt es kein Halten, was das angeht.

Florian: Ja, also ich habe ja tatsächlich nochmal den Wikipedia-Eintrag dazu gelesen, weil es mich mal interessiert hat und der ist sehr lang. Also schon länglich. Da geht es halt dann sehr drum, was ist meine Einstellung, was möchte ich eigentlich erreichen? Möchte ich, dass die andere Person das nicht mitbekommt und dann sind meine Absichten positiv oder sind sie negativ? Und ich frage mich dann auch Absichten im Sinne von für mein Gegenüber oder meine eigenen und wie ist das eigentlich beim Verkaufen und ja, ein schwieriges Thema.

Miriam: Findest du?

Florian: Ja, sehr diffizil, sehr viele verschiedene Perspektiven, die ich darauf einigen kann.

Teleshopping, Kaufhaus, Fußgängerzone – Verkaufen als schlechtes Image

Miriam: Das erinnert mich wirklich daran, wenn ich in irgendeine Runde komme, wo mich noch keiner kennt. Das passiert in Deutschland immer weniger. In Österreich kann das schon mal eher sein oder in der Schweiz, wenn wir da irgendwo sind, dass wirklich keiner weiß, dass ich beim Fernsehen arbeite und ich sage dann, ich bin Teleshopping-Moderatorin, dann gehen die Augen so nach unten.

Florian: Aha.

Miriam: Oh je.

Florian: Verkaufen im Fernsehen.

Miriam: Betty, was ist mit dieser Pfanne? Wow, diese Pfanne. Das wäre ja noch lustig. Diese Pfanne sollte jeder haben. Nein, das wäre ja noch lustig. Sondern eher so dieses Ja, ihr wollt ja den Leuten auch nur Sachen verkaufen. Also es ist so ein schlechtes Image für ein Wort, was im Grunde in all den Ländern, in denen ich mich bewege, völlig selbstverständlich ist. Also an jeder Ecke wird irgendwas verkauft, nur beim Teleshopping, da scheint es besonders schlimm zu sein, dass Menschen anderen Menschen was verkaufen.

Florian: Da gibt es halt auch echt lustige Beispiele aus der Vergangenheit.

Miriam: Du hast dir eine Frau ausgesucht, die Teleshopping-Moderatorin ist.

Florian: Das stimmt und ich mag den Begriff Fernsehkaufhaus sehr gerne, weil es tatsächlich wie im Kaufhaus ist. Im Kaufhaus möchten mir die Menschen auch etwas verkaufen oder wenn ich durch die Fußgängerzone laufe, da möchten mir die Geschäfte und die Mitarbeiter in den Geschäften auch etwas verkaufen.

Miriam: Nur was ist verwerflich am Begriff Teleshopping? Der ist sehr transparent. Der setzt sich zusammen aus Television, also Fernsehen und Shoppen, das ist Kaufen, Einkaufen, Verkaufen, wie auch immer. Das heißt, es ist noch nicht mal ein verborgener Begriff, wie Manipulation, den viele Menschen ja noch nicht mal richtig übersetzen würden. Wir haben ja selbst eben erstmal geguckt, was heißt es ganz genau.

Florian: Der Pläre-Teil war uns auch nicht so klar.

Miriam: Der Pläre-Teil, genau. Manus hätten wir ja mit unserem kleinen Latinum noch.

Florian: Ich habe kein Latinum. Ich auch nicht. Nur Manus, also dass die Hand involviert war, ja, okay.

Miriam: Weißt du, auf was ich raus will? Es gibt so viele Begriffe, die ein schlechtes Image haben und zu Unrecht.

Florian: Ja.

Miriam: Was ist an Manipulation grundsätzlich verkehrt, wenn wir den ursprünglichen Begriff wählen? Also wenn wir sagen, etwas benutzen, etwas verwenden. Wir verwenden einen Schraubenzieher. Wir verwenden Sprache, wir verwenden Emotionen. Wir gehen in ein Kaufhaus, weil wir was einkaufen.

Florian: Ich glaube, da ist ganz viel Angst im Raum. Ich möchte nicht übertöppelt werden von anderen. Ich möchte nicht gegen meinen Willen, dass andere Menschen etwas mit mir tun können.

Miriam: Können andere Menschen gegen deinen Willen etwas mit dir tun?

Florian: Mindestens nicht auf Dauer. Mal kurzfristig so überrumpelt werden von einem Verkäufer. Geht das? Bei dir mit Computern, ja. Kommt drauf. Auch langfristig. Ja, wenn man ein spannendes Thema für mich wählt, dann höre ich dem auch zu. Ja, interessant. Also ich glaube, es hat was damit zu tun, wie entspannt bin ich in dem Moment und wie wach bin ich in dem Moment, wie lange das geht oder auch nicht. Und die plumpen Versuche sind definitiv sehr schnell zu merken. Es gibt einfach Themen, für die ich mich interessiere. Da lasse ich mich auch gerne mal in eine tiefere inhaltliche Analyse ein, ob das jetzt ein sinnvolles...

Miriam: Guck mal, wie du drumherum redest.

Florian: Mir fallen da so ein oder zwei Themen ein. Da befasse ich mich tatsächlich sehr gerne mit neuen Optionen, neuen Geräten. Also zum Beispiel dieses Thema Computer.

Wachheit und Bewusstheit – wo Beeinflussung wirklich greift

Miriam: Du hast eben was Spannendes gesagt. Du hast gesagt, wie wach oder bewusst ich bin. Das heißt, in dem Augenblick, um nochmal beim Beispiel Teleshopping zu bleiben, was ja so negativ besetzt ist, wenn Menschen bei uns was bestellen, jetzt ganz konkret, ich arbeite im Fernsehkaufhaus QVC und wenn Menschen bei uns einkaufen, dann tun sie das ja nicht, weil zu Hause jemand bei ihnen steht und ihnen irgendwie ein Gewehr an den Kopf hält und sagt, du musst jetzt, sondern sie tun es ja, weil sie Lust drauf haben oder weil sie denken, sie können das Produkt gut gebrauchen oder wie auch immer. Das heißt, am Ende des Tages steht ja eine Entscheidung und die wird dann nochmal verifiziert, wenn bei einer 30-tägigen Widerrufsgarantie das Produkt dann zu Hause ist und ich mir das nochmal in Ruhe anschauen kann. Und Wachheit und Bewusstheit für etwas, da ist für mich der, in Anführungszeichen, Hund begraben. Beeinflussbar bin ich ja nur an der Stelle, wo ich nicht so wach bin, wenn ich es nicht möchte. Also wie bewusst bin ich mir, dass Menschen mich gerade beeinflussen? Und anknüpfend an unser Thema letzte Woche, wie bewusst ist es Menschen, dass sie mit ihren schlechten Geschichten und mit ihrer schlechten Laune auch anderen Menschen schlechtere Laune machen können? Wenn die gerade nicht so wach sind. Und andersrum. Und machen die das dann mit Absicht? Nein, sie machen es eben nicht mit Absicht.

Florian: Ich glaube, es fühlt sich für manche Zuhörer oder manche Zuhörerin vielleicht auch noch komisch an, dass da immer so viel Absicht dahinter stecken muss. Dieses Bewusste, das macht es vielleicht auch zum Manipulativen, wenn ich meinem pessimistischen Kollegen bewusst jetzt langsam da raushelfe aus diesem Pessimismus oder aus einer schlechteren Laune oder dass das das ist, was es dann zum Manipulativen macht.

Miriam: Würde jemand das wirklich so interpretieren? Wenn ich traurig bin und mir hilft jemand und ich bin zehn Minuten später besser drauf, bedanke ich mich bei demjenigen ja sogar und sage, du, es war super mit dir zu reden, vielen Dank, dass du mir geholfen hast, es geht mir jetzt schon besser. Dann habe ich ja nicht das Wort Manipulation in der Birne, sondern ich habe was ganz anderes im Kopf. Ich denke, oh super, das ist ein toller Gesprächspartner, auch beim nächsten Mal. Ich gehe da gerne wieder hin. Das ist mal einer, der mir wirklich geholfen hat. Und dann habe ich das Wort nicht von Manipulation. Und de facto ist es Manipulation. Dieser Mensch hat mich gerade manipuliert. Weil vorher war ich anders drauf. Und es war nicht meine eigene, oder zumindest nicht gefühlt meine eigene Energie.

Florian: Ja, ist komisch, dass es manipulativ sein könnte, wenn es unabsichtlich war, also wenn es zufällig passiert ist. Weil zufällig jemand eine lustige Geschichte erzählt hat und sobald es absichtlich ist oder diese Einladung absichtlich ausgesprochen wird, ist es plötzlich irgendwie verwerflich.

Miriam: Wäre festzuhalten, dass Manipulation ständig stattfindet?

Florian: Für mich ja. Also ich sehe das tatsächlich so, dass in der Kommunikation, in der Interaktion mit anderen Menschen, nicht nur über die Worte, sondern auch über meine Gesten, über wie komme ich in den Raum rein, wie gestalte ich Kontexte, in denen Menschen arbeiten können, dass da natürlich eine Manipulation drin ist. Auch wenn wir in einen Supermarkt gehen, ist ja ganz viel bewusste Anordnung von Regalen, von Wegen und auch im Büro.

Miriam: Und ist nicht die schön gedeckte Kaffeetafel bei Mama sonntags auch eine Manipulation?

Florian: Oder wenn wir bei unserem Seminar eben bewusst einen schönen Blumenstrauß in den Raum stellen. Das ist ja auch schon, wir möchten ja auch eine bestimmte Atmosphäre schaffen, die dann auch wieder Einfluss hat darauf, wie fühlen sich die Teilnehmer. Wie wohl fühlt ihr euch bei uns?

Miriam: Dann wären wir bei den guten Absichten.

Florian: Ja, genau.

Miriam: und vielleicht auch das Reflektieren darüber, was mache ich mit meiner Handlung gerade, wenn ich mir eben der Sache nicht so bewusst war? Was mache ich gerade, wenn es andere Menschen ins Negative manipulieren könnte? Kann ich mich da selbst dazu erziehen? Kann ich das trainieren, dass ich da besser werde, wenn ich schon andere Menschen beeinflusse und das die ganze Zeit vielleicht eher unbewusst gemacht habe? Dass ich, wenn ich es bewusster mache, damit bessere Dinge tue? Dass ich dadurch eine Veränderung ins Positive bewirke?

Florian: Wir haben letzte Woche schon das Thema gehabt, dass wir gesagt haben, ausprobieren. Und ich glaube, das ist an der Stelle auch wieder das Thema, einfach mal was auszuprobieren und in der eigenen Handlung eine Flexibilität herzustellen und mal zu schauen, was passiert denn, wenn ich eine witzige Geschichte erzähle oder wenn ich irgendwo mal einen Witz erzähle und was passiert in dem Fall, wo ich vielleicht mal eine traurige Geschichte erzähle. und was nehme ich wahr in meinem Gegenüber, in meiner, in der Gruppe, in der ich das erzählt habe, wie verändert sich da die Energie, wo geht's dahin?

Miriam: Und nehme ich einfach Abstand von Begrifflichkeiten, die sich nicht so gut anfühlen? Also wenn ein Begriff wie Manipulation über Jahrzehnte schlecht belegt ist, mit schlechten Ideen, dass ich es dann anders nenne, dass ich dann sage, ich spreche eine Einladung aus für einen Menschen, dass es ihm besser geht.

Florian: Ich glaube, ich sehe die Welt da tatsächlich anders an der Stelle. Für mich ist es mehr eine Einladung und manche Menschen folgen dem und manche Menschen möchten dem nicht folgen und das ist voll in Ordnung, ja.

Miriam: Das Fernsehkaufhaus ist ja dann nichts anderes. Also du sagst, du fühlst dich besser mit dem Begriff Fernsehkaufhaus, weil es dir noch deutlicher macht, um was es geht, als der Begriff Teleshopping.

Florian: Ich finde diesen anderen Begriff, der macht es mir dann einfacher zu verstehen. Es geht da tatsächlich um Verkaufen, genauso wie im Kaufhaus. Da ist das ja schon im Wort drin.

Miriam: Ja, das stimmt. Genau.

Florian: Und das englische Shopping dann zu nehmen, ist im Deutschen vielleicht auch einfach spannender als Fremdwort. Ja, klingt cooler. Definitiv. Du bist Teleshopping-Host.

Miriam: Wow.

Florian: Bam.

Miriam: Ein T-Shirt bitte.

Florian: Ja.

Miriam: Weil das wäre auch schon lustig.

Schauspieler, Sternenhimmel und der Zauber der Beeinflussung

Florian: Wie kommen wir denn jetzt weiter hier mit der Beeinflussung?

Miriam: Ja, ich überlege auch gerade, wie es zu handeln ist, weil wir sind ja ausgegangen vom Podcast der letzten Woche, den kannst du gerne nochmal hören, wenn du den verpasst hast, wo wir gesagt haben, wie hältst du dich bei guter Laune, wenn um dich herum viele Menschen sind, die gerade nicht so gute Laune haben. Ist das dann manipulativ, dir gegenüber, den anderen gegenüber? Ja, ich kann ja auch mich selbst manipulieren und zwar im positivsten Sinne. Das machen Schauspieler, bevor sie auf die Bühne gehen. Also aus einem...

Miriam: Super spannendes Beispiel mit den Schauspielern.

Florian: Die möchten in dem Publikum ja auch bestimmte Emotionen wecken. Also die manipulieren ja eine ganze Show, ein ganzes Theaterstück lang, einen ganzen Film lang.

Miriam: Und alle unterschreiben es damit, dass sie eine Theaterkarte oder ein Kinoticket kaufen. Dass sie das miterleben und nachfühlen.

Florian: Und das Spannende ist ja, wenn ich im Publikum sitze und dann spüre, was auf der Bühne passiert oder in diesen Film so reinversinke, dass ich mich assoziiere mit dem Helden oder der Heldin oder spüre, was passiert da gerade. Das ist ja dieser zauberhafte Moment. Da möchte ich mich ja manipulieren lassen.

Miriam: Vielleicht ist es sogar einer der ganz großen Zauber, den wir Menschen haben, dass wir imstande sind, einen anderen Menschen fröhlicher zu machen, dass wir imstande sind, einen anderen Menschen zu trösten, dass wir unsere guten Gefühle übertragen können, dass wir ansteckend sein können mit Fröhlichkeit, mit Witzigkeit. Das schildern mir die Menschen auf meiner Facebook-Seite, die meine Texte lesen oder unseren Podcast hören oder neulich meinen Song, den ich aufgenommen habe. Lach nicht. Mein Stern. Die dann schreiben, du hast mir gerade ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Florian: Wenn wir Witze teilen.

Miriam: Die Negativdenker würden sagen, das ist ja manipulativ. Nur ist es nicht. Es ist einfach nur das, was wir Menschen füreinander tun können. Und wenn jemand das nutzt für doofe Sachen, das gibt es in jedem Lebensbereich. Das ist nicht das Thema. Das ist nicht unser Thema. Unser Thema ist es ja, und du hörst diesen Podcast, um Tipps zu bekommen, wie du als Sprecher, als Schauspieler, als Verkäufer, als Lehrer, als Kindergärtnerin, als Mutter, als Vater, als Lebensgefährtin, als Traummann, als Traumfrau noch besser kommunizieren kannst, dir dein eigenes Leben leichter machen kannst. Und wie gesagt, da sind wir dann an der Stelle mit dem Schauspieler, der kurz vor dem Auftritt dafür sorgt, dass es ihm richtig gut geht und sich dafür entsprechend gute Gedanken macht, sich erinnert an die schönsten Auftritte seines Lebens.

Florian: Den Applaus schon vorweg nimmt.

Miriam: Den Applaus schon hört in seinem Kopf, das alles schon fühlt. Genauso auch die Fernsehmoderatorin, der Fernsehmoderator. Und jeder Kollege hat da andere Methoden. Nur Fakt ist, wenn ich vorher aus einer stressigen Situation gekommen bin, manipuliere ich mich in eine bessere emotionale Situation hinein. Und das ist mein Bestreben. Das ist das, was du vielleicht auch demnächst als Geschenk oder aus diesem Podcast mitnehmen kannst. Nutze diesen Zauber, den du hast.

Florian: Ja, ganz entspannt. Ganz so, wie du es früher eben auch gemacht hast oder wie du schön den Frühstückstisch deckst. Einfach auch schön in Gesprächen für einen schönen Kontext zu sorgen.

Miriam: Voll gut, oder?

Florian: Ja.

Miriam: Und dann ist das Thema sowieso erledigt. Und wie wir vorhin schon gesagt haben, jeder Mensch entscheidet am besten selbst, was für ihn gut ist und sich für ihn oder sie gut anfühlt. Und dann sind wir an der Stelle, wo das Wort Manipulation, so wie es heute oft gefühlt wird, gar nicht mehr passt.

Florian: Ja, das stimmt. Dann sind wir durch, gefühlt.

Die Tipps: Wahrnehmen, ausprobieren und bewusst zur Tür reinkommen

Miriam: Jetzt kommen die Tipps. Dieser Podcast hat dann immer einen Tipp-Bereich.

Florian: Uiuiui, was ist heute der Tipp, Miriam? Und der geneigte Zuhörer wird jetzt denken, sehr brillant gelöst von Florian. Was ist der Tipp, liebe Miriam?

Miriam: Den Ball, den Manipulationsball einfach zu mir rüber zu spielen.

Florian: Stimmt, manipulieren durch Fragen.

Miriam: Manipulieren durch Fragen, genau. Ja, einen Tipp haben wir im letzten Podcast schon gegeben. Hör es dir gerne nochmal an. Das ist das Ablenkungsmanöver, das einige Menschen vielleicht, die es negativ sehen wollen würden, als Manipulation darstellen würden. Im positivsten Sinne von uns gemeint und auch selbst benutzt. Ich würde das nochmal aufgreifen, was du gesagt hast. Beobachte in den nächsten Tagen mal, was passiert, wenn du eine fröhliche Geschichte erzählst mit deinem Gegenüber, mit Happy End und sehr lustig, die du erlebt hast.

Florian: Oder einfach einen Witz, also dass diese Hürde nicht so groß ist. Oder ein Witzchen. Ich habe morgens in der Zeitung einen Witz gelesen, den möchte ich einfach mal erzählen.

Miriam: Mein Lieblingswitz? Ja. Treffen sich zwei Kerzen? Sagt die eine, du, ich habe gehört, Wind ist total gefährlich für uns. Sagt die andere, ja, kannst du von ausgehen. Das ist mein Lieblingswitz und erzähle ich immer dann. Also solche Experimente machen, was passiert mit deinem Gegenüber und darauf achten, was mit dir passiert, wenn andere Menschen dir irgendwas erzählen. Also was machen diese Geschichten mit dir, die Erzählungen, die Dinge, die sie dir sagen? In welche Richtung manipuliert dich das? Und wenn du es plötzlich bewusst wahrnimmst, dann hast du auf einmal eine Entscheidungsfreiheit, die vorher vielleicht gar nicht da war. Dann ist das nicht mehr diese Manipulation, die viele als so negativ werten, sondern dann ist es eigentlich, ich nehme das auf, was der andere sagt, spüre mal in mich rein, was es mit mir macht und schaue dann, ob ich das jetzt haben möchte oder nicht.

Florian: Sehr gut. Sehr cool.

Miriam: Und das ist das, was du machen kannst. Und es schult auch dein bewussteres Hören, dein bewussteres Wahrnehmen. Das ist wirklich eine ganz tolle Übung.

Florian: Hast du denn noch einen zweiten Tipp? Es waren schon zwei. Noch einen dritten Tipp?

Miriam: Jetzt wird es unverschämt langsam. Du kannst unsere Seminare buchen unter www.kontext*denken.de Ja, es gäbe nur noch ganz viel, worüber wir sprechen könnten.

Florian: Nur das würde dann auch wieder den Rahmen sprengen gerade.

Miriam: Ich finde auch nicht zu viel auf einmal. Also erstmal das Grundverständnis dafür, das ist ja alles ein Bewusstwerden. Ein Bewusstwerden, einen Begriff nicht einfach zu verteufeln. Zu sagen... Sondern einen Begriff wahrzunehmen als, der bietet unterschiedliche Wege. Und dann zu sagen, okay, wenn es im positivsten Sinne geht, dann nehme ich den positiven Weg. und dann eben mal herauszuspüren, was es für mich persönlich bedeutet.

Florian: Und ich glaube, und das ist tatsächlich, das ist ein guter Impuls von dir, glaube ich, gerade. Ich springe da ja dann gerne in 17 Sachen gleichzeitig machen oder anfangen und vielleicht wirklich erstmal in kleinen Schritten voranzugehen und zu sagen, okay, ich nehme mal wahr, was passiert denn eigentlich gerade bei mir, was passiert beim Gegenüber, was für Geschichten erzähle ich mir den ganzen Tag oder den anderen und was erzählen die mir und erstmal zu schauen, wie geht es mir damit und dann eine Entscheidung zu treffen einfach an der Stelle.

Miriam: Und nur um dein Supermarkt-Thema nochmal aufzugreifen. Wenn da sowas passieren sollen würde, wie Manipulation, was ja unterstellt wird durch den Aufbau, wie auch immer, dann wehren sich ja ganz viele Menschen sehr erfolgreich gegen diese Manipulation, indem sie einen Einkaufszettel mitnehmen. und eben nicht nach, oh, was steht denn da im Regal, einkaufen. Oder ich gehe nicht mit Hunger einkaufen. Das heißt, es gibt ja Wege, ich kann ja bewusst damit umgehen, dass es auf diesem Planeten sowas gibt wie Beeinflussung. Und wir werden ja auch wundervoll beeinflusst, zum Beispiel... durch einen Sonnenuntergang oder einen wunderschönen Sonnenaufgang am Morgen.

Florian: Manche Menschen erleben den, du nie, manche schon.

Miriam: Nachts die Sterne zu sehen. Lieb ich zum Beispiel. Florian kann das beobachten.

Florian: Unter dem Sternenhimmel zu sitzen.

Miriam: Sternenhimmel beeinflusst mich.

Florian: Sternschnuppen zu suchen.

Miriam: Ich bekomme immer ganz viele. Ich bekomme ganz viele Sternschnuppen zu sehen, immer wenn ich Sternenhimmel anschaue. Und das ist die Beeinflussung der Natur. Das ist voll schön. Du beeinflusst mich. Wenn du zur Tür reinkommst, wenn du von der Arbeit nach Hause kommst und kommst zur Tür rein und ich bin da, dann macht es in mir ping und ich bin quasi um mindestens 100% besser gelaunt als sowieso schon. Manchmal kaum wieder einzufangen.

Florian: Das stimmt.

Miriam: Sag's.

Florian: Du manipulierst mich.

Miriam: Wieso, ich laufe doch nicht von dir weg.

Florian: Nein, wie so ein Flummi.

Miriam: Achso, ja, weil ich mich so freue. Das heißt, ich unterscheide, ich nehme wahr, ich spüre, ich sehe, ich höre ganz genau hin. Und es ist eine große Bereicherung, das wahrzunehmen und Entscheidungen treffen zu können.

Florian: Ja, wo möchte ich hin, wie möchte ich mich fühlen?

Miriam: Wo manipulieren mich Dinge ganz fantastisch, in eine wunderschöne Richtung, in eine beinahe kindliche Freude, von eben noch so mittelmäßig drauf nach schon besser oder wow, bei mir gibt es ja auch große Sprünge.

Florian: Tatsache.

Miriam: Nicht?

Florian: So von himmelhoch jauchzend in fantastisch, galaktisch, mega. Ja, das stimmt.

Miriam: Das habe ich schon erlebt bei dir. Das war jetzt echt für uns beide auch ein herausforderndes Thema.

Florian: Ja, das stimmt, weil der Begriff so aufgeladen ist.

Miriam: Ja, super Begriff dafür, ja.

Florian: und gleichzeitig da gefühlt Von unserer Seite aus dann schon was dahinter steckt, mit Absicht in Kommunikation reinzugehen. Und mir fiel gerade was ein, als du gesagt hast, als du dieses Beispiel gebracht hast mit zur Tür reinkommen, dachte ich mir, es ist ja auch tatsächlich so, wenn du nach Hause kommst oder ich komme nach Hause und jeweils andere ist da, ich überlege mir schon, wie möchte ich denn jetzt zu Hause sein? Weil du bist einer von den drei, vier Menschen in meinem Leben, die einfach die wichtigsten sind für mich. und das heißt, ich überlege mir schon, wie möchte ich die Zeit mit dir denn gestalten und wie möchte ich denn auf dich wirken und wie möchte ich mit dir auch umgehen. Welches Geschenk möchte ich dir machen? Welchen Rahmen möchte ich unserer gemeinsamen Zeit geben? Und ja, das mache ich dann tatsächlich bewusst. Und das dürft ihr, glaube ich, anderen Menschen auch einfach schenken.

Miriam: Du kommst bewusst zur Tür rein?

Florian: Ja.

Florian: Florians Lieblingsthema übrigens, was ist deine Intention?

Miriam: Nur das ist schon sehr weit auch, finde ich. Also so weit zu sein.

Florian: Und ich finde den gar nicht, also der ist, der fängt ja ganz klein an. Einfach mit kleinen Sachen und eben auch mit diesem wie, wohin möchte ich mich bringen, wie möchte ich mich beeinflussen, wie möchte ich dich beeinflussen.

Miriam: Das ist ja dann noch ein Tipp. Diese Woche sich zu überlegen, bevor ich in ein Gespräch gehe mit einem oder mehreren Menschen, abends das Abendessen mit der Familie oder das Treffen mit den Kollegen.

Florian: Ich habe den Tipp noch reingeschmuggelt.

Miriam: Du hast den noch reingeschmuggelt. Wie hätte ich das gerne? Von der Atmosphäre, von der Stimmung, vom Zielzustand von allen möchte ich gerne, dass alle fröhlich und glücklich an diesem Tisch sitzen und wir gemeinsam erstens lecker essen und zweitens auch noch tolle Gesprächsthemen haben. Und was kann ich dafür tun, damit alle möglichst gute Möglichkeiten haben? Ich finde, es ist eine größere Aufgabe, als ich höre anderen Menschen und mir selbst genau zu und schaue, was es mit mir macht. Nur ich finde es okay. Also für die Profis unter euch da draußen. Den könnt ihr noch mitnehmen ins Boot, wenn ihr an dem Thema ein bisschen arbeiten wollt. Ein Strauß, ein bunter Blumenstrauß an manipulativen Ideen.

Florian: Manipulativen Blüten, die wunderschön aussehen.

Miriam: Nach wie vor ist es für mich Zauberei. Und die Menschen, die das gut können und die mit besten Absichten sowas machen, das sind für mich die wahren Zauberer auf dieser Erde. Die schaffen anderen Menschen bessere Gefühle zu machen, dadurch wie sie reden und was sie sagen. Jetzt bin ich ganz ergriffen.

Florian: Ich auch.

Miriam: Jetzt habe ich mich wieder selbst rein manipuliert. Vielen Dank fürs Zuhören.

Florian: Und bis bald.

Miriam: Bis nächsten Dienstag.

Florian: Nächsten Dienstag wieder.

Miriam: Ja. Vorher kannst du ganz viel von uns lesen. Ich möchte mal wieder auf meinen Blog hinweisen. Ich habe schöne Texte geschrieben, die gibt es auf unserer Homepage. Auch unser Seminarangebot, wenn du ganz viel Sprachzauberei lernen möchtest.

Florian: Und alle Podcast-Folgen.

Miriam: Alle. Und die sind kostenlos. Genau wie die Blogs. Viel Spaß beim Üben und beim Experimentieren und beim Zaubern. Und bis nächsten Dienstag.

Florian: Bis nächsten Dienstag. Tschüss.

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