NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 221

Die Geheimnisse des Berühmtwerdens

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In dieser Folge

Darum geht es

Ha! Miri ist nicht wahnsinnig berühmt. Und berühmt genug, um einigen, die berühmter sein möchten, als sie es jetzt sind, ein paar Tipps geben zu können. Florian ist nicht berühmt. Er ist mit einer halbberühmten Frau verheiratet (das ist Miri) und deshalb glaubt er, auch etwas zu diesem Thema beisteuern zu können. Und Tatsache: Es gibt sehr unterschiedliche Stufen und Arten und Weisen des Berühmt- oder Sichtbar-Seins. Klar ist auch: Je mehr Menschen von Dir und Deiner Kunst, Deines Talents, Deiner Gabe, Deiner Spezialität etwas wissen, desto mehr Menschen können sie erreichen. Und desto mehr Kunden können sie gewinnen. Und desto mehr Geld können sie verdienen. Und desto weniger berühmt brauchen sie zu sein. Äh. Was ist denn das für eine seltsame „je mehr, desto…“ Sequenz?? Wir gehen den Geheimnissen des Berühmtwerden(wollens) auf den Grund. Viel Spaß bei diesem etwas anderen NLP Podcast.

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Es geht um Sichtbarkeit und Bekanntheit als Coach, Trainer, Speaker oder Consultant — und um die Frage, was „berühmt sein“ für dich überhaupt bedeutet. Miriam erzählt von ihrer misslungenen Friseur-Aktion vor einer Pressekonferenz beim Hessischen Rundfunk, von Polarisieren als Medientrick und vom stillen Geheimtipp durch Empfehlung. Florian bringt Cal Newports „Die Traumjob-Lüge“ und den Gedanken ein, Exzellenz Schritt für Schritt aus dem eigenen Job heraus auszubauen. Dazu NLP-Werkzeuge wie Glaubenssätze, wohlgeformtes Ziel und der erste kleine Schritt auf der „Straße des Spaßes“.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Jein — und warum es auf den Kontext ankommt
  2. Trick eins und zwei: Anhängen und Auffallen
  3. Was willst du überhaupt? Glaubenssätze über das Star-Sein
  4. Der leise Geheimtipp: Exzellenz und der graumäusige Weg
  5. Die Straße des Spaßes: Der erste kleine Schritt

Miri ein „halbberühmter“ Star, Florian gegoogelt, weil er neben ihr saß — und mittendrin eine Friseurgeschichte, bei der jemand mit zweifarbigem Stinktier-Kopf vor der Studio-Kamera landet. Wenn du dich fragst, ob du sichtbarer werden willst — und was „berühmt“ für dich überhaupt heißt —, dann ist das hier dein Spielfeld. Miriam und Florian gehen der Sache mit ziemlich viel Selbstironie auf den Grund.

Jein — und warum es auf den Kontext ankommt

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Hast du das Zeug zum ganz großen Star? Nach dem Hören dieses Podcasts, weißt du es?

Florian: Und die Antwort wird sein?

Miriam: Jein.

Florian: Das ist so eine typische Beraterantwort. Also das ist das, was ich so, wenn ich als Consultant in irgendeine Firma gerufen werde, als Berater von außen und die stellen mir irgendeine Frage, dann sage ich immer, ja, das hängt davon ab. Wie ist denn der Kontext? Boah.

Miriam: Wenn das so weitergeht, könntest du jetzt zu Hause mit Fug und Recht sagen, in diesem Podcast, dann bin ich auch gleich wieder draußen, Leute. Was? Ja, natürlich. Wenn wir jetzt anfangen mit, ja, das kommt schon auf den Kontext an, in dem du so... Ja, klar kommt es auf den Kontext an. Weil wer hört denn jetzt diesen Podcast in unserer besten Hoffnung?

Florian: Ja, unsere Hörer.

Miriam: Leute, die auf dem Weg sind, die das Zeug haben, ich sag das alles mit Absicht weich, das ist total falsch, ne? Zeug. Die auf dem Weg sind und das Zeug dazu haben, berühmt zu werden.

Florian: Welches Zeug und welcher Weg? Ja.

Miriam: Wir haben gerade in unseren fortgeschrittenen Trainings immer mal die Herausforderung, dass da fantastische, brillant ausgebildete Menschen sind, die wirklich exzellent sind in dem, was sie tun. Und eine der größten Herausforderungen dabei ist es, sichtbarer zu werden für Kunden. Also, dass sie Aufmerksamkeit bekommen für, was sie alles Tolles können. Und die Frage wird mir natürlich insbesondere gestellt, weil ich bin die, ich hätte jetzt fast gesagt, Kamerafrau.

Florian: Weißt du, was der einfache Trick ist, wenn du selber nicht sichtbar werden willst? Heirate eine Miri.

Miriam: Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Ja stimmt, das ist eine gute Idee. Kannst du so jemanden finden wie den Wendler oder als Mann, wen findest du als Mann? So jemanden wie Katja Riemann und dann schiffst du so ein bisschen in dem Star, was ist das, ein Sternenschweif, ein Kometenschweif mit.

Florian: Ja, bei mir eher nicht so. Dafür muss ich viel zu viel arbeiten, gefühlt.

Miriam: Du hast auch, du hast ein paar, pass auf, du hast ein paar kleine strategische Fehler gemacht, wenn ich das mal so rückwärts aufrollen darf jetzt. Weil, anstatt dir jemanden zu finden, der wirklich, wirklich, wirklich sehr, sehr, sehr berühmt ist, hast du dir so jemanden ausgesucht, der ungefähr bei Z in der Prominentenskala rumkommt.

Florian: Bist du noch bei, bist du noch bei ein Buchstabe?

Miriam: Nee, ich bin noch, nee, ich bin schon ein bisschen weiter nach oben gerutscht.

Florian: Ich dachte Doppel-A oder Doppel-C oder so. Oh, das hätte ich jetzt nicht sagen dürfen.

Miriam: Boah, wie gemein. Und dann auch noch im Teleshopping. Wir sind ja auch bei manchen Stars beeindruckt, wo die so überall berühmt sind. Auf der anderen Seite stimmt es natürlich, dass ich auf jeden Fall schon sehr viel sichtbarer war als du.

Florian: Wahnsinn. Also egal wo sozusagen auf der prominenten Leiter. Es sind sehr viele Menschen, die dich kennen.

Miriam: Und dadurch, dass du dann mit mir unterwegs warst, wurdest du natürlich, wurdest ja sogar gegoogelt. Wir haben ja gesehen, deine Google-Rate ist nach oben gezischt. Das ist verrückt, dass so viele Menschen auf einmal wissen wollen, wer du genau bist. Jetzt ist über den Florian echt nichts Spannendes zu finden. Er hat das super geschafft. Er kennt sich auch aus mit Computern. Also da kannst du dir echt die Finger wund googeln.

Florian: Vor allem gibt es ganz viele von mir. Und es gibt auch noch ganz viele Florian Großes.

Miriam: Das kommt noch dazu. Also Florian hat auf jeden Fall schon eine sehr gute Strategie, um nicht sichtbar zu werden.

Florian: Und trotzdem viele Dinge verwirklichen zu können, auf die ich sehr viel Lust habe oder die mir sehr viel Spaß machen.

Miriam: Jetzt komm doch mal zu unseren Hörern. Jetzt reicht es mal mit dir, Florian. Du bist auch wirklich immer im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Florian: Zurück zu dir. Das ist schon eins der Gerüchte oder einer dieser Faktoren, dass dieses Dasein auch was mit so einem Ego-Ding zu tun hat, oder?

Miriam: Ja, hast du doch auch.

Florian: Ja, findest du?

Miriam: Natürlich. Also ich finde schon, dass das was mit dem Ego, und jetzt sind wir spannend, es ist ein NLP-Podcast. Was bedeutet denn Ego-Ding? Ich predige ja unseren Teilnehmern zum Teil, also nicht nur teilweise, ich predige ihnen ja, dass sie erstmal eine Art gesunden Egoismus entwickeln dürfen, bevor sie irgendwas anderes machen. Das hat was damit zu tun, dass sich Menschen gut um sich kümmern. Mhm. Dass sie sich gut tun, dass sie sich selbst die Frage stellen, was kannst du denn jetzt tun, damit es dir ein bisschen besser geht. Das machen ganz wenige Menschen. So und wenn sie anfangen, diesen gesunden Egoismus zu entwickeln, dann kommen wir gerne zu dem, was da draußen vielleicht auch gemeinhin abfällig benutzt wird. Nämlich wenn sich jemand als Zentrum des Universums sieht. Das ist ja auch ein Frevel, finde ich. Gehört das zu den Todsünden eigentlich?

Florian: Nein.

Miriam: Ist ja nicht so, was da bei Eitelkeit wäre. Eitelkeit, ja. Die Eitelkeit. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, Eitelkeit.

Florian: Stolz kommt vor dem Fall, ne?

Miriam: Guck mal, jetzt wären wir hier, jetzt wären wir hier, ähm, Wortspielredewendung. Es ist doch ein Moral-Podcast, ich hab's doch von Anfang an.

Trick eins und zwei: Anhängen und Auffallen

Florian: Und manche, manche Stars machen wirklich, also, das ist ja dann sozusagen, also der erste Trick ist, du suchst dir jemanden, der bekannt ist oder der das gut kann und hängst dich dran oder heiratest oder was auch immer.

Miriam: Ja, wie gesagt, Tipp Nummer 1.

Florian: Genau, Tipp Nummer 2 ist, ähm, du übertreibst es einfach total und wirst so bunt, paradiesvogelisch, dass die Leute nicht mehr drumherum kommen, als sich wahrzunehmen.

Miriam: Du meinst äußerlich und verhaltenstechnisch auffällig.

Florian: Da gibt es ja schöne Beispiele für Stars, die wirklich aufgrund ihres Verhaltens, Lady Gaga, Marilyn Manson, in Deutschland ein Glööckler.

Miriam: Ja, ja. Natürlich würden diese Menschen sich selbst attestieren, dass sie auch irgendwie was können.

Florian: Klar.

Miriam: Und ich gehe auch, also tatsächlich ist es ja schon eine, also für mich ist es schon, fängt die Kunst schon da an, sich in einer bestimmten Art und Weise in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ich hatte mal durch einen, ich hätte fast gesagt Zugunglück. Durch einen Friseur auf dem Glocken. Nur sah er echt so aus. Ja, weil meine liebe, Lieblingsfriseurin Dani war im Urlaub und ich hatte eine wichtige Pressekonferenz, weil ich die Sendung Herrchen gesucht bekommen habe. Und vor dieser Pressekonferenz sagte das Moderationsmanagement von der ARD im Hessischen Rundfunk, ich müsse nochmal zum Friseur vorher und zur Kosmetikerin und hin und her. Weil da werden Fotos für die Ewigkeit geschossen an dem Tag. Ey, weißt du, da kriegst du ja einen Menschen schon dazu, dass der nicht mehr gut aussieht, oder? Selbst wenn er vorher die Oberschöne hatte.

Florian: Nur die eine Chance.

Miriam: Das ist eine Chance. So, und dann war ich unter Stress, ne, damals. Ich konnte ja auch noch keinen NLP und hab dann Kolleginnen beim Hessischen Rundfunk gefragt, wo ich hingehen soll zum Friseur, weil meine Friseur nicht da ist. Und dann haben die mir eine Empfehlung ausgesprochen. Ein sehr, sehr viel teurerer Friseur in Frankfurt, der das angeblich kann. Ich habe gelernt, mittlerweile hinzugucken, wer mir das empfiehlt. Das waren alles Langhaarige. Ich trage ja kurze Haare. Egal. Also ich bin dahin. Und der hörte dann Fernsehen und hörte Hessischer Rundfunk und neue Sendungen und Pressekonferenz. Und dann sagt er, ah, tolle Idee. Und ich habe schon eine ganz tiefe innere Ahnung. Hatte mir aufgrund seiner regenbogenfarbenen Haare sowas zugeraunt wie, das könnte jetzt ein Experiment werden, das dir nicht gefällt. Nur tatsächlich war es so, dass er mir die Haare an den Seiten total hellblond gemacht hat, die kurzen, also nur an den Seiten und auf dem Oberkopf ganz dunkel. Das heißt, da war kein Übergang drin oder so, sondern ich war einfach zweifarbig. Also nimm ein Stinktier als Vorbild.

Florian: Der Martina Schwarzmann hat ein Comedy-Programm, da nennt sie das gescheckter Schüppel.

Miriam: Nee, kein gescheckter Schüppel, das ist es nicht. Es ist rabenschwarz oben auf dem Kopf, eine große Fläche und an den Seiten hellblonde Streifen.

Florian: Du warst deiner Zeit einfach wahnsinnig voraus.

Miriam: Ich war meiner Zeit irrsinnig voraus. Ich stand sehr unschlüssig in diesem Friseursalon, als das Werk vollendet war. Und eine Frau, die neben mir frisiert wurde und mich natürlich auch erkannt hatte, sagte, das ist ganz modern, das steht Ihnen toll, das ist ganz modern. Und dann bin ich so ein bisschen unentschlossen nach Hause gefahren. Am nächsten Tag hatte ich eine andere Sendung beim Hessischen Rundfunk, es war noch nicht die Pressekonferenz. Und stand vor der Kamera und die machen das Studio-Licht an und original es sah aus wie ein Iroh. Das Weiß vom Blondierten war nicht mehr zu sehen. In der Kamera, die hat den Kontrast nicht eingefangen. Somit hatte ich also nur auf dem Oberkopf so eine Art schwarzen Push. Und dann sagte der Regisseur, das ist eine etwas schwierig zu filmende Frisur. Natürlich ist das auffällig und jetzt bei einem öffentlich-rechtlichen Sender zu arbeiten, da werden jetzt Moderatoren nicht unbedingt dafür bezahlt, dass sie einhornfarbene Haare haben. Heute ist das, das ist 20 Jahre her, heute ist das schon auch wieder ein bisschen anders, ein bisschen aufgelockert dann und damals war es wirklich einfach nicht möglich. Es war dann ein ziemlicher Akt, das wieder rumzubiegen und normal zu bekommen, nur tatsächlich war ich mal für fünf Tage meines Lebens äußerlich sehr auffällig.

Florian: Und? Wie und? Was hat sich so verändert?

Miriam: Naja, in den fünf Tagen jetzt nicht so viel. Ich hätte das vielleicht auch kleidungstechnisch noch irgendwie unterstützen können. Nur die Wahrheit ist, dass wir Menschen natürlich irgendwie reagieren auf andere, die besonders auffällig aussehen. Also wir haben einfach einen Wahrnehmungskanal dafür. Das ist dir wahrscheinlich als Hörer auch schon mal aufgefallen. Wenn da draußen jemand rumläuft, der wirklich aus deiner Weltsicht heraus sehr schräg angezogen ist oder sehr schräge Frisur trägt oder ein sehr schräges Make-up, dann macht dein Gehirn was damit. Es bewertet das nämlich in irgendeine Richtung. Nur es reicht ja schon, dass wir unsere Aufmerksamkeit dorthin lenken. Egal, ob es in deinem Gehirn sowas gibt wie, das ist aber übertrieben oder sowas wie, boah, das würde ich mich auch gerne mal trauen. Es ist völlig egal, die Aufmerksamkeit ist plötzlich dort.

Florian: Und das gibt natürlich eine Chance, also diese Sichtbarkeit ist erstmal da, also andere Menschen werden sowas wahrnehmen.

Miriam: Genau. Mir hat sogar mal ein Moderationstrainer gesagt, wer nicht genug polarisiert wird, nicht berühmt. Also an irgendeiner Stelle Reibung zu erzeugen, sodass Menschen sich wahlweise für oder gegen einen entscheiden können, ist sinnvoll scheinbar. Aus der Sicht mancher Medientrainer, die dafür sorgen wollen, dass du so berühmt wie möglich wirst. Ich möchte jetzt nicht, dass irgendwie 90% unserer Hörer zum Friseur rennen.

Florian: Das funktioniert dann auch nicht mehr. Das ist ja die Herausforderung. Sobald das so Mainstream ist, dass das alle machen, gibt es keine Masse mehr, aus der man herausstechen kann. Dann würde wieder das Holzpfeil erhemmt und die Jeans und ein aktuell normales Aussehen wäre eben wieder das Besondere.

Miriam: Wir kennen das total. Dieser Pilzkopf-Schnitt von den Beatles. Ende der 60er Jahre. Ist ja so ein klassisches Beispiel dafür. Die haben einen Hype ausgelöst und eine halbe Welt hat sich beim Friseur diesen Topf-Schnitt auf den Kopf setzen lassen. Vor allen Dingen die Männer. Und als das dann alle trugen und das wirklich bis in die hintersten Winkel auch der ländlicheren Bereich Deutschlands vorgetrugen war, war es auch schon kein Trend mehr. Und dieses Phänomen kennen wir bis heute. Diese, wie heißt das, First Adopter?

Florian: Early Adopters.

Miriam: Early Adopters, ja. Die den Modetrend als erstes performen und dadurch sehr auffällig sind. Die als erstes das neonfarbene Shirt tragen, wenn es sonst noch keiner traut.

Florian: Und manchmal liegen die halt auch daneben, Gott sei Dank.

Miriam: Aufmerksamkeit ist da drauf, so oder so.

Florian: Also das gibt es und das ist sehr lustig, dass es... Also das wäre auch ein Weg sichtbar zu werden, indem du eben sehr auffällig dich kleidest, gibst...

Miriam: Überall auffällig wirst. Ja. Kann für dein Umfeld ein bisschen anstrengend werden.

Florian: Schon ist es sichtbar. Reicht das dann zum Star?

Miriam: Nein, das reicht immer noch nicht zum Star. Wir haben da draußen recht viele Menschen, die das ganz gut können, auffallen. Das heißt nicht, dass die so eine Art Star-Kult erleben oder dass die dann deswegen, weil sie sich die Haare jetzt auf einmal pink färben, über Nacht berühmt werden.

Was willst du überhaupt? Glaubenssätze über das Star-Sein

Florian: Was brauche ich denn dann zum Star?

Miriam: Wenn ich das wüsste, wäre ich ja einer, ne? Ne, obwohl weiß ich gar nicht. Die Frage, die ich, das haben wir ja auch in der Vorbereitung für diese Folge kurz besprochen. Die wichtige Frage ist ja, was willst du denn überhaupt? Weil bei Florian und mir zum Beispiel gibt es einen deutlichen Unterschied, was die Begeisterungsfähigkeit für Bühne und Kamera angeht. Florian reagiert anders als ich, wenn er eine Bühne irgendwo sieht. Ich möchte das jetzt psychologisch nicht erklären. Ist mir völlig unverständlich.

Florian: Die Frage, die Miriam mir immer wieder gestellt hat, ist, ich habe eine sehr erfolgreiche erste Musical-Saison hingelegt in der Theatergruppe Assenheim, in der Miriam seit vielen, vielen Jahren, Jahrzehnten ja schon, also quasi seit ihrer Kindheit spielt.

Miriam: Wollen wir das Datum sagen, was so wichtig ist für diese Theatergruppe dieses Jahr? Ja, sag. Am 5.12., ihr Lieben, machen die was, also da bin ich auch dabei, machen die was ganz Wundervolles online, weil sie dieses Jahr nicht spielen können. Und es wird so witzig. Ich wünsche mir wirklich, dass alle Menschen, die wir kennen, da zugucken. Der Eintritt für diese Online-Theater-Aufführung wird irgendwie 10 Euro kosten. Und das ist ein sich selbst finanzierendes Theaterprojekt, das wunderbare, tolle, riesige Familienmusicals aufführt jedes Jahr mit Live-Orchester. 110 Ehrenamtlichen, die da auf der Bühne stehen und die in fantastischen Kostümen mit tollen Lehrern und so weiter da die Sachen einstudieren. Also ihr Lieben, wenn ihr irgendwie könnt, kommt für 10 Euro darin, macht da mit. Das wird ganz wundervoll. So, wieder zurück zum Thema. Florian hat da ein Jahr lang mitgemacht. Ich war total stolz und glücklich, dass ich mit Florian zusammen Musical spielen konnte.

Florian: Das hat mir auch wahnsinnig viel Spaß gemacht. Das war schön.

Miriam: Du hast auch abgeliefert, mein Freund. Das Publikum hat dich gefeiert, die Kollegen haben dich gefeiert, die Regie hat dich gefeiert und nach dem Jahr, wo jeder vernünftige Mensch da draußen gesagt hätte, das könnte mein zweiter Durchbruch werden. Ich bin begabt, begnadet, ich sollte weiter auf der Bühne arbeiten, auf größeren Bühnen arbeiten. Was macht der Florian?

Florian: Im nächsten Jahr habe ich wieder ganz normal gearbeitet.

Miriam: Einfach nicht mit, ich verstehe es nicht. Und die spannende Frage dahinter ist... Was für eine Art von Berühmtheit möchtest du denn? Und das kann für manche das sein, an sowas teilnehmen zu können. Ist es der Star, weil er eine Villa in Beverly Hills hat? Ist das der Star, der Reichtum angehäuft hat? Ist es der Star, der im DM angesprochen wird, weil er sich da auch mal eine Creme kauft? Ist das ein Star? Das passiert mir nämlich regelmäßig.

Florian: Oder muss man als Star dann eben all seine Freunde loswerden und eine hinterlistige Schlange werden oder so?

Miriam: Ja, genau.

Florian: Das sind ja alles, also das eine ist eben, wie denkst du über die Welt nach? Ab wann ist jemand ein Star für dich? Das sind Glaubenssätze im NLP. Ja. Also was glaubst du darüber, wie die Welt zusammengesetzt ist? Ab wann ist jemand ein Star? Was sind die Mindestherausforderungen, die jemand überwunden haben darf, um ein Star zu sein? Was ist die Mindesthürde, die jemand überschreiten darf, um für dich in dieser Kategorie Star drin zu sein? Und was bedeutet es dann, wenn jemand Star ist? Was geht dann nicht mehr? Was geht dann plötzlich neu? Was muss man abgeben? Und welche Möglichkeiten bekommt man? Das sind ja alles nur Glaubenssätze, solange...

Miriam: Und das ist der viel, viel, viel spannendere Tipp, als sich die Haare plötzlich pink zu färben und zu hoffen, dass man dann als irgendwie lebende Fackel in Deutschland in die Geschichte der Stars eingeht, ist für mich, dich erstmal zu fragen, wenn überhaupt da so ein Wunsch in dir drinnen wäre, berühmt zu werden mit irgendetwas oder mit dir selbst.

Florian: Sichtbar zu werden.

Miriam: Sichtbarer zu sein für viel mehr Menschen, weil sichtbar bist du. Du bist sichtbar, Florian, ich sehe dich. Du sitzt hier vor mir. Das stimmt. Unsere Teilnehmer sind sichtbare Menschen. Ich sehe die. Wenn ich möchte, sehe ich die online. Ich sehe die, wenn die bei uns in der Akademie sitzen. Ich treffe die zum Kaffee trinken. Nur, was bedeutet denn diese Sichtbarkeit, diese Berühmtheit? Das kannst du dir nur selbst beantworten. Und da sind wir beim wichtigen Punkt, den wir im NLP voraussetzen würden für, du wirst, wenn das dein größter Wunsch wäre, berühmt zu werden, dann hättest du eine sehr klare Vorstellung davon, was das Endergebnis davon wäre. Wo, an welcher Stelle in deinem Leben, wenn wir in die Zukunft filmen könnten und du könntest diesen Film selbst drehen und du wärst der Regisseur, an welcher Stelle würden wir auf Pause drücken, auf ein Standbild gehen und sagen, da ist die Stelle berühmt.

Florian: Da weiß ich, jetzt bin ich berühmt.

Miriam: Jetzt bin ich berühmt. Und solange Menschen das für sich nicht klar haben, entwickeln sie auch keine Strategien, logischerweise, um da hinzukommen.

Florian: Manche werden dann trotzdem noch zufällig berühmt, ne? Also es gibt es ja immer wieder. Und das ist vielleicht das, was wir Menschen dann auch so spannend finden, die, die so am Rand dran liegen, die, die plötzlich berühmt werden, weil zur richtigen Zeit am richtigen Ort oder was auch immer die getan haben, bei denen das ganz außergewöhnlich ist. Es hätte ja eigentlich nie klappen können, hat die Zeit nicht investiert oder wenn jemand, ein Schauspieler mit 65 plötzlich berühmt wird, also plötzlich bekannt wird deutschlandweit.

Miriam: Wie einfach ist es dann zu sagen, der war halt einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Weil offensichtlich hat er, bevor er 65 Jahre alt geworden ist, irgendwas getan, was dazu geführt hat, dass er zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort war. Wir tun immer so, als wäre das so, Kiss mit. Weißt du, da können wir nichts dafür. Das ist dem Gott und dem Universum überlassen. Wir haben keinen Einfluss daran. Was kann der denn dann tun? Bitte? Ey, bevor ich meinen ersten Job beim Fernsehen hatte, habe ich was gemacht. Im Fernsehen gejobbt? Richtig, ich habe dort für sehr wenig Geld gejobbt, für gar keins, um genau zu sein, also Praktikum. Und ich bin ja auch freiwillig zu einem Casting gegangen. Also es ist ja nicht so, dass wir jetzt sagen können, die Leute, die an irgendeiner Stelle ihres Lebens entdeckt werden von jemandem, die dürfen ja irgendwo hingehen, wo einer ist, der sie entdecken kann. Die wenigsten Menschen werden übrigens zu Hause auf ihrem Sofa entdeckt. Also nur um das klar zu haben. Die sind irgendwo unterwegs.

Der leise Geheimtipp: Exzellenz und der graumäusige Weg

Florian: Und auch wenn das Ziel jetzt gar nicht wäre, deutschlandweit berühmt zu werden, sondern vielleicht einfach mehr Kunden zu haben, ein Star in deiner Branche zu werden oder in dem Bereich, in dem du bist und vielleicht bedeutet Star sein in diesem Kontext ja dann einfach nur, dass du eben die Möglichkeiten hast, die Dinge auch umzusetzen, die du gerne umsetzen würdest. So wäre nämlich meine Definition von Star. Also das ist was, was bei mir dann eben durchkommt oder was für mich die Sichtbarkeit ist.

Miriam: Das ist ja eine ganz andere Art von Star, von Berühmtheit, wenn jemand eben fast gar nicht sichtbar ist, sondern so aus dem fast Verborgenen heraus ganz tolle Dinge tut. Wenn ich von unseren Coaches zum Beispiel jetzt mal ausgehe, wir haben ja einige Kollegen, die wirklich fantastische Arbeit machen als Coach und die echt... Da ist diese Berühmtheit so hinter vorgehaltener Hand. Das ist so eine Empfehlung, die ausgesprochen wird. Das hatte ich auch eine Zeit lang, dass Menschen mich fast im Flüsterton angerufen haben, um das Coaching zu buchen und mir am Telefon als erstes gesagt haben, Sie sind ja so ein Geheimtipp.

Florian: Da redet man ja nicht drüber.

Miriam: Da redet man ja nicht drüber. Ich habe Ihre Telefonnummer auch, ich sage Ihnen nicht von wem. Das ist ja auch cool. Das findet nicht auf der großen Bühne statt. Das findet an einer ganz anderen Stelle statt. So eine Art von Star zu sein und dann exzellent abzuliefern und über die Exzellenz, über die Brillanz deiner Leistung, über das, was du da tust, egal wem du Gutes tust sozusagen und mit was. Dadurch eine Berühmtheit in einer bestimmten Szene, bei bestimmten Kunden, Multiplikatoren zu bekommen, das ist eine ganz wundervolle, sehr sanfte und gar nicht so gehypte Strategie. Nur die geht auch, die funktioniert. So, jetzt haben wir sozusagen zwei Pole. Wir haben jetzt so zwei Klischee-Gäule auf die Koppel geschickt.

Florian: Ich glaube, ich habe das Gefühl, wir haben alle Klischee-Gäule auf die Koppel.

Miriam: Jetzt werden sie mal juhlverschämt, junge Mann. Also das eine, wir sind ja ein sehr wissenschaftlicher Podcast.

Florian: Ja genau, wir haben auf jeden Fall keine Studie gelesen vorher.

Miriam: Wir haben keine Studie gelesen vorher.

Florian: Bewusst.

Miriam: Richtig, um uns nicht beeinflussen zu lassen. Jetzt haben wir auf der einen Seite diese pink gefärbte Mähne und auf der anderen Seite haben wir diese exzellente Kunst.

Florian: Ja.

Miriam: Ja, die fast graumäusig daherkommt, nur...

Florian: Wo halt die Brillanz durchscheint in irgendeiner Form, wo man sagt so... Durch Tat sozusagen.

Miriam: Jetzt verbinde das mal miteinander. Jetzt ist jemand exzellent in seinem Fach, also ist sozusagen wundervoll in dem, was er oder sie schafft. Plus ist auch noch nach außen hin irgendwie sichtbar, auffällig, wie auch immer. Also macht sich auch sichtbar.

Florian: Haben wir dann doch so jemand wie ein Freddie Mercury?

Miriam: Ja, dann tut es einen Urknall.

Florian: Marilyn Manson würde dann auch, Lady Gaga würde auch eher in diese Kategorie fallen.

Miriam: Wenn wir denen unterstellen, dass die wirklich so eigene Singer-Songwriter, also dass die auch noch so einen kreativen, beim Freddie Mercury, das ist ein sehr schönes Beispiel, finde ich, weil der... Auf der einen Seite ein brillanter Künstler, weil der hätte auch ohne selbst auf der Bühne zu stehen, in dem er tolle Songs für andere Schreibgeld verdienen können, so unfassbar brillant war der. Und auf der anderen Seite eben als Performer und als sichtbarer, als wirklich leuchtender, fast so Thunderball, so irgendwie, ne? Da eben auch noch dann performt hat. Und da ist ja nichts dran zu rütteln für mich. Das ist ein, weißt du, bei jemandem, der nur gut aussieht, könnte man ja sagen, der sieht nur gut aus. Und da ist ja eine Vorname drin. Weil allein das mal zu schaffen, ist ja auch schon cool.

Florian: Voll gut, ne?

Miriam: Wenn das irgendwie Millionen von Menschen sagen.

Florian: Möglicherweise ist das auch Arbeit.

Miriam: Dann kommt dieses, ist dann so dieses Fachidiot oder so ein Eremit drin, der ist halt sehr schlau, der ist sehr gut, der ist ein toller Komponist, ein toller Schriftsteller, nur mit dem umzugehen ist schwierig. Also den will man gar nicht vor die Kamera tun, das tut nicht gut. Das ist schon wirklich spannend, da mal reinzusteigen. Es wäre vielleicht ein eigenes Forschungsgebiet. Und wir kennen alle die Geschichten von Menschen, die eben einfach dadurch, dass sie sich selbst gefragt haben oder dass sie sich ohne sich das zu fragen, dass sie intuitiv wussten, wo sie hingehören, was sie am liebsten tun, die Straße des Spaßes, wo haben die am meisten Freude mit, dass die damit sukzessive ihren Weg gegangen sind bis zu einer total... Wundervollen, Berühmtheit eines Datums, das ich von Herzen liebe. Zum Beispiel, ich habe jetzt hier 75 Jahre, Gerd Müller habe ich Dokumentation gesehen, der ist 75 geworden wohl. Der Bomber der Nation wurde der genannt. Das ist ein Fußballer aus dem Weltmeisterschaftsteam 1974. Und ich durfte den mal interviewen während der Fußball-WM.

Florian: Und mehr breit als hoch, oder?

Miriam: Also war von der Figur her am Anfang nicht so die Stanze für, so sieht ein Fußballer aus, da passte der nicht rein. Genauso auch seine ganze Art, sich zu verhalten, passte nicht so zu dem Bild von Fußball in den Anfang 70ern. Und seine Leistung war so exorbitant, also das, was der auf dem Feld geleistet hat, so exorbitant wichtig für eine Mannschaft, weil der einfach ein Torgarant war. Den ins Spiel zu stellen, bedeutete, dass der irgendwie in 16 Minuten acht Tore reinballert. Das heißt, egal wie der aussieht, der hätte sich pink die Haare färben können oder nicht, es hat keine Relevanz gehabt für das, was der da tut.

Florian: Weil die Exzellenz, die brillant so groß war. Ja.

Miriam: Und genauso gibt es ja, also wir behaupten ja so gerne, dass es so bestimmte Typen gibt, die berühmt werden. Dass da bestimmte Attribute dazugehören und auch eine dieser Ausreden, ähnlich wie am richtigen Ort zur richtigen Zeit sein, ist eben, das muss einem in die Gehne liegen, sagen wir Hessen.

Florian: Ja, dafür gibt es zu viele Leute, bei denen das in den Genen liegt, die allerdings nichts damit tun. Sondern es ist ja schon dieses, also auch ein Paradiesvogel macht sich vielleicht sichtbar, nur darf dann eben auch in einem bestimmten Teilgebiet mal mindestens kurz abliefern, um eben auf die nächste Stufe immer wieder zu kommen. Weil es ja wirklich ein Dranbleiben ist an diesem Star-Sein. So wie ich das jetzt auch bei dir erlebe, Miri, dass es eben eine konsequente Arbeit dahinter steckt. Wenn du sichtbarer werden möchtest, wenn du mehr Fans haben möchtest, dann darfst du eben auch da was für tun.

Die Straße des Spaßes: Der erste kleine Schritt

Miriam: Und das ist dann die Straße des Spaßes, ne? Du darfst dich wirklich mal dabei beobachten, was es mit dir macht, wenn Florian sowas sagt wie, du hast mehr Fans auf einmal. Weil viele unserer Kunden würden ja sagen, was ich will, ist mehr Kunden. Deswegen will ich sichtbarer werden. Ich will ein berühmter Coach sein. Ich will ein berühmter Trainer sein. Ich will ein berühmter Speaker sein. Ich will ein berühmter Consultant sein. Wenn wir dir jetzt sagen, also stell dir das gerne mal vor, wie das wäre, wenn du morgens dein Rollo hochmachst und unten auf der Straße steht so eine Crowd und sagt, wir haben endlich entdeckt, wo du wohnst. Zieh dich raus.

Florian: Ist das die Vorstellung?

Miriam: Nee, mach mal. Was macht das? Tatsächlich würde ich Florian rufen und sagen, würdest du bitte ein Foto von mir machen, wie ich hier am Fenster stehe und unten, dass die Leute mit drauf sind. Ja?

Florian: Ja. Ich würde den Rollladen wieder runter machen.

Miriam: Genau. Also Florian und ich reagieren auf so eine Vorstellung völlig unterschiedlich. Und dann würde ich winken und mit den Leuten schnacken. Wie wäre das bei dir? Wie wäre das denn bei dir, wenn da die große Bühne auf einmal für dich aufgeht? Oder hat es damit gar nichts zu tun? Ist es gar nicht das, was du möchtest? Ist es gar nicht die Sichtbarkeit, die du willst? Welche Sichtbarkeit willst du haben? Was bedeutet das genau für dich, wenn du dich auch, es gibt ja so viele Angebote im Moment im Internet für, werde sichtbar. Da gibt es ganz viele Trainings im Moment. Nur was genau stellst du dir denn darunter vor? Und die Frage funktioniert ganz gut, wenn du dir überlegst, da wäre plötzlich eine gute Fee neben dir stehen und die hätte einen kleinen Zauberstab in der Hand und die würde sagen, so, ich mache dich jetzt genau so sichtbar, wie du das gern hättest. Was wäre dann anders plötzlich, wenn die ihren Zauberstab geschwungen hat und es hat pling gemacht? Was wäre dann anders als jetzt? Und ich meine, das brauchst du ja keinem zu erzählen. Wir können da ruhig mal ein bisschen in die Größe wandern.

Florian: Weil meistens aus dieser Idee, aus diesem Gedanken heraus, also nur theoretisch, könntest du ableiten, was dein erster Schritt wäre, der so ein bisschen in diese Richtung geht? Also ein erster kleiner Schritt, jetzt auch ohne die Fee an deiner Seite, dafür was zu tun, um in diese Richtung mehr zu kommen. Das ist das, was Miriam Straße des Spaßes nennt. Wenn da dein Herz liegt und du sagst, das wäre cool, da habe ich dann mehr Möglichkeiten oder da bin ich dann bekannter und das ist vielleicht in sich schon eine tolle Motivation für dich, was zu tun, dann geh halt den ersten Schritt.

Miriam: Und was ist der erste Schritt, der erste kleine Schritt auf dieser Straße des Spaßes, die zur Sichtbarkeit, zur Berühmtheit führen kann, durchaus, also vielleicht sogar als eine der zuverlässigsten noch, wenn wir sagen, die Zukunft ist von uns ja nicht wirklich vollständig bestimmbar. Es passieren an ganz vielen Stellen, passieren ja Dinge im Leben, die uns sozusagen entweder den nächsten Schritt oktruieren, das ist wie so ein Tritt von hinten. Manchmal fühlt sich das an, so wie wir ja jetzt auch unser Unternehmen einmal komplett umstellen durften in dieser Zeit. Das hat sich nicht immer leicht angefühlt. Nicht immer. Sehr häufig, weil Florian und ich uns entschieden haben, das zu tun, auch beruflich, was uns wirklich Spaß macht. Und es ist ein, vielleicht ist das noch ein weiteres Thema für einen anderen Podcast. Jetzt willst du ja wissen, wie wir es denn jetzt berühmen. Wenn wir dir am Anfang von unserem Podcast versprechen, nach dem Podcast, nachdem du diesen Podcast zu Ende gehört hast, mach das Pling und dann tada, sichtbar, berühmt. Ist natürlich Humbug, ne?

Florian: Die Chancen lassen sich verbessern, ne? Durch sehr gut sein, durch auffällig sein, durch sanft, vielleicht auch sanft auffällig sein, durch andere helfen.

Miriam: Wir hatten noch nie eine bessere Zeit, um sichtbar zu werden mit dem, was du gut kannst. Noch nie eine bessere Zeit.

Florian: Weil es diese ganzen online, all diese Möglichkeiten gibt, eben in einer kleinen Nische auch anfangend, mal größer und sichtbarer zu werden und das auch mal zu üben, bestimmte Dinge zu tun.

Miriam: Du hast diese Traumjob-Lüge nochmal ins Boot geholt vorhin, Florian, in der Vorbereitung. Und hast gesagt, mit einer Exzellenz etwas tun. Mit einer Begeisterung etwas tun. Exzellenz.

Florian: Also die Traumjob-Lüge von Cal Newport ist eines dieser Bücher, die wir sehr empfehlen, weil es darum geht, wie kannst du an deiner Vision arbeiten oder wie kannst du deine Mission im Leben erkunden und wie kannst du dieses Große, wozu bist du hier, beantworten. Und eine der Botschaften ist da eben, und es passt sehr gut zu meinem Leben, ist, auf der Couch sitzen und nachdenken hilft nicht. Sondern es hilft, was zu tun. Also was zu arbeiten und du hast ja wahrscheinlich irgendwas, wo du jetzt schon was tust, was arbeitest oder das, was du eben Arbeit nennst. Und dann die Idee zu haben, dass du die Teilbereiche von dem, wo du jetzt sowieso schon arbeitest, die dir viel Spaß machen, die, wo du denkst, davon würde ich gerne mehr machen. Die dann sukzessive auszubauen, weil dann bleibst du in deiner Expertise drin, in diesen langen Jahren, die du dir vielleicht bestimmte Fähigkeiten angeeignet hast, die dich auch wirklich zum Experten und zum Spezialisten in deinem Fachgebiet machen und dann eben... Das langsam so hinzudrehen, dass du immer mehr Sachen machst in diesem Bereich, die dir mehr Spaß machen. Und dann kann es sein, dass irgendwann plötzlich der Wechsel kommt in einen anderen Bereich hinein, weil du dir unterwegs die Brücke gebaut hast dahin. Weil du zum Beispiel immer mehr Präsentationen in der Firma gehalten hast. Also wenn dir das Spaß machen würde, vor anderen Menschen eben zu trainieren oder mit anderen Menschen was zu tun, dann ist es vielleicht erstmal, dass du die Einarbeitung von einem Kollegen übernimmst. Und dann merkst, oh okay, so ist es, wenn ich meinen eigenen Job erkläre und dann vielleicht vor dem Team oder vor anderen Teams, wenn sich die Gelegenheit bietet, halt da eine Präsentation zu halten oder ein Training zu machen. Und dann eben irgendwann in immer größeren Kontexten, ein Kollege von mir, alter Freund von mir, hat es genau so gemacht. Der hat exakt zweimal, drei Tage im Jahr eine Präsentation oder eine Schulung gehalten und zwar zu dem absoluten Spezialgebiet, was ihm Spaß gemacht hat. Und das war für ihn dieses Thema, da hat er Schulungen gerne gehalten. Und weil das gut lief und weil er das gut gemacht hat und da so eine Energie hatte, hat er halt immer mehr Möglichkeiten, Dinge zu tun. Das hat man mit einer angefangen und dann wurden ihm plötzlich Vorträge angeboten, wenn Kunden-Events waren und daraus haben sich dann ergeben, dass er mal vor so einem kleinen Stammtisch gesprochen hat.

Miriam: Man hat sich überlegt, dass er da Interesse dran hat, weißt du das noch?

Florian: Nee, ich weiß nur, dass die erste Veranstaltung, die die mal gemacht haben, da hatten die gar keine externen Kunden für, sondern das war intern, also mit eigenen Mitarbeitern. Und das war auch noch kein Riesen-Event, sondern die haben ja erst rausgefunden, wie funktioniert diese Schulung denn. Es ging um so ein Hochsicherheitsthema, also wirklich Sicherheit in der Informationstechnologie. Und was kann man da tun? Und der hat einfach mega Spaß daran gehabt. Und das hat ihm dann ermöglicht, weil die in der Firma eben erkannt haben, das ist was, was ihm Spaß macht und da ist er auch gut drin und da gibt es Kunden für, dann durfte er auf Schulungen gehen und hat sich da weitergebildet, dann wurde plötzlich die Schulung besser, die er selber gegeben hat und dann hat er eben mehr Reichweite bekommen und dann konnte er in diesem Fachgebiet so weit spielen gehen, wie er gerne wollte und hatte da plötzlich die Möglichkeit, was zu tun und das ist ja das, wo dann eben einmal die Vision da ist, also was macht er gerne, er durfte da schöpferisch tätig sein.

Miriam: Nur irgendwann hat er doch für sich befunden, dass er das gerne macht. Und irgendeinem in der Firma hat das auch erzählt.

Florian: Ich glaube nicht, dass er das vorher wusste, weil ich kenne ihn da in dem Kontext nicht.

Miriam: Ich meine auch nicht vorher, sondern irgendwann ist es ihm doch hoffentlich klar geworden. Sonst hätte er das ja nicht wieder und wieder und wieder.

Florian: Ja, klar.

Miriam: Also zum Wiederholungs, dann würdest du ja heute jetzt auch schon das fünfte Mal beim Musical mitspielen.

Florian: Ja. Also es hat ihm sehr viel Spaß gemacht und er hat beschlossen, dass er davon mehr machen möchte.

Miriam: Gut und das sind die Augenblicke, das sind diese wertvollen Augenblicke im Leben, wo Menschen plötzlich klar wird, boah davon hätte ich gern mehr. Und wenn ich davon mehr hätte, dann würde das so aussehen. Und das macht unser Gehirn fast automatisch, wenn wir diese Freude empfinden und jeder Mensch hat das auch schon mal erlebt in seinem Leben. Nur da sind wir beim wohlgeformten Ziel. Und, weißt du, wir veranstalten ja im Januar zum ersten Mal diese beiden großen Ziele-Findungstage. Das sind so zwei Planungstage für das Jahr 2021, wo du dir zwei Tage Zeit nimmst, unter unserer Anleitung dein Jahr zu planen. Im Privaten, im Beruflichen, wie du willst. Das ist ein ganz tolles neues Projekt, was wir da machen. Das wird online stattfinden. Sei am 27.11. auf unserer Seite. Da ist Black Friday. Da bekommst du zum Beispiel diese beiden Ziele-Tage zu einem fantastischen Preis. Ja, und wenn das Ziel eben ist, ein Star zu sein, berühmt zu werden, was auch immer das in deinem Kopf bedeutet und wann du das merken würdest, dass es soweit ist, an welcher Stelle.

Florian: Dann tu was.

Miriam: Dann geh den ersten kleinen Schritt. Den ersten kleinen Schritt dahin.

Florian: Und vielleicht ist es dieses... Mehr sichtbarer werden, ja. Und vielleicht ist es irgendwas Exzellentes weiterzuentwickeln.

Miriam: Und was wir im NLP ja auch immer noch gerne für so einen Geheimtipp geben ist, Menschen, finde mal jemanden, der ungefähr so berühmt ist, wie du es gern wärst.

Florian: Und dann?

Miriam: Beobachte den.

Florian: Was der tut oder was die tut.

Miriam: Bei den meisten berühmten Menschen kann ich ja zum Beispiel nachlesen, was hat der gemacht. Vielleicht finde ich ja auch ein paar und kann mir so anschauen, haben die irgendwo Parallelen? Ich kann ja mal gucken. Vielleicht ist irgendwo was Spannendes dabei.

Florian: Wer weiß das schon?

Miriam: So, jetzt reicht es auch mit berühmt werden. Nicht, dass alle unsere Hörer irgendwie ab morgen hier wie die Raketen. Voll gut.

Florian: Das finde ich auch. Nächste Woche gibt es wieder ein Podcast.

Miriam: Das ist verlässlich, das ist verlässlich in dieser Zeit. Dann sagen wir Tschüss.

Florian: Bis nächste Woche. Bis dann.

Miriam: Ciao. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss bis nächste Woche. Bis zum nächsten Podcast.

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